Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

8. März

Zum internationalen Frauentag

· Inprekorr Nr. 77, 18. März 1977 · S. 8-14 · 4.531 Wörter

Frauen Gewerkschaften und Streiks Spanischer Staat Großbritannien

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Schwerpunkte des Kampies - J.Heinen

WOMENS 1975 nannte sich "das Jahr der Frau". Es war vor LIBERATO. allem das Jalır der Demarogie und der Versprerben, FRONT die nielits kosten.

1976 Mhrte nicht nur zurück auf den Boden der Realillit, es war auch das fahr, in dem die bürgerlichen Regierungen Ihre Häresten Angriffe gegen die Frauen seit Jahren geritten halien.

Gegen die Preibeit zur Altreibung: in GroBbritannien und in den USA hat die Bourgeoisie die fortschrittlichen Gesetze, die sie vor einigen Talren verabschtedet hat, wieder in Frage pestellt In Helgien und in Holland stellt sie den status quo in l'rare. der trotz der Ceselze Tausenden von Mrauen de Möglebkeil gali, in luthofziellen Klaiken alzutreiben. In Frankreieh welgert sie sich in der Mehrzahl der Fälle, das Cesere anzuwenden Gegen das Recht auf Arbel: nicht mir, dab die Arbeiterklasse massiv son der Arbeitslosigkeit betroffen Ist, betroffen sind tar allem die Frauen. DEPENALIund die gance bürgerliche Propaganda soll die Frauen ermutzen, wieder su 'ihren" Herd suriek- SATION zukelren, In mehreren Mindern wird ihr Recht suf "AVOR- Mutterschaftsurlanb angegriffen. Die Krippen wer- DE L den reihenweise geschlossen, eheno die Krankenhäuser und man erwartet wleder von den Frauer TE MENT dall sie sich um die Alten, Wie Kranken und die Kinder kümmern.

Die Frauen haben aber niel den Kopf hangen lassen. Im Gegenteil: die Radikalisierung hat in den meisten fortgeschrittenen kapitalistischen Ländern zugenommen und Immer breitere Schichten von tohnablitingigen Frauen ergriffen, die sich nun im Kampf engagieren, sei es in der Frauenbewegung, sol es in den Gewerkschatten oder in punktuellen Katspagnen. In Malten. Spanien, Frankreich und vor allem inEnglandsind die Führer der reformistischen Organisationen gezwungen worden, zu den Massenhewerungen Stellung zu belimen. Die Kil lol Wolen Im- Le der Abtreilung Im vermipmen Prillar ene

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Kehriwende gemacht, die KP Spaniens hat sich zur Vorkämpferin der Einheit im Kampf der Frauen gegen Ihre Unterdrückung gemacht, die KPF anerkennt nun, daß die Frage der Gewalt gegen Frauen wichtig ist. Deswegen haben sie sich nochnicht an der gemeinsamen Mobilisierungen beteiligt, die die Frauengruppen fir den 8. März 1977 initiiert haben. Aber die Themen, die an diesem internationalen Frauentag auf der Tagesordnung stehen, ermöglichen eine künftige Ausweitung der Mobilisierung. Die Frauen kämpfen heute fir die Verteidigung ihrer Errungenschaften: für das Recht auf - Arbeit und au! Di en sileistungen, die sie von den Hausfrauenarbeiten befreien; filr das Recht auf Mutterschaft, ob, wann und wie sie sie wollen. Sie kämpfen für das Recht auf Gleichheit und auf wirtschaftliche Unabhängigkeit, sie kämpfen dafür, daß man sie als mündige und selbständige Wesen. betrachtet.

