Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Großbritannien

Gewerkschaften und Wirtschaftskrise (Teil II)

· Inprekorr Nr. 75, 3. Februar 1977 · S. 26-29 · 2.761 Wörter

Gewerkschaften und Streiks Großbritannien Stalinismus und Bürokratie

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TEIL II ALAN JONES

Im folgenden veröffentlichen wir den Schlußteil einer dann manchmal abgeblasen wurde, trugen die Arbei- Analyse der Bezichungen wischen wirtschaftlicher ter doch noch einige kleine Zugeständnisse nach Krise gewerkschaftlicher Aktivität und Klassen- Hause: die ersten Errungenschaften auf der Lohnkampf in Großbritannien. Der erste Teil der Analy- front seit einem Jahr. die daher eine bescheidene se erschien in INPREKORR Nr. 74,20. Januar 1977. stimulierende Wirkung auf andere Teile der Arbeiterklasse hatten.

Die drei ökonomischen Faktoren, die wir analysier Noch deutlicher war die Antwort der Bourgeoisie haben --Arbeitslosigkeit, Einkommenspolitik und auf drohende Aktionen der Bergarbeiter in der Fr- Inflation--. erklären natürlich nur zum Teil den ge der Senkung des Rentenalters. Obwohl es hier Niedergang der gewerkschaftlichen Kämpfe in den oberflächlich gesehen nicht um die Löhne ging. hanletzten beiden Jahren. Entscheidend hierfür ist daß delte es sich doch um einen weitaus schärferen Anes durch den Verrat der Labourregierung in dieser griff auf die Einkommenspolitik als die Aktion der wirtschaftlichen Situation keine aussichtsreichen Seeleute. Es überrascht nicht, daß die Bourgeoisie politischen Perspektiven zu geben scheint. Die Ent- nach den Erfahrungen von 1972 und 1974 überzeugt Huschung über die Labourregierung breitet sich ist, einen Streik der Bergarbeiter nicht zerschlarasch aus, aber sie drückt sich i. erster Linie nich gen zu können, und es war geradezu lächerlich zu in einem linkstrend aus. Diese Situation kombi- verfolgen, wie eng die Wechselkursschwankungen niert mit der Inhen Arbeitslosigkeit. die das höchsic des Pfunds dem Stand der Verhandlungen mit den Maß seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs erreich Bergarbeitern folgten: als der Gewerkschaftsvorhat, und dem Niedergang der Kämpfe, der eben- sitzende Joe Gormely sagte, die Mehrheit der Bergfalls schärfer als je zuvor ist, macht es schwer und arbeiter wünsche keine Konfrontation mit der Regiegefährlich, die Entwicklung der gewerkschaftlichen rung. stieg das Pfund; als der Führer des linken Kämpfe in der kommenden Periode genau vorherzu- Flügels Hugh Scargill eine Urabstimmung über sagen. Dennoch gibt es Anzeichen dafür. daß der einen Arbeitskampf forderte. fiel das Pfund; als Rückschlag und Niedergang der Klassenkämpfe, der die Bergarbeitergewerkschaft das letzte Angebot wir gegenwärtig erleben, ein vorübergehender der Kommission der staatlichen Kohleindustrie abist, daß es sich nicht um eine qualitative Niederla- lehnte, fiel es noch stärker ("The Times" 24. Noge handelt, die uns auf den Stand von vor 1968 zu- vember 1976). Die Urabstimmung erbrachte einen rückwirft, und daß ein Wiederaufschwung der Kam- hohen Anteil an Ja-Stimmen (78% gegen 22%) für die pfe, wenn auch em anfänglich langsamer, zu erwar- Ablehnung des Angebots der staatlichen Kohlekomten ist. Vor allem muß man vier Faktoren festhal- mission und für den Arbeitskampf. Es ist sehr wahrlen: scheinlich, daß die Bergarbeiter der Regierung noch weitere Konzessionen abringen werden, die 1. DIE EINSCHÄTZUNG DES KRÄFTEVERHÄLT- die Einkommenspolitik weiter untergraben; das NISSES DURCH DIE BÜRGERLICHE KLASSE wiederum wird nicht glne Auswirkungen auf andere Teile der Arbeiterklasse bleiben.

