sem Hintergrund ihre Rolle als Führung des Pro . letariats herausbilden können.
Die revolutionäre Bauernbewegung in Mexiko Am 29. MArz 1977 wurde auf einer Versammlung in Mexiko City die C'OORDINADORA CA MPESINA RE- VOLUCIONARIA INDEPENDIENTE gegründet. An ihrer Gründung haben die Führer der regionalen Or. ganisationen teilgenommen, die die bedeutendsten Kämpfe der mexikanischen Bauernschaft in den letzten fünf Jahren gefthrt haben, Wir werden sie einzeln analysieren und beschreiben, um ihre Bedeutung in den Klassenkämpfen des Landes darzule gen. Die Organisationen, die die CCRI Lebildet ha- Esteban MORALES ben, sind : der "Frente Campesino Independiente del Estado de Sonora" (FC1 - Unabhängige Bauernfront des Staates Sonora), die "Union de Caneros "Plan de Avala' de! Estado de Morelos" (Union der Zuckerrohrarbeiter des Staates Morelos), die "Unior Campesina Independiente de la Sierra Norte de Puebla y Centro de Veracruz" ( bhängige Bauernunion der Sierra ...), der "Movimiento Campesino Independiente ' 28 de septiembre del Estado de Veracruz" (Unabhängige Bauernbewegung des Staates von 7-
Veracruz), der "Movimiento Campesino Independiente de Sinaloa", der "Frente Popular de Zacatecas (Region Fresnillo)" (Volksfront von Zacatecas) und der "Movimiento Campesino Independiente de Colima", Auf der Gründungsversammlung waren noch anwesend Genossen der Propagandaorganisation "Promocion del desa rollo rural" (Förderung der ländlichen Entwicklung" und Mitglieder der Politischen Leitung der PRT.
DIE BAUERNBEWEGUNG IN MEXIKO
In den 70er Jahren hat das Agrarproblem in Mexiko in aller Schärfe die historischen und strukturellen Grenzen des mexikanischen Kapitalismus aufgezeigt. Zwei zentrale Aspekte haben vor allem den mexikanischen Staat beschäftigt : erstens die akute Wirtschaftskrise, in der sich die mexikanische Landwirtschaft befindet - in dieser Krise kommen strukturelle mit konjunkturellen Faktoren zusammen, und sie war der Hintergrund für die Verschärfung der Klassenkämpfe auf dem Land - ; zweitens die scharfen Formen des Klassenkampfs auf dem Land - sie haben die herrschende Klasse alarmiert und ihre Besorgnis über eine Ausweitung und Vertiefung der Massenkämpfe in Mexiko geweckt -. Der gewaltsame Charak ter dieser Kämpfe war das beste Anzeichen für die realen Cefahren, die der Bourgeoisie und ihrem Staat drohen, wenn diese Massenkämpfe ohne Erfolg oder ohne Antwort bleiben, Es ist jedoch kein Zufall, daß der Landwirtschaft in der Politik von Lopez Portillo die Priorität eingeräumt wird, Mexiko ist ein Land, das viele von den Voraussetzungen erfüllt, die die bürgerlichen Theoretiker als unbedingt erforderlich betrachten für die landwirtschaftliche Entwicklung eines Landes. Es hat eine der gründlichsten und ausgedehntesten Agrarreformen der halbkolonialen Länder durchgeführt; 1970 gab es ringsherum 22. 700 "ejidos" (das sind Ländereien, die in der Agrarreform verstaatlicht wurden und den Bauern als Gemeindebesitz überlassen wurden, entweder zum Kollektivanbau oder zum Privatanbau - Anm. des Übers.), mit einer Cesamtober- Nache von 60, 5 Mio, ha, von denen 11,7 Mio. Anbaunache waren, auf denen 2, F Mio. "ejidatarios" lebten, Das bedeutet, daß die Bauern auf den "ejidos" 50, 6% der gesamten Anbaufläche des Landes und einen ebensogroßen Anteil am gesamten landwirtschaftlichen Boden des Landes haben, Das Ausmaß und die Tiefe der mexikanischen Agrarreform haben ebenso wie ihre Ungleichgewichtigkeiten historische Cründe. In der Tat ist die mexikanische Bauernschaft die Gesellschaftsklasse gewesen, die entschlossen die mexikanische Revolution zu Anfang dieses Jahrhunderts mitgetragen hat. Zwar wurden ihre revolutionären Truppen, verkörpert im Befreiungsheer des Südens unter der Führung von Emiliano. Zapata und in der Norddivision unter dem Kommando von Francisco Villa, von den bürgerlichen und kleinbürgerlichen Heeren von Obregón und Carranza besiegt (eher aus Mangel an einer politischen Führung der Arbeiterklasse und einer revolutionären Partei jedoch als aus militärischen Crinden), aber Massenaufstände von Bauern stellten immer eine drohende Cefahr in diesem Land dar. So gesehen war die Agrarreform im wesentlichen eine Präventivmaßnahme des bonapartistischen Staates, der sie verbunden hat mit einer brutalen Repression der Bauernbewegungen. Landaufteilung und Repression sind die beiden hervorstechendsten Merkmale staatlicher Politik gegenüber den Bauern gewesen, Die Landaufteilung hat die Großgrundbesitzerstruktur im Land stark geschwächt und die eigene Agrarbourgeoisie, die beim bonapartistischen Staat Schutz gegen die Bauernbewegung gesuch hat, unter dessen Knute genommen.
