Die schwindelerregende Hausse des „Goldpreises" wird gewöhnlich auf zwei Faktoren zurückgeführt: einmal auf den Kaufkraftschwund des Dollars und zum anderen auf die Spekulation, die von den politischen „Unsicherheiten" genährt wird, d.h. die Erwartung künftiger noch stärkerer Entwertung des Dollars und anderen Papiergeldes, das auf internationaler Ebene als Tausch- und Zahlungsmittel dient.
Niemand wird bestreiten, daß diese Interpretation dem wahrem Sachverhalt entsprechende Elemente enthält. Aber auf ihren einfachsten Nenner gebracht ist sie offensichtlich unzureichend, um den anscheinend unaufhaltsamen Aufstieg des in Papier-Dollar ausgedrückten „Goldpreises" zu erklären.
Frappierend ist vor allem das Mißverhältnis zwischen beiden Vorgängen. Im •Jahre 1979 erreichte die Inflationsrate in den USA 13%; der Kursanstieg des Goldes lag bei 100%. Seit 1971 hat der Dollar 70% an Kaufkraft verloren; der „Goldpreis hat sich mehr als verzehnfacht, d.h. er ist um mehr als 1000% gestiegen. Das Gold ist eine durch menschliche Arbeit erzeugte Ware wie jede andere Ware. Ein Teil der global verfügbaren Arbeitskraft (der global verfügbaren Produktionskapazität) geht in die Produktion des Goldes ein. Daß sein „Preis" (in Papiergeld) sich auf die Dauer und vollständig von seinem Wert lösen könnte (daß also sein Preis im Verhältnis zu anderen Waren steigen könnte, ohne irgendwelche Abhängigkeit von der Entwicklung der Arbeitsproduktivität in den Goldminen und zwar im Verhältnis zur Arbeitsproduktivität in der Industrie und von ERNEST MANDEL in der Landwirtschaft). hieße, daß die losigkeit grenzende Unkenntnis voraus. „Spekulanten" die Wirkung des Wert- Tatsächlich aber ist es klar, daß die gesetzes verhindern können. Das wider- Hausse des Goldkurses ein zusätzlicher spricht offensichtlich den fundamentalen Faktor - und nicht der geringste - ge- Thesen der marxistischen Wirtschafts- worden ist, der das inner-imperialistische theorie. Kräfteverhältnis zum Nachteil der USA modifiziert.
Dieser Erklärung des Höhenflugs des Goldes infolge der Inflation und Speku- Man muß also die grundlegenden und lation fügen manche noch eine an Konspi- komplexeren Ursachen des immer rascher ration denkende Theorie hinzu: der ansteigenden Goldkurses entschleiem. Er amerikanische Imperialismus provoziere steht im Zusammenhang mit den Verin wohlüberlegter Weise den Kurs des änderungen, die sich in den letzten Jahr- Goldes, indem er den Weltmarkt mit zehnten in der Struktur des Kapitalisimmer wertloseren Dollars überschwemmt, mus des dritten Zeitalters" erge ben um so auf billige Weise (praktisch zu den haben, wie auch mit den Auswirkungen Druckkosten der Dollar-Noten) sein Defi- der langwährenden Depressionsphase, in zit in der Zahlungshilanz auszugleichen. der sich die internationale kapitalistische Diese Erklärung setzt bei den Führungs- Wirtschaft seit mehreren Jahren befindet. kraften des Imperialısmus eine an Bewubt- Der zweifache Goldmarkt
Das Gold ist in erster Linie eine Ware äquivalent kann es keine „Baisse des wie jede andere, ein Produkt menschlicher Goldverkaufs" geben. Jede Menge zusätz- Arbeit. Aber es ist auch eine besondere lich produzierten Goldes findet sofort Ware, die sich von allen anderen Waren seinen Käufer, wenn auch nicht als Rohunterscheidet, nämlich insofern es die stoff für die Schmückindustrie, so doch Ware ist, die als allgemeines Äquivalent als universelles Gold, sei es, um in die anerkannt wird, d.h. als Gegenwert aller Zirkulation einzugehen, sei es um die Waren, als universelles Zahlungsmittel auf Kassen bestande der Zentralbanken zu dem Weltmarkt. erhöhen oder sei es, daß sie von Einzelnen gehortet werden. (1)
Als normale Ware unterliegt sie den Gesetzen des Marktes. Wenn der Preis Dieser augenscheinliche Widerspruch goldener Uhren oder goldenen Schmucks zwischen diesen beiden Gebrauchswerten außergewöhnlich steigt, geht deren Ver- des Goldes - einerseits Rohstoff für die kauf zurück, was einen Rückgang der Pro- Luxusgüterindustrie und andererseits uniduktion nach sich zieht und das Kapital verselles Zahlungsmittel, d.h. Grundlage aus der Schmuck warenindustrie abfließen des gesamten Notengeld- und Kreditund sich anderen Branchen zuwenden systems - löst sich normalerweise von läßt. Aber bei dem allgemeinen Waren- selbst solange das internationale Währungs-
system formal auf Gold und Silber oder auf gegen Gold eintauschbaren Devisenreserven ruht. Denn die Zentralbanken legen in diesem Falle einen stabilen Goldpreis fest. Da sie über ausreichende Reserven verfügen und somit die Respektierung dieses Preises ermöglichen, gibt es sowohl •auf dem offenen wie auf dem institutionalisierten Markt (die Beziehungen zwischen den Zentralbanken) einen Einheitspreis mit kleinen Schwankungen zwischen den beiden Märkten.
Das bedeutet keineswegs, daß die Zentralbanken das Wertgesetz in der Goldindustrie außer Kraft setzen. Es sagt nur, daß das Kapital, das den Durchschnittsprofit des Goldes über den von den Banken festgelegten Preis nicht erreicht, sich aus dieser Branche zurückzieht, daß die weniger rentablen Minen geschlossen werden, daß die Differentialrente der die ertragreichsten Minen ausbeutenden Gesellschaften weiterhin um jeweiligen Produktionskosten schwankt, aber immer in Bezug auf den von den Zentralbanken festgelegten quasimonopolisierten Kaufpreis des Goldes. Mit anderen Worten: in diesem Falle bleibt die Goldindustrie den objektiven wirtschaftlichen Gesetzen unterworfen. Aber sie finden ihren Ausdruck nicht in den Preisschwankungen, sondem in der Produktion und in der Differentialrente. Bis zum Jahre 1971 hat dieses System im Großen und Ganzen funktioniert. Es ist richtig, daß seit 1968 der „Gold-Pool", mit dem die kapitalistischen Zentralbanken den Goldpreis auf den verschiedenen Märkten zu kontrollieren suchen, auf gehört hat zu funktionieren, und daß sich eine zunchmende Differenz zwischen dem Goldpreis des „freien Marktes" und dem des internationalen Währungsfonds bzw. jenem Preis ergab, der zwischen den Zentralbanken vereinbart war. Aber diese Differenz war unwesentlich im Vergleich zu dem „Auftrieb des Goldpreises", der sich in der Folgezeit ergab. Der Beginn dieses Preisanstiegs kann zeitlich genau fixiert werden: mit der im Jahre 1971 getroffenen Entscheidung der Regierung Nixon, keine Dollars mehr in Gold umzutauschen. Diese Entscheidung hat auf dem Goldmarkt eine Umwälzung hervorgerufen. Die Zentralbanken hörten auf, die laufende Goldproduktion zu einem im voraus festgelegten Preis zu kaufen, und das Generaläquivalent Gold wurde wieder eine Ware, die in jeder beliebigen Menge automatisch einen Ab. nehmer auf dem Markt fand.
