Es ist eine politische Krise, die die hauptsächlichen Parteien, die die Interessen der Bourgeoisie vertreten, schwächt und gleichzeitig das Auftreten reaktinärer und faschisierender Strömungen, der großen Verteidiger der Ordnung und Feinde der für ihre Emanzipation kämpfenden Frauen, begünstigt.
Schließlich handelt es sich um eine Krise des Salinismus ; zusammen mit dem Bankrott des Reformismus deckt sie die Mängel der Arbeiterbewegung in Bezug auf den Kampf gegen die Unterdrückung der Frau auf.
DIE IDEOLOGISCHE KRISE: ITALIEN
Die Krise der Familie und die Vertrauenskrise in die Kirche wird am Beispiel Italiens sehr deutlich. In diesem Land, wo der Prozentsatz an berufstätidie ostendes der aufrau noch so veranke noch so verankert ist, wo bis vor kurzem das Wort "Abtreibung" zitternd ausgesprochen wurde und wo die 3 Millionen Frauen, die jährlich illegal abtrieben, dies unter strengster Geheimhaltung und unter erbärmlichen hygienischen Bedingungen tun mußten, hat ein Wahlsieg der Linken in der Scheidungsfrage vor kaum eineinhalb Jahren ausgereicht, um nacheinander die stärksten Tabus der traditionellen Moral zu brechen. In der Tat: seit der Niederlage, die die Democrazia Cristiana in dem von ihr angestrengten Volksentscheid über das äußerst restriktive Scheidungsgesetz erlitten hat, haben Tausende von Männern und vor allem Frauen begonnen, das Wort zu ergreifen und sich zu organisieren, um auch alle anderen Dinge bloßzulegen, die im Alltagsleben die Frau unterdrücken: der Mangel an Aufklärung über Empfängnisverhütung, das Verbot der Abtreibung usw.
Um die Streichung des italienischen Gesetzes durchzusetzen --dieses stammt noch aus der Zeit des Faschismus und sieht für jede Art von Abtreibung ein bis tunt Jahre Gelangnis vor, da Abtreibung mit Mord gleichgesetzt wird-und um gegen die Verhaftung von Adele Faccio, Leiterin des Informationszentrums über Sterilisievers unen die Raunla le Partei, die totestieren. die italenische Sozialistische Partei und Organisationen der extremen Linken ein Gesuch, das in weniger als drei Monaten 700. 000 Unterschriften erhielt, Man muß aber hervorheben, daß seit über einem Jahr in den Betrieben, den Schulen, den Stadtteilen eine intensive Mobilisierung im Gang war, daß Frauenkollektive und gemischte Gruppen entstanden waren, die für freie und kostenlose Abtreibung, eintraten und die zu ihrer Durchführung notwendigen staatlichen Subventionen forderten. Uber diese Bewegung beunruhigt glaubte die italienische Bourgeoisie, etwas Ballast abwerfen zu müssen und kramte einen Gesetzesentwurf hervor, der seit 1971 in ihren Schubladen lag: dieser stellt die italienische Frau vor dem Gesetz, wenn auch nicht in Wirklichkeit, dem Manne gleich. Sie hat ebenfalls in diesem Sommer --auf Vorschlag der"Vereinigung italienischer Frauen" , einer von der KPI kontrollierten Organisation-- einem Gesetz zugestimmt, das auf nationaler Ebene die Einrichtung von Familienplanungsstätten erlaubte. Die Bewegung für freie und kostenlose Abtreibung reagierte sofort auf die Zweideutigkeit dieses Textes. Er sieht allerdings vor, daß die bewilligten Gelder Privatkliniken zur Verfügung gestellt werden. für den Fall, daß die Krankenhausreform zu langsam voranschreitet, als daß solche Zentren den öffentlichen Einrichtungen angegliedert werden könnten. Um jegliche Spekulation mit der Gesundheit der Frauen und die Beschlagnahme öffentlicher Mittel durch die Privatkliniken zu verhindern, haben die verschiedenen Gruppent ist e Koordination auf Stadtebene organisiert; eine gemeinsame Plattform erstellt worden, die fordert, daß mit Hilfe des neuen Gesetzes Gesundheitszentren für Frauen geschaffen werden, wo diese die Möglichkeit haben, über die ihnen vermittelten Informationen und die Qualität der Pflege eine Kontrolle auszuüben. Dies um zu vermeiden, daß die pharmazeutischen Konzerne aus der Situation Gewinn schlagen. Parallel dazu sollen die Frauen den Kampf um das Recht auf freie und kostenlose Abtreibung unter den bestmöglichen Bedingungen organisieren können.
Ein erstes nationales Treffen aller Koordinationsruppen fand in Bologna am 11, und 12. Oktober statt. Hier konnten die 500 anwesenden Frauen den Entwicklungsstand der Bewegung ermitteln und ihre Erfahrungen austauschen, Natürlich hat diese erste Diskussion nicht auf alle Probleme, die sich stellen, eine Antwort geben können; solche Problene waren: wie in den Beratungszentren, wie in den Schulen intervenieren? Wie die Autonomie der Frauenbewegung mit der Notwenigkeit einer ständizen Zusammenarbeit mit der gemischten Bewegung ür die Abtreibung in Binklang bringen? Wie die Arbeiterbewegung für diese Frage gewinnen? usw. Aber immerhin konnten die Schwerpunkte der weiteren Mobilisierung bestimmt werden: - eine internationale Demonstration am 6. Dezember in Rom - dieser soll ein Tag der nationalen Mobilisieruins, vorausgehen, der nach Regionen organisiert / Die internationale Demonstration wird einerseits verstanden als ein erster Schritt, um eine Verbindung herzustellen mit Militanten anderer auconomer Frauengruppen und ausländischer Bewegunzen tür die Abtreibung: sie soll aber auch ein Mittel sein, die Mobilisierung in Italien zu stärken und ein größeres Gewicht in der Konfrontation mit dem bürgerlichen Staat zu erringen. Die Schnelligkeit, mit der die traditionellen Vorstellungen über die Fragen der Sexualität, der Familie und der Rolle der Frau in diesem Land, in dem die Kirche noch einen großen Eintluß hat, in Frage gestellt werden, macht das Ausmaß der politischen Krise in Italien deutlich, Und die ungleiche und kombinierte Entwicklung ermöglicht einer relativ jungen Bewegung, die Errungenschalten und Erfahrungen, die in andem europäischen Ländern gesammelt wurden, zu verarbeiten und die Grundfeste der patriarchalischen Gesellschaft anzugreifen.
FOLGEN DER ÖKONOMISCHEN KRISE:
DAS BEISPIEL ENGLAND
Ohne hier analysieren zu können, welche Auswirkungen die ökonomische Krise insgesanit für lie Frauen hat (1), muß man die Bedeutung unterstreichen, die die Politik der Bourgeoisie in der Mehrzahl der eurçäischen Länder in Bezug auf die Investitionen im Dienstleistungssektor und besonders im Gesunheitswesen für die Frage der Abtreibung hat.
Großbritannien ist hier das deutlichste Beispiel, angesichts der einschneidenden Kürzungen der öffentlichen Ausgaben, die die Labour-Regie- Rückschritt bedeutet einen direkten Angriff auf im letzten Januar vorgenommen hat: dieser das Lebensniveau der englischen Arbeiter, er betrifft sowohl die Verbraucher wie auch die Angestellten im öffentlichen Dienstleistungssektor. man weiß, daß die englischen Krankenschwestern mehrere Monate darum kämpfen mußten, daß ihre Löhne, die zu den niedrigsten in der Arbeiterklasse zählten, um 38% erhöht würden, wenn man weiß, daß mehr als 30,000 Leute in den Wartelisten --von mehreren Monaten!-- eingetragen waren, um in diesem Sommer in den Krankenhäusern im Norden Englands ein Bett zu bekommen, versteht man, daß der Kampf gegen die Ausgabenkürzung im öffentlichen Sektor die Gesamtheit der englischen Arbeiter angeht. Und man versteht auch, daß zwischen diesem Kampf und dem für freie und kostenlose Abtreibung Zusammenhang besteht: in der Tat ist die Zahl der in den staatlichen Krankenhäusem vorgenommenen Abtreibungen in letzter Zeit von 67% auf 51% gesunken, da man in der Regel einen Monat warten muß, bevor man einen A rzt autsuchen kann und es fast unmöglich ist, rechtzeitig in ein Krankenhaus zu kommen ..... in der zw1schenzeit blüht die Privatmedizin auf und die Anter, der dem öffentichen Sektor zusteht, wei- indem sie den Anteil, ter beschneidet.