Die Repression hat dem Staat erlaubt, eine eiserne Kontrolle über die Bauern auszuüben und sie mit Hilfe einer abwechselnden Politik der Repression und der Landaufteilung, der Korruption der Bauernfthrer, der Bildung von scheinbar unabhängigen und verräterischen Organisationen, die vom Staat selbst abhängig sind, in denen sich aber im Cegensatz zur Arbeiterbewegung keine ständige Bürokratie herausbilden kann, weshalb eine direkte Zusammenarbeit mit den Staatsbeamten notwendig ist, seiner Willkür zu unterwerfen, Ein anderes zentrales Hilfsmittel für die Kontrolle über die Bauernschaft ist die Existenz von "caciaues" (Lokalfürsten), die im Interesse des Staates die Gewalt über die Bauern. ausüben und je nach den Interessen der Einzelstaaten ermutigt oder verfolgt werden. Schließlich wird die staatliche Kontrolle über die mexikanische Bauernschaft noch durch den staatlichen Populismus in Verbindung mit der Religion und dem Patriotismus gestärkt. In der letzten Zeit hat der Staat versucht, die Kontrolle über die Bauern rationeller zugestalten und zu zentralisieren, und zwar durch die Vereinigung der offiziellen Bauern"gewerkschaften" in einem einzigen Verband, der sich um die Staatsgewerkschaft par excellence, die CNC,gruppieren sollte. 1974 wurde unter der direkten Schirmherrschaft von Eche verria der'Pacto de Ocampo" geschlossen, in dem die vier größten Gewerkschaften zusammengeschlossen sind : die CNC, CC1, CAM und die UCOCM Jacinto Lopez, Der Plan Echeverrias zielte darauf ab, eine einzige Gewerkschaft zu schaffen, aber die Interessen der andern Bauernbürokraten außerhalb der CNC lielsen das nicht zu, da ihnen die Existenz einer eigenen Gewerkschaft direkter den Zugang zu offiziellen Posten und Pfründen sicherte. Das zweite Element in der mexikanischen Agrarfrage ist, daß der Staat parallel zur Durchführung der Agrarreform die Entwicklung einer ausgedehnten produktiven Infrastruktur fir die modeme Landwirtschaft in Angriff genommen hat. Diese produktive Infrastruktur stützt sich vor allem auf die Schaffung und Versorgung von ausgedehnten Bewässerungsgebieten; sie ist Teil der Strategie der abhängigen kapitalistischen Entwicklung in der Nachkriegszeit gewesen und ist dem wachsenden Bedürínis der imperialistischen Weltwirtschaft an privatkapitalistischer Akkumulation entgegengekommen. Das liegt da ran, daß Mexiko ebensosehr ein hervorragender Lieferant an industriellen Rohstoffen und an Nahrungsmitteln fir die Bevölkerung der USA gewesen ist, als ein Markt fur die nordamerikanische Technologie. In den Bewässerungsgebieten hat der Staat die Herausbildung und die Stärkung einer Agrarbourgeoisie, Handels- und Finanzbourgeoisie begünstigt, die äußerst eng mit dem Imperialismus verbunden ist.
Cegenwärtig stecken beide Hauptstützen, die Agrarreform und die produktive agrarische Infrastruktur in einer ernsten Strukturkrise, die alle Grenzen 3-
sowohl des bonapartistischen Projekts als auch der abhängigen kapitalistischen Entwicklung des Landes offenbart.
Tatsächlich befindet sich die Agrarreform Mexikos gegenwärtig in einer Sackgasse, da der Staat unter den landlosen Bauern, die zahlenmäßig stärker sind als alle "ejidatarios" zusammengenommen (1970 gab es 2, 5 Mio, ejidatarios und 3, 5 Mio. landlose Bauern) den Rhythmus der Landaufteilung nicht mehr aufrechterhalten kann. Das Niveau der Arbeitslosigkeit oder der strukturellen Unterbeschäftigung im Land ist extrem hoch und tritt vor allem auf dem Land in aller Schärfe hervor, wenn man bedenkt, daß 68% der ländlichen Erwerbsbevölkerung Opfer der offenen oder verdeckten Arbeitslosigkeit ist. Die vom Staat verursachte Desorganisation, die extreme Parzellierung der Anbauflächen unter den Bauern, die Konzentration des produktiven Reichtums, usw, sind nur einige der hervorstechendsten Merkmale der gegenwärtigen Strukturkrise. DIE AGRARKRISE DER 70er JAHRE :
UNCLEICHHEIT UND ABHÄNCICKEIT
Mexiko macht gegenwärtig eine schwere Wirtschaftskrise durch, deren deutlichste Anzeichen der Pückgang der Produktion, die steigende Außenverschuldung, die Inflation, die zunehmende Arbeitelosigkeit und die zunehmende Abwanderung von Arbeitskräften innerhalb des Lanres selbst und ins Ausland sind. Die Agrarkrise fügt sich in den Pahmen der allgemei nen Wirtschaftskrise. Sie ist sogar der allgemeinen Wirtschaftskrise vorausgegangen und hat sie vorbereitet. Von 1965 ab traten deutlich Anzeichen flr eine Agrarkrise hervor, die ihren Föhepunkt 1972 erreichte, als die Agrarexporte nicht mehr zunahmen, Massive Cetreideimporte wurden notwendig und breite Teile der Rewässerungsgebiete lagen wirtschaftlich da rieder.
In der gegenwärtigen Agrarkrise treten die konjunkturellen und die strukturellen Schwächen einer abhängigen Landwirtschaft zutage, die wie die ganze mexikanische Wirtschaft unter einem sozialen und regionalen Ungleichgewicht leidet. Die Agrarreform hat das Problem der sozialen Ungleichheit nicht 18sen können. Die offiziellen Zahlen sprechen eine deutliche Sprache : 1970 machten die Ländereien mit einer Produktion bis zu 1, 000 Pesos 38, 2% aller Landereien aus und stellten 2, 3% des Gesamt werts der Agrar- und Viehwirtschaft her. Auf der anderen Seite hatten 4, 7% der Ländereien eine Produktion von über 100, 000 Pesos und stellten 30, 3% der Cesamtwerts der Land- und Viehwirtschaft her. Anders gesagt stellten 1970 51, 3% der landwirtschaftlichen Guter nur ein Sechstel der gesamten Agrarproduktion her (15, 3%), während ein Sechstel der Ländereien (13, 9) über zwei Sechstel der Gesamtproduktion herstellten Iten(69, 7%).
Die agrarische Infrastruktur weist große Ungleichgewichtigkeiten auf, 1970 stand 45, 5% des nationalen Besitzes an Traktoren im Norden des Landes. 1974 waren im Norden nur 15% der bebauten Fläche nicht gedüngt. Im Süden waren es etwa 55%, in Zentralmexiko 33%. Die bewässerten Cebiete sind ebenso ungleich verteilt : 1975 verfügten 64, 1% der Benutzer der Bewässerungsanlagen nur über 20, 5% der landwirtschaft lichen Nutzfläche (davon waren 75, 5% "ejidatarios"), während 2, 9% der Benutzer 25,8% der über 30 ha großen Besitztümer und über ein Drittel der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfache kontrollierten, Nach denStatistiken von 1970 lagen 41, 8% der Ackerfläche, 49, 4% der Bewässerungsgebiete, 47, 9% des Gesamtkapitals, 73, 1% de r Landwirtschaftsmaschinen, 61, 2% des agrartechnologischen Aufwands und 48, 7% des Gesamtwerts der Produktion in der Hand von 12, 2% aller Ländereien mit über 5 ha. Diese Ländereien wiederum teilen sich noch einmal in zwei Gruppen auf : nur 13, 9% davon sind Großbesitz. Von den Cater, die kleiner sind als 5 ha, sind 95, 3% (d, h. 580. 001) Subsistenzbetriebe.