FÜR FREIE UND KOSTENLOSE ABTREIBUNG, FÜR DAS RECHT AUF KOSTENLOSE MUTTERSCHAFT Die ailgemeine Wirtschaftskrise, in der die Bourgeoisie steckt, löst in allen kapitalistischen Ländern rieiche Reaktionen bei ihr aus in Bezug auf die Haushaltspolitik: sparen auf Kosten der Arbeiter. und damitbeiden Sektoren anfangen, die keinen Profit abwerfen. Das bedeutet in erster Linie natürlich den Angriff auf die Dienstleistungen, also Schuien, Kinderkrippen, Gesundheitswesen, Sozialversicherung. usw. Und im Gesundheitssektor heißt das in erster Linie die Kredite zu streichen, die fer Abtreibungen im Krankenhaus oder für die Erforschung natilrlicher Entbindungsmellioden vorgesehen sind. Denn das bringt nichts, 18t überflüssig, sogar schädlich und könnte die Frauen auf dumme fiedanken bringen, was ihre Fähigkeit berrifft, selber zu entscheiden, zu kontrollieren. Ausdiesem Grund versucht die Regierung das Krankenhaus Elizabeth Garrett Anderson in London zu schließen -- ein Krankenhaus, das Ende des vergangenen fahrhunderts filr die Frauen geschaffen worden wars von Frauen geführt wurde und in dem vor allem Frauen schafften --, oder versucht die Regierung in Paris die Kredite zu stoppen, die für den Betrieb der "Maternite des Lilas" notwendig sind, Hier wird die natiirliche Entbindung praktiziert. und das Personal versucht die Frauen in kollektive Diskussionen einzubeziehen über ihr Verhältnis zu ihren Kindern, zu ihrem Körper, über die Art. wie die Klinik funktioniert, daß sie kollektis ge thrt werden müßte.

Der Druck, den der reaktionärste Flügel der Bourgeoisie ausibt, die Stimme der Kirche und das Kräfteverhältnis mit der Arbeiterbewegung sind sicherlich entscheidend fir die Art, wie die Regieringen jeweils reagieren. Die britischen Soziakdemokraten widersetzen sich keineswegs der "Gesetzesrevision" des Konservativen Benyon. Und aus gutem Grund: denn dieser tut nichts anderes, als daß er im großen und ganzen den Plan wiederaufgreift, den vor 18 Monaten der Labour-Angeordnete Tames White eingebracht hat und der eine Herabsetzung der Frist für die legale Abtreibung vorsieht, eine Einschränkung des Rechts aufAbtreibung für die Frauen ausländischer Arbeiter, die Erweiterung der Rechte der Polizei auf Zugang zu den Akten Fraucn über Frauen, die abgetrieben haben, die Senkung der Zahl der Ärzte, die berechtigt sind, Abtreibungen durchzuführen (nunmehr muß man mindestens & Tabre praktiziert haben) und die Schließung der Kliniken, die für wenig Geld Abtreibungen vornehmen. All dies im Namen der Gesundheit der Frauen natürlich. Wenn man weiß, daß in diesem Land eine halbe Million Frauen auf der Warteliste der Krankenhäuser stehen, versteht man, daß weniger als die Hälle der abtreibungswilligen Frauen in den letzten Jahren den Eingriff haben in öffentlichen Krankenhäusern vornehmen lassen können. In den ISA liegt diese Zahl nur bei 15%, da der Großteil der Nachfragen von Privatkliniken befriedigt wird. Und dennoch ist von 1,5 Millionen abtreibungswilligen Frauen 700. 000 der Zutritt verwehrt worden. Hier geht die Bourgeoisie zynischer vor und Ford und Carter liegen dabei ganz vorn: der Kongreß hat im vergangenen September die notwendigen Sparmaßnahmen dafür verantwortlich gemacht, daß die finanziellen Hilfen, die für die Abtreibung sonst gewährt wurden, nun auf Bundesebene gestrichen worden sind, was nicht mehr und nicht weniger bedeutel als daß jährlich 300. 000 Frauen zu Engelmachern oder in die Verzweiflung getrieben werden. Der Geselzesartikel ist als verfassungswidrig erklärt worden. Die Entscheidung liegt also beim Obersten Gericht, bei demselben Gericht, das gerade die Klage der Arbeiterinnen von Ceneral Elec- Tric abgewiesen hat, die die Bezahlung des Mutterschaftsurlaubs vom Betrieb gefordert haben..: Diese Herren bekommen zudem mächtige Rückendeckung durch den Papst, der nichts besseres zu lun wußte als zu erklären, wenn im Gefolge der Tragödie von Seveso mißgehildete Kinder zur Welt kämen, werde es bestimmt nicht an guten Christen mangeln, die glücklich wären, sie adoptieren zu dürfen. Der Papst hat übrigens vor, eine Frau in den Heiligenstand zu erheben, die bei der Geburt lieber sterben wollte, als ihr Kind alutreiben Doch der Papst hat Nacheiferer. Zum selben Zeitpunkt, wo die belgische bourgeoisie eine Hexenjagd gegen die Ärzte veranstaltet, die den Mut haben zu sagen, daß sie Abtreibungen vornehmen, und fünf , von ihnen verhaftet -- darunter Dr. Peers, dessen Verhaftung vor vier Jahren schon zu massiven Protestkationen gefühet hatte --, zu dem Zeitpunkt, da sie einer unserer Genossinnen aus lattich einen Prozeß wegen "unerlaubter Propaganda für die Abfreibung" anhängt (man hat Broschüren zu diesem Thema in threm Auto"gefunden" .). führt der Gemeinderat dieser Stadt eine große Plakatkampagne durch, in der er empfiehlt, die Kinder an der Mutterbrust zu stillen und die Frauen ermahnt, "ganz und gar Mütter zu sein"... Jedermann weiß, daß die Lütticher Unternehmer besonders fortschrittlich sind, daß sie all ihren Arbeiterinnen Stillungsurlaub gewähren und sie nicht entlassen. wenn sie schwanger sind, Sondern ihnen noch sechs Monate Mutterschaftsurlaub gewähren. Aber Ironie ist fehl am Platz wenn man weiß, daß die Bewegungen gegen die Abtreibung in Großbritannien und in den USA sehr stark sind, daß sie großes Gehör gerade in der Arbeiterklasse finden. die voll unter dem Einfluß der bürgerlichen Ideologie steht, daß in Portugal heute noch Frauen ins 9 -

