Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Spanien: Vitoria

Wir werden nie vergessen

· Inprekorr Nr. 54, 25. März 1976 · S. 3-7 · 3.197 Wörter

Spanischer Staat Gewerkschaften und Streiks Baskenland Frankreich

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VERGESSEN'_ --sie sind denen kataloge im Land enthalten sind: 5 bis 6.000 Pesetas Lohnerhöhung für alle; 40 - oder 42-Stunden- Woche; voller Lohn bei Krankheit, Unfall oder Arbeitslosigkeit; keine Entlassungen, usw. -- scheint zum erstenmal seit zwei Monaten die Mauer der Unnachgiebigkeit der Unternehmer zu durchbrechen, Das letzte Hindernis für Verhandlungen ist die Ent- Lassung von 22 Arbeitem bei Forjas Alavesas und die Entlassung und Disziplinierung von Arbeitern bei Apellaniz. Das Koordinationskomitee der streikenden Arbeiter, in das auf den Fabrikvollversammlungen Vertreter gewählt wurden, hat wieder zum Generalstreik aufgerufen, um der Forderung nach Aufhebung aller Entlassungen und aller Disziplinarmaßnahmen Nachdruck zu verleihen. Die ersten Streikpo sten beginnen sich um 7 Uhr morgens in den Arbeitervierteln von Zaramanga, Adurza, Arana, usw. zu buden, in dem ganzen Arbeitergürtel, in dem sich im Lauf der letzten 15 Jahre ein junges, aus Alava oder andem Teilen Spaniens vom Lan d kommendes Proletariat konzentriert hat, das die Mehrheit der 150.000 Einwohner von Vitoria ausmacht, Um 10 Uhr morgens stehen alle Fabriken im Streik und die Streikposten marschieren in Gruppen bis zu 5.000 Mann aut das stadtzentrum zu während sie die Parole ruten, lie man im Lauf der letzten Monate schon hundert Mal in Vigo, Madrid, Valencia oder Barcelona gehört hat: "Wir sind Arbeiter, schließt euch uns M. SAURA an I" Es ist der Solidaritätsruf, der Ruf nach dem Generalstreik. Heute reicht es, wenn man in Spanien sagt: "Schließt euch uns an"; niemand fragt warum, so klar ist für jeden die Antwort. Seit dem 3. März ist sie noch klarer.

Am Mittag liegt ganz Vitoria lahm: es ist der vierte Aufruf zum Generalstreik in den letzten drei Wochen, und sicher der am stärksten befolgte. Im Unterschied zu ihrem Verhalten seit dem Beginn watsam ein Mit zug hegerung und Unternehmer dachten, daß die Ermattung beginnen würwellen deB Arbeiter von Alava zu schlagen, und eine Bresche in die Einheit und den Kampfhaben sich entschlossen, zur Offensive überzugehen. Sie haben sich geirrt.

Von Anfang an stieß jeder Angritt der Polizei aut eine angemessene und entschlossene Antwort: die Streikenden wehrten sich mit Stöcken und Steinen, und bauten Barrikaden, die klassischen Barrikaden der Arbeiterkämpfe, die heute wieder bei zahlreichen Massenkämpten in Spanien auftauchen, sehr zur Panik der Bourgeoisie aller politischen Strömungen, Eine Demonstration von Hunderten von Frauen, die beim Streik von Vitoria eine grundlegende Rolle gespielt haben, wird barbarisch unterdrückt. Eine Gruppe von Arbeitern flüchtet in eine Tankstelle und droht diese in Brand zu setzen, wenn die Polizei angreift; die Polizei zieht sich zurück und so kann das Blutbad noch einmal abgewendet werden.

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SPANIEN

Die Spannung nimmt zu. Erst gegen zwei Uhr nachmittags, als sich die Polizei vorübergehend in ihre improvisierten Kasemen zurückzicht -in Vitoria hat es eine wahrhafte Polizeiinvasion gegeben und es sind Einheiten aus anderen Provinzen herangezogen worden-- scheint es in der Stadt wieder rhie zu werden. Offizielle Informationen berichten spater, zu dieser Stunde "sei die Stadt in den Händen der Streikenden gewesen". Gerade deshalb war sie ruhig. weil sich die Angreifer zurückgezogen hatten. Die Polizei erhielt gerade "neue Anweisungen". Was diese beinhalteten, wurde bald klar.

Um 5 Uhr nacinnittags versammelt sich die Vollversammlung der Streikenden in der Kirche San Francisco, im Viertel von Zaramanga. Das ist die 209-te Versammlung in Vitoria seit dem 9. Januar. Ungefähr 5.000 Streikende sind in der Kirche: da: ise die gewollte Beel Betellungungsrate 10.000 steneuen Anweisunser hat die Polizei die Kirche umstellt und den Eingang blockiert. Dieberühmte "Toleranz" der franquisti gegen über den Massenaktionen hat sich in Vitoria wie Rauch verflüchtigt, wie in Barcelona, wo Bauarbeiter kürzlich Bals ein Arbeiter ermordet wurde, usw. Arbeiter wo ebenvertreter des Koordinationskomitees kamen, um die Versammlung zu leiten -- wie das in den letzten Wochen in Vitoria Dutzende von Malen der Fall gewesen ist, es ist wichtig. das zu unterstreichen: ebenso, daß die Mitglieder des Koordinationskomitees, Angehörige der UGT, MCE, KPSp. OCA und LCR-ETA VI in der ganzen Stadt bekannt sind und demokratisch und offen von ihren Kampigenossen gewählt wurden --: als die Streikführe! nun nach ihrer Vorbereitungssitzung zur Versammlung kamen, wurden sie daran gehindert, die Kirche zu betreten. Vor der Kirche kam es zu Zusammenstö- Ben zwischen der Polizei und denen, die auf dem elementaren Recht auf Teilnahme an der Versammlung pochten, die über die Fortsetzung des Streiks entscheiden sollte. Plötzlich, ohne Vorwarnung, brach die Polizei einige Fensterscheiben der Kirche und warf Tränengas- und Rauchbomben ins Innere. Jemand schrie: "Sie räuchern sie aus!" Die wachsendee, War nicht geines mangelnden Bewuerns die keinen Augenblick lang der Angst wie die Behörden später sagten. Im Gegenteil: sie war das Ergebnis des Bewußtseins, das sich im mehrwöchentlichen Kampf angesammelt hat, das Produkt der Entschlossenheit zu siegen, die im ganzen Volk von Alava gegenüber jeder Aggression tief verwurzelt ist. Die Arbeiter verließen die Kirche viel ruhiger, als mancher vielleicht erwartet hatte: sie verließen sie, um zu kämpfen, nicht um zu Hunderte von Verwundeten wurden zu Hau- Wiedereinstellung von Dutzenden von Kollegen -in diesem spanien, das von den franquistischen Reformatoren so "behutsam" der "Demokratie" entgegengeführt wird.

Doch einmal mehr kann selbst die wildeste Repression den Kampf der Massen auch nicht einen Augenblick bremsen. Sofort werden in ganz Vitoría Barrikaden gebaut, das ganze Volk ist auf der Straße und kampit, zornerfüllt, Stunden hindurch, bis zur Nacht. Mit dem Blut eines ermordeten Genossen hat jemand auf das Pflaster das Wort: Gerechtigkeit geschrieben. Dies Wort ertönt in seiner wahrenBedeutung, in der Bedeutung, die ihm die Ausgebeuteten und Unterdrückten geben, im ganzen Land wieder.

Am 4. März steht Pamplona im Generalstreik. Dazu hat die Versammlung der Fabrikdelegierten augewienten Vertrete o aus den Fabren Navarrars be= steht. Tausende von Menschen führen unzählige Demonstrationen durch; wenn die Polizei angreift, werden Barrikaden errichtet. In Vizcava wird der Streik, selbst ohne Aufruf zum Generalstreik, fast überall befolgt; das zentrale Streikkomitee, das sich zusammensetzt aus den Vertretem der Betriebe, die um ihre Forderungen kämpfen, or- 65.000 lS 200000 Leuten, Ke 45 Stunden da die 4-5 Stunden dauern und Kilometer durch die Straßen marschieren, in Basauri --wo wieder ein Arbeiter ermordet wurde --, in Sestao, Portugalete, Guetxo, usw. In Kataloni en, Vigo, Gijon, Zaragoza, Sevilla, Madrid, Valencia ... kam es aus Solidarität und Protest zu Ar beitsniederlegungen und Demonstrationen. Der Ruf der Arbefter von Vizcaya: "Brülder von Vitoria, zusammen, in der Hunderttausende im ganzen wir werden nicht vergessen!" faßt die Stimmunfanc in den Kampf zogen.

An diesem 4. März wird Vitoria militärisch von der Polizei besetzt. Gruppen über drei Leute werden nicht geduldet. Aber die Barrikaden bleiben: kaum versucht iemand in dieser scheinbar menschenleeren Stadt auch nur einen Stein von den Barrikaden zu entwenden, tauchen sofort vor den umliegenden Haustüren die Streikenden auf, mit angespannten und entschlossenen Gesichtern, mit Stöcken und Steinen bewafinet. um ihre Barrikaden zu verteiligen. Der Kampf ist nicht beendet in Vitoria,

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er muß weitergehen, die Barrikaden werden immer noch gebraucht, genug Blut mußte für sie vergossen werden!

. 000 Menschen in 100.000 Menschen rufen ihren ermordeten Genossen Beifall zu, schwenken ihre Taschentücher, macher das Zeichen des Sieges, heben die Faust vor dem Sarg, tragen diesen stundenlang auf den Schultern, ziehen mit ihm herausfordemd zum Sitz des Zivilgouverneurs und rufen vor der mörderischen Poli- Vom Piedhof zieht eine Gruppe an 4100 Minem und Frauen von Vitoria instinktiv, ohne daß jemand etwas gesagt hatte, aus einem tiefen Antrieb der Solidarität heraus zum Krankenhaus, wo ihre verwundeten Genossen liegen. Vor den Toren des Krankenhauses rufen sie: "Verwundete Arbeiter, hier sind wir !"; und in diesem "hier" ist die ganze Entschlossenhe it enthalten, den Kampf weiterzuführen, keines der Motive aufzugeben, die den zweimonatigen Kampf der Massen ins Leben gerufen haben und die stärker sind als alle Kugeln. der ORT, MCE und der RT der PSOE (Partei der Arbeit), ETA VI des Baskenlandes gemeinsam mit den anderen politischen und gewerkschaftlichen Arbeiterorganisationen zum Generalstreik auf. Diesmal streiken 500.000 in Euskadi. Es sind viel mehr, als jemals zuvor, aber viel weniger als das nächste Mak, sinde esentempe in den tenden pyman immer kraftvoller und immer stärker vorangetrieben hat.

Vitoria kämpft weiter. Am Samstag, den 6. März kommt Fraga, der Mann der "starken Demokratie" der Bewunderer Adenauers, der gesagt hat: "Den zeitlichen Ablauf der Refom bestimme ich !", der sich weiterhin anmaßt, aus seinen Reformplanen die Legalität der Arbeiterbewegung ausschließen zu wollen, der den Streik in Vitoria als "anarchistisch" bezeichnet hat. Der Innenminister der franquistischen Monarchie versucht, in der Stadt, die seinem politischen Programm der Gnadenstoß versetzt hat, den Schein zu wahren.

Fren setzte einen de Ung de Entrase en d- lich!-- die durch. Doch das reicht nicht.

stehen aus: die Freilassung der 6 verhafteten Mit- •lieder des Koordinationskomitees. die Versammungstreiheit, die Anerkennung der in den Vollversammlungen gewählten Kommissionen als die wah- Te Va gen in der reder am wee emand hat vergessen in Vitoria. In Vitoria, in Spanien ist heute nichts mehr, wie es vorher war. DER PREIS FUER DIE FREIHEIT

Vitoria ist das heroischste Glied in der Kette der Massenkämpfe, die in Spanien besonders seit Januar geschmiedet wird. Aber natürlich ist es nicht das einzige und nicht das letzte Glied. Durch die "Öffnungen" der erbärmlichen politischen" Zugeständnisse" , die die franquistische Reform auf ihrem Weg zu einer Marionetten "demokratie " zu "dulden" gezwungen war, hat sich ein revolutionärer Orkan gedrängt und sich über das ganze Land entladen, das nicht eher zur Ruhe kommen wird, wie sich r.och ein Schatten, eine Drohung der Ausbeutung und Unterdrückung regt. Seit den ersten friedlichen, schweigsamen Demonstrationen für die Amnestie hat sich ein neues, vielversprechendes Phänomen angekündigt: die Massen sind in die politische Aktion getreten, sle haben ihre Anwesenheit auf der Straße durchgesetzt. Leute, die nie --d.h. in 40 Jahren Diktatur nicht-- "Politik gemacht haben" , sind auf die Straße gezogen und haben Menschen wie sie getrotten, die für dieselben Ziele kämpfen und sicher sind, sie durch ihre eigene Kraft, ihre Aktion durchzusetzen. Diese Arbeiter, Studenten, freiberuflich Tatige, Frauen aus dem ganzen Land lemten, in den Betrieben, Stadtvierteln ihre Gegenwart, ihre aktive Beteiligung durchzusetzen: alle in der Schwebe gebliebenen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Forderungen drängten aut einmal an die Oberfläche und riefen ein enormes Bewußtsein der Solidaritat hervor, die sofortige Politisierung aller Kämpfe und das tiefe Bedürfnis sich zu organisieren um zu kämpfen. Alle Organe, die die Massenbewegung für ihre einheitliche Aktion als notwendig erachtete, wurden benutzt: Nachbarschaftsvereini- Hausfrausenvereinigungen, usw., ungeachtet der Gewerkschaftsverbände, Berulsverbande, Funktionen, die ihnen die franquistische Legalitat zudachte. Andere, neue Organe wurden geschatten parallel zu den vorhergehenden: sie ersetzten sie oder

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SPANIEN kombinierten sich mit ihnen im Lauf des Kampfes, posentativer dend die beste Koordination gesucht größtmögliche Re- Wurde. Und immer standen im Mittelpunkt die Yee souvenin singen de Delegieren, komitees en, die Delegierten, Komitees und Kommissionen, die aus ihrer Mitte gewählt werden und in neuester Ze it auch die fliegenden Streikposten und die Selbstverteidigungsposten, die trotz der Presse kampagne, die gegen sie gestar tet wurde, eine wahre Eriungenschaft der Bewegung darstellen. So schickten die Vollversammlungen während der Lehrerkämpfe im Januar-Februar 1976 in Madrid Delegationen zu den kamptenden Fabriken, um deren Solidarität s ie baten und die sie erhielten; ebenso empfingen sie bei sich Delegationen dieser Arbeitervesammlungen, der Stadtteil-koordinationsorgane, der Nachbarschaftsvereinigungen, usw. Alle diskutierten untereinander die Forderungen und die Stoßrichtung des Kampfes. Während des Bauarbeiterstreiks im Februar in Barcelona wurden auf jeder Baustelle die Delegierten gewählt und die Versammlung der Delegierten stand an der Spitze der Mobilisierung. In Pamplona hat sich ähnliches ereignet, ebenso wie vorher im Streik in Getafe bei Madrid im Januar.

Die Losungen, die den Kämpfen das Ziel abstecken, weiten sich aus, vereinheitlichen sich, gewinnen an Radikalität. Die Anwendung der Amnestie wird auf die soziale Ebene ausgeweitet: Amnestie bedeutet nun auch die Wiedereinstellung aller Entlassedienach 1936 Repressalien aus- Während der ersten Gelesene Demonstranten anzugreifen. Die presse vervielfältigte tausendfach diesen Beifall. Die un- die Demonstranten anzugreifen. Die Presse erfahrenen Hände die damals Beifall klatschten, bauen heute Barrikaden. Die Parolen, die die Auf- Lösung der Repressionsorgane fordern, gehören scho u der Atmosphäre, die man heute in Spanien at met (und trotzdem, oder besser deswegen hat die PCE auf dem gemeinsamen Meeting. das zum Generalstreik in Euskadizur Solidarität mit Vitoria aufder CNS(dem staatlichen "Gewerkschafts"bund) taucht in jedem Forderungskatalog auf. Die Einheitsgewerkschaft der Klasse wird von Millionen Arbeitem als eine Notwendig keit empfunden; auf zahlreichen Fabrikvollversammlungen wird ausführlich darüber diskutiert. Niemand wagt heute die verhaßte "ubernehmen" *. Es besteht zerschlagen werden muß.

in Pamplona hat der Präsident des Provinzrats selbst G (der Provinzrat ist die wichtigste Struktur der vertikalen Gewerkschaft auf Provinzebene) gerufen: "Nieder mit der CNS" I, und sein Ruf wurde von Tausenden von Stimmen aufgefangen. Der "Gewerkschaftskongreß" die von der Rebilisierung der spanischen Arbeiter, die jetzt schon vorbereitet wird.