Anstelle des monopolähnlichen Zustandes trat das Monopol. Die Gesetze der Rendite von Goldminen wirkten sich folgendermaßen aus: der Wert des Goldes wurde jetzt bestimmt durch die Ausbeute der Minen mit der niedrigsten Rentabilität. Das hatte eine laufende Steigerung des Goldwertes zur Folge, denn in dem Maße, wie die Preise stiegen (entsprechend dem Wert), desto rentabler wurden die weniger ertragreichen Minen, die früher geschlossen worden waren und jetzt wieder in Betrieb genommen wurden. Sie bestimmten automatisch ein Ansteigen des Goldwertes und der Differentialrente der ergiebigsten Minen.
„Seit dem Jahre 1889, als in dem goldreichen Gestein von Witwatersrand die erste Mine entdeckt wurde, hat es kein Jahr gegeben, wo man soviele neue Minen in Südafrika projektiert, in Betrieb genommen oder ausgebeutet hat wie im Jahre 1979" (Neue Zürcher Zeitung vom 10.10.79). ( „Ein weiterer Run auf das Gold beginnt z.Zt. im Westen" (New York Times vom 28.7.79).
Mit anderen Worten: das Ende der Konvertibilität des Dollars und die Versuche, das Gold zu „entmonetisieren" haben der Beschränkung der Goldproduktion auf einen von den Zentralbanken festgelegten Preis die Grundlage entzogen. Die Produktion stieg, was zur Folge hatte, daß sich ein immer rascherer Preisanstieg ergab, der von den Produktionskosten der ärmsten Minen bestimmt wird. Weit davon entfernt, eine Widerlegung der Arbeitswerttheorie zu sein, erklärt sich der Anstieg des Goldpreises durch die Anwendung dieser Theorie unter den Bedingungen einer unbegrenzten Nachfrage (eines strukturellen Mangels), wie sie von Karl Marx im Band 3 des Kapital und in dem gesamten, die Grundrente betreffenden Teil ausgearbeitet wurde. (2) Wenn wir sagen: die Produktion zeigt eine steigende Tendenz, so ist das relativ und nicht absolut zu verstehen. Es kann auch bedeuten: sie tendiert weniger zum Rückgang, als es bei einem von den Zentralbanken festgelegten Preis der Fall gewesen wäre.
Diese Erklärung wird durch zwei Fakten bestätigt: erstens durch den Goldpreis, der klar zeigt, daß der tatsächliche Wendepunkt der Entwicklung des ,Goldpreises" die Bekanntgabe ist, daß der Dollar nicht mehr konvertierbar ist (siehe graphische Darstellung).
Zweitens wird sie bestätigt durch die Entwicklung der Profite bei den südafrikanischen Gesellschaften der Goldindustrie, welche die relativ reichsten Minen ausbeuten. Im Jahre 1978 machten die Erträge einen Sprung von 65% im Vergleich zu 1977 (49. Jahresbericht der Bank für internationalen Zahlungsverkehr, Basel, vom 11. Juni 1979). Eine Steigerung im gleichen Verhältnis wird für 1979 erwartet (Neue Zürcher Zeitung v. 18. Sept. 1979). Die Differentialrente der die besten Minen ausbeutenden Gesellschaften wächst in schwindelerregende Höhen. Man verweist auf das Beispiel der Mine St. Helena, deren Produktionskosten bei 100 Dollar pro Unze liegen. Der Superprofit, der sich bei einem Verkaufspreis von 400 Dollar (für das Jahr 1979) ergibt, ist leicht auszurechnen, gar nicht zu reden von den Profiten, die sich aus einem Preis von 500 oder 600 Dollar ergeben:
Man könnte einen dritten Faktor hinzufügen. die Welt-Goldproduktion steigt wieder an, während sie lange Zeit gefallen war. Gewiß schlägt dieser Umstand nicht sehr zu Buch, da es sich um eine bescheidene Größenordnung handelt. Die Produktion stieg lediglich von 955 Tonnen im Jahre 1975 auf 1070 Tonnen im Jahre 1979. Aber man darf nicht vergessen, daß die Wiederinbetriebnahme geschlossener Minen Zeit braucht, und daß die in ertragsarmen Minen geförderten zusätzlichen Mengen für die Entwicklung des Goldwertes nicht entscheidend ins Gewicht fallen. Es genügt, daß die unter den weniger rentablen Bedingungen produzierte Unze Gold einen Käufer findet, um ihrem Besitzer den Durchschnittsprofit zu sichern, d.h., daß seine Produktionskosten den Goldwert bestimmen.
Goldwert und Goldpreis
Wertes des Goldes und dessen Bestimmuns Das Anwachsen des „egentlichen" durch die Produktionskosten der mit niedrigster Rentabilität arbeitenden Minen als Funktion des Goldmarktes ist also ein erstes objektives Element, das das Aufflammen des „Goldpreises" , ausgedrückt in Papierdollar, erklärt. Aber das ist nicht alles.
In einem System von Metallgeld, d.h. wenn alles Geld aus Gold ist, ist ein „Goldpreis" sinnlos. Der Preis ist der geldliche Ausdruck des Wertes. Der „Goldpreis" wäre demnach der Wert des Goldes, ausgedrückt in... Gold: eine Unze Gold gleich einer Unze Gold.
In einem System mit Papiergeld ist dies etwas anderes. Hier ist „der Preis des Goldes" ausgedrückt in Papiergeld in
Wirklichkeit der Gegenwert jener Menge Gold, die jede Geldeinheit tatsächlich darstellt. Die Formel: eire Unze Gold gleich 35 Dollar bedeutet: ein Dollar repräsentiert 1/35 des Wertes einer Unze Gold. Ein von einer Inflation heimgesuchtes Notengeldsystem mit festen Kursen reagiert sofort auf die Ehöhung des „Goldpreises" mit einer entsprechenden Entwertung. Wenn durch erhöhten Ausstoß von Papiergeld und duch Aufblähung des Briefgeldumlaufes (Bankkredite) der Wert einer Unze Gold nicht mehr den Gegenwert von 35 Dollar, sender von 100 Dollar repräsentiert, dann hat sich der Preis des Goldes, bezogen af den Papierdollar, verdreifacht, ohne das sich etwas ändert. Aber auf lange Sicht bleibt nicht alles beim alten. Wenn die Inflationsrate innerhalb von 30 oder 35 Jıhren 300% be trägt, so hat dies auf die durhschnittliche Höhe aller Warenpreise seine Auswirkungen. Wenn in der Industrie und in der Landwirtschaft die durchschnittliche Arbeitsproduktivität in bestimmtem Maße zunimmt, wäre es seltsam, wenn es in der Goldindustrie eine ähnlich oder gleich hohe Wachstumsrate der Arbeitsproduktivität gäbe.
Aus offensichtlichen Gründen, die sich aus den natürlichen Produktionsbedingungen ergeben, wächst die Arbeitsproduktivität in den Goldminen tendenziell weniger rasch als in der heutigen Industrie und in der Landwirtschaft. Diese Regel wird nur dann durchbrochen, wenn plötzlich sehr große neue und reiche Goldfelder oder -ader entdeckt werden, was in der Geschichte des Kapitalismus nur dreimal der Fall war: im 16. Jahrhundert mit der Entdeckung des Goldes in Mexiko, nach 1848 in Kalifornien und nach 1890 in Südafrika (das Rand-Gold).
Wenn die Arbeitsproduktivität in den Goldminen langsamer steigt als in Industrie und Landwirtschaft (und erst recht, wenn sie zurückgeht), wird die gleiche Menge Gold gegen eine größere Menge Stahl, Textilien, Getreide usw. eingetauscht (oder, was dasselbe ist, eine gleiche Menge dieser Produkte wird gegen eine geringere Menge Gold getauscht). Dann gibt es eine Hausse des relativen Wertes des Goldes in Bezug auf den Wert der anderen Waren. Die Inflation des Geldes kann allerdings das Sinken des Warenwertes verschleier. Wenn wir sagen, daß der durchschnittliche Preisindex um 300% gestiegen ist, während der des Goldes sich im Verhältnis zu dem der anderen Waren verdoppelt hat (die Arbeitsproduktivität hat sich in der Industrie zweimal so schnell entwickelt wie in den Goldminen), dann hat sich der „Goldpreis" ; ausgedrückt in Papierdollar, um 600% erhöht, ungeachtet dessen, was intern in der Goldproduktion geschieht (d.h. ohne Berücksichtigung der Tatsache, daß die Produktion zunehmend auf ärmere Minen ausgedehnt wird). Zur Schematisierung der Schlußfolgerungen vom Standpunkt der Arbeitswerttheorie könnte man sie durch folgende Formulierungen darstellen:
eine Unze Gold gleich einer Tonne Stahl, gleich ein Tag Arbeit; der Preis der Unze Gold und der Tonne Stahl gleich 20 Dollar.