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Frauen----_-..............--- Gefingais müssen, weil sie abgetriehen haben, daß die franquistischen Gesetze in Spanien die Abtreibung immer noch als ein Verbrechen behandeln. Es stimmt zwar, daß die Bourgeoisie mit der Zeit nicht darum herum kann, in mehr oder weniger vererrier Form den Frauen ein demokratisches Recht zuzugestehen, das zahlreiche Frauen der herrschenden Kinsse selbst fordern, Doch ändert dies nichts daran, daß es heute die am meisten ausgebeaieten und unterdrückten Frauen sind, die am stärksten unter dieser Situation leiden. Diejenigen, die sich einen Aufenthalt in einer Privatklinik nicht leisten können, die nicht dieselbe Hautfarbe haben, denen man ganz einfach das Recht zur Abtreibung abspricht oder die man im Gegenteil zur Zwangssterilisierung drängt.

Diese Situation Ist es, die daze geführt hat, daß Ende Januar in London auf die Initiative der NAC hin eine Eiheitsfront der Linken und der extremen Linken mit der Unterstiltzung wahtreicher Frauen der Labourpariy ein "Tribumal" aber die Abtreibung organisiert hal. Die Frage der Abtreibung Ist hier breit diskutiert worden und es wurde der dreitägige Zwangsaufenthalt im Krankenhaus mit obligatorischer Anästhesie in Frage gestell: Diese Probleme beschäfligen heute auch die französischen Frauengruppen. Diese haben zusammen mit einigen Gruppen des MLAC die Initiative zu einer Kampagne für die Anwendung des Gesetzes (Iber die Abtreibung ergriffen und stützen sich dabei auf eine Charta der Frauenbewegung.

Vor allem kommen jetzt aber auch andere Themen zur Sprache. Das der Verhütungsmittel und der Sexualität: das ist eines der zentralen Themen der Kampagne, die heute in Spanien geführt wird. Ähnlich wie die italienischen Frauen, die sich für die Schaffung von "Beratungsstellen" mobilisieren, fordern die spanischen Frauen in einem Manifest die Einrichtung von Zentren der Familienplanung, zu1sätzlich zu freier und kostenloser Abtreibung und Verhütung.

Dann das einer anderen Mutterschaft, eines anderen Verhältnisses zu den Kindern. Zahlreiche lohnabhängige Frauen beginnen sich die Frage zustellen, warum ihnen von klein auf eingetrichtert wird, ihre "natürliche" Rolle sei die der Mutter, während sie nicht einmal das Recht haben schwanger zu sein, wenn sie arbeiten, auf die Gefahr hin, daß sie ihren Arbeitsplatz verlieren.

