Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

M. Aziz/B. Malik: Tunesien

Aufschwung der Arbeiterkämpfe

Inprekorr Nr. 66, 30. September 1976 · S. 15-19 · 3.232 Wörter

Maghreb Gewerkschaften und Streiks Nahost und Palästina Arabische Welt und Golf

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Aufschwung der Arbeiterkämpfe *.A1Z & . MALI

Auf Grund dieser beiden historischen Bedingungen und des Mangels an einem revolutionären Pol, der die überschäumende Energie der Massen hätte auffangen gehören". parole auszugeben, und konnte daher sowohl die Arbei- Unter dem Druck der Arbeitermobilisierungen im Mai und der "Unruhe" in den Schulen und Universitäten erklärte das Zentralkomitee der Sozialistischen Destourfassung garantiert wird, wenn die Streiks legal sind (!)". daß "das Streikrecht von der Ver- und ist seit der Unabhängigkeit völlig ins Regime inte- Die Sommerpause nutzte die Bourgeoisie dazu, die Arbeiter einzuschüchtern, und verurteilte am 25. Juli 12 Arbeiter der Eisenbergwerke von Jerissa, die zusam- strebten, setrags die Herscherelle der Kolonis macht zu betsmen mit 700 Kollegen am 16, und 17. Juni in Streik getreten waren, zu Freiheitsstrafen von 3 Monaten bis nehmen. zu 3 Jahren. Dadurch glaubte sie, einen heißen Herbst vermeiden und die Arbeiter daran hindern zu können, Die Macht ging (nicht ohne Reibungen) an die Gruppe für die Erfüllung ihrer Forderungen zu kämpfen, Aber iber, die die größte Fähigkeit bewiesen hatte, die weder die Repression, noch die Erklärung des Premier- Massenmobilisierung einzudämmen und zu zähmen, ministers Nouira vor zwei französischen Journalisten, vährend sie sich gleichzeitig auf sie stützte. Einmal wonach die "Einheitspartei eine historische Notwendig- an der Macht mußte diese Gruppe sich die Massenorga• keit" sei, konnten die Arbeiterbewegung daran hindern, nisationen unterwerfen und dem historischen Interesse sich ihre eigenen Organisationen zu geben, mit Hille der Bourgeoisie in die Hände arbeiten. Nachdem ein derer sie einen groß angelegten Kanpf gegen dieses erster Versuch mit einer liberalen Politik gescheitert Regime führen kann , das danach trachtet, aus dem war, fand sich die nationalistische Führung damit ab, Bürgerkrieg im Libanon Nutzen zu ziehen und in der in eine Phase der "Kollektivierung" zu treten. So rief arabischen Finanzwelt eine Schlüsselstellung zu erobern, man kurz nach der Unabhängigkeit 1956 den früheren indem es die tunesischen Arbeiter überausbeutet. ewerkschaftssekretär Ben Salah, den die Führung de leo-Destour-Partei zunächst verurteilt und aus der Land gewiesen hatte, wieder zurück und beauftragte ihn damit, das Programm der UGTT umzusetzen.

französischen Imperialismus aus, die von Bourguiba Die Gruppe der Technokraten und Bürokraten um Ben alah blieb dem neo-kolonialen Rahmen völlig ver lattet, machte sich aber zugleich Illusionen übe die Möglichkeiten, das System von innen heraus, durch immer weitergehende Strukturreformen neu zu eweckt, zu ein und derselben Nation zu gehören. In- ordnen. Diese Reform sollte sich auf den Groß- und den lem Frankreich Tunesien in die Unabhängigkeit ent- Einzelhandel und auf den Agrarsektor erstrecken, um ließ, hoffte es , die wirtschaftliche Abhängigkeit des die dortigen Strukturen zu modernisieren und eine geneuen Staates von Frankreich nutzen zu können, um wisse Kapitalakkumulation zu ermöglichen, die dann von der direkten zur indirekten, neo-kolonialistischen in den noch sehr embryonalen Industriesektor transfe- Herrschaft überzugehen. riert werden könnte. Dieses Experiment wurde(seit der Mitte der 60er Jahre etwa) vom amerikanischen Im- Eines der wesentlichen Merkmale der französischen Ko- peria lismus und von der Partei unterstützt. Die Finanz ›ourgeoisie dagegen nahm eher eine abwartende Halzeit hatte sich eine schwache, weitgehend sich auf Spekulation stützende Land- und Handelsbourgeoisie heraus- laufkreises beteiligt war, der von der International ReP ind ihr tunesch her en deger, die kit sich durch Zugleich haben die französische stalinistische Bank for Reconstruction and Development und von der tunesischen Zentralbank geschaffen wurde und der hre falsche Orientierung die Möglichkeit vergeben, Initiative der verschiedenen staatlichen Pläne direkt ainen Anspruch auf die Fuhrung der Freiheitsbeweguns entgegenkam. Ben Salah aber glaubte, die Großgrundder Massen zu formulieren. Denn da sie von einer besitzer könnten mit Hilfe des Gesetzes über die sich selbst dazu verdammten, im Rahmen der falschen Analyse der nationalen Frage ausgingen und Française" zu bleiben, konnten oder wollten sie den unmittelbaren Widerspruch zwischen Kolonisatoren und Kolonisierten nicht begreifen.