30 Jahre später:
eine Unze Gold, produziert in einem halben Arbeitstag eine Tonne Stahl, produziert in einem viertel Arbeitstag; eine Unze Gold gleich zwei Tonnen Stahl. Der Preis einer Tonne Stahl gleich einer halben Unze Gold sei 60 Dollar bei einer Inflationsrate von 300% (3).
Eine Unze Gold repräsentiert jetzt 120 Dollar (d.h. dies ist ihr Preis in entwerteten Papier-Dollar).
Die Steigerung des „Goldpreises" um 600% ist also das Ergebnis der Durchschnittsinflationsrate und der Neufestlegung des Goldwertes in Bezug auf den Durchschnittswert der anderen Waren. Grob geschätzt kann man sagen, daß die durchschnittliche Arbeitsproduktivität in Industrie und Landwirtschaft in der Zeit zwischen 1910 und 1980 um 800% gestiegen ist, während sie in der gleichen Zeit in den südafrikanischen Minen um 250% gestiegen ist. Die Neubewertung des Goldes in Bezug auf den durchschnittlichen Wert der anderen Waren liegt also grosso modo bei 300%. Die durchschnittliche Inflationsrate der Vereinigten Staaten erreichte in der Zeit von 1910 bis 1980 etwa 750%. Der „Produktionspreis des Goldes" ; ausgedrückt in entwerteten Dollars, mißte demnach 22,5 x 20 Dollar - unter Berücksichtigung der Inbetriebnahme der minderwertigen Minen - bei 450 Dollar liegen (im Jahre 1910 betrug der „Goldpreis" tatsächlich 20 Dollar die Unze, und er ist während des ganzen Jahrhunderts stabil geblieben bis zur Abwertung des Dollar im Jahre 1934, die den „Goldpreis" auf 35 Dollar anhob. Schließlich darf man nicht vergessen, daß die Marktpreise im Kapitalismus niemals identisch sind mit den Produktionskosten der ertragärmsten Minen, sondern unter dem Einfluß von Angebot und Nachfrage um diesen Wert schwanken. Es ist eine Tatsache, daß im privaten Sektor die Nachfrage nach Gold rascher gestiegen ist als das Angebot. Das ist vor allem auf den größeren Bedarf der Schmuckindustrie zurückzuführen (wobei die Hortung von Schmuck, der zu diesem Zweck gekauft wird, eine nicht unwesentliche Rolle spielt). Die laufende private Ansammlung von Gold beläuft sich auf mehrere Hundert Tonnen pro Jahr. Zu diesen beiden bekannten Faktoren kommt seit Beginn der 70er Jahre ein dritter hinzu. Es ist die enorme Anhäufung von Guthaben in Papierdollar, die im Verlaufe der Entwertung laufend zugenommen hat, in den Händen von Privatkapitalisten und öffentlichen Institutionen außerhalb der USA. Ein Teil dieser Guthaben stellt eine potentielle oder akute steigende Nachfrage nach Gold dar, der ein mehr oder weniger konstantes Angebot gegenüber steht. (4)
Während der 60er Jahre sind die in den Händen von nicht-amerikanischen Eigentümern befindlichen Dollar Guthaben ständig gewachsen.
Aber die sprichwörtliche Explosion kam im Jahre 1973. Die Entwertung kann man in etwa wie nachstehend darstellen, soweit es die Netto-Guthaben in Euro- Dollar betrifft, zu denen man noch aus den Jahren 1977/78 und 79 einige 100 Milliarden hinzurechnen muß, die bei den Banken off-shore zur Disposition stehen (niemand kennt die genauen Zahlen). (siehe Tabelle I).
TABELLE I (in Milliarden Dollar)
Anfang 1973 100 3. Quart. 74 150 Ende 1975 180 Ende 1976 200 Ende 1977 270 Ende 1978 340 Ende 1979 380 Die Hauptbesitzer dieser Guthaben sind die Zentralbanken der OPEC-Länder sowie die Zentralbanken der wichtigsten imperialistischen Länder außer den USA. Wenn wir sagen, daß ein Teil dieser Guthaben eine potentielle oder akute Nachfrage nach Gold darstellt - und nur ein Teil - so aus einem einfachen Grunde: der Sturz des Dollarkurses muß weit langsamer vor sich gehen als die Steigerung des „Goldpreises"; wenn die Besitzer großer Dollar-Reserven ein Interesse haben sollen, gegen den Dollar zu spekulieren.
Die Besitzer großer Dollarbestände haben also nur dann ein Interesse, Gold zu kaufen, wenn die Käufer sich in einer Größenordnung bewegen, die keinen Sturz des Dollarkurses herbeiführen. Das Verhalten der Zentralbanken der Überschußländer der OPEC (Saudi-Arabien, die Emirate am Golf, Kuweit) entspricht seit 1 bis 2 Jahren genau dieser Uberlegung. Es ist ihre Nachfrage (transferiert über westdeutsche und Schweizer Banken usw.) und nicht die von besonderen Spekulanten, die das meiste des vom internationalen Währungsfonds, von der amerikanischen „Federal Reserve", von Südafrika und der Sowjetunion verkaufte Gold angesammelt haben (5). Aber sie hüten sich wohl, ihre gesamten Dollarreserven auf den Markt zu werfen. Dieser enormen zusätzlichen Nachfrage (nur 10% der angesammelten Guthaben repräsentieren mehrere Dutzend Milliarden Dollar) steht ein relativ unelastisches Angebot gegenüber, das sich im besten Falle nur langsam erhöht. Die Folge ist ein jäher Zusammenbruch des Gleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage mit der Tendenz zur Hausse des „Goldpreises", der den Wert (die Produktionskosten) weit übersteigt. Dies ist der 4. und letzte Faktor, der das Auflodern des „Goldpreises" neben der Veränderung des Marktes und der Neubewertung des Goldes im Verhältnis zum Durchschnittswert aller Waren und der permanenten Inflation erklärt.
