DER BEGINN Die Stimmung der Bevölkerung zeigte sich deutlich am 4. November, als nach einer Totenmesse für den früheren ehr wenige Studentenführer oder Politiker, gleich von Premierminister Georgis Papandreou eine militante Demon- Icher politischen Richtung, hätten sich vorstellen kön- stration stattfand, Zum ersten Mal seit 1967 bauten etwa daß im November 1973 die Studentenrevolte so macht- 4 000 Menschen Barrikaden und bewarfen die Polizei mit bil ausbrechen würde und daß so viele Menschen sich ihr Steinen. Die Polizei griff ein und nahm fast 30 Personen schließen würden. Jeder erwartete zwar, daß etwas pas- fest, 17 von ihnen wurden angeklagt, aber die Urteile waren ren würde, aber niemand glaubte, daß die Dinge sich nicht hart.
weit entwickeln würden. Konsequenterweise hatte nieand, von der Rechten bis hin zu den beiden KPen (der In einem Versuch, die studentische Mobilisierung zu brem- 0-Moskau-KP und der Anti-Moskau -KP) auch nur die ge- sen, erklärte der Erziehungsminister Sifneos, daß die Wah- Siten Vorbereitungen für eine derartige Eventualität ge- len zur Studentenvertretung am 15. Febr, stattfinden würden. Aber anstatt die Studenten zu beruhigen, spornten Sifneos otz alledem war diese Revolte das natürliche Ergebnis Versprechungen die Studenten an. Um sie ruhig zu halten, s leidenschaftlichen Hasses, den die Bevölkerung dem ihrer Aktivitäten gegen das Regime zum Wehrdienst einge- ließ er diejenigen Studenten, die im letzten Februar wegen ktatorischen Regime entgegenbrachte, das in unerträg- zogen worden waren, wieder entlassen. Die Studenten jedoch cher Weise die Gedankenfreiheit der Studenten und der beruhigten sich noch immer nicht und darüberhinaus konnten telligenz knebelte und das jedermann, besonders die dadurch die sehr militanten Studenten, die zum Militärdienst beiterklasse, politisch unterdrückte. Die politischen Führer eingezogen worden waren, wieder zu den anderen zurückofften, daß die Revolte aufgeschoben werden könnte oder ß sie nicht sehr ernsthaft sein würde, die bürgerlichen hrer, weil sie nicht wußten, wie sie enden würde, die Am 13. November stattete Sifneos der polytecnischen Univernken, weil sie sich zuallererst selbst organisieren wollten, sität einen überraschenden Besuch ab: aus diesem Anlaß forh fähig zu sein, die Revolte zu kontrollieren. Diese Leu- derte die Administration sowohl die Führer der offiziellen antizipierten die Ereignisse nicht, um in deren Entwick- Studentenunion in den einzelnen Fachbereichen (die mehr ng eine korrekte Positi on einnehmen zu können, sondern oder weniger betrügerisch gewählt worden waren) als auch en zu "politisieren" rsuchten eher, die Massen über eine Reihe von Abkom- die gewählten Fachbereichskomitees, die wirklich die Studenten ven. Die Koazites forderten bei dieser zusammen- mit dem Minister zusammenber große Ereignisse finden nicht nach irgendjemandes daß so schnell wie möglich Wahlen abgehalten werinschen statt, und die Geschichte hat sich niemals an den sollten. Nachdem er zunächst eine versöhnlerische E Gegenei, es istedie Fan er ende ihre Pakeien an aie die ihre Taktiken an die Taktik einschlug, um dann Zuflucht zu Drohungen zu su- chen, lehnte Sifneos dies schließlich ab. alität der historischen Entwicklung anpassen mub, wenn in der Lage sein will, dieser Entwicklung in einer kor- Die Studenten versammelten sich im Hof und begannen kten Weise zu folgen. Eines ist sicher, daß die Massen zu protestieren. Die Administration gab dann die Erlaubneut gezeigt haben, daß sie weiter links stehen als ihre am nächsten Tag, den 