1967 ist das Gesetz erlassen worden, das die Abtehen tue le seinen sang orten, com sie in einem staatlichen Krankenhaus vorgenommen wurde. Wenn dennoch seitdem ein enorm hoher Prozentsatz an Frauen weiterhin unter den
KAMPF GEGEN DAS ABTREIBUNGSVERBOT schlimmsten Bedingungen heimlich abtreibt, dann vor allem deswegen, weil die Krankenhäuser überfüllt sind und die Abtreibung in einer Privatklinik sehr teuer ist (diesen Preis kann die Mehrheit der Arbeiterinnen nicht bezahlen). Aber die reaktionă re Haltung der Regierung zur Abtreibung heute folgt nicht allein aus dem Willen zum Sparen: die Kosten einer Abtreibung --besonders wenn sie mit Hilfe der Absaugmethode durchgeführt wird-- sind nicht so hoch, daß sie eine besondere Kritik rechtfertigen würden. Dagegen offenbart Wilson seine wirklichen Hintergedanken, wenn er sagt, daß er "mit denen nicht einverstanden ist, daß die Frauen ein mit der unbequemen Situation zusammenhängt, in der sich die Labour-Regierung befindet, Diese kann sich gut reformistisch nennen: durch ihre heimen weiter zu verringern; damit verlangt sie aber von den Frauen, daß diese wieder Aufgaben übernehmen, die bisher teilweise vom Staat erfüllt wurden. Und damit, daß sie auf das Wenige an Freiheit verzichten, das sie bis dahin auf materieller Ebene erringen konnten. Es wäre also nicht der Augenblick, ihnen auch noch neue Rechte zuzugestehen!
Die Scheinargumente des Labour-Abgeordneten James White, der im vergangenen Frühjahr eine Reform des Gesetzes von 1967 vorgeschlagen hatte, " um Mißbräuche im Privatsektor zu verhindem", die Empfehlungen des ad hoc-Komitees, oder "Select comittee" das zur Prüfung der Vorschläge von White gebildet worden war, verbergen mehr schlecht als recht den Willen, die Frauen so weit wie möglich schuldig zu sprechen und ihnen gleichzeitig die sozialen Lasten der wirtschaftlichen Krise aufzubürden. James White schlug vor, die "sozialen" Klause in enger zu fassen, Abtreibung nach der 20, Schwangerschaftswoche zu verbieten und jegliche "Öffentlichkeit" in dieser Frage zu verhindem -- das bedeutet das Verbot, auch nur irgendetwas über die Abtreibung zu schreiben! Das Select Comittee™ schlug seinerseits vor, jede abtreibungswillige Frau solle verpflichtet werden, sich in einem eigens dafür vorgesehenen Büro einzutragen, und das Gesundheitsministerium solle das Recht erhalten, für die ausländischen Frauen eine Höchstzahl festzulegen. damit sie nicht ohne Genehmigung in den Kliniker angenommen würden.
Ohne daß damit das Gesetz von 1976 grundsätzich abgeändert würde, sind die Vorschläge de 'Select Comittee" im Sinne all derer, die die Mutlose Frauenbewegung und werene ac autonome Frauenbewegung und gegen ("National Abortion Campaign" - nationale Bewegung für die Abtreibung - gegründet im verfrei darber zu entscheiden, Die kinted wollenen, oder nicht, muß also erst noch erkämpft werden, in England wie anderswo!
Das hat die NAC begriffen. Mit Hilfe einer Kampagne, deren Breite beispiellos in den europäischen Ländern dasteht, ist es ihr gelungen, im vergangenen Juni eine Demonstration mit 25.000 Teilnehmern zu organisieren, um die Reform von James White zu Fall zu bringen, und dies ist ihr zum Teil auch gelungen, da sie schließlich nicht zur Abstimmung gelangte, Außerdem hat sie am 19. und 20. Oktober eine nationale Konferenz organisiert, auf der 1000 Delegierte versammelt breiere Mobilsterng durchner die von a e waren. Diese haben es sich zur Aufgabe ende November, wenn auf der Parlamentssitzung das Select Comittee neu gewählt werden soll. Als ihre erstes Ziel bezeichneten die Vertreter der 17 lokalen und nationalen Gewerkschaftsverbände THE WORLD UNITE WORKING WOMEN O
YOU HAVE NOTHING TO LOSE BUT YoUR
CHRINS / immenl neben denen der 69 lokalen Gruppen der NAC die Verhinderung der Wiederwahl des Komitees und die Popularisierung der Forderung nach freier und kostenloser Abtreibung. die in diesem Herbst auf dem Kongreß der TUC (Dachverband der Gewerkschaften) und der Labour-Partei angenommen wurde.
Ein wesentlicher Schwerpunkt der Kampagne, die die NAC den Sommer über geführt hat bildete die Intervention im Gesundheitswesen: sie organisierte Kampfpostenvor den Krankenhäusem, um geweigerten, Abtreibungen in öffentlichen Krankenhäuser vorzunehmen. Das Echo auf diese Kampagne war sehr groß. Oft waren es die Arbeiter und Arbeiterinnen der Krankenhäuser selbst, die diese rupps zur Abtreibung organisierten; sie zeigten damit, wie sehr die Forderung nach freier und kostenloser Abtreibung für sie mit all den Forderungen verbunden ist, die ihre Arbeitsbedingungen ›etreffen, und mit den Bedürfnissen der Arbei. terklasse ganz allgemein.