Aber selbst dieser Umstand verdient nicht die Bezeichnung „Spekulation" da es sich alles in allem um einen klassischen ökonomischen Mechanismus handelt; die tatsächliche „Spekulation" spielt bei der Hausse des Goldes nur eine nebensächliche Rolle und nimmt in der Reihe der die Hausse • erklärenden Faktoren allenfalls die fünfte Stelle ein (6). Wenn die Goldhausse die Inflationsrate der wichtigsten Devisen überschreitet und zwar weit überschreitet -, wird der Wert des jährlich verkauften Goldes (laufende Produktion plus der Teil des zum Verkauf angebotenen Weltvorrates) früher oder später die Nachfrage übersteigen (laufende Nachfrage plus jener Teil von angesammelten Dollars, die jährlich in Gold umgetauscht werden). Bei 600 Dollar die Unze würde ein jährliches Angebot von 1500 t den Markt mit etwa 27 Milliarden Papier-Dollar überschwemmen. Im Jahre 1978 betrug der von den OPEC-Länder angesammelte Uberschuß nur etwa 7 Milliarden. Es ist richtig, daß sich im Jahre 1979 eine Zunahme auf 65 Milliarden ergab, aber niemand kann sagen, ob der „Goldpreis" lösen kann. Der „Goldpreis" kann also bei 600 Dollar die Unze stehen bleiben wieder fallen, ohne jemals wieder auf wird. einen Kurs von 35; 42 oder 100 Dollar Das Verhältnis zwischen Angebot und die Unze zu steigen. Erinnern wir uns, Nachfrage kann sich also nicht unaufhör- daß es bereits schon einmal einen solchen lich dahingehend entwickeln, daß sich der Fall gab: zwischen Ende 1974 und Herbst Goldpreis völlig von dem eigentlichen 1977 war der „Goldpreis" von 200 auf Wert des Goldes (den Produktionskosten) 125 Dollar gefallen. Die Zunahme des „relativen Wertes" von Gold hat zwei Ursachen
Bei der Definition der Neubewertung usw: Aber zu diesen natürlichen Ursachen des Goldes im Verhältnis zum Durch- kommen noch die sozialen hinzu. schnittswert der anderen Waren haben wir die natürlichen Ursachen der langsameren Die südafrikanische Goldindustrie hat Zunahme der Arbeitsproduktivität in den das „Wirtschaftswunder" fertiggebracht, Goldminen im Verhältnis zur Arbeitspro- die Löhne der schwarzen Arbeiter ein duktivität in Industrie und Landwirtschaft dreiviertel Jahrhundert lang auf einem betont; die fortschreitende Erschöpfung unveränderten Stand zu halten, es sei der ertragreichsten Minen, die Notwendig- denn sie veränderten sich nach unten (7). keit, immer tiefer zu schürfen, um die Produktion aufrecht zu erhalten; immer In diesen Zahlen ist das ganze Geheimlängere Zeitspannen und immer höher nis der Apartheid und die ganze Verantsteigende Kosten bis die Suche nach wortung des Imperialismus für dieses neuen, rentablen Minen zum Erfolg führt; unmenschliche System enthalten (siehe wachsende Kosten der neuen Technologie Tabelle II). TABELLE II
Index des Realeinkommens der schwarzen Arbeiter in den Goldminen Südafrikas (100 : 1936) Barauszahlungen und kostenlose Nahrungsrationen und andere Zuwendungen in Naturalien 1911 111 1921 77 1931 91 1936 100 1941 93 1946 100 1951 93 1956 1961 1966 107 1969 108 Quelle: Francis Wilson: Labour in the South African Mines 1911-1969, Cambridge University Press, 1972 Derselbe Autor schreibt, daß der weise) schwankenden Arbeitslohn liefert. Gegenwert des Lohnes (in Geld und Na- Im Jahre 1961 wurde bei einer großen turalien) im Jahre 1969 bei 199 Rand Gruppe festgestellt, daß ein Zuschuß von jährlich lag. Im Jahre 1961 waren es 146 180 Rand jährlich erforderlich sei, um Rand gegen 338 bei den schwarzen Ar- den Unterhalt der Familie eines schwarzen beitem in der Bauindustrie und 370 Rand Minenarbeiters in einem städtischen Gedurchschnittlicher Jahreslohn bei den biet zu sichern, und zwar geht es hier um schwarzen Fabrikarbeitern. Und der die Kosten für Lebensmittel, Wohnung Autor fügt eine Analyse an, die in über- und Heizung. Dazu kommen die Kosten zeugender Weise diese Hungerlöhne auf der öffentlichen Dienste einschließlich das System der Apartheid zurückführt: Krankheitskosten, die sich um 20 Rand je Haushalt fährlich erhöht haben. Die „Die niedrigeren Löhne können solange durchschnittlichen Kosten für die Rekrugezahlt werden, wie die ländliche Basis tierung eines Minenarbeiters lagen ungezusätzliches Einkommen zu einem (zeit- fähr bei 30 Rand jährlich. Durch die Be-
schäftigung von Wanderarbeitern, die man als repräsentativer für die Industrie insgesamt ansehen kann, konnten jährlich 170 Rand je Minenarbeiter eingespart werden (d.h. der Hungerlohn reduzierte sich auf weniger als die Hälfte, EM).
Ein anderer wesentlicher Vorteil für die Industrie, die Wanderarbeiter beschäftigt, liegt im politisch-sozialen Bereich. Dieses System ermöglicht eine genauere Kontrolle dieser Arbeiter, sodaß soziale Konflikte auf ein Mindestmaß herabgedrückt werden können.. " (ebenda, S. 135-136).
In den Goldminen des Rand handelte es sich zweifelsfrei um Arbeitsbedingungen, die an Sklavenhalterei grenzen (8). Es ist offensichtlich, daß die oben aufgezeigte Entwicklung der Löhne keineswegs den Preis der Arbeitskraft darstellt, wie sie von freien Arbeitern auf einem freien Arbeitsmarkt verkauft wird. Aber mit der Zeit gerieten diese Arbeitsbedingungen in Widerspruch zu den in Südafrika entstandenen ökonomischen Veränderungen angesichts der raschen industriellen Entwicklung und der neuen sozialen und politischen Wirklichkeit in Schwarzafrika. Es wurde immer schwieriger, in Südafrika Arbeiter für die Minen des Rand zu bekommen. Man mußte sie durch Arbeitskräfte aus den Nachbarländern Botswana, Lesotho, Malawi und Mozambique ersetzen.
Aber in gleichem Maße wie der anti. imperialistische Druck in ganz Afrika und in den angrenzenden Ländern wuchs, begann diese Quelle mehr und mehr zu versiegen. Man mußte also die Löhne der schwarzen Minenarbeiter erhöhen, um in Südafrika weiterhin Arbeitskräfte zu finden. Die Lohnkosten stiegen (z.T. auch bedingt durch die nach Südafrika importierte internationale Inflation, d.h. durch den Wertverlust des Dollars gegenüber dem Gold. Das verursachte einen Preisanstieg der nach Südafrika eingeführten Güter und eine Erhöhung der Kosten der Goldförderung).
Der Lohn eines in Schicht arbeitenden schwarzen Minenarbeiters stieg von 0,8 Rand im Jahre 1970 auf 1,6 Rand im Jahre 1974 (Neue Zürcher Zeitung 30.11. - 1.10.74).
In gewissermaßen paradoxer Weise kann man sagen, daß trotz des Apartheid- Regimes und trotz der vom Imperialismus ausgeübten Kontrolle über den südafrikanischen Goldbergbau das neue Wertverhältnis zwischen dem Gold und anderen Waren die Auswirkung des veränderten Kräfteverhältnisses zwischen dem Impe. rialismus und, wie in diesem Falle, den gesamten anti-imperialistischen Schichten in der Welt, wenn auch indirekt, zum Eine Umwandlung des Ausdruck bringt. Die Rechnung für diese internationalen Währungssystems? Veränderung des Kräfteverhältnisses wird der Bourgeoisie (und von Das gewaltige Ansteigen des „Goldanderen besitzenden Klassen) der halb- preises" hat einen großen Einfluß auf das kolonialen Länder bezahlt. Wie die OPEC- internationale Währungssystem Länder profitieren auch die südafrikani- leicht vorhersehbar war - außer für die sche Bourgeoisie und der südafrikanische fanatischen Anhänger der „Entmonetisie• Staat von dieser Neubewertung des rung" des Goldes, die ihre Wünsche Goldes. Sie stellt demnach eine Form der anstelle der Realität setzen). Trotz der Umverteilung des in der Welt erzeugten Explosion der zirkulierenden Petrodollar, Mehrwerts zwischen der imperialistischen deren Menge größer als je zuvor war, ist Bourgeoisie und der Bourgeoisie der halb- 1979 das erste Jahr seit 20 Jahren gewekolonialen Länder dar (im Innern der im- sen, in dem der Anteil des Goldes an den perialistischen Länder gibt es eine Um- Währungsreserven der Zentralbanken sich verteilung des Mehrwerts zwischen jenen schneller vergrößert hat als der Dollar- Monopolen, die ihre Investitionen haupt- anteil und alle Devisenreserven (das ist sächlich in der verarbeitenden Industrie offensichtlich, wenn die Goldvornehmen und jenen, die vorwiegend im bestände nach dem mittleren Marktpreis Rohstoffsektor investieren wie Erdöl, und nicht nach dem künstlichen Preis von Gold, Diamanten, Silber, Uran usw:). 45 Dollar pro Unze bewertet. - Vgl. Aber die südafrikanischen Arbeiter profi- Tabelle III). tieren davon auch ein wenig.