FÜR DAS RECHT AUF ARBEIT, FÜR GLEICHEN LOHN, FÜR GLEICHE AUSBILDUNG

In Ländern wie Spanien, Italien oder Portugal liegt der Anteil der arbeitenden Frauen kaum über 25% der Erwerbstätigen, und dennoch sind die Frauen bei Entlassungen die ersten, ebenso wie in den andern kapitalistischen Ländern: in Großbritannien nimmt die Zahl der arbeitslosen Frauen doppel! so schnell zu wie die der Männer: in Frankreich sind 5, 8% der erwerbstätigen Frauen arbeitslos. bei den Männern beträgt der Anteil nur 3, 2%. Zwar leiden alle Arbeiter unter den Folgen der allgemeinen Politik der Profitmaximierung der Unternehmer: aber die Ungleichgewichtigket der Verteilung ist im besonderen noch die Foige der Kürzung der Kredite bei den öffentlichen Dienstleistungen und der willkürlichen Bevorzugung von Männern bei der Vergabe von Arbeitsplätzen, auf allen Ebenen. Die verschärfle Diskriminierung der schwangeren Frauen in der letzten Zeit und die Maßnahmen, die in der BRD oder in der Schweiz an den öffentlichen Schulen regen verheiratete Frauen ergriffen werder sind ein Beweis dafür. Ebenso die Folgen, die der Regierungserlaß über die Mittelstreichungen in den Gemeinden, Provinzen und Regionen traliens Iris Ende 1977 nach sich ziehen wird: nicht nur, daß keine neuen Krilfte mehr eingestelit und in den Sektoren mit hohem Frauenanteil bald 100, 000 Prauen mehr arbeltslos sein werden, die vorgesehene Schließung der Krippen, Schulen, Altenheime, usw bedeutet für viele Frauen zugleich, daß sie gezwuncen werden, ihren Arbeitsplatz aufengelien, um sich am die Kinder und die Alten zu kümmern, da diese Aufegte am der Cesellschaft nieht mehr wahrgebonite: werden. In New York gab es 1975 in den offenlicnen Krankenhäusern 3.000 Angestellte weniger and fir 1976 waren 4.500 Entlossungen vorgeseien, lu: athd sind im vergangenen Jahr 1 Mrd Prund aus dem Haushalt des Öffentlichen Dienstes gestrichen worden: besonders betroffen davon waren die Frauen in ihrer Arbeit und ihren Lebensbedingun gen. In diesem Land, das traditionell als "Wohlfahrtsstaat"gilt, konnte im vergangenen fahr weniger als ein Drittel aller Kinder unter 5 Jahren in einer Krippe untergebracht werden..., während 4/5 der berufstätigen Frauen vollzeitbeschäftigt sind. (Diese 4/5 stellen 38° der Erwerbstätigen dar). Der Kampf der englischen Arbeiterinnen fir einen Mindestlohn und für gleichen Lohn richtet sich somit sowohl gegen die Haushaltspolitik der Labourregierung -- ein großer Teil der 80.000 Menschen, die im vergangenen November gegen die Ausgabenkürzungen demonstriert haben, waren Frauen -- wie gegen die Einkommenspolitik, die die Gewerkschaften durchsetzen wollen. Der Sieg der Arbeiterinnen von "Trico" nach 21 Wochen Streik und Streikposten vor dem Betrieb hat gezeigt, daß allein die direkte Aktion sich auszalilt und daß der "'Equal Pay Act", ein Gesetz über gleichen Lohn, das die Regierung Ende 1975 verabschieder hat, nur dann eine Wirkung zeigt, wenn die Frauen seine Anwendung durchsetzen und sich zu diesem Zweck organisieren. Das Berufungsgericht hat seinerseits deutlich gezeigt, auf welcher Seite es steht, als es die Forderung der Frauen, das Gesetz anzuwenden, zurückwies unter dem Vorwand, sie erledic en nicht dieselbe Arbeit wie die Männer. Das sind die Sehlußfolgerungen, die auf einer "Versammlung zum Recht der Frauen" in London Ende Februar gezogen worden sind. Auf dieser Versammlung waren ilber 2,000 Menschen anwesend, vor allem Frauen, die sich aktiv an den wichtigsten Käm pfen der letzten Monate beteiligt haben, sowohl in den Betrieben wie in den Stadtvierteln. Darunter war auch eine starke Delegation der Kampagne für die Kinderkrippen, die gegenwärtig im Nordwesten von England läuft.

Zu ähnlichen Schlußfolgerungen sind die Frauen gekommen, die in den USA für die Aufnahme des Artikels über gleiche Rechte in die Verfassung 1 -

