Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Kurznachrichten aus der IV. Internationale

Inprekorr Nr. 5, 15. Juli 1971 · S. U4 · 610 Wörter

IV. Internationale Gewerkschaften und Streiks Jugend und Studenten

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KURZNA •C H R C H T NAUS DER IV. INTERNATIONALE ++++++++++++++++ ++++++++++++++++++++++++++ +++++++++++ Australien Ostern tagte in Melbourne die zweite nationale Konferenz der Soialist Youth Alliance, sympathisierende Gruppe der IV. Internationale in Austraien. Neunzig Genossen nahmen an der Konferenz teil. Die S.Y.A. veröffentlicht egelmässig eine gedruckte sechzehnseitige Monatszeitung. An 1. Mai nahmen zum rsten Mal geschlossene Blocks hinter der Fahne der IV. Internationale an den i.Mai - Demonstrationen in Sidney, Melbourne und Adelaide teil. Selgien Im Monat Juni wurde das "Stillhalte-Abkommen" zwischen der Gewerkschaftsführung und dem Unternehmerverband, das Anfangs des Jahres im Rahmen riner zweijährigen "Sozialprogrammierung" abgeschlossen worden war, erfolgreich durch einen Streik der zwei größten Betriebe Flanderns, dem Gevaert-Werk (Foinaterial, fusioniert mit Agfa) und dem Bell-Telephon-Werk (gehört zum ITTunzern wie Standard Eleciric Lorenz), beide in Antwerpen mit je etwa *41 000 schäftigten, gebrochen. Die Genossen der Antwerper Betriebszellen der IRT, ler belgischen Sektion der IV. Internationale, spielten in beiden Streiks eine bedeutende Rolle. Der Gevaert-Streik wurde durch die Gewerkschaftsdelegierten (Vertrauensleute) geführt, gegen den Willen der zentralen Gewerkschaftsbürokratie. Die beiden Wochenzeitungen der IRT, LA GAUCHE und ROOD, erfkten grosses Aufsehen, als sie ein "vertrauliches" Protokoll der Sitzung des Büros des Gewerkschaftsbundes veröffentlichten, woraus hervorgeht, daß dieses Büro den Streik verurteilte. Der Streik bei Bell-Telephon war ein "wilder" Streik, wurde aber nach vergeblichen Versuchen von Direktion und Gendarmerie, ihn zu brechen, durch die Gewerkschaft anerkannt. In beiden Streiks kam es zur Bildung von Streikkomitees.

Ceylon Premierminister Frau Bandaranaike ließ durch den Sekretär des Kabinetto dem Generalsekretär der Gewerkschaft C.M.U., unserem Genossen Bala Tampoe, eine Antwort auf den Protest zukommen, den die C.M.U. gegen die blutige Unterdrückung der JVP-Jugend und die Aufhebung aller demokratischen Freiheiten im Lande beschlossen hatte. Der Generalrat der C.M.U. hat daraufhin beschlossen, seinen eigenen Brief, die Antwort der Regierung und die Entgegnung des Generalrats an die Regierung in allen CMU-Gewerkschaftsabteilungen diskutieren zu lassen. Auf diese Weise wird dås durch die Zensur und durch das Verbot zur Veröffentlichung von Flugblättern entstandene Schweigen der städtischen Öffentlichkeit über die Bluttaten der Regierung durch unsere ceylonesischen Genossen als einzige öffentlich gebrochen.

Mexico Am 29. bis zum 30. Mai tagte die Konferenz der G.C.I., sympathisierende Gruppe der IV. Internationale in Mexico. Vierzig Delegierte nahmen an der Konferenz teil. Die G.C.I., die sich wachsenden Prestiges in der revolutionären Studentenbewegung Mexikos erfreut, hat diese Konferenz den Problemen ihres politischen und organisatorischen Ausbaus gewidmet, um den stark anwachsenden Möglichkeiten zum Aufbau einer neuen revolutionären Führung gerecht zu werden. Einer der Führer der G.C.I., der Genosse Carlos Sevilla, Mitglied des zentralen Streikkomitees während dem großen Studentenstreik von 1968, war seit damals in Haft und ist kurz vor der Konferenz zu sechzehn Jahren Gefängnis verurteilt, danach aber überraschend freigelassen worden. Schweden Die große Tageszeitung "Aftonbladet" veröffentlichte ein langes Interview mit dem Verlag "Partisan Förlaget", der zum ersten Mal in der Geschichte eine Reihe der Werke Trotzkis sowie der trotzkistischen Weltbewegung in schwedischer Sprache reröffentlicht hat. Dieses Interview enthielt ebenfalls viele Kommentare über die gegenwärtigen politischen Stellungnahmen und die organisatorische Stärkung der IV. Internationale.

Westdeutschland In der Industriestadt Esslingen (bei Stuttgart) läuft seit dem 1.Juli eine Rote-Punkt Aktion gegen Fahrpreiserhöhungen. Sie wird von der RKJ initiiert und maßgeblich geführt. Die Straßenbahn muß jeden Mittag für den Rest des Tages den Verkehr einstellen; die Fahrgäste werden von Roter-Punkt- Autos mitgenommen. Am 15.7. wurde eine Senkung der Schülerfahrpreise angekündigt; aber die Schüler haben beschlossen, mit den übrigen Demonstranten: weiterzukämpfen, bis sämtliche Fahrpreiserhöhungen zurückgenommen werden.