Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Hongkong

Der Aufschwung der Arbeiterkämpfe

Inprekorr Nr. 30, 15. Juni 1974 · S. 32-36 · 3.568 Wörter

China Jugend und Studenten Gewerkschaften und Streiks

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Die wirtschaftliche Lage in Hongkong hat sich in den letzten beiden Jahren ständig verschlechtert, Während dieser Zeit sind die Lebenshaltungskosten sogar nach den konservativsten statistischen Erhebungen um 49 % gestiegen. Riesige Summen ausländischen Kapitals sind aus Hongkong abgezogen worden, um in Taimwan und Südkorea billigere Arbeitskraft zu suchen. Das hat in Hongkong zu Massenarbeitslosigkeit geführt, Sogar einie beamte der Kolonialverwaltung geben zu, daß die Lahl der Arbeitslosen wahrscheinlich 100 000 beträgt Soziale Spannungen, die aus der schweren wirtschaftlichen Krise entstanden sind, verschärfen sich trotz der leeren Versprechungen der Kolonialregierung, Verbesserungen durchzuführen. Sogar die offen regierungsfreundlichen Fernsehstationen haben eine etwas kritischere Haltung gegenüber der Regierungspolitik unter dem Druck der Krise entwickelt.

daß breite Schichten der Bevölkerung die Wirtschaftspolitik der Regierung für die derzeitige Lage verantwortlich machen. Die Regierung lat auch tatsächlich die Krise wesentlich verschärft in lem sie höhere Steuern einführte und Preisanstiege fu öffentliche Dienste wie Elektrizität, Telephon, Benzin usw. erlaubte, Angesichts der wachsenden Arbeitslosigkeit hat sie sich völlig passiv verhalten und die Spekulation toleriert.

DIE ARBEITER HABEN KAMPF TRADITIONEN

Hin und wieder drückt die bürgerliche Presse ihre Angst vor neuen Ausbrüchen von Massenaufständen aus, da das Volk nicht die geringsten legalen Kanäle hat, auch nur seine Unzufriedenheit auszudrücken, ganz abgesehen von Möglichkeiten, für irgend eine Art struktureller Veränderung zu kämpfen. Die einzige organisierte Kraft, die neben der winzigen gelben Gewerkschaft innerhalb der Arbeiterklasse existiert, ist unter maoistischer Führung. sanz aut der Linie Pekings verteidigen sie die Auffassung, daß es jetzt eine Zeit für friedliche Koexistenz und nicht Klassenkampf sei - nicht einmal Klassenkampf von völlig defensivem Charakter, So haben die von den Maoisten dominierten Gewerkschaften für die derzeitige Krise keine Antwort. Die Genossen der Basis sind sehr unzufrieden damit. Vor kurzem haben diese politisiertesten Elemente sich geweigert, mit der Gewerkschaft ein "Anti-Lin, Anti- Konfuzius" - Forum abzuhalten, das die Kampagne in China unterdtützen soll, Der Grund dafür ist, daß es unsinnig ist, den Ereignissen in China hinterherzulaufen, solange die Gewerkschaft nicht Antworten für die dringendsten täglichen Probleme, die die Existenz Tausender von Arbeitern bedrohen, anbieten kann.