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(ERA) kampfen, Angesichts der Passivitht der Inglès" durchgefihrt, die fn threm Betrien die Kapi- Führer innen der feministischen Organisation NOW dalmelrheit besitøt., Sie kämpfen gegenden P'atennn- -- die zum größten Teil an die Demokratische Par- lismas der Unternehmer, wie heute Ini Streik von tel gebunden sind und die die Moblisierungen so "'Puente", ebenfalls in Madrid. Gegen de Praxis. welt wie möglich gebremst haben, um Carter in daß Hie Interneimensleitung bei minderjährigen Arseinem Wahlkampf nielit zu behindern -- klimpfen heiterimnen zwischen 14 und 18 fairen die Entlasdie Frauen, die am aktivsten die Kampagne für die sungshriefe den Eltern nach Hause schiekt, haben ERA tragen, allen voran unsere Genossimen der die Arbeiterinnen eine "Elternversammlung" eibe- SWT. fr die Mobilisierung auf der Straße and in rulen, um kollektiv Widerstond dagegen zu leisten. den Gewerkschaften, Demn nur auf diese Weise Damit wollien sie die Eltern Iberzeugen, daß sie künnen de "rauen Ihre Rechte pellend machen. als Arbeifer reagieren und sicit den Spaltungsmanound vor allem die der am meisten ausgebeuteten veru der Internelmer widersetzen missen. Trauen verleidigen, der seliwarzen Frauen, der Chicanas und der Gastarheiterinnen. Im allpemeinen İst der Anteil der gewerkschaftlich organisierten Frauen gewaltig gestlegen In den I's ist wichtip zu sehen, dat die Probleme, die die leteten beiden Jahren: entsprechend sind in den Cerauen vor allem bei den vielfachen Fabrikbesetzun- werkschaften augh besondere Organe geschatten ven in der Textllindustrie hu Frankreich aufwerlen worden: Frauenkommissionen in den C'ewerkschal- •. die Hälfte der Streiks im letzten Tahr habeu in. ten, sporadische Versammlungen der Frauen, um tetrielien stattpefunden, die liberwiegend Frauen Inre besonderen Probleme zu diskutieren, nichtleschäftigen --, sich hei weitem niehit anf Tohn- gemischte gemeinsame Ausschisse der Frauen fragen beschränken. Sie stellen die Frage nach dem verschfedener Gewerkschaften (wie der CLUW In Recht der Arbeiterinnen auf gewerkschaftllche Orga- den USA). Diese Strukturen sind oft auf Veranlassurg nisation, auf Ausbildung, auf Cherstundenverweige- der Führer der traditionellen Organisationen der rung, damit ihr doppelter Arbeitstag nicht noeh Arbeiterbewegung geschaffen worden. zusitzlich belastet wind, sie prangern die schadlichen Arbellsbedingunpen und die mörderische Arbeitshetze an fast "herall da, wo sie arbeiten. Sie DIE POLTIK DER REFORMISTEN klimpfen fir ihre Anerkennung als Delegierte und für die Einrichtng eines Mütterschaftsurlauhs -- Die Entwicklung in der Haltung der Gewerkschaftsso war es :. B. im Streik in der Textilfabrik "In- führer, der Spitzen der KPn und der sozialdemokraduyco" in Madrid, der zu 90° befolg wurde und tschen Parteien in der letzten Zeit kann uns nicht verwundern. Da die zunehmende Radikalisierung der einige Wochen lang gedauert hat und schließlich zur Arbeiterinnen die Autoritat der Führer der reformi- Schließung der "Induyco" gefihrt hat. Untersiitet von Solidaritätsaktfonen zahlrelcher anderer Berrie- stischen Organisationen angekratzt hat, waren diese he haben die Textilarbeiterimen son "Induyco" eine wolll oder übel gezwungen, eine größere Flexibilität Bovkottaktion gegen die Warenhauskette "Corte an den Tag zu legen, um nicht vollends die Kontrolle aber wichtige Mobilisierungen zu verlieren, vor AUCH FRADEN HABEN

EIN RECHT FÜR ARBEIT

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lraucn.-allem wenn diese aktiv von zahireichenkämpierinnen in ihren eigenen Reihen unterstützt werden Daher die Wiederbelebung eigener gewerkschaftlicher Strukturen für die Frauen im "Jahr der Frau", um aber die besonderen Probleme der Frauen dort zu diskutieren, die Aufnahme des Themas der Unterdrilckung der Frau in den Themenkatalog der Kaderschulungen, und vor allem das systematische Auf rauchen von Forderungen, die weit aber die traditonelle Parole "Cleicher Lohn bei gleicher Arbeit" hinausgehen und Gleichheit der Ausbildung, kostenlose und gute Kinderkrippen, das Recht der Frauen muf Kontrolle über ihren eigenen Körper und selbst die Infragestellung der Arbeitsteilung innerhalb der Familie verlangen.

