Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Timor

Einem langen Kampf entgegen

· Inprekorr Nr. 51, 13. Februar 1976 · S. 25-26 · 597 Wörter

Philippinen und Südostasien

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Es wäre jedoch falsch daraus zu schließen, daß die Niederlage der FRETILIN kurz bevorsteht. Die erste Bilanz der laufenden Kämpfe zeigt das: Dili und Baucau, die beiden größten stadte, sind sicher in wenigen Stunden von den Streitkräften Suhartos eingenommen worden, Aber die FRETILIN scheint ein aktives Netzwerk dort aufrechtzuerhalten. Ihre Truppen haben sich zurückgezogen und agieren nun in den umliegenden Hügeln. Ein bedeutender Teil der Küste und gewisse Bevölkerungsgebiete bleiben unter der Kontrolle der FRETILIN. Den indonesischen Truppen ist nicht einmal die Benutzung der wichtigsten Kommunikationswege sicher. Djakartas Verluste an Truppen sind schwer (mindestens Hunderte, vielleicht Tausende), Das Expeditionskorps mußte bedeutend verstärkt werden. Von 2000 ist es auf über 10.000 Mann angewachsen. Es ist unwahrscheinlich, das dies ausreicht. Die FRETILIN hat gezeigt wie stark sie wirklich verankert ist. Die Beschaffenheit des Terrains und der Mangel an Kommunikationswegen sind günstig für die Organisierung einesschwer besiegbaren Guerillakampfes. Gegenwärtig scheinen zwei Drittel des Gebiets unter Kontrolle der FRETILIN zu sein. Die Kämpfe werden daher wahrscheinlich lange anhalten. Sie werden die FRETILIN vor das Problem der Grenzen ihres jetzigen Programms stellen. Sie hat schon mehrmals ihre Aktionen radikalisieren müssen, um sich die Unterstützung der Bevölkerung gegen die UDT zu sichem. Sie hat ihre Hoffnungen --oder Illusionen 2-- auf die von Australien und Portugal erwartete Entkolonialisierung und Unabhängigkeit aufgeben müssen. Sie weiß. daß sie vor allem auf ihren eigenen Kampt zählen muß und daß die Hilfe von außen zögemd und beschränkt ist. In diesem Kampf wird sie einem doppelten Problem gegenübergestelit: dem der sozialen Retormen, in der Stadt und auf dem Land, die viel weiter gehen müssen als bisher, und den der regionalen Ausweitung der Kampte tuation in Westtimor, Kolonie, die heute unter der Herrschaft der Diktatur von Djakarta steht und von wo aus die indonesische Intervention weitgehend organisiert wird, kann nicht übersehen werden. Die Fähigkeit der FRETILIN, der Invasion energischen und dauerhaften Widerstand zu leisten, kann schließlich von Aber wenn die Entwicklung der Situation der FRE- TILIN neue Aufgaben stellt fur die sie noch nicht vorbereitet ist, so lastet auf der intemationaler Arbeiterbewegung eine schwere Verantwortung. Die Bedeutung der Solidaritätsbewegung ist in Australien schlagartig ottenbar geworden. Bei dieser Gelegenheit sind die Traditionen wieder wach zeworden, die während der Solidaritätskämpfe mit dem indochinesischen Volk geprägt worden waren. Zahlreiche Gewerkschaften, Studenten verbände, Unterstützungskomitees, religiöse Gruppen unc linke und extrem linke Organisationen haben eine gemeinsame Aktion durchgeführt. Es wurden nicht nur Demonstrationen, Besetzungen von indonesischen Büros und konkrete Solidaritätsaktionen organisiert. Es wurden Boykottaktionen gestartet, die bedeutendsten davon nach dem 7. Dezember. Die Hafen arbeitergewerkschaft (Waterside Workers Union) von sydney hat zum Boykott aller Schiffe nach Indoneen fabien, die die sabreFlugzeuge hersteften, die die haben die Entsendung des von ihnen produzierten Militärmaterials nach Djakarta verhindert. Mehrere Flüge der indonesischen Luftfahrtgesellschaft wurden von der Transportarbeitergewerkschaft in Sydney blockiert. Díe Gewerkschaft der Beschäftigten in der Fleischindustrie (Meat Industries Employees Union) haben den Boykott von Fleischsendungen nach Indonesien organisiert. Wenn diese ganzen Aktionen zusammen auch noch keinen Total-Boykott möglich machen, waren sie dennoch sehr wichtig und haben den einzuschlagenden Weg gewiesen. Der Kampf des Volkes von Timor erfordert eine aktive internationale Solidarität. 30. Januar 1976 Anmerkungen:

Zahlreiche Dokumente und Informationen, die in diesem Artikel wiedergegeben sind, sind entnommen aus:

"Portuguese Timor" von Grant Evans, New Left Review Needom caught between the Mai-Juni 1975 Books, Novingham 1975 "Timo, von Denis Freney. Sokesman "The Timor story " von Helen Hill, veröffenticht vom Timor Information Service, Australien 1976.

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Resolution des Vereinigten