DIE REAKTION ERHEBT IHR HAUPT
Dieser doppelte Kampf hat umso größere Bedeutung, als überall dort, wo die autonome Frauenbie Aue ong sich als stark se Beg erwiesen haben, die Bourgeoisie zu zwingen, teilweise ihren Forderungen nachzugeben, reaktionäre Vereine aufgetaucht sind, Sie tragen verschiedene Namen, aber die Ziele, die sie verfolgen, sind identisch; es sind die: "Laßt sie leben" "Die Freunde des Foetus" (sic!), "Ja zum Leben" "Gesellschaft für den Schutz der ungeborenen Kinder" usw. Fast immer stehen diese Gesellschaften mit den reaktionärsten Teilen der katholischen Kir-
che und mit ultra-rechten, fremdenfeindlichen und faschisierenden Elementen in Verbindung. Für sie bedeutet der Wille der Frauen, gleichrangig mit den Männem behandelt zu werden, direkter Angriff auf all ihre rassistischen Schemata, ihre hierarchischen Vorstellungen von der Gesellschaft und ihren Willen, eine starre Ordnung aufrechtzuerhalten, Trotz ihrer unverschämten Erklärungen und ihrer oft lächerlichen Kundgebungen darf man weder ihre Bedeutung noch das Gehör unterschätzen, das sie selbst in der Arbeiterklasse haben. Die objektive Spaltung in der Arbeiterklasse, der Mangel einer Antwort von ihr auf die Frage der Frauenemanzipation, das Gewicht der bürgerlichen Ideologie und die Ideen, die man den Arbeiter von ihrer kleinsten Kindheit an in den Kopf gesetzt hat, die Furcht vor dem Materialismus und vor allem, was die traditionellen zwischenmenschlichen Beziehungen in Frage zu stellen droht, all dies trägt dazu bel, daß diese Strömungen eine gewisse Glaubwürdigkeit genießen. Ihre Bedeutung hängt Jedoch davon ab, wie stark und wie offiziell sie von der Kirche unterstützt werden, wie tief männlich-chauvinistische Traditionen verankert und wie stark rassistische Bewegungen in einem Land sind. In England ist die "Gesellschaft für den Schutz ungeborener Kinder" (Society for the Protection of Unborn Children - SPUC) sehr stark; 1970 nat sie Demonstrationen mit bis zu 70,000 Teilnehmem organisiert und im vergangenen April noch eine mit 30,000 Teilnehmem -- diese sind offensichtlich nicht nur Plaiten oder Anhänger der Organisation von Enoch Powell. Natürlich wird diese ewegung von schichten der bürgerlichen Elite wie den reaktionären Arzten unterstützt: die letzteren haben im September dieses Jahres eine sich "wissenschaftlich" nennende medizinische Tagung iber die Achtung des menschlichen Lebens abgehalten, worauf die NAC mit der Aufstellung vor Agitationstrupps vor dem Krankenhaus von Birmingham, in dem sie stattfand, geantwortet hat. Aber es ist ebenso wahr, daß bedeutende Teile der Arbeiterklasse und besonders der Frauen von dieser Gesellschaft beeinflußt werden. Das geht so weit, daß sie sich ohne mit der Wimper zu zucken Erklärungen anhören wie die jenes Parlamentsabgeordneten, Professor der Gynäkologie: "Der Foetus leidet genauso wie ein Baby in seiner Wiege... Der einzige Unterschied ist der, daß jeder Versuch zu schreien unter drückt wird durch das Wasser, in dem das Kind schwimmt." Daß eine solche Massen verdummung bei der Arbeiterklasse verfangen kann, zeigt umso mehr der NACh der in empropa, der Erziehung, die auf allen Ebenen, von der Schule über der Erziehungie Gewerkschaften bis zu den Fabriken betrieben werden muß.
ine vor kurzem in den USA durchgetührte Umfrage hat ergeben, daß die Hälfte der Frauen die 1974 abtreiben wollten, auf-Grund des Platzmangels nicht in der Lage waren, dies im Krankenhaus zu tun; betroffen davon sind vor allem die jungen Arbeiterinnen und armen Bäuerinnen, die in Gegenden wohnen, in denen Krankenhäuser spärlich gesät sind. Es ist daher nicht zu verwundem, wenn die Reaktion von diesem Zustand profitiert, um das Wasser auf ihre eigenen Muhlen zu lenken.