Es ist zwar kein entscheidender Indikator. aber dennoch von Bedeutung daß trotz all ihrer Er- Schließlich, und das ist politisch das Wichtigste. folge im letzten lahr und trotz der ernsten Nie- ist die Bourgeoisie weiterhin unsicher und ängstderlage der Labour-Partei in den Teilwahlen die lich über die möglichen Folgen der Rückkehr zu Bourgeoisie immer noch nicht daran glaubt, sie einer Tory-Regierung. die die herrschende Klasse könne eine gut organisierte Gruppe von Arbeitern in wohl jederzeit erreichen könnte. Ihre größte Angst irgendeinem größeren Kampf vernichiend schlagen. ist die. daß eine solche Regierung auf großen Wider- Als die Seeleute im Sommer 1976 mit dem Streik stand der Arbeiterklasse stoßen und daher noch drohten, sprach sich kein größerer Teil der herr- schneller regierungsunfihig würde als die Heathschenden Klasse dafür aus. es auf einen harten Regierung. Diese Angst ist zweifelsohne einer der Kampf ankommen zu lassen. um die Seeleute zu wichtigsten Faktoren, der die Labour-Partei heute schlagen. Vor demersten Bergarbeiterstreik von im Amt hält. Deshalb war das Drängen der Labour- 1972 hatte die Bourgeoisie auf fast alle drolenden Regierung auf die Hafenarbeiter. gegen die Nieder- Arbeiterkämpfe noch ganz anders reagiert. Aus- lage des von der Labour-Partei eingebrachten Docknahmslos betonten die Führer der bürgerlichen gesetzes im Parlament nicht zu streiken, nicht nur Klasse ihr Vertrauen in die Gewerkschaftsbilrokra - Klassenverrat, sondern selbst vom Standpunkt der tie und empfahlen nachdrücklich, Provokationen zu Labour-Bürokratie Selbstmord. Aber trotz ihrer vermeiden. Und selbst wenn der drohende Streik Erfolge in der letzten Zeit, das Ausbleiben jeder

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Aktion gegen den Fall des Dockgesetzes inbegriffen, fürchtet die Bourgeoisie eine Neuauflage der Kämpfe, die die Regierung Heath gestürzt haben. 2. DIE KAMPFBEREITSCHAFT DER MASSEN

Betrachten wir nicht die politische Einschätzung der Lage durch die Bourgeoisie, sondern die objeklive Entwicklung der Arbeiterbewegung, finden wir ebenso gute Gründe, die gegen die Annahme sprechen, die Arbeiterklasse habe eine qualitative Niederlage erlitten, die das Kräfteverhältnis zwischen den Klassen, wie es seit 1968 herrseht. vollständig umgekehrı hat.

Die Kampfbereitschaft der Massen zeigt sich wie eh in der sehr breiten Gefolgschaft, die die Arbeiterklasse jedem Aufruf ihrer Führung leistet, Obwohl die Streiks zurückgegangen sind, hat sich keine Demoralisierung oder Apathie breit gemacht, das zeigt ihre Reaktion auf jeden Aufruf der Bürokraten zur Aktion, Abgesehen von Mobilisierungen zu politischen Fragen im engeren Sinne (20. 000 nahmen am 21. November 1976 an der Demonstration der Labour-Partei gegen den Rassismus teil) war der wichtigste Gradmesser der Stmmung breiter Schichten der Massen die Demonstration gegen die Ausgabenkürzungen im O D am 17. November 1976. Ihr vorausgegangen waren kleinere, aber dennoch bedeutende Aktionen, vor allem die Demonstration am 30. November 1975 gegen die Arbeitslosigkeit und der einligige Genralstreik gegen Haushaltskürzungen In Dundee. Die Demonstration vom 17. November übertraf selbst die optimistischsten Erwartungen: 60,000 nahmen an dieser größten Demonstration der Arbeiterbewegung seit den Kämpfen 1971 gegen die "Industrial Relations Bill" teil. Es steht fest, daß sehr breite Schichten der Arbeiter des Öffentlichen Dienstes daran teilgenommen haben, trotz regionaler Ungleichheit in der Beteiligung. Vor allem der Anteil an Arbeiterinnen. an schwarzen Arbeitern und zahlreichen Arbeiterschichten, die bisher auf keine Kämpfe zurück blicken konnten (die Arbeiter der Schulkantinen, der Reinigungsbetriebe, deröffentlichen Baubetriebe war sehr hoch.