Das Dokument des zwanzigsten Kongresses der Hongkonger Gewerkschaftsbundes erwähnt mit keinem Wort die derzeitige ökonomische Krise oder ihre weitreichenden Auswirkungen auf die Arbeiterklasse. Stattdessen behauptet es, - daß die sich entwickelnden Handelsbeziehungen Chinas mit anderen Ländern dazu beitragen werden, die Situation der Arbeiter in Hongkong zu verbessern, Es lohnt sich testzuhalten, daß hier das erste Man von Maoisten "ultralinke" Tendenzen in der Arbeiterbewegung angegriffen werden. Dies bezieht sich auf die radikalen Genossen an der Basis in den linken Gewerkschaften, die radikalen jungen Arbeiter und die revolutionären Jugendorganisationen. In den letzten zwei Jahren hat es hunderte von spontanen Streiks gegeben. Die jungen Arbeiter haben darin eine wichtige Rolle gespielt. Aber den Gewerkschaften ist es licht gelungen, diese jungen Arbeiter zu rekrutieren einer der Gründe datür war, daß die Gewerkschaften entweder gar nicht an diesen Streiks teilnahmen oder nur intervenierten, um Konpromisse zu schließen. Wegen des Kräfteverhältnisses waren die meisten dieser Streiks erfolglos. In diesen Fällen sahen sich die kämpfenden Arbeiter alleingelassen, obwohlm wären sie gut organisiert gewesen, Solidaritätsaktionen hätten entwickelt werden können. Diese Anhäufung erfolgoser Kämpfe kann sich aut die Dauer auf die Arbeiterbewegung schlecht auswirken. Nur die radikalen Jugendorganisationen erkennen dieses Problem und versuchen, Wege zu linden, um die radikalisierten Arbeiter zu erreichen, Diese Jugendgruppen sind Produkte der Jugendbewegung der frühen 70er Jahre, und sie sind aufgrund organisatorischer und politischer Probleme gespalten. Das "Workers Education Committee" (Arbeiterschulungskomitee), das das Organ "The Exposure" (Die Enthüllung) herausgibt, nennt sich marxistisch-leninistisch, hat aber starke sindikalistische Tendenzen an den Tag gelegt und unterschatzt erheblich die Bedeutung der sozialen Bewegung. Deshalb kann diese Gruppe zwar einige junge Arbeiter rekrutieren, aber kaum den Kampf vorwärtstreiben. Politisch hat sie vermieden, eine genaue Position uu China einzunehmen.

Die "70s Biweekly Group" (ursprünglich um die Zeitschrift "70s Biweekly" entstanden) hat zwei Spaltungen durchgemacht und hält immer noch an einer Organisation vom Typ der "Neuen Linken" fest. Sie wurde einmal von einer Studentenzeitung als "halbanarchistisch und halb trotzkistisch" charakterisiert. Die Arbeiterkommission der "70s Biweekly Group" ist immer noch recht aktiv, aber ihr fehlt eine leitende Strategie und eine klare Perspektive. tee der Gruppen Steent de- die von den "70s" abspaltete (im September 73), press", ist auf einem in den Grundzügen revolutionärmarxistischen Programm aufgebaut worden. Aber diese Gruppe richtet sich nur aul Oberschüler aus, die überhaupt keine Tradition in einer radikalen Bewegung be- Die andere Gruppe, die von den "70s" abspaltete und das "Daily Fighting Bulletin" und "Action' herausgibt, ist Klar am revolutionaren Marxismus ausgerichtet, Im Oktober 73 hat diese Gruppe erfolgreich in den Kampf bei Arvin Electronic eingegriffen, einen Streik vorbereitet und organisiert und der maoistischen Gewerkschaft eine politische Niederlage beigebracht. Dies war das erste Mal, daß eine Jugendgruppe in der Lage war, sich dem Kampf der Arbeiter anzuschließen und die politische Führüng zu erringen. Das Ergebnis dieses Kampfes 28-

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war, daß die radikalisiertesten Arbeiter sich für die Grup- Ein weiteres Komitee zum Kampf gegen die Inflation Mitglieder ihres Arbeiterkomitees wurden, Gleichzeitig hat diese Gruppe seit einigen Monaten junge radikale Arbeiter der elektronischen Industrie zusammengefaßt und geht systematisch daran, eine Gewerkschaft für Elektro-Arbeiter zu gründen.

Die Mao-Spontaneisten, meist junge Studenten, befinden sich vollständig außerhalb der Arbeiterbewegung und machen keinen Versuch, in sie zu intervenieren. Aber die wachsende Unzufriedenheit der Arbeiter hat Rückwirkungen auf sie gehabt. Die jungen Maoisten sind sich nicht einig uber die Frage, ob man den Klassen kampf in Hogkong vorwärtstreiben soll oder nicht. Aber die Vertreter keiner der beiden Seiten werden in in enkent diesse nen Maoisten, de sich auf die Ar- n Zukunft diese jungen Maoisten, beiterbewegung hin orientieren, Aktionseinheiten mit anderen Gruppen eingehen werden, da sie weder genug Erfahrung noch Tradition in der Arbeiter- und Jugendbewegung haben, um den Weg allein zu gehen. DER AUFBAU DER ANTI - INFLATIONSBEW EGUNG Am 17. März wurde eine öffentliche Veranstaltung zum Problem der Arbeitslosigkeit vom "Christian Industry Committee" organisiert, einer Gruppe, die leicht zum Refromismus hintendiert und die drei Jahre lang in den fruhen 70em eine Zeitung eitung hatte kaum Einfluß.) den "Workers Weekly", herausgegeben hatte. (Die