TABELLE III
Gesamtwert der Wert der Gold- B in % von A Devisenreserven reserven zu den jeweiligen Marktpreisen der Zentralbanken (in Milliarden Dollar)
A B 13,01 9,8 75.5 % 27,8 93,1% S6.6 63.0% 62.6 60,0% 74,2 54.6% 72,6 56,3% 92,5 44,6% 288,9 309.7 415,7 41,6% 471,2 44,2% 710 Die Unze Gold hatte 1928 den Preis von 20 Dollar, 35 Dollar 1938, 70 und 125 im Jahre 1975 bzw. 1976, 150 1977, 175 1978 und 400 1979. Es handelt sich ganz offensichtlich um grobe Annäherungen, die ganz einfach dazu dienen sollen, eine Größenordnung darzustellen mit 1975 als Basisjahr. Ein genaues jährliches Mittel ist unmöglich zu kalkulieren, wenn man die Gewichtung der gemachten Fehler in Rechnung stellt. Um vergleichbare Zahlen zu erhalten, haben wir das Vermögen des IWF seit 1951 und die SZR (Sonderziehungsrechte) seit 1978 nicht berücksichtigt. Aber der Einfluß dieser Größen ist unbedeutend. Ende 1978 repräsentierten sie weniger als 4% der gesamten Währungsreserven. Wenn das Ansteigen des Goldpreises" währungen würde, selbst wenn die Inflasich 1980 oder 1980-81 im Tempo von tion sich in dem gegenwärtigen Tempo 1979 fortsetzen würde (50% anstatt 100% fortsetzt, den Grad erreichen, wo sie als Steigerung pro Jabr), was nicht sehr wahr- ausreichend für die Konvertibilität des scheinlich, aber auch nicht vollkommen Papiergeldes in Gold erachtet wird: unmöglich ist, dann würde eine ähnliche Situation wie 1928 eintreten, d.h. die Alles entwickelt sich demnach, als ob Golddeckung der imperialistischen Haupt- „die Flucht in das Gold" einen objektiven,
automatischen Mechanismus darstellen Hauptmächten sich Schritt für Schritt würde, durch den das Wertgesetz, d.h. deren jeweiligem Anteil am Weltexport die objektiven Gesetze, die die (kapitali- annähert (der Anteil der USA beträgt stische) Marktwirtschaft bestimmen, sich gegenwärtig 16%), falls die Verkäufe des fir die Manipulationen und ,wirtschaft- Goldes aus der US-Zentralbank wie bisher lichen Maßnahmen" von Regierungen, weitergehen (z.Zt. sind das ungefähr 9 Zentralbanken, Staaten und Monopolen Mio. Unzen pro Jahr). In 5 Jahren würde rächen würde. der Anteil der USA an den Goldvorräten - bei sonst gleichbleibenden Bedingungen Dies umsomehr, als die Verteilung der - daher auf 15% sinken. (Vgl. Tabelle IV) Goldbestände unter den imperialistischen TABELLE IV
Anteil der USA an den Goldreserven der Zentralbanken der kapitalistischen Länder 28,3% 38,0% 43,4% 71,7% (hist. Höchstwert)
64,2% 57,8% 44,0% 30,7% 26,8% (9)
25:7% 24,2% Als Folge der „Flucht ins Gold" Zahlungsprobleme am leichtesten zu bemühen sich die Vereinigten Staaten zur lösen... Durch die Regulierung eines Zeit erneut, das laufende Defizit ihrer bestimmten Anteils der Forderungen (der Zahlungsbilanz mit Gold zu begleichen, bedeutendsten Olproduzenten) mit Gold ohne damit schnell ihre Reserven aufzu- - indem im wesentlichen der Wille, den brauchen. 1979 betrug dieses Defizit erst Goldmarkt in geordneter Weise zu belie- 25 Milliarden Dollar. Bei einem Preis von fern, demonstriert werde - würde man in 400 Dollar pro Unze müßten 6 Millionen entsprechender Proportion die Summen Unzen Gold verkauft werden, d.h. etwas reduzieren, die sonst durch das internatiomehr als 2% der Goldreserven der USA. nale Bankensystem fließen müßten, Selbst wenn das Defizit erneut eine dessen unbegrenzte Rückflußkapazitäten Größenordnung von 10 Milliarden Dollar gegenwärtig weitgehend in Frage gestellt erreichen würde (was als generelle Ten- sind. " (Leitartikel der Financial Times denz wenig wahrscheinlich ist und ledig- vom 4. Januar 1980). lich in außergewöhnlichen Jahren möglich wäre), würde bei einem Ansteigen der Haben wir das falsch verstanden oder Goldkurse (z.B. auf 600-700 Dollar pro handelt es sich wirklich um eine Auf- Unze) der Verkauf von 4% der Goldreser- forderung eines Sprachrohrs des briti ven der USA ausreichen, das gesamte schen Finanzkapitals an die amerikanische Defizit zu begleichen. Regierung (und an alle imperialistischen Regierungen), zur selben Lösung zU Noch einmal: Alles geschicht so; als ob kommen - dh. Gold zu verkaufen, um der Preisanstieg des Goldes in das interna- einen großen Teil ihrer laufenden Zahtionale Währungssystem ein wenig mehr lungsbilanzde fizite auszugleichen (das „Ordnung" und „objektive Wahrheit" wäre die Bedeutung der Formulierung zurückbringen würde. Die noch ungleiche „orderly way": „in geordneter Weise")? Verteilung der Goldvorräte der imperiali- Das wäre eine sensationelle Kehrtwendung stischen Länder - ein zu großer Anteil in der Haitung des Sektors des Finanzder USA und ein zu kleiner Anteil der kapitals, der während des vergangenen Bank von Japan - würde „automatisch" Jahrzehnts neben den USA die Hauptbeseitigt werden, wenn die imperialisti- stütze des fehlgeschlagenen Versuchs war, schen Länder bei Zahlungsbilanzde fiziten „das Gold zu entmonetisieren" ihre Verbindlichkeiten völlig oder zum großen Teil mit Gold begleichen würden: Ein schöner Trick wird gleichzeitig in „Man könnte leicht aufdecken, daß die den Beziehungen der imperialistischen nützlichste Funktion des Goldes, das (von Länder zur OPEC deutlich. Die OPEC den Zentralbanken). offiziell gehalten beklagt sich darüber, daß sie mit ständig wird... darin bestünde, deren spezifische mehr abgewerteten Dollar bezahlt wird. „Recht so/", antworten die Imperialisten, „wir werden unsere Verpflichtungen Euch gegenüber mit Gold begleichen, das (auf lange Sicht) genau im selben Tempo an Wert gewinnt wie das Öl". Eine Unze Gold für 18 bis 20 Barrel Öl. Diese Parallelität der Preisentwicklung erklärt sich leicht aus der Ähnlichkeit der Förderungsbzw. Produktionsbedingungen dieser beiden Bodenschätze. Außerdem wäre ein zusätzlicher Vorteil dieser „Lösung"". daß er das Inflationstempo in den USA (und indirekt das Tempo der Weltinflation) bremsen würde; eine der Ursachen (wenn auch nicht die Hauptursache) des Inflationstempos ist das Anwachsen der Papierdollarmenge in der Zirkulationssphäre, durch die das Zahlungsbilanzdefizit der USA ausgeglichen werden soll. Aus dem Blickwinkel der Völker der OPEC-Länder ist es - was ihre wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklungsperspektiven angeht - ebenso unsinnig, größere Goldvorräte anzulegen, wie es nutzlos ist, wachsende Dollarguthaben bei den imperialistischen Banken zu besitzen. Aber aus der Perspektive ihrer besitzenden kapitalistischen Klassen ist dies ein bedeutender Unterschied: die Dollar-Guthaben werden entwertet, während die Goldvorräte ihren Wert bewahren oder sogar steigern können; sie stellen eine Reserve, einen Besitz dar, der viel realer als die Dollarguthaben ist. Heißt das, daß das Ansteigen des Goldkurses Schritt für Schritt zu einem internationalen Währungssystem führt, das auf der Goldwährung beruht? Es gibt ein ungeheures Hindernis auf diesem Weg zurück: Wenn nämlich die Verteilung. der Vorräte unter den imperialistischen Hauptmächten schrittweise und fast automatisch zu einer Situation zurückführen würde, die im großen und ganzen ihrem jeweiligen Anteil am Welthandel entspricht. dann bedeutet das nicht für alle kapitalistischen Länder dasselbe.. Die halbkolonialen Länder, die ungefähr 22% des Weltexports erzeugen, besitzen lediglich 10% des Weltgoldvorrats. Die OPEC-Länder, deren Anteil am Weltexport etwa 11% beträgt, besitzen nicht mehr als 2,5 - 3% des Weltgoldvorrats. Selbst wenn die imperialistischen Länder den größten Teil ihrer Zahlungsrückstände an die OPEC-Länder mit Gold begleichen würden, dann würde es, bei einem Goldkurs von 600 oder 700 Dollar pro Unze, lange Zeit dauern, bis deren Anteil 10% erreichen würde.