Diese ganze Situation beinhaltet natürlich eine Spaltung der mexikanischen Bauernschaft in herrschende und beherrschte Klassen. Die soziale Ungleichheit ist offenkundig, und trotz der Agrarreform und trotz einer 60-jährigen Agrarpolitik angeblich im Interesse der Bauernschaft, hat die mexikanische Landwirtschaft bisher nur einem einzigen Ziel gedient : dem Kapitalakkumulationsprozeß für die Industrie-, Agrar- und Finanzbourgeoisie, und zwar nicht für die nationale, oder die im engen Sinne "mexikanische" Bourgeoisie, sondern für eine Bourgeoisie, die eng mit dem imperialistischen Kapital verbunden war. Auf den ersten Blick mag es so aussehen, als würde das imperialistische Kapital der mexikanischen Landwirtschaft wenig Bedeutung beimessen, 1970 betrugen die ausländischen Direktinvestitionen nur 1, 1% der Cesamtinvestitionen, 1975 fielen sie auf 0, 55%. Natürlich sind die Mechanismen der imperialistischen Herrschaft viel komplexer, als aus einer oberflächlichen Analyse hervorgehen kann. Die Abhängigkeit des Landes hat der mexikanischen Landwirtschaft ihre spezifischen Merkmale aufgedrückt, Sie zeigt sich ebensobeiden traditionellen Kulturen von Exporterzeugnissen wie Kopra, Kaffee, Zuckerrohr, Agave, usw., wo noch rückständige Formen der Arbeit und der Ausbeutung herrschen, wie beien modernen Kulturen, wo die Lohnarbeit vorherrscht, moderne Technologie und Mechanisierung eingeführt ist und wo diese Elemente (Technologie und Maschinen) durch das imperialistische Kapital, vor allem durch das nordamerikanische Kapital, kon trolliert werden. Die imperialistische Kontrolle über die mexikanische Landwirtschaft macht sich in beiden Sektoren am stärksten in der Kontrolle des Handels mit den Agrarprodukten bemerkbar, Das ist wiederum der Grund dafür, daß die Höhen und Tiefen der Konjunktur denen des Welthandels entsprechen.
Die Krise der Landwirtschaft in den 70er Jahre hat lange gegärt. Eine lange Periode hindurch hatte die mexikanische Landwirtschaft mit die höchsten Wachs tumraten der Welt zu verzeichnen (und wurde nur von Japan und Israel übertroffen), und zwar wegen der Erschließung neuen bebaubaren Lands, dem Bau moderner Bewässerungsanlagen und vor allem dem Boom der Agrarexporte. Dreißig Jahre lang (1930- 1960) stieg der Wert der Agarproduktion in einem jährlichen Rhythmus von 12, 3% (zu laufenden Preisen), der Ertrag um jährlich 9, 7% und die Erntefläche um 2, 3%. Die agrarischen Basisprodukte (Mais, Bohnen, Weizen und Reis) nahmen jährlich um 3, 9% zu; ihr Wachstum erreichte in der unmittel-
baren Nachkriegszeit (1945-55) mit 5, 8% einen Höhe. punkt. Von 1940 bis 1960 stiegen die Rohstoffe für den Export in einem durchschnittlichen Jahresrhythmus von 8, 7%; damit wurden die Devisen für die Importe hereingeholt. In den 60er Jahren stieg die land wirtschaft liche Produktion um 3, 8% jährlich. Sicher, wenn man nur die zweite Hälfte der 60er Jah re betrachtet (1965-70), dann sieht man, daß hier das Wachstum nur noch 1, 5% betrug. Im Zeitraum von 1970-74 geriet die Landwirtschaft dann endgiltig in die Krise: nun hatte sie negative Wachstumsraten zu verzeichnen (-0, 4%), die agrarischen Importe nahmen zu, die Exporte gingen zurück, es kam zu Engpässen im Ackerbau, usw. Nach der neuesten Meldung der Bank von Mexiko war die Wachstumsrate bei den wichtigsten Anbaufrüchten auch 1976 negativ (bei Baumwolle - 1, 1%, bei Reis - 28, 9%, bei Zuckerrohr - 5, 0%, bei wildem Safran - 54, 9%, bei Tomaten - 19, 0%). Obwohl die Agrarimporte auf Crund der Sparpolitik des Staates um 37,7% zurückgegangen sind, sind die Agrarexporte nichtgestiegen, sondern im Gegenteil zumindest bei zwei Erzeugnissen zurückgegangen (Agave und Zuckerrohr). Durch den Rückgang der Weltmarktpreise für Agave von 1, 5 US-Dollar pro Kilo auf 50 Cent ist der Verkauf dieses Produkts von 30 auf 30, 000 Tonnen gefallen, Und die Zuckerkrise in Mexiko hat sehr heftige Formen angenommen. 1974 exportierte Mexiko noch 3, 5 Mio. Tonnen Zucker, 1975 nur 1, 64 Mio. und 1976 - nichts! 1977 wird man voraussichtlich eirebeträchtliche Menge einführen müssen. Das ist das Bild der Krise der mexikanischen Landwirtschaft, und der Hintergrund für die Bauernbewegungen in den 70er Jahren. Sicherlich hat die Agrarkrise nicht alle im gleichen Ausmaß getroffen. Die agrarische Großbourgeoisie hat ihre Wirtschafts. tätigkeit der Krise angepaßt und es ist ihr gelungen, sie so gut wie möglich zu dberstehen. Sie konnte Kulturen einfach austauschen, sich je nach der Krise auf neue Produkte umstellen, ihr Kapital noch vor der Abwertung aus dem Land ziehen, usw. Der Klein bauer und Landarbeiter jedoch, der ohne Arbeit und ohne Geld ist, war mit einer plötzlichen Senkung seines Lebensniveaus und seiner Subsistenzmittel konfrontiert und hat darauf heftig mit der Besetzung von Land, mit einer Verschärfung der Kämpfe für Land und letztlich für sein Überleben geantwortet. Zu diesem düsteren Bild hinzu kommen an der Nordgrenze des Landes (mit den USA) noch Schwierigkeiten wegen der Abwande rung der Landarbeiter und der imperialistischen Arbeitslosigkeit; das rundet das Bild der materiellen Triebfeder der mexikanischen Bauernbewegung ab.