Die Veranstaltung erwies sich als sehr turbulent, als ungefähr 500 Arbeiter ihre Angritte über die Arbeitslosigkeit hinaus gegen die ganze wirtschaftliche und politische Struktur richteten. Dies wurde noch verschärft durch die bewußte Intervention zweier revolutionärmarxistischer Gruppen. Am Ende der Veranstaltung waren die Natur und die Grenzen des Reformismus klar aufgedekct. Im allgemeinen waren die Arbeiter auf der Veranstaltung unzufrieden mit der reformistischen Behauptung, daß die Arbeitslosigkeit als isoliertes soziales Phănomen behandelt werden könne, und daß der Kampf dagegen auf legalen Wegen geführt werden könne, die sowieso nicht existieren.

Eine andere Veranstaltung, auf etwas höherem Niveau, wurde von dem Studentenbund Hongkong organisiert. Ungefähr 400 Personen nahmen teil, etwa die Halfte Studenten und die Hälfte Arbeiter. Die Veranstalter hatten zwei Sprecher reformistischer Tendenzen eingeladen, aber ihre Reden waren so schwach und in sich widersprüchlich, daß ihre Linie von fast allen Zuhörern abgelehnt wurde. Ein Maoist gab eine gute Beschreiung der sich verschärfenden ökonomischen Krise in Neltmaßstab, sagte aber nichts darüber, wie man dieer Krise begegnen muß. Der letzte Sprecher war eir Mitglied des Workers Education Committee' • In seiner Rede betonte er die Notwendigkeit für die Arbeiter, auf einen gemeinsamen Kampf hinzuarbeiten.

Diese Veranstaltungen erregten in der Arbeiterklasse Aufmerksamkeit, lenn die Arbeiter suchen nach einer Führung, die sie zu einer Verbesserung ihrer ärmlichen Bedingungen führt.

Der Studentenbund Hookong hat für diese Kampagne ein pezielles Komitee gegründet. Eine Sonderausgabe seidie im April 1974 herausgegeben wurde, stellt eine Reihe von Forderungen auf: daß die Kolonialregierung die Warenpreise unter scharfer Kontrolle halten solle, besonders die Preise für Reis und Elektrizität; daß die Regierung der Spekulation ein Ende machen solle, die den Lebensunterhalt der Bevölkerung immer mehr gefährdet; daß die Regierung nindestens ein Viertel ihrer in London gelagerten Guthaben zurückziehen solle; daß die Regierung ihre "Politik der drei Höhen" (hohe Mieten für Wohnungen. hohe Pacht für Land, hohe Steuern) aufgeben solle. Aber es ist sehr zweifelhaft, ob der Studentenbund direkt handeln wird, um die Bewegung vorwärtszutreiben. Außerdem fürchtet der Studentenbund die radikalen Jugendgruppen und verhalt sich sehr sektiererisch, indem er sich weigert, mit radikalen Gruppen einen gemeinsamen Kampf zu führen. derung ist, daß die Regierung eine Arbeitslosenversicherung einrichtet und die Preise einfriert, Im Spätmärz 1974 hat diese Gruppe ungerahr vierzig studenten und Arbeiter organisiert und bereitet den Kampf vor. Aber sie lehnt es immer noch ab, eine klare Strategie für die Bewegung zu formulieren und den Kampf demokratisch zu führen. Diese Gruppe wird nicht darüber hinausgehen, eine spontane Aktionsgruppe in der Art der früheren "70er Gruppe" zu sein.

