Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Zentralamerika

Das Scheitern der Integration

· Inprekorr Nr. 48/49, 24. Dezember 1975 · S. 51-56 · 2.741 Wörter

Mittelamerika Weltwirtschaft und Krise

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SARA BENTON

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Es ist praktisch unmöglich, eine auch nur annähernde Angabe über das Ausmaß der Profite der ausländischen Unternehmen in Zentralamerika zu machen. Das Kapital besitzt ein breites Spektrum "technischer' Methoden, um die Ausbeutung zu verschleiern. Doch nach einer Aufstellung, die auf Basis von 4o ausländischen Unternehmen vorgenommen wurde ergibt sich eine Durchschnittsrate von Kapitalrückfluß vor 29%. Der offizielle Gewinntransfer stieg Mio. 23,3 Mio, Dollar im Jahr 196o auf 78, im Jahr 1969. (6)

Was sind nun die Ziele, die von dem gemeinsamen Markt Zentralamerikas erreicht wurden ? Sehr einfach. Das ausländische Kapital und die mit ausländischem Kapital verbundene zentralamerikanische Bourgeoisie konnten sich einen bereits existierenden zentralamerikanischen Markt aneignen, sich reichlich vorhandene Arbeitskräfte zunutzemachen, die bestehenden steuerlichen Belastungen unterlaufen, und zudem noch ihre Investitionen vor dem Druck der internationalen Konkurrenz schützen. Doch die Konsequenzen dieser geistreichen Opèration verschärfte die chronische Krise der Bourgoisie in ganz Zentralamerika, Dies sind die Auswirkungen des MCCA die für revolutionäre Marxisten vonbesonderer Bedeutung sind.

KRISE DES MCCA

Der MCCA scheiterte: er wurde das Opfer einer ungleichen Entwicklung, die dem kapitalistischen Produktionssystem innewohnt, auf das er sich stützte. Alle Thesen über die Notwendigkeit einer umfassenden Entwicklung und einer gleichen Verteilung der Lasten und Gewinne, die sich aus ihr ergaben, blieben totes Papier wegen der freien Mobilität des Kapitals in diesem Gebiet, Da das Kapital keine andere Logik kennt, als die des Prorealisieren kann, Im Fall Zentralameronen de-cite läßt es sich dort nieder, wo es ihn am besten sich dies so aus, daß sich die Investitionen damit der Handel.. in den Ländem konzentrierten, die einen höheren Grad der relativen Entwicklung aufwiesen: Guatemala und El Salvador, 1970 betrug die positive Bilanz dieser beiden Länder im regionalen Handel 50, 6Mio. Dollar; für Honduras allein belief sich die negative Bilanz auf 21,8 Mio. Dollar, Und wenn man nur den Handel mit Fertigwaren betrachtet --den Handel also, den der MCCA förder sollte-- so steigt die negative Bilanz in Honduras auf 24, 5 Mio. Dollar. (7) Andererseits sind die Preise der Fertigprodukte innerhalb dieses Gebietes erheblich höher, als die geltenden Preise auf dem Weltmarkt. Laut Angaben des hondurischen Ministers Acosta zahlte Honduras für den Import von Industrieprodukten aus der zentralamerikanischen Region 25 bis 100% mehr (8). Warum sollte man unter solchen Bedinden mit Gewehren und Kanonen hinzugefügt hatte (den Krieg zwischen Honduras und El Salvador 1969). Trotz allem hält sich dieser inner-zentralamerikanische Handel aufrecht, aber damit bestehen gleichzeitig auch die alten Konfliktten denzen weiter. Ende 1974 meldete die zentralamerikanische Presse ein "außergewöhnliches Wachstum". Es hieß: "Guatemala ist am besten gestellt. El Salvador schließt positiv ab mit einem bedeutenden Zuwachs. Honduras verzeichnet ein Defizit,

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sowohl in Bezug auf die Region, wie allgemein Nicaragua schließt bedrohlich negativ al " 1975 stützte sich der Costa Rica hat 43 Mio. Defizit.

Handel Honduras weiterhin auf bilaterale Abkommen; Costa Rica und Nicaragua haben verschiedene proektionistische Maßnahmen eingeführt und auch Beobachter man eren wehen Sectan des hien grationsplans.