Die Reformprojekte der Regierung sind Totgeburten; sie gehören der Vorgeschichte an, während die Massen schon die Geschichte schreiben. Zur Organisie rung einer Demonstration schlägt die Regierung 16 Vorbedingungen vor, während es jeden Tag Dutzende von Demonstrationen in der überwiegenden Mehrzahl der Städte des Landes gibt, zu denen alle möglichen Organisationen aus tausenderlei Gründen aufrufen. Zur "legalen" Einberufung einer Versammlung müßten ebenfalls wer weiß wie viele Schritte unternommen werden, während Fabrik für Fabrik, Stadt für Stadt Versammlungen von Tausenden von Arbeitern, Berufstätigen aller irt abgehalten werden. In Sabadell, in Pamplona ›der in Vigo müssen die Versammlungen im Fußballstadion tagen, um all diejenigen aufnehmen zu können, die daran teilhaben wollen.

Was bleibt nach Vitoria von der franquistischen Reform"› Eine offene Regierungskrise, die in den nächsten Wochen vielleicht eine Lösung finder wird, die vielleicht mit dem Todeskampf innerhalb der franquistischen Bürokratie enden wird, die sich nicht einmal auf die Bildung einer sog. "Nationalen Front" einigen kann, den defensiven Block dieses ganzen franquistischen Unrats. Die Armee wird unter den Folgen der schweren Urteile gegen die Offiziere der Demokratischen Militärunion (UMD) zu leiden haben, und sie beginnt schon, sich wegen der Ausdehnung der Soldaten kommissionen sorgen zu machen --die Straßen von Madrid sind voll von Parolen wie: "Bildet Soldaten kom missionen !"--; Versammlungen Bunde con sonaten telloen in Guipuzcoa nehmen an Die franquistische Reform hat Schiffbruch erlitten. Aus "Fragamanlis" -- einen Beinamen, den man dem Innen minister zu Beginn des Jahres zu seiner offenkundigen Zufriedenheit gegeben hatte-- ist "Fragachet" (Fraga + Pinochet) geworden: so hätte man ihn von Anfang an nennen sollen. Die Bourgeoisie beobachtet diese Nederlage mit da deren politische Konsequenzen ihre klassenpolitischen Plane stark beeinträchtigen. Bei der Dynamik der Massenmobilisierung kommt selbst den "demokratischsten" bürgerlichen Politikern die Gänsehaut. So erklärte der Christdemokrat Ruiz Jimenez erst vor wenigen Tagen in Rom: "Es ist ratsam, daß sich die Straßenaktionen nicht vervielfachen, wenn nicht aus ganz ernsten Gründen und aus großem Verantwortungsgefühl heraus."

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er politische Plan der "demokratischen Bourgeoisie" vird immer klarer und unglücklicherweise wir auch immer deutlicher, daß die Unterordnung der Bührungen der Arbeiterorganisationen unter diesen Plan keine Grenzen kennt. So besteht die neueste Masche der "Junta Democratica" und der "Plataforma de Convergencia Democratica" die wieder einmal am Rande der Kämpfe geblieben sind oder sich sogar offen gegen sie gestellt haben, in dem, was sie den " vereinbarten Bruch" nennen (ruptura pactada), eine schwächliche und schamhafte Formel dafür, daß sie den franquistischen "Reformern" einen Pakt anbieten. Diese Formel wird begleitet von einer "taktischen Wende" die darin besteht, daß aus den Kommuniques jede kritische Bezugnahme zum König und jeder noch so entfernte Aufruf zur schattenhaften "Nationalen Demokratischen Aktion" gestrichen wird, die vorher als Weg zun "Bruch" mit der Diktatur vorgeschlagen wurde. Wir kommen so zum zentralen Problem der aktuellen politischen Situation in Spanien. Die Bourgeoisie durchläuft eine wirtschaftliche Krise, zu der sie keine Lösung sieht: doch verfügt sie nicht mehı Iber ihre alten Herrschaftsmechanismen, die durch den Tod des Diktators beseitigt wurden, sie ist aber auch nicht in der Lage, neue zu schaffen und erreicht. Von einer zunehmenden politischen Lähmung befallen, sieht sie ihr Heil nur noch in der "Evolution" , im Druck auf den König und auf einen Sektor des politischen Apparats, um den "möglichen Pakt" zu erreichen, der die Entwicklung der Massenaktivität bremsen kann. Die Funktion und die Rolle Diskussionsveranstaltung bekannte PCE-Führer gefragt wurden, warum sie nicht zum Generalstreik aufgerufen hatten, antworteten sie auf die bekannte Art: "Weil noch keine Provisorische Regierung gebildet worden ist. Die Opposition ist Herpisteik besinnen, diede das aos bedeutenis wird für die PCE immer schwieriger, solch zy• lische Bemerkungen auf Veranstaltungen oder Vor. bereitungsversammlungen zu machen, Und besonders jetzt, nach den Ereignissen in Vitoria. Auf einer Vollversammlung der Metallarbeiter von Ber mehr als 200.00 Arbeiter Von Barcelona betrifft-- sagte ein Arbeiter zu seinen Kollegen: *Wir wissen, daß uns ähnliches passieren kann, wie unsern Genossen in Vitoria, aber wir müssen den Kampf weiterführen" . Dieser Satz faßt die Stimmung der Massenbewegung in Spanien zusammen. Niemand wird diesen Kampfwillen aufhalten können.

Dieser Wille stellt die grundlegende Stütze für lie Intervention der revolutionären Marxisten dar. Wir haben an allen Mobilisierungen des Endkampies gegen den Franquismus tellgenommen. Wil naben darin die Linie der Unabhängigkeit der Klasse, ihrer Selbstorganisation, Selbstverteidigung und der Koordination aller kämpfenden Sektoren für den Sturz der Diktatur vertreten. Die Zeitschrift "La Vanguardia" von Barcelona schreibt in ihrer Nummer vom 11. März 1976: "Alles deutet darauf Im Alava entscheidend zur Ausweitung Ihres Ein- daß die LCR-ETA VI den jüngsten Konflikt flußes nutzen konnte". Sicher übertreibt die Zeitschrift der katalanischen Bourgeoisie etwas, Aber wahr ist, daß die Genossen der LCR-ETA VI an der Spitze der Bewegung in Vitoria standen, ebenso wie sie an der Spitze des Bauarbeiterstreiks in Barcelona, der Streiks in Asturien, Vigo, Valencia und Madrid, der Kämpfe der Lehrer und der Kämpfe in all den Bereichen standen, in denen der Widerstand gegen die Ausbeutung und Unterdrückung zunimmt: daß sie zusammen mit vielen andern Kampfern und Genossen anderer Organisationen an der Spitze der Auseinandersetzungen um die wirtschaftlichen, politischen und sozialen Forderungen der Massen standen, damit ihr Selbstvertrauen sich stärke und der hohe Preis Fretheit zahlen muß, nicht verschleudert werde. den unser Volk für seine Wenn die Diktatur gestürzt sein wird, werden die Arbeiterklasse und das spanische Volk denen, die von "Versöhnung" reden, sagen: "Wir vergessen nicht!"; und denen, die von "Sozialpakt" reden und sie mit dem verfaulten Köder einer sagen: Wir werden ich vergen Ebenfil den Freiheit" Unsere Aufgabe, es kollektive Gedächtrils zu stär- die Aufgabe der LCR-ETA VI. zu organisieren und durch es die Sektion der IV. Internationale im spanischen Staat aufzubauen.

In Spanien kämpft die Freiheit heute dafür, daß sie geboren wird. Es ist völlig klar, wie sehr wir die Solidarität der Arbeiter der ganzen Welt benötigen. Wir wissen, daß die Flamme, die am 3. Sant wurde de medere pachsamkeit für Spanien, Genossen in aller Welt ! Wit brauchen neue 3. September ! Damit in Spanien nie mehr Arbeiterblut fließt ! Nieder mit der Mörder-Diktatur !

12. März 1976 (1) Der 3. September 1975 war ein Tag der internationalen Solidarität mit Spanien.