Heute kann der Imperialismus nicht mit einer neuen Etappe der Industrialisierung der "Dritten Welt" antworten, wenn gerade diese Industrialisierung in die Krise geraten ist. Er kann auch nicht die Agrarkrise lösen, denn dazu müßte er den Akkumulationsmechani nismus zugunsten der Landwirtschaft Andern. So beschränkt er sich auf eine Strategie, die kleine Bewässerungsprojekte (aber keine großen Anlagen), den Anbau von Saisonfrüchten in einigen Gebieten und schließlich eine unproduktive und inflationäre Politik der Ansässigkeit der bäuerlichen Bevölkerung vorsieht, die in diesem System keine produktive Beschäftigung mehr findet, die aber durch die Anlage der finanziellen Überschüsse des Imperialismus, die das Land immer enger an dessen Ziele binden, eine Unterbeschäftigung finden. CCRI : DER NAME IST EIN PROGRAMM
Die CCRI ist eine Koordination verschiedener regionaler Bauernorganisationen, die selbst im Lauf von Monaten und Jahren des Kampfes in diesen Cebieten mehr oder minder stark entwickelt wurden. Die Koordination will die Schranken des regionalen Kampfes der Bauern überwinden, ihnen eine nationale Perspektive weisen und national konzertierte Aktionen der Bauernbewegungen möglich machen. Aber es ist eben eine Koordination, da es uns heute noch nicht möglich ist, weiter zu gehen als bis zur Gründurg einer solchen Koordination, die organisch durch eine nationale Leitung zusammengehalten wird, die von den Bauernmassen und ihren Führern in allen Regionen anerkannt wird. Das ist unsere größte Schwäche. Alle regionalen Bauernführer sehen die Notwendigkeit einer nationalen Organisation ein, um dem bürgerlichen Staat und der Staatsbürokratie auf nationaler Ebene gegenüberzutreten, aber sie wissen aus einer langjährigen Kampferfahrung heraus auch, daß die bestehenden nationalen Organisationen, die z, T. künstlich geschaffen wurden, sie verraten, Ihre direkte Erfahrung hat sie gelehrt, daß der regionale Kampf viel effektiver ist als das Vertrauen in die Führungen der nationalen Organisationen. Das ist der Widerspruch, den die Koordination versuchen will zu dberwinden. Einerseits will sie eine Zusammenarbeit herstellen zwischen den wirklichen und authentischen Bauernflhrern und zunächst Vorschläge für konkrete Aktionen unterbreiten bei Wahrung der vollen Autonomie der lokalen Organisationen, Durch den Kontakt und die gemeinsame Aktion der lokalen Führer will sie dann eine wirkliche nationale Führung der Bauernbewegung aufbauen. Die Führer der Bauern, die die CCRT gebildet haben, haben die Bauemkoordination eine volutionäre und unabhängige" genannt, und zwar aus politischen Gründen, die sich aus ihrer Konzeption des Kampfes selbst ergeben.
Alle regionalen Führer haben die breite und schwere Erfahrung machen müssen, was es bedeutet, Singaben und Bittgesuche der Bauern den Dienstweg gehen. Sie alle kennen den Wert von Versprechungen von Beamten. Sie sind alle einmal auf die eine oder andere Weise betrogen und getäuscht worden, Ihre eigene Erfahrung hat sie gelehrt, daß der Weg des legalen Dienstweges, die Bittschriften an die Staatsbeamten, das Vertrauen in Versprechungen der milhsamste und längste Weg ist, um zu erreichen, daß die Forderungen erfüllt werden, Sie haben daher bei ihren regionalen Mobilisierungen zur Methode der direkten Mobilisierung, zur Methode der direkten Aktion gegriffen, um ihre Probleme zu lösen, Diese Methode umfaßt die Inbesitznahme von Boden und Wasserstellen, Demonstrationen und Bauernversamm die bewaffnete Selbstverteidigung gegen die Lokalfürsten und die Regierung, usw. Heute geht es darum, direkt zu handeln, um den Staat zu zwinzen, die Probleme zu lösen; die anderen Kampfformen ergänzen die direkte Aktion nur.
Die Führer der Bauern haben vorgeschlagen, die Koordination solle unabhängig sein, denn sie alle kennen aus Erfahrung die manipulative Politik des Staates und begreifen sich ihm gegenüber als unabhängig. Sie kennen auch die Funktion des Pacto de Ocampo und sie verstehen sich als unabhängig von 0-
den Führemund Organisationen der offiziellen Gewerkschaften, die auf Schritt und Tritt die Interesser der Bauern feilbieten, DIE ORGANISATIONEN DER CORI
Wir halten es für nützlich, die Bedeutung jeder einzelnen der regionalen Organisationen, die zusammen die CCRI bilden, wenn auch kurz darzustellen, um zu zeigen, wie wichtig dieser Versuch der Organisierung der Bauern ist, DER "FRENTE CAMPESINO INDEPENDIENTE"
Der "Frente Campesino Independiente" (FCT) ist eine Organisation, die in der Hitze der Bauernkämpfe des Tales Yanui in der Zeit von Oktober 75 bis Septem ber 1976 gegründet wurde. Das Tal des Yanui ist eines der wichtigsten landwirtschaftlichen Cebiete des Landes. Es hat über 260, 000 ha bewässerte Fläche, ist das am höchsten technisierte, nach den modernsten agrarischen Produktionsweisen arbeitende und mit der besten Infrastruktur an Dienstleistungen in der mexikanischen Landwirtschaft ausgerüstete Cebiet. Das Tal des Yacui liegt im Süden des Staates Sonora, der Schlüsselzone im Nordosten, und ist das Paradebeispiel einer kapitalistischen Landwirtschaft in Mexiko. In den 70er Jahren geriet die Landwirtschaft im Tal des Yanui in eine Krise. Einerseits ging die Anbaufläche von Baumwolle einer sehr arbeitsintensiven Kultur (111 Tagearbeiter pro ha) - seit Mitte der "Oer Jahre ständig zurück, vor allem auf den Ländereien der Neo-Latifundisten (45% der als "ejidos" verteilten Cüter waren Ende der 60er Jahre in den Händen von Privatunternehmern). Statt dessen nahm die Anbaufläche für Weizen zu, da der garantierte Erzeugerpreis für Weizen gestiegen war. Wir haben berechnet, daß im Zeitraum von 1970 bis 75 die Schaffung von 30 - 40. 000 Arbeitsplätzen im Tal des Yacui unterlassen wurde -- eine Folge der Substitution des Baumwollanbaus durch den Anbau von Weizen, Soya und anderen Kulturen, die weit weniger Arbeitskräfte benötigen. Seit der Landaufteilung von Cárdenas bildete sich in diesem Gebiet eine große Menge von Anwär tern auf Land, die jahrelang mit Bittschriften die Regierungsstellen um Land bestürmten, Im Durchschnitt konnten diejenigen, die - zumindest einen Croßteil des Jahres hindurch-eine Stellung bekamen, davon leben. Diese Anwärter auf Land wurden somit zu regelrechten Landarbeitern, denen jede Klassenorganisation fehlte und die sich selbst auf Crund der staatlichen Politik als "landlose Bauern' verstanden. Das ist ein historisches Phänomen, daß hier ein Klassenbewußtsein und ein besonderer Klassencharakter vollständig fehlt.