Ein drittes Komitee wurde vom "Student Express" und gegründet. Seine Hauptforderungen sind: sofortiger Preisstop, sofortige Eintührung der gleitenden Lohnskala und eines Mindestlohnes Einrichtung einer Arbeitslosenversicherung. Das Komitee ruft auerdem die Arbeiter auf, ihren Kampf mit einer breiteren sozialen Bewegung zu verbinden. Eine Strategie und Zielsetzung wird in einer Nummer des tober Review" veröffentlicht werden. Außerdem hat die "Daily" - Gruppe die Arbeiter aufgefordert, sich zu organisieren, um den kommen Kampt eltektiv zu führen. Diese Gruppe führte am 7. April 1974 eine Veranstaltung durch, an der ungefähr sechzig Arbeiter teilnahmen. Eine größere Veranstaltung und einige weitere Aktivitäten wurden für den Mai geplant.

Trotz der anfänglichen Spaltung innerhalb der Bewegung erwartet sogar die Regierung einen massiven Anstieg der Arbeiterkämpfe nach dem Mai 1974.

DIE PERSPEKTIVEN

Die Kolonialregierung und die Bourgeoisie sehen sich einer sich vertiefenden wirtschaftlichen und sozialen Krise gegenüber, die sie nicht selbst lösen können. Das bedeutet, daß die Arbeiterklasse von Hong Kong unter Antistianten eegung bedel den eden Versuche der Arbeiterklasse, einen gemeinsamen Kampf durchzuführen.

Es ist ganz klar, daß die Kolonialverwaltung und die Bourgeoisie bereit sind, einige Konzessionen zu machen, wenn die Arbeiter sich zusammenschließen, um gegen die Inflation zu kämpfen. Wie weit diese Konzessionen gehen, wird vom Kräfteverhaltnis abhängen und der Situation, die sich durch das Kräfteverhältnis ergibt.

Sogar die Reformisten merken dies und sind bereit, die Initiative zu ergreifen, wo immer sie merken, daß sie eine Massenbasis und breite Unterstützung haben. Die Veranstaltung. die vom "Christian Industry Committee" organisiert worden war, ist ein klares Beispiel dafür. Aber die Reformisten werden nicht über minimale ökonomische Forderungen hinausgehen und werden versuchen die Dynamik der Massenbewegung zu kanalisieren, um den Status quo zu erhalten. Die Linie der studentischen Reformisten, wie sie sich in dem Studentenbund Hong Kong herausgebildet hat, unterscheidet sich qualitativ nicht von der Linie der Reformisten, obwohl sie im Gegensatz zu diesen die Kolonialregierung bewußt ablehnen.

Trotzdem sieht der Studentenbund die Bewegung in Hong denen nicht die geringste Beziehung besteht. Die Anti- Kong unterteilt in veischiedene "Stadien" zwischen Inflationsbewegung wird als ein rein ökonomischer Kampf angesehen, sein Übergangscharakter wird von ihnen nicht erkannt. Solange der Studentenbund sich selbst nur als das "Bewußtsein der Gesellschaft" versteht und davor zurückschreckt, die objektive Situation zu analysieren, insbesondere die Natur der maoistischen Gewerkschaften, wird er die Arbeiter nur dazu bewegen, sich zu einer bestimmten Frage oder Aktion zu vereinigen, aber neimals dazu, sich auf einer durchgängigen und militanten Linie zu organisieren. 29-

