In der gegenwärtigen Situation muß unsere ganze Massenarbeit darauf abgestellt sein, die notwendirung und der Kapitalisten, seng und der kapitalisten, thren Erfolg vom 25le- November auf die soziale Ebene auszudehnen, anzuspomen und zu stärken.
Unsere Arbeit in den Arbeiterkommissionen und in den Gewerkschatten muß aut dieses Ziel gerichtet sein. Die Arbeiterkommissionen müssen konkrete Funktionen im. täglichen Kampf um die Verteidigung der Errungenschaften der Arbeiter übemeh- Werden, und damit sie sobald wie möglich ihre damit sie aufrechterhalten und wiederbelebt Funktion als Doppelherrschaftsorgane im Rahmen eines neuen Aufschwungs der Arbeiterkämpfe wiederfinden.
In dem Maß, wie sie diese Funktionen erfüllen, werden sie das Rückgrat einer Situation der Doppelherrschaft darstellen können. Wir müssen daher ab sofort eine Massenarbeit leisten mit dem Ziel, eine Antwort auf die sparplane zu entfalten und dabei gleichzeitig den Arbeiterkommissionen eine zentrale Rolle in diesem Gegenangriff zuweisen. Hier liegt die Verbindung zwischen unserer Gewerkschaftsarbeit und unserer Arbeit in den autonomen Organen.
In dieser Perspektive erfordert die Errichtung einer Situation der Doppel herrschaft und selbst die Stärkung, Ausdehnung und Autonomie der Arbeiterorgane gegenüber dem bürgerlichen Staatsapparat zuvörderst den Kampf um die Entwicklung, Verallgemeinerung und Zentralisierung der Arbeiterkommissionen.
Die Stärkung der Arbeiterkommissionen bedeutet die wirksame Stärkung der autonomen Organisationen der Arbeiterklasse, die Entfaltung der Arbeiterkontrolle, die Hebung des Bewußtseinsniveaus des Proletariats: sie bedeutet die Heranreifung der Bedingungen zur Sicherung der Hegemonie des Proletariats in den lokalen Koordinationen der Arbeiter-, Nachbarschaftkommissionen usw., in allen Organen, die ein Bundnis der Arbeiter mit den Mittelschichten der Bevölkerung erlauben und die Sowjets vorwegnehmen. Die Stärkung der Arbeiterkontrolle durch die Arbeiterkommissionen erlaubt den Arbeitem, die wirtschaftlichen Probleme in der Perspektive ihrer Lösung zugunsten der Arbeiterklasse anzugehen, durch die Zentralisierung der Arbeiterkommissionen aut lokaler und regionaler Ebene und durch hre Koordinierung mit den Nachbarschaftskommissionen.
Man kann daher sagen, daß das strategische Ziel unsere• Interventionsarbeit in den Betrieben das ist, die Arbeiterkommissioren voranzutreiben, auszudehnen tid zu zentralisieren, un d diese Arbe i mit der Intervention in den Gewerkschaften zu kombinieren.
DIE ARBEITERKOMMISSIONEN
DIE ARBEITERKOMMISSIONEN ZUM
RUECKGRAT DER DOPPELHERR- SCHAFT MACHEN
Heute richtet sich unsere Arbeit vor allem auf die Massenorgane der Arbeiterklasse; dort müssen wit ins verankem und durch unsere Verankerung werden wir vorwärtsschreiten im Aufbau der revolutionären Arbeiterpartei.
VORANTREIBEN, AUSDEHNEN UND
ZENTRALISIEREN
Wegen der schweren Krise des portugiesischen Kapitalismus hat die Entfaltung der ökonomischen missionen rAthet, de zumeist ver de einen com Aufgabe der Kampffuhrung hinausgegangen sind und die einer ständigen Arbeiterkontrolle übernommen haben.
Das Auftauchen der Arbeiterkommissionen ist von grundlegender Bedeutung für die portugiesische Re- Sie haben ermöglicht, daß die Spaltunen durch die berufsständischen Gewerkschatten Iberwunden und die Arbeiter mit wirksamen Kamp! instrumenten ausgestattet werden.
Unsere Invervention muß danach streben, die Arbeiterkommissionen als die organisatorische Konkreustering der Massenkämpfe in den Betrieben voranzutreiben; ihre wesentlichen Aufgaben sollen folgende sein:
- die Arbeiterkontrolle im Betrieb ausüben (über Premplen, die Wirtschaft planen: Rohstoffe, Entlassungen), die Sabotage be- - díe Selbstverteidigung omanen renne 15o- kämpfen: gegen lierung der exemplarischen Kämpfe und für ihre Verallgemeinerung auf immer breitere Telle der - den Kampf für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, gegen die Einschränkungen gegenüber len demokratischen Führungen der Arbeiter. anleiten.
Es ist jedoch notwendig, die Arbeiterkommissionen nicht einfach ins Leere zu stoßen, ohne daß die Arbeiter verstehen, was sie sind und welches ihre Rolle ist; denn in diesem Fall werden die gewählten Arbeiterkommissionen schließlich aus Verwaltem und Direktoren zusammengesetzt sein. Das geschieht vor allem im Norden des Landes vo die Rolle und Bedeutung der Arbeiterkommissionen weniger gut begriffen wurden. In den Fällen der Arbeiterkommissionen, in denen wir einen gewissen Einfluß haben, mussen wir jede Gelegenheit dazu nutzen, das Problem ihrer sektoriellen und intersektoriellen Koordination aufzuwerfen, vor allem in den Sektoren, die von der Krise betroffen sind, wo die Notwendigkeit von Krediten für die Rohstoftumwandlung hie Notwendigleit der Koordinierung der Arbel- die Arbeiter daraut stoßt, terkommissionen mit solchen derselben Branche oder eines anderen Sektors begreifen. Darin liegt die ganze Bedeutung des Vorschlags für Kongreße von Arbeiterkommissionen eines oder mehrerer Industriesektoren, und wir müssen jede Gelegenheit ergreifen, das voranzutreiben. Aber eine solche Zentralisierung muß sich auf alle bestehenden Erfahrungen stützen und für ihre Vereinheitlichung kämpfen; das ist der einzige weg, die Basis der Arbeiterkommissionen auszudehnen und die Arbeiterdemokratie in ihnen zu sichern.
In diese Richtung müssen wir das Provisorische Sekretariat der Arbeiterkommissionen des Industriegürtels von Lissabon orientieren und fordem, daß dieses Organ durch lokale und sektorielle Kongreße Kongreß der Arbeiterkommissionen vorbereitet.