Diese Forderungen, die manchmal sehr weit gehen, wie die Plattform für das nationale Treffen der Arheiterinnen in der Intersindical in Portugal im Jult 1976 zeigt oder di e des nationalen Gewerkschaftsver bands in Quebec, stehen aber meistens nur aur dem Papier und münden selten in eine aktive Unterstützung der Kämpfe der Frauen. Dazu bedarf es 1 Sk

KUNDER-KRÆVER

FULD-BESKÆFTIGELSE M?

selon des Drucks einer Massenbewezung wie in Da- Tien oder in Spanien, um die reformistische lalrun gen tu zwingen, zur Aktion überzugehen. Und sells dann tun sie es baulig noch auf sektiererische Weise Im 2. Märe hat die KPS in Turin zu einer eigenen Demonstration gegen die Krauennrheitslosigkeit nulverufen, getrennt vom Best der Frauenbewegung: sie wollte damit verlunder, daß die Frage der Abtreibung angesprochen würde und der Druck der Hasis sie zwingt, bei der Diskussion dber das Abtrellungsgesetz Im Senat am 9, Mãrz frontal gegen die Christdemokraten Stellung zu hertehen. li Madrid hat die KP anleich des 1. tationalen Treffens der Fruengruppen in den Betrieben, zu dem sie selbst die Initiative ergriffen hat, es peinlichst vermieden. diejenigen Betriebsgruppen einzuladen, die sie selbst nicht kontrolliert, und hat damit die Ausstrah langskraft eines solchen Treffens von vornherein beschrinkt. (Das Treffen fand am 12. -13. Februar statt), In London dauerte es fünf Monate bis sich die Führung des zwischengewerkschaftlichen Ausschusses entschlossen hat, eine Solidaritätsdemonstralton mit den Arbeiterinnen von Trico zu organisieren: dazu Ist es dann auch hur unter dem Druck der Kampagne fr die Charta der arheionden Frauen, der polifischen Organisationen der oxfremen Linken und insbesondere unserer Conossin nen der IMG gekommen. Auf eine Solidaritätskampagne mit den Textilarbeiterinnen in Frankreich. die ihren Betrich oft über ein Jahr besetzt halten, wartet man immer noch... Diese Tatsachen zei gen die Widersprüchlichkeit der Haltung der Reformisten, die nicht zu weit gehen können, um sich nicht mit peinlichen Fragen über autonome Streikorgane, gewerkschaftlicle Demokratie, die Diskriminierung der Frauen innerhalb der Arbeiterbewegung, usw. auseinandersetzen zu müssen. Die Reformisten versuchen daher mit allen Mittein, diese Mobilisierungen einzuschränken, zu kanalisieren und in Ihre Balmen zu lenken, sei es durch eine passive Abwartehaltung, sei es durch die Organe. die sie direkt kontrollieren. Doch diese Kontrollmöglichkeiten werden durch eine ganze Reihe von Faktoren eingeschränkt: in der Kl' gibt es eia 2. 000. Frauenkommissionen; die UDI (Vereinigung der Italienischen Frauen, eine Organisation der KPD und die CRAC (Koordination der Frauengruppenüber die Ab-reihung in Rom) machen eine gemeinsame Arbeit; in den Stadtteilgruppen von Barcelona und deren wöchentlichem Koordinationstreffen, an dem etwa 60 Gruppen teilnehmen, die alle pollilschen Tendenzen umfassen, arbeiten auch Frauen der KP Spaniens mit. So fällt es den Frauen der KIT selwer, die Politik der Klassenversöhmung zu vercidigen, die ihre Partet propagiert und praktiziert In der Diskussion in den verschiedenen Organen der konimunls ischen Presse Haliens kritisieren diese Frauen sogar das Zurückweichen vor der Poll- Tik der Beschränkung der Einkommen und der Haushallskürzungen, deren erste Opfer ja die Franen sind. Ste kritisieren nuch die ökonomistische Art. in des die Partel bisher das Problem der Frauen aufgegriffen hat, Indem sie sich auf eine Propaganda gegen die Überausbeutung der Frauen In den Betrieben heschränict hat FRAUNISMIS UND AUFITERREVECINE