In der gegenwärtigen Entwicklung spielt eine Art Viergespann eine Rolle. Die Preiswelle bei den Industrieprodukten,
die die imperialistischen Länder in die „Dritte Welt" exportieren, hat eine Olpreiserhöhung zur Folge gehabt (die langfristig sehr gering ist, weil selbst bei einer Realpreissteigerung immer noch das Gesetz von Angebot und Nachfrage wirksam werden würde und die imperialistischen Länder ihre Öl-Nachfrage zunehmend verringern würden); diese •Ölpreissteigerung zieht ein paralleles Ansteigen des Goldpreises nach sich und damit die wachsende Umverteilung des Goldes zugunsten der Länder mit Zahlungsbilanzüberschüssen; das würde erlauben, das relativ große Volumen der Exporte der imperialistischen Länder in die OPEC-Länder und die Profit-Rate der Monopolexporteure zu halten, die Inflationsrate im Westen aber zu bremsen. Auch wenn dieses Viergespann (aus dem Blickwinkel der Imperialisten) für die OPEC-Länder elegant und vernünftig erscheint, für die nicht-erdölexportierenden halbkolonialen Länder ist es tödlich. Da diese Länder eine strukturell defizitäre Zahlungsbilanz aufweisen und da die Ölpreise weitersteigen, haben sie keine Möglichkeit, zusätzliche Goldreserven zu erlangen und wären somit fast zum unmittelbaren Bankrott verurteilt im Fall einer Rückkehr zur Goldwährung, was zu einem Zusammenbruch des Welthandels führen würde.
Das Problem der halbkolonialer Länder in bezug auf den Ausgleich d defizitären Zahlungsbilanz (unter des sich auch eine wachsende Anzahl vun OPEC-Ländern befindet) kann nur dusch eine kontinuierliche Expansion des internationalen Kredits gelöst werden, wenn es darum geht, einen rapiden Rückgang ihrer Käufe imperialistischer Ware zu vermeiden. Aber dieser internationale Kredit verlangt ein universelles Zahlungsmittel, das sowohl von den Warenverkäufern als auch von den Gläubigern akzeptiert wird, dh. eine „universelle Wähung" verschieden vom Gold und davon unabhängig, d.h. etwas in der Handelswirtschaft Unerfindbares (außer in Form von Papiergeld bei anhaltender Entwertung). Würde das bedeuten, daß man letztendlich bei einem internationalen Währungssystem bleiben würde, das weitgehend unabhängig vom Gold ist, d.h. daß man praktisch weiterhin unter einer Herrschaft einer „Dollar-Leitwährung" leben wird? Dem ist nicht so. Eine Reihe gradueller Veränderungen sind im Gange, die die schwindende Rolle des Dollars im internationalen Währungssystem und die wachsende Rolle des Goldes unterstreichen:
- eine Zentralbank nach der anderen veranschlagt schon ihre Goldreserven in ihren normalen Bilanzen nach dem laufenden Marktpreis und nicht nach dem fiktiven Preis des IWF (Übereinkunft von 1971: 45 Dollar die Unze). Die Zentralbanken, die sich buchstäblich an diese Übereinkunft bei der Berechnung der Reserven halten, repräsentieren schon eine Minderheit unter den wichtigsten kapitalistischen Mächten und nicht mehr die Mehrheit. Es ist nur eine Frage der Zeit, daß die Zentralbank der USA es ebenso macht.
- Im Schoße des europäischen Währungssystems werden die Goldoperationen zwischen den Banken wieder eingeführt und fangen an, praktiziert zu werden, sei es auch nur auf einer bescheidenen Ebene. Im übrigen ist der ECU eine Währung, die offiziell goldgedeckt ist.
- Die OPEC-Länder verlangen beharrlich, daß die Berechnung des Ölpreises sich nicht mehr nach dem Dollar richtet, sondern sich auf einen Währungsfonds der wichtigsten imperialistischen Länder stützt. Das würde darauf hinauslaufen, daß die effektive Zahlung des Öls aus demselben Fonds zu machen wäre. - Die USA selbst, die radikal ihre Haltung zu diesem Vorschlag geändert beben, fangen an. Druck auf die BRD und ap auszuüben-(und in einem geringeren 1), damit diedere ire peratungen Mach. dem Dollar als Währungsreserven für andere Devisen akzeptieren. Diese Länder widersetzen sich diesem Druck und wünschen nicht, den Spekulationsschwan kungen der Devisen ausgesetzt zu sein, mit denen sie für den Fall rechnen, daß ihre Währung effektiv diese Rolle einnehmen würde. Nichtsdestoweniger steigt der Anteil an DM, Yen, Schweizer Franken und Gulden an Austauschreserven ebenso wie am europäischen Devisenmarkt langsam aber beständig. Laut Erklärung der Depotbanken auf dem Euromarkt entfiel auf 373 Mrd. Dollar Mitte 1979 schon 1/4 der Guthaben auf DM und Schweizer Franken. Außerdem besitzen Zentralbanken v. a. in Südostasien und im Nahen Osten für einige 10 Mrd. Dollar Austauschreserven in Form von Yen-Guthaben.
- Parallel dazu nimmt der Teil des Welthandels, der in Dollar abgewickelt wird, langsam aber ständig ab. Der Teil der Weltexporte, der in anderen Währungen abgeschlossen. und verrechnet wird, wächst parallel dazu. Die Drohung des Ayatollah Khomeini, keine Dollar als Zahlungsmittel für iranisches Erdöl mehr anzunehmen, war weder notwendig, um diese Entwicklung auszulösen, noch hat sie sie progressiv beschleunigt. Sie entwickelt sich unweigerlich aus den unterschiedlichen Raten der Entwertung (Inflation) des Dollar einerseits, und der DM, des Yen etc. andererseits.
Gegenwärtig werden ungeflihr 25-30% der japanischen Exporte in Yen abgeschlossen, etwa 75% der westdeutschen Exporte (aber nur 40% der Importe in der BRD) werden in DM abgeschlossen. (Euromoney, Juli 1979).