Die katholische Kirche führt eine hysterische Kampagne "für die Rechte des Foetus" , denunziert Abtreibung als Mord und hat die Verurteilung von Dr. Ederlin gefördert, ein Schwarz-Amerikaner, Chef der gynäkologischen Abteilung im Krankenhaus von Boston, bekannt als einer der beiden einzigen praktizier enden Ärzte in diesem Krankenhaus, die in die Abtreibung einwilligen. Man wirft ihm vor, er habe die Abtreibung bei einer Frau vor genommen, die seit mehr als 24 Wochen schwanger war. Aber dieselben, die in den Reihen der katholischen Kirche die Verteidigung des Lebens des Foetus so weit treiben zu fordern, daß ein 3 bis 4 Monate alter Foetus zum Preis von Tausenden von Dollar künstlich am Leben erhalten werde, werfen mit Steinen auf Busse, die schwarze Kinder zur Schule fahren. Es sind dieselben, die in den Südstaaten auf die Zwangssterilisierung der Schwarzen und der mexikanischen Frauen drängen, um die farbige Bevölkerung einzuschränken.
Dasselbe Problem kann in Frankreich auttauchen. Dort hat die MLAC (Mouvement pour la libération de l'avortement et de la contraception -- Bewegung zur Befreiung der Abtreibung und der Empfängnisverhütung viel von ihrem Einfluf eingebüßt seit im Januar 1975 ein Gesetz verabschiedet wurde, das die Abtreibung bis zui zehnten Schwangerschaftswoche freigibt. Seitdem gewinnen solche Organisationen wie "Laßtsie -leben" an Boden. Sie versuchen heute, die Errungenschaften, die die Bewegung erkämpft hat, auszulöschen.
Da die Forderung nach freier und kostenloser Abtreibung von den Gewerkschaften nur lauwarm vertreten wird --wenn sie auch dank der Aktion der MLAC in die gemeinsame Plattform von CGT und CFDT aufgenommen wurde--fühlen sich die Reaktionäre aller Schattierungen in ihrer Kampagne relativ ungeschoren. Sie nehmen sich vor, 'die Abtreiber der Nation zu isolieren, indem sie empfehlen, daß die Öffentlichkeit nur die Ärzte begünstigt, die das menschliche Leben achten. "Sie wollen andererseits "das Bewußtsein der Bürger aufrütteln, indem sie vor Gericht dieRückerstattung des Teils an Steuern und Sozialversicherungen fordern, der für die Finanzierung der legalen Abtreibung gedacht ist. " Diese Bewegung, die erklärt, heute mehr als 20,000 Mitglieder zu haben, hat vor, eine Liste der Namen von ungefähr 1500 Ärzten zu veröffentlichen, die gegen die Abtreibung sind. Sie rühmen sich übrigens, seit ihrer Gründung 1971 dank der Arbeit der Vereinigung " SOS-Künftige Mütter" 5 bis 60% der abtreibungswilligen Frauen vor diesem Schritt bewahrt zu haben. Gegenüber einer solchen Situation ist die Aufgabe der Revolutionäre nicht, die Augen zu verschließen und eine solche Strömung zu verharmlosen, sondern alles zu untemehmen, damit die gesamte Arbeiterbewegung sich für die Verteidigung des elementaren --und gegenwärtig so beschränkten!-- Rechts einsetzt, das erst vor kurzem erkämpft wurde. Überall wo dies möglich ist müssen Diskussionen und Aktionen geführt werden, die den Zusammenhang aufzeigen zwischen der Ausbeutung und der besonderen Unterdrückung der Frau, Zwischen den reaktionären Zielen eines Teils. der Bourgeoisie und den Interessen der Gesamtheit der Untemehmer. Diese sind nur zu glücklich. daß sie über eine formierbare Arbeitskratt verfügen, die sie versklaven können und dię ihnen ausgeliefert ist, weil sie nicht qualifiziert und nur in geringem Maße gewerkschaftlich organisiert ist, und die unter dem Joch der Vorstellung
lebt, daß Frauenarbeit nur eine Nebenbeschäftigung sei und daher nur ein zusätzliches Taschengeld verdiene Was für Frankreich gilt, gilt mehr noch für die Schweiz. In diesem Land haben die Frauen bisher noch nicht einmal das Recht auf Abtreibung erkämpft und die Gewerkschaften unterstützen nur schwach eine Initiative, die die freie Abtreiganisiert, der das Thema in den Mittelpunkt