Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Kapitalistische Technologie und Energiemangel

· Inprekorr Nr. 84/85, 28. Juli 1977 · S. 25-30 · 4.874 Wörter

Weltwirtschaft und Krise Ökologie und Atomkraft USA und Kanada

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Der folgende Artikel stammt aus der Zeitung "Inter- dertwende sollen Kernkraftwerke den größten Teil national Socialist Review" der monatlichen Beilage des nationalen Energiebedarfs liefern, und da wir zur revolutionär-marxistischen amerikanischen dann sehr von Elektrizität abhängig sein werden, Wochenzeitung "The Militant", die den Standpunkt werden wir keine andere Wahl haben als weiter auf der Socialist Workers Party wiedergibt. Dick Ro- die Kernspaltung zu setzen, " Obzwar weithin der berts, Mitherausgeber der ISR und Mitglied des Claube herrscht, Präsident Carter wende sich in National Committee der SWP, analysiert hierin das seinem Programm gegen die Entwicklung von Brutvor kurzem erschienene Buch von Barry Commoner reaktoren, den potentiell gefährlichsten Typ von "The Poverty of Power", Knopf, New York 1976. Kernk ra 'twerken, betont Commoner, daß die Logik Hierin legt Commoner, ein international bekannter des Energieprogramms auf die Entwicklung der Wissenschaftler, die Beziehungen zwischen der Ent- Schnellen Brüter hinauslfuft: "Da die Uranvorrite wicklung der Kernenergie und den Widersprüchen zur Neige gehen und ihr Preis steil ansteigt, wird des kapitalistischen Systems selbst bloß. es dann notwendig sein, den Vorret an Kernbrennstoffen auszuweiten durch die Hinzunahme von Brutreaktoren, " Commoner hebt hervor, daß das Doku- Die Demonstrationen gegen den Bau von Kernkraft- ment des Weißen Hauses dem aktuellen Wortlaut werken in Seabrok in New Hampshire im Mai haben nach erklärt, daß "der Präsident vorgeschlagen hat, den Aufschwung einer Bewepung angekündigt, die die Fonds für das bestehende Programm der Brutin Japan, Westeuropa, Australien und andersw reaktoren zu kürzen und die Mittel für die Erforschon viel fortreschrittener ist. Als Sprecher der schung alternativer Brüter, fortgeschrittener Kon- 1. 300 Mann starken Protestkundgebung in verterreaktoren und anderer Brennstoffkreisläufe brook trat Dr. Helen Caldecott hervor, eineKinder- einzusetzen. " Die zynische Bedeutung dieser Aussaarztin, diedie Kämpfe in Australien Uhrt. Caldecott ge wird erhärtet durch ein Zitat aus Commoners hob besonders den internationalen Charakter der jüngstem Buch "The Poverty of Power", Knopf, New Bewegung hervor. "Es geht nicht nur um Seabmok, York 1976 : "Wenn die Brdter die Grundlage des sondern um die ganze Welt... Euer Präsident Kernenergieprogramms bilden, wie es das jetzige Jimmy Carter hat kein moralisches Recht darauf Energieprogramm vorsieht, dann werden etwa zu bestehen, wenn dieses Land die Kernenergie jetzt 130 Millionen P'und Plutonium dabei abfallen. Wenn stopt. Caldecott analysierte auch die bekannte nur ein Millionstel davon in die Umwelt entweicht, sundheitsschädigende Wirkung der radioaktiven Um- wie das undurchsichtige Vorgehen der "Plutoniumweltverschmutzung : "Es ist absurd, Millionen von Wirtschaft" vermuten laßt, wird es etwa 78,000 Dollar da für auszugeben, wie man Leukämie. und Fälle von Krebs geben, d, h, 1600 pro Jahr. Wenn Krebs heilen kann und dann Milliarden in eine Indu- 4 Zehntausendstel in die Umwelt entweichen, wird strie zu investieren, die genau diese Krankheiten es etwa 500, 000 Fälle von Krebs im Jahr geben, " verbreitet - das ist Wahnsinn!" Commoner stellt in seinem Artikel in der Washington Post fest, daß Carter Plan das Land ohne seine Cenau dieser Wahnsinn steht im Mittelpunkt von Zustimmung an eine fürchterliche nukleare Zukunft Carters Energieprogramm - so beschreibt es Barry ausliefern würde (...) Die Antwort darauf muß die Commoner, der die Einzelheiten des "Nationalen Eröffnung einer Ofentlichen Debatte über diese wirk- Energieprogramms" in der "Washington Post" vom lichen Folgen der Energiekrise sein, " Diese Debatte 29. Mai analysiert hat. Eine genaue Untersuchung da rí nicht nur um das Pro und Kontra der verschiedes 103-Seiten starken Vorschlags des Weißen Hau- denen Energieformen gehen, ses zeigt, daß das Programm "die massive Einfüh- Charakter des kapitalistischen Systems selbst zum rung von Leichtwasserreaktoren vorsieht (der Typ, Gegenstand haben, das der Gesellschaft so gefährlider in Seabrook gebaut werden soll - D. R.), und che und irrationale Mittel der Energieproduktion zwar in einem wesentlich schnelleren Rhythmus als in den vergangenen Jahren (.... Um die Jahrhun- -25-