Welches sind die unmittelbarsten Folgen dieser Krise 2 Der Zerfall des MCCA bedeutet eine fortschreitende Schrumpfung des Außenmarktes für die Länder Zentralamerikas --die in dem Maße zunehmen wird, wie sie sich von neuem der intem ationalen Conkurrenz öffnen--. und spitzt die Problem uuf dem inneren Markt zu. In den Ländern, in denen die überwiegende Mehrheit der aktiven Bevölkering und der wesentliche Teil der Produktion im landwirtschaftlichen Sektor konzentriert sind, heißt innerer Markt, diesen Sektor zu transformieren. Es dreht sich nicht nur um die geringe Kaufkraft der Bevölkerung, sondem auch um die schwache Auslehnung der Geldbeziehungen, da diese durch der Eigen-Konsum und durch Formen der Entlohnung in Naturalien gehemmt werden.

DIE NEGATIVEN KOSTEN DES

AGRARSEKTORS

Hinzu kommt, daß der Agrarsektor unfähig ist andere Bedürfnisse der kapitalistischen Entwicklung zufriedenzustellen. Die Importmöglichkeiten, die wesentlich von der Exportation traditioeller landwirtschaftlicher Güter abhängen, ver chlechtem sich zunehmend. Der Anteil Zentralamerikas meine dessen Preise in de Höhe Abgesehen vom Zucker, gingen wie noch nie, auch wenn sie bald darauf wieder zu sinken begannen, unterliegen die andem traditionellen Produkte den negativen Folgen der gegenwärtigen Weltrezession. Wenn die Exporte von Kaffee, Baumwolle, Bananen und Fleisch in absoluten Zahlen auch gestiegen sind, reichte das nicht aus, die Steigering der Importpreise auszuder Import von Roh- 201, K% und der von Baumaterial um 91,8%. Na- der von Energie um ürlich schlagen sich die Ergebnisse dieses besonderen Tausches in der Handelsbilanz nieder. 1973 war Guatemala das einzige Land Lateinamerikas, das seine Handelsbilanz positiv abschloß: 36, 9 Mio. Dollar. 1974 betrug das Defizit Guatemalas 97 Mio, Dollar. (9 Was die Erzeugung billiger Nahrungsmittel betrifft, besonders Mais, Bohnen und Reis - Grundnahrungsmittel der Bevölkerung - ist die Situation katastrophal. Der zunehmende Rückgang der Minifundien, die fast ausschließlich diese Produkte erzeugt haben, hat zu einem großen Mangel geführt. Außerdem decken die Vorräte nicht das unerlaßvurde das Defizit Guatemalas an den genannten Nahungsmitteln auf 33 Mio.Tonnen geschätzt. Ende 1974 erforderte Guatemalas Defizit an Grundnahrungsmitteln (8,8 Mio. Zentner) Importe im Wert von 115 Mio. Dollar (zu den damaligen Preisen). machen diese beiden Posten zusammen fivor dem Fügt fan diesen Kosten die für das Erdöl hinzu, so Zentralamerika ca. 800 Mio. Dollar aus. Rückgang der Preise für Kattee, Baumwolle und Fleisch bedeutete dies, daß"mehr als 40% des EXortwerts dazu benutzt werden mußten, die ge lannten Produkte zu kaufen: Grundnahrungsmitte und Erdöl" (10).

Es gibt Defizite an Getreide und anderen Grundnahrungsmitteln in Ländern, die traditionellerweise diese Produkte erzeugen. Ihre Knappheit bedeutet nicht nur einen harten Angriff auf das Lebensniveau der Massen, sondern auch einen schweren einer Expansion des inneren Marktes interessiert Schlag für die Sektoren der Bourgeoisie, die an sind.

Was sind die Wurzeln dieser Situation? Den Regierungen Zentralamerikas mangelt es nie an Wirbelstürmen oder vulkanischen Ausbrüchen, um zu versuchen, sie zu erklären. Aber mit diesen eigenblättern können sie nicht vertuschen, zu welch hohem Grad der Grund und Boden einerseits konzentriert, andererseits zerstückelt ist; sie können nicht verbergen, daß 52% der Ländereien der Großgrundbesitzer brach liegen; daß daraus ein absoluter Uberhang lan dw iriscnaftlicher Arbeitskräfte und große Arbeitslosigkeit folgt; daß dic extensiven Anbaumethoden vorherrschen, daß die Kleinbauern finanziell und technisch im Stich gelassen werden, usw.

LANDREFORM IN DER SACKGASSE

Die Lösung des Problems der Landwirtschaft geht sowohl lie zentral-amerikanische Bourgeoisie an, als auch die Interessen der Imperialisten in diesem Gebiet. Es ist aber nicht nur ein wirtschaftliches, sonder auch ein politisches und soziales Problem.