Ende 1975 kam es zu den ersten Verzweiflungsaktio. nen dieser Masse an arbeitslosen Landarbeitern und Anwärtern auf Land; sie mündeterin die Besetzung von Latifundien wie z. B. den Großgrundbesitz von San Ignacio im Tal von Yacui, der auf den Namen eines 4-jährigen Kindes eingetragen war. Die Antwort der Repressionskräfte war brutal : die eindringenden Bauern, besonders ihre Führer wurden ge mordet. Angesichts dieser Lage beschlossen zwei Bauernführer - Ramiro C'astelo und Manuel Ruiz -, einen radikaleren Weg des Kampfes einzuschlager als bei San Ignacio Rio Muerte erprobt worden war. Es sollte nun nicht mehr irgendein Grundbesitz besetzt werden, sondern einer, der strategisch günstig lag. Ein solcher war der Besitz "407" , der im Mittelpunkt des Latifundiums über eine Reihe von Installationen verfügte und mit einem Streifen Bäume umgeben war. Sie beschlossen, keine isolierten Besetzungsaktionen mehr durchzufhren, die von der Polizei leicht zerschlagen werden konnten, sondern ein Land konzentriert, mit verschiedenen Cruppen von Landanwärtern zu besetzen. Schließlich beschlossen sie, daß es nicht darum gehen konnte, "sich prigeln zu lassen", und besetzten das Land mit bewaffneten Bauer. Sie gründeten ihre Kampfstrategie auf drei Dinge : 1) den Übergang zur direkten Aktion gegen den Staat und die Landbesetzung; 2\die Durchführung der Landbesetzung mit konzentrierten und koordinierten Kräften; 3) die Organisierung der bewaffneten Selbstverteidigung der Bauernmassen. Diese Strategie löste eine politische Krise unter den Cranden des Staates aus, die mit einer Resolution der Bauern mit dem Rücken an die Wand gestellt wurden : entweder die Bauern bekamen Land, oder sie starben dafür. Viele Monate lang wurde das Problem von Sonora zum politischen Problem Nr. 1 in Mexiko; innerhalb der Staatsorgane löste es eine heftige Polemik über die Lösung dieses Problems aus. Ihren höchsten Ausdruck fand diese Polemik in zwei Entscheidungen des Staatspräsidenten : das Hauptbüro des Sekretariats für Agarreform vorübergehend nach Ciudad Obregón zu verlegen und das gan. ze Kabinett und die Gouverneure aller Staaten in Ciudad Obregón zu versammeln, um iber das Agrarproblem zu diskutieren, Innerhalb der herrschenden Klassen zog eine schwere Krise herauf: die Konföde ration der Kleinbesitzer spaltete sich an der Frage der Invasion des "407" in einen kleinbürgerlichen Flügel, der eine reformistische Lösung suchte, und einen großbürgerlichen F10 gel der Neo - Latifundisten, der den Ausweg in der Repression suchte .. oder in einer finanziellen Regelung (in dem Sinn, daß der Staat ihr Land für 1, 5 Mrd. Pesos, d.h. für 40 Mio. Pesos pro ha aufkaufen sollte). Diese Fraktion trat aus der CNPP aus und gründete die "Union Nacional Agricola" . Schließlich entschloß sich Echeverria dazu, 100. 000 ha der Bourgeoisie zu enteignen (wovon 37,000 ha bewässertes Land waren) und sie auf die Bauer aufzuteilen, Aber nicht auf die Bauer, die gekämpft haben (diese bekamen nur 3, 500 ha), son dern auf die Bauern, die vom "Pacto de Ocampo" kontrolliert werden, der den Kampf des FCT zu zersetzen suchte. Angesichts der staatlichen Manöver sahen sich die Bauern gezwungen, 5 ha bewässertes Land zu akzeptieren, obwohl ihnen legal 10 ha zustanden, Gegenwärtig droht demFCI eine agrarische Konterreform, die danach trachtet, das Land den Latifundisten wieder zurückzuerstatten, und eine staatliche Offensive, die versucht, über die agrarische Produktion aller "eiidos" des Staates Sonora eine Steuer von 3% zu verhängen. Durch die staatlichen Manöver wurde der FCT vorbergehend geschwächt, aber gegenwärtigist er weiterhin der einzige Pol, der eine Alternative zur Politik der offiziellen Cewerkschaften in der Region bieten kann, und sein politisches Ansehen bei den Bauernmassen ist nicht nur lokal, sondern auch national gestiegen, Andererseits zwang der Kampf des FCT um den "40? die verschiedenen gesellschaftlichen Kräfte, sich klar für das Volk oder für die Bourgeoisie zu entscheiden. Die Arbeiter und Bauern, die "ejidata rios" 1-
und die Angestellten und sogar die unteren Beamten des Staates und der Staatsgewerkschaften traten auf die Seite des FCI. Welche Kräfte eine Mobilisierung wie die des FCI entfaltet, zeigt sich im Anschluß des Stammes der Yaoui an den FCI : dieser Stamm steht seit langem in Opposition zum despotischen mexikanischen Regime. Nun ließ er durch seine Vizehäuptli n ge wissen, daß er sich den Kräften der Bauernbewegung anschließen wolle, "mit der Waffe in der Hand", wie es öffentlich hieß. DIE UNABHÄNGIGE BAUERNUNION
Die UCT (Unabhängige Bauernunion) ist eine Organisation der armen Bauern in den Bergen nördlich von Puebla und im Zentralland von Veracruz. Sie ist entstanden aus dem Beschluß von hundert Bauerngruppen, sich zu vereinigen im Kampf für das Land und gegen die Intervention des Staates, der Großgrundbesitzer und ihrer bewaffneten Banden. Ihre Fuhrung hat eine große Kampferfahrung und auf politischem Gebiet hat sie an mehreren nationalen Erfahrungen teilgenommen, was sie zu einer der wichtigsten Führungen der Bauern macht, Ihre Ausdauer im Kampf der Bauern durch die Methoden der di rekten Aktion (Besetzungen, Mobilisierungen, usw.' ihr Plan der Ausweitung des Einflußgebiets ihrer Organisation und ihr Wille, durch die bewaffnete Selbstverteidigung der Bauern den Aggressionen der "weißen Garden" der Großgrundbesitzer Widerstand zu leisten und sich geschickt gegen die Aktionen der staatlichen Repressionsorgane zu wehren, machen sie zu einer bevorzugten Zielscheibe, zu deren Zerstörung kolossale Kräfte aufgewandt werden. Die staatlichen Repressalien haben in mehreren Dörfern in diesem Cebiet, vor allem in der Sierra d' Atzalan, zur Verhängung des Ausnahmezustands, zur Inbrandsetzung von Bauerndörfern und Massenverfolgungen geführt. Nach einer kurzen Periode des Rückgangs infolge der Repression setzt die UCI die Ausdehnung ihrer Organisation in Veracruz und in Puebla fort, Ihre Initiativen haben nationale Tragweite und in Puebla haben sie Mobilisierungen von Arbeitern und Studenten ermöglicht. Die Erfahrung der UCI stellt trotz der harten Repression und trotz der Versuche, sie durch den Aufbau konkurrierender Organisationen an den Rand zu drängen, einen wesentlichen Beitrag zur Fortsetzung des Kampfes dar; die CCRI wird davon profitieren können, je mehr sie sich verstärkt und anwächst.