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KERNENERGIE "The Poverty of Power" (Der Energiemangel) ist ein Handbuch fur diese Debatte. Barry Commoner, der Autor, ist Direktor des "Scientists Institute for Public Information" (SIPI), das das Magazin "Environment" herausgibt, Er war einer der Initiatoren des'St. Louis Committee for Environmental Information "und auch Autor der Bücher "The Closing Circle' und "Science and Survival". "The Poverty of Power" ist eine massive Anklage gegen das kapitalistische System: "Es ist an der Zeit, die Mangel des wirtschaftlichen Systems der USA vom Standpunkt der Überlegenheit einer sozialistischen Alternative aus zu betrachten und über die Vorzüge von Kapitalismus und Sozialismus zu diskutieren. " Commoners Antworten auf die Krise, die durch die verschwenderische Nutzung der Energievorräte und die zunehmende Zerstörung der Umwelt hervorgerufen wird, weisen Brüche auf, doch wir versuchen zu zeigen, daß die Kühnheit, mit der er wichtige und schwere Fragen aufwirft, einen wichtigen Beitrag zur Diskussion die. ser Fragen darstellt, Commoner belegt nacheinander die profitmotivierte Zerstörung nützlicher natürlicher Ressourcen und parallel dazu die Entwicklung von Methoden der Produktion in der Landwirtschaft, dem Transportwesen und in der Industrie, die irrational sind, wenn man sie am sozialen Nutzen statt am Profit mißt. Die Kernenergie ist der deutlichste Fall. Hier geht es nicht nur um enorme Ausgaben und entsetzliche Risiken, sondern auch darum, daß die Regierung der USA die nukleare Technologie hinter verschlossenen Türen entwickelt und auf jeder Stufe eine öffentliche Debatte darüber abgeblockt hat.

Nach Commoner schätzen die "Union of Concerned Scientists'und die "American Physical Society" , daß ein Unfall in einem Kernkraftwerk den Tod von 50. 000 Menschen zur Folge haben wird und daß die Wahrscheinlichkeit eines solchen Unfalls 1 zu 100. 000 beträpt. Was bedeutet das? Experten haben neulich ausgerechnet, daß der Zusammenstoß von zwei Boeing 747, den es su den Kanarischen Inseln gegeben hat, eine ähnlich große Wahrscheinlichkeit hat. Bei der Katastmophe auf den Kanarischen Inseln sind S00 Menschen ums Leben gekommen; bei einer nuklearen Katastrophe wären es hundert Mal es viel. Commoner schätzt, daß die Kosten für die Produkti in von Kernenergie schneller steigen werden als die für die Kohleproduktion und daß 1986 die Elektrizität aus Kernkraftwerken teurer sein wird als die aus Kohlekraftwerken, Kernenergie ist also gefährlich und teuer, aber die Reserven an Erdgas, Erdöl und Kohle sind begrenzt. Zudem ist die Produktion von Enerpie aus diesen Pohstoffen umweltzerstörend und gesundheitsgefährdend , besonders bei Kohle. Commoner plädiert daher für die Nutzung der Sonner energie, einer unschädlichen und unerschöpflichen Energienuelle . Aber Washington versucht, die Entwicklung der Sonnenenergie zu blockieren, Sehr aufschlußreich ist in dieser Beziehung der Bericht des Untersuchungsausschusses für Sonnenenergie der AEC (1), der nur deswegen der Öffentlichkeit bekannt wurde, weil Commoner mit Hilfe des Senators von South Dakota, James Abourezk, Druck auf die Regierung ausgeübt hat, ihn freizugeben. Bei Commo ner heißt es : "Wenn die verschiedenen Sonnentechno. logien so vorangetrieben würden, wie es die Em- (1) AEC = Atomic Energy Commission - 2 pfehlung des Unterausschusses dr ein "beschleunigtes, ordentliches Programm mit hoher Erfolgsaussicht" vorsieht, dann würdenbel einem Kostenaufwand von 1 Mrd, Dollar im Jahr 2000 insgesamt 21% des Elektrizitätsbedarfs der Nation oder 5, 5% des gesamten Energiehaushalts gedeckt. "

Aber die Regierung folgt diesen Empfehlungen nicht. Commoner stellt in seiner Analyse in der "Washington Post" fest, daß "die Entwicklung alternativer Brüter ... Ahnlich wie die des heutigen Plutonium- Brüters so teuer wäre, daß die Erforschung anderer Energiesysteme dadurch ausgeschlossen würde. DIE ENERGIENUTZUNG

Eines der Argumente Commoners gegen den kapitalistischen Mißbrauch von Energie ist die mit Fakten gut untermauerte Feststellung, daß er unökonomisch ist. Er beweist, daß aus dem ersten und zweiten Gesetz der Thermodynamik zwei Grundsätze folgen, die auf jeden Gebrauch von Energie angewandt werden sollten:

