Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Thailand

Nach den Aufständen vom Oktober 1973: Eine unstabile Situation

· Inprekorr Nr. 33, 15. Mai 1975 · S. 19-25 · 5.115 Wörter

Philippinen und Südostasien Jugend und Studenten Weltwirtschaft und Krise Gewerkschaften und Streiks

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Nach der Aufstanden vom Oktober 1973 EINE UNSTABILE

SITUATION

PIERRE ROUSSEY

Am 2t. Januar dieses Jahres wurde in Thailand eine neu- 1973 entstandenen Situation. e Nationalversammlung gewählt. Es war die erste seit der von 1969, die durch den Staatsstreich vom 17. Novem- Oktober 19T3. In fünf Tagen ständiger Demonstratiober 1971 aufgelöst worden war. Keine Partei, auch kei- nen -- die zum Aufstand werden als die Polizei schießt-- "natürliche" Parteienkoalition hat in ihr eine Mehr- zwingen die thailändischen Studenten das militärische heit. Am 6. Februar wurde ein Mann des alten Militär- Triumvirat (die Generile Praphas, Thanom, sowie den regimes zum Präsidenten des Hauses gewählt: Prasit Kolonel Natong) zur Flucht ins Ausland. Kanchanawat, Ex-Handelsminister, reicher Händler, handelte es sich beinahe um einen regelrechten Volksein ausgesprochen rechtsgerichteter Politiker. Am 13, bei dem sich bis zu 300 000 Personen mobi- Februar emannte dieselbe Versammlung Seni Pramoj was es in diesem Land noch nicht gegeben zum Premierminister. Nach thailändischen Maßstäben als "links" geltend (ein, wie man sehen wird, unverdienter Titel), führt er die demokratische Partei Trotzdem: die Flucht der Diktatoren kam bei weitem an, die traditionellerweise in Opposition zum Militär- nicht einem Sturz des Regimes gleich. regime stand. Am 21. Februar wurde die Regierung dung einer Zivilregierung blieben die Strukturen des gebildet. Sie umfaßt 18 Minister aus der demokratisch- Landes unverändert. Der "Studentenaufstand" von Oken Partei, 9 Parteilose und ... 3 Minister der Sozialen tober 1973 sollte von einem Teil der herrschenden Agrarpartei, deren Vorsitzender, Sawet Piumpengsarn, Klassen (der hier vom König repräsentiert und höchst- Vizepremier und Finanzminister wird. Nun ist aber die- wahrscheinlich von der CIA unterstützt wurde) ausgese Soziale Agrarpartei eine derjenigen Organisationen, nutzt werden, um über einen anderen Teil (der mit die direkt von eben dem Regime abstammt, gegen das der traditionellen Militärführung verbunden ist) die sich die demokratische Partei in Opposition befunden Oberhand zu gewinnen. So betrachtet, sollten die Stuhatte. Di ese seltsame Regierung bleibt in der National- denten einem Täuschungsmanöver zum Opfer fallen. versammlung in der Minderheit. Sie verfügt über 91 Aber die Massenexplosion in den Straßen Bangkoks von 269 Sitzen. läßt sich nicht auf eine intelligente politische Manipulation zurückführen, Sie unterstreicht vielmehr die Was sich in diesem chaotischen Ergebnis Schärfe der sozialen Krise und vertieft sie zugleich der Wahlen widerspiegelt ist die Zwie- weiter. Der thailändische Oktober leitete eine Überspältigkeit der aus den Oktobertagen gangsperiode ein, in der die Klassenkämpfe einen ruck-

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THAILAND dies die Wahlen und die Regierungsneubildung, falls es überhaupt der Bestätigung noch bedurfte. Wirtschaftskonjunktur und Strukturkrise

Die moralische Autoritat des Königs, Bhumipol Adulyadei, bleibt in Thailand sehr groß Sie solite es ihm nach den Bewegungen des Herbst 1973 ermöglichen, einen neuen Premierminister zu ernennen. Es ist der frühere Rektor der Universität Thammasat, die das Zentrum der Studentenbewegung gebildet hatte: Sanya Dharmasakati, Er hatte sich von den Kreisen der Militärdiktatur femgehalten. Vom König unterstützt, sollte es ihm gelingen, die Mehrheit der Mitglieder des nationalen thailändischen Studentenzentrums (National Stulent Center of Thailand -- NSCI) zu gewinnen. Trotz lieses anfänglichen Kredits wurde bald jedermann klar, laß die Regierung Sanya lediglich überlebt und daß sie unfähig ist, für die soziale und politische Krise, von der das Land erschüttert wird, einen positiven Ausweg zu finden.

Und dies, obwohl ihr eine äußerst günstige Wirtschattskonjunktur inmitten einer Periode intemationaler Rezession zu Hilfe kam. Der Anstieg der Ölpreise trifft natürlich ein Land, "Ölrechnung" soll 1974 512 Mio Dollar das 85% seines Energiebedarfs importieren muß. Die gegenüber 180 Mio im Jahre 1973 betragen. Aber Thailand sieht seine Exporte durch den Preisanstieg seiner wichtigsten Exportgüter auf dem Weltmarkt in bedeutendem Umfang stimuliert: Reis, Mais, Sorghum, Zucker, Kautschuk, Zinn... Von der ersten Jahreshälfte 1974 bis zur ersten Jahreshälfte 1974 stieg der Exportpreis von Reis um 183%, der von Kautschuk um 73%, der von Mais um 57%... In den Jahren 1972/73 war die Reisemte infolge der Trockenheit schlecht gewesen, 1973/ 74 war sie dagegen sehr gut und näherte sich für den Paddyreis (ungeschälter Reis) der 14-Millionen Grenze. Dadurch konnten die Exporte im Vergleich zum Vorjahr im Wert verdoppelt werden. Was die Kautschukexporte anbelangt, so nahmen sie um 20% an Volumen und um 120% an Wert zu. Und die Zinnausfuhren stiegen um weniger als 8% Volumen, jedoch um mehr als 30% an Wert, Der Tourismus hat bedeutende Deviseneinfuhren bewirkt, doppelt soviel wie vor vier Jahren (etwa 850 frz. Francs). Derzeit hat Thailand also keine Rezession (2).

Indes wird diese sehr günstige Konjunktur trotz allem keine Stabilisierung der sozialen Situation ermöglichen. Die strukturelle Krise der thailändischen Wirtschaft ist zu schwer und die Verquickung mit den bürgerlichen und imperialistischen Interessen zu stark. Noch vor kurzem beschrieb man Thailand als Land mit landwirtschaftlichem Kleinbesitz, in dem es einen Überschuß an Land gab. Das war durchaus richtig und erklärt auch zum Teil (wie auch in Kambodscha)die langandauernde Passivität der thailändischen Bauernschaft. Seither jedoch haben die Konzentration von Grundbesitz und die Beschlagnahme von Land von nicht anwesenden Besitzern dazu geführt, daß 60% bis 65% der Landbevölkerung (die 80% der Gesamtbevölkerung des Landes ausmacht) Bauem ohne Land sind (Pächter oder Landarbeiter). Kevin Rafferty zeigt in der Financial Times vom 10.4. 74 wie darüberhin aus der Anstieg der Weltmarktpreise für Reis in keinster Weise den Bauer zugute gekommen ist. Der Exportpreis einer Tonne weißen Reises beträgt 11 000 Baths (550 Dollar, d,h, etwa DM 1 200). Aber der Ankaufpreis für eine Tonne Paddy (ungeschälter Reis) zur Weiterverarbeitung berägt 1 800 Baths oder häufiger 1 500 Baths, was 2 300 Baths für die Tonne weißen Reis entspricht. Zwar hat während der beiden letzten Jahre das aus dem Reisanbau stammende bäuerliche Einkommen jeweils um 50% zugenommen. Aber diese Steigerung wurde mehr als aufgesogen durch die Preiserhöhungen für die Produkte, die der Bauer kaufen muß: Düngemittel, Kleidung, Werkzeuge... und sogar der konsumfertige Reis; denn der Bauer schält häufig seinen Reis nicht selbst, Um von der Preissteigerung selber einen Nutzen zu haben, bräuchte der Pächter mindestens 8 Rai Land (das heißt fast drei Morgen) in der fruchtbaren Ebene im Zentralland, Wenn man weiß, daß die monatlichen Wucherzinsen sich bis auf 20% oder 30% belaufen können, so versteht man, daß die Verschuldung der Bauern und die Konzentration haben. An Reis mangelt es nicht. Aber das sozia- Grundbesitz weiter zugenommen le System schafft künstlichen Mangel und tendenzielle Hungersnot.

Die soziale Lage der städtischen Arbeiter ist nicht besser. Die Regierung kauft zu billigem Preis den exportwilligen Händlem eine bestimmte Menge Reis ab. Dieser Reis ist dazu bestimmt, zu 40 Baths pro 15-Kilo-Sack in den staatlichen Läden von Bangkok verkauft zu werden (gegenüber 70 Baths auf dem freien Markt). Diese Manga, belit praktisch orne gh nere Bedeer ing ur eing in Schmuggelnetze, um dann anschließend auf dem Weltschaftliche Entwicklung Bangkoks durch die imperialistische Vorherrschaft tiefgreifend deformiert. Thailand ist eines derjenigen Länder der Region, das während der sechziger Jahre die größte Expansionsrate hatte; dies dank dem Vietnamkrieg und den beträchtlichen amerikanischen Investitionen. Die US-Armee bleibt nach dem Staat der größte Untemehmer; sie be- Die im Urlaub befindlichen amerikanischen Soldaten (die R&Rs -- "rest an recreation"=Ruhe und Erholung) gaben in den Bars und in den Bordellen von Bangkok monatlich mehr als 5 Millionen Dollar aus. Der'vietnamesische Boom" läuft aus.

Und wenn auch eine relative industrialisierung stattgefunden hat, die sich sogar auf die Produktion langlebiger Konsumguter erstreckt (so z. B. Autos, die an einem Dutzend Montagebänder hergestellt werden, so ist sie doch in keiner Weise an die (insbesondere landwirtschaftlichen) Entwicklungsbedürfnisse des Landes ausgerichtet. Werkzeugmaschinen und Düngemittel werden importiert. Die Exporte hängen vor allem von den Rohstoffen ab. Nun haben aber deren Weltmarktpreise aufgrund der internationalen Rezession, so scheint es, abzubröckeln begonnen. Die Quelle der wirtschattlichen Hochkonjunktur der vergangenen Jahre ist versiegt.