14. November, Versammlunnrer, Und unglücklicherweise konnten wir wieder sehen, gen in allen Fachbereichen abzuhalten. is passiert, wenn eine revolutionäre marxistische Partei nit, die eng mit den Massen verbunden ist und die in der DIE BESETZUNG ge ist, durch ihre korrekte "heorie, ihre Voraussicht und he adäquate Taktik, den sich ntwickelnden Massenkampf Auf einer Vollversammlung, die am 13. November in der iszuweiten und zu vertiefer und ihr auf den Weg zur Macht- Schule für Wirtschaft und Handel stattfand, verurteilten ernahme zu führen. die Studenten die Entscheidungen des Erziehungsministers, den Zustand des Erziehungswesens in Griechenland, alt September war es vorhersagbar, daß der Sturm losbrech- Lange des Militärdienstes (24 bis 28 Monate) und die auswürde, Am 25. September wollten etwa 1 500 Studenten gedehnten militärischen Übungen, die auf Kosten der ne Versammlung in der juristischen Fakultät abhalten, die Zeit für die Ausbildung gingen. Am nächsten Tag war diesen Tag geschlossen war. So führten sie eine Demon- die an der jurstischen Fakultät begann und die Schule geschlossen. rch die beiden Hauptstraßen in das Zentrum Athens führ- Einige Studenten dieser Schule machten sofort mit ver- P. (Panepistimiou und Stadiou). Der Polizeieinsatz war schiedenen Studenten der Universität von Athen (insget den Studenten aber trotzdem ihre moralische Unter- cht besonders hart, Die Bevölkerung nahm zwar nicht teil, samt 200 bis 300 Studenten) eine Demonstration und mar- Btzung an. schierten ungefähr um 14 Uhr zur polytechnischen Hochschule. Sie warteten auf dem Schulgelänge, während in dieser Zeit war der Lebensstandard der arbeitenden Mas- Vollversammlungen ein zweitägiger Streik zur Unter- Immer weiter gesunken, die Preise aber enorm gestiegen stützung der Forderungen nach Wahlen beschlossen wurde. Nachdem die Versammlung aufgelöst worden war, blieben id die Unzufriedenheit der Bevölkerung wuchs aufgrund a wirtschaftlichen Situation und des Fehlens demokratisch- noch einige Studenten in dem Gebäude, entschlossen die Schule um 19 Uhr zu besetzen. Studenten und Passanten Rechte ständig an. versammelten sich vor der Schule, um ihre Unterstützung s Regime wollte sich in einem "li beralen" Licht präsen- zu zeigen und sie beteiligten sich am Rufen der Parolen. ren und deshalb nominierte man als Premierminister Die Polizei, die die Schule nicht ohne Ermächtigung der aros Markezinis, einen rechten früheren Mitarbeiter des Verwaltung betreten durfte, und die nicht gewalttätig eraschall Papagos. Das Ziel dieses Manövers war, die scheinen wollte, griff nicht ein. Die Studenten vervielgierung der Junta durch Wahlen zu stabilisieren und zu fältigten Flugblätter und begannen sie aut der Straße zu Bitimieren, aber die Bevölkerung hielt nichts von diesem verteilen. Sie verurteilten das diktatorische Regime und riefen Studenten, Oberschüler und Arbeiter dazu auf, mit ihnen zu kämpfen.
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m Polytechnikum organisierten di e Studenten die Ver- Leidigen die nd die Verorung fuder Bestrie se sett einsatzbereit zu machen.
Im Morgen begann eine große Zahl von Studenten und berschülern sich auf dem Schulgelände zu versammeln, m 10 Uhr waren ungefähr 3 000 Personen in der Schule id eine riesige Menge auf dem Boulevard Patission ausrhalb. Die Polizei drängte die Menge zum Eingang des snegelegenen archaologischen Museums von Athen. Auch ort blieben die Leute zusammen, trotz der Versuche der ›lizei, sie zu vertreiben. Die Demonstranten formierten ch immer wieder zu neuen Gruppen.
