Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Wolfgang Hien Die Internationale

Gentechnologie

Inprekorr Nr. 198, August/September 1987 · S. 23-26 · 2.889 Wörter

Ökologie und Atomkraft BRD und DDR

Unkorrigierter maschineller Text (OCR). Jede Seite verweist auf ihren Scan; vor dem Zitieren bitte dort prüfen.

und Gentechnologie (39), die Autoren konnten sich jedoch nicht dazu entschließen, der Technikgläubigkeit wenigstens auf diesem Gebiet eine Absage zu erteilen. Während sich der DGB zwischen kritischer Unterstützung der Gentechnik und Ablehnung bestimmter Anwendungen wie beispielsweise der Genanalysen bewegt, hat sich die IG Chemie beinahe bedingungslos hinter die Chemieindustrie gestellt.

Die IG Chemie-Führung nahm das ablehnende Sondervotum der Grünen in der Enquête- Kommission zum Anlass, ihre kapitalfreundliche Haltung zu verdeutlichen (40). Sie wandte sich entschieden gegen ein Technikkonzept, das eine , Veränderung der bestehenden Wirtschaftspolitik und unseres Gesellschaftssystems* zur Voraussetzung hätte. Die IG Chemie wiederholte die Darstellung der Chemickonzerne, der Umgang mit Gentechnik und Krankheitserregern sei beim gegenwärtigen Sicherheitsstandard ohne Gefahr" . Gewerkschaftsführer Rappe kritisierte sogar, daß die westdeutsche chemische Industrie nach scinem Dafürhalten „zu zaghaft" an die gentechnische Innovation der Chemieproduktion heranginge. Folgerichtig engagierten sich Chemiegewerkschaftsfunktionäre auch bei der Abfassung des Entwurfs für eine berufsgenossenschaftliche Unfallverhütungsvorschrift (UVV), in der die Verwendung noch nicht abschließend bewerteter" biologischer Substanzen ausdrücklich zugelassen wird (41). Dieser Tatbestand wird auch von den WSI-Autoren bemängelt; sie weisen darauf hin, daß die bisherigen Arbeitssicherheitsstandards cher problematisch und defizitär sind. Insgesamt, so fordern die WSI-Autoren, „bleibt die Notwendigkeit, die Arbeits-- und Lebensbedingungen selbst an die Menschen anzupassen und nicht den Versuch zu machen, durch nunmehr auch genetische Auslese die Menschen an eben diese Bedingungen anzupassen bzw, auf eine Therapie der Krankheitsfolgen dieser Umweltbedingungen zU hoffen... * (42). In der zweitgrößten Gewerkschaft Westdeutschlands, der OTV, in der zwischen 20 und 60% der Krankenpfleger. technischen Assistenten und Laboranten organisiert sind, scheint jedoch die Bereitschaft zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der Gentechnik zu wachsen. Denn die zunchmenden Risiken sind nicht mehr zu leugnen. Der Herrschaftscharakter der naturwissenschaftlichen Entwicklung

Spätestens heute müssen wir feststellen, daß Wissenschaft niemals neutral sein kann. Diese Erkenntnis war in der Vergangenheit nicht selbstverständlich. In der Arbeiterbewegung gab es über 100 Jahre hinweg den Konsens, daß der technische Fortschritt sichtbarar Ausdruck der Produktivkraftentwicklung sei; sie wurde als Antithesis zur Thesis der gesellschaftlichen Herrschaftsverhältnisse begriffen. Faschismus, Aufrüstung, Zweiter Weltkrieg. Atombombe, nicht zuletzt die „friedliche Anwendung" neuer chemischer und atomarer Techniken, die Angst schließlich vor dem „stummen Frühling", förderte die begriffliche Anstrengung einer marxistischen Kritik der Produktivkraftentwicklung zutage, die zuerst mit Philosophen wie Sohn-Rethel, Bloch oder Marcuse und später mit der radikalen Studentenbewegung in Verbindung gebracht wurde. heute wohl eher durch ökologisch orientierte Sozialisten repräsentiert wird (43). 1973 schrieb der Naturwissenschaftler und Philosoph Bulthaup in seinem Buch .,Zur gesellschaftlichen Funktion der Naturwissenschaften** (44), diese könnten sich nur auf der Grundlage der „Abstraktion vom Gesamtzusammenhang" entwickeln. Einzelne Naturer-

