WIRD DER S U DA N• ZUM INDONESIEN AFRIKAS?
+++++++++ +++++++++++++++++ +++++++++++++++* +++++++ Siehe auch: INPREKORR Nr. 2 vom 15.4.71, sowie WAS TUN Nr 7/August 1971. SUDANESISCHE BOTSCHAFT IN LONDON VON GENOSSEN DER IMG BESETZT! Freitag, den 30. Juli haben Genossen der IMG unter Führung von Tarig Ali eine kurze symbolische Besetzung der sudanesischen Botschaft in London durchgeführt. Während dieser Besetzung wurde ein Flugblatt mit folgendem Inhalt verteilt:
WARUM BESETZEN WIR DIE SUDANESISCHE BOTSCHAFT?
Tausende von Kommunisten sind eingekerkert und gefoltert worden. Viele ihre Sympathisa: ten und Verwandten sehen Verfolgungen durch das Numeiry-Regime entgegen, das sich dazu entschlossen hat, ein Blutbad anzurichten. Der sudanesische KP-Führer Khalig Maghoub wurde gehängt. Ebenso ging es dem KP- Gewerkschaftsführer. Die Lage erinnert sehr an Indonesien, wo eine bei weiten größere KP und deren Führung liquidiert wurden.
Das Militärregime, das mithilfe der sudanesischen KP an die Macht gekommen ist, bringt nun seine ehemaligen Freunde um. Letzten Februar verkündete Nume iry schon: "Von jetzt an werden alle, die sich als Kommunisten bezeichnen oder die zugeben, daß sie der sudanesischen KP angehören, unterdrückt und vernichtet. Kommunisten haben keinen Platz in der Revolution und müssen ausgeschaltet werden." Aber gleichzeitig machte Numeir, klar, dai diese Maßnahmen "nicht die engen Beziehungen des Sudans mit der Sowjetunion und den anderen sozialistischen Staaten berühren werden." Deshalb beeindrucken uns heute die leeren Proteste der Kreml-Bürokratie nicht allzusehr. Als die Unterdrückung begann und Maghoub ins Gefängnis gesteckt wurde, war die IV. Internationale die einzige revolutionäre internationale Organisation, die dagegen protestiert hat. Moskau, Peking und ihre Freunde in den anderen Ländern verhielten sich ruhig. Heute beginnt der Schlächter Numeiry, die einflußreichste Pro-Moskau-Organisation in der Arabischen Welt zu zerschlagen. In dieser Situation fällt d.. britischen KP und den ihr nahestehenden Labour-Parlamentsabgeordneten nichts anderes ein, als in grotesk anmutenden Apellen den sudanesischen Diktator um "faire Prozesse" zu bitten. So wird der grausame Klassencharakter des Numeiry-Regimes einmal mehr verleugnet. Die Ideologie der Klassenkollaboration, die letzten Endes das Leben tausender sudanesischer Kommunisten gefordert hat, bestimmt also auch weiterhin das Denken der britischen KP.
Wir fragen die britische KP: Warum mobilisiert ihr nicht eure Parteimitglieder und die eurer Jugendorganisation YCL gegen das sudanesische Regime und seine Hintermänner aus den Reihen der Tories? Es wäre naiv zu glauben, daß der britische Geheimdienst nicht in die Entführung von sudanesischen Oppositionellen auf dem Flughafen von Tripoli eingeweiht gewesen wäre, und daß er mit dieser Verschwörung nichts zu tun gehabt hätte. Warum fordert ihr keine Einheitsfront zur Verteidigung der sudanesischen Kommunisten? Beschränkt sich euer Internationalismus nur darauf, ein chauvinistisches Geschrei anzufangen, um zu verhindern, daß sich England der EWG anschließt? Wir haben diese Botschaft besetzt, um unsere Solidarität mit allen Opfern der Repression im Sudan auszudrücken.
Als Mitglieder der britischen Sektion der IV. Internationale nachen wir keinen Unterschied zwischen den Opfern des Klassenkampfes. Wir sind überrascht, daß sich die YCL und die KP als unfähig erwiesen haben, ihre eigenen Genossen gegen die Repression zu verteidigen.
Wir sind in die sudanesische Botschaft eingedrungen, um den sudanesischen Schlächtern zu sagen, daß die Ermordung von Kommunisten nicht die "Endlösung" des kommunistischen "Problems" sein wird. Es wird eine neue Avantgarde entstehen, die die Lektionen der Vergangenheit verarbeitet hat. Diese wird die heutigen Mörder vor ein Revolutionstribunal stellen. Die revolu-
tionären Marxisten werden mit allen Schlächtern und Tyrannen abrechnen: mit Hussein von Jordanien, mit Khadafi von Libyen, mit Numeiry von Sudan, mit Hassan von Marokko, mit Burguba von Tunesien und mit all den wohlbekannten Figuren der arabischen Reaktion. Die Sowjetbürokratie, die als Handlanger der arabischen Reaktion fungiert, kann ihre Tage als gezählt betrachten. Die Asche der heutigen Niederlage trägt den Keim von neuen Siegen in sich.
SOLIDARITÄT MIT DEN SUDANESISCHEN KOMMUNISTEN !
GEGEN DIE ARABISCHE REAKTION GEGEN ZIONISMUS UND IMPERIALISMUS ! FÜR DIE SOZIALISTISCHE ARABISCHE REVOLUTION !
PEKING ERNEUERT SEINE UNTERSTÜTZUNG FÜR DII. SCHLÄCHTER VON KHARTUM! In ' Le Monde' vom 13.8.71 war folgende AFP-Meldung zu lesen, die wir ohne Kommentar wiedergeben:
projekte unterzeichnen werde.
Dr. Khalid hat auch bekannt gemacht, daß er den chinesischen Botschafter in Khartun am Mittwoch empfangen hatte. Dieser hat ihm die Antwort der chinesischen Regierung auf die Botschaft übergeben, die der General Gaafar el Numeiry, Staatschef von Sudan, an sie gerichtet hatte. In dieser Antwort, so erklärte der Minister, "bestätigt die chinesische Regierung ihre Unterstützung für den Sudan, erstens in unserem Kampf um die Erhaltung unserer Unabhängi keit gegen jeglichen Druck und zweitens für die Entwicklung unseres Landes in Unabhängi keit".
Die Vereinbarung, die in Kürze mit Peking unterzeichnet werden wird, bildet einen Teil des Hilfeprogramms von 45 Millionen Dollar (Straßen und Textilfabriken)".