m Innern der Schule wurde ein Koordinationskomitee gewählt, das den Umständen gemäß so gut wie möglich rganisierte, Gruppen von Verteidigungswachen wurder aufgestellt, um ie Laboratorien und Werkstätten vor Provokateuren zu schützen, Es gab auch Gruppen, die ich um die Verproviantierung kümmerten, Gruppen, die das Schuleigentum zu verteidigen hatten und Gruppen, die Plugblätter und Proklamationen vorbereiteten. Die Radioeinrichtung begann zu funktionieren und die Studenten riefen die Bevölkerung Athens auf, sich zu erheben. Man durchsuchte die Büros des Regierungsvertreters an der Schule, sowie diejenigen von Polizeispitzeln (die sich in der Schule als Wächter ausgaben). Es war eine sehr fruchtbare Untersuchung, die viele Dokumente über die Aktivitäten der Polizei zu Tage förderte. Die Studenten außerhalb des Schultores sangen weiterhin und zerstörten Symbole des Regimes, Die wichtigsten Losungen waren: Brot Erziehung, Freiheit! Für eine Volksregierung| Nein zur Nato ! Nein zum Faschismus! Arbeiter, Bauer, Studenten ! Amis raus! Der Geist der Aktionen wai klar links, was nur natürlich ist, denn die Führer waren Linke und jeder verstand, daß die Gründe für die Unzufriedenheit das Regime der Junta und der amerikanische Imperialismus waren.
Eine Gruppe von Professoren betrat die Schule, um sich zu vergewissern, ob alles unter Kontrolle ist. Bevor sie wieder gingen, lobten sie die Verteidigungswache. Eine "Zeitung des freien Polytechnikums" wurde herausegeben und vor der Schule an Passanten verteilt. die lie Tore des Polytechnikums umlagerten. Um 18 Uhr waren 6 000 Studenten, Oberschüler und Arbeiter an der Schule. Um 20 Uhr waren 15 000 Menschen auf oder vor dem Schulgelände. Im Innern ging alles gut. Es wurde ein neues Komitee gebildet, mit zwei Arbeitervertretern and einem Repräsentanten der Oberschüler. Alle politischen Strömungen waren für einen gemeinsamen Kampf geeint, Nachrichten gingen ein über streikende Arbeiter, Und 1 000 Studenten hatten die Universität von Patras besetzt und benutzten die Radiostation, um die Bevölkerung zur solidarisierung aufzurufen.
das die Junta ersetzen würde. Wir wollten eine Regierung von Arbeitern, Studenten und Organisationen, die der Diktatur Widerstand geleistet hatten, aus der jedoch die bürgerlichen Politiker, die Mitglieder des letzten Parlaments gewesen waren, ausgeschlossen bleiben sollten.
Am Freitagmorgen, 16. November, nahmen diese bürgerlichen Politiker Stellung zu den Ereignissen. Die Rechten nicht tene Fordere die reden en terre ker nicht alle Forderungen der Studenten teilten. des Zentrums sprachen positiver über die Studenten. Die Politiker der linken Mitte -erklärten ihre volle Solidarität mit der Revolte und das Parteibüro der "inneren" KP (die griechische KP, die sich nicht nach Moskau ausrichtet) solidarisierte sich mit der Revolte, wenn auch nicht in überschwänglicher Weise.
Man war sich im klaren darüber, daß die bürgerlichen Politiker versuchten, die Revolte zu benutzen, deren Breite und Intensität sie erschreckt hatte. Man erfuhr, daß 2 000 Studenten des Polytechnimus in Saloniki ihre Schule besetzt und den Rundfunksender übernommen hatten, aber die Mobilisierung der Bevölkerungie war nicht sehr tiefgehend, Zur gleichen Zeit kam Nachricht, daß im Zentrum Athens Demonstrationen begonnen hatten, einige von ihnen waren in Auseinandersetzungen (wenn auch nicht sehr heftige) mit der Polizei verwickelt.
Am 16. Nov, um 16.30 Uhr hatte das Koordinationskomitee eine Pressekonferenz organisiert, um über die Ziele und Formen des Kampfes zu informieren. Sie wurde von ungefähr 60 griechischen und ausländischen Journalisten besucht.
Um 18 Uhr wurden Vollversammlungen von Oberschülern, Arbeitern und Studenten abgehalten, um den Kampf besser zu koordinieren. Die Zahl von Arbeitern außerhalb des Polytechnikums betrug zehntausende, DIE REPRESSION
Um 18.30 Uhr griff die Polizei die Demonstranten in der Athener Innenstadt an, Die Arbeiter schlugen zurück und um 19.30 Uhr setzte die Polizei Tränengas ein und installierte Lautsprecher an verschiedenen Gebäuden, Vor dem Poytechnikum warfen drei Krankenwagen in die dort versammelte Menge Tränengasbomben. Die Demonstranten bauten Barrikaden, wozu sie Autos aus den Straßen in der Nähe der Schule benutzten und zündeten Feuer an, um das Tränengas zu neutralisieren, Viele Verwundete wurden auf die Krankenstation des Polytechnikums gebracht; einige waren angeschossen worden. Über Radio wurden Ärzte und Medizin angefordert, eine Anweisung, wie man sich vor Tränengas schützen könne, wurde verbreitet, und man forderte die Bevölkerung auf, zu kämpfen.