DIE UNABHÄNGIGE BAUERNBEWEGUNG "28. SEPTEMBER"
Die Bewegung "28. September" steckt erst in den Anfängen, aber sie macht rasche Fortschritte bei der Gründung eines regionalen Organs in der Region Cotaztla Veracruz, Der Ursprung dieser Bewegung ist in den Kämpfen zu suchen, di e die Bauern des Gutes von Palmarillo seit 1951 ihren; sie hat sehr viel zur Konsolidierung der CCRI beigetragen, Wie alle anderen Organisationen hat sie im Kampf um ihre Forderungen die harte Probe der Repession, der Täuschungen und der gemeinsten Formen polizeilicher Gewalt bestehen müssen, Vor kurzem sind ihre Cenossen der Polizei in die Hände gefallen; sie wurden geschlagen und zusätzlich wurde ihnen ihr karges Cut und das Geld geraubt, das sie bei den Bauern gesammelt hatten, Als Antwort auf diese Repression und um ihre Forderung zu bekräftigen, daß ihnen die 1964 versprochenen 1, 400 ha, die von den Großgrundbesitzern konfisziert worden sind, endlich übergeben werden, haben sie mit Unterstützung der CCRI eine große Bauerndemonstration in Mexiko- City organisiert. Die Bauernbrigaden von Palmaril- 1o haben an allen politischen Ereignissen der Hauptstadt in den Monaten April und Mai teilgenommen; sie haben von zahlreichen unabhängigen Gewerkschaf ten, besonders an der Universitat, Unterstützung bekommen; in den einfachen Vierteln haben sie materielle Unterstützung in Form von Kleidern, Geld und Lebensmitteln bekommen; systematisch haben sie mit den Studenten die Schulen abgeklappert, um den Kampf von Palmarillo und von der CCRI zu verbreitern und die notwendigen Mittel zur Mobilisierun der gesamten Bauernschaft zu sammeln, Schließlich hat es am 10. Mai in Mexiko-City eine Demonstration mit über 1.000 Leuten gegeben, Die Demonstran ten haben vom Landwirtschaftsminister eine sofortige Lösung der Bauernprobleme gefordert. Das Ergebnis dieser Mobilisierung war ziemlich bescheiden aber es war das erste Mal, daß die CCRI eine koordinierte Initiative durchführen konnte und auf politischem Terrain aufgetreten ist. Neben anderen konkreten Ergebnissen ist sie auf diese Weise mit verschiedenen Organisationen der einfachen Stadtviertel von Mexiko-City in Kontakt gekommen, die ihr Interesse am Plan der CCRI kundgetan haben. DIE BAUERNUNION "PLAN DE AYALA"
Die Union der Bauern von Morelos hat ihren Sitz in den Zuckerrohrplantagen von Zacatepec, einem der wichtigsten Staatsbetriebe des Landes. Dieser Betrieb ist so aufgebaut, daß er wie eine Cenossenschaft erscheint, bei der Staat, Arbeiter und Kleinbauern gleichermaßen Mitglieder sein sollen, In Wirklichkeit ist das ein kapitalistischer Betrieb, der die Fabrikarbeiter, die Landarbeiter (die Zuckerrohrschneider), die Fahrer und die Bauern ausbeutet und in die Politik der staatlichen Subventionen an das Privatkapital paßt, wobei er als Zwischenglied zwischen letzterem und den Kleinbauern aus der Umgegend dient.
Die Union ist bei der Besetzung des Betriebs auf Initiative der Bauern im Oktober 1975 entstanden, bei der eine Steigerung des Zuckerrohrpreises und eine Kontrolle beim Wiegen gefordert wurde, da sie - wie weithin bekannt ist - beim Wiegen des Zuckerrohrs regelmäßig betrogen werden, Damals waren die Bauern Mitglieder der offiziellen Cewerkschaft CAM, die die Bewegung verraten hat, selbst wenn ihr lokaler Führer sich nicht hat bestechen lassen. Dieser Führer wurde im Dezember dieses Jahres verhaftet; 31 Tage lang war er verschwunden und wurde gefoltert. Angesichts der Korruption der Fahrung der CAM und der Verhaftung eines ihrer Fuhrer haben die Bauern beschlossen, eine vom Staat und den offiziellen Gewerkschaften, die sie schon oft betrogen haben, unabhängige Organisation zu gründen. Diese Erfahrung des Verrats der offiziellen Organisationen ist einer der Faktoren, die sich am festesten im Bewußtsein der Bauern verwurzelt haben; diese haben nun ein tiefes Mißtrauen gegenüber jeder Form der Organisation, was den Aufbau der Union verzögert hat. Nach der Erfahrung mit der 2 -
Repression und, der Quälerei durch die Polizei hat sich der Gewerkschaftsführer, der selber nicht Bauer war, sondern einArbeiter aus dem Betrieb (bezeichnenderweise!), aus dem Kampf zurückgezogen, Wenn man die sehr hierarchische Struktur der mexikanischen Bauernbewegung berücksichtigt, versteht man, daß dies die Konsolidierung der Union erschwert hat.