Seite 24

scheinungen würden aus dem Naturzusammenhang sorgfältig isoliert" , damit sie quantifizierbar" und letztlich auch ökonomisch verwertbar" würden. Die längst überlebten Herrschaftsverhältnisse haben den Produktivkräften ihren Stempel aufgeprägt. Nicht erst ihre Anwendung, sondern die Wissenschaft selbst ist interessengebunden. Bulthaup fordert daher eine breite gesellschaftliche Diskussion der naturwissenschaftlichen Praxis mit dem Ziel ihrer bewußten gesellschaftlichen Organisierung.

Die Gentechnik hat dieses ungelöste Problem erneut auf die Tagesordnung gesetzt. Der wissenschaftlichen Besonderheit entspricht auch eine Elitebildung eigener Art. ,Offensichtlich", so schreibt Karl-Heinz Roth, können auch persönlich integre und mutige Wissenschaftler Monster erzeugen, sobald sie dem Traum der Vernunft verfallen sind ... Je abstrakter die Erforscher des Lebendigen für eine neue Erkenntnis werden müssen, desto stärker geraten sie in Gefahr, ihren Realitätsverlust gegenüber dem komplexen Lebendigen in ein totalitäres Menschenbild zurückzuübersetzen, um es gedanklich von seinen unerträglich werdenden Geheimnissen zu reinigen. (45)

Die „wissenschaftliche Gemeinde" ist nicht in der Lage, aus sich heraus den Forschungsprozeß kritisch zu reflektieren oder gar eine Kurseinen demokratischen Aneignungs— und Entscheidungsprozeß denkbar. Insofern bietet die tendenziell liberale und egalitäre Grundeinstellung vieler junger Molekularbiologen und Biochemiker auch eine gewisse Chance, eine auch in den Forschungsapparat hineinreichende Diskussion über Konzeption und politische Implikationen der Wissenschaft zu entfachen und voranzutreiben. Mit entscheidend wird sein, ob es gelingt, wissenschaftsimmanente, ethische und politische Fragen der Gentechnik miteinander zu verbinden und im sozialökonomischen Kontext, auch was die Lage der unmittelbar Beteiligten angeht, zu diskutieren.

Technikkritik: eine Herausforderung an den Marxismus

Der marxistischen Methode inhärent ist das Moment der Befreiung von Herrschaft. Der Marxismus verbindet die Gesellschaftsanalyse mit dem strategischen Entwurf sowohl des Umsturzes aller Verhältnisse, in denen Mensch und Natur auf verwertbare Funktionen reduziert werden, als auch der Entfaltung solidarischer, schöpferischer und emotionaler Potenzen des Menschen. Diese Konzeption macht den Marxismus revolutionär. Die Auseinandersetzung mit den jeweils entwickeltsten Formen der Naturwissenschaft gehört daher zu die Internationale den grundlegenden Aufgaben des Marxismus, sofern er sich als wissenschaftliche Methode und nicht als Sammlung abstrakter Lehrsätze versteht.