- Paradoxerweise und aus demselben Grund sind die Länder, die am meisten an der Beibehaltung der „Dollar-Leitwährung" interessiert sind, (bei einem „frei fallenden" Dollar) die am meisten verschuldeten, halbkoloniale Länder. Denn diese „Dollar-Währung" verringert ein wenig die Last ihrer Schuld, da sie ihnen erlaubt, in „guter Währung" zu leihen und in „schlechter Währung" zu zahlen (bei einer jährlichen kummulierten durchschnittlichen Inflationsrate von 7% verliert der Dollar 50% seines Wertes in 6 Jahren, so daß eine Anleihe von 100 Mio Dollar nur noch mit einer Kaufkraft von 50 Mio zurückgezahlt wird). Dieses Verhalten ist nicht nur diesen Regierungen eigen: „Die Eurobanken tendieren dazu, sich in schwachen Währungen zu verschulden und Gläubiger in starken Währungen zu werden" (Jour nal de Geneve, 10.9.79).
Umgekehrt und aus dem gleichen Grund, scheinbar paradox, fangen die wichtigsten Kreditgeber an, d.h. die großen Privatbanken einschließlich derjenigen der USA, sich von der „Dollar- Währung" loszulösen, die sie schädigt, wie jede beschleunigte Inflation den Kreditgeber schädigt und den Schuldner begünstigt.
Aus eben denselben Gründen fangen die Privatbanken an, „reelle Werte" mit einzubeziehen (v.a. Gold, aber auch Diamanten und Silber), um mit ihren Klienten vereinbarte Kredite zu decken, Pensionsfonds zu sichern und sogar zur. eigenen Deckung. (Business Week, 31. 12.79)• Das Gold und die Krise
Die lange Depression, in welcher die internationale kapitalistische Wirtschaft steckt, hat einen doppelten Aspekt wie jede kapitalistische Krise: sie ist einmal Resultat des Falls der durchschnittlichen Profitrate und Ausdruck einer Uberproduktion. Die Währungsfragen und der Anstieg des Goldpreises sind eng verbunden mit der Natur der Krise durch die Explosion der Zinssätze und die Erschütterung des internationalen Kreditwesens,
das periodisch an den Rand des Abgrunds gerät.
Auf nationaler Ebene ist die Wiederbelebung der Jahre 76-78, die relativ schwach, ungleich und zögernd war, nur möglich gewesen dank einer neuerlichen Explosion der Kreditinflation. In den USA hat sich die Geldschuld der Unternehmen Ende 1979 auf 1000 Mrd. Dollar zugespitzt (40% mehr als 1975). Die private und öffentliche Verschuldung im ganzen erreichte fast 4000 Mrd. Dollar (50% mehr als 1975). Das ist die grundlegende Ursache der permanenten Inflation.
Aber wenn dieser Prozeß noch teilweise auf nationalem Niveau kontrollierbar ist durch die Konjunkturpolitik der Regierungen und Zentralbanken, so existiert nichts Vergleichbares auf Weltmarktebene. Dort gibt es keinen Geldgeber, der in höchster Not einspringt, gibt es keine einheitliche Konjunkturpolitik, durch die dies zu bewerkstelligen wäre. Der explosionsartige Anstieg der internationalen Verschuldung (nur 350 Mrd. Dollar allein für die einzelnen Länder der sog. Dritten Welt) konfrontiert den Kapitalismus mit einem unauflöslichen Widerspruch. Er riskiert entweder, den Welthandel zu drosseln, oder aber daß einige Großschuldner in Konkurs gehen. Die enormen Verluste; die hieraus resultieren, werfen das Problem auf, wie diese Verluste unter den verschiedenen öffentlichen und privaten Fraktionen des internationalen Finanzkapitals aufgeteilt werden sollen, bzw. das Problem, wie ein allgemeiner Bankenkrach vermieden werden kann, der nämlich am Ende dieses verrückten Kurses ins Haus steht. (9) laraus resultiert, Weise die Inflation des Dollar, die Inflation der Masse des Papiergeldes und damit den Zinsanstieg beschleunigt, kann man leicht empirisch feststellen. Da der Zinsanstieg, wenn er einmal eine bestimmte Stufe erreicht, gegen der Verfall, die Stagnation oder auch nur die unzureichende Ankurbelung der durchschnittlichen Profitrate stößt, die produktiven Investitionen bremst, ja drosselt, dies ist offensichtlich. belbure en Chai ei der Wacher Anzeichen einer neuerlichen Rezession 1979-80 können das bestätigen. (Recycling der Petrodollars durch die privaten Banken und zum Profit der privaten Banken und der großen Export- Monopolisten der imperialistischen Lăndre) geraten all die Notbehelfe, dank derer das intemationale kapitalistische System bis heute einen Krach wie den von 1929 vermeiden konnte, jetzt mit den Folgen des Gold Höhenflugs in Konflikt. Wir haben bereits angedeutet, daß angesichts dieser Goldflucht und des freien Falls des Dollar die Dollar-Anleihen immer mehr zu einem schlechten Geschäft für die Banken werden. (Selbst die Hortung von Gold ohne Zinsen wäre im Verlauf der letzten 3 Jahre viel rentabler gewesen als die Anleihen von 7,8 oder 10% an Regierungen, die zahlungsunfähig zu werden drohten).
Der fortschreitende Verfall des Dollars als Leitwährung deutet die Grenzen der Inflation als Krisenpuffer an, die Grenzen der Kreditinflation, d.h. die Grenzen des Kredits, d.h. die Grenzen der „Ersatzmärkte".
Die Schwere der Krise ist so eine der grundlegenden Zeiterscheinungen, die die Flucht in das Gold erklärt. Es ist nicht in erster Linie die Angst vor der anhaltenden Entwertung des Dollar und anderer Papiergelder, sondern die Erschütterung des Kreditsystems durch die Wirkung der Krise, d.h. durch die Wirkung der unzureichenden Profitrate und durch die potentielle oder tatsachlich vorhandene Überproduktion, wobei sich das Kreditsystem in letzter Analyse auf die Goldbasis stützt. Marx hatte dies vor mehr als einem Jahrhundert verstanden und analysiert:
„Solange sie „von Kapital' ex professo handelt, sieht die aufgeklärte Ökonomie mit der größten Verachtung auf Gold und Silber herab als auf die in der Tat gleichgültigste und nutzloseste Form des Kapitals. Sobald sie vom Bankwesen handelt, dreht sich das alles um, und Gold und Silber werden das Kapital par excellence, für dessen Erhaltung jede andre Form von Kapital und Arbeit geopfert werden muß. Wodurch aber unterscheiden sich mun Gold und Silber von den andren Gestalten des Reichtums? Nicht durch die Wert: größe, denn diese ist bestimmt durch die Menge der in ihnen vergegenständlichten Arbeit. Sondern als selbständige Inkarnationen, Ausdrücke des gesellschaftlichen Charakters des Reichtums. (Der Reichtum der Gesellschaft besteht nur als Reichtum einzelner, die seine Privateigentümer sind. Er bewährt sich nur dadurch als gesellschaftlicher, daß diese einzelnen, zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse; die qualitativ verschiednen Gebrauchswerte gegeneinander austauschen. In der kapitalistischen Produktion können sie dies nur vermittelst des Geldes. So wird nur vermittelst des Geldes der Reichtum des einzelnen als gesellschaftlicher Reichtum verwirklicht; im Geld, in diesem Ding, ist die gesellschaftliche Natur dieses Reichtums verkörpert. - F.E.) Dies sein gesellschaftliches Dasein erscheint also als Jenseits, als Ding, Sache, Ware, neben und außerhalb der wirklichen Elemente des gesellschaftlichen Reichtums. Solange die Produktion füssig, wird dies vergessen. Der Kredit, als ebenfalls gesellschaftliche Form des Reichtums, verdrängt das Geld und usurpiert seine Stelle. Es ist das Vertrauen in den gesellschaftlichen Charakter der Produktion, welches die Geldform der Produkte als etwas nur Verschwindendes und Ideales, als bloße Vorstellung erscheinen läßt. Aber sobald der Kredit erschüttert wird - und diese Phase tritt immer notwendig ein im Zyklus der modernen Industrie -, soll nun aller reale Reichtum wirklich und plötzlich in Geld verwandelt werden, in Gold und Silber, eine verrückte Forderung, die aber notwendig aus dem System selbst hervorwächst." (MEW 25; S. 588f nach der Dietz Ausgabe, Berlin 1973).