Die Wirtschaft des Landes befindet sich unter imperialistischer Kontrolle. Das japanische Kapital bildet 11, 5% der Investitionen, das US-Kapital 5, 7% und das von Taiwan 5, 2, Das genügt: sie bestimmen die Produktion und imp deren ihre Krise.

Die sozialen Folgen werden sichtbar, Nach einem Bericht des Nationalen Wirtschaftsentwicklungsbüros sind 1972 ebenso wie 1973 5 500 Kinder unter fünf Jahren an Unterem ährung gestorben. 70% der Kinder in den Vorstädten von Bangkok haben nur 70% der von ihnen benötigten Kalorienmenge bekommen (3).

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Zum ersten Mal -- Thailand war die Reiskammer trifft die städtischen Arbeiter eine Arbeitslosigkeit von 6% bis 7% ist in Bangkok zu vermerken. Dies ist neu in der thailändischen Geschichte.

Aufschwung der Klassenkämpfe

Außerhalb der (peripheren) Gebiete nationaler Minderheiten hat Thailand bis 1973 keine bedeutenden sozialen Kämpfe erlebt.

Die "Revolution von 1932" ein Ende setzte, war nur die Angelegenheit der Spitze die der absoluten Monarchie der sozialen Hierarchie. Und seither entsprachen die Reimewechsel eher Palastrevolutionen als wirklichen Volks• ewegungen.

Die ersten Streikbewegungen begannen einige Monate vor dem Sturz der Militärdiktatur. In der folgenden Zeit nahmen sie ein beträchtliches Ausmaß an. Innerhalb eines Jahres wurden mehr als 400 Streiks verzeichnet, was 300 000 verlorenen Arbeitstagen entsprach. Eine Zahl, die höher liegt als die der letzten 20 jahre zusammengenommen! Auf die Studentenkampte tolgten Ende [973 drei Monate unaufhörlicher Streiks (besonders ir der Industrie, im Transportwesen und in den Banken) und teilweise gewalttätiger Demonstrationeh. Anfang 1974 wurde, abgesehen von einem kurzen Fischerstreik, die Situation vom Aufschwung der Bauemkample geprägt. In den Monaten Juni/Juli erreichten die Kämpfe ein neues Ausmaß. 5 000 Textilarbeiter begannen zu streiken, Zum ersten Mal erhielten sie die Unterstützung von 34 Vereinigungen, in denen 400 000 Arbeiter organisiert sind und die der Regierung ein "Ultimatum" zur Änderung der Arbeitsgesetze stellten. Die Forderungen der Textilarbeiter betreffen das Arbeitsrecht, Arbeitsbedingungen und di e Löhne: sie forderten die Erhöhung ihrer Tageslöhne von 16 auf 25 Baths (das heißt von ca, zwei auf drei Mark täglich). Ende Juni/Anfang Juli kommen hunderte von Bauern aus 11 Provinzen nach Bangkok, um dort zu demonstrieren. Auch dies hatte es in Thailand bis dahin noch nicht gegeben. Diese Bauem besetzten den grossen Platz Saman-Luang und drohten damit, die Strassen der thailändischen Hauptstadt aufzupflügen. Die Bauern verurteilten das Reformprojekt der Regierung als ungenügend, sie protestierten gegen die Wucherzinsen, denen sie ausgesetzt sind, forderten die Rückgabe ihrer enteimeten Ländereien und verlangter Strafverfolgung für die abwesenden Grundbesitzer Streiks und Demonstrationen zogen sich über den gesamten sommer hin (insbesondere ein Streik der Bank® angestellten) und endeten häufig mit Teilsiegen. Wichtige Radikalisierungsströmungen sind bei den Bonzen aufgetaucht. Fünf höhrereBonzen haben im Dezember einen Hungerstreik begonnen, um gegen die Willkürherrschatt, die politische Repression und die Korruption hres Milieus zu protestieren. Sie wurden dabei unter stützt von 2 000 Mönchen, Obwohl geschwächt, bliel die Studentenbewegung doch aktiv: am 22, Januar legten etwa 10 000 von Studenten angeführte Demonstranten Feuer an die Residenz des Gouverneurs der Süd- ›rovinz Nakhon-Si-Thamavat, den sie der Korruptior schuldigten.

Die Kämpfe in Thailand entwickelten sich von Anfang an als Klassenkämpfe -- in der Stadt wie auf dem Lande. Sie übertrafen die antiimperialistischen Kämpfe an Bedeutung, im Gegensatz zu dem, was sich in Vietnam abgespielt hatte. Sie haben die Gesamtheit der Sektoren erfaßt, die zuvor von der kommunistischen Guerilla nicht erfaßt worden waren.