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auf dem Land bereiteten den Boden für den Vorstoß der kleinen und mittleren Grundbesitzer in ihrem Schlepptau. Daraufhin wurde das Genossenschaftsprogramm gestoppt und die Tendenz zur starken Konzentration des Grind und Bodens und zur Proletarisierung der neuen Kleinbauernschichten, eine logische Folge des "Experiments" von Ben Salah, verstärkte sich noch mehr. Die Septemberkrise von 1969 (einige Monate nachdem beschlossen worden war, die Genossenschaften allgemein auf das ganze Land auszudehnen) hatte zur unmittelbaren Folge, daß Ben Salah von der Macht ausgeschaltet und schließlich wegen "Hochverrat"zu 10 Jahren Zwangsarbeit verurteilt wurde, Dieses Urteil rief allgemein in der Führungsschicht Unsicherheit und Unbehagen hervor, während sie bisher, seit dem Parteikongreß von Bizerte 1964, auf dem die Neo- Destour-Partei ihren Namen in Sozialistische Destour- VOM 'KONGRESS DES SCHICKSALS' ZUM 'KONGRESS DER KLARHEIT' Aber erst auf dem Parteikongreß von 1971, der "Kongreß des Schicksals" genannt wurde, kamen die scharfen sozialen Widersprüche auch innerhalb derhersc henden politischen Schicht deutlich zum Ausdruck. Von nun seit um die Madige un and im eten deo- Es zeichnete sich eine liberale bürgerliche Opposition ab. Ihre Offensive konzentrierte sich im wesentlichen uf Kulissenkämpfe, die auf eine Anderung der Funkionsnormen in de Partei und im Staatsapparat un voller Härte die Instrumente der bürgerlichen Herrschaft traf, wenn nicht der Bonaparte Bourguiba direkt eingegriffen und den Liberalen den Wind aus den die Partei gesäubert und die liberale Clique ausgeschlossen.

Ohne wirtschaftliche und soziale Basis konnten die keine zusammenhängende linie ausarbeiten und sich egenüber der Politik der herrschenden Clique nicht al ürgerliche Alternative profilieren. Die der lokaler Bourgeoisie eigene Schwäche, die ein Produkt der strukturellen Schwäche einer von außen domi nierten Wirtschaft ist, hat zur Folge, daß sie nur eine Verkapitalistischen Weltmarkt.

