Einheit der Nichteuropäer 24 farbige Demonstranten erschossen worden. Dieser Kampf lief Hand in Hand mit dem der afrikanı schen Reservate von Langa und Nyanga. Am 14. und 15. September streikten ca. 500.000 afrikanische Arbeiter in den "townships" (den für Nicht-Europäer reservierten städtischen Vororten) Soweto und Alexandra - - der Streik wurde vor allem in den Dienstleistungsbetrieben, im Handel, bei den Hausangestellten und in der Leichtındustrie belolgt. Gleichzeitig traten 1.600 km südlich 250. 000 farbige Arbeiter der Kap-Provinz in den Docks. der Industrie, im Handel und Verkehrswesen in Streik. Dieses war das erste Mal seit den Kämpfen von Kapstadt 1919-20, daß es einen gleichzeitigen und kombinierter streik der Nicht-Europäer gegeben hat, und diesmal erreichte er ein viel breiteres Ausmaß und ein viel höheres Niveau. Die Parole der Einheit der Nicht-Europäer wurde von den Organisatoren der studentischen Streiks aufgegriffen, und zum ersten Mal nahm diese Einheit Massencharakter an, der sich in Initiativen der Arbeiter ausdrückte, die sich über das ganze Land erstreckten. Zudem konzentrierte sich der Kampf auf die Frage der Bantustans und des "Coloured Affairs Department", egen den Rassismus und für die vollen demokratischer lechte, wenn dies auch mangels einer Führung nich überall explizit zum Ausdruck kam.
EINE NATION ODER
MULTIRASSISCHER RASSISMUS
Ihrem Wesennach ist die nicht-curopäische Einheit antirassistisch und nicht anti-weiß. Das Steinewerfen und das Anzünden der Autos von Weißen, ihrer Betriebe und Häuser drückt grundsätzlich anti-rassistische Gefühle aus. Der Terror der weißen rassistischen Unterdrücker Sklaven; sie reagieren damit auf die Folgen ihres eige- grundet sich aut ihre Angst vor der nen Systems. Kissingers panischen Appel, der weißen Bevölkerung von Rhodesien und Namibia finanziell und podie ni indopilsen Unter zugen, die tu ge, ungeteilte, nicht-rassische Nation kämpfen, in der Gleichheit und Demokratie für alle und nicht eine andere Form von Apartheid, eine "multi-rassische" Form des Rassismus herrscht, Die Massenkämpfe vom August und der Liberalen als auf die "schwarze Identität", die die Apartheid-Regierung plant.
In einer öffentlichen Rede am 15. September sprach Vorster selbst vom "Identitäts"-Kult, den europäische Liberalismus, der Imperialismes undis der
des europäischen Imperialismus, die beide bewußt Südafrika aus dem politischen Konzept "ein Mann, eine Stimme" undaus der "Mehrheitsherrschaft" ausgeschlossen haben in ihren politischen Erklärungen im vergangenen lage seiner Verschiedenheit. Apartheid gründet sich auf das Prinzip der Identität", Seit Juni haben fast 500 Nicht- Europäer das Leben gelassen im Kampf gegen dieses katholisch-"sozialistisch " - europäische "Identitäts-Prin• zip" der Apartheid, dessen rassistische Absurdität wieder in Vorsters Rede am 15. September offenbar wurde. Die Ereignisse der Monate Juni bis September haben wieder einmal die Richtigkeit der Analyse der südatrikanischen revolutionären Marxisten bestätigt, daß die Arbeiwäre. Die Arbeiter in den Wohncamps (compounds), die den wesentlichen Teil der Arbeitskräfte in den Bergwerken und in der Schwerindustrie ausmachen (d, h, in den Schlüsselsektoren der Wirtschaft), waren an den Streiks nicht beteiligt. Aber die Arbeiter in den "Reservaten", die gezwungen sind, in den Vororten der Großstädte zu leben, standen gemeinsam aul gegen das Credo Bothas, Vorsters weißen Minister für "Bantu Affairs", der am 26. August erklärt hatte, die Afrikaner kämen in die weißen Gebiete, um ihre Arbeitskraft zu verkaufen und sonst garnichts. Diejenigen, die die Staatsbürgerschaft eines Homelands ihres Stammes akzeptieren, werden ir den weißen Gebieten willkommener sein alsdiejenigen, die das nicht tun" Eine Million nicht-curopäische Arbeiter, Afrikaner und "Farbige" (und auch Teile der indichen Bevölkerung, schlugen sich gegen dieses wirtschaltliche Grundgesetz der Apartheid: Billige Arbeitskraft und Bantustans.