Ex- Premierminister Sanya

Trotz ihres Umfangs, bedroht diese Explosion von Kämpfen das Regime und die herrschenden Klassen nicht direkt. Das Proletariat und die Bauernschaft Thailands haben in der Tat zu wenig Organisationstradition. Die thailändische kommunistische Partei, vor 32 Jahren gegrundet, ist sicher nicht zum Retormismus übergeschwenkt. Aber ihre Verankerung bleibt peripher und auf die nationalen Minderheiten beschränkt, und bis Oktober 1973 hat sie in Bangkok und Umgebung keine aktive Rolle gespielt. Es gab keine wirkliche gewerkschartuche Organisation -- dies verbot das Gesetz unter der Diktatur. Ausschließlich "Arbeitervereinigungen" mit beschränkten Funktionen waren zugelassen. Dies hatte selbst zur Folge, daß streikende Arbeiter beim Ausbruch der Kämpfe sehr oft zentrale Hauptamtliche ihrer Vereinijungen zu Hilfe holen mußten, um in ihrem Betriet hre Forderungen mit dem Boß zu verhandeln, da keiner von ihnen die notwendige Erfahrung hatte. Es gab keine unabhängige politische Organisation der Arbeiterklasse -- nicht einmal eine reformistische **, die vor dem Sturz der Diktatur eine Massenbasis in Bangkok hatte, Die herrschende, individualistische Ideologie ist der "Theradava"-Buddhismus. Viele Thailänder glauben heute noch, daß die soziale Ungerechtigkeit angeboren ist. Vettemwirtschaft und Korruption erscheinen vielen noch als naturgegeben. Unter diesen Bedingungen wird es die Aufgabe der Stu- dentenbewegung sein, als Katalysator zu wirken und die Funktion der Avantgarde einzunehmen. Erste Ansätze dazu ließen sich schon 1965 erkennen, und zwar in Gestalt von " Arbeits- und Diskussionsgruppen". Die Mitglieder dieser Gruppen schwankten Zwischen revolutionären Romantismus und sozialen Aktionen (Erziehung, Slums, Gesundheit...). Viel später erst bildete sich die nationale Vereinigung thailändischer Stu-

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THAILAND denten (NSCT) heraus, die damit begann, sich mit dem Einfluß des japanischen Imperialismus auseinanderzusetzen, in der Sicherheit dadurch Ansehen bis in die Regierungskreise hinein zu gewinnen. Schließlich griff diese Organisation die Struktur der Universitäten an und schaffte sich zunehmend eine breite Basis in der Bevölkerung. Die Oktober-Demonstrationen wurden durch die Verhaftung von Mitgliedern der "Bewegung für die Verfassung" ausgelöst.

Während dieser Demonstrationen ergab sich eine Spaltung zwischen dem rechten Flügel, der auf einen Kompromiß mit der Diktatur hinarbeitete, und dem linken Flügel, der den Sturz des Regimes anstrebte und zur Mobilisierung aufrief (Saedsan Praserkul). Nach der Bildung der Regierung Sayana sammelte sich die Mehrheit der Mitglieder des NSCT hinter dem rechten Flügel (der größte Teil der Studenten kam aus der mittleren Bourgeoisie und der städtischen Intelligenz); nur der radikalste Flügel rief zu einer Unterstützung der Arbeiterkämpfe auf.

Aus dieser Spaltung entsprangen mehrere Strömungen und Organisationen. Einer der Führer, Sombat T'hamrong Thanyawongse, schloß sich einer bürgerlichen Bewegung an. Thirayuth Boonmee, der sich ders im Studentenbereich verankerte Gruppe eine der radikalsten Bewegungen.

Saeksan Praserkul gründete schließlich die FIST (Federation of Independent Students of Thailand -- Zusammenschluß aller unabhängigen Studenten Thailands). Diese Organisation, die an der Universität besonders stark verankert ist, war eine treibende Kraft in der Mobilisierung und scheint das studentische Ghetto durchbrochen zu haben. Da die "Nationale Vereinigung thialändischer Studenten" aus studentischen Verretem bestand, schwankte seine politische Orientierung entpsrechend der Mehrheitsverhältnisse. Zu den politischen Spaltungen kamen harte Zusammenstöße (sogar mit selbstgebastelten Bomben) zwischen den verschiedenen technischen Instituten. Die studentische Bewegung verlor nach und nach immer mehr von ihrem Einfluß.

Der reformistische Flügel der Bourgeoisie half bei sammenarbeit, die es ermöglichen sollte, bewegung zu zentralisieren, schien sich herauszubilden. Insbesondere wurde eine "Anti-Diktatur-Einheitsfront" gebildet. Die Buchläden vertrieben plötzlich marxistische Schriften. Die kommunistische Partei Thailands, bis dahin in den intellektuellen Kreisen unbekannt, wurde für die studentische Bewegung zu einem Anziehungspol, obwohl ihre Verankerung offenbar auch weiterhin sehr schwach blieb. In sämtlichen thailändischen Städten und in den Provinzen, wo die KP nicht aktiv ist, entwickelte sich eine Arbeiterund Bauernmassenbeweguns und eine politische Avantgarde Die kommunistischen Guerrillas