Bei der gegenwärtigen Situation im Öffentlichen Dienst, wo die Gewerkschaftsführung es nicht nur mit dem Druck der Basis zutun hat, sondern auch ernste Einbußen in ihrer Mitgliederzahl befürchten muß, wenn weiter rationalisiert wird, wird die Bresche, die sich durch die leichte Linkswende der Führung aufgetan hat, von den Aktivisten lebhaft genutzt. Besonders in Schottland gibt es in der Woche zwei bis drei Streiks oder sonstige Kundgebungen gegen die Streichungen im Öffentlichen Dienst. Die"Civil and Public Services Association" (CPSA - Gewerkschaft im Dienstleistungssektor) hat einen Überstundenboykott dort verhängt, wo Stellen unbesetzt sind, verweigert bestimmteArt en statistischer Arbeit und bekämpft Maßnahmen die die Zahlung des Arbeitslosengelds auf vierzehntägiger statt auf wöchentlicher Basis vorsehen. Der Vorstand der "National Association of Local Govern ment Officers" (NAI.GO) soll demnächst die Mitglied schaft zu einem Überstundenboykott und zur Verweigerung der Übernahme von Dienstpflichten entlassener Angestellter aufrufen. In London weigern sich etwa 25 Schulen, für Lehrer, die mehr als drei Tage fehlen, eine Vertretung zu besorgen. Natürlich sind dresem Zustand enge Grenzen gesetzt Bestenfalls verfolgen die Gewerkschaftsführungen im Öffentlichen Dienst die klassische linke Bürokratentaktik, die Kräfte nicht zentral zu mobilisieren, sondern es den einzelnen kämpferischen Sektoren zu überlassen, den Kampf allein auszufechten. So hat es die NALGO z. B. ihren einzelnen Abteilungen überlassen, einen Überstundenboykott zu verhängen; der Verband der öffentlichen Angestellten hat beschlossen, den Kampr gegen Stellenstreichun. gen auf der Ebene der einzelnen Krankenhäuser zu organisieren, während der Lehrerverband nichts unternommen hat, seine Stellung gegen die Strei. chungen formal zu verbessern; selbst die massive Beteiligung an der Demonstration vom 15. November wurde im wesentlichen durch die energische Kampagne der Basisaktivisten möglich, die den Umstand nutzten, daß die Bürokratie die Zügel schießen ließ. Zudem greif die Bürokratie in einer Reihe von Fällen immer noch zum Mittel der direkten Unterdrückung. So stellle die NAI.GO Streikbrechern einen Freibrief aus, indem sie erklärte. kein Mitglied könne wegen Nicht-Beteiligung an der Iktion vom IT. November behellig! werden, und die "National Teachers Union" (NITT - nationaler Lehrerverband) hat versucht, die Lehrer der Mord- Schule in London, die den isolierresten Streik gegen die Vertretung mangelnder Lehrkräfte geführt haben, unter Druck zu seizen.

Die Rolle der Bürokratie in diesen Aktionen bekrattigt die Notwendigkeit von Forderungen, die die Zersplitterung der Kämpfe Oberwinden, Aber das große Echo, mit dem selbst der geringste Aufrur der Bürokratie begrüßt wird. deutet auf die unterschwellig immer noch vorhandene Kampfhereit schaft der Arbeiter und zeigl, daß es keine qualitative Niederlage gegeben hat.

3. DIE LOKALEN GEWERKSCHAPTSFÜHRUNGEN AUS DER ZEIT VOR 1971 BLEIBEN IM SATTEL Angesichts der Tatsache, daß die Gewerkschaftsbirokratie in der letzten Zeit nicht weiter gegangen ist, als den lokalen Basisaktivisten bei Aktionen freie Hand zu lassen, ist es von außerordentlicher Bedeutung. daß die Lokalführungen, die in der Periode vor 1974 geschaffen wurden, im wesentlichen intakt geblieben sind, mit Ausnahme der Chrysler Fabriken in den Midlands, der Bauindustrie und bis zu einem gewissen Maße auch der Hafenarbeiter: Zudem haben die shop steward-Strukturen und lokalen Gewerkschaftsstrukturen in einer Reihe von Sektoren, insbesondere im Öffentlichen Dienst und in begrenztem Umfang bei den Indistriearbeiterinnen, einen neuen Aufschwung erfahren, Dies hat eine doppelte Bedeutung. Einmal heißt das wie gesagt, daß sobald die Gewerkschaftsführung Spielraum für Aktionen frei läßt, genügend organisierte Aktivisten da sind, ihn zu nutzen. Das hat sich vor allem am 17. November gezeigt, aber auch bei den 3. 000 Delegierten, die der von der KP einberufenen Nationalen Versammlung über Arbeitslosigkeit beiwohnten, und bei den Kräften, die der Initiative "Recht auf Arbeit" der International Socialists folgten.