Der Stoffwechselprozeß des Menschen mit der Natur und seine Deformation durch den Verwertungsprozeß stehen im Mittelpunkt der marxistischen Theorie. Das ist ihr Thema, gerade dann, wenn sie ernsthaft an der revolutionären Veränderung und Schaffung wirklich menschlischer Verhältnisse interessiert ist. Die bourgeoisie Borniertheit der frühen Naturschutzbewegungen hat viele Marxisten daran gehindert, sich mit der Destruktivität der kapitalistischen Produktivkräfte auseinanderzusetzen. Die heutige Situation zeigt jedoch immer deutlicher die tiefe gesellschaftliche Dimension der technologisch-ökologischen Krise. Die politische Herausforderung, die diese Krise für den Marxismus bedeutet, ist zugleich eine theoretische und praktische. Zur Analyse der objektiven Situation gehört auch das Sezieren der neuen Technologien und ihrer Auswirkungen auf Natur, körperlich-geistige Integrität und Bewußtsein. In die praktischen Perspektiven müssen heute auch Überlegungen einbezogen werden, wo es Anknüpfungspunkte in politischen Strukturen außerhalb der Arbeiterklasse und der Gewerkschaften gibt. Die wertvollen Erfahrungen mit der Anti-AKW-Bewegung haben die Notwendigkeit der Verbreiterung des Ansatzes gezeigt; es Sind Diskussions— und Bündnismöglichkeiten mit einem breiten Spektrum, das von •ethisch-christlich motivierten bis hin zu sich als autonom verstehenden Kreisen reicht, denkbar und realisierbar. Die Aufgaben der revolutionären Marxisten liegen tatsächlich das ist die Überzeugung des Autors - zu allererst im Begreifen und Aufgreifen der positiven Momente, die solche Gruppen und Bewegungen prägen, und dem Versuch, einen Bezug zur Produktionssphäre der Gesellschaft herzustellen. Revolutionäre Marxisten sollten sich durch ehrliche Lernbereitschaft und inhaltliche Ernsthaftigkeit auszeichnen, ohne die sie niemals einen substanziellen Beitrag für antikapitalistisch strukturierte Interpretations- und Politikvorschläge liefern können. Einer der historischen Fehler der Arbeiterbewegung war sicherlich die einseitige Orientierung (um nicht zu sagen: Fixierung) auf die Wertbewegung und dementsprechend die Vernachlässigung der konkret-stofflichen Seite der Produktion und Reproduktion. Eine Fortsetzung dieses Fehlers kann und darf die Menschheit sich nicht mehr leisten. Zur sozialen Lage der gentechnisch arbeitenden Wissenschaftler

Die Ambivalenz der Produktivkraftentwicklung äußert sich auch in der Konfrontation ihrer wissenschaftlichen Träger mit einem Teil der Destruktivität, an deren Entfaltung sie selbst beteiligt sind. Konkret: die Hochschulabsolventen arbeiten, meist in staatlichen oder halbstaatlichen, von der Industrie mitverwalteten Instituten, unter verhältnismäßig hohen sozialen und gesundheitlichen Risiken. Es ist an dieser Stelle durchaus nicht verfehlt, an die Thesen von der Proletarisierung der Intelligenz" zu erinnern, die Ende der 60er Jahre von den radikalen Studenten und auch von Theoretikern wie Ernest Mandel (46) vertreten wurden. So stellte denn auch der Chemievertreter Drews in seinem Vortrag beim Basler Symposium für die Industrie den Gedanken zur Diskussion, für jedes neue Projekt „frische, unverbrauchte Leute, die den letzten Stand des Wissens aus den Universitäten und Hochschulen mitbringen"* mit befristeten Verträgen einzustellen (47). In der Tat findet sich diese Situation bereits in den allenthalben entstehenden bio- und gentechnischen Kleinbetrieben, die im Grunde Lohnaufträge für die Großen machen. Allerdings sollte eine leichtfertige Zuordnung der naturwissenschaftlichen Intelligenz zur Arbeiterklasse, ohne sich der Mühe einer ernsthaften soziologischen Differenzierung zu unterzichen, vermieden werden. Einerseits vergrößert sich das Heer wissenschaftlicher Hilfskräfte, vor allem im staatlichen Sektor, andererseits rekrutieren Chemiekonzerne in verstärktem Maße ihre Leitungsfunktionäre aus eben diesem Reservoir. Nur scheinbar im Widerspruch dazu steht eine Erweiterung der Möglichkeiten zur schöpferischen Initiative in der verbreiterten Grundlagenforschung. Denn tatsächlich gelingt dem Kapital gerade durch die formale Enthierarchisierung eine intensivere und effektivere Subsumption wissenschaftlicher Teilfunktionen unter einen Prozeß, der im wesentlichen von der neuen Elite demokratischer" Führungskader organisiert und vorangetrieben wird. Der Möglichkeit nach - zumindest was ihre wissenschaftliche Qualifikation anbelangt sind für die Mitglieder des breiten Rekrutierungsfeldes der Elite ökonomische Privilegien und Teilhabe an der Macht nicht unerreichbar; in Wirklichkeit aber sind sie mit einer massiven materiellen Entprivilegisierung" konfrontiert, die nur durch die Pflege einer esoterischen wissenschaftlichen Subkultur kompensiert wird. Als Resultat dieser Entwicklung deuten sich Tendenzen eines berufsständisch orientierten Syndikalismus an, eine Vermutung, die bereits Anfang der 70er Jahre von Autoren vertreten wurde, die sich kritisch mit den theoretischen Konstruktionen der „neuen Arbeiterklasse" oder der „neuen Mittelklasse" auseinandersetzten (48). Zur politischen Rolle der Grünen Partei