Nach dem ersten Gesetz kann die Energie im Universum weder geschaffen noch vernichtet werden, son der ist im wesentlichen konstant. Wenn Energie fur einen bestimmten Zweck verbraucht wird, z. B. zur Beheizung eines Hauses, dann bleilt die Cesamtmenge an Energie erhalten, auch wenn sie nicht ganz für den ersuchten Zweck verbraucht wird. Nach diesem Gesetz mißt sich die Energieleistung nach "dem Quan tum an Hitze, die an den Raum abgegeben wird, zum Quantum an Energie, die durch Verbrennung erzeugt wird."

Das zweite Gesetz der Thermodynamik besagt, daß die Menge an Energie, die im Universum in Form von Hitze ausgestrahlt wird und also für andere Zwecke nicht mehr verwendbar ist, ständig steigt. Die Menge an nutzbarer Energie dagegen nimmt ständig ab. Nach diesem Cesetz mißt sich die Nutzbarkeit der Energie daran, daß "Energie an sich keinen Wert hat, wenn sie nicht zur Erbringung einer Leistung genutzt werden kann, indem sie sich von einem Ort zum anderen bewegt ; daß jede menschliche Tätigkeit wie die Beheizung eines Hauses Leistung erfordert; daß der Wert der Energie sich an der Leistung mißt, die sie erbringen kann, und daß der Nutzungsgrad der Energie daran gemessen werden sollte, wie nahe die Menge an verfügbarer Leistung, die zur Erfüllung eines Zwecks gebraucht wird, an die Minimalmenge herankommt, die dieser Zweck erfordert.

ÖLKNAPPHEIT ?

Commoner erbringt den zwingenden Nachweis, daß die gewöhnlichen Energienuellen in einer unökonomischen und verschwenderischen, sowie umweltzerstörenden Weise verbraucht werden. Sein Argument für eine breit angelegte Entwicklung der Sonnenenergie ist überzeugend. Leider trägt Commoner diese Gedanken in einem Kontext vor, der sich zu sehr an die heute vertretenen Vorstellungen der Energiemonopolisten und deren Propagandisten anpaßt. Er akzeptiert die Forderung des US-Kapitalismus nach "Energie-Selbstversorgung" und bejaht implizit, daß dies ein wünschenswertes Ziel ist. Deswegen betont er auch "den scharfen Rückgang des Anteils der heimischen Erdölproduktion, der das Land 6-

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in Abhängigkeit von auswärtigem Öl gebracht hat und das Bild der Ölkrise von 1973 und die nachfolgenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten bestimmt hat, Betrachtet man dies Argument näher, stellt man fest daß Commoner den Grund für den starken Rückgang des Anteils der heimischen Erdölproduktion in den letzten beiden Jahrzehnten in der Gewinnträchtigkeit der auswärtigen Operationen der Erdölkonzere sieht. "Trotz verworrener gegenteiliger Aussage einiger Erdölgeologen steht jetzt fest, daß wir im Land rund 350 Mrd. Barrel Bohöl zur Verfügung haben (davon sind 35 Mrd, Barrel gesicherte Reserven und 320 Mrd, Barrel geschätzte Reserven). Beim gegenwärtigen Stand des Erdölverbrauchs (etwas mehr als 6 Mrd, Barrel pro Jahr) würde dieser Vor rat die gesamte nationale Nachfrage nach Erdöl ohne Irgendwelche Importe für einen Zeitraum von 50 bis 60 Jahren decken" (hervorgehoben von. uns). In seiner Energierede zitierte Präsident Carter einen Bericht der CIA, in dem fälschlicherweise behauptet wird, daß es 1985, also in weniger als zehn Jahren, . zu einer katastrophalen Erdölknappheit kommen wird, Die Propaganda der Regierung und der Energiekonzerne ist da rauf abgestellt, den Leuten einzureden, es stünde eine reale Erdölknappheit bevor, die die von den Erdölkonzernege forderte Preissteigerung rechtfertigt. Zudem geht Commoner In seiner Schätzung über einen Vorrat von 50 bis 60 Jahren davon aus, daß kein Erdöl importiert wird. In Wirklichkeit importieren die USA heute mehr als 40% ihres Erdöls. Die Energiebarone behaupten, gegen Importe zu sein, um ihren Versuch einer Preissteigerung beim einheimischen Erdöl und ihre Hetze Regen die Araber und ande e halbkoloniale Völker, die ihre eigenen natürlichen Ressourcen nationali siert haben, zu rechtfertigen. Die Erdölkonzerne haben aber keineswegs die Absicht, diese Importe zu stoppen.