Ein letztes wichtiges Moment ist die Weigerung des Staates, die Union als legal anzuerkennen, und die Durchführung einer Boykottpolitik gegenüber dieser unabhängigen Orgenisation. Diese drei Elemente : das Mißtrauen der Bauern gegenüber jeder Organisetion, das Fehlen von Führern, die bei den Massen ein wirkliches Prestige genießen, und die Politik des Staates gegenüber der Union haben die Konsolidierung und den Aufbau der Union der Zuckerrohrarbeiter von "Plan de Ayala" erschwert. Aus diesem Crund konnte sie auch keine größere Rolle in der CCPI spielen. Wir glauben jedoch, daß diese Schwierigkeiten sich mittelfristig beheben lassen und daß die Union in Zukunft eine wichtige Rolle spielen können wird, angesichts der Tatsache, daß sie trotz dieser Schwierigkeiten die einzige Organisation der Zuckerrohrarbeiter in diesem Gebiet ist und daß sie von 27 Ländereien (auf einigen arbeiten mehrere tausend Bauern) aktive Unterstützung bekommt, Heute führt die Union den Kampf um zwei Forderungen: ihre legale Anerkennung und die Erhöhung des Zuckerrohrpreises. Ein äußerst wichtiger Faktor für den Aufbau der Union ist ihre Unterstützung durch die Arbeiter von Cuernavaca, bei denen sie von Anfang an im Rahmen einer Arbeiter-Bauern-Studenten-Koa lition Unterstützung gesucht hat, bisher aber ohne ein wirkliches Echo, Außerdem wird gegenwärtig die Möglichkeit geprüft, daß andere in der CORI aktive Organisationen einige ihrer Kader in das Zuckerrohrgebiet schicken, um mitzuhelfen am Aufbau der Organisation, Die Führer der FCT, der UCT und der Bewegung "28. September" sind dies Gebiet schon besuchen gekommen, DIE VOLKSFRONT VON ZACATECAZ
Die FPZ ist eine sehr angesehene Massenorganisation in unserm Land, die direkt den Kampf der Universität und der Massen von Zacatecaz in den letzten Monaten für die Kontrolle der Universität und gegen die Manöver der Rechten geführt hat. Die FPZ setzt sich aus mehreren tausend Bauern aus dem Gebiet Fresnillo zusammen, die schon wichtige Kämpfe gegen die Großgrundbesitzer in diesem Cebiet gefthrt und wichtige Erfolge errungen haben : so haben sie dem ehemaligen Gouverneur Marraga 40, 000 ha Land entrissen, das sie zu einem Cut umgebildet haben, auf dem über 1, 000 Bauern leben, Die FPZ aus der Region von Fresnillo hat 25 Ländereien zusammengefaßt und sie bekommt die Unterstützung einiger politischer Gruppen der Linken. Seit der Enteignung der 40 ha Land ist die FPZ stark angewachsen: sie umfaßt nun 85 Gruppen von Bauern, die auf Land war ten, 1975 hat sie die Gebäude der SRA besetzt und erreicht, daß der Staatspräsident 5 Dekrete zu Lasten der Großgrundbesitzer erließ, die übrigens lokale Konzessionäre von Ford und Chevrolet und Immobilienbesitzer waren. Die FPZ ist durch die Organisierung von Veranstaltungen und Demonstrationen und durch ständige Mobilisierungen hervorgetreten. Ein anderer wichtiger Erfolg der FPZ war die Erkämpfung von 3, 000 ha Land, 2, 500 ha in Llagano und 275 ha in ander Gebieten, beides Brachland. Sie hat zu zahlreichen Landbesetzungen die Initiative ergriffen, die dann von der Polizei und der Armee gewaltsam unterdrückt wurden, Seit dem 20. November 1976 laufen vier Besetzungen, 1977 nat es noch andere Mobilisierungen, Besetzungen der SRA auf lokaler Ebene und zwei Märsche nach Mexiko-City gegeben.
Heute nehmen Hunderte von Bauern Zuflucht zur FPZ und sie führt einen harten Kampf um das Land. Sie ist noch nicht völlig in die CCRI integriert und bei den Aktionen hat es einige Probleme bei der Koo dination gegeben, Doch ihre Kontakte zu andern Bauernorganisationen wie "Land und Freiheit" von San Luis Potosi und ihr Charakter als Massenorganisation ebenso wie das klare Bewußtsein ihrer Führer über die Notwendigkeit einer nationalen Koordination der Bauernbewegung drängen auf ihre zunehmende Integration in die CCRI, was nur zu ihrer Konsolidierung beitragen kann.
DIE UNABHÄNGIGE BAUERNBEWEGUNG
VON SINALOA
Im Staate Sinaloa hat es sehr #hnliceBewegungen gegeben wie in Sonora, selbst wenn der Staat hier mit ander Mitteln geantwortet hat, 1976 sind in Sinalos mehrere bedeutende Bauernbewegungen entstanden, aber das hat nicht ausgereicht, um eine anerkannte Führung der Bauern in diesem Gebiet herauszubilden Der Staat hat erreicht, daß 10, 000 ha bewässertes Land aus dem Besitz von Großgrundbesitzern veräußert werden und hat sie den Bauern übergeben, die von der Organisation "Pacto d' Ocampo" kontrolliert werden; damit hat er die Mobilisierung in diesem Ce biet abgeblockt, Ihre wichtigste Basis hat die Bewegung auf dem Gut "18. Dezember" und in einer Fischergenossenschaft in der Region Ahome, in Sinaloa. Die Bewegung ist noch wenig entwickelt, aber im Rahmen der CCRI kann sie wachsen.
DIE UNABHÄNGIGE BAUERNBEWEGUNG
VON COLIMA
Die Bedingungen des Kampfes der Bauern im Staat von Colima sind außerordentlich schwer, weil die Bauern es hier nicht nur mit den offiziellen Organisationen zu tun haben, sondern auch mit andern Organisationen, die behaupten unabhängig zu sein, aber in der einen oder anderen Weise die Politik der Regie rung unterstützen. Die Bewegung ist aus der Koor dination verschiedener Bauerngruppen entstanden, die mit den offiziellen Organisationen gebrochen haben und versucht, in einem vereinheitlichten Rahmen ihre Interessen zu verteidigen, Die CCRI hat ihnen angeboten, eine richtige regionale Organisatior aufzubauen, und in dieser Richtung haben sie Fortschritte gemacht.
