Wir, die Intelligenz - von Natur aus ängstlich - wir hatten nicht den Mut, die Radikalisierung zu bremsen, denn wichtig, tend dem willen der Gress- unser Standpunkt sei unbetriebe müsse der Vorrang gegeben werden. Verführt durch de Fretheft, die offensichtliche Lähmung der Macht und durch das klägliche Niveau der Parteikader und der Propaganda verfielen wir der Illusion, wir hätten es hier mit einem totkranken Gebilde zu tun, das bald von selbst auseinanderfallen werde, wenn man es nur mit dem Fuss anstösst, Wir haben verressen oder nicht gewusst, dass diese Macht heute wie auch ir liz. Dort gab es keine Säuberung: dort bereitete man sich in aller Spille auf die Konfrontation vor.
Heute wird klar, dass der Zusammenstoss mit der Gesellschaft nach dem Beispiel von Kutusow (1) und der geheimen Staatspolizel des Zaren , der "bereichert" durch die Errahrung der Unterjochung von 300 Millionen Menschen zwischen Bug und Pazifik (2) vorbereitet wurde. Die Taktik von Kutusow bestand darin, den segner ins Landesinnere zu zieher und ihn, ohne auf die Kosten für die eigene Gesellschaft zu achten, zu erschöpfen. In derselben Art wurde unsere junge Gewerkschaft in viele zweitrangige Konflikte verwickelt und so entscheidend geschwächt. Wir kampiten für freie Samstage, für Lubogora, für Bydgoszcz, für Lebensmittelkarten und die WSI in Radom (3), für Dutzende von sekundären Sachen. Wir waren am Rande der Erschöpfung. Die Wirtschaft brach zusammen. Wir vergassen die eigentlichen gewerkschaftlichen Probleme, und die Regierung provozierte ständig neue Konflikte und Neuverhandlungen. Das wurde speziell während der letzen Periode deutlich, als die Regierung auf die konstrukiven Vorschläge der Gewerkschaft wie etwa die BIldung eines "Sozialrates der nationalen Wirtschaft" nicht negativ reagierte, sonder sich abwartend verhielt und die Gespräche in die Länge zu ziehen (1) Der russische Feldmarschall Michail Kutusow (1745 - 1813) wurde nach dem Einmarsch der napoleonischen Truppen in Rußland zum obersten Kommandanten emannt. Zuerst vermied er jeden Zusammenstoß mit der "Großen Armee" und wurde in der Schlacht von Borodino an der Moskwa geschlagen. Er mußte Moskau preiszum kuckzug. Kutusow, der die Franversuchte. Sle warteten den Winter ab (Wie Kutusow) und den Abschluß ler militärisch-pollzellichen Vorbe eltungen. Die Armee hatte mit threr Einsatztruppen das Terrain vorbereltet. Der Angriff auf die Feuerwehrschule von Warschau war ein Test, wie stark die Gesellschaft auf einen gewaltsamen Angriff reagieren wurde. Während Jaruzelskl mit dem Primas der katholischen Kirche, Glemp, und Walesa über die nationale Einheit diskutlerte, waren die Briefumschläge mit dem Vermerk "Elemente" . welche die Liste der zu Verhafteten enthielten, bereits in den Händen der Wojwodschaftschefs der Polizel, Es ist schwierig zu beurtellen, von welchem Punkt an die Erhitzung der Gemüter während der letzten Perlode. als die Vorbereftungen der Operation "Elemente" bereits abgeschlossen war den Grund für die Provokation bildete. Nicht ohne Grund strahlte das Fernsehen. mehrere Male einen Film liber Ungarn aus (und betonte jeweils, dals dabei Kommunisten gehängt wurden). Eines ist sicher: man hatte eine riesige Menge von Brieten und Instruktionen abriziert, um angebliche Putschvorbereitungen von Solidarnosc zu belegen. Anzeichen für diese Fälschungen gab es in verschiedenen Tellen des Landes. In Tychy wurden den Fabrikdirektoren und gleichzeitigen Parteimitgliedem Listen gezeigt, auf denen Parteimitglieder angeführt wurden, die hingerichtet werden sollten, sowie eine witz. In Kracow wurden ähnliche Listen herumgeboten - mit 15 bis 20 Tausend Namen und Anweisungen zur Liquidation ganzer Familien, deren Wohnungen im voraus gekennzeichnet werden sollten - bel Direktoren, bei Familien von Milizionăren und Mitgliedem des Staatsapparats. Vom 15./16. Dezember an begannen Unbekannte massenhaft, auf diese Art Wohnungen zu markieren. Vergleicht zosen sofort verfolgte, errang einen Sieg in der Schlacht bei Smolensk, bevor er zum Angriff auf der Beresina überging, wo die napoleonische Armee nur knapp der völligen Vemichtung entkam.