Sobald das Erdöl den Nahen Osten und die anderen OPEC-Länder verläßt, ist es zu 100% Eigentum der gigantischen amerikanischen, britischen und holländischen Erdölkonzerne (und kleinerer Konkurrenten), die enorme Profite aus dieser Operation ziehen, Der Plan der mächtigen, imperialistischen Unternehmen ist der, die Ölproduktion und die Preise in die Höhe zu schrauben, nicht um die Importe von Erdöl aus den OPEC-Ländern - aus denen sie hohe ewinne ziehen- zu stoppen, sondern um ihre Cewinne aus nicht-OPEC-Erdöl zu steigern. Wenn die USA im selben Maß wie bisher weiter Erdöl importierten (und tatsächlich steigen die Importe), würden die einheimischen Reserven natürlich viel länger halten - etwa hundert Jahre, wenn die Schätzungen von Commoner stimmen.

Die Reserven an Rohstoffen wie Erdöl und Kohle sind begrenzt - im Gegensatz zum Sonnenlicht z. B. Der Profithunger des Kapitalismus führt zu einem anarchischen Mißbrauch an natürlichen Energieressourcen, ungeachtet der Konsenuenzen für Cesellschaft und Umwelt. Der Entwicklung von Energiecuellen, die die monopolistischen Profite bedrohen, werden Hindernisse entgegengestellt. Es ist höchste Zeit und ich glaube, Commoner wäre damit einverstanden den -, den Unternehmen die Entscheidungsgewalt über diese Fragen aus der Hand zu nehmen und der Bevölkerung dieses Landes die Möglichkeit zu geben, - 2 selbst zu diskutieren und zu entscheiden, wie die Energie so eingesetzt werden kann, daß sie menschlichen Bedürfnissen nützt, Aber die Behauptungen der Erdölkonzerne, daß wir in naher Zukunft mit einer Erschöpfung der Erdölvorrite zu rechnen haben und daß höhere Preise notwendig sind, sind eine Lage.

DIE "ENERGIE - SELBSTVERSORGUNG"

Commoners Argumente werden dadurch abge • schwächt, daß er versucht, gegen die kapitalistischen Energiekonzerne vom Standpunkt des fiktiven Ziels der Energieselbstversorgung zu argumentieren. Der US-Imperialismus ist und kann in der Enen gie oder in jeder anderen Ware, die er produziert und verkauft, nicht autark sein, Die US-Monopole beuten Rohstoffe und Märkte auf breiter Skala aus. Unternehmen wie Exxon verkaufen mehr Öl im Ausland als in den USA; Produktion und Verkauf der pus- 1ändischen Filialen der US-Firmen erreichen insgesam t eine Höhe, die gleich hinter dem BSP der USA und der Sowjetunion kommt. Dieser große Parasit würde verhungern ohne die ausländischen Quellen an Energie, Rohstoffen, Arbeitskräftenund Markten, Dem Volk von Amerika oder in der Welt wird eine "Festung Amerika" kaum etwas nutzen, Die Völker der halbkolonialen Länder oder der Arbeiterstaaten, besonders Chinas, brauchen den Zugang zu amerikanischen Gütern und Technologie, So hat z, B. eine Veröffentlichung des Arbeitsministeriums vor kurzem die Produktivität amerikanischer Farmer 100 Mal höher geschätzt als die chinesischer Farmer. Die Tatsache, daß die USA bisher China keinen einzigen Traktor zur Verfügung gestellt haben, ist gesell schaftlich relevanter als die Tatsache, daß die smerikanischen Traktoren mit fossilem Brennstoff an- s getrieben werden, Auch das amerikanische Volk braucht den Zugang zu Produkten aus anderen Landern. Jeder Versuch, bei Erdöl oder irgendeinem anderen Industrieprodukt eine wirtschaftliche Autarkie durchzusetzen, würde unweigerlich zu einem brutalen Angriff auf das Lebensniveau der Massen in diesem Land führen und wäre zum Scheitern verurteilt. Die Länder der Welt sind ökonomisch gegenseitig voneinander abhängig und wenn man Atomkrie ge oder ähnliche Katastrophen ausschließt, wird dies auch so bleiben.

Sicher glaubt Commoner, daß es von Vorteil ist, die kapitalistische Propaganda über die Energie-Selbstversorgung für bare Münze zu nehmen und darauf zu antworten. Doch ich glaube, seine Argumente wären noch schlagkräftiger, wenn er sowohl die Verlogenheit dieser Forderungen als auch die grobe gesellschaftliche Verantwortungslosigkeit darstellen würde die ein Programm für die "Selbstversorgung" der USA in der gesellschaftlichen Realität unserer Zeit bedeutet. Commoner beschreibt in lebhaften Farben, wie die Suche nach dem Profit Amerikas Transportsystem geschwächt hat. Er betont die Vorzüge der elektrischenEisenbahn als ein schnelles, energiesparendes und umweltfreundliches Transportmittel. Commoner legt mit großer Akribie dar, wie Ceneral Motors nacheinander in den Städten elektrische Nahverkehrslinien aufgekauft und aufgelöst hat, um sie durch seine luftverschmutzenden Busse zu ersetzen. Er zieht die Aufmerksamkeit auf die gigantischen Investitionen de: Regierung in den Bau von Autobah- 7-

