Liebe polnische Genossen, Freunde und Brüder, heute, wo Euer Land eine schwierige Zeit durchläuft, wenden wir uns an Buch, um Euch unsere Bewunderung. ch zu helfen: es bleibt uns nur, in Euch zu hoffen und zu und Solidarität auszusprechen. Es gibt sehr wenig Sachen, die wir tun können, um glauben.
Heute nach anderthalb Jahren Revolution sind die Errungenschaften der polnischen Anderenten kampf der Are der bedroit. Die Gang de Ceseare ehrt ens. daß die Reaktion, wenn sie eine Niederlage erleidet, bereit ist, militärische Gewalt anzuwenden: die furchtbare Bedrohung einer Militärdiktatur hängt heute über Freunde, wie sind mit Euch!
Wir sind alle da, auf den Plätzen von Warschau und Gdansk, in den Betrieben von Katowice und Lodz, in den Gefängnissen, wo die Sozialisten vom KOR und die Fuhrer der Solidamose sitzen.
Nir sind dort, wo zum ersten Mal in der Geschichte ein Volk einen schweren Schlas Magen elen menton und fier ther der Machi der baten und Pante ente Wir glauben, daß die Arbeiter die Was in Ungar und Chile passiert ist, darf sich in Polen nicht wiederholen. Wir glauben an die polnische Arbeiterklasse, an ihre Fähigkeit, ihre Errungenschaften zu verteidigen. Heute seid Ihr die Avantgarde der intemationalen Arbeiterbewegung. Ihr steht in vorderster Reihe des Kampfes für einen demokratischen Sozialismus. Eine Niederlage von Solidamosc wäre eine Katastrophe für die fortschrittlichen Kräfte in der ganzen Welt.
Wir Sozialisten, Sozialdemokraten sowie alle ehrlichen Menschen aus Rußland vereinigen uns mit den Millionen von Leuten, die Euch den Sieg wünschen. Wir wiederholen die prophetischen Worte Herzens (3): es gibt keine Grenzen meh zwischen Rußland und Polen. Aber Europa weiß was Polen darstellt: es ist eine Nation, die von allen in einem ungleichen Kampf verlassen wurde, die ein Meer von Blut aut allen Kampffeldem vergossen hat, wo die Erringung der Freiheit für ein Volk auf dem Spiel stand.
Alle kennen dieses Volk
Man kann Polen zerschlagen, man kann es nicht unterwerfen. - Hoch die heldenhaften polnischen Arbeiter!
- Hoch Solidamosc' - Es lebe der demokratische Sozialismus!
- Es lebe unsere und Eure Freiheit!
Sowjetische Dissidenten
Montag, den 14. Dezember 1981 Bulletin "Neues aus der SU", herausgegebar von Kronid Lubarski, München, Juni/Juli 1982
mung - ist keine Bilanz der Repression. Die Repression hat die Entwicklung höchstens beschleunigt. Es han delt sich um eine politische Reflexion, die ohne die Errungenschaften und Ersere gron inte sich mongtenes Es ist sicherlich verfrüht, diese "nachnenschenrechtliche " Generation ge lau zu lokalisieren. Man kann jedoc! als Ursprung dieser Reflexion einige Projekte wiedererkennen: seien es die freien Gewerkschaften, die die Absicht dokumentierten, das Problem der ökonomischen Forderungen nicht hinter dem der Menschenrechte verschwinden zu lassen, sei es die Moskauer Zeitschrift "Poiski" (Forschungen), deren Absicht es war, verschiedene demokra tische Strömungen zu vereinen, um ein Programm zu schatten, oder aber generell geschen die Entstehung "vereinheitlichender" Tendenzen wie die "Initiativgruppe für die Verteidigung der Rechte der Invaliden", , die "Freie Interprofessionelle Arbeitervereinigung" Rumand des Aemingrad te. Die Logik dieser Tendenzen, die nicht mehr eine vage Verteidigung der Menschenrechte zum Ziel hatten, sondem die Verteidigung bestimmter, konkreter burgergruppen, trug in der Tat eine politische Altemative, eine Altemative für die Gesellschaft in sich.
Es geht sehr klar darum, von den Machthabem und den westlichen Regierungen sich abzuwenden und in 'Richtung auf die Massen" sich umzuorientieren. Der Ausweg aus der Krise der Opposition bedeutet die "Schaffung in der nächsten Zukunft von politischen Organisationen mit unterschiedlichen Orientierungen und fhre Zuwendung mit konkreten sozialen programmer zum ' Menschen von unten • In diese Richtung reiten die neuen Formen deer miser Vorsten des beges "begei sterten Märtyrer-Dissidenten " brechen, die abstoßend auf die Massen wirkt (2), sowie mit derjenigen des "Berufsdissidenten " *, der weder in seinem Alltag noch in seiner Aktivität in der Gesellschaft integriert ist. VERARBEITUNG DER VERGANGENHEIT Erst heute bekommt diese Reflexion eine abgerundete klare und politische Form im Rahmen einiger neuer Samizdat-Zeitschriften, die in ihrer Mehrheit die sowjetische Gesellschaft aus sozialistischer Sicht kritisieren. Man kann die Namen "Poedinok" (Duel), "Levi povorot" (Linkswende), "Sozializm i buduschtsche" (Sozialismus und Zukunft) nennen oder die "Initiativgruppe für die Volksdemokratie" Aber das wichtigste ist derzeit zu verfolgen, in welche Richtung diese neue "Bilanz und Perspektive" geht. In erster Linie wird endgültig ein Schlußstrich unter die Iflusionen in die Machthaber gezogen, die mit dem 20. Kongreß der KPdSU vom Februar 1956 entstanden waren, Mehr als ein Jahr war notwendig, um diese Illusionen abzulegen. Es waren Illusionen, die sich aus der sogenannten Trie Sperzen et le der 20 Kentre einleiten wollte. In diesem Sinne waren sie authentisch politisch und trugen zur Entwicklung marxistischer Oppositionsströmungen bei: Als dieser "oppositionelle Legalismus" verstand. daß die Einstellung des Massenterrors nicht auch die Einstellung der Repression bedeutete ( sie wurde nur raffinier.ter und rationeller), son dem eine Garantie für das Überleben und das Gleichgewicht der bürokratischen Kaste, als er verstand daß die Bürokratie mit Händen und Füßen ihr Machtmonopol verteidigen würde, wandelte er sich in einen "Konstitutionalismus" • um von diesen Machthabem gehört zu werden um die politische Linie zu "beeinflussen", zu ändem, vorzubeugen" . Die Bewegung predigte seit- (1) in der Hoffnung auf eine gewisse Legalität als Gegenleistung. Heute kennt man das Ergebnis: eine Repression, die die Menschenrechtsbewegung quasi zur Selbstverteidigung zwang: eine auf der Entspannungspolitik begründete Logik, die fast alle Aktivitäten und Energien in Richtung Westen orientierte ....