(2) Der Fluß Bug bildet die Grenze zwischen Polen und der UdSSR auf einer Länge von ca. 300 km. (3) WSI-Radom: eine große Ingenieurschule.
man dies mit Aktionen der Okhrana, so scheint dies eine eher plumpe Provokation zu sein. Doch sie fallt durch Ihren Umfang ins Gewicht.
Und das Ziel wurde erreicht. Auf ein fache Weise wurden die wichtigsten Träger der Macht, die Armee, die Miliz und der Partelapparat, terroristert. Diese Art von Material wurde jetzt ausgestellt und soll angeblich aus der Archiven der regionalen Solidamosc- Leftungen stammen. Es soll zur Diskreditierung der Gewerkschaftsführer bei den Kollegen dienen. Es wird ohne Zweifel zur Verhaftung oder zur Hinrichtung der aktivsten Führer herhalten. Es ist schwierig, einen Kuron unter dem Vorwand hinzurichten, er hätte sich für einen Kompromiß in der Frage der Wahl der Fabrikdirektoren eingesetzt, und da er schon am 13. Dezem ber eingelocht worden ist, kann er nicht wegen Obertretung der Ausnahmegesetze verurteilt werden. Aber man kann ihn unter der Anschuldigung ver haften, er hatte eine Batholomaus - Nacht für die ZK-Mitglfeder der PVAP geplant. Zum Glück sind wir im Herzen Europas: deshalb verwendet man im Kampt gegen das Volk Tranengas und Gummiknüppel statt Napalm. allen nur möglichen Tricks einen grossen Teil der Solidamose - Mitglieder zur Zusammenarbeit zu bewegen, um sich ihrer zu bedienen, um Solidamosc mit ihren Fahnen und Symbolen wieder zu aktivieren, freilich nur im kollaborationistischen Rahmen.und nicht wirklich, so daß es zu einer weiteren Spaltung und Desintegration in der Gesellschaft kommt. Walesa, das lebende Symbol von Solidamosc, nimmt dabel eine schlusselrolle ein. Seine Haltung heute macht ihn bereits zum Helden.
Das wichtigste Pfand in unserer Hand ist, daß Polen von seinen eigenen son- ZWEI AKTIONSLINIEN
Aber die Behörden sind überzeugt, daß zur längerfristigen Brechung des Volkswiderstandes Hunderte der militantesten Gewerkschafter elfminfert werden müssen. Wie können wir Solidamose und unsere Freunde verteidigen? Mit Molotow-Cocktails werden wir mit den Panzem nicht fertig. Unsere Geschichte lehrt uns dies. Zwei Aktionslinien zeichnen sich ab:
- Man muß die oben beschriebene Provokationen entlar en und in die Welt hinausschreien. Das erschwert die Verurteilung unserer Kollegen, und wir haben bereits gemerkt, daß sie mißbraucht und manipuliert worden sind. Diese Leute müssen für die Gesellschaft gewonnen werden.