Man könnte die Entwicklung der letzten 30 Jahre nicht besser zusammenfassen, sowohl vom Gesichtspunkt der ökonomischen Realitäten als auch von dem der vorherrschenden ökonomischen Konzeptionen in der bürgerlichen Gesell. schaft.
Keynes sagte, daß das Gold ein „barbarisches Metall" sei. Es ist wohl fundierter, wenn man mit Marx feststellt, daß das kapitalistische Regime ein irrationales und barbarisches Regime ist, das nach Phasen des Aufschwungs unvermeidlich zu Krisen führt. Die periodische Rehabilitierung des Goldes in praktischer wie in theoretischer Hinsicht ist nur ein zusammenfassender Reflex dieser Irrationalität und dieser Barbarei, die verantwortlich sind für Elend, für Hunger, ja für den Tod von Millionen von Menschen. Und das nicht, weil die Welt zu wenig produziert, sondem weil sie nicht die Güter, die sie produziert, konsumieren kann, ohne daß diese durch das Geld hindurchgehen, dh. wiederum immer mehr durch das Gold.
ANMERKUNGEN:
1) „An ihren Produktionsquellen jedoch tauschen sich die edlen Metalle direkt mit anderen Waren aus. Es findet hier Verkauf (auf Seite der Warenbe sitzer) ohne Kauf (auf Seite der Gold- und Silberbesitzer) statt. Und spätere
Verkäufe ohne nachfolgende Käufe vermitteln bloß die weitere Verteilung der edlen Metalle unter alle Warenbesitzer. So entstehn auf allen 1978 aber 450t.) (49. Jahresbericht der Bank für internationalen Zahlungsverkehr, 11. Juni 1979, Basel). fiel von 40% im Jahre 1910 auf 20% im Jahre 1969 (Francis Wilson wie oben, S. 159-160).
8) Die Art und Weise, wie diese Arbeits- Punkten des Verkehrs Gold- und Silberschätze vom verschiedensten Umfang. Mit der Möglichkeit, die Ware als Tauschwert oder den Tauschwert als Ware festzuhalten, erwacht die Goldgier... Der Trieb der Schatz- 5) Nachdem die meisten Goldkäufe in den vergangenen Jahren von verschiedenen Interessenten zum Zwecke der Hortung stattfanden, scheint dies seit dem verstärkten Auftrieb des Goldpreises im Jahre 1978 nicht mehr der kräfte unter Trennung der Geschlechter in Lager untergebracht sind, zeigt deutlich, daß es sich nicht um wirklich freie Arbeiter handelt. 9) In den USA haben die Zentralbanken, bildung ist von Natur aus maßlos. Qualitativ oder seiner Form nach ist das Geld schrankenlos, d.h. allgemeiner Repräsentant des stofflichen Reichtums, weil in jede Ware unmittelbar umsetzbar. Aber zugleich ist jede wirkliche Geldsumme quantitativ beschränkt, daher auch nur Kaufmittel von beschränkter Wirkung. Dieser Widerspruch zwischen der quantitativen Schranke und der qualitativen Schrankenlosigkeit des Geldes treibt den Schatzbildner stets zurück zur Sisyphusarbeit der Akkumulation. Es geht ihm wie den Welteroberer, der mit jedem neuen Land nur eine neue Grenze erobert. " Karl Marx: Das Kapital, Bd. I, S. 145 u. 147 2) Siehe insbesondere die Kapitel 38 bis 42 des dritten Bandes, aber auch allgemein im Kapitel 10 des 3. Bandes, S. 188, 193/194 und 209 der MEW Bd. 25.
ar 300% rung gemessen an entwertetem Papiergeld zum Ausdruck bringt. Die tatsächliche Inflationsrate müßte der Tatsache Rechnung tragen, daß die gestiegenen Preise sich auf Werte beziehen, die sinken, d.h. daß das Ausmaß der tatsächlichen Entwertung des Papiergeldes bei 600 bis 1200% liegt.
4) Zur laufenden Produktion muß man außer den Verkäufen aus den Lagerbeständen des IWF (Internationaler Währungsfonds) und der amerikanischen Zentralbank (die anderen Zentralbanken scheinen nicht Gold verkauft zu haben) die jährlichen Goldverkäufe der Sowjetunion zählen, die damit insbesondere ihre massiven Weizenimporte bezahlt. Das jährliche Angebot an Gold setzt sich aus diesen drei Elemente zusammen. Seine Gesamtsumme steigt seit 1975 unaufhörlich, obwohl die Produktion kaum mehr wächst. Sie steigt deshalb, weil die westlichen öffentlichen Instanzen Gold verkaufen (1975 waren es 35 Tonnen, 1978 bereits 325 t. und 1979 dann 430 t.) und die Sowjetunion dasselbe tut (1975 150 t., Fall zu sein. Die „Financial Times" vom 24.12.79 schreibt: Ein Teil der Nachfrage nach Gold kommt in den letzten Wochen aus dem Mittleren Osten. Davon stammt ein Teil wohl von den offiziellen Dollarbesitzern (d.h. von den Zentralbanken der OPEC-Länder), die sich bemühen, ihre Reserven zu diversifizieren." 6) Um objektiv zu bleiben, muß man darauf hinweisen, daß die als Folge der Geiselnahme in der amerikanischen Botschaft in Teheran gegen den Iran ergriffenen Maßnahmen der Regierung Carter eine gewisse, berechtigte Beunruhigung unter den Besitzern großer Dollar-Guthaben im Mittleren Osten hervorgerufen haben. Diese Guthaben sind bei den amerikanischen Banken in den Vereinigten Staaten oder bei deren Filialen in Europa oder anderswo deponiert. Carter hat aus rein politischen Motiven seine Hand auf diese • Guthaben gelegt. Könnte es nicht sein, daß morgen die Dollarguthaben in anderen Ländern aus anderen politischen Gründen an der Reihe sind? Daher kommt es, daß einige Zentralbanken von OPEC-Länder den Wunsch haben, ihre Dollars in Gold umzutauschen.
7) Nach Leo Katzen „Gold und die südafrikanische Wirtschaft", (Kapstadt Amsterdam, 1964) lagen die Lohnkosten geförderter Tonne im Jahre 1902 bei 25,9 Schilling und im Jahre 1946 bei 25,7. Aber der Lohnanteil der Minenarbeiter an den laufenden Produktionskosten (operating costs) 1 5 der Finanzkommissar und die Federal Deposit Insurance Corporation (Versicherung der Bankeinlagen) im letzten Jahr zum ersten Mal ein gemischtes Komitee gegründet, um die internationalen Aktivitäten des Finanzwesens der großen amerikanischen Banken zu kontrollieren... Im Verlauf der letzten Jahrzehnte haben die großen Banken der Welt begonnen, alf internationaler ökonomischer Ebene ebenso eine wesentliche ökonomische Rolle zu spielen, wie sie dies zuvor auf nationalem Niveau getan haben... Es kommt deshalb darauf an, diese Störungen zu ver meiden, die an den Zusammenbruch des Systems der festen Paritäten gebunden sind. Die Probleme, die durch die Überschüsse der OPEC und durch die Ausweitung der Inflation aufgeworfen werden, münden nicht von einem Tag auf den anderen in eine internationale Finanzpanik als Folge einiger Bank-Konkurse... Es gibt eine Unsicherheit (!) kinsichtlich der Rolle der verschiedenen Zentralbanken als Kreditgeber in höchster Not für in Schwierigkeiten geratenen Banken... Eine andere Schwachstelle dieser Zusammenarbeit ist, daß nur die 12 Länder der Baseler Kommission betroffen sind, obwohl die internationalen Banken in -zig Ländern vertreten sind, wo Gesetze in einigen Fällen die Überwachung der Situation der Banken schwierig macht" (Financial Times vom 31.7.79).