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Die revolutionären Marxisten sehen die Anti-Inflations- schaften ăuf ihre eigene Initiative Kontakt zur "Daily bewegung als den Ausgangspunkt einer antikolonialen Gruppe" aufgenommen. Sie sehen die Position der revo- • und antikapitalistischen Massenbewegung. Je mehr die lutionären Marxisten zum Kampf der Arbeiter als eine Bewegung sich entwickelt, desto mehr wird die maois- tatsächliche Altemative, obwohl ihre Organisation tische Linie entlarvt werden. Das bedeutet, daß die noch winzig ist im Vergleich zu den Maoisten, Maoisten ihre Massenbasis verlieren werden. Und das bedeutet auch, daß die Massenbewegung eine Bedro- Die HKFTU ist sich sicher der tiefen Krise, die sicl hung für die chinesischen Bürokraten bilden wird. in der derzeitige Situation widerspiegelt, bewußt Die erste Reaktion der Führung bestand darin, die Die Aufgaben der revolutionären Marxisten sind klar: "ultralinke Tendenz", die sich in der Arbeiterbewegung Erstens ist dies eine historische Chance für die revo- entwickelt, zu verdammen. Aber dies konnte offensichtlutionären Marxisten, gemeinsame Aktionen mit radi- lich nichtverhindern, daß die Arbeiter immer militankalen Arbeitern durchzuführen, ter geworden sind. Um den Druck von der Basis zu ent- Klasse anzusprechen und die politisiertesten Elemente zu schärfen und Spaltungen innerhalb der Gewerkschaften rekrutieren oder ihnen zu helfen, daß sie sich organi- für die absehbare Zukunft zu vermeiden, sah die HKFTU : sieren. In denjenigen Sektoren, wo die Maoisten sich gezwungen, ihre volle Unterstützung für Arbeiterschwachen Einfluß haben, sollten die militantesten kämpfe, die sich auf Forderungen nach Lohnerhöhungen und politisiertesten Elemente rekrutiert werden, um und gegen die steigenden Preise und die zunehmenden den Kern einer Gruppe innerhalb und außerhalb der Entlassungen konzentrieren, anzukündigen. Dies wurde maoistischen Gewerkschaften aufzubauen. Bezüglich Ende April getan. Die Reaktion war von Seiten der Geder maoistischen Gewerkschaften sollten die revolutionă- werkschaftsbasis, nach den Worten eines der Führer de ren Marxisten die Korrektheit ihrer eigenen Analyse Kämpfe von 1967, der zur Diskussion mit der "Daily darstellen sowie ihre Bereitschaft, die Interessen der Gruppe" kam, daß "die HKFTU einen Aktionsplan vor- Arbeiterklasse in der Praxis zu verteidigen. Weiterhin legen sollte, um die Interessen der Arbeiterklasse zu versollten sie klare Antworten zu den Problemen Hong teidigen".

Kong und China geben. Das letzte Ziel ist, diese Arbeiter politisch für sich zu gewinnen. Trotz ihrer eigenen Schwäche auf der Ebene der Organisátion und der Tradition haben die revolutionären Marxisten

Zweitens sollten wir politisch in den Prozess der Diffe- jede Anstrengung unterommen, um die Arbeiterbewegung renzierung unter den Mao-Spontaneisten intervenieren. zu vereinigen und zu zentralisieren. Nach dem 1. Mai wer- Wir müssen den desillusionierten jungen Maoisten ganz den die Arbeiterkämpfe zunehmen und sich verschärfen. deutlich erklären, daß die Kompromißpolitik der Maoisten in Hong Kong kein Zufall ist. Es ist eine Folge der Im Augenblick bereiten das HKAIAC und die MDWC Degeneration der chinesischen Revolution. Niemals eine Massenkundgebung vor, um gegen die schlechte sollten wir uns ihnen gegenüber sektiererisch verhalten. wirtschaftliche Situation der Arbeiterklasse und besonders gegen die vertikal steigenden Preise zu protestieren.

Drittens kann die hohe Zahl der Oberschüler nicht über- Ursprünglich wollten sie diese Kundgebung am 1. Mai gangen werden. Sie sind die Arbeiter von morgen. abhalten. Aber da der 1. Mai kein öffentlicher Feiertag ist (I), ist es schwierig, aktive Teilnahme durch die - zen Antinatonstant vereişt werden, Pol ehezei gen an diesem und hient in der ta e vate die line Alle gesellschaftlichen Kräfte, die von den revolutionären Arbeiter zu erwarten, tigen Antiinflationskampf vereinigt werden. Politische gen an diesem Tag sicherzustellen. Schulung sollte vorgenommen werden, indem konkrete auf den ersten Sonntag nach dem 1. Mai und in den Beispiele benutzt werden. Die Anti-Inflationsbewegung stration en abgehallen worden sind und wo 197l die Pon Victory Park verlegt, ein Platz, wird nur dann zu qualitativ hochstehenden Kämpfen führen, wenn es den Revolutionären gelingt, in diesen Kämp- lizei mit brutaler Gewalt gegen jugendliche Demonstranfen die Führung zu übemehmen und die Richtung und ten vorging.

die Organisation mitzubestimmen.

