Es ist klar, daß die quantitative und qualitative Beteiligung an einem Streik direkt an den zielen dieses Streiks gebunden ist. Im Falle der Kämpfe von 1966, 1969 und 1972 muß mer: auf die Plattformen der Tarifforderungen Bezug nehmen, für 1969 und 1972 auch auf dis soge nannten sozialen Reformen.
Was die Plattformen angeht, so sind die Forderungen von 1969 (gleiche Lohnerhöhungen f alle, Reduzierung der Arbeitszeit, Gleichstellung von Arbeitern und Angestellten) zweifels ohne aus der wichtigsten Basiskonsultation hervorgegangen, die Italien jemals gekannt hat. Es ist nicht möglich, die mit denen von 1966 zu vergleichen; aber was 1972 angeht, so ist anzumerken, daß die Gewerkschaftsbürokratien der Basiskonsultation ausdrückliche Grenzen gesetzt haben. Man kann sagen, daß die Plattformen von 1969 und 1972 sich zu sehr gleicher. als daß sie der Arbeiterbewegung in dieser besonders schweren Periode erlaubt hätten, einen qualitativen Sprung zu machen, der ermöglicht hätte, die Grundlagen für neue Errungenschaf ren der Arbeiter zu legen. Man könnte sogar sagen, daß wenn die Plattformen von 1972 in ihrer Gesamtheit erfüllt worden wären, sie die Teilerfüllungen der Plattformen von 1969 nicht ibertroffen hätten.
Andererseits gibt es heute eine objektive Schwierigkeit für die große Masse der Arbeiter, allein den besten Weg zur Lösung der Probleme, vor denen jede Arbeiterfamilie tagtäglich steht zu finden. Aber wenn es schwierig ist, präzise und glaubhafte Ziele zu finden, so sind die Grenzen der gewerkschaftlichen Plattform doch im Bewußtsein eines jeden Arbeiters klar: 1969 wurde bei den Umzügen innerhalb der Fabriken und bei den Demonstrationen auf den "Tarifvertrag!" gerufen. Heute rufen 'sie nur noch die Gewerk
Straßen spontan die Losung schafter, während diese Losung von politischen Parolen, die von der Mehrheit der Arbeiter aufgenommen werden, verdrängt wird.
Über die Reformen gibt es wenig zu sagen: Man kann nur betonen, daß 1969 die Streiks um die Reformen den Bürokraten dienten, um die Wut der Arbeiter so gut wie möglich zu kano lisieren, es ist bekannt, daß ihnen das zum Teil gelang. Wenn diesselben Reformen heute zum Inhalt der Forderungen gemacht werden, dann kann das nur ein Ziel haben: der ganzen Arbeiterbewegung die im Laufe von vier Jahren des Kampfes erlangte Gewißheit, daß Kämpfe sich lohnen, zu nehmen. Und es fehlt nicht an Beispielen von 1968 bis jetzt, um zu beweisen, daß der Kampf sich lohnt, wenn seine Ziele klar sind.