Arbeiter besetzten das Rathaus von Athen, griffen verschiedene öffentliche Gebäude an und kämpften mit bloßen Händen gegen die Bullen, die auf síe schossen. Es wurden viele getötet und verwundet, Die Polizei griff einen Krankenwagen an und mißhandelte die Verwundeten.
Überall in der Innenstadt und in den Arbeitervierteln gab es Zusammenstöße und viele Tote, Vier Menschen starben im Krankenzimmer des Polytechnikums und mindestens dreizehn Menschen wurden in den Straßen rund um das Polytechnikum getötet; die meisten von ihnen waren erschossen worden.
Die Demonstranten griffen das Ministerium für öffentliche Ordnung (Innenministerium) dreimal an, zum letzten Mal um 23,30 Uhr, aber sie wurden zurückgeschlagen. Viele Bullen waren an einer Straßenecke umringt worden, sie schossen sich ihren Weg frei, nachdem sie zuvor Verstärkung angefordert hatten. Die Situation begann ernst zu werden für die Regierung an ganz plötzlich tauchten Panzer auf, Die Menschen wichen vor den Panzern zurück und gegen Mitternacht gab es Widerstand nur noch im Polytechnikum. Eine halbe Stunde nach Mitternacht warf díe Polizei Tränengasbomben ins Polytechnikum, aber die Studenten hielten ihre Stellung.
Um 1 Uhr morgens war die Schule von Polizei, Panzern und Fallschirmjägern umringt, die Tränengas und scharfe Munition benutzten, um die Menge vor der Schule zu vertreiben, Diejenigen, die sich im Innern der Schule befanden, appellierten an die Soldaten, sich mit dem Kampf zu solidarisieren, indem sie riefen: "Soldaten, ihr seid unsere Brüder!" Die Studenten hielten auf dem Schulgelände aus, nur wenige Meter von den Panzern entfernt. Das Koordinationskomitee versuchte mit den Offizieren ein Übereinkommen über einen freien Abzug aus der Schule auszuhandeln, aber die Offiziere forderten Ubergabe.
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Um drei Uhr mogens griffen die Panzer an, Sie walzten die Schultore nieder und zermalmten drei Menschen unter dem Haupteingang. , Die Fallschirmjäger stürmten die Schule und zwangen alle, das Gebäude zu verlassen, riffen aber niemanden an. Draußen griffen dann die Polizei und faschistische Gruppen diejenigen an, die die Schule verließen, indem sie auf sie einknüppelten, Nachbarschaft wohnten, öffneten ihre Türen und ver- sie schlugen und einige festnahmen. Leute, die in der steckten die Studenten.
Das Polytechnikum war genommen, aber der Kampf ing weiter. Am Samstag (17. Nov.) schlugen sich ir er Innenstadt Demonstranten mit Polizei und Armee. Die Bullen und die Truppen eröffneten das Feuer. Ein deutscher Reporter zählte 44 Tote. Das Kriegsrecht wurde verhängt, aber die Kämpfe gingen sogaram Sonntag (18, Nov.) weiter.
Die Revolte wurde schließlich erstickt im Blut von Oberschülern, Studenten und Arbeitern, Viele wurden verhaftet, aber das Volk und, wie wir hoffen, auch die linken Militanten, sind sich ihrer Kraft bewußt geworden und werden den Kampf weiterführen, für Freiheit, ein anständiges Erziehungswesen und soziale Gerechtigkeit, für eine sozialistische Gesellschaft.
Eine Woche später, am Sonntag, den 25. November, wurde Papadopoulos von seiner eigenen Armee gestürzt und eine neue Regierung wurde gebildet. Das wichtigste Art von " urgekrieg unter den Reaktionären ausgeleist unter den Reaktionaren ausgelöst hat, was die Hoffnung nährt, daß bald neue Revolten, besser organisiert und wirkungsvoller, zu einem endgültigen Sieg des Volkes führen werden, (aus INTERCON TINENTAL PRESS vom 17.12,73)