EIN VERSPÄTETER ERSTER MAI Das HKAIAC und die MDCW beantragten am 27. April bei der Kolonialpolizei die Erlaubnis, eine Kundgebung abzu- "Wir sind eine Arbeiterklasse ohne 1. Mai". So begann halten. Am 29. April deutete die Polizei an -- ohne irdaß unter den Arbeitern am 1. Mai vom gendwelche Gründe dafür anzugeben --, daß die Erlaub- Hong Kong-Anti-Inflations Aktionskomitee (HKAIAC) nis wahrscheinlich nicht gegeben werde. Die Asiatische und der 1. Mai-Arbeiter kommission (MDWC) verteilt Studentengewerkschaft der chinesischen Universität war wurde. Die HKAIAC wird gemeinsam von den beiden die der Kolonialverwaltung eine Antwort erteilrevolutionär-marxistischen Jugendorganisationen (dem Laut der rechten, prokolonialen Zeitung "Star" sagte IYSA und dem "Daily Fighting Bulletin") organisiert, ein Sprecher der Studentengewerkschaft der Chinesischen die vorhaben, sich auf einer prinzipiellen Basis zu ver- Universität, da sie der daung dien, dai eine untest auenie ineneinigen. Die MDWC ist eine kürzlich gegründete Gruppe von jungen Arbeitern, die von der Daily"-Gruppe tionsprobleme notwendig für Hong Kongs Überleben wären. " geführt wird. Die Vorbereitung für die Kundgebung wurde nicht unterbro- Trotz der verschärften ökonomischen Situation und der chen. Am 30. April wurden große Plakate an den Wänden öffentlicher Gebäude und an Fabriken geklebt. Auf die wachsenden Militanz der Arbeiter zieht der von den Mao- Wände wurden Parolen geschrieben. Die Stimmung innerhalb der Arbeiterklasse war so gespannt, daß die Polizei die mächtigste Arbeiterorganisation Hong Kongs, es nicht wagte, einzugreifen. Es war deutlich, daß die 66 Gewerkschaften mit einer Gesamtmitgliedschaft von Polizei sich vor einer starken Reaktion der Arbeiterklas- 1 30 000 umfaßt -- vor, den 1. Mai als eine Art Cock- se fürchtete, falls sie die Plakate von den Wänden abreißen tail-Party zu feiern. Sogar der "Far Eastern Economic oder die gemalten Parolen entfernen würden, Am 1. Mai Review" ', eine liberale bürgerliche Zeitung, hat in seiner gab die Polizei die Erlaubnis für die Kundgebung. Ausgabe vom 29. April bemerkt, daß "die HKFTU lange still gehalten hat, und seit den Nachwehen der kommu- Die zwei Gruppen entfalteten vor der Kundgebung vom nistischen Unruhen von 1967 sehr wenig in Richtung auf 5. Mai intensive Propaganda und Agitation. Agitation oder Streikorganisation getan hat." 1 Million Flugblätter mit einem Aufruf an die Arbeiter, an der Anti-Inflationsbewegung teilzunehmen, wurden Aber trotz der Inaktivität der HKFTU hat es in Hong verteilt. Außerdem wurden mobile Propagandaeinheiten Kong in den letzten zwei Jahren immer wieder sponta- auf die Straßen geschickt in Mißachtung der Kolonialen ne Streiks gegeben. Gleichzeitig haben aktive Mitglieder Gesetze. Die Polizei sah sich gezwungen tatenlos zuzudef Basis der maoistischen Gewerkschaften eine kritischere Sogar die pessimistichsten Schätzungen erwarten laltung gegenüber der Linie der Gewerkschaftsführung entwickelt. Kürzlich haben, nachdem die "Daily Group"

aktiver und einflußreicher in der Arbeiterklasse geworden Auf einer Pressekonferenz, die am 3. Mai von den war, einige Arbeiter der Basis der maoistischen Gewerk- Veranstaltern der Kundgebung eingerufen wurde, erklär- -30-—

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te Leung Chun Kwong, ein Sprecher des HKAIAC, daß die "Kundgebung vom 5. Mai nur die erste Aktion der Anti-Inflationsbewegung sein wird, Ahnliche undgrößere Veranstaltungen werden im Mai durchgeführt werden. Falls die Regierung der sich ständig verschlechtemden wirtschaftlichen Situation weiterhin uninteressiert gegenübersteht, werden im Juni radikalere Aktionen organisiert werden, z. B. werden Massenproteste und -Demonstrationen in Arbeitervierteln oder im Morse Park (mitten im armsten Stadtteil) abgehalten werden. " Leung betonte auch, daß "in jedem Fall die Interessen der arbeitenden Bevölkerung mit allen notwendigen Mitteln und um jeden Preis in Ubereinstimmung mit den Zielen des Volkes verteidigt werden.