Wirtschaftlich gesehen ist der Widerspruch zwichen dem landwirtschaftlichen Sektor und der an dem Sektoren, besonders der Industrie, leicht faßbar. Aber dieser Widerspruch bedeutet noch nicht notwendig, daß es auch zwei getrennte und im Widerspruch zueinander stehende Klassen ind die der verschiedenen Schichten der Bourgeoi- die der "traditionellen "Großgrundbesitzer sie, die mit dem imperialistischen Industrie- und Finanzkapital verbunden sind. Das bedeutet auch nicht, daß der landwirtschaftliche Sektor als eine gesonderte Struktur funktioniert, "archaisch": genaue Verbindung zu den andem Sektoren der Wirtschaft.

Im Gegenteil, es handelt sich um die inneren Wilersprüche eines untergeordneten und rückständiger Capitalismus, der in aller Schärfe die Folgen de ungleichen Entwicklung seiner verschiedenen Sektoren widerspiegelt. Obwohl es für Zentralamerik. noch nicht genügend Informationen gibt, um die Zusammensetzung der herrschenden Klasse und die Beziehung zwischen ihren Teilen genau zu analysieren, scheint doch alles daraufhinzuweisen, daß das vom MCCA geförderte industrielle Wachstumsmodell und das Eindringen ausländischen Kapi- Beren Verflechtung zwischen der alten Landolfö- tals in die ver arbeiten de Industrie zu einer garchie und dem Industriekapital führen. Die Heremonie des imperialistischen Kapitals hat auch lie letzten Spuren einer "nationalen "Bourgeoisie weggeräumt, die in der Lage gewesen wäre, ihre eigenenwirtschaftlichen Ziele durchzusetzen. Aber die chronische Erstickung der Wirtschaft Zentralamerikas ist untragbar, nicht nur für die

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ZENTRALAMERIKA imperialistischen Interessen und die ihrer lokalen Verbündeten, sonder auch für den Aulstieg der verschiedenen Schichten der Kleinbourgeoisie deren Zukunft vollständig von einer Wiederbelebung der Wirtschaft abhängt. Politisch äußert sich dies in einer Verschärfung der sozialen Widersprüche derart, daß die Existenz selbst aller Ausbeuter bedroht ist.

Auf ihre Weise versuchen die Vertreter der Bourgeoisie den Widerspruch an seiner schwächsten Stelle dem Agrarsektor, aufzubrechen. Das ist die objek- tive Basis für die reformistischen Anwandlungen, die in sehr unterschiedlicher Weise in den verschiedenen Ländem zutage treten.

Wenn die Agrarreform auch theoretisch den Interessen der Bourgeoisie entspricht so treten in der Praxis jedoch Elemente hinzu, die dies Schema zu Fall bringen. Für die zentralamerikanische und die imperialistische Bourgeoisie handelt es sich nicht nur darum, die unmittelbaren Interessen der Großgrundbesitzer zu beeinträchtigen. Die Bourgeoisie Lateinamerikas hat schon in einigen Fallen sehr genaue Erfahrungen gemacht mit der Dynamik, Form des Privatsgentrms nach sich zis nur einer 1954 stürzte der Imperialismus das Regime Jacobo Arbenz in Guatemala, Arbenz war der Vorreiter einer Agrarreform gewesen, deren Ziel deutlich so formuliert waren: das Feudaleigentum auf dem Land und die daraus entspringenden Produktionsverhältnisse aufheben, um kapitalistische Ausbeutungsund Produktionsmethoden in der Landwirtschaft durchzusetzen und so den Weg für die Industrialisierung Guatemalas zu bereiten" (11). Es sollten nur die verlassenen Ländereien enteignet und entsprechende Entschädigung dafür gezahlt werden. Der augenscheinlichste Anlaß für den reaktionären staatsstreich war dei Enteignung der brach legenen Ländereien in den Händen der United Fruf Company. Aber der tietere Grund waren die großen Unrinen, die die Agrarreform hervorgebracht hatte; die Besetzung von Ländereien, die von der Reform für unberührbar" erklärt wurden; die Bildung von landwirtschaftlichen Komitees zur Vertretung der Agrarbevölkerun bebauten Land Halt machte, das die nicht duldete, daß die Enteignung vor dem sie, und nicht die Besitzer, kultiviert und fruchtbar gemacht hatten. Einmal mehr zeigt die Gechichte, daß die Logik der Massen sich nicht der Logik der "Etappen anpaßt. Sie zeigt auch, daß im Klassen kampf jede eroberte Position nur gehalten werden kann, wenn neue errungen werden. Die Unruhen beschränkten sich nicht auf das Land. Noch vor der Agrarreform hatte die junge guatemalte kische Arbeiterbewegung eine eindrucksvolle Dynamik an den Tag gelegt. Obwohl sie sich erst seit 10 Jahren legal organisieren konnte, hatten sich 107.000 Arbeiter in einer Einheitsgewerkschaft zusammengetan, Beim Proletariat zog die Politik der partiellen Enteignung erst recht nicht. Wenn das Land denen gehören sollte, die es bearbeiten, wem sollten dann die Fabriken gehören?

Heute zeigt sich ein ähnliches Phänomen in Honduras, wenn es auch nicht ganz identisch ist. Dieses Opfer gefallen ist, und das wirtschaftlich rüsten zum Opfer gefallen und das wirtschaftlich rückständigste des ganzen Gebietes. Ein Teil der Armee versucht, eine sehr bescheidene Umverteilung des Landes durchzusetzen. Tag für Tag sammelt die zentralamerikanische Presse Informationen über Landbesetzungen und die wachsende Organisation der Bauem in Honduras. Auch hier beschränkt sich die Unrihe nicht auf das Land, Die Kämpfe in den stadten erganzen das Bild eines allgemeinen Aufschwungs der Massenbewegung, die weit die Grenzen der von der Armee vorgeschlagenen "Veränderung" überschreitet.

Wie hat die Bourgeoisie in Honduras auf diesen Plan reagiert, der ihren Interessen konform sein sollte › Die Nationale Partei und die liberale Partei, politische Sprachrohre der verschiedenen Fraktionen in der FENAGH (Nationale Föderation der Landwirte und Viehzüchter Honduras), haben mit einer heftigen Opposition gegen die Militäregierung in der Page der Landreform geantwortet, De BENÅGH ( die heute den größten Teil der sog. "Privatinitiative" hintersich stehen hat) hat mit einem "Generalstreik" (1) als Zeichen des Protestes gegen die Landreform gedroht. Die einzigen organisierten politischen Stützen des Militärregimes sind die KP und die Christdemokraten, auch Teile der Gewerkschaften und andere Kräfte in der Bevökerung, aber die Militärs wissen sehr gut, daß diese Unterstützung eine zweischneidige Waffe ist. In Wirklichkeit ist die einzige sichere Säule des Regimes die Armee. Und selbst hier ist der Gegensatz zwischen den jungen Offizieren und der traditionellen Hierarchie offen. Alles in allem eine Agrarreform, die objektiv den langfristigen Interessen einer vor- Senem land, in dem Be tocoseise nicht nationaals sie geneigt ist, solche Interessen als die ihren heute zuerkennen.

Mitte April 1975 faßte die Regierung von Costa Rica thre "Agrarpolitik" in fünfzehn Punkten zusammen: es waren die üblichen Gemeinplätze über die Notwendigkeit, die 'Kleinproduzenten" zu schützen, sie zu "erziehen" die Preise zu "garantieren", die Genossenschaften zu födem usw. Nur eine einzige kategorische Aussage gibt es darin: "die Ordnungskräfte werden alle die hart unterdrücken, die für die Landbesetzungen agitieren und sie ermuti- Pen ungende nememe Aktionen gegen das der Präsidenten Lateinamerikas Anfang November Die Erklärungen von Somoza auf der Versammlung dieses Jahres in Guatemala reichen aus . um die

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Bedeutung zu erfassen, die dieser ewige Diktator von Nicaragua dem Agrarproblem beimißt: "es ist vielleicht, ge nicht kennen".

Die Achse des "Nationalen Entwicklungsplans" stützt sich in Guatemala einfach auf die Urbarmachung unbebauten Lands, auf die Zusammen schließung der Minifundien in Kooperativen und auf die Verbesserung des Handelssystems für die Agrarprodukte. Die guatemaltekischen Planer sind der Auffassung, "daß eine Agrarreform mit dem Bestehen eines Vertassungsstaates unvereinbar , Armando die Produktivität zu steigem", ist bisher nichts Konkretes geschehen.

NEUER AUFSCHWUNG DER

MASSENBEWEGUNG

Die zentralamerikanische Bourgeoisie zeigt sich absolut untähig, innere Veränderungen durchzuführen, die, ausgehend von einer Reform des Landwirtschaftssektors, den Impuls für ein relatives wirtschaftliches Wachstum darstellen könnten. Gegenüber der gegenwärtigen Krise spricht man höchstens von einer "aggressiven" Politik extraregionaler Exporte Eine solche "Aggressivität" kann sich nicht auf die reale Konkurrenzfähigkeit der zentralamerikanischen "Industrie" stützen. Man scheint also den Weg der staatlichen Subventionen einschlagen zu wollen, die aber nicht esichertwerden können, ohne die Steuerlast ful lie Gesamtbevölkerung zu erhöhen.

Gegenüber den Handelsbilanzproblemen --eine Folge des steilen Anstiegs der Importe, die man ja ersetzen wollte-- greift man wieder auf die übliche"Waffe" zurilck: die wachsende Außen verschuldung.

Alle wirtschaftlichen Maßnahmen der zentralamerikanischen Regierungen, in die man umsonst die Hoffnung auf Überwindung der Krise gesetzt hat, haben die Inflationsspirale in diesem Gebiet nur noch mehr in die Höhe getrieben. Die zurückhaltendsten Berechnungen (die des IWF) schätzen, ' daß die Lebenshaltungskosten jährlich um etwa 29% steigen. Die Antwort der Volksmassen hat nicht auf sich warten lassen: trotz der Repression in diesem Gebiet hat es wieder mehrereM assenbewegungen gegeben.

Die revolutionären Marxisten müssen ein besonderes Augenmerk auf diese keimhaften Ansätze von hakan ischen e Telschaeten, die s dir stark von der daß die zentralamerikanischen Gesellschaften, Agrarfrage geprägt sind, heute eine viel komplexere struktur aufweisen, als in der Vergangenheit. Auch wenn die Arbeiterklasse im Verhältnis zur daß ihr spezifisches Gewicht zugenommen hat, Bauemschaft noch in der Minderheit ist, ist klatim selben Verhältnis wie die Fertigungsindustrie; außerdem trägt das zunehmende Eindringen des Kapitals in die zentralamerikanische Landwirtschaft dazu bei, das Landproletariat ständig in Zahl und Bedeutung zu stärken. Heute mehr denn je ist jede Variante des Schemas der "Einkreisung der Städte durch die Dörfer" völlig unzulänglich, um auf alle Probleme der Gesellschaften Zentralamerikas eine Antwort zu finden.

auf die Kampftra ditionen, den Organisationsgrag auf die Kampftraditionen, Hand. on alen selten stet es fedoch Anzeichen für einen Aufstieg der Massen kämpfe, deren Hö- Die revolutionären Marxisten wissen, daß das Proletariat Zentralamerikas trotz einer entschlossenen Kampfbereitschaft noch nicht über den Organisationsgrad und das politische Bewußtsein vertugt, das unerläßlich ist in einem frontalen Kampf geschen Erziehung geben muß, der ausgehen muß vom gegenwärtigen Bewurtseinsstand des stadtischen und ländlichen Proletariats, der armen Bauem und anderer Volksschichten und durch die praktischen Kämpfe von den unmittelbaren Forleringen zu den endgültigen, großen Auseinandersetzungen überleitet. Die Massen lemen durch den Kampf, und die Lehren werden ihnen wiederum helfen, ihre Kämpfe voranzutreiben. Die gemeinsame Aufgabe der revolutionären Mar- Bar ie rauminste Partet staibalen, die die se strategie in die Praxis umsetzen kann. 18. Dezember 1975 Anmerkungen:

1. Eduardo Lizano, "Una reflexion acerca .de la integracion economica centroamericana, Guatemala, 1973, S. 34.

2. Edelberto Torres. "Desarrollo, Integración y dependencia en Centroamerica, 1970, S.501. 3. Taditionell: Nahrungsmittel, Tabak, Textilien, Schuhe etc.

Halbfertigwaren:Papier, Kohle, Gummi, Öl, Metall- und Maschinenprod. : Maschinen, elek. Gerăte, Transportausrüstuns Die Aufstellung registriert als "Industrie" alle verarbeitenden Unternehmen mit mehr als 5 Beschäftigten.

4. Davis Tobis, "La Falacia de las Inversiones Norteamericanas en Centroamerica, EDUCA, 1974.

5. Angaben nach SIECA, "El Desarrollo Integrado de Centroamericana en la presente decada. 6.ebda 7. ebda 8. Zitiert bei Susan Bodenheimer "El Mercomún y la ayuda norteamericana, " EDÜCA, 1974. 9. Inforpress Centroamericana.

1o. ebda 11. Artikel 1 des Dekrets 900, "Ley de Reforma Agraria. 12. Einleitung zu "Primer Plan Nacional de Desarrollo, " 1970-75.

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