EINER VORREVOLUTIONÄREN
SITUATION ENTGEGEN
Sir Villiers Graaf, der Führer der liberalen, pro-A partheid United Party, der weißen Opposition, sagte am 9. September: "die vergangenen zwölf Wochen haben Südafrika verändert". Das bedeutet nicht, daß er oder irgendein anderer Vertreter des imperialistischen Rassismus, sei er Bure oder Brite, behauptet, in Südafrika sei eine vorrevolutionäre Situation ausgebrochen. Sie alle sind sich durchaus bewußt, daß die wirtschaftliche, politische und militärische Macht der EG, der NATO und des US-Imperialismus ein wohlbegründetes Interesse an der Aufrechterhaltung der Apartheid haben und mit allen nur möglichen Mitteln dem rassistischen Staat gegen die unterdrückten Nicht-Europäer den Rücken stärken werden. Solange das Proletariat der imperialistischen Länstehen. Aber was Villiers Graaf und Konsorten Sorgen bereitet ist das, daß die Apartheidstruktur wieder einen neuen Riß bekommen hat. Vier Faktoren haben im wesentlichen diese Bresche bedingt:
- die weltweite kapitalistische Rezession hat Südafrika hart getroffen, der Goldpreis, Südafrikas wichtigstes Exportprodukt -zumindest zeitweise-, ist um die Hälfte gesunken; - durch die militärischen und politischen Siege der MPLA und der FRELIMO über den portugiesischen Imperialismus haben sich, trotz aller Mängel der neuen Führung, die Grenzen des von den Weißen kontrollierten südlichen Afrika nach Süden verschoben; sowjetischer Einfluß und kubanische Truppen sind ins südliche Afrika eingedrungen; - die Schaffung von Bantustans ist für die herrschende Classe Südafrikas eine Notwendigkeit, die aber unmöglich erfüllbar ist wegen der Mobilisierung der unterdrückten Nicht-Europäer.
Vom Standpunkt der nicht-europäischen Arbeiterklasse selbst aus ist der vierte Faktor der entscheidende, da er ein klassisches Moment einer vorrevolutionären Situation beinhaltet: die Untähigkeit der herrschenden Klasse, keit" nach dem Muster Nigerias oder Kenias und die welter so zu regieren wie bisher. Da eine "Unabhäng richtung eines neo-kolonialistischen Staates an der Stelle des alten Apartheid-Regimes im Rahmen eines vereinigten südafrikanischen Staates für Südafrika keinen gangbaren Weg darstellt, hat der Vorster-Flügel der herrschenden Klasse die einzig noch verbleibende Möglichkeit Remin, der neun und in eişige Mini antischs, einen "multi-rassischen" allmächtigen, über den Reichtum desganzen Landes herrschenden weißen Staat und eine noch unklare "nationale" Lösung für die "Farbigen" und die Inder umfaßt.( Der Kampf der "Farbigen"
alle Hoffnungen Vorsters auf eine reibungslose Lösung macht). Da das Regime unfahig ist, in der alten Wei- der "brennenden Probleme der Farbigen" zunichte se weiterzuregieren, versucht es die Errichtung von Bantustans durchzusetzen, eine neue Form für alte Apartheid-Inhalte. Die Einheit der Nicht-Europäer, die im September im Kampf gegen die Bantustanisierung geschmiedet wurde, wird daher möglicherweise dem Eckpfeiler der neuen westlichen Strategie in Südafrika und damit der westlichen Strategie im südlichen Afrika überhaupt den Todesstoß versetzen. Das ist es, was nicht nur Villers Graaf, sondern auch der ganzen südafrikanischen herrschenden Klasse und ihren imperia-