Die wissenschaftliche Intelligenz, durch Übergangspotentiale zwischen Lohnarbeit, Kleinunternehmertum, Leitungsfunktion und Arbeitslosigkeit gekennzeichnet, bildet eine zwischen tradierter Mittelklasse und produktiver Gesamtarbeit liegende „Mittelschicht sui generis"*, die durch einen besonders hohen

Seite 25

Grad an wirtschaftlicher Unsicherheit gekennzeichnet ist. Der ständige Deklassierungsdruck ist für das Amalgam aus liberalistischen, syndikalistischen und reformistischen Bewußtseinsformen bestimmend. Weder die Grünen noch andere Organisationen sind jedoch in der Lage, diese Entwicklung politisch aufzufangen. So geschen ist es kaum verwunderlich, wenn sich die notwendige gesellschafliche Dimension des Kampfes gegen die Gentechnik auf die Ebene wissenschaftlicher Standesorganisationen (z.B. den Bund Demokratischer Wissenschaftler), die Gewerkschaften der Öffentlichen Dienste, bürgerliche Umweltschutzorganisationen und Parlamentarier (Grüne und SPD) verkürzt, die alle nur Teilaspekte wie z.B. die soziale Absicherung, Berufsperspektiven, ethische Gesichtspunkte oder Fragen der Laborsicherheit aufzugreifen in der Lage sind. Auch eine Verbindung dieser partikularen Interessen, wie sie sich ansatzweise andeutet, ändert nichts an der strukturellen Beschränktheit des „gemäßigten"" Syndikalismus und des „ökologischen" Reformismus. Insofern steht die Auseinandersetzung mit dem Konzept der schrittweisen und partikularen institutionellen Änderung der Verhältnisse hin zu einer „besseren Situation" oder einer diffus bleibenden besseren Welt" erneut auf der Tagesordnung. Das Hauptfeld vor allem vieler grüner Aktivisten hat sich in Parlamente, Gremien und Kommissionen verlagert. Sinnvolle Ausarbeitungen kritischer Wissenschaftler und Initiativgruppen versickern so im Dickicht bürgerlicher Apparate. Die Grüne Partei hat keinerlei Strategie entwickelt, der Auseinandersetzung um die Gentechnik eine Massenbasis zu verleihen; ihre eigene Mitgliederbasis in den Großforschungseinrichtungen ist großenteils uninformiert und sich selbst überlassen. Aufklärungs— und Mobilisierungsarbeit entspricht auch nicht dem Konzept der Grünen, auf die immer noch viele der kritisch eingestellten Menschen ihre Hoffnung zu setzen scheinen. Der so verstandene grüne Reformismus" verharmlost — wie jeder Reformismus — die Eigendynamik des kapitalistischen Staatsapparats und hypostasiert die Möglichkeiten, innerhalb der Parlamente und Regierungskoalitionen etwas bewirken zu können. Den einer solchen Politik zugrundeliegenden Illusionen muß mit ernsthaften Konzepten begegnet werden.

Schlußfolgerungen und Perspektiven

Moralische Kontrol, U nabingigker de ökonomischen Zwängen und ökologische Zielsetzungen ließen durchaus die Vorstellung zu, auch moderne molekularbiologische Methoden zur Erforschung des Lebendigen und seiner Wechselwirkungen einzusetzen. Ein Großteil der Faszination, der viele junge Wissenschaftler und Techniker auf diesem Gebiet erliegen, rührt von dieser Idee her. Indes, die Realität spricht — was dieser Artikel andeuten soll diesen Idealen Hohn.