Diese Vorschläge sind eng verbunden mit dem Kampf um die Bildung einer Tendenz in dem Provisorischen Sekretariat; das muß wegen dem bedeutenden Gewicht der Arbeiterschichten, die es anführt, eines der vorrangigen Ziele unserer intervention sein. Gleichzeitig und um die Massenbasis der Arbeiterkommissionen zu erweitem ist es notwendig, nicht nur für eine breitere Demokratie bei ihren Wahlen und ihrer Arbeitsweise zu für das Recht auf freie Meinungsäußerung der verschiedenen Strömungen der Arbeiterbewegung in ihnen, sondem auch datur, daß die Arbeiterkommissionen klare Pläne zur Verteidigung der Arbeiterinteressen und zu einer Gesamtlösung der Krise des Systems vorlegen. Zudem wird die Bildung eines Sekretariats der Arbeiterkommissionen der anderen wichtigen Industrieregionen fur die Vorbereitung eines nationalen Kongreßes der Arbeiterkommissionen von großer Bedeutung sein. Die gegenwärtige Taktik der KPP besteht darin, daß sie die Klasse demobilisiert und die Organe, die sie kontrolliert, lahmt; sie betreibt eine Politik der Regierungskompromiße , propagiert da: unmittelbare Bevorstehen einer faschistischen Gefahr, um ihre Bündnisse zu rechtfertigen und ihre Instrumentalisierung der Koordinationen, die schon existieren, damit sie Druck ausüben auf die bürgerlichen Institutionen und mit ihnen zusammenarbeiten. Demgegenübermuß man die Bedeutung der Einheit der Revolutionäre in der Aktion unterstreichen, um ihr Gewicht in den Koordinationen zu stärken, die Aktionen der Massen voranzutreiben und konkret ihre Initiative zur Bildung von wirklich repräsentativen regionalen Sekretariaten anzuspornen. Andererseits muß man der Notwendigkeit der Autonomie und der + testen Demokratie in den autonomen Org beharren, indem die Einheitsfront der Arbeiterklasse in ihnen konkretisiert wird und die besten Formen der Repräsentation durchgesetzt werden (Abberutbarkeit, Kontrolle durch die Vollversammlungen, Wahl der Delegierten der Arbeiterkommissionen nach Sektionen oder Abteilungen zur Durchsetzung des Programms, das von der Mehrheit angenommen wurde).
DIE ISOLIERUNG DER ARBEITER- KOMMISSIONEN VERHINDERN, DER
GEWERKSCHAFTSARBEIT IN DEN
BETRIEBEN MEHR GEWICHT VER- LEIHEN
Ausgehend von dem Verständnis, daß die Intervention in den Betrieben und den Arbeiterkommische, daß die Arbeiterkommissionen nicht zentralisiert sind und in vielen Betrieben gar nicht bestehen, angesichts der Tatsache. daß es keine gefestigte Gewerkschaftsbürokratie gibt, könnten viele Gewerkschaftskommissionen in erster Linie als Instrument der Arbeiterkommissionen in den rückstăndigsten Betrieben benutzt werden: zweitens könnten sie den Avantgarde-Kommissionen in dieser Phase des Übergangs von der vorrevolutionären Situation in Portugal die Möglichkeit geben, Gewicht in der Gesamtklasse spürbar zu machen, indem sie die Kämpfe vertiefen und an den Diskussionen teilnehmen, die quer durch die Gewerkschaften hindurchgehen; drittens kann das Auftauchen betrieblicher Gewerkschaftskommissionen in den rückständigsten Sektoren durch die Entfaltung der gewerkschaftlichen Kampte ein Sprungbrett darstellen tur das Auttauchen von Arbeiterkommissionen mit Massenbasis.
Einige Genossen beklagen sich oft über die Schwierigkeit, Arbeiterkommissionen und Gewerkschaftskommissionen zu unterscheiden. In der gegenwärigen Situation fallen die Aufgaben zusammen lie Gewerkschaften, selbst wenn sie von den Reformisten geführt werden, können sich in den meisten Fallen nicht auf die einfachen wirtschaftlichen Forleringen beschränken und sind gezwungen, aut Grund der tiefen Krise des portugiesischen Kapi-
PORTUGAL talismus Gesamtlösungen vorzutragen. Wir müssen diese Gelegenheit nutzen, um:
- auf nationaler Ebene die Frage der Arbeiterkontrolle zu entfalten und sie selbst in die rückständigsten Sektoren des Proletariats hineinzutragen; - die Isolierung der Arbeiterkommissionen zu verhindem; - den Kampf um die Sofortforderungen mit dem im Übergangslosungen zu verbinden (Arbeiterkon rolle, gleitende Skala der Löhne und der Arbeitszeit).
Auf diese Weise kann die Arbeit in den Arbeiterkommissionen nicht nur einen wichtigen Ausgangspunkt für den Kampf um eine Industriegewerkschaft darstellen, sondem die revolutionäre Arbeit in den Gewerkschaften kann ebenfalls bedeutend zur Entwicklung der Arbeiterkommissionen beitragen, vor allem in den Betrieben, wo es kämpferische Gewerkschaftskommissionen gibt; sie kann beitragen zur Zentralisierung ihrer Kämpfe auf zentraler Ebene und zur Entwicklung von Betriebs strukturen, auf die sie sich stützen können. Das erfordert einen sehr harten Kampf um die gewerkschaftliche Demokratie und um die Dezentralisierung der Diskussion um die Kampfformen auf betrieblicher und sektorieller Ebene. Die Gewerkschaften könnten somit instand gesetzt werden, Kongreße nach Industriesektoren einzuberufen auf der Basis von: Strukturen, die in den Betrieben gewählt werden, um die konkreten Probleme jedes Sektors zu diskutieren, und sie könnten so eine wichtige Rolle in der Koordiniering der Arbeiterkommissionen spielen.
In diesem Sinn ist unsere Gewerkschaftsarbeit vorrangig auf die Arbeitersektoren konzentriert --wo man wegen der wirtschaftlichen Krise eine rasche Radikaliserung voraussagen kann-- und auf Kampfziele, die die der Arbeiterkommissionen ergänzen.
Aus den obengenannten Gründen beharrt die LCI darauf, daß die beiden Interventionsarten absolut miteinander verknüpft werden, und sie wird ihr ganzes Gewicht für die Arbeit in den Betrieben nutzen. Die enge Verbindung zwischen den beiden Interventionsarten dient auch dazu, die Losungen für einen nationalen Kongreß der Arbeiterkommissionen und einen demokratischen Kongreß aller Gewerkschatten auf die Tagesordnung zu setzen um die oben genannten Achsen herum in Verbindung mit der Arbeit in den Arbeiterkommissionen. Solche Losungen sind nicht nur konkret genug, um von breiten Sektoren der Arbeiterklasse verstanden zu werden; sie scheinen auch immer mehr den Erfordernissen der Gegenantwort der Arbeiter zu entsprechen, den objektiven Bedürfnissen der arbeitenden Massen' und dem Bewußtseinsniveau der Arbeiter, das eine sofortige Einberufung einer zentralisierten Struktur der autonomen Organe noch nicht zuläßt.