Vachdem die verschiedenen bürgerlichenReformversu c.c 3en Salahs, die alle ausgehend von improvisierten Plănen unternommen worden waren, gescheitert waren, beschränkte sich die Politik der herrschenden Klasse auf Linderungsmittelchen und Ersatzmaßnahmen. Gleichzeitig versuchte sie, sich die Gewogenheit der Mittelklasse (ihrer sozialem Basis) mit einigen Gesten dit gebracht hatten und verschiedene Teile der Mittelschichten daher skeptisch geworden waren. Dazu ver urteilt, im Einflußbereich des Imperialismus zu bleiben, mußte sie die Tore für das ausländische Kapital weit offen halten, um einige Brosamen autzutangen, das Ausmaß der zunehmenden Arbeitslosigkeit so gering Tauschvorteile eingeräumt wurden. Das entsprechende Gesetz betrifft die Fertigungsindustrie und sieht volle Steuerfreiheit der Gewinne während der ersten 10 Jahre und 80%ige Steuerfreiheit in den daraufbei Käufen, die im Land getätigt werden. Die Urheber dieses Gesetzes vergleichen stolz Tunesien mit Singapur, Malaysia und Irland, mit Ländern also, die Tunesien diesbezüglich um einige Längen Voraus sind, Steuerparadiese, in denen es ausreichend quali- Chadly Ayari zusammentassen, das er im Februar 1974 der Zeitschrift "Afrique Industrie" gab: "Warum Textilindustrie in Tunesien? Nicht, weil jeder Textilien herstellen kann, sondern weil wir gedacht haben, daß der Rohstoff, den wir liefern können, nicht Wolle oder Baumwolle, sondern Arbeitskraft und Lohn ist Diese Arbeitskraft und dieser Lohn sind im Augenblick in Tunesien konkurrenzfähig genug, um uns zu erlauben, Preisin herzustellener Qualität zu relativ billigen Doch um dieses Steuerparadies zu vollenden, muß die bürgerliche Klasse den Imperialisten einen dauerhaften sozialen Frieden garantieren, damit ihnen ihre kolossalen Profite auch sicher sind. Parallel zur Umstrukturierung und Modernisierung des Repressionsapparats (insbesondere der Polizei und der parallelen bewaffneten Banden) hat die Regierung daher neue Gesetze erlassen, die sie als bedeutende Errungenschaften ihrer Politik larstellt. Gegen Ende der 60er Jahre war die herrschende Klasse mit der ersten Welle vor allem der tudentischen Radikalisierung konfrontiert, auf die de alästinensische Widerstand direkten Einfluß ausübte was sich in denOrganisationsformen der neuen extremen also alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, um sie einzudämmen (sowohl die physische Gewalt als auch die Gewalt des Gesetzes).

Im Rahmen ihrer Politik des "Vertrags für den Fortschritt" oder des "Sozialvertrags führte die Regierung Nouira die Sozial"partner" zusammen : Unternehmer- Anspruch nimmt, keine wirkliche soziale Ruhe mehr gekannt. Die letzten Kämpfe, die im Mai stattfanden, latten schon nicht mehr nur wirtschaftlichen und spontanen Charakter, sondern erhielten unter diesen Bedinungen auch eine klare politische Bedeutung. Die Areiter traten zu einem Zeitpunkt in den Kampf, da es zwischen den verschiedenen Fraktionen des Regimes

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• Habib Bourguiba scharfe Auseinandersetzungen gab, und sie mißachteten offen die "Verteidigung der nationalen Interessen". die zu respektieren die ausbeutende Klasse sie zwingen wollte.

DIE MAIKÄMPFE

Seit langem schon haben die Verfechter der "nationalen Einheit" unablässig auf den sozialen Frieden als den notwendigen Garanten für imperialistische Kapitalinvestitionen im Land gesetzt. Die Kontrolle der Massenorganisationen (die Gewerkschaft inbegriffen), die Repression, die Rolle, die die Partei der unterwürfigen Gewerkschaftsbürokratie zuschanzt, all dies verschaffte der Behauptung der Neo-Destour-Partei, um sie herum gebe es nur Einmütigkeit, Glaubwürdigkeit. So nahm sie im März dieses Jahres, am Vorabend des Jahrestags der Unabhängigkeit, den gescheiterten, vom haddafi-Regime ferngesteuerten "Putsch" zum Anla B, ım eine hysterische Kampagne gegen ein "terroristi• ches und blutrünstiges Regime" anzuzetteln; sie richtete einen Appell nach dem anderen an die Bevölke rung, auf daß sie die Reihen eng um den Obersten Kämoppositionellen Clique um Mestiri, die wieder aufmuckte und zum wiederholten Mal die Demokratisierung der Institutionen und Zurückhaltung bei der Anwendung der repressiven Methoden von einst forderte. Diese Kampagne gipfelte in der sorgfältig abgestimmter Inszenierung des Prozesses der drei lybischen Hauptangeklagten vor dem Staatssicherheitsgerichtshof. Obwohl das Ansehen des nationalistischen Kleinbürgertums Lybiens, das durch die Ausweisung von Tausen den von tunesischen Arbeitern wieder seinen wahren Charakter offenbart hat, getrübt ist, war dieser Prozel n den Augen breiter Schichten von Arbeitern und Jugendlichen eine wahrhafte Maskerade, durch die die wirklichen Probleme verschleiert werden sollten. Die intervention von Ould-Daddah, dem Präsidenten Mau itaniens, der in diesem Konflikt zwischen Tunesier und Lybien vermittelte, kam genau zum richtigen Zeitpunkt, um den arabischen Führeren vor Augen zu halten, daß die Widersprüche innerhalb der arabischen Bourgeoisie angesichts der realen Drohung, die von der Massenbewegung selbst ausgehen kann, eine untergeordnete Rolle zu spielen hatten.