die Internationale

Nach der Chemie- und Atomtechnik hebt die Gentechnik die Entfremdung und Geflihrdung des Menschen auf eine qualitativ neue Stufe. Als Sofortmaßnahme ist für alle Beschäftigten in den Forschungslabors und der gentechnischen Produktion der größtmögliche technische Sicherheitsstandard zu fordern. Forschungskonzepte, Arbeitsmethoden und Gesundheitsgefahren müssen transparent und öffentlich gemacht werden; es sollte möglich werden, bestimmte Vorhaben zu stoppen, zu korrigieren oder auch Alternativen zu diskutieren. Kontroll- und Vetorechte müssen erkämpft werden. Das gilt sowohl für Belegschaften aus Forschungs— und Produktionsbetrieben, als auch für Bürgerinitiativen, d.h. Basisgruppierungen aus der Bevölkerung, die sich von dieser neuen Technologie bedroht fühlen.

Dies allerdings impliziert ein gravierendes politisches Problem: der bislang entwickelte Widerstand gegen die Gentechnik ist weitgehend ein rein ethisch-akademischer. Die Überwindung des „akademischen Ghettos" wird von absolut entscheidender Bedeutung sein, wenn der theoretische Widerstand auch zum politischen werden soll. Ob Teile der Chemiebelegschaften, der Bauern und der arbeitenden Bevölkerung im allgemeinen angesprochen und erreicht werden, wird zur Nagelprobe für eine politische Bewegung gegen die Gentechnik. Hier muß auch die Frage aufgeworfen werden, inwieweit sich der latente grüne Reformismus" als reformkapitalistische Ideologie der „ökologischen Modernität" entpuppt, oder inwieweit sich gerade im Wählerpotential der Grünen Partei Bezüge zur Arbeiterpolitik herstellen lassen.

Eine nicht-reformistische Basisbewegung, die weit in die Belegschaften sowohl der Forschungsinstitute als auch der chemischen Betriebe und Produktionsstätten hineinreicht, wird notwendig sein, die gröbsten Auswüchse und Gefahrendimensionen der Gentechnik bekannt zu machen und möglicherweise zu stoppen. Die dringend notwendige Krebs— und AIDS-Forschung darf nicht als Vorwand dienen, dem Chemiekapital und den karriereanfälligen wissenschaftlichen Eliten das Feld zu überlassen. Gesundheitspolitische Probleme und medizinische Forschungsstrategien müssen gemeinsam mit Betroffenen, Selbsthilfegruppen und Basisinitiaiven diskutiert und entwickelt werden. Den Aktivitäten von gentechnischen Firmen und Chemiekonzernen sollte grundsätzlich durch genehmigungsrechtliche Einsprüche und die Forderung nach bedingungsloser Offenlegung und öffentlicher Kontrolle Einhalt geboten werden. Denn die Überlebensformel des Kapitals ist nicht die Überlebensformel der Menschen. Das Gegenteil ist zu befürchten.

Anmerkungen:

1. S.Wright, Die Sozialgeschichte der Kontroverse um die rekombinante DNS in den USA, in: R.Kollek, B.Tappeser. G.Altner (Hrsg.), Die ungeklärten Gefahren der Gentechnologie, München 1986.

2. J.Herbig (Hrsg.), Biotechnik, Reihe Technologie und Politik 17, Reinbek 1981 3. Forum Wissenschaft, Studienheft I: Gentechnologie. Hrsg. Bund Demokratischer Wissenschaftier. Marburg 1986 4. R.Scheller, Das Gen-Geschaft, Heidelberg 1984 5. R.Kollek, B.Tappeser, G. Altner (Hrsg.), Die ungeklärten Gefahren der Gentechnologie, München 1986, S.39-88 6. Chancen und Risiken der Gentechnologie, Bericht der Enquéte-Kommission des 10.Deutschen Bundestags. Bonn 1987 7. J.Drews, Biotechnologie im Spannungsfeld von Chemie. Pharmazie und Medizin, in: LABO (Kennziffer-Fachzeitschrift für Labortechnik), März 1987, S.9-14 8. J.Herbig. Der Bioboom, Hamburg 1984 9. I.Stumm, M.Thurau, P.Schulz, M.Fohr. Gefahren der Gentechnik (Hrsg. Oko-Institut Darmstadt), 1986 10. J. Pünther, Gentechnische Methoden als Basis zum Verständnis der Krebsentstehung. in : Was der Mensch zu tun vermag. (Hrsg. Hoechst AG), Frankfurt 1986, S.98-107 11. C.Milstein, Monoklonale Antikörper, in: Industrielle Mikrobiologie (Hrsg. P.Gruss u.a.), Heidelberg 1985. S.144-153 12. R. Kollek, Sicherheitsaspekte der experimentellen Arbeit mit Retroviren, in: R.Kollek u.a., a.a.O., S.49-69 13. W.Hien, Genanalytische Vorsorgeuntersuchungen in der Chemischen Industrie. Vortrag beim Gesundheitstag Kassel 1987, im Druck 14. zit. nach J.Herbig: Der Bioboom, Hamburg 1984. S.193 15. Gena Corea: Pharmakratie oder die Domestizierung der Frau, in: F.Hansen, R. Kollek: Gentechnik — Die neue soziale Waffe, Hamburg 1986, S.111-119 16. J.Segal, zit. bei B.Hatch: AIDS - Der biologische SurperGAU, in: Wechselwirkung Nr.34, Berlin 1987, S.38-44 17. B.Hatch, a.a.O.