Vor diesem Hintergrund Können de Postlosen der Revolutionlire namrlich auf wachsondes Eino bei großen Teilen der Frauen der Arbeuerklasse studen Umso mehr als in zahlreichen Mobilisierungen Themen aufgegriffen werden, die zum Explosionsstoff Innerhalb der traditionellen Arbelien reanixatonen werden können. Die Frage der Gewalt gegen Fraden z. B. zeigt daß le Gewalt ein Merkmal Mri alle Meztehungen in der kapialistischen Gesellsebaf ist und daß sie auch in proletarischen Familien herrscht, sogar bei militanten Aktivisten der Arbeiterbewegung anzutreffen Ist. Und wenn die Revolutio näre eingreifen und zelgen, daß nur elne radikale Umwälzung dieser Gescllschaft, tur die Aufietung des Profsystems die Vorausselzung far die Entwicklung neuer zwischenmenschlicher Bezichungen schaffl, kömmen zahtreiche Frauen, die heute noch von den Reformisten beeinflußt oder mobilisiert werden, nur zustimmen. Denn sie schen sehr wahl. dall diese individuelle Gewalt nichtals die Folge der Erschöpfung, der Uiglichen Ausheutung. der endlos langen Anfahriswege zum Arbeitsplatz, der mangeinden (bernalme der häuslichen Aufgaben durch die Gesellschaft ist, die ganz allein auf ihren Schulter lastet und es ihnen unmöglich macht. lir die Erprobung neuer Formen der Bezielingen zu ihren Minnern empfänglich zu sein. Wenn sie fr 2-

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kollekt ive Einrichtungen, fr billige Waschsalons, für gute, von den Benutzern selbst und ci em gemischten Personal geleitete Kinderkrippen kämpfen, kämpfen sie nicht nur gegen den doppelten Arbeitstag, sondern werfen auch die Frage nach der Vergesellschaftung der Hausarbeit auf; dann weigern sie sich nicht nur, die ihnen zugedachte Rolle zu spielen, sondern verwerfen auch das Männlichkeitsideal, indem sie fordern, dal die Männer einen Teil ihrer Aufgaben mit übernehmen. Und wenn sie es nicht von sich aus tun, kann die Intervention der Revolutionäre hier eine Änderung bewirken. Die Aktivistinnen der MDM In Spanien (Demokratische Bewegung der Frauen, eine Organisation der KP) entwerfen in ihrea Broschiren sicher eine falsche Analyse des Ursprungs der Unterdrückung der Frauen, Insofern sie sie allein aus dem Franquismus ableiten, ohne die Rolle des bürgerlichen Staates dabei in Frage zu stellen. Aber wenn sie darin ebenfalls heftig die Werbung, die Massenmedien und die bürgerliche Presse angreifen , weil sie die Frauen als Sexualobjekt darstellen legen sie die Grundlage fir eine Reflexion über die Bedeutung, die diese Darstellung fir die herrschende Klasse hat, über die Bezlehung zwischen der offiziellen Propaganda Mir die Rückkehr der Frauen an den liend in der Krise un den Gruodlajen der Macht der Bourgeoisie und ihres Staates selbst. Sie greifen damit auch die Passtvität der Frauen an, nicht mur im Alltagsleben, sondern auch lui den Arbeiterorgalisationen. E's Ist dalier unsere Aufgabe zu zeigen, daß die Frauen eine bedeutende Holle im Prozeß der Neuzusammensetzung der A rheiterbewegung und Vereinigung der Gewerksshatten spielen können: Indem sie gemeinsam pur hetrieblelier Ebene Aber Ihre Forderungen diskutieren kömmen siez, 1. dazu beitragen, eine gemetisanie Diskussion in den verschiederica Gewerkschansorcanisationen anzurezen Indem sie für dumir klimpfen, daß die Gewerkselunten fr ihre Forderangen eintreten, werden sie za einer Diskussion Eher die Innergewerkschaftlehe Domokratle germanien werden In dem Maße, wie die Frauenkämpfe of in direkten Konfikt mit der Polllik der Klassensersilnung der Führer der Arbeiterbewegung geraten, sind sie heute für die evolutionäre eine einmalige Celogenleit, zentrale Initiativen zu ergretten, die die Widerspriche, in die sich die Organisationen der Arbeiterklasse verstricken (vgl: z. B. die Kanipagne Iher die Mitreismg und über gleichen Loin in England in ciner Periode, in der der Handlingsspielmum der Reformisten an der Macht Inßerst begrenzt ist zspitzen und das AlB euren der Aibeiter gegeniber taren Führern verslacken. Aher das ist auch eine Gelegenheit fr sie, strategische Perspektiven zu entwickelir und zu zeigen, inwieferne die sozialistische Revolutinnauf der Tagesordmung steht Der Kampf fr den gleichen Lobu wien Wicht pur das Problem eines zentralisierten Kampfes der pesaniten Arbeiterklasse für einen Mindestlislin aut sondern auch das Probiom der Aushuldime und Erziehung Im kapitalistischen Sysiem. In den Kampien Keren die Preissteigerungen und de kollektive Einrichtungen, wovon in der Regel die Frauen als erste betroffen sind, stellt sich die Frage nacheder Kontrolle. Der Kampf fir kostenlose Abtreilung und Verhütungsmittel stellt die Frage nach dem Gesundheitssystem, der Qualität der Krankheitspflege, der wissenschaftlichen Forschung und der Verstaatlichung der pharmzeutischen Konzerne.