Aber erst heute nennen die Oppositionellen der "neuen Welle" den Preis, den man für diese Orientierung bezahlen muß - darin besteht ihre wirkliche Bilanz. Dieser sich selbst als apolitisch bezeichnende Legalismus betrachtete die Machthaber als seine wichtigsten ineine en tel ing kettete sie führte die Bewegung plazierte sie "für immer außerhalb der sowjetischen Gesellschaft". . Dies ist die Analyse der Zeitschrift "Varianten" (die sich als sozialdemokratisch, sozialistisch und "eurokommunistisch" bezeichnet). Sie erklärt unter anderem: "Bedauerlicherweise befindet sich der Sekretär einer lokalen Parteizentrale unvergleichlich näher der alltäglichen Wirklichkeit, als Sacharow und die "Gruppe zur Überwachung und Einhaltung des Abkommens von Helsinki" Die Dissidenten bleiben auf sich selbst bezogen und fast total von den Massen und ihren Interessen abgeschnitten. Vor den plumpen Argumenten der Machthaber in dem Tenor "sie und wir" entscheiden sich die Massen dann in ihrer Mehrheit doch für ' wir"" Anhand der kritischen Bilanz einer geschwächten, kaum wirksamen, abfisch vor der Macht entwaffe polistecken dies Oppositionellen die Rahmen für eine neue Orientierung ab. Es geht nicht mehr darum, den Machthabem eine achtreben. eine Machte ber sind nicht mehr die Ansprechparter. Die Zeit der Bittschriften ist vorbei. Das letzte Ziel ist auch nicht mehr das Echo in der westlichen Presse oder die Solidarität der intemationalen Öffentlichkeit, und gerade darin besteht die politische Bedeutung der "gesichtslosen Stimme" dieser Oppositionellen.
(1) Dieses Zitat sowie alle weiteren sind dem Interview mit Redakteuren der Zeitschrift "Varianten" entnommen, das in der Nr. 15 der Zeitschrift "L' Altemative" (Paris, März - April 1982) erschien.
(2) Sehr aufschlußreich ist in dieser Hinsicht, wenn man vorliegenden Aufruf mit der Redaktion von "Poiski i Razmychlenia" vergleicht, der im Januar 1981 in Moskau unter dem sein" erschien und auf Französisch Titel "So eine Schande, Russe zu 28 • Sinter eben meien an en emüssen wir noch viel stärker werden, um das Niveau der Polen zu erreichen. aber für uns ist die wichtigste Lehre die folgende: die Grundlagen unserer Aktivität in den realen Bedümissen der Gesellschaft zu suchen (die nicht im "Allgemeinen" son dem anhand genauer Untersuchungen zu definieren sind), und realisierbare Programme autzustellen. Wir brauchen keine Opposition, die nur moralisch, oder retro-utopisch oder kommunistischutopisch ist: wir brauchen eine konkrete Opposition, sozial und politisch: Insofem scheint diese neue Oppositionsrichtung. "deren Hauptaufgabe die Vereinigung aller Befürworter der Demokratie und des Sozialismus ist" eine viel versprechen de Neuformierung der Dissidentenbewegung der siebziger Jahre zu sein. Zweifelsohne wurde sie schon als solche von den "zuständigen Organen" aufgetaßt: die einzige mögliche Antwort der Bürokratie ließ nicht auf sich warten. Hellhörig aufgrund der polnischen Ereignisse, verwickelt im afghanischen Sumpf und unfähig, die steigenden ökonomischen Schwierigkeiten zu meistem, sieht sie sich gezwungen, ungeschickt und ungewöhnlich zu reagieren: mit den neuesten Maßnahmen werden die Verbindungen zum Westen stark eingeschränkt, breit angelegte Polizeiaktionen werden durchge führt und für die Angeklagter hohe Strafen beantragt.
in "L'Altemative" Nr. 12, Paris, Sept. - Okt, 1981, abgedruckt wurde. (3) Alexander Ivanovitsch Herzen (1812 - 1870), in Moskau geboren, in Paris gestorben. Herausgeber der ersten politischen und literarischen Oppositi anszeitschrift gegen die zaristische Autokratie "Nordstem" dann "Die Glocke"; eine Figur des russischen Populismus von pansla wistischer und demokratischer Tendenz.
Brasilien/ Wirtschaft: