LCR tritt in Democrazia Proletaria ein Die Lega Comunista Rivoluzionaria (LCR), die italienische Sektion der IV. Internationale, hielt Ende Juli einen Sonderkongreß ab, um die endgültige Entscheidung über den kollektiven Eintritt ihrer Mitglieder in Democrazia Proletaria (DP) zu treffen. Die Diskussionen darüber hatten über Monate hinweg in beiden Organisationen stattgefunden (siehe Inprekorr, Nr. 216, Juni 1989, S. 39-42). Der kollektive Eintritt wurde von der nationalen Leitung von DP gebilligt, und zwischen den beiden Organisationen wurde eine Ubereinkunft über die organisatorischen Bedingungen der Vereinigung erzielt.
Am 22./23. Juli 1989 war ein Sonderkongreß der LCR dazu bestimmt zu prüfen, ob die vom Februar-Kongreß der Organisation anvisierten Bedingungen erfüllt sind, und über die Auflösung der Organisation zu entschei- Einstimmig erklärten sich die De- wird es zwei Kategorien von Mitglielegierten des Juli-Kongresses für den dern der Vereinigung geben: diejeni- Eintritt in DP. Somit wurde die LCR gen, die eine individuelle und kollekaufgelöst, und ihre Mitglieder wur- tive Bezehung zur IV. Internationale den Mitglieder von Democrazia Pro- unterhalten, und diejenigen, die ohne letaria. Acht Genossen und Genos- eine solche Beziehung, an den Aktisinnen wurden Mitglieder der Füh- vitäten der Vereinigung teilnehmen rung von DP: Sergio D'Amia, Elet- wollen. tra Deiana, Roberto Firenze, Franco Die mit der LCR verbundene Ju- Grisolia, Franco Turigliatto, Fabri- gendorganisation (OGR —, Organizzio Burattini, Lidia Cirillo und Livio Maitan. Die drei letzteren haben beratenden Status.
zazione Giovanile „Rivoluzione") hat ebenfalls den Eintritt ihrer Mitglieder in DP beschlossen. Eines ihrer Mitglieder wird in DP (die keine Jugendorganisation hat) eine Hauptaufgabe bei der Koordination der Jugendarbeit übernehmen.
Im Juli beschloß die Leitung von DP, zu einem Kongreß im November aufzurufen, der die Orientierung der Organisation nach der durch die Abspaltung ihres rechten Flügels hervorgerufenen Krise bestimmen soll. Diese Spaltung nahm anläßlich der Wahlen zum Europäischen Parlament eine endgültige Form an, als ein Internationale Arbeiterbewegung Flügel von DP sich weigerte, die Liste der Organisation zu unterstützen, deren Aufstellung von einer breiten Mehrheit beschlossen worden war, und stattdessen auf der grünalternativen Liste Arcobaleno [Regenbogen] kandidierte.
Diese Spaltung scheint nicht zur Abwanderung vieler Mitglieder geführt zu haben. Andererseits hatte sie ernste Folgen für die parlamentarische Repräsentanz von DP: Die Organisation verlor vier ihrer acht Abgeordneten und ihren einzigen Senator sowie eine recht große Anzahl ihrer Gemeinderäte. Livio Maitan