Vor diesem politischen Hintergrund brachen die Maikämpfe aus, in einer Situation, in der das Lebenshaltungsniveau der Massen sich verschlechtert, die Preise der Grundnahrungsmittel schwindelerregend ansteigen und die Löhne stagnieren. Dieser neue Ausbruch von materiellen Kämpfen wirkte wie ein schneidendes Dementi der Behauptungen des Regimes und der Geverkschaftsbürokratie, es gebe soziale Stabilität. Am Vorabend hatte die Gewerkschaft noch eine der ruhigsten 1. Mai-Feiern hinter sich gebracht, die "Frucht" der engen Zusammenarbeit zwischen den Sozialpartnem und der gemeinsamen Anstrengungen der UGTT und der Partei, endlich die "nationale Einheit" zu verwirkli • hen; Anstrengungen, die erleichtert würden durch das Verständnis und das Verantwortungsbewußtsein der Arbeiter, die sich innerhalb und um ihre Organisation herum einsetzten für die Steigerung der Produktivität lamit endlich der Grundstein für einen wirklichen, ökonomischen Fortschritt gelegt werde!

Aber sofort nach dem Wochenende vom 1. Mai traten überall Tausende von Arbeitem in Streik und besetzten Vororten lahm. Doch die Bewegung breitete sich aus wie ein Ölfleck. Als nächstes traten die Eisenbahner in den Kampf (in Tunis, Sfax und Sousse), dann die Postler, die auch in mehreren Provinzstädten mehr als 4 Stunden lang die Arbeit niederlegten. Auch di . 400 Arbeiter der Stahlfabrik von El Fouladh betei• ligten sich an den Mobilisierungen; sie stellen die größte Arbeiterkonzentration Tunesiens dar und haben wirklich eine Kampftradition. Andere, kleinere Betriebe schlossen sich an, einige um für einige Stunden die Arbeit niederzulegen, andere um einen auf halbem Weg seit 1956 wurde auch das öffentliche Gesundheitswesen in den Kampf miteinbezogen, In einigen großen Krankenhäusern der Hauptstadt legten die Angestellten für einige Stunden die Arbeit nieder und zwangen die Re- Bilin dare, Persona che And demit pro tag und , Stunde zu verkürzen (7 Stunden statt 8 Stunden). Doch einige Wochen später wurde diese Errungenschaft wieder ruckgangig gemacht, denn der Sommerarbeitsplan wurde wieder nach dem alten System aufgestellt. Während des Bäckerstreiks, der die großen städtischen Zentren lahmlegte, sah sich die Regierung genötigt, zur Armee zu greifen, um die Bewegung zu brechen und eine gewisse Mindestversorgung zu sichern. In der letzten Maiwoche traten auch die jungen Justizbeamten auf den Plan, die durch den Bruch der bürgerlichen Legalität in den Institutionen, in denen sie arbeiten, weitere Breschen in den Staatsapparat geschlagen haben (es ist den Justizbeamten verboten, eine konzertierte Aktion zu unternehmen, die darauf abzielt, das Funktionieren der Rechtssprechung stillzulegen oder zu behindern" -- Art. 18 des Statuts der Justizbeamten, das am 14. Juli 1967 verkündet wurde). Und wenn auch zahlreiche der 14 forderungen standıschen Charakter hatten (wie die nach Anhebung der Vergütung von 320 auf 480 Dinare), drückte die Forlering nach Anerkennung der gewerkschaftlichen Rech te und Aufhebung der Entlassungsdrohung wegen politi• scher Aktivität, wenn auch auf zweifelhafte und eigene ZWISCHEN HAMMER UND AMBOSS

Die Antwort der Regierung war eindeutig. Nach einem ersten Augenblick der Überraschung reagierte sie sehr schnell wieder auf die gewohnte repressive Art. Die "Ordnungskräfte" (Polizei und Brigaden der Öffentlichen dem Vorwand der Verletzung der öffentltchen Ordnung einige verhaftet worden waren, hängte die Regierung den Aktivisten neue Prozesse an.

