Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Inprekorr 1974: Einbruch der Wirtschaftskrise: Öl, die geplante Krise

Inprekorr Nr. 200, Februar 1988 · S. 20 · 632 Wörter

USA und Kanada Arabische Welt und Golf

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1974 Öl...die geplante Krise

Am 16.Oktober 1973 setzen sechs arabische Länder des Persischen Golfs den Preis für ihr Erdöl einseitig um 70% herauf. Am 17.Oktober beschließt die Organisation Erdölexportierender Länder (OPEC), ihre Produktion um 5% pro Monat zu reduzieren und über die Erdöllieferungen an die Vereinigten Staaten und an Holland ein totales Embargo zu verhängen ... Sämtliche Maßnahmen bezwecken, die imperialistischen Länder zu zwingen, auf Isracl Druck auszuüben, damit es alle besetzten arabischen Gebiete zurückerstattet und die nationalen Rechte des palästinensischen Volkes wiederherstellt....

Diese Einschränkungen treffen vor allem Europa, das 65% seines Erdöls aus den arabischen Ländern bezieht und mehr noch Japan, das von dort mehr als 90% bezieht. ... Die reaktionären bürgerlichen Kreise stellen diese Einschränkungen als den Höhepunkt des arabischen antiwestlichen Radikalismus hin. In Wirklichkeit trifft gerade das Gegenteil zu: die Anwendung der „Erdöl-Waffe" ist nicht ein Zeichen für eine Radikalisierung der Politik der arabischen Länder, sondern Zeichen eines Rechtsrutsches. Dieser Rechtsruck wurde gefördert durch die Zerschlagung des palästinensischen Widerstands 1970 mit der Komplizenschaft aller arabischen Regime, und durch den Tod Nassers, der Feisal als wichtigsten Gläubiger der arabischen Länder und treuen Freund der USA zurückgelassen hat....

Die Erklärungen der saudiarabischen und algerischen Erdölminister, Yamani und Abdessalam auf ihrer kürzlichen Europareise bestätigen, daß sie die „Erdölwaffe" „gemă- Bigt" einsetzen wollen. Yamani hat erklärt, daß die arabischen Länder überhaupt kein Interesse daran hätten, die Wirtschaft der westlichen Welt zu ruinieren, denn aus ihr zögen sie den größten Teil ihrer Einkünfte. Hier liegt die Grenze der „Erdölwaffe"

Das Jahr 1970 bezeichnete auf dem Erdölweltmarkt eine Wende. Es entstand plötzlich eine angespannte Marktlage, was die Erdöl- No

GAS verkäufer gegenüber den Käufern stärkte, die erdölproduzierenden Länder gegenüber den Erdölkonzernen, die Konzerne gegenüber den Importeuren. Ein sinkendes Angebot fiel mit einem plötzlichen Anstieg der Nachfrage und der Kosten zusammen. ...

Worin besteht der strategische Plan der Erdöltrusts, vor allem der amerikanischen ...? Langfristig (30-50 Jahre) versuchen sie, die anderen Energiequelle zu monopolisieren: • in den USA kontrollieren die Erdöltrusts bereits die Hälfte der Atomindustrie. Aber für die Atomenergie ist der Weg nicht hindernisfrei, weil breite Schichten der Bevölkerung durch die Wissenschaftler vor den Gefahren der Atomreaktoren gewarnt worden sind. andere, „klassischere" Energiequellen können ausgebeutet werden. Die USA verfügen über riesige Kohlevorräte.

Mittelfristig (10-20 Jahre) wollen sich die Erdöltrusts aus den politisch allzu unsicheren Ländern der Dritten Welt zurückziehen, die zudem immer größere Forderungen stellen, v.a. die arabischen Länder. Dieser Wille zum Disengagement ist Teil eines allgemeinen Rückzugs der imperialistischen Investitionen aus der Dritten Welt infolge des Aufschwungs der Kolonialrevolution. .. Schließlich wollen die amerikanischen Gesellschaften mittelfristig die Unabhängigkeit der USA auf dem Energiesektor wiedergewinnen....

Aus diesen Gründen lancierten die Erdöltrusts seit 1971 eine Offensive auf drei Fronten: sie erhöhten massiv die Preise aus den OPEC-Staaten, um sie kurzfristig auf das Niveau des amerikanischen Erdölpreises anzuheben. ... Damit machten sie zugleich die neuen Energiequellen rentabler. ... Folglich waren die Abkommen von Teheran, Tripoli, Genf und New York, die mit den OPEC-Staaten geschlossen wurden und die ein Sieg der Dritten Welt zu sein schienen, nicht das Ergebnis von Zugeständnissen der Konzerne, sondern entsprachen deren Plänen. ...

So haben diese in den USA im Frühjahr 1973, lange vor dem arabischen Embargo eine künstliche Erdölverknappung hervorgerufen. Am 28.März begann Texaco in Los Angeles, das Benzin zu rationieren. Anfang Mai rationierte Socal das Benzin in den Weststaaten. ... Die Erdölindustrie erklärte diese Verknappung mit der Verknappung der Raffinerickapazitäten in den USA. ... Das arabische Embargo hatte also für die Erdöltrusts vorteilhafte Auwirkungen. ...

aus: Inprekorr Nr.29, 1974 GISTUNE 35 3 13 0 SALES 11.. 12 -TOTAL. 50 SPANIEN

Fusion LCR- ETA VI

Die Liga Comunista Revolucionaria und die