All diese Faktoren und Initiativen begünstigen die Entfaltung der Selbsttätigkeit und der Autonomie der Arbeiterklasse insgesamt; sie erfordern aber, dal gleichzeitig die Notwendigkeit einer autonomen Frauenbewegung deutlich gemacht und ihr Charakter und ihre Beziehungen zur Arbeiterbewegung geklärt werden. (Wir werden darauf in einem anderen Artakel zurickkommen).

Die Frage der Freiheit derAbtreibung und des Rechts auf Arbeit standerim Mittelpunkt der Mobi- Isierungen am' 8, März: sie griffen damit alle Bewegungen auf, die sich seit einem fahr auf internationaler Ebene entwickelt haben, sei es durch direkte Angriffe der Bourgeoisie, sei es durch die grundsätzliche Infragestellung der Rolle der Frau in dieser Gesellschaft. Tausende von Frauen sind Im Lauf dieser Mobilisierungen auf die Straße gegangen, haben ihre wirtschaftliche und sexuelle Unabhängigkeit gefordert, dagegen protestiert, daß sie entlassen, geschlagen und vergewaltigt werden, haben Freizeit für sich gefordert. das Recht selbst zu entscheiden, ob sie Kinder haben wollen, abends alleine auszugehen ohne daß man ihnen nachstellt, sich scheiden zu lassen, wenn sie es wollen, und endltch als vollwertige Menschen anerkannt zu werden auf dem Arbeilsplatz wie (herall sonst in gesellschaftlichen Leben.

5. März 1977

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einerseits und um die Zuversichtund de Hoffnung der Massen andererseits. Denn ohne diese beiden CHINA wire der Nachfolger Maos verloren Die Föhrungsmannschan Huns hat sich vier Hauptanfgaben gestelli, un ihr Versprechen auf Frieden und Ordnung einzulüsen: die Entlarvung und Kritik der Viererbande zu vertiefen: den Parielantan zu verstrien; das volkswirtschaftliche Niveau zu heben: eine Kampagie zu fhren "die politische Theorie lerneo" HUA'S VIER AUFGABEN

Die Verrieting der offiziclen Kampagne gegen die Vererbande hat sowohl einen polllischen wie einen organisntarischen Aspekt, Ihr orstes Ziel ist es, die alte maoistische Fraktion so gründlich zu brechen, dall die harten Maoisten nicht mehr In der Lage sein werden, Ihre frühere polltische Macht und Ihren Einfuß Im Partel- und Stantsapparat und In der BeySikerung zurückzugewinnen. Daß eine solche Kampagne notwendig Ist, zeigt, dab die Birokratie den übrigh leibenden barien Kern des Maoismus immer noch als eine potentielle Gefahr anslelt. Da es unmüglich ist, sie alle in einem Handstreich zu liquidieren, Ist eine anhaltende Kampagne nötig, deren Form sich in jedem Stadium nach den jeweiligen olgektiven Bedingungen richtet. Aber die Kampagne gegen die Viererbande hat auch noch eine andere Funktion: durch diese Kampagne kann sich die Bürokratie etwas Spielraum verschaffen, Indem sie die Viererhande fir den bürokratischen Mißbrauch der Macht verantwortlich macht, den die Massen anprangern, und sich damit selbst von der Verantwortung für das bürokratische System reinwaschen: Die Kampagne für die St Arkung des Parteiaufaus folgt nicht einfach cinem Ritual, da alle Telle der Bürokratle positiv auf sie reagieren werden, wen auch jeweils aus verschiedenen Gründen. Die Probleme. die die Birokratie heute bedrücken: die Iustabiliat der Führung, die Dezentralisiermy lfolge des Bruchs zwischen der zentralen Wilhrung und dem Verwaltungsapparat in den Stadten und den Provinzen, das Unglelchgewicht zwischen Partei und Arniee, und vor allem die Schwächung der herokratischen Kontrolle über die Gesellschalt als Canzes, das sind alles Probleme, die die entscheidenden Belange aller Teile des Staatsapparats berlhren,