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Vom ersten Streiktag der Transportarbeiter an versprach der Kampf hart zu werden, Die Gewerkschaftsführung war vor die Entscheidung gestellt und hatte mit der Wahl auch die Verantwortung dafür zu tragen. Zuvor hatte die UGTT einige "legale" Streiks gegen die "unnachgiebigen kleinen Unternehmer" organisiert und sich damit als Organ der Interessenvertretung der Arbeiter darzustellen versucht; dadurch war es ihr gelungen, ihre Arbeiterbasis zu erhalten und manchmal sogar auszuweiten. Aber diesmal entzog sich die Bewegung vollständig allen Spielregeln. Vom 1.Juni an bezog sie daher eine klare Position: sie verurteilte die Bewegung als illegal und forderte die Arbeiter ultimativ auf, wieder an die Arbeit zu gehen. Am Tag nach dem Streik der Eisenbahnarbeiter versammelte sich das Exekutivbüro der UGTT (dem der Sozialminister von Rechts wegen angehört und dessen Generalsekretär Mitglied der Partei ist) in einer Notsitzung, um "die Hintergründe der wilden Streiks zu untersuchen, die in einigen Betrieben ausgebrochen sind". Das Exekutivbüro verabschiedete eine Resolution, die den Hauptakzent auf folgende vier Punkte legte:

- Respekt vor Recht und Ordnung - Verurteilung der wilden Streiks und jeder chaotischen Aktion - kein Streik darf ausgerufen werden ohne die vorheri- - Sur conomit et deren de ranc un ne verhindern, daß die Elemente, die aus der Gewerk schaft ausgeschlossen worden sind, in die Partei eindringen.

Die Resolution endete mit folgendem Satz: "die Produktion vorantreiben und alles verfügbare Potential mobilisieren, um den vollen wirtschaftlichen Fortschritt zu erreichen und im Rahmen der nationalen Einheit eine gerechtere Verteilung des Nationaleinkomnens zu verwirklichen". Zu Beginn jedes Kampfes tat die Partei nichts anderes, als ihrerseits durch Presse Rundfunk und Fernsehen die Verurteilung der Kämpfe und die Drohungen der Gewerkschaftsbürokratie zu wiederholen.

Wenn zwischen der Partei und der Gewerkschaftsbürokratie im Lauf der Kämpfe Widersprüche aufgetreten dann liegt das nur daran, daß die Gewerkschaften eine Zwischenstellung innehatten zwischen einer immer trauen der Arbeiter haben den Traum der Bürokraten, ihre Politik des "Dialogs" und der "Verständigung" zwischen den "Sozialpartnern" im Dienste der Verwirklichung des nebulösen Projekts der "nationalen Ein heit" fortzusetzen, zunichte gemacht.

Es ist nicht lange her, da behauptete die Gewerkschaftsführung in ihrer Wochenzeitschrift "Ech-chaâb" (Das Volk), mehr als 400. 000 Mitglieder zu haben. 1960 varen es 20.000 gewesen. Der wachsende Zustrom de ırbeiter zu den Gewerkschaften beweist nur eins: dal die Arbeiter sich deutlich der Notwendigkeit bewußt werden sich zu organisieren, um ihre unmittelbaren Inkämpferische Gewerkschaft zu verwandeln. Aus den letzten Kämpfen ist eine Arbeiteravantgarde ervorgegangen, die sich ihrer Rolle in den kommen• en Kämpfen bewußt ist. Die Arbeiter, die die Ge• werkschaftsbürokraten ausgepfiffen und vor Tausenden ihrer Kollegen herausgefordert haben, die durch ihre schöpferische Vorstellungskraft empirisch versucht haben, an die schönsten Traditionen der internationalen Arbeiterbewegung anzuknüpfen, sowohl was die Kampfformen als auch was die Selbstverteidigung betrifft, die pontan und mutig den bürgerlichen Ordnungskräften fie Macht auf der Straße streitig gemacht haben, stellen sich heute die Frage: wie kann man innerhalb und außerhalb der Gewerkschaften die Instrumente schaffen, tion in die Hand zu nehmen.