Schließlich berücksichtigt dieses Kampfziel die Unterschiede in der Radíkaliserung der Arbeiterklasse, die Entwicklung der Arbeiterkommissionen und der Gewerkschaften und zielt auf die Verwicht auf die Gewerkschaften und nicht auf die einigung der Klasse ab. Intersindical legt, ermöglicht sie, die Massen basis des Kongrěßes auszuweitende nicht von der indem sie sich an die Gewerkschatten richtet, KPP kontrolliert werden, und die Spalterpolitik der reformistischen oder sektiererischen Führun zen zu entlarven. Kurz, es handelt sich um eir Zwischenziel, das dem Grad der Verankerung unc der Zentralisierung der Arbeiterkommissionen heute am besten entspricht (...)"
SELBSTKRIT a) Seit Dezember 1973 hat die ständige Intervention der Revolutionäre erlaubt, die LCI aufzubauen, ihre Verankerung zu verstärken, ihre Fähigkeit zu bedeutenden politischen Initiativen (anti-kolonialtstische Bewegung von Mai bis September 1974, antimilitaristisché Aktionen) und zur Teilnahme an der Führung von Massenkämpfen zu vergrößem. Diese Intervention wurde von einer Handvoll Milítanten geführt, die den gegenwärtigen Kem darstellen; sie hat sich aber nur schwer von einigen Anfangsfehler gelöst, die unsere Geschichte kennzeichnen und die logische Konsequenz einer ersten beschränkten Verankerung darstellen, die sich kombiniert mit einem formellen Sektierertum und dogmatischen Konzeptionen.
Das ungleiche Wachstum, das Fehlen einer zen- Ben Durch dich der organisationen neuen ten, wo sich rasch bedeutende Arbeiterkerne entwickelten. Aber diese Entwicklung war oft die Ursache eines wachsenden Empirismus und Regionalismus der Intervention.
In diesem Sinn hat sich die LCI trotz ihrer Fehler, grenzten politischen Debatte in ihr immer in die Dynamik der portugiesischen Revolution einge- Wichtige politische Gelegenheiten zu unterschätzen, sind die Festigkeit und die starkung der revolutionär-marxistischen Organisation, die Teilnahme ihrer Militanten und Sympathisanten an wichtigen Massenkämpfen in den Betrieben, Fabriken, Gewerkschaften, Kasemen und Stadtteilen schon ein Ausgangspunkt fur den qualitativen Sprung. wir vomehmen können, wenn wir unsere vorangegangenen Fehler korrigieren.
b) Die Tatsache, daß die revolutionären Marxisten in weniger als 5 Monaten 2 Kongreße abgehalten haben, i st nicht Beweis irgendeines Subjektirismus noch der Absicht, zu diskutieren um de Diskutierens willen, sondem das Ergebnis der objektiven und subjektiven • Erforderisse des revolutionären Prozeßes selbst. Der Leninismus, die bolschewistische Praxis, auf die sich die LCI beruft, stehen hier natürlich in Widerspruch zur stalinistischen und bürokratischen Praxis zeitlich weit auseinanderliegender Kongreße, auf denen die Differenzen und die Tendenzdiskussionen durch den Grundsatz ersetzt werden daß Einstimmigkeit lugend und Abweichung Sunde sei.
Genau vor 5 Monaten, im August 1975, fand der 2. Kongreß der LCI statt. Aber in den folgenden 5 Monaten hat sich der revolutionăre Prozeß weit schneller entwickelt als vorgesehen. In dieser Periode sahen sich die revolutionären Marxisten Auf-
K DER LCI gaben gegenüber, die ihre Kräfte überstiegen. Was aber den 3. (außerordentlichen) Kongreß notwenlig machte war die Feststellung, daß die politische Orientierung, die der 2. Kongreß angenommer hatte, die Genossen nicht ausreichend bewaffnet hatte, um die Aufgaben zu erfüllen, die die Entwicklung des revolutionären Prozeßes stellten. :) Wenn der 2. Kongreß im August 1975 die Diskussion in einigen wichtigen Fragen vorangebracht hat, hat er dennoch einige der obengenannten Fehler beibehalten und verschlimmert. Die angehat Zögerungen und politische Schwenks erleich- nommene Analyse der MFA der KP und der PS tert, die ihre logische Schlußtolgerung in der Unin de Annage des Manes der vom 10 september und der Teilnahme an dieser Front bis zu ihrer faktischen Auflösung fanden.
Wegen der Bedeutung der politischen Konsequen zen und der organisatorischen Folgen ist es notwendig, die Fehler der FUR auf den Begriff zu brin- - Die Ersetzung einer möglichen und notwendigen Aktionseinheit durch eine 'Front"-Politik auf der Grundlage einer politisch talschen Platttorm, die unweigerlich objektiv auf sektiererische Spalteraktionen gegenüber der gesamten Arbeiterklasse und subjektiv aut Verwirrungen über die Partel hinauslaufen mußte. Das hat die Spaltung der Arbeiterivantgarde und die Entwicklung von "Anti-Parteien"- Strömungen in den autonomen Organen (Arbeiter- Nachbarschafts-, Soldatenkommissionen) erleich- - Das Fehlen jeglicher Konzeption einer Arbeitereinheitsfront zu einem Zeitpunkt, wo es besonders wirtschaftlichen und sozialen Errungenschaften einte und auf die wirtschaftliche und politische Krise der Bourgedisie sofort eine Antwort gab. - Eine inkorrekte und sehr getährliche Konzeption der Sozialdemokratie, die als Zwillingsschwester der Faschismus bezeichnet wurde. - Die Entwicklung putschistischer und aufständischer Konzeptionen, die die Ereignisse des 25. November erleichtert und die klare Bestimmung einer altemativen politischen Lösung erschwert haben. die politische Auflösung und die organisatorischer Consequenzen der Teilnahme der LCI am FUR waren Produkt schwerer Fehler, die gleichzeitig den Weg für das Sektierertum und die Nachtrabpolitik gegenüber zentristischen Organisationen und der KP eröffneten. In Wirklichkeit hätte ein richtiges Verständnis der Klassenkampfdynamik, die zum Sturz der V. Regierung führte, die Massenaktionen der Soldatenbewegung, der Aufschwung der allgemeinen Kämpfe um einheitliche wirtschaftliche Forderungen (Landarbeiter, Metaller, Bauindustrie, Bäcker, usw.), die Entwicklung teilweiser Initiativen der am 25. August eine Vereinbarung zu unterschreiben, die die MFA und die V. Regierung unterstützte und die Ursache aller zentristischen Verwirrungen über den Charakter der KP war und eine sektiererische Politik gegenüber der PS nach sich zog. Dies Verständnis hätte auch die Durchtührung ener anderen Politik ermöglicht, auf der Grundlage eines Bruchs mit der FUR (von dem Moment an, wo diese die Vereinbarungen vom 25. August akzeptierte) und der Umgestaltung der Aktionseinheit der revolutionären Organisationen, um wichtige Ziele zu erreichen wie die Schaffung eines günstigeren Krätteverhältnisses gegenüber den Reformisten, um die Zentralisiering der autonomen Organe voranzutreiben, was uns ermöglicht hätte, uns an die Gesamtheit der Arbeiter- und revolutionären Organisationen zu richten, Diese politischen Fehler verhinderten einen Kampf um die Aktionseinheit der Arbeiterbewegung fur in einer Zeit, wo sich die Initiativen der Arbeiterbewegung rasch in neue vorwärtstreibende Schritte verwan deln konnten (...).