18. M.Koch, zit. bei B.Hatch, a.a.O. 19. F.Landenberger, M.Blanc, EG-finanzierte Freisetzung. in: GID (Gen-ethischer Informationsdienst) Nr.24/25, Berlin 1987 20. Nachweise in B.Hatch, a.a.O.

21. R.Kollek u.a., a.a.O., S.89-94 22. Chancen und Risiken..., a.a.O. 23. a.a.O.

24. Richtlinien zum Schurz vor Gefahren durch in-vitro neukombinierte Nukleinsäuren. 5. Fassung (Hrsg. Bundesminister für Forschung und Technologie), Koin 1986 25. I.Stumm u.a., a.a.O.

26. a.a.O 27. J.Feder, W.R. Tolbert, Säugerzellen in Massenkulturen. in: Industrielle Mikrobiologie (Hrsg. P.Gruss u.a.). Heidelberg 1985, S.134-143 28.R.Kollek, Arbeiten mit Säugerkulturen, Braunschweig 1987, im Druck 29. D.Bartels, Genetische Manipulation an Krebsgenen, in: R.Kollek u.a., a.a.O., S.70-88 30. F.Landenberger, M.Blanc, a.a.O. 31. Chancen und Risiken..., a.a.O 32. Geschäftsbericht der BASF AG 1986 33. a.a.O.

34. G.Nass, Okologische und toxikologische Auswirkungen der Verwendung herbizidresistenter Pflanzen, in: R.Kollek u.a., a.a.O., S.104-110 35. a.a.O.

36. a.a.O 37. a.a.O.

38. Der Natur auf die Sprünge helfen, taz vom 14.4.1987 39. D.Bimboes u.a. Entwicklungstendenzen und Risiken des Einsatzes der Bio— und Gentechnologie für Arbeit, Gesundheit und Umwelt, in: WS/—Minteilungen (Hng. DGB), 39.Jg. 1986, S.612-626 40. Scharfe Kritik der IG Chemie an der Technologiefeindlichkeit der Grünen, Handelsblant vom 21.1.1987 41. D.Bimboes u.a., a.a.O.

42. a.a.O.

43. P.Löw-Beer. A.Sohn-Rethel, Industrie und Glack, Berlin 1981, S.120-210 44. P. Bulthaup, Zur gesellschaftlichen Funktion der Naturwissenschaft, Frankfurt 1973 45. K.H.Roth, Sozialer Fortschritt durch Menschenzachtung? Der Genetiker und Eugeniker H.J. Maller, in: F.Hausen, R.Kollek (Hrsg.): Gen-Technologie, die neue soziale Waffe, Hamburg 1986, S.120-151 46. E.Mandel, Die Strategie der Übergangsforderungen, in: Wege zur veränderten Gesellschaft (Hrsg.H.Bussick). Frankfurt 1971, S.37-70 47. J.Drews, a.a.O.

48. vgl. N.Beckenbach u.a., Zur Klassenanalyse der technisch und wissenschaftlich qualifizierten Lohnarbeiter, in: Gesellschaftsstrukturen (Hrsg. K.Meschkat, O.Negt). Frankfurt 1973, S.41-91

Seite 26

Bücherkiste