ERKLÄRUNG DES VS DER IV. INTERNATIONALE ZUM KRIEG IN BOLIVIEN ++++++++++++++ *+++++**+*++++++++++++++++++++*++++++++ +++++ Mehrere Dutzend Genossen der P.O.R. (der bolivianischen Sektion der IV. Internationale) sind im Kampf gegen Staatsstreich General Banzers und gegen das neue Militärregime gefallen; andere sind von den Repressionstruppen gefangengenommen worden und befinden sich seither in Konzentrationslagern. Die Repression ging ebenfalls hart auf andere Organisationen der Arbeiterklasse nieder. Die Corillas an der Macht beginnen, unterstützt durch den amerikanischen Imperialismus und seiner Agenten in anderen Ländern Lateinamerikas, eine der systematischsten und brutalsten Ausrottungskampagnen zu unternehmen. Das Proletariat Boliviens, das eine lange Reihe barbarischer Massaker in seiner Geschichte aufweist, ist wieder bedroht und hat mehr denn je auf internationale Solidarität Anspruch. Die Genossen der POR hatten verstanden, daß es bald zu einer Entscheidungsschlacht kommen würde. Du sie das Kräfteverhältnis richtig einschätzten, machten sie sich keinerlei Illuracre Cher den Ausgang. Sie hatten große Anstrengungen unternommen, um sich darauf vorzubereiten, wobei sie große Fortschritte auf allen Sektoren errangen. Aber diese Anstrengungen konnten die politischen und militärischen Unzulärglichkeiten der Massen nicht ausgleichen, die aus dem Fehlen einer wirklichen Strategie für die Machtergreifung und den bewaffneten Kampi bei den meisten Organisationen, die sich auf den Sozialismus berufen und die bestenfalls spontaneistische Konzeptionen des Aufstands hatten, herrührten.
Angesichts des Rechtsputsches, der insbesondere in La Paz und Santa Cruz zur Mobilisiering der Massen führte, haben unsere Genossen nicht einen Moment gezögert, an der Kämpfen unter Aufbietung aller verfügbaren Kräfte teilzunehmen. So sind sie mit ihren Klassenbrüdern marschiert, in der eruten Reihe. In La Par ist es Tomas Chambi, Führer der Unabhängigen Bauerngewerkschaft, der mit fünfzehn seiner Genossen fiel. In Santa Cruz, wo der Angriff der Konterrevolution besonders brutal war, wurden etwa 20 nossen getötet. Über das Los der Genossen, die verschwunden sind oder die im Kampf verletzt wurden, herrscht noch keine Klarheit. Etliche Genossen wurder in La Paz, Santa Cruz und Oruro verhaftet und befinden sich zur Zeit mit all den anderen Opfern der lepression zusammen in den Gefängnissen und in den Lagern in Urvald, wie dem von Madidi, dessen Bedingungen besonders empörend sind. Schließlich sind die führenden Genossen der Orgarisation, die die Kämpfe überlebt haben und sich schon wieder drangemacht hatten, die Bewegung neu aufzubauen, fast verhaftet worden. Sie konnter sich gerade noch in die Botschaft eines lateinamerikanischen Landes flüchten (nachdem andere Botschaften sie zurückgewiesen hatten) und leben jetzt im Exil. Die Genossen der POR schreiben uns:
"Wir sind entschlossen, den Kampf fortzuführen, und wir sind in der Lage, das besser zu unternehmen als in der Vergangenheit. Unsere Kräfte sind in den letzten Monaten gewachsen, und neue Führungkader haben sich gebildet und sind schon an der Arbeit. Was uns am meisten anspunt, das ist das Vertrauen, das uns verschiedene Sektoren der Avantgarde entgeger-ringen. Das will nicht heißen, daß unsere Lage nicht schwierig ist: aber rie Revolutionäre können nicht darauf hoffen, daß die Bourgeoisie ihnen den Weg ebnet. Jetzt heißt es kämpfen, und wir werden kämpfen: wir haben uns auf diese Perspektive vorbereitet."
Die IV. Internationale ehrt die bolivianischen Arbeiter, Bauern und Studenten, die zu hunderten in den dramatischen Augusttagen 1971 massakriert worden sind. Sie ehrt die trotzkistischen Genossen, die gefallen sind "con el pensamiento fijo en su partido y en la Internacional" (etwa: "ihre Gedanken fest auf ihre Partei und auf die Internationale ausgerichtet"), um ihre eigenen Worte zu gebrauchen. Sie bekundet ihre brüderliche Solidarität mit all denen, die in den Gefängnissen und in den Konzentrationslagern schmachten, und die durch eine internationale Denunzierungskampagne ihren Kerkermeistern entrissen werden müssen.
DIE P.O.R. KÄMPFT WEITER! 26. September 1971
BRIEF AUS ARGENTINIEN: