DES NATIONALIMUS
C. GABRIEL
Die Situation in Zimbabwe ist heute eine der explosivsten in ganz Afrika. "Inprekorr" hat dem schon eine Reihe von Artikeln gewidmet. Damit der Leser den Ereignissen in diesem Land besser folgen kann, geben wir hier, wie damals im Fall der portugiesischen Kolonien nach dem 25. April 1974, einen kurzen Überblick über die nationalistischen politischen Kräfte. Was den genauen Ablauf der Ereignisse betrifft, so verweisen wir auf die früheren Artikel von John Blair uber diese Region Afrikas (s. insbesondere "Auswirkungen des angolanischen Bürgerkriegs" • in "Inprekorr",Nr. 51 vom 12. Februar 1976).
DIE ERSTEN SCHRITTE DES NATIONALISMUS Der Plan, ein Groß-Rhodesien zu schaffen, war nicht neu, aber die Entdeckung sagenhafter Kupferminen in Nordrhodesien (heute Zambia) um 1920 herum stellte für die rhodesischen Siedler eine unerhoffte ökonomische Basis für die Gründung einer Foderation dar, deren Institutionen ihr Autonomierecht gegentber dem Colonial Office und ihre Herrschaft über die afrikanischen Massen sichem sollte. Doch erst 1953 wurde die Föderation Rhodesien-Nyassaland gegründet. (Diese Föderation umfaßte das heutige Rhodesien, von den Afrikaner Zimbabwe genannt arold McMillan, Zambia und Malawi, das frühere Nyassaland).
britischer Premierminister von 1957 bis 1962,er klärte dazu, daß "die Föderation eine gute Idee war, die aber aus zwei Gründen gescheitert ist: L) wegen dem Sturm der Umwälzungen, damals unvorhergesehenerweise ergriff: 2) wegen der Politik von Huggins (seitdem Lord Malvern - und später von Weleysky, die bewirkt hat, daß die Afrikaner die Föderation als Symbol der weißen Herrschaft begriffen" (The End of the Day S,329). Somit brach der "vemünftige" Plan des britischen Imperialismus und der rhodesischen Siedler unter dem Ansturm der nationalistischen Bewegung sehr rasch zusammen. Zu Ende der 50er Jahre waren die meisten rhodesischen politischen Parteien "multirassisch" zusammengesetzt, aber natürlich von den Weißen beherrscht.
So wurde Joshua Nkomo Mitglied der United Federal Party (UFP) Godfrey Huggins' und Ndabaning Sithole Mitglied der Central African Partv (CAP) Garfield Todds. Das war der politische Ausdruck der Hottnung eines Teils der Siedler, daß Elemente des afrikanischen städtischen Kleinbürgertums und der schwarzen Intelligentsía als "gleichgestellte" Diener in die weiße Ordnung integriert werden könnten. Das unterscheidet die Situation in Rhodesien von der in andern Teilen dieser Region, besonders in Angola und Südafrika, was nicht ohne Folgen für die politische Entwicklung einiger einhelmischer Politiker blieb.
Doch einige Politiker wie Edison Sithole und Dunduza Chisiza verfolgten mit der Gründung der Youth League einen rein nationalistischen Weg 1957 organisierten diese Männer zusammen mit Robert Chikerema, dem Präsidenten der Capricorn Society, einer "multirassischen" Gründung des pro-britischen Liberalismus, einen Boykott der Autobusse in Salisbury, um gegen die Tariferhöhungen zu protestieren. Der Boykott war erfolgreich und so begann die Youth League rasch zu wachsen, doch da waren schon die weißen Anglikaner, Liberalen und Fabianer am Ruder. Aut dieser Basis versuchten sie die Bewegung der Schwarzen mit Hilfe einer allgemeinen Konferenz zu vereinheitlichen. Diese Konferenz fand am 12. September 1957, dem "nationalen " Feiertag der Weißen, statt. Aus ihr ging der African National Congress (ANC) hervor mit J, Nkomo als Präsidenten und George Nyandoro, ein Gewerkschafter, als Generalsekretär. Am Programm des ANC war nichts revolutionär. Der ANC sprach sich für politische Gleichheit und für den legalen Weg aus. 1960 benannte sich der ANC in National Democratic Party (NDP) um. Während in Nordrhodesien und in Nyassaland die Nationalisten die Föderation in Frage stellten um der eigenen Unabhängigkeit willen, agierten in Südrhodesien die Männer der NDP Innerhalb des Rahmens der föderativen Verfassung und stellten die Parole auf: "ein Mann, eine Stimme" , wobei sie um die Unterstützung des "demokratischen Großbritannien" ersuchten.
Die provisorische Verfassung i der "Rhodesischen Föderation " von 1953 lief 1960 aus. Am 5. Dezember dieses Jahres wurde im Lancaster House eine Konferenz organisiert, an der Vertreter der britischen Regierung. J .Nkomo (für Südrhodesien), Banda (für Nyassaland) und Kenneth Kaunda ( für Nordrhodesien) teilnahmen. Die Konferenz geriet am 12, Dezember in eine Sackgasse, da die Afrikaner vor der unbeugsamen Haltung der rhodesischen Siedler und dem alten britischen Modell der rassischen Diskriminierung die Türe zuschlugen.
ständig über die . während die britische Regierung tür Südrhodesien eine neue Verfassung ausheckte. Sie sah vor, den Afrikaner 15 der 65 Parlamentssitze zu überlassen. (Die auf und organisierten ihr eigenes Referendum. Aber die weiße Wählerschatt beteiligte sich zu 77% an der Abstimmung über dies Projekt und stimmte mit 41.919 Ja-Stimmen gegen 21.846 Nein-Stimmen dafür. Die britische Regierung erkannte dies Ergebnis an (das Referendum fanc im Juli 1961 statt) und bestimmte, die neue Vertassung werde am 6. Dezember 1961 in Kraft treten. s war diese britisch gefärbte Verfassung. die die legale Grundlage des Smith-Regimes abgab.
Somit wurden die Afrikaner auf der Ebene des institutionellen Rahmens geschlagen, weil sie ihn zu sehr respektiert hatten. Dafür kam jetzt die Rhodesische Front, eine extrem rechte Partei, an lie Macht. Aufgeklärte Sprecher des Imperialismus gaben zu, daß Nkomos Boykott des Parlaments selbst vom Standpunkt der Interessen der Schwarzen aus ein Fehler war: ihrer Meinung nach hätte eine freiwillige Annahme der Verfassung von 1961 den Ver zu einer Demokratisierung des Regimes ersffnet, während durch ihre Ablehnung die beider Rassengemeinschaften endgültig gespalten worden seien. Doch es ist klafttappe der Demokratisierung" daß eine solche Verfassung in keiner Weise eine darstellen konnte, sondem im Gegenteil eine institutionelle Sackgasse, die darauf abzielte, die Afrikaner zur Kollaboration zu zwingen. Nkomo hat sich nicht aus Übermaß an Radikalismus"getäuscht": sein Fehler war, daß er den Kampf einzig auf der Ebene der demokratischen Rechte geführt hat, ohne das System anzugreifen, dessen Ziel die Aufrechterhaltung eines Staateswar, der sowoh das Eigentumsrecht der Weißen, wie die imperialistische Vorherrschaft garantieren sollte. In diesen Jahren hatte die nationalistische Bewerung ihre soziale Grundlage vor allem in der Städten. Ihre Führer gingen aus dem städtischer Kleinbürgertum hervor. Geprägt vom Horizont ihrer sozialen Herkunft glaubten sie in die formale Demokratie, die intemationale Diplomatie und in den Wert von Rechtsgrundsätzen. Als Nkomo 1961 den britischen Verfassungsentwurf zurückwies und in den Städten Straßendemonstrationen ausbrachen, rührten sich die Bauemmassen noch nicht. Die sog. Stammeshäuptlinge arbeiteten mit dem Imperialismus zusammen, um das Land von der Unruhe fernzuhalten.
Als die Rhodesische Front an die Macht kam, wurde das Repressionsarsenal der Siedler verschärft. Diese Siedler galten als die eiserne Faust der britischen "Demokratie" . die bei ihrer Arbeit die volle Unterstützung der traditionellen Stammeshäuptlinge genossen, welche auch eine Stütze der britischen Politik der indirekten Herrschaft waren, eine Politik, die von Cecil Rhodes. schottischen Peers, die sich als Siedler in Rhodesien niederließen, der anglikanischen Kirche und den britischen Parteien formuliert worden war, Aber die Unterstützung der Häuptlinge bezweckt nicht nur die Aufrechterhaltung der Ordnung au dem Land. Es ging auch darum, sie Seite an seite mit der Rhodesíschen Front für die Idee der "multirassischen rhodesischen Nation" zu gewinnen. so organisierte das Regime im Oktober 1964 fünf Tage hindurch einen Zirkus, an dessen Schluß 622 Stammeshäuptlinge "der Welt zeigten". sie mit Field und lan Smith für die Regierung und
die "Unabhängigkeit eintraten. Smith erklärte: "Ein Referendum ist unpraktisch. Die Afrikaner aus den ländlichen Gebieten sind meistens Analphabeten. Sie aufzufordern, den Gedanken der Unabhängigkeit zu unterstützen, hat keine Bedeutung für sie. Doch ihre Häuptlinge, die tagtäglich mit ihnen in Berührung sind, können ihre Stimmung sehr gut ausdrücken. Bin Referendum organisieren hieße, offen die Autorität der Häuptlinge in Frage zu stellen und im ganzen Land neue Unruhen provozieren"
Im Dezember 1962 anerkannte Großbritannien Nyassaland das Recht zu, die rhodesische Föderation zu verlassen. Am 29. März 1963 wurde dasselbe Recht Nordrhodesien gewährt. Am 25. Juli 1963 löste das britische Parlament die Föderation auf. Doch diese Entscheidung eröffnete zwar den künftigen Staaten Malawi und Zambia den Weg zur Unabhängigkeit, doch sie war auch das Ergebnis des Drucks des konservativsten Teils der weißen rhodesischen Siedler, derAktivisten der Rnodesischen Front, der Tabakpflanzer und "Rinderbarone". Dieser Druck zielte deutlich auf die vollständige Unabhängigkeit Rhodesiens ab. Am 13. April 1964 trat lan Smith an die Stelle des Premierministers Field. Am 5. November 1965 rief die rhodesische Regiering nach einem Scheinreferendum die Unabhängigkeit aus. Wilson, damals Premierminister, rief nach Stratmaßnahmen, erklärte aber zugleich, "daß er in keinem Fall zur Gewalt greifen"würde same Zusammenstöße. Darauf folgte eine erbar- Diese Ereignisse provozierten in Rhodesien gewaltmungslose Repression.
REVE TO TRIMPH
ALL IT NEEDS 15 FOR
GOOD MEN
O BE SILEN 000 Abel Muzorewa
DIE ZEIT DER ILLUSIONEN
Am 17. Dezember 1961 war Nkomos NDP vom britischen Regime (vor Smith) verboten worden. Sofort danach wurde die Zimbabwe African People's Union (ZAPU) gegründet; ihr Führer war wiederum Nkomo, Nach der Ausrufung des Ausnahmezustands im Dezember 1962 wurde auch die ZAPU aufgelöst, doch sie existierte im Untergrund fort, "So hat es trotz der Namensänderung und der durch die Re- ›ression der Regierung veränderten Situation in Kampf um die nationale Befreiung und seiner Führung seit 1957 eine Kontinuität gegeben" (Interview mit G. Nyan doro von der ZAPU von 1968 aufgezeichnet in "Interview in Depth", Canada). Doch 1963 kam es innerhalb der Führung zum Bruch. Eine Minderheit gründete die Zimbabwe African National Union (ZANU) unter der Führung von Reverend Sithole. Am 17. März 1972, nach jahrelangem gegenseitigen Bann, fanden sich die beiden Gruppen wieder bereit, einen gemeinsamen politischen Rat und eine gemeinsame militärische Leitung zu bilden. Doch die Durchsetzung dieses Abkommens stieß noch mehrere Jahre auf Schwierigkeiten.
In der Zwischenzeit (am 1. Oktober 1971) spalteten sich James Chikerema, der Vizepräsident der ZAPU, und George Nyandoro, der Generalsekretär der ZAPU, von der ZAPU ab und gründeten die FROLIZI, die Front für die Befreiung Zimbabwes. Im Dezember 1971 tauchte in Salisbury wieder eine legale Organisation auf. Sie legte sich wieder den Namen ANC zu und wurde angeführt von Bischol Muzorewa: es scneint.
ge Aktivisten der ZAPU und der ZANU gehörten. m Dezember 1974 fand in Lusaka unter dem Druck des Regimes in dieser Region eine Konferenz statt, an der alle vier Organisationen --Frolizi, ZAPU, ZANU und ANC -- beteiligt waren; sie wurden unter dem Namen ANC zusammengefaßt. Doch einige Monate später spaltete sich die vereinigte ANC erneut, diesmal in eine außere ANC unter der Führung Muzorewas und Sitholes und eine innere ANC unter der Führung Nkomos. Dies ganze Knäuel in der Geschichte der nation aistischen bewegung zimbadwes errorden eme ge laue soziale und politische Charakterisierung dieser Gruppen und ihrer Führung. Eine Analyse dieser Differenzen, wie sie sich öftentlich außern, zeigt, daß es keine wirklichen strategischen Ditterenzen (z.B. Uber die Frage des Charakters der rhodesischen Gesellschaft, über den Charakter des autzubauenden Staates,etc.) gibt. Die Differenzen betreffen die Taktik (z.B . die Beziehungen zu London, die Zweckmaßigkeit der bildung einer legalen Organisation, usw...). Außerdem haben diese Differenzen vielfach einen unterschiedlichen Ausdruck erhalten.
So erklärte G. Nyandoro (von den ZAPU) im Mai 1968 zu dieser frage: "Die Imperialisten, besonders die USA, sind sehr stark in die Förderung der ZANU verwickelt gewesen. Das wurde von Fuhrern der ZANU selbst hervorgehoben; denen wurden tur den Fall, daß sie erfolgreich seien, vom westen große Geldsummen angeboten" (LSM-Intormation um Nyandoro-Chikerema, die die ZAPU im Center, Canada). Andererseits wurde die GruPpktober 1971 verließ, um die FROLIZI zu gründen, als Verräterin denunziert. George Silundika von der ZAPU erklärte: "Es war klar, daß die britischen Neokolonialisten Chikeremas Leichtgläubig- ‹eit ausnutzen würden, um die Partei zu manipulieren" (LSM, Interview vom November 1972). 1968 erklärte Nyandoro die Abspaltung der ZANU von der ZAPU mit der Tatsache, dais "diese Leute" früher Mitglieder "multirassischer" Gruppen gewesen seien. Doch das bewahrte Nyandoro noch lane ninem mitglied der sich zusammen mit Chikerema , "multirassischen" Gruppe
Capricom Society. hinter der die liberalen Impeialisten und die Kirche standen, ebenfalls von der ZAPU abzuspalten.
Natürlich ist die Wahrheit woanders zu suchen. Die verschiedenen Wendungen der verschiedenen Fraktionen erklären sich durch den kleinbürgerlichen Charakter der Führung der nationalistischen Bewegung und ihre Ausbildung durch britische Liberale. Missionare und Fabier. 1963 beschuldigte die ZAPU die ZANU, eine rechte und opportunistische Bewegung zu sein: doch 1975 Nkomo, der Führer der früheren ZAPU, auf den schlimmsten Handel mit dem Smith-Regime ein. was ihm die Schmähungen Sitholes und Muzorew as eintrug. Allzuoft trugen Stempel legalistischer , der Nationalismus in den und institutionalistischer Illusionen -- eine Folre des kulturellen und politischen Eintlusses des ›ritischen Kolonialismus. In Rhodesien hat dieser Faktor umso mehr Bedeutung irischen Rechten als das Regime von der intemationalen und der als illegal betrachtet wird. So haben die verschiedenen Gruppen ienseits ihrer radikalen und querillistischen Lippenbekenntnisse, jede auf ihre Weise und je nach der Situation, immer eine leichte Tendenz für Rechtsschlachten, für Appelle an Großbritannien, an die UNO, usw... gehabt. Viele Jahre hindurch benutzten all diese Strömuntung bewirkte, daß diese Führungen außerst empfänglich für imperialistischen Druck und den Druck neokolonialer afrikanischer Staaten waren: und oft auch sehr empfänglich für persönliche Konflikte, Karrierismus und Bürokratisierung der Außenappa- Die Widersprüchlichkeit und Unhaltbarkeit ihrer politischen Aussagen läßt sich leicht an verschiedenen Dokumenten ablesen. So stand z. B. in der März-April-Ausgabe 1975 der Zimbabwe Review, Organ der vereinigten ANC, wenige Wochen vor der Spaltung in zwei Fraktionen geschrieben: "Gewisse Ignoranten oder bösgesinnte Leute (darunter wir -- C.G.) stellen in Zweifel, daß die Einheit solide ist, denn ihrer Meinung nach sind die ideologischen Differenzen zwischen ZAPU und ZANU und zwischen einzelnen Führem der ZAPU, ZANU und FROLIZI unüberbrückbar. Es ist wahr, daß einige Zimbabwer, die sich selbst und sich allein zu den Befreier Zimbabwes emannt haben, Berufsspalter sind... (Aber) ... Mit Ausnahme einiger entlehnter (?) Parolen , die in einem Tag hinweggefegt werden können, gibt es keine grundsätzlichen ideologischen Ditlerenzen zwischen ZAPU und ZANU. Wir alle teilen die Philosophie des wissenschaftlichen Sozialismus". "Wissenschaftliche Sozialisten" die, die den Kampf um die Parole "ein Mann, eine Stimme" fuhren › Die um einen Platz am selben Tisch wie Vorster, Callaghan, Kissinger oder Waldheim kämpfen ? Schon im Januar hat es Zusammenstöße zwischen Mitgliedern der früheren ZANU gegeben: das Ergebnis waren ca. 100 Tote in Mozambique und 53 Tote in Zambia, darunter einer der Führer, Herbert Chipeto.
EIN BESONDERER ZUSAMMENHANG
Der besondere Charakter des bekämpften Regimes hat den politischen Kurs der nationalistischen Führung beeinflußt. In den portugiesischen Kolonien en fictit un eten und sich ec rede the - Basis in der Landbevölkerung zu schaffen; das hat die Radikalisierung dieser Bewegungen vorangetrieben. Die heutigen Führer in Rhodesien sind entschieden in der afrikanischen Diplomatie verstrickt, besonders der Zambias. Tanzanías und Mozambique Eine längere militärische Krise. falls es dazu kommen sollte, würde viel enger von den Regimen in dieser Region kontrolliert, Fall war. Diese Regimes. Tanzania und Mozambique inbegriffen, fürchten die Folgen einer unkontrollierten Entwicklung der Kämpfe in Rhodesien, Südafrika, der aufgenommen wurde, zusammenarbeiten. Obwohl es schwierig ist, darüber Voraussagen anzustellen, ist es sehr wahrscheinlich, daß breite Mobilisierungen in Zimbabwe nicht dieselbe Form annehmen werden wie in Angola. Ein Unterschied ist der, daß die rhodesischen Siedler, anders als lie portugiesischen, selbst eine Armee und Polize ›ilden. Eine der entscheidenden Fragen in Rhodesien ist die Bodenfrage, besonders die Zurückerobering der besten Landstreifen, die sich die Siedler angeeignet haben. Es mag uberraschend klinren, aber in diesem Teil Afrikas kann man eine Überrollung der nationalen Apparate vielleicht von seiten derlandbevölkerung erwarten. Aber mehr noch als in den Städten wird eine solche Entwicklung nur dann einen vorteilhaften Gang nehmen, wenn sie unter einer homogenen politischen Führung steht, die ihr einen antikapitalistischen Weg Heute geht es darum, die Keimformen der Radidie am Rande der großen Verhand- Lungen un Salisbury auftreten, aufz sie mit der lungen in es ist erforderlich, für die Periode, Krise in Angola eröffnet wurde, eine Gesamtkonzeption für den Aufbau revolutionärer Parteien in dieser Region zu erarbeiten. Der Imperialismus verfügt über verfeinerte Instrumente zur Integration in diesem Teil Afrikas: das verdeutlicht nur den Bankrott der Perspektiven sowohl der inneren wie der äußeren ANC Schließlich hebt die Wiedererrichtung eines bürgerlichen Staates in der Volksrepublik Angola nach der Befreiung des Landes hervor, wie ernst die strategischen Probleme sind, wenn es darum geht, für den nationalen Kampf eine wirklich revolutionäre Perspektive zu finden. Deshalb wird der Aufbau antikapitalistischer Avantgardeorganisationen in Zimbabwe notwendig mit ihnlichen Bemdhungen in Zambia und in Südafrik: verbunden sein.
1.4.76
—VIETNAM
Am 25. April 1976 ist in ganz Viemam eine neue Nationalversammlung gewählt worden: 30 Jahre nach der Bildung der ersten Regierung Ho Tschi Minh und der Gründung der Demokratischen Republik Vietnam (RDV). 20 Jahre nach dem vom Genfer Abkommen vorgesehenen Datum und zum Preis von zahllosen Toten und Invaliden. Diese Versammlung soll demnächst eine Verfassung verabschieden. Die Wahlen vom 25. April steller eine neue Etappe dar im Prozeß der Wiedervereinigun Gang ist.e Jahr im der Nationalen Befreiungsfront, hat in einem in- Nguyen Huu der Präsident terview an den Journalisten Patrice de Beer hervorgehoben: "Seit dem 30. April 1975 ist die Wiedervereinigung auf vielen Gebieten schon Wirklichkeit. In einigen Fällen wurde sie sofort vollzogen, so in der Armee. In anderen braucht es nehr Zeit, Im Erziehungswesen, das in beiden Teilen vom Staat geleitet wird, konnten Programme und Orientierungen sehr bald zusammengelegt werden. Beim Status und der Organisation des schaft gibt es zwei Sektoren (den staatlichen und Verwaltungspersonals braucht es Zeit. In der Wirtden genossenschaftlichen) im Norden und funf im Süden (den staatlichen, den genossenschaftlichen, den gemischten, den privaten und Einzelbetriebe). Die Wiedervereinigung wird am schnellsten ir den staatlichen Sektoren voranschreiten" (Le Monde, vom 8,5.76).
möglichen die Wahlen vom 25. April, den ( Als Etappe im Prozeß der Wiederverl, den foetschritt und die gegenwärtigen Probleme der vietnamesischen Revolution herauszuarbeiten. is gibt immer noch keine globalen Zahlen, die eine genaue Einschätzun Wirtschaftssektoren in schen den verschiedenen Südvietnam ermöglichten. Eine Reihe von revolutionären Maßnahmen sind sofort nach der Machtmem verlasenen Betriebe, Bankenmonopol, Konitrolle des Außenhandels...) und im September 1975 (steuerliche Maßnahmen und Kampagne ge- "Kompradoren") ergriffen worden (s. Inprekorr vom 29.1.76). Doch in der Unterschiedfchkeit der Situation und im relativen Empirismus der Entscheidungen spiegeln sich das Fehlen eines Gesamtwirtschaftsplans --der in Vorbereitung ist-- und die dringende Notwendigkeit einer Wiederankurbelung der Produktion.
In der Landwirtschaft war nach der Befreiung die Ho-Tschi-minh PIERRE ROUSSET