DIE ANDERN ORGANISATIONEN
Von ihrem Anbeginn an hat sich die CCRI das Ziel 13-
gesetzt, sich selbst auszuweiten und neue Organisationen in ihre Reihen aufzunehmen, Gegenwärtig unterhält sie Verbindungen zu verschiedenen lokalen Organisationen in Oaxaca, Veracruz, San Luis Potosi und an andern Orten mit dem Ziel, sie in die CCRI zu integrieren, Die Bauernführer der CCRI sind vollständig davon überzeugt, daß sie in Zukunft die Mehrheit der unabhängigen Organisationen, wenn nicht die Gesamtheit der Bauernbewegung im ganzen Land in ihren Reihen zusammenfassen kann, Organisationen, die auf lokaler Ebene einen harten Kampf gegen den Staat, die Großgrundbesitzer und ihren Repressionapparat führen.
Die CCRI hat beschlossen, eine Bauernzeitung, den "Sozialistischen Landwirt" herauszubringen und ihn national zu vertreiben, und den Austausch und den Kontakt zwischen den Führern fortzusetzen, um die schon sichtbaren Erfolge bei der Konsolidierung der CCRI voranzutreiben.
DIE CCRI UND DIE PRT: DIE DIALEKTIK VON PARTEI UND MASSENBEWEGUNG
Die mexikanischen Trotzkisten haben aktiv an der Bauernbewegung in den letzten beiden Jahren teilgenommen. In einigen Fällen, wie in Sonora, kämpften sie an vorderster Front und waren in der Fahrung der Bauernbewegung. Andernorts haben unsere Genossen in den Bauernbewegungen Basisarbeit geleistet, haben den Kampf der Bauern in den Städten popularisiert und die Bauern in die Koordinationsorgane der Arbeiter- und Studentenbewegung aufgenommen, Die Erklärungen der Bauernführer sind systematisch in der trotzkistischen Presse abgedruckt worden und eine Reihe von Solidaritäts- und Unterstützungskampagnen sind zentral durchgeführt worden.
Unter diesen Bedingungen hat die Gründung der PRT es ermöglicht, daß die Kräfte der Cenossen, die bis dahin auf verschiedene trotzkistische Organisationen verteilt waren, zusammengefaßt wurden, Dadurch konnten auch die Interventionsmöglichkeiten der trotzkistischen Cenossen im ganzen Land genutzt werden, Die CCRI ist selbst ein unumstößlicher Beweis für die Notwendigkeit einer leninistischen Organisation, die eine nationale Verankerung hat und auf nationaler Ebene interveniert. Hier hat sich in aller Deutlichkeit die Dialektik zwischen de• politischen Stärkung der Massenbewegung und der Stärkung und Konsolidierung der Organisation der revolutionären Avantgarde gezeigt. Es gibt keinen einzigen unabhängigen Bauernführer, der nicht die Notwendigkeit begriffen hätte, seinen regionalen Aktionsradius zu überschreiten und seine Aktion in eine nationale Organisation einzubetten oder sie mit anderen unabhängigen Organisationen in andern Cebieten des Landes zu koordinieren.
Doch ihre eigene Tagespraxis und ihre schwachen Mittel drängen die Baue organisationen immer wieder in die Isolierung. Wir meinen, nur nationale Kräfte können die Bauernschaft national organisieren. Das sind entweder die organisierten Kräfte der Bourgeoisie (der Staat) oder die des Proletariats (die revolutionäre Partei). Die Erfahrung der CCRI bestätigt diese unsere Überzeugung. Es ist die Beteiligung der PRT, ihr Engagement, ihre bescheidenen Mittel und die Aktion ihrer Cenossen und ihrer Führung, die es ermöglicht haben, daß der Wunsch der Bauern nach einer nationalen Koordination der Kräfte der unabhängigen Bauern Wirklichkeit wurde, und die die Grundlage für eine Überwindung der Zersplitterung der unabhängigen und revolution ären Kräfte der Bauern gelegt haben, Die PRT will nicht eine von der Partei dominierie Bauerngewerkschaft aufbauen; sie hat das bei mehreren Gelegenheiten explizit gesagt, sowohl auf Versammlungen der Bauernfishrer wie auf denen der PRT. Wir glauben nicht, daß es die Funktion der Partei ist, ihre eigenen Massenorganisationen "aufzubauen". Die Erfahrung der mexikanischen KP ist in dieser Hinsicht äußerst lehrreich. Was die PRT will, das ist einen Beitrag zu leisten zur Steigerung des Bewußtseins und der Organisation der mexikanischen Massen. Die Genossen der PRT, die in den Organisationen der CCRI Führungsfunktionen innehaben, dies auf der Basis ihrer täglichen Arbeit als Massen. fthrer und nicht als Funktionäre, die in der einen oder anderen Weise von der Partei aufgezwungen werden, Die Führung der PRT hat immer auf der Notwendigkeit bestanden, daß andere Kräfte der Linken daran teilnehmen, Wir wollen auch keine "rote" Bauerngewerkschait aufbauen, d. h. eine sektiererische Gewerkschaft, die von der großen Masse der Bauern im Land abgeschnitten ist. Im Cegenteil, sowohl die Cenossen der PRT als auch die Führer der Bauer haben sich das politische Ziel gesteckt, die gesamte Masse der Bauernschaft jeder Region beeinflussen, besonders jene, die noch von den offiziellen Gewerkschaften der Bauern beeinflußt wer- Die PRT ist sich der enormen Schwierigkeiten bewußt, die sie angesichts ihrer Uner fahrenheit in der Bauerna rbeit auf nationaler und auf internationaler Ebene erwarten, Doch nimmt die Führung der PRT Rücksicht auf diese Schwierigkeiten und bemüht sich, sie auf politischer wie auf organisatorischer Ebene zu bewältigen, Die Gründung der CCRI hat es möglich gemacht, daß Dutzende neuer Kader in die PRT eingetreten sind, Kader, die nun aus der Bauemschaft kommen und von denen einige ein gewisses Prestige in der Massenbewegung gewonnen haben. Das ist ein neues Element, das wir in unserm Konzept des Aufbaus der PRT berücksichtigen müssen. Die Gründung der CCRlist heute in Mexiko von zentraler Bedeutung für die Lösung der historischen Prc bleme der mexikanischen Massen, Die Grundlage, mindestens drei von ihnen zu lösen, können mittelfristig gelegt werden, und das wird der wertvollste Beitrag der CCRI und der PRT sein : die Zersplitterung der Bauernbewegung überwinden; die Bauernbewegung mit ihren eigenen revolutionär-marxistischen Kadern ausrüsten und die Grundlagen für die Überwindung der historischen Spaltung zwischen der Arbeiterklasse und der Bauernschaft schaffen. 4-
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