luta proletária die Herausgabe der Luta Proletaria, Zeitung der LCI, als Wochenzeitung beschlossen. In den Kongreßdo- entscheidenden Instrument unserer Beziehung zur Ar- kumenten heißt es: „Luta Proletaria muß zu einem beiteravantgarde werden" richtigen politischen Linie und kämpferische Aktivi- Der III.(außerordentliche) Kongreß der LCI hat • Dazu ist neben einer tät auch in Portugal - das Geld notwendig. Die Genossen haben bereits mit dem Ausbau ihrer Druckerei und der Redaktionsräume begonnen. Dabei leisten ihnen Genossen aus der Vierten Internationale, vor allem der schwedischen Sektion, große Hilfe. Zusätzliche Genossen müssen als Full-Timer bezahlt werden; ein Transporter wird dringend benötigt. Genossinnen, Genossen!
Die portugiesischen Genossen stehen tagtäglich unter großen persönlichen Opfern in revolutionärer Aktivität - in den Betrieben, in der Armee, auf der Strasse. Ihr Kampf ist unser Kampf!
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LANGEN
KAMPF
ENTGEGEN
G. FONTAINE
Nur wenige Monate nach dem entscheidenden sieg der Völker Indochinas öffnet sich eine neue Bresche an der Flanke der imperialistischen Herrschaft in Süd-Ost-Asien. Durch den nationalen Betreiungskampf des Volkes von Timor ist eine der größten Bastíonen des Imperialismus in der Region, nämlich Indonesien, getroffen worden. Bis zur offenen Invasion indonesischer Fallschirmjäger in den Ostteil der Insel am 7. Dezember letzten Jahres als Antwort auf die Ausrufung der Demokratischen Volksrepublik Osttimor haben die Ereignisse in dieser kleinen portugiesischen Kolonie am Rande des Indonesischen Archipels nur wenig Interesse in der iteşt das an der Rücksche keen und seierung der Insel sowie an der Nachrichtensperre, die die Diktatur Salazars verhängt hatte. Aber selbst nach dem 25. April und nachdemdie Insel zu politischem Leben erwacht war, zogen Indonesien und Australien, die beiden an der Zukunft Timors hauptsächlich interessierten Länder es vor, hinter den Kulissen zu bandeln, um ihre Interessen durchzusetzen. Dabel erfordertdie Solidarität mit dem Kampf des Volkes von Timor, daß die Mauer des Schweigens durchbrochen wird; ebenso können die Aurgaben einer jeden Solidaritätsbewegung nur aus einer vertieften Analyse der Dynamik des in Gang gekommenen sozialen und politischen Prozeßes abgeleitet DIE PORTUGIESISCHE EROBERUNG
Die Insel Timor wurde zu Beginn des XVI. Jahrhunderts von den Portugiesen "entdeckt" . Seit dieser Zeit zog der Handel mit Sandelholz, der in erster Linie aut China gerichtet war, das portugiesisene Interesse an. Holland versuchte bald, die Portugiesen aus all ihren asiatischen Kolonien zu vertrei ben. Der Kampf um die Kontrolle Timors und seiner Reichtümer begann 1613 und dauerte 3 Jahrhunderte. In diesem Kampf stützten sich die Protugiesen auf die Topassen (Schwarz-Portugiesen), eine Gruppe von Mestizen, die bald eine gefürchtete Handels- und Militärmacht erlangten. Die Todie ihren Stützpunkt im Hafen Lifau hatten, machen und damit die portugiesische Herrschaft gegen die Erhaltung ihrer Handelsprivilegien zu ichem. Weite Telle der Insel blieben jedoch außerhalb der portugiesischen oder holländischen Kontrolle. Je nachwechselnden Bündnissen wurde eine Vielfalt von kurzlebigen Königreichen geschaffen: diejenigen, die die Arbeit organisieren und das Holz bis zur Küste liefer konntenerlangten fast ein Monopol über den Kauf von Manufakturwaren und vor allem über importierte Waffen. Im 18. Jahrhundert begann der Handel abzunehmen, da das Holz als wichtigster Reichtum sich allmählich erschöpfte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stabilisierte sich die koloniale Herrschaft endlich. Nach einem jahrhundertlangen Grenzkonflikt mit den Holländem konnten die Portugiesen endlich militärische und Verwaltungsstrukturen im ganzen Osttell der Insel errichten. Die japanische Besetzung während des Zweiten Weltkriegs blutete das Land vollständig aus. Die Hauptstadt Dili wurde dem Erdboden gleichgemacht. 40.000 Timoresen wurden im Laufe der Kämpfe getötet und der Rest der Bevölkerung litt Hungersnot. Im Laufe der 30 folgenden Jahre tat der Kolonialismus nichts, um Timor aus dem Elend und der Rückständigkeit herauszureißen.
DIE WIRTSCHAFTSSTRUKTUR
Portugal war wohl einer der Pioniere der europăischen Kolonialexpansion gewesen, aber der Niederrang kam rasch. Gefangener seiner Handelsbezie ungen mit England lernte es nicht die industrielle Entwicklung kennen, wie andere Länder in Europa. Die Großgrundbesitzer stellten die Handelsbourgeolsie als herrschende Klasse in den Schatten und die Lahmung der Kleinindustrie verhinderte, daß sich der portugiesische Kolonialismus in einen modemen Imperialismus verwandelte. Das hauptsächliche Kennzeichen dieses veralteten Kolonialismus war, daß er sich auf die Zwangsarbeit stützte, statt ein einheimisches Proletariat herauszubilden. Neben der direkten Sklavenarbeit (die noch bis vor kurzem geleistet wurde) stellten die jährlichen steuer, allen männlichen Einwohnem der Insel oft in Naturalform auferlegt wurden, das wichtigste Ausdeutungsinstrument dar. Die Marktwirtschaft ist daher nur oberflächlich in die vorkapitalistischen Strukturen Timors eingedrungen. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung arbeitet in agrarischer Subsistenzwirtschaft. Wegen der Verwendung traditioneller Techniken (vor allem das System der wechselnden Landverbrennung - ladang) und archaischer Werkzeuge ist die Produktivität der Arbeit außerordentlich niedrig. Die Unterernährung ist weit verbreitet und fie Bevölkerung ständig von Hungersnot bedront Cu Beginn der 70er Jahre zeigt Timor alle symptome der Unterentwicklung: es exportiert agrarische Guer und importiert rerugwaren Es gibt fast keine ıdustrie auf der Insel. Sein Überleben hangt vo einem einzigen Produkt ab: 1971 kamen 90% des Außenhandelsein kommens aus der Kaffeeproduktion. Doch ist das Ausmaß der Exporte weitgehend ungenügend, um das Außenhandelsdefizit zu decken. Timor ist für Portugal eine Last, obwohl es immer so wenig wie möglich für diese Kolonie ausgegeben hat.
DIE BESTEHENDEN SOZIALEN KRAEFTE
Die geringen Investitionen, so der Ausbau des Hafens von Dili, nicht zu reden vom Bau des kostspie- Zen greten Stadt des Landes, haben nua den Kaffee- zweitgrößten Stadt des Landes, und Kopraanbauern und den chinesischen Händler einen Nutzen gebracht. Nicht den Timoresen: 1973 lagen 40% der Kaffeeproduktion in der Hand einer einzigen portugiesischen Firma, der Rest wurde von Chinesen kontrolliert. Die 25 größten Untemehmen sind chinesisch, nur zwei sind portugiesisch, Von insgesamt 300 Geschäften sind nur ein oder zwel in timoresischer Hand. Der ganze Handel, sowohl der Binnen - wie der Außenhandel wird von einer 10.000 Kopf starken chinesischen Gemeinschaft kontrolliert, die politisch mit Talwan verbunden ist.
TIMOR
Die timoresische Arbeiterklasse existiert nur in embryon aler Form. Sie setzt sich vor allem aus Chauffeuren, Werftarbeiten, Arbeitern der Bauund der Leichtindustrie zusammen (Röstereien und Kaffeeverpackung). Trotz ihrer Schwäche spielte sie nach dem 25. April 1974 eine bedeutende Rolle, ebenso wie das städtische Kleinbürgertum (die Verwaltungsangestellten, Lehrer, arbeitslosen Hochschulabgänger).
Nachdem sich der portugiesische Kolonialismus zuerst auf die traditionellen Häupter (die Livrais) gestützt hatte, hat er zu Beginn des Jahrhunderts eine neue Elite geschaffen, um den Bedürmissen seiner Verwaltungs- und Militärbeamten entgegenzukommen und die kolonialen Wertvorstellungen zu verbreiten, Es wurden Konfessionsschulen errichtet, um die Gebildeten heranzuziehen, die zum größter Teil aus den Familien der Livrais stammten und somit besser gerüstet wurden, die portugiesische Ordnung zu verteidigen.
SCHULWESEN UND NATIONALE
BEWEGUNG
Erst in den 60er Jahren zog en die portugiesischen Kolonialisten die Lehren aus der niedergeschlagenen 1959-er Revolte der indonesischen Militärs die nach der Zerschlagung der Unabhängigen Republik der Sud-Molukken in der Region von Viqueque Pochik zu revelieren. Diese Revolte, die ein Diese Revolte, tiefes Echo in der timoresischen Bevölkerung fand, fand zu einem Zeitpunkt statt, wo neue Befreiungsbewegungen in den afrikanischen Kolonien Mozambique, Angola und den Kapverdischen Inseln kämpften. Die Portugiesen versuchten damals eine neue neo-koloniale Elite zu schaffen und eröffneten bald zahlreiche Grundschulen, einGymnasium und eine technische Schule in Dili sowie ein Seminar in Dare. Dies neue, ziemlich breit gestreute Schulwesenhatte zwar zum Ziel, den jungen Timoresen Kultur und Sprache
Die die höhere Schule mit einem Diplom verlinen und nicht zu denen gehörten, die wie einige Dutzende Jugendliche die höheren Studien ir Lissabon weiterführen konnten, waren meistens arbeitslos, oder hatten eine sehr schlecht bezahlte Arbeit, die mit ihrer Oualifikation nichts zu tun hatte. So wurde der Grundstein für die Unzufriedennene ne se suden an, le an Listion durch die Krise des portugiesischen faden Anhingem deres und durch ihre Verbindungmit den Anhängem sChe Bewußtseinsetwiesbeng ungen eine o haben. In ihr Land zurückgekehrt konnten diese Jugendlichen am Vorabend des 25. April 1974 leicht die Bilanz von 4 Jahrhunderten portugiesischen Kolonialismus ziehen:
Das jährliche Pro-Kopfeinkommen wurde damals d.h.ca.42 US-Dollar, völkerung weiterhin Analphabeten. Tuberkolose und Malaria richteten regelmäßig Verwüstungen an und die Kindersterblichkeitsrate wurde, mangels Statistiken der Weltgesundheitsorganisation, der die Einreise in das Land verweigert wurde, auf 50% geschatzt. Der Sanitätsdienst zählte insgesamt 20 Arzte, davon 12 in der Hauptstadt Dili für 650.000 Einwohner.
in und um Dili.
DER STAATSSTREICH UND DIE
SCHAFFUNG DER UDT
Nach dem Staatsstreich vom 25. April in Lissabon gab es in der Kolonialverwaltung von Timor keine größeren Umwälzungen. Osttimor kümmerte die neue portugiesische Regierung wenig. Die Agenten der politischen Polizei (der DGS) würden zwar in lie Metropole zurückgerufen und die Bildung von politischen Parteien erlaubt. aber es folgte keine Explosion, die mit der vergleichbar gewesen wäre, die Portugal bald darauf erschutterte. Keine geheine nationalistische Bewegung kam sofort an die Oberfläche. Daswar der Preis fur die äußerste Ruckständigkeit und fast vollständige Isolierung des Landes von der Außenwelt.
Horta
Crait enter genetier vor bei conat. zinho, der Vertreter der Kolonie im früheren faschi- der Bürgermeister von Dili Costa Moustischen Parlament. Dennoch wurde die "gemoeptisch". Sie grinde bald die elle Der Nocatica de Trai (Demokratische Union von Timor - UDT) mit Costa Mouzinho als Vizepräsidenten und Lopez da Cruz ein Veteran der Afrika-Kriege, als Präsidenten. Die UDT fand sofort die Unterstützung eines großen Teils der Funktionäre und Dorfhäuptlinge, denn diese hatten ihre Privilegien und ihre Macht nur der portugiesischen Präsenz zu verdanken. Sie fand ebenso leicht die Unterstützung der Kaffeeplantadie "beschleunigte Förderung der politischen sozialen, Wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung der Insel unter portugiesischer Fahne" und die "Selbstbestimmung fur das timoresische Volk Zwischenetappe zur Erreichung der Unabhäng fia- mit dem Ziel einer Föderation mit Portugal als eine keit". Das palte genau in die neo-kolonialen ne Spinolas. Trotz dieser offen reaktionären Politik verzeichnete die UDT am Anfang einigen Erfolg. Das verdankte sie der Passivität der timoresischen Bauermassen, Ergebnis ihrer jahrhundertelangen Unterdrückung, und vor allem ihrer vielfältigen Stützen im Staatsapparat. Aber diese Herrschatt wurde bald durch die Entwicklung der nationalistischen Bewegung in Frage gestellt.
ENTSTEHUNG DER FRETILIN
Die Tradition des antikolonialistischen Kampfes in Timor geht auf das Jahr 1912 zurück, dem Jahr, wo die Portugiesen endlich die Kontrolle über den gesamten Ostteil der Insel übemahmen. Der letzte 1kt dieser Eroberung war die Niederschlagung der Revolte eines Stammeshäuptlings, Don Boaventura. Diesem gelang es , alle Stämme gegen die Porturiesen zu vereinigen und sie für eine Zeitlang aus lem Inneren des Landes zu vertreiben. Die Aufstänlischen führten zwei Jahre lang eine bewaffnete Widerstandsbewegung im Distrikt Manu-Fahi in Sud-Osten der Insel und trugen den Kampf sogar bis in die Straßen Dilis. Aber die von den Livrais angeführte Bewegung wurde schließlich mit einem Verlust von 5.000 Toten zerschlagen. Als während des Zweiten Weltkriegs die japanischen genseitig einen erbarmungslosen Kampf um die Ron- Truppen und die australischen Kommandos sich trolle der Insel lieferten, entwickelte sich unter den Timoresen eine tiefe pro-japanische nationale Bewegung. Aber die rassistische Demagogie geger die Weißen verlor bald ihre Wirksamkeit angesicht der realen Plünderungen des japanischen Imperialis- Wenn schließlich die geflüchteten indonesischen Militärs 1959 die Revolte mit dem Ziel führten, in Timor eine subversive Basis gegen das sukamo-Reime zu schatten. scheint sie im timoresischer folk auf ein wirkliches Echo gestoßen zu sein. Doct Ab fehruar 1976 wöchentlich!
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Nv.: 5418611
TIMOR trotz dieser Tradition gab es am Vorabend des 25. April 1974 keine geheime nationalistische Organisation.
Immerhin versammelte sich seit einiger zeit ein Unter diesen befan - )er letztere war 1970 zur Umerziehung ins Exi nach Mozambique geschickt worden. er arbeitete dort als Journalist und Kameramann an Kriegsreportagen und zog bald wertvolle Lehren aus dem Kampt der FRELIMO. Während einer Reise nach Darwin 1974 Doch der Journalist beeilte sich, sie in der "Northern Territory News" ublik zu machen. Die Kolonialverwaltung stellte ihn nun vor die Wahl: Gefängnis oder Exil. Sein Gepäck für die Reise nach Darwin stand bereit, als in Lissabon der Staatsstreich geschah. Sofort nach dem 25. April brach in Timor der erste Streik in der Geschichte aus. Er wurde in Dili von José Ramos Horta und seine Genossen halfen' den Angestellten der Kolonialverwaltung begonnen. ler Organisation dieser Bewegung und bildeten ein der Arbeit. Der Streik ten stiegen bis auf 25 Escudos pro Tag in Dili und 20 Escudos im Rest des Landes. Das war eine 50%ige Steigerung. Das Komitee zur Verteidigung der Arbeit erfreute sich auf Anhieb eines großen Erfolgs bei den Keimen der Arbeiterklasse In Dili, verdes ersten Zusammentreffens zwischen den nationa listischen Bestrebungen der timoresischen Jugend und dem Erwachen der Arbeiterklasse hatte die ASDT keine wirkliche Homogenität. An ihrem Entstehen hatten sowohl bürgerlich-nationalistische als auch christlich-reformistische und sogar einige revolutionäre Elemente mitgewirkt. Die Bewegung zahlte den Preis fur die jahrzehntelange internationale Isolierung von Timor sowie fur das Fehlen eines değ hael. die chinesische und die indochinesische der nsel. Wurzeln geschlagen, obwohl es vor der Tür lag. So suchten die Militanten der ASDT ihre Vorbilder zum Teil in Australien, aber vor allem bei den Be- Kolonien. Die zen gene sorbons, ise nach dem 2S. April diese Kample zu analysieren begannen, Im Sommer 1974 übten einige aus Lissabon zurückgekehrte und von diesen Ideen geformte Studenten einen großen Einfluß auf die Führung der ASDT aus. Die Bewegung. die in den wichtigsten Städten (Dill und Baucau) schon ein großes Gehör bei den Arbeiter errungen hatte, blickte schon auf ungefähr tausend Mitglieder. Aber ihr Einfluß auf dem Land blieb gegenüber dem der UDT schwach und instabil. Uner dem Druck von Elementen, die vor kurzem aus Portugal zurückgekehrt und vom Erfolg der afrikanischen Befreiungsbewegungen tief beeinflußt waren, beschloß die ASDT auf ihrer Vollversammlung ar: 12. September 1974, auf den Aufbau einer politischen Partei nach europäischem Muster zu verzichten und sich in die Revolutionäre Front fur die Unabhängigkeit Osttimors (FRETILIN) zu verwandeln. In ihrem Programm erklarte sie: "Sie nennt sich Patrioten aufruft. Front, well sie zur Einheit aller timoresischen eine Kolonie und als Kolonie ist das sofortige und einzige Ziel der Kampf um die nationale Unabhangigkeit und die Befreiung des Volkes, Sie ist re- Volutionar, weil sie die alten Strukturen aus 500 Jahren Kolonialismus zu verändem und umzustürzen sucht... Die Unabhängigkeit ist der einzige Weg zum Fortschritt und zur wirklichen Entwicklung des Volkes von Osttimor". . Zudem rief sie schon zir "aktiven Verhütung des Neo-Kolonialismus" • gegen die Pläne Spinolas auf. Seit ihrer Entstehung kannte die FRETILIN eine spektakuläre Entwicklung. Ihr erstes öffentliches Meeting in Dili am 20. September 1974 versammelte 20.000 Menschen. Nach einem Monat beanspruchte sie 80.000 Mitglieder für sich. Die Gründe für diesen Erfolg sind in der konkreten Arbeit der Mitglieder der Front zu suchen: der Kampf gegen den Analphabetismus, Föderung der timoresischen Sprache und Kultur, Schaffung von sanitären Brigaden und Unterstützung der Bauem zur Errichtuns von landwirtschaftlichen Kooperativen.