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nen, die dem Dieselverkehr auf Kosten der Eisenbah nen den Weg ebneten, Er beschreibt die Politik der Eisenbahngesellschaften, Umfang und Qualität der Dienstleistungen für den Personenverkehr zu reduzieren, weil er nicht gewinnbringend sei. DIE "PRODUKTIVITÄT DES KAPITALS"

In seinem Buch "The Poverty of Power" legt Commo. ner die anarchischen und zunehmend tödlichen gesell. schaftlichen Konsenuenzen eines Systems dar, desser Motor der Profit ist. Commoner bereichert dieses Argument um eine wichtige Dimension, indem er die physikalischen Theorien hinzuzieht, Commoner erkennt auch an, daß diese Analyse des amerikanischen Kapitalismus erfordert, daß man die sozialistische Alternative ernsthaft in Erwägung zieht. Eine zentrale Ursache für den Energiemißbrauch sieht er im tendenziellen Fall der Profitrate. Diesen Prozeß hat Marx im "Kapital" dargelegt. Die Tatsache, daß ein Wissenschaftler vom Schlage Commoners langsam den Beitrag des Marxismus zur Erklärung der gesellschaftlichen und Umweltkrise des Kapitalismus in Erwägung zieht, ist sehr zu begrüßen.

Leider gibt es Fehler in der Analyse Commoners, die verhindern, daß gegen die Probleme, die er scharfsinnig herausarbeitet, ein kompromißloser Angriff geführt wird. Commoner versucht zu zeigen, daß der kapitalistische Cebrauch der Energie vom Standunkt der kapitalistischen Profite selbst unökonomisch ist. . "Die Kapitalproduktivitat" ist gering, meint er. Es scheint, als wolle Commoner den Kapitalismus überzeugen, zu weniger zerstörerischen technologischen Methoden überzugehen, weil weniger destruktive Methode auch profitabler seien. Zweitens scheint er zu glauben, daß einigen Energienuellen besondere Qualitäten zu eigen sind, z. B. Erdöl, die zu einem zerstörerischen Mißbrauch führen. Drittens sagt er, Industrien mit geringerer Kapitalintensität seien vorzuziehen, weil sie arbeitsintensiv seien und daher mehr Arbeitsplätze schafften. Schließlich verwechselt Commoner manchmal die durch die Monopole verursachte zerstörerische Wirkung des technologischen Fortschritts mit dem technologischen Fortschritt selbst.

In einer Passage von "The Poverty of Power" wird Commoners Standpunkt dazu ganz deutlich, Commoner schreibt: "1971 (...) betrug die durchschnittliche Energieproduktivität aller Fertigungsbetriebe 14, 12 Dollar an hinzugefügtem Wert pro Million BTU(2) Brennstoff. Bei den 21 wichtigsten Sektoren der Transformationsindustrie steigt die Energie produktivität auf 1, 90 Dollar an hinzugefligtem Wert pro Million BTU (in den Raffinerien) und 7, 64 Dollar (in der Papierindustrie). In der chemischen Industrie wird der Wert auf 9, 69 Dollar pro Million BTU geschätzt, wenn man nur den Brennstoff betrachtet, und auf 4, 85 Dollar, wenn Brennstoff auch als Rohstoff in die Berechnung eingeht, Am andern Ende der Skala der Energieproduktivität stehen Leder und Lederwaren mit einem hinzugefügten Wert von 62, 04 Dollar pro Million BTU. Die durchschnittliche Kapitalproduktivität für all diese Verarbeitungsindustrie liegt bei 1, 13 Dollar (2) BTU: British Termal Units, Wärmeeinheiten, die bei Verbrennungen jeglicher Art erzeugt werden, Ein BTU gibt die Anzahl von Wärmeeinheiten pro verbrauchter Brennstoffeinheit an. - 2 an hinzureftigtem Wert pro Dollarfixes Kopital (Anlagen und Produktionsmittel), Von allen Industrie branchen haben die Erdölraffinerien die geringste Kapitalproduktivität (0, 34 Dollar an hinzugefügtem Wert pro Dollar fixes Kapital), dann folgt die Industrie für die Verarbeitung von Rohmetall (0, 49 Dollar), die Papierindustrie (0, "8Dollar) und die Chemie (0, 80 Dollar). Für Leder und Lederwaren steigt sie vergleichsweise auf 3, 64 Dollar.

Die durchschnittliche Arbeitsproduktivität beträgt für die Cesamtindustrie 12, 43 Dollar an hinzugeügtem Wert pro Stunde Arbeitszeit eines Produktionsarbeiters und pro Mann, An diesem Maßstab gemessen fallen die Resultate der verschiedenen Industriebranchen genau entgegengesetzt aus: die Industrien mit einem hohen Niveau an Energie- und Kapitalproduktivität tendieren im allgemeinen zu einer niedrigen Arbeitsproduktivität, Die Erdölraffine rien haben das höchste Nivepu an Arbeitsproduktivität in der gesamten Industrie (29, 43 Dollar); es folgt die chemische Industrie mit 27, 75 Dollar. Die Leder- und Lederwarenindustrie steht am andern Ende der Skala: hier beträgt die Arbeitsproduktivitat 6, 25 Dollar an hinzugefügtem Wert pro Mann und Stunde.

