"DIE HANDHABUNG VON EXPLOSIVSTOFFEN"' Die Jagd gegen die Roten wurde durch die Feltrinelli • Affäre unterbrochen. Dieser weltbekannte Verleger, der zur extremen Linken gehörte, war schon früher unter den nichtig" sten Vorwänden von der Polizei belästigt worden. März 1972 findet man seine Leiche, grotesk ausstaffiert neben einem Lichtmast. Die Polizei hat ihre Version sofort zur Hand: Feltrinelli wollte eine Stadt-Guerilla aufbauen und hat sich selbst umgebracht als er mit Explosivstoffen herumhantierte, um den Lichtmast in die Luft zu jagen. Ein Anwalt aus Genua, Carlo Lazagna. ehemaliges Mitglied der KPI, wird fünf Monate in Haft gehalten, weil sich sein Auto in der Nähe desfraglichen Lichtmastes befand. Dann tritt die Untersuchung auf der Stelles man wird sogleich erfahren warum. Inzwischen verschärft sich -- rein zufällig natürlich genau vor dem Neuabschluss der Tarifverträge, der alle drei Jahre erfolgt -- die Unterdrückung der Linken. Als man im Wahlkampf den faschistischen Provokationen entgegentrift, werden unzählige militante Linksextreme angeklagt. Die Strafen sind hart: sie reichen von einigen Monaten bis zu einigen Jahren Gefängnishaft, ohne Strafaufschub. Zwei Mitglieder von "Potere Operaio"' werden so am 13. Juni 1972 zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt -- unter der Anklage der "Aufreizung zum Sturz des Staates"' • Mehr als je zuvor werden die Artike! der faschistischen Strafgesetzbestimmungen aus dem Jahre 1901 (die immer noch inkraft sind! angewendet... und zwar in typisch faschistischer Art.. In diesem Klima kann dann der faschis- tische Führer Almirante zum physischen Zusammenstoß mit den Kommunisten" aufrufen. Die Angriffe der faschistischen Banden kosteten Mario Luppo von "'Lotta Continua"' das Leben -er wurde am 25. August 1972 in Parma erstochen.
'Die Handhabung von Explosivstoffen'
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