DIE AKTION DER FRETILIN UND
DIE ENTWICKLUNG DES KRAEFTE- VERHAELTNISSES
Ende 1974 kamen MFA-Offiziere nach Timor und stellten ein Programm der "kulturellen Dynamisierung" und ein Modell der progressiven Entkolonialisierung vor in Verbindung mit der Errichtung einer sola versucht wurde zu verwirkdichen. Die FRETiLIN lehnte die Errichtung des Regierungsrates im Dezember ab, da sie behauptete Mitglieder mit der alten Salazar- Verwaltung zu ren aus dem Mißerfolg des Spinola-Plans in Portugal und aus den ersten Kontakten zwischen der australischen und der indonesischen Regierung; sie trat nun entschlossener für das Ziel der Unabhan gigkeit ein. Die FRETILIN hoffte, sich auf den portugiesischen Vertreter stützen zu können, um den Prozeß der Entkolonialisierung zu Ende zu führen und der intemationale Isolierung zu entgehen. Jede der Parteien --die beiden timoresischen Gruppen und Portugal-- hatte ein Drittel der Sitze in der Einflus der FRETIN weiter zu und sie gewann ehe- In der lat nahm der ste okule Spraghest ce ausgeur et, sie sie uf zhe zentrale Schulen der Alphabetisierung nach dem Modell der "conscientizacao" des Brasilianers Paolo Freirei: zahlreiche andere Schulen wurden mit Hilfe von Mitgliedem der FRETILIN in den Dörtem gegründet. Schließlich wurden in der Region Bazaar Tete die ersten Produktionskooperativen gegründet. Das Gehör nutzend, das sie in den höheren Schulen genoß, regte die FRETILIN die Gründung der UNETIM (Nationale Studentenunion von Timor) an, deren Aufgabe war, den Prozeß der "Dekolonisierung der Kultur" voranzutreiben. Während dieser Zeit zeigte sich die UD1 untähig, irgendeine Massenaktion zu initiieren. Ein Bestandteil ihrer sozialen Basis begann sich zu zersetzen. Viele chinesische Händler bereiteten sich darauf Up gezwungen, den Programm zur erstzung die Insel zu verlassen in der Hoffnung, sich der timoresischen Kompradoren" zu verteidigen. Die tortschreitende Verschlechterung des Krättever- Grinde isthalb die Un einenden war isten Gründe, weshalb die UDT gezwungen war 'olitik emeut zu ändern. Es schien, daß sie breite ntemationale Unterstützung gewonnen hatte: eir scheinbar fruchtbarer Besuch war in Indonesien organisiert worden. Die portugiesische Regierung kam während einer Pressekonferenz in Macao Mitte Juni, während die FRETILIN abwesend war, auf ihr Versprechen der Unabhängigkeit zurück. Der MFA -Gou vemeur Lemos Pires nahm seitdem offen für die UDI Partei und mit möglichen ausländischen Kapitalanlegem wurden wichtige Kontakte autgenom nen, Am 11. August fuhrte die UDT einen Staatsstreich durch. Die Führung der FRETILIN zog sich in das Hügelland um Dili zurück; sie versuchte zum letztenmal, Kontakte mit den Portugiesen für eine Wiederbelebung der Koalitionsregierung aufzunehmen; dann startete sie einen Appell an die timoresischen Kräfte in der portugiesischen Armee. Nun trat das wirkliche Kräfteverhältnis hervor. Die große Mehrheit der Truppen schloß sich der nationalistischen Bewegung an und in wenigen Tagen wurden die Mitglieder der UDT verhaftet oder über die indonesische Grenze getrieben.
Die Wende in Osttimor setzte sich beschleunigt fort mit der Niederlage des Staatsstreichs der UDT und die Politik der FRETILIN wurde wieder radikasei die klatiler dat bedeuten hae la, letzte Arzt verließ die Insel mit ihr. Die FRETILIN verzeichnete wieder ein starkes Wachstum und Elemente einer neuen Verwaltung begannen, Konturen anzunehmen: Komitees der Kader der Front, der der Vertreter der UNETIM, der Frauenortimor und der Arbeite vereinigung de Arztleneon Arztliche Behelfsstationen wurden in den Dörfem eingerichtet. In der Landwirtschaft wurden kollektive Arbeitserfahrungen gemacht. Doktor José Gonçalves ubernahm die Führung der Wirtschaft; neues Land wurde urbar gemacht und Kooperativen errichtet, was einem Teil der Bevölkerung von Dili erlaubte, die Hauptstadt zu verlassen, um bei der Nahrungsmittelproduktion mitzuhelfen. Da der Großteil der chinesischen Händler das Land verlassen hatte, begann die FRETILIN den Handel zu organisieren und eine Währung zu prägen.
Trotz der Abwesenheit portugiesischer Vertreter wurde die Souveränität der Regierung Lissabon dennoch weiterhin von der FRETILIN garantiert. Die portugiesische Flagge wehte immer noch auf den Verwaltungsgebäuden. Während dieser ganzen Zeit hoffte die FRETILIN noch, einer intemationalen Isolierung zu entgehen und tat ihren Willen kund, mit den Mitgliedem der ASEAN (Assoziation der Sud-Ost-asiatischen Nationen) zusammenzuarbeiten und forderte, daß Australien und Portugal der Insel den Zugang zur Unabhängigkeit sicherten . Am 28. November schließlich, während in Djakarta invasionspläne ausgearbeitet wurden, erklärte die Volksrepublik Osttimor. Volksrepudie Osmo francisco lavier dd Amarale war ihr erster Präsident. Nicolau Lobato wurde Premierminister und José Samos Horta Außenminister. Am 7. Dezember begann die massive indonesische Invasion.