Ein Widerspruch zeigt sich hier bezüglich Thailand. Die kommunistische Partei hat es in den Provinzen, wo sie verankert ist, geschaft, sämtlichen Angriffen der thailändischen Armee zu widerstehen. Regelmässig dehnte die KP ihren Interventionsbereich aus und verstärkte ihre Bewegung. Sie war jedoch bis jetzt noch nicht in der Lage, als eigenständige politische Kraft über diese Provinzen hinaus zu intervenieren. Die KPT führt eine Guerilla-Truppe an, die patriotische thailändische Front (PTF)• Die wichtigsten bewaffneten Einsätze finden in drei Zonen statt. Der Nord-Osten, der sich zum Mekong hinrichtet, ist die ärmste Gegend des Landes (laotische Grenze). Hier wohnen 16 Mio Lao-Thai und hier ist die Wiege der KPT. Der Norden, wo die KPT die Meo-Minderheiten (Hmong in den Bergen organisiert. Im Süden, wo vier Provinzen -- Pattani, Yala, Narratiwat, Songkhla -von Mohamedaner bevölkert sind. Diesestehen in festem Kontakt zur KPT und zur KP Malaysias, die jenseits der Grenze operiert, obwohl es auch eine se- ›aratistische muselmanische Bewegung gibt, die nicht unksextrem orientert ist. Insgesamt wurden in 40 Provinzen bewaffnete Aktionen gemeldet -- Thailand zählt 71 Provinzen, Ein Sprecher der PFT erklärte in Bangkok einem Joumalisten von "Le Monde Diplomatique" ; daß "künftig die Widerstandsbewegungen über Bangkok koordiniert würden".

Weiter sagte er: " Wir unterscheiden zwischen zwei Arten von Zonen, diejenigen, die wir nachts kontrollieren (ein Achtel des Nordostens, ein Zehntel des Nordens und ein Zwanzigstel des Südens) und diejenigen, die wir dauernd kontrollieren. Dies sind jedoch keine wirklich befreiten Gebiete: die Behörden können sie jederzeit betreten, jedoch nur mit starkem militärischem Schutz. In Wirklichkeit übt die Regierung keinerlei Kontrolle mehr aus: es werden weder Steuem eingezogen noch Rekruten, es gibt keinerlei Zusammenarbeit mehr, Die Dörfer leben in einem geschlossenen Wirtschaftssystem. "(4) Seitdem hat die KPT die Existenz von befreiten Zonen proklamiert (vgl. "Le Monde" vom 25.9. 74) Die Statistiken über die Größenordnung der Guerillas, die von den thailändischen oder amerikanischen Behörden geführt werden, variieren sehr stark. Jedoch steigen die angegebenen Zahlen regelmäßig an. Die Zahlen die die "Far Eastem Economic Review" publiziert hat, ge- ›en 8 000 Guerillas für 1974 an, demgegenüber nur 5 00 cin Jahr zuvor und 3 500 im Jahre 1972 (5). Der Loewenstein-Moose US-Bericht schätzte sie schon 1972 auf 7340 bis 7770 (6). Die KPT, die eine maoistische Ideologie vertritt, aber auch mit der indochinesischen kommunistischen Bewegung verbunden ist, berüßte die Demonstrationen vom Oktober 1973. Paralel dazu prangerte sie die zivile Sanya-Regierung an wie auch heute die Sen Pramoj-Regierung. Seitdem begannen die militärischen Operationen an Gewicht, Die letzte, Mitte Februar, in der nördlichen Provinz Chieng Rai, kostete laut offiziellen Verlautbarungen die Regierungstruppen 9 Tote und hunderte von Verletzten. Mehr als 500 Beamte und Soldaten sollen in den letzten 10 Monaten getötet worden sein (7). Anhand einer bestimmten Anzahl objektiver Faktoren kann man, zumindestens teilweise, die ländliche Verankerung der KPT verstehen. Sie stieß in den Grenzgebieten auf besonders arme und ausgebeutete Teile der Bevölkerung. Im Gegensatz dazu, zeigte Zentralthailand einen gewaltigen Rückstand in der Entwicklung der Klassenkämpfe. Thailand blieb lange aufgrund der bwesenheit der Agrarkrise und der direkten kolonialer Ienschaft eine Pufferzone zwischen dem französischer und dem englischen Gebiet. Ein anderer Grund dafür liegt darin, daß das Stadtproletariat und die Handelsbourgeoisie aus chinesisclien Einwanderern entstanden sind. Sogar in Thailand, wo die Assimilation dieser Einwanderer stärker war als in vielen anderen Ländem der Region, hatte die chinesische oder Sino-Thai-Berölkerung große Schwierigkeiten, politische Rechte mu erhalten. Ein letzter Grund für die periphere Ver• ankerung der KP war, daß die Entwicklung von Bangkok, einem Thailand aufgepfropftes Krebsgeschwür,

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sehr rasch verlief und mit dem beginnenden Exodus aus den ländlichen Gebieten zusammenfiel, Bangkok hat heute zwischen drei und vier Mio Einwohner (einschließlich der angrenzenden Stadt Thonburi). 1950 hatte sie nur 780 000 und 1960 1, 7 Mio Ew. Chieng Mai, die zweitgrößte Stadt des Landes, hat eine Bevölkerung von nur 200 000.

Es gibt auch politische Probleme. Zunächst besteht die Möglichkeit, daß die gewählte Orientierung einiges Gewicht besitzt, wenn es darum geht zu erklären, warum es keine extensive Arbeit der KP in den Stadten gab. Zum zweiten hat die KPT immer noch eine maoistische Ideologie. Und Pekings Diplomatie arbeitet gegen die Orieniterung der KPT. Die Nachrichtenagentur "Neues China" wartete fast ein Jahr, bevor sic cine Bilanz der Aktivitäten der KP nach dem Oktober 1973 zog. Und die Peking-Rundschau widmete den Stellungnahmen und Radiosendungen der KPT nur geringen Raum. Noch schlimmer, Tschou-En-Lai sagte cinem thailändischen Diplomaten, daß die US-Truppen im Lande bleiben sollten, um als Gegengewicht zum sowjetischen Einfluß im Indischen Ozean zu wirken. Das Nationale Studentenzentrum Thailands protestierte gegen diese Erklärung (8) und die KPT änderte ihre kämpferische Politik nicht. Es besteht ein Widerspruch zwischen den ideologischen Bezügen der KPT zum Maoismus und ihren Beziehungen mit Peking. Schließlich hat sich die KPT während der letzten Jahre im wesentlichen im Rahmen von Guerilla-Aktivitäten entwickelt, Jetzt wird sic mit mehr oder weniger spontanen Massenbewegungen unter den Bauer, dem städtischen Proletariat und dem studentischen Milieu konfrontiert, Bewegungen, die zumindest in der gegenwärtigen Periode Kämpfe um wirtschaftliche und politische Forderungen aufnehmen. Die Verbindung zwischen den Guerillaaktivitäten mit diesen Bewegungen ist nicht leicht herzustellen. Diese Fragen sind wichtig, denn die KP ist die einzige revolutionäre Organisation, die seit einer langen Zeit besteht. Aus ihrer Entwicklung werden viele Dinge abzuleiten Der Schatten des Militärs

Trotz der Flucht der drei Diktatoren, der Bildung einer "Zivil"-Regierung und der Wahl der Nationalversammlung sclıwebt der Schatten des Militärs noch immer über Thailand, "Drei Ziegel des Daches (die Marschälle Thanom und Praphas und ihr Verwandter, der Oberst Narong) sind über die Gartenmauer gefallen, aber der Rest des Hauses blieb un angetastet" ", sagte ein desillusionierter Studentenführer (D). Es ist nicht so, daß die Armee seit Oktober darniederläge; ihre Macht bleibt intakt. Viele Fakten bezeugen dies -- abgesehen einmal vom Ausbleiben jeglicher tiefgreifenderer Reformen. Viele glauben, daß es einen Putsch geben wird, Diese Erwartung war besonders deutlich aussepract als der Marschall Thanom Kittikachom am 21. Dezember 1914 nach Bangkok zurückkehrte. Trotz der Tatsache, daß die Regierung seine Rückkelu verboten hate, entging er der Polizei- und Zollkontrolle und andete auf dem Fluchafen. Dann ging er direkt zum Militärflughafen, wo er sich mit einigen Offizieren raf, Bei der Nachricht von seiner Ankunft versamsität. Eine Einheitsfront von zwanzig Organisationen melten sich die Studenten in der Thammasat-Uni vereinschließlich Sacksan Praserkul' s FiST und der Bewegung "das Volk für Demokratie" wurde gebildet. Diese Versammlung wurde durch Rechtsextremisten mit selbstfabrizierten Bomben angegriffen, Daraufwurde mit Gewehrschüssen geantwortet. Schließlich nußte Thanom nach Singapur gehen, nach langem Lögem der Recierine und einicem Druck der Armee, die Sanya veranlaßte, den von den Studenten unterstützten Plan aufzugeben, den früheren Diktator vor Gericht zu stellen. Diese Episode ermöglichte es der Studentenbewegung, einen Gutteil des Gehörs zurückzugewinnen, daß sie unter der Bevölkerung verloren hatte, und es war gerade der radikale Flügel der Bewegung, der davon profitierte. Vor allem wurden dadurch die militärischen Verbindungen ans Licht gebracht, die nach wie vor sehr wirksam funktionier- Die Armee ist nicht die einzige Macht im Halbverborgenen. Ein Skandal brach in Bangkok aus, als die Tageszeitung "Die Nation" enthüllte, daß ein CIA- Agent Verhandlungsvorschläge an den Premierminister gesandt hatte -- im Namen eines Kommunistenführers im Nordosten! Im Juli 1974 brachen im "Chinesenviertel" im Zentrim der Hauptstadt Unruhen aus, als die Polizisten, die verabscheut werden, versuchten, einen Taxifahrer zu verhaften. Die Unruhen dauerten drei Tage und das Ergebnis waren dreißig Tote und 200 Verwundete. Die Studenten mußten die Demonstration, die für den 4. Juli -- dem amerikanischen Unabhängigkeitstag -- geplant war, um gegen die Präsenz des amerikanischen Imperialismus zu protestieren, abblasen. Die Linke neigte dazu, die Hand der taiwanesischen Kuomintang in diesen Ereignissen zu erkennen. (Vergessen wir nicht, das Taiwan der drittdarin einen Versich, die valen dich in ate gie der Spannung" zu verschieben.