Die revolutionären Marxisten, die Produkte der Jugendbewegung der frühen 70er Jahre sind, haben, während sie sich immer ihrer relativen schwache bewußt blieben, forderungen, die von den beiden Gruppen aufgestellt wersolche Parolen aufzustellen ist es unmöglich, die Arbeiter zu vereinigen und Einbrüche unter den Arbeitern in den maoistischen Gewerkschaften zu machen. Zusätzlich zu der 1-Mai-Arbeiterkommission (MDWC) hat die "Daily"- Gruppe den Kem eines Oberschüler-Aktionskomitees ins Leben gerufen. Diese Gruppe wird auf der Kundgebung am 5. Mai das erste Mal öffentlich auftreten. die Nr. 4 Juli "74 Internationale

ZUR BETRIEBS- und GEWERKSCHAFTSARBEIT

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KBW - Programm

Frankreich 192 S. OM 5.- Bestellungen en:

Рон/ося 100 349 GIM Gruppe Internetionale Marxisten

Deutsche Sektion der IV. Internelienale -3 Dir die Note der Bevol lung z von er die aussamer aber die Auswirkungen des niedrigen Lebensstandards haben sich kein bißchen verbessert, Am 30. April verhaftete die britische Polizei Peter Godbar, einen früheren Polizeidirektor der Polizei von Hong Kong, der im Juni 1973 nach Großbritannien geflüchtet war, um den Korruptionsanklagen zu ent- Hong Kong Dollars bezichtigen. Letzten August und die ihn des Diebstahls von mehr als 4 Millionen September wurde in verschiedenen Tendenzen der Studentenbewegung eine Anti-Korruptionsbewegung gebildet, Aber diese Bewegung wurde nicht mehr weitergeführt als es im Oktober zur Spaltung zwischen den reformistischen und den revolutionären Tendenzen kam, Zu jener Zeit waren die revolutionären Marxisten zu schwach, um irgendwelche eigene Initiativen zu ergreifen. Aber innerhalb von nur sechs Monaten waren sie in der Lage, eine soziale Bewegung zu organisieren, ohne aut die anderen Studentenorganisationen oder die "70s Biweekly Group" (s.o.) angewiesen zu sein. Ihre Fähigkeit, dies zu tun, hat all den anderen Gruppen einen Schock versetzt, inbegriffen die Maoisten. Heute sind die Maoisten gezwungen, zuzugeben, daß sie den revolutionären Marxismus für die potentiell gefährlichste Tendenz in der Arbeiterbewegung halten.

Gruppe sagte, "In Hong Kong", wie ein führendes Mitglied der "Daily" ist der 1. Mai etwas spät gekommen. Aber er kommt auf jeden Fall, Und das wichtigste ist, daß er, wenn er endlich kommt, hier sein wird um zu bleiben. "

(aus INPRECOR Nr. 1 vom 6. Juni 1974)

was tun Erscheint vierzehntägig Was tun, Zeitung der Gruppe Internationale Marxisten ( GIM ), Deutsche Sektion der IV. Internationale ( Herausg.)

Redaktion: Anna Armand, Werner Huelsberg, Günter Minnerup, Manfred Müller, Peter Selig. Günter Neumann, Franz Spreidtler, Winfried Wolf ( verantwortlich ).

Druck: Eigendruck im Selbstverlag. Postan schrift: Was tun, 6 Frankfurt 1, Postfach 11 92 66; Tel. 0611/ 59 83 97 Abonnement: Was tun erscheint vierzehntägig (Monate Juli und August monatlich). Preis pro anzelexemplar 0,50 DM. Jahresabonnement f. 22 Nummern einschl, Porto: 18, - DM. Förderabonnement:25, -DM und mehr.

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