So erbringen die Erdölraffinerien und die chemische Industrie im Vergleich zu andern Industriebranchen (...) wenig wirtscheftlichen Wert (gemessen in hinzugefügtem Wert)im Vergleich zur Menge an Brennstoff und Kapital, die sie einsetzen, und an Arbeitsplätzen, die sie schaffen, Wenn es wichtig ist, daß die Cesellschaft ausgehend von einer gegebenen Men ge an Kapital und Energie ein Produktionsmaximum erzielt und die Schaffung weiterer Arbeitsplätze möglich macht, dann ist der gesellschaftliche Wert der chemischen Industrie im Vergleich zu andern Industriezweigen wirklich gering.

Commoner sieht in der niedrigeren "Kapitalproduktivität" der Erdölraffinerie und der petrochemischen Industrie eine Bestätigung von Marxens Theorie des tendenziellen Falls der Profitrate : "Marx glaubte, daß mit der Kapitalakkumulation die Menge an fixem Kapital (produktive Maschinen - ein Bestandteil dessen, was er die organische Zusammensetzung des Kapiatls genannt hat) zunehmen würde. Das ist der Nenner in der Profitgleichung und Marx glaubte, daß im Maß wie dieser Nenner größer würde, die Profitrate fallen würde. " So kommt Commoner sehr nahe an Marxens Theorie heran, ohne jedoch ihren wirklichen Gehalt zu entdecken.

Commoner stellt eine Rangliste von Industrien auf, von der mit der niedrigsten'Kapitalproduktivitst' bis zu der mit der höchsten, von der Industrie mit dem geringsten Anteil an lebendiger Arbeit in der Produktion bis zu der mit dem höchsten. Und nach Commoners unvollständiger Darstellung der Wirkungsweise des tendenziellen Falls der Profitrate müßte die Rangskala der Profite genau umgekehrt verlaufen wie die der Industrien (d. h, höchste Profitrate in der Lederindustrie, der Industrie mit der höchsten'Kapitalproduktivität" und der niedrigsten Arbeitsproduk tivität, und niedrigste Profitrate in der Erdölindustrie, also der Industrie mit der höchsten Arbeitsproduktivität und der niedrigsten "Kapitalproduktivität" - Anm. des Übers. ).

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Doch gegenwärtig tendieren die Profite genau in die umgekehrte Richtung : die Profite in der kapitalintensi ven Erdöl- und petrochemischen Industrie sind bedeutend höher als die in der Lederindustrie z, B. Commoner setzt sich nirgendwo mit diesem Problem näher auseinander, obwohl es im Rahmen der Energiedebatte äußerst wichtig ist. Die Erdölkonzerne selbst rechtfertigen Preiserhöhungen mit dem Hinweis auf ihren immensen Kapitalbedarf, Commoner scheint dies Argument zu akzeptieren und antwortet darauf: "Ja, eure Kapitalkosten steigen, eure Profitrate fallt. Das ist es, was Marx vorausgesagt hat. Der Kapitalismus kann eine weitere technologische Entwicklung auf dem Energiesektor nicht verkraften. " In Wir'-lichkeit aber gehören die Erdolmonopole in den USA zu den reichsten und zu den kapitalistischen Konzernen der Welt, die die höchsten Gewinne machen und am mächtigsten sind. Der Grund dafür liegt darin, daß die immer schärfe re Konkurrenz innerhalb eines Industriezweigs und die Einführung kostspieliger Technologie zu einer Ausweitung der Kontrolle über den Markt und zur Bildung von Monopolen führt. Je höher die Kosten ft r die Kapitalausrüstung und das verbrauchte Pohmaterial in einer bestimmten Industrie sind, desto sicherer ist die Herausbildung von Monopolen. Zudem liegen die Löhne in monopolistischen Sektoren tendenziell höher, eine Tatsache, die Commoner völlig übersieht, 1971, in demJahr, in dem Commoner für die erdölraffinierende, die chemische und die Lederindustrie eine sinkende Arbeitsproduktivität festgestellt hatte, betrug der Durchschnittsstundenlohn in diesen Industriezweigen jeweils 5, 34 Dollar, 4, 20 Dollar und 2, 61 Dollar. Ohne die Möglichkeit der Überausbeutung der Arbeit in kleinen Betrieben mit einem schwachen Crad der gewerkschaftlichen Organisierung, wäre eine Industrie wie die Lederindustrie schon längst nicht mehr lebensfähig gewesen. Berücksichtigt man all diese Umstände, dann sieht man, daß Commoners Zahlen über die Erdölraffine • rien in die Irre führen, Seiner Berechnung nach warden 1971 zu jedem Dollar, der in die Fabrikanlagen und in die Maschinen investiert wurde, 34 Cents an Wert hinzugefügt (meiner Berechnung nach sogar nur. 29 Cents); das ist auf seiner Liste die niedrigste Kapitalproduktivität. D. h. für jeden Dollar Profit ist ein enormer Aufwand an Maschinerie nötig. Aber die US-Erdölkonzerne haben dies Problem dadurch überwunden, daß sie das in der Welt größte und mächtigste Monopolkartell gebildet haben, 1974 z. B., in dem Jahr nach dem Erdölboykott, betrugen die US-Investitionen in Nahost-Erdöl 1, 613 Milliarden Dollar. In diesem zugestandenermaßen gewinnbringenden Jahr erreichten die Cewinne der auslandischen Zweigstellen die schwindelerregende Höhe von 8, 431 Milliarden Dollar. Das bedeutet eine Kapitalproduktivität'von 5, 22 Dollar pro investiertem Dollar - fast zwanzig mal mehr als die 29 Cents Cewinn bei einheimischen Raffinerien, Daneben scheffeln die US-Erdölkonzerne natürlich auch enorme Profite aus ihren einheimischen Erdölfeldern, die in Commoners Liste nicht als Erdölraffine rien auftauchen würden, Indem Commoner nur den einen Aspekt heraussondert, die Erdölraffinerien, übersieht er die wichtigeren Aspekte der Erdölkonzeme als Canzes.

