Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Appell griechischer Gefangener

Inprekorr Nr. 25, 1. April 1973 · S. 20-21 · 447 Wörter

Griechenland und Türkei IV. Internationale

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APPELL GRIECHISCHER GEFANGENER +++++++47+7++++++++++ +++++ In den Zuchthäusern der Militärjunta sind zahlreiche trotzkistische Genossen eingekerkert. Die in Ägina festgehaltenen Genossen haben den unten abgedruckten Appell an die Außenwelt gerichtet. Einer der Unterzeichner des Appells ist Thomadakis, von Beruf Dreher, Mitglied der Gruppe Spartacus, 1968 eingesperrt und zu lebenslanger Haft plus acht Jahre ver urteilt. Er ist ein alter erfahrener trotzkistischer Militant und war während des Algerienkrieges der Verantwortliche der FNL in Sachen Waffen und Ausrüstung. Der Student Liakos,

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der Arbeiter Katsaros, der Student Mitafidis sind junge trotzkistische Militanten der Organisation "Volkskampf": Im Verlauf ihres Prozeßes hatten sie erklärt, sie kämpften "um den Sturz des kapitalistischen Systems und um die Errichtung eines Arbeiterstaates, der auf der politischen und ökonomischen Macht in den Händen der Arbeiter und auf der Demokratie der Arbeiterräte basiert". Der Appell hat folgenden Wortlaut: "Unter dem Eindruck der allgemeinen Unruhe und der Forderung der Arbeiterklasse sowie der unterdrückten Massen nach Freilassung aller politischen Gefangenen ohne Unterschied sah sich die Militärdiktatur wieder einmal gezwungen, zu manövrieren, Demagogik zu treiben und wieder ihre Einschüchterungsgerichte einzusetzen: die Militärtribunale. Nur hat man sie diesmal verschönert, indem man sie "Militär und Revisions-Tribunale" nennt; allerdings fällt eine erhebliche Anzahl von politischen Gefangenen (Panagoulis, Soldaten...) nicht unter diese. Das Recht auf Revision der von den Permanenten und Sonder Militärgerichten ausgesprochenen Urteile stellt vor allem ein Mittel dar, um die Lösung der Frage der politischen Gefangenen hinauszuschieben, und zielt nicht nur darauf ab, die Arbeiter zu täuschen, sonderr auch darauf, die Gefangenen jahrelang festzuhalten, um sie vielleicht später physisch zu liquidieren oder politisch zu unterwerfen. Von den Gefängniszellen aus denunzieren wir vor der Arbeiterklasse und allen Unterdrückten die kriminellen Projekte der Junta. Wir rufen sie auf, den Kampf mit noch größerer Entschlossenheit fortzuführen, denn nur durch Kampf kann man - den Krallen der Diktatur ihre Opfer entreißen, - die demokratischen Freiheiten und die Rechte der Arbeiter erobern, - die Diktatur stürzen mitsamt dem Regime, das sie hervorgebracht hat und das sie unter stützt.

Die politischen Gefangenen der Gefängnisse von Ägina - Januar 1973 Thomadakis, Th., Iøbenslänglich plus 8 Jahre

Katsaros, S., lebenslänglich Mitafidis, T., lebenslänglich Nikas, J., lebenslänglich plus 20 Jahre

Soeben erschienen: Ausgabe April 1973 Zeitung der Was tun GRUPPE

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