Zweitens bedeutet das, daß solbald es einen Aufschwung in der Industrieproduktion und objektiv

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günstigere Kampfbedingungen gibt, die örtlichen Aktivisten diese Situation nutzen können, um neue Kämpfe zur Verteidigung ihrer Interessen zu entfachen. Besondere Bedeutung hat das in der Motorenindustrie gehabt, eine der Hochburgen der shop stewards, die sehr hart von der Rezession getroffen worden ist und Massenentlassungen und einigenorts unzweifelhaft auch Niederlagen erlebt hat. Mit dem wirtschaftlichen Umschwung in diesem Sektor ist auch wieder eine neue Kampfwelle entbrannt. In der Woche vom 20. November gab es nicht weniger als sechs Streikkämpfe in dieser Industrie. Im allgemeinen waren sie sehr beschränkt aber nichtsdestoweniger doch bedeutend -- nicht nur im Vergleich zur Apathie, die in den sechs bis neun Monaten zuvor geherrscht hat, sondern auch insofern, als drei von ihnen entgegen der offiziellen Anweisung der Gewerkschaftsbürokratie geflührt wurden, wieder an die Arbeitsplätze zurückzukehrer ren: ein deutlicher Hinweis darauf, daß shop stewards und die örtlichen Führungen den Kampf wieder aufnehmen und neues Vertrauen gewinnen. Zu diesen kleinen Kämpfen sind in jüngster Zeit breitere Aktionen mit größerem Kampfpotential hinzugekommen -- darunter vor allem die Betriebsbesetzung bei laguar Coventry als Antworl auf die Aussperrungsdrohung und der wichtige Kampf bei Ford-Dagenham, wo Arbeiter der Nachtschicht das Fabrikgebäude unter ihre Kontrolle gebracht, Barri kaden gebaut und die Polizei mit Feuerwehrschlitichen bekämpft haben. Es wäre falsch, diese Kümpfe überzubewerten, denn sie haben fast alle defensiven Charakter, aber im Vergleich zu dem, was im letzten Jahr an der Tagesordnung war und nach solchen größeren Niederlagen wieder bei Chrysler bedeutet dies eine klare Wende in der Situation, Das Wichtige daran ist. daß die Arheiter jetzt Angriffe wieder zurückzuschlagen beginnen.

4. DIE AUSWEITUNG DER KÄMPFE UND BINICE ERFOLGE

Besondere Bedeutungangerichis des allgemeinen Angriffs auf die Arbeiterklasse kommt der Tatsache zu, daß jetzt neue Arbeiterschielten In Aktion treten; das ist selbst wieder ein Zeichen daffir. daR sich wieder breiterer Widerstand und Kampfhereilschaft regt. Besonders spürbar ist dies im Offentlichen Dienst, Arbeiterschichten, die bisher historisch auf keine Kampfertalrungen zurückblicken konnten, sind im Gesundheitswesen. Erviehungswesen und in andern Sektoren in den Kampf getreten; Angestellte der Reinigungsbetriebe, Kellner, Arbeiterinnen und schwarze Arbeiter machten einen großen Teil der Demonstration vom 17. November aus. Die Mobilisierung der Arbeiterinnen hat auch auf andere Sektoren übergegriffen, Im Sommer 76 hat es eine Reihe von Streiks für gleichen Lohn gegeben --der Höhepunkt war der Kampf bei Trico gewesen--; denn es hatte sich gezeigt, daß der "Equal Pay Act" (Gesetz, das gleichen Lohn für Männer und Frauen sichern soll) und der "Sex Discrimination Act" (Gesetz gegen die Geschlechterdiskriminierung) aus dem Jahr 1975 nicht einmal die beschränkten Vorteile garantieren konnten, die sieversprachen. ( Trotz der Versprechungen der Regierung und dieser Gesetze hat sich die Schere zwischen dem Lohn für Frauen und Minner ständig erweitert: im April betrug der Unterschied zwischen dem Durchschnittlohn eines Arbeiters und einer Arbeiterin 40 pence, im Oktober 1972 noch 32, 2 pence.

Von größerer Bedeutung ist, daß einige dieser Kämpfe wieder zumindest beschränkte Teilerfolge bringen. Die meisten haben noch defensiven Charak. ter, verfolgen begrenzte Ziele, wie der Kampf gegen den Einsatz von Streikbrechern bei Ford-Dagenham, die Fabrikbesetzung bei Jaguar Coventry gegen die Aussperrungsdrohung (die Geschäftsleitung wurde gezwungen, für die größte Zeit der Besetzurg den Lohn fortzuzahlen) und der erfolgreiche Kampf für gewerkschaftliche Organisierung bei Greenings in Warrington. Doch nach einer Periode, in der fast jeder Kampf mit einer Niederlage endete. kann die Erringung einer Reihe von Siegen, selbst wenn sie beschränkt sind, ein wichtiger Ansporn für die Kampfbereitschaft der Arbeiterklasse sein. Auch bei den Lohnkämpfen hat sich in allerletzier Zeit eine kleine Wende abgezeichnet. Die kleinen Erfolge der Seeleute waren ein erstes Anzeichen da fir; ein zweites der 21 Wochen währende Streik für gleichen Lohn bei Trico. Dieser Kampf wurde gewonnen trotz Störangriffe der Polizel, trotz der Entscheidung des staatlichen Gerichtshofs und trotz der lauwarmen Unterstützung der Gewerkschaftsfülltrung: es war die erste größere Besiftigung des Satzes, daß kämpfen sich lohnt. Schließlich ermutigt auch die Tatsache, daß die Bergarbeiter in der Lage sind, der Regierung einige Zugestindnisse zu entreifen, die über die Grenzen der Einkommens politik hinausgehen, zu weiteren Kämpfen. Faßt man all diese Faktoren zusammen: die Einschätzung des Kräftererhältnisses durch die Bourgeoiste. den positiven Widerhall. den jeder Aufruf der Gewerkschaftsbilrokratie zur Aktlon bei der Arbeiterklasse findet, das Fortbestehen der lokalen führungen noch aus der Zeit vor 1974 und den Eintritt neuer Schichten in den Kampf, und berücksich- *gt man zusätzlich die Teilerfolge, die errungen wurden, kann man unbesorgt die Ansicht verwerfen. die Arheiterklasse habe eine Niederlage erlitten die uns in die Zeit vor 1968 zurückwirft. Die stindig steigende Zahl von Gerwerkschaftsmitgliedern ist ein Ausdruck dafür, daß unterschwellig die Kampf bereitschaft der Arbeiter ungebrochen ist. Zudem stellen die Demonstration vom 17. November, der Sieg im Kampf bei Trico, die kleinen Erfolge der Seeleute, der Aufschwung der Kämpfe In der Motorindustrie und die andauernden Unruhen bei den Bergarbeitern den Beginn einer allmählicher aber sicheren Wende in der Situation dar. In Anbetracht der Rückschläge im vergangenen Jahr und der vielen großen politischen Hindernisse: die einem Aufschwung selbst der rein gewerkschaftlichen Kämpfe der Arbeiterklasse entgegenstehen. wäre es leichtsinnig und unrealistisch. einen raschen Aufschwung der Kämpfe zu erwarten. Zudem werden diese politischen Faktoren dahingehend wirken, daß ökonomische Faktoren in Zukunft eine weniger zentrale Rolle spielen als frilher. Dennoch haben die britischen Revolutionäre zwar nicht einen spektakulären Ausbruch. aber doch einen neuen Aufschwung der Arbeiterklimpfe zu erwarten. Die nächsten Schritte zur Festigung dieser Wende werden die Kämpfe gegen die Stellen- und Mittelstreichungen, gegen die Entlassungen bei Courtaulds und

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in andern Sektoren und die zumindest partielle Wie- schaffen, deren Ziel die Lösung der politischen deraufnahme der Kämpfe gegen die Einkommenspo- Krise der Arbeiterklasse sein muß. Eine Ausweilitik sein. Es gibt noch viele soziale und politische tung der Kämpfe auf die Schwerindustrie würde hier Probleme zu überwinden. Die Bourgeoisie hält noch einen qualitativen Schritt vorwärts darstellen. Heuviele Trümpfe in der Hand, angefangen vom Rassis- te. nach einer Reihe unzweifelhafter Niederschläge. mus bis zur Kampagne für eine "Regierung der na- haben die britischen Revolutionäre mehr Grund tionalen Koalition", um Druck auf die Labour-Re- denn je, ihr Vertrauen in die Entfaltung der Klassen gierung auszuüben. Aber keine tieferliegenden wirt- kämpfe in Großbritannien zu setzen. Eine zentrale schaftlichen Gründe rechtfertigen die Annahme. die Aufgabe der Revolutionäre ist heute die Vorberei- Kampfbereitschaft, die die Arbeiterklasse in den tung auf einen neuen Aufschwung der gewerkschaftletzten acht Jahren gezeigt hat, sei grundsätzlich lichen Kämpfe, die breitere Verankerung ihrer gebrochen worden. Ein neuer Aufschwung der ge- Forderungen und Organisationsmethoden und die werkschaftlichen Kämpfe wird seinerseits bessere Überwindung der politischen Hindernisse, die ihnen Bedingungen für die Intervention der Revolutionäre im Weg stehen werden.

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