- 2 Das Kapital fließt ständig von dort weg, wo die Profitrate einkt, und dorthin, wo sie steigt. Es ist diese Wellenbewegung, die der kapitalistischen Wirtschaft ihren grundsätzlich anarchischen Charakter gibt. Weder die Kohle, noch das Erdöl, noch die Petrochemie noch das Uran sind das Problem; es ist die Ausbeutung dieser Energienuellen durch kapitalistische Monopole. In der kapitalistischen Konkurrenz drängen die starken Monopole nach vorn, Ee stimmt, daß der Kapitalismus 1974-75 eine allgemeine Profitkrise erlebt hat, Aber im Krisenjahr 1974 verzeichnetendie Erdölkonzerne ihren größten Sprung nach vorn bei den Cewinnen, Zu einem großer Teil werden die kapitalistischen Krisen gerade dadurch gelöst, daß die Position der starken Monopole gegenüber den schwächeren und natürlich auf Kosten der Arbeiterklasse verbessert wird, Es wäre ein Fehler für die Umweltbewegung, wenn sie der Angriffslinie Commoners folgen würde und versuchte, die Monopole davon zu überzeugen, daß ihre Methoden unrentabel sind. Aber wichtiger noch ist, daß dies die Bewegung von der zentralen Achse der Massenaktion gegen die Monopole und ihre Regierung ablenken würde.

DIE TECHNOLOGIE

Dies führt uns zurück zum widersprüchlichen Charakter des technologischen Fortschritts im Kapitalismus, Marx selbst hat vor den Gefahren gewarnt, die sich automatisch aus der kapitalistischen Entwicklung der Technologie ergeben, Er wies auf die schädliche Wirkung von Stickstoffdünger hin, zur Verbesserung des Ernteertrags eingesetzt wird. Im 13. Kapitel des "Kapital" schreibt Marx : "Wie in der städtischen Industrie wird in der modernen Agrikultur die gesteigerte Produktivkraft und größre , Flüssigmachung der Arbeit erkauft durch Verwilstung and Versiechung der Arbeitskraft selbst Und jeder Fortschritt der kapitalistischen Agrikultur ist nicht nur ein Fortschritt in der Kunst, den Arbeiter, sondern zugleich in der Kunst, den Boden zu berauben, jeder Fortschritt in Steigerung seiner Fruchtbarkeit fü• eine gegebene Zeitfrist zugleich ein Fortschritt im Ruin der dauernden Quellen dieser Frucht. barkeit. Je mehr ein Land wie die Vereinigten Staaten von Nordamerika z. B, von der großen Industrie als dem Hintergrund seiner Entwicklung pusgeht, desto rascher dieser Zerstörungsprozeß. Die kapitalistische Produktion entwickelt daher nur die Technik und Kombination des gesellschaftlichen Produktionsprozesses, indem sie zugleich die Springnuellen allen Reichtums untergräbt : die Erde und den Arbeiter. " (MEW, Bd. 23, S. 529-30). Die Widersprüche der fortgeschrittenen kapitalistischen Technologie reproduzierensich auf verschiedenen Ebenen. Selbst der tendenzielle Fall der Profitrate hat widersprüchliche Wirkungen, Einerseits widerstreben die Kapitalisten dem technologischen Fortschritt, da die Kosten der Kapitalerhöhung hoch sind. Andererseits , wenn die Konkurrenz sie an die Wand drückt und sie eine technologische Umwälzung vornehmen, hat dies explosive und zerstörerische Konseauenzen.