Es gibt im Sumpf der Macht auch professionelle Killer. Jede Gesellschaft verfügt über solche Verbindungen zu Leuten, die gegen Entgeld die schmutzige Arbeit machen, Wir schliessen dabei die Profikiller der Wahrheit ein, - aus "Rzeczywistose-gekommen sind die aus ihren Löchern "Plomienie" • "Zolnierz Wolnosci" und "Trybuna Ludu" (4) - und die Medien erobert haben. Aber dies ist eine kleine Gruppe innerhalb desjenigen Tells der Gesellschaft, der sich gegen uns stellt. - Wir müssen uns in aller Ruhe reorganisieren auf der Basis einer strikter Geheimhaltung in Anlehnung an die besten Beispiele der AK (5). Unser Ziel ist das gleiche wie damals. Die organisierte Gesellschaft muß die nächste Gelegenhelt abwarten und den Feind schwächen, indem unsere Verluste begrenzt werden. Wir müssen dies im vollen Bewußtsein machen, daß es uns Opfer kosten wird. Einige unter uns werden ihre Arbeit verlieren, werden eingesperrt oder verlieren sogar ihr Leben. Diejenigen, die zum Handeln bereit sind. müssen dies im Vertrauen auf die "von Gott auf die Barrikaden Die Wisein als zur Zeit der Nazibesetzung. Es gibt klar kollektive Aktionsformen: kleine Sabotage, heimlicher Unterricht, Kampf gegen die Kollaborateu,re, Entlarvung der Polizeispitzel. Nur der gemeinsame gewaltlose Widerstand kann unsere kollektive Waffe sein, Hungerstreiks, Streiks à la Italien passive Streiks und Ablehnung jeglicher Zusammenarbeit.
Die Strategie der Herrschenden ist klar: die Gesellschaft auf die Knie zwingen, sie einschüchtem, sie ihrer nigen Telle der Gesellschaft zu gewinnen, denen Ruhe und Essen das Wichtigste ist und die bereft sind, einen Putsch faschistischen Typs zu unterstlit zen. Sie werden sich bemthen, mit Information
Kontakte
Informationen über die Ziele con Solidarnosć und über den Widerstand in Polen socie über die Solidarität arbeit eröffentlicht der Koordinationsausschuf Solidarität mit Solidarnosć (Postfach 1/ 20 SI. 6000 Frankfurt) in scinem Informationsbulletin. Eizelbesteller: 1.50 DM im Briefmarken.
Spendenkonto Solidarität mit Solidarnosé: Frieder Stichler. Volksbank Frank- Jurt/M. BLZ S01 400 00. Kto.-Nr.: 00175-300-9 Adresse der Bremer Solidarnosé-Delegation: Auf den Häfen 29, 2800 Bremen, Tel.: 04211701474.
nen erobert worden ist. Aber die Soldaten werden nach Hause zurückkehren, und dort werden ihnen ihre Familien Neuer Begren Sens de 20 hon konnte die Leute nur angreiten, well sie unter Drogeneinfluß stand. Am 16. Dezember in Gdansk waren sie nicht gedopt, und die Demonstranten konnten sie in die Flucht schlagen. Deshalb waren sie unter dem Monument in Gdynia gedopt, und es floß Blut. Aber bedenken wird, daß selbst die ZOMO unsere Brüder sind, und daß sie zu unseren möglichen verbündeten gehören. Wenn sie begreifen, daß sie betende Tiere dan dote sin schon abnehmen. Es hat zu wenig Berutskiller in diesem Land, um 35 Millionen Menschen zu unterdrücken. Deshalb nehmen sie zu solch hinterlistigen Mitteln Zuflucht.
Wenn wir fähig sind zu reagieren, und wenn wir. anstatt ein weiteres Mal die Last der Macht auf unseren Rücken zu laden, damit beginnen, sie zu uns herüber zu ziehen, dann ist uns der Sieg gewiss, und es wird kein Blut fliessen. Also, lassen wir die Mollis und greifen wir zu Druckmaschinen. Solidamosc ist aus dem Blut der Arbeiter von 1970 entstanden. Aus unserer Arbeit wird eines Tages ein Orkan entstehen, der diesen Teil Europas kräftig ausfegen wird.
Ende Dezember 1981 (4) "Rzeczywistosc": eine mit dem Grunwald-Zirkel verbundene Zeitschrift: "Plominie": ähnliche antisemitisch - stalinistische Zeitschrift: "Zolnierz Wolnosci" (=Soldat der Freiheit): Organ der Armee: "Trybuna Ludu": Tageszeitung des ZK der PVAP.
(5) AK: Innere polnische Widerstandsarmee im Zweiten Weltkrieg. (6) Nimmt Bezug auf ein Buch mit demselben Titel, in dem auf nationalistische und patriotische Weise von den ersten Widerstandsversuchen gegen die Nazis berichtet wird. Das Buch wurde zuerst im Untergrund noch während der Besetzung verötfentlicht und dann erst wieder nach 1956 neu aufgelegt.
Solidarnośé für