Ausgehend von diesen Erfahrungen müssen die Revolutionäre konkret ihre künftigen Interventionen planen. Indem sie sich an die radikalisiertesten Teile der werktätigen Massen wenden und sich auf diese stützen, müssen sie von deren unmittelbaren Bedürfnissen ausgehen, das Schwergewicht auf die Verteidigung ihre lirekten Interessen und auf den Kampf für die demo kratischen Rechte wie das Streikrecht, die Organisa tions- und Pressefreiheit, usw. legen. Auf dieser Basis müssen sie umfassende politische Ziele formulieren, die die bürgerliche Macht und die imperialistische Ordnung direkt inFrage stellen.

Im Moment kommt es darauf an, der Repression standzuhalten, die auf die kämpfenden Arbeiter niederprasselt, und deren bedingungslose und sofortige Freiassung zu fordern. Aber sich allein auf die Forderung der demokratischen Rechte zu beschränken, kann in den Massen nur die Illusion fördern, das neo-koloniale Regime sei in der Lage, ihre Forderungen zu erfüllen, ohne daß es selbst in Frage gestellt werden muß. Es ist daher notwendig, schon jetzt den Kampf für die Verteidigung der elementarsten demokratischen Rechte mit sozialistischen Zielen zu verbinden, um somit das Bewußtseinsniveau der Massen zu heben. Ab sofort muß eine Diskussion mit den bestehenden revolutionären Kräften eingeleitet werden über den strategischen Rahmen der arabischen Revolution, um das notwendige politische und organisatorische Instrumentarium zu schaffen, ohne das die reaktionäre Heilige Allianz ler arabischen Bourgeoisien nicht erfolgreich geschlaren werden kann: den Aufbau einer arabischen revo utionären Partei!

Der Pakt gegenseitiger Verteidigung, den das bürgerliche Sadat-Regime mit der blutigen Junta von Jaalar el-Nimeiry im Sudan geschlossen hat, ist nichts als eine Kriegserklärung an die arabische Massenbewegung, die in dieser Region wieder erwacht. Die tunesischen Arbeiter im Transportwesen, bei der Eisenbahn, der Post und in der Stahlfabrik von El Fouladh haben das Beispiel der Arbeiter von Helwan, Mahalla el-Kubra, der Industrievororte von Kairo und Alexandria befolgt ANMERKUNG

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LIBA

Nach 16 Monaten erbittertem Kampf ist die Lage heute reif für die Durchsetzung eines reaktionären Friedens. Die arabischen Regimes überschlagen sich fast im Vorbringen diplomatischer Initiativen und im Ausüben politischen | Drucks, um sich die Früchte ihres militarischen Komplotts gegen den Palästinensischen Widertand und die libanesische Linke zu sichern. Im ersten Bürgerkrieg (von April 1975 bis Januar 1976) war keines der anvisierten Ziele erreicht worden : der Palästinensische Widerstand war aus dieser Kraftprobe restärkt hervorgegangen und hatte die absolute Kontrolle Iber die Palästinenserlager und auch über zahlreiche libanesische Stadtviertel, Die christliche Rechte dagegen schaffte es nicht, ein Militärregime zu errichten, wie es von ihr gewünscht war; Vielmehr zertiel die libanesische Armee unter dem Druck konfessioneller Spaltung und der libanesische Staat wurde zersetzt. Das wichtigste Ziel dieses ersten Bürgerkrieges war das gewesen, len Palästinensischen Widerstand militärisch, und dadurch politisch, zurückzudrängen, um mehrere Teilabkommen zwischen Israel und den arabischen Staaten leichter durchsetzen zu können. Da dies Ziel Resche tete smal orde dere PLo durch die aren seiten diesmal sollte die PLO durch die arabischen legimes gebändigt werden. Differenzen zwischen der palästinensischen Führung und Syrien, die am Vorabend noch als zweitrangig erschienen, traten nun in den Vordergrund. Syrien machte im Rahmen seiner Bemühunständige Unterwerfung verlangte. Die letzten vier Monate des Bürgerkriegs sind Monate des erbitterten milita rischen und politischen Kampfes des Palästinensischen Widerstands für die Erhaltung seiner Autonomie gegenüber den arabischen Regimes.

In den letzten Wochen ist der Schraubstock immer ester zugedreht worden. Die einzige Möglichkeit, den rstickungstod zu entrinnen, sieht die Führung der PLC darin, Kompromisse einzugehen. Seitdem am 12. August das Lager Tell al Zaatar gefallen ist, drehen sich die militärischen Kämpfe und die politischen Verhandlungen nur noch darum, welche Reichweite und welche Bedeutung diese Kompromisse haben sollen. LIBANON