DIE INDONESISCHE INVASION UND
DAS INTERNATIONALE SPIEL DER
KRAEFTE
Seit den ersten Erfolgen der FRETILIN hatte Indonesien im Namen des Anti-Kommunismus eine te Diale ka nie feigester ostimors, die begehr-
•MALAISIE
FALLTON + LOLAKARTA
Ojogjakarta:
noch nicht ausgebeutet waren. Vor allem begriff es die Erlangung der Unabhängigkeit im Ostteil Guinea und den molukkischen Inseln) als Ansporn dienen, Schließlich konnte die Volksrepublik Osttimor vielen Organisationen als Zufluchtsort dienen. die gegen das Suharto-Rrgime kämpften, und eine Massenerhebung im Westteil der Insel begünstigen. Für Djakarta bedeutete Entkolonialisierung die Angliederung Osttimors an Indonesien. Schon im Februar-März 1975 war von der Entsendung eines indonesischen Expeditionskorps die Rede gewesen. Aber die Regierung in Djakarta und der Generalstab der Armee scheinen iber die einzuschlagende Politik uneins gewesen zu sein. In der Tat birgt die Invasion in die Volksrepublikschwere Risiken. Vor Ort können die eingreifenden Truppen in einen endlosen Guerilla-Krieg verwickelt werden. Dafür sind sie schlecht vorbereitet. Die Armee, die die indonesische Arbeiterbewegung zerschlagen hat und das Massaker von 1965 verübt hat, ist eine Polizeiarmee, an die Stationierung in den Städten gewohnt, von der Korruption lebend, die aber nie den gesamtem Archipel hat befrieden können.
Auch die intemationale Situation Indonesiens ist delikat. Der Skandal der verstaatlichten Erdölgesellschaft Pertramina, die dringende Suche nach neuen ausländischen Investitionen, ung der pertischen Geder Kampagne zur Verteidigung der politischen fangenen, die immer noch in den Getangnissen suhartos schmachten, die ersten Reaktionen der australischen Arbeiterbewegung: all dies trug dazu bei, daß eine massive und direkte Intervention der javanesischen Zentralmacht wenig wünschenswert erschien. Der General Murtopo, Chef des "Plans zur Erlangung von Osttimor" , versuchte folglich, im Innem des Landes zu agieren.
Das bevorzugte Instrument Indonesiens in Osttimor war zunächst die APODETI (Volksdemokratische Assoziation von Timor), eine Marionettenbewegung. die für den Anschluß an Indonesien eintrat. Sie gab eine Zeitung auf Indonesisch heraus, das auf Timor noch weniger gesprochen wird als Portugiesisch. Ohne jegliche soziale Basis im Land konnte die APODETI niemals eine wichtige Rolle spielen. An- HILIPPINE
INDONESIE
TRIAN
DE L'OUEST
AUSTRALIE, dann, nach dem Scheitem ihres Staats- Grüppchen, die KOTA und die Trabaist a, und die UDT (bzw. was von ihr geblieben war: ein Teil ein anderer war nach Australien geflüchtet).
lutionäre anti-kommunistische Bewegung (MRAC). indonesien half ihnen, militärische Überfälle ir Scheiten dieser Versuche cas Land schleichen das Land schleichend in die eigene Gewit zu bekommen, die beachtliche Entwicklung der FRETILIN und der radikale Kurs Ihrer Politikstimmten Djakarta geneigt für eine Invasion.
Die Weltlage ließ es zu. Bei seiner Rückkehr aus China, am Vorabend der Invasion betonte Ford -während eines Aufenthalts in der indonesischen Hauptstadt-- die strategische Bedeutung dieser Region der Erde für die USA. Da die Vorbereitungen der Invasion Suhartos bekannt waren, bedeutete die Rede Fords den Segen für die konterrevolutionäre Invasion.
Natürlich protestierte Portugal gegen die Verletzung seiner "Souveränität" . Aber mehr konnte und wollte es nicht. Die Regierung hatte klar zu verstehen gegeben, daß sie in keinem Fall die FRETILIN unterstützen würde. seit september 1974, bei einer Begegnung zwischen Suharto und dem damaligen Premierminister Gough Whitlam hatte Australien in direkt die Begründetheit der indonesischen Ansprüche anerkannt. Die Nahe der Insel an Australien und die verwickelten Erdölinteressen bewirkten, laß der regionalen Stabilität vor allen anderen Erwagungen der Vorrang eingeräumt wurde, trotz des die militärische Operation nicht offiziell zu unterstützen. Diese Überlegungen hatten schon beim Staatsstreich der UDT im August 1975 eine Rolle gespielt. Die Geheimdienste und mehrere intemationale Konsortien hatten damals die UDT gedrängt, mit der FRETILIN zu brechen. Die politische Krise in Australien im November- Dezember 1975 schwächte die Stellung der FRETI- LIN noch mehr. Der Sturz der Labor-Regierung lenkte die Autmerksamkeit der Bevölkerung aut neue Wahltermine und so flaute die Intensität der solidaritatsbewegung stark ab. Die Regierungsübermahme durch die Liberale Partei war nicht folgenlos. Die Politik der beiden Parteien, der Liberalen und der Labor-Partei in dieser Frage war nicht verschieden, aber die vorangegangene Regle-
rung reagierte empfindlicher auf den Druck der Arbeiterbewegung und auf die Differenzen, die innerhalb der Labor-Patty zur Timor-Frage zutage traten.
Die FRETILIN entbehrte nicht der internation alen Unterstützung, aber diese war unmittelbar wenig wirksam. Mozambique war der erste staat, der sie im September 1975 als den "authentischen Vertreter des Volkes von Timor anerkannte. Danach verzeichnete die nationalistische Bewegung mehrere Erfolge bei den "blockfreien"Ländem. Nach dem Beginn der Invasion erklärten die Volksrepublik China, Vietnam, Nordkorea und die UdSSR der FRETILIN ihre Unterstützung. Die ASEAN ihrerseits ergritt klar Partel tur Djakarta. Der Konflikt in Osttimor hat eine neue Dimension erhalten: zum erstenmal zeichnen sich durch ihn seit April 1975 neue politische Fronten im Femen Osten ab nach der Niederlage des US- Imperialismus in Indochina, Aber die Feme Timors, die Leichtigkeit, mit der Indonesien eine Marine-Blockade organisieren kann, die Schwierigkeiten, die die australische Regierung schatlt, erschweren die Organisierung wirksamer Hilfsmaßnahmen, von der Politik der sowjetischen und ler chinesischen runrung gar nicht zu reden. dieser Situation hatte die UNO-Resolution von Dezember, die die Intervention Djakartas verurteilte und den Rückzug der indonesischen Truppen forderte, nur wenig Konsequenzen.