Für das kapitalistische System sind Cesundheit, Sicherheit und Umwelt drittrangige Faktoren, Wenn eine Erneuerung Profit verspricht, wird sie einge- 9-

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führt; verspricht sie keinen oder nur wenig, dann ten sozialistischen Ökonomie kann technologische wird sie blockiert. Die menschlichen Bedürfnisse Entwicklung die Berücksichtigung aller menschlichen passen nicht in diesen Rahmen, ohne das kapitalisti- Bedürfnisse an die oberster Stelle setzen- die sche System zu unterminieren und zu sprengen. Des- menschliche Gesundheit und die Erhaltung des Ökohalb fürchtet die herrschende Klasse solche Demon- systems inbegriffen, Die Arbeiter dürfen die Beseistranten wie in Seabrook, die darauf bestehen, daß tigung unsichere r und ungesunder Bedingungen nicht Cesundheit und Erhaltung der Umwelt vorrangig in mit dem Verlust von Arbeitsplätzen und einem nie- Erwägung gezogen werden müssen, Die Einführung drigeren Lebensstandard bezahlen. Sie dürfen aber neuer Technologien unter dem Kapitalismus ist also, auch nicht die Opfer der Einführung einer neuen wie Commoner richtig erfaßt, ein Angriff auf den Technologie werden.

Lebensstandard der Arbeiter.

KÜRZERE ARBEITSWOCHE

TECHNOLOGIE UND ARBEITERSCHAFT Zwei traditionelle Antworten der Arbeiterbewegung sind eine adãouate Antwort auf diese genannten Er- Wie wir gesehen haben, spricht sich Commoner für fordernisse: die Kürzung der Arbeitswoche ohne die Rückkehr zu arbeitsintensiver Industrie Lohneinbuße und tariflich abgesicherte Löhne für aus, um Jobs für die Arbeitslosen zu schaffen: die pensionierte und arbeitslose Arbeiter. Wenn der Herstellung von Lederschuhen schafft mehr Arbeits- technologische Fortschritt den Industrien erlaubt, plätze als die Herstellung von Plastikschuhen, Aber mehr Waren mit weniger Arbeiter zu produzieren, wir haben auch gesehen, daß die Löhne in der Le- dann sollten wir antworten : Keine Entlassungen! de rindustrie wesentlich niedriger liegen. Es ist Beibehaltung aller Arbeitsplätze! Kürzere Arbeitsaber dringend notwendig. auf die Cefahren, die die zeit ohne Lohneinbußen ! Diese Forderungen verkapitalistischen Methoden der technologischen Ent- suchen, die Kosten für den technologischen Fortwicklung darstellen, mit Forderungen zu antworten, schritt auf die Kapitalisten abzuwälzen. die die Arbeiter schützen, nicht mit Forderungen, die die Lasten der Arbeiter erhöhen, Wenn eine Es wäre für die Umweltschützer ein großer Schritt besondere Technologie als gefährlich und für die vorwärts, wenn sie für das Ziel eintreten würden, Gesellschaft nachteilig betrachtet wird, wie dies für das die Arbeiterbewegung über ein Jahrhundert bei den Kernkraftwerken ganz klar der Fall ist, lang gekämpft hat: die drastische Senkung der notmüssen sich die Arbeiter den Umweltschützer an- wendigen Arbeitszeit für alle Arbeiter überall, so schließen in der Forderung, daß dieser ruinösen daß die Massen an der umfassenden Entwicklung Praxis Einhalt geboten werde. In einzelnen Fällen der menschlichen Cesellschaft teilnehmen können, würde dies bedeuten, zeitweilig zu arbeitsintensiver Heute durchdringen die Umweltschützer immer tiefer Produktion zurückzukehren. die zunehmend gefährlichen Konsenuenzen der kapitaam Arbeitsplatz die Gesundheit gefährden und die listischen Technologie. Commoners "The Poverty of Power" ist in sich selbst ein überzeugendes Arguhaben, diesen Arbeitsplatz stillzulegen, Das gilt ment für die Ersetzung der kapitalistischen Anarchie natürlich nicht nur unter dem Kapitalismus, sondern durch die sozialistische Planung. Und hier kann die auch unter einer Arbeiterregierung und in einer sozialistische Bewegung viel lernen, Cleichzeitig sozialistischen Cesellschaft. können die Umweltschützer viel von den Marxisten lernen, Sie sollten den Horizont ihrer Analyse er- Die Ausschaltung gefährlicher technologischer Neue- weitern, wie Commoner nahelegt, um die kapitalistirungen auf einem bestimmten Cebiet sollte schen Wurzeln der Umweltkrise bloßzulegen. Und das Ende der Suche nach produktiveren Technologien sie sollten sich mit den Kräften der. Arbeiterklasse bedeuten, die das Leben lebenswerter und die Arbeit zusammentun zu einem gemeinsamen Kampf für die leichter machen. In einer demokratisch geplan- Ablösung des Kapitalismus durch den Sozialismus. SÜDAFRIKA Pat JORDAN