listischen Hintermännern Sorgen bereitet. Nach seinen Unterredungen mit Helmut Schmidt in Bonn und Kissinger im Bayrischen Wald im vergangenen Juni und seinem Gespräch mit Kissinger am 16. und 17. September in Pretoria machte Vorster klar, daß das Proramm der Bantustanisierung nicht für Namibia gelter tönne. Dieses Gebiet, das das Apartheid-Regime Süd• Westatrika nennt, ist zwei Drittel so groß wie Angola und in offener Verletzung des Willens der Bevölkerung und mehrerer Entscheidungen der internationalen Institutionen und Gerichtshöfe von Südafrika besetzt worden. Da die Imperialisten Südafrikas Souveränität über Nanibia (aus ihren eigenen Gründen, wie wir noch seher werden) nicht anerkennen, bietet sich hier eher die dies Gebiet in die Reihe der Bantustans einzugliedem. "klassische" neo-koloniale Lösung an als der Versuch, Am 24. August hatte Vorster in Windhoek erklärt, Namibia werde am 31. Dezember 1978 die "volle Unab- Vorster, die SWAPO (South West African People's Organization) aus seiner Operation auszuschalten, während der westdeutsche Imperialismus, bei dem in Namibia unmittelbare wirtschaftliche Interessen auf dem Spiel stehen (Namibia war eine der deutschen Afrika-Kolonien vor dem 1. Weltkrieg und seitdem halten westdeutsches Kapital und deutsche Siedler wichtige Positionen in der Wirtschaft des Landes besetzt, es vorzieht, die WAPO-Führung inseine neo-kolonialen Pläne mit einzu eziehen. Die deutschen Siedler in Windhoek, Lüderit: herrschen, Sehr wahrscheinlich sind Vorster und der westdeutsche Imperialismus zu folgendem Handel übereinekommen: Westdeutschland soll in Namibia freie Hanc kommen, als Gegenleistung wird die bundesdeutsche Regierung. Oktober 1976 zu einem "unabhängieen" Ban- die "Unabhängigkeit" Transkeis anerkennen, tustan werden soll. Der wachsende Einfluß des westdeutschen Imperialismus ist in der Tat einer der bedeutendsten Faktoren der neuen Strategie des Weltimperialismus im südlichen Afrika, Diese Ausdehnung des Einwar wahrscheinlich auch Gegenstand der Unterredung zwischen Kissinger und Nyerere in Dar es Salam am 14. September.
FÜR EINEN WELTWEITEN BOYKOTT
Unabhängig von der diplomatischen Kapitulation der 'unabhängigen" afrikanischen Kollaborateure Kaunda, Vyerere und Mobutu und was auch immer die Manö. ver von Neto und Machel sein mögen, wird der be - Poste en on tastatus liegen le le volk - Imperialisten werden jeden Versuch unternehmen, dem Smith-Regime in Rhodesien eine "friedlika zü schützen. In jedem Fall aber wird die Rhodesien• Krise zur Intensivierung des Kampfes der Nicht-Euro• päer in Südafrika beitragen. Trotz alledem stehen die unterdrückten Nicht-Europäer vor enormen Schwieriglirekter auf dem Spiel, als dies in Indochina de: Fall war. Eine enorme Hilfe für das südafrikanische Proletariat wäre es, wenn die Arbeiter der USA und ohne it steve Solite de pole mit je ne perialistischen Länder und ohne eine Massenbewegung gegen die imperialistische Intervention die stidafrikanische Revolution nicht erfolgreich sein wird. 16. September 1976 ANGOLA :