So erlaubte es die Valpreda-Affäre eine gigantische Unterdrückungsmaschinerie gegen is beiter und Kommunisten ingang zu setzen, die bis in die sozialistische Partei Italiens hinein reichte, obwohl diese als Koalitionsmitglied in der Regierung saß. Man sieht also, wem des Verbrechen genutzt hat. Heute jedoch kennt man auch diejenigen, die es organisiert haben und daran mitschuldig waren. Nicht das anarchistische Monstrum"" (wie ein Polizeikommissar ihn nannte) und seine Genossen Borghese und Gargamelli --die im Dezember 1972 nach dreijähriger Vorbeugehaft endlich(!) freigelassen wurden -- sondern die Faschisten, "'über jeden Verdacht erhabene Bürger'": Freda, Ventura und Rauti( der aufgrund seiner parlament: rischer Immunität nicht hinter Schloss und Riegel sitzt) sind die Schuldigen. Diese faschistiser en Terroristen waren bereits vor dem Gemetzel von Mailand durch Hauptkommissar Padovan Juliano ausgemacht worden als er die Verantwortlichen suchte für ein Bombenattentat, das ir Padua begangen worden war: Plötzlich aber wurde der Hauptbelastungszeuge ermordet. Komissar Juliano selbst wurde vor Gericht gestellt !
Genauso verläuft auch die Untersuchung der Valpreda-Affäre. Berichte, in denen die Vei ." wortung von Faschisten niedergelegt sind, "verschwinden" in den Schubladen der politischen Polizei der Kommissariate von Mailand oder Rom oder aber in den Archiven für "Sonderangelegenheiten" des Innenministeriums. Beweisstücke erleiden das gleiche Schicksal. Kurz und gut: es ist wie im griechischen Film "Z" , hier mit italienischer Sauce gewürzt, was aber durchaus verständlich ist, denn die italienische extreme Rechte enthält zahlreiche vertrauliche Yerbindungen zum Regime in Athen.
Inzwischen startet die revolutionäre Avantgarde eine Kampagne, um den Fall Valpreda und seiner Freunde aufzuklären. Die Kampfkraft der Arbeiterklasse befindet sich zu dieser Zeit im Aufschwung. Nichts jedoch kann besser die Kühnheit von Richtern und ihre Unabhängigkeit vom Staatsapparat beflügeln als ein Klima der Mobilisierung des Volkes und proletarischa Kampfkraft. Schließlich sind es dann einige ehrliche Richter, die durch ihren Eifer in der Lage sind, das ganze Komplott aufzudekcen. Unter der Anklage der Unterschlagung und Vernichtung von Beweisstücken (die es erlaubt hätten, die Verantwortlichen für das Gemetzei von Mailand sofort zu identifizieren) werden drei hohe Beamte angeklagt: --Provenza: Leiter der politischen Abteilung der Polizei von Rom --Allegra: Leiter der politischen Abteilung der Polizei von Mailand( der auch die "Untersuchung über den Tod von Feltrinelli geleitet hat)
Carniti: ehemaliger Direktor des Büros Für "Sonderangelegenheiten"' im Innenministerium.