Das politische Leben Thailands ist daher: beherrscht von der Angst vor einem Putsch. Aber ein Putsch könnte nicht durchgeführt werden, ohne Probleme aufzuwerfen. Die sozialen Kämpfe haben sich noch nicht beruhigt. Ein Putsch würde die gesamte Opposition in den Untergrund zwingen und der KP würde sich die Gelegenheit bieten, rasch eine nationale Massenbasis zu gewinnen. Der Augean8. Deshalb wartet die Armee Deshalb wartet die Armee immer noch ab, in der Gewißheit, daß das "Zivil" regime ihre Interessen nicht verraten wird. General Kris Sivara, heute einer der maßgeblichen höheren Offiziere, nahm am Wahlkampf nicht teil, anscheinend um sich in Reserve zu halten für eine spätere bonapartistische Rolle. Nichtsdestoweniger gab er seine Präferenzen bekannt: ihm wäre eine Koalitionsregiening der Rechten angenehm.

Die Ereignisse der Wahlen reflektieren die Zweideutigkeit dieser Situation. 12 Parteien stellten sich zu den Wahlen, 2 190 Kandidaten bewarben sich um 29 Sitze. Es ist nicht leicht, diese Parteien zu charakterisieren. Das "Patronage"-Phänomen ist immer noch vorherrschend. Die Programme der verschiedenen Parteien waren oft sehr ähnlich. Und jede der bedeutenderen Formationen umfaßt einen Teil des Militärapparates, der Industrie- und Bankinteressen (mit denen die Offiziere weitcehend verflochten sind) und eine privilegierte imperialistische Macht. Der Nepotismus beherscht alles. Vier Parteien sichern die direkte Kontinuität des politischen Apparates der Diktatur. Die Partei der Thai-Nation (Chat Thai): die soziale Gerechtigkeitspartei (Dhamma Sangkhorn); die soziale Bauernpartei (Kaset Sangkom) und di e soziale Nationalistische Partei (Sangkom Chat Niyom). Zu den Führern der Partei der Thai-Nation gehören General Paitun Inkatunawat, der Befehlshaber der Thai- Truppen in Laos. Brigadegeneral Chatichai Chunhaven, ein früherer Außenminister, und General Pramam Adireksan. Die Partei ist mit japanischen Interessen und mit der Textil- und Zuckerindustrie verflochten. Sie ewann bei den Wahlen 2s Sitze. Die Soziale Gerechigkeitspartei, die 15 Sitze gewann, wird von Dewit Klinprathum geführt einem selu reichen Unternehmer. Die Soziale Bauempartei und die Soziale Nationalis-

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THAILAND tische Partei sind zwei kleinere Organisationen, die mit den beiden ersteren Parteien eng verbunden sind; zusammen erhielten sie 37 Sitze. Trotz der Millionen, die diese Parteien während des Wahlkampfes ausgaben, erlitten sie eine relative Niederlage. Diese Niederlage wird ausgedrückt durch die strikte Ablehnung der Pro-Thanom-Rechten durch die Bevölkerung der politisiertesten Gebiete.

Die Soziale Aktionspartei (Kit Sangkhom), die von Kulkrit Pramoj geführt wird, erlitt ebenfalls eine Niederlage und gewann nur 18 Sitze. Als Royalist und Loyaust mochte Kulkrit eine Partei nach dem Vorbild von Lee Kuan Yew's Partei in Singapur gründen. Kulkrit ist wahrscheinlich sehr eng mit den USA und Israel verbunden, seine Umgebung bilden Bankiers und Indusrielle, insbesondere der Präsident von Coca-Colarang einen relativen sieg es Bi geran 12 sitze, dann- rang einen relativen Sieg und gewann 72 Sitze, ter 23 der 26 Sitze in Bangkok. Die Demokratische Partei ist die einzige alte Partei, eine frühere Oppositions- Grund für den relativen Erfolg der Demokratischen Partei. Nichtsdestoweniger steht Seni seinem Bruder Kulkrit sehr nahe, und jetzt, da er Premierminister ist, hat die Regierung die politische Farbung Kulkrits angenommen. Der Außenminister ist Pichai Ratakul (Demokratische Partei), ein Unterehmer, der vor 11 Jahren der Direktor von Rotary International für Südostasien war; Vizepremier und Finanzminister ist der Führer der Sozialen Bauernpartei. Das Verteidigungsministerium ist nach wie vor unter der Führung des Militärs; Minister ist General Thawich Seniwongse. Die Partei der Neuen Kräfte (Palang Mai), bekannt als lie Partei der jungen Technokraten und Intellektuellen wurde von einem Journalisten der "International Herald Tribune" als "kaum links von der Mitte"bezeichnet. (10) Sie gewann 12 Sitze. Schließlich gibt es noch zwei sozialistische Parteien, die Vereinigte Sozialistische Front (10 Sitze) und die Vereinigte Sozialistische Partei Thailands (15 Sitze). Die erstere umfaßt alte linke Kräfte, von denen einige im Gefängnis saßen. Die letztere gewann ihre Sitze vor allem in den politisierten und radikalisierten Regionen des Nordostens, Ihr bekanntester Führer ist Boonsanong Punyodyana, Soziologie-Protessor an der Thammasat- Universität. Sie ist wahrscheinlich die linkeste Partei, auch wenn sie pouusch sehr neterogen ist, in einem Interview, das er dem Joumalisten Norma Peagam (11) gab, erklärte Boonsang, daß in seiner Partei über dreißig ehemalige politische Gefangene sind und viele Militante vom Oktober 1973. Es ist bezeichnend, daß er sich weigerte die KPT zu verurteilen und im Gegenteil erklärte, daß "es sicher natürlich ist, daß die freiheits- Widerstand zu leisten" angesichts des Ausbeutans und liebenden Menschen dieses Landes nicht aufhören, Unterdrückungscharakters der Regierung und dais Kommunisten ein gutes Beispiel schen, freiheitsliebenden Menschen sind. " Das ist eine ziemlich ungewöhnliche Sprache in den sehr antikommunistischen Kreisen Bangkoks. Reformistische Strömungen, Persönlichkeiten, die sich mit Pridi Banomyong, einem der Führer der Revolution von 1932 identifizieren, der in China und dann in Paris im Exil war (12), und radikale Militante koexistieren Seite an Seite in der Sozialistischen Partei Thailands.

Die Minderheitsregierung wird durch eine Mitte/Rechts/ ixtremrechts-Koalition gebildet. Der stärkste Block in der Nationalversammlung ist der der Pro-Thanom-Parteien der Rechten. Aber dieser Block allein bildet keine Mehrheit. Die Demokratische Partei bleibt der Gewinner dieser Wahlen, dank ihres "ehrenhaften" Ansehens, Die Royalisten bilden eine sehr kleine Minderheit in der Nationalversammlung, ebenso die Linke. Aber 60% der Wahlberechtigten haben sich nicht an der Wahl beteiligt, und Bangkok und der Nordosten stimmten für die demokratische Partei oder für die Linke, So bilden diese Wahlen cher den Beginn als das Ende einer neuen Periode politi. scher Instabilität.

Washington

Der Militärputsch -- immer eine Möglichkeit -- schein vorerst aufgeschoben zu sein. Die Zukunft der Kämpfe wird größtenteils von der Fähigkeit der neuen junger Generation von Militanten, die aus dem Oktober 1973 hervorgegangen sind, abhängen. Inwieweit sie in der Lage sind, ihre Kräfte umzugruppieren, die Studenten- Arbeiter-und Bauernkämpfe zu zentralisieren und ihnen politische Perspektiven für die nun eröffnete Übergangs phase zu geben. Zugelich müssen die neuen Militanten darauf vorbereitet sein, auf jede andere Eventualität zu antworten. Aber der US-Imperialismus interveniert ebenfalls als aktiver Faktor in den jetzt ablaufenden Prozess. Thailand nimmt in seiner regionalen Strategie eine Schlüsselstellung ein. Als Angelpunkt, der Indochina, Südostasien und den indischen Subkontinent miteinander verbindet, hat Thailand eine über 2 000 km lange gemeinsame Grenze mit Laos und Kambodscha und eine 780 km lange Küste am Indischen Ozean, Als Gründungsmitglied der SEATO hat Thailand eine sonst unerreichte Unterstützung durch seinen Herm und Meister genossen. Die Luftbrücke, die Phnom Penh versorgte, startete vom US-Stützpunkt in Utapao in Thailand, Indem es den Sturz des Lon macht, während es gleichzeitig seine rückwärtigen Gebiete im Pazifik zu konsolidieren begann. Die nächste Stufe der asiatischen Revolution kann sich, zumindestens teilweise, in Thailand entfalten. (entnommen aus "Inprecor" Nr. 21 Anmerkungen: vom 13.3.75)

(1) siche "Quatrieme Internationale", Nr. 13 (Jan. / März 1974) und "Far Eastern Economic Review" vom 22. Okt, 1973 (2) siehe J.C. Pomonti in "Le Monde" vom 28. Mai 1974; Kevin Rafferty in "Financial Times" vom 10.4.1974; sowie "Bulfetin Commercial" der Bank von Brüssel vom 26. Dez. 1974 (3) "Le Monde" vom 20. Dez. 1974 (4) Marcel Barang und Nayan R. Chanda in "le Monde Diplomatique vom Februar 1974 (5) "Far Eastern Economic Review" vom 17.1.1975 (6) "Le Monde Diplomatique" vom Februar 1974 (7) "Le Monde" vom 23. April 1974 (8) "Die Stimme der Nation" (Tageszeitung in Bang" kok) vom 20.1.1975 (9) J.C. Pomonti in "Le Monde" vom 28.4. 1974 (10) "Intemational Herald Tribune" vom 28.1,1975 (11) "Far Eastern Economic Review" vom 17,1, 75 (12) Im Gegensatz zu dem, was F. Fetjö in seinem Buch "Dictionnaire des PC et Mouvements Ré volutionnaires" behauptet, ist Pridi nicht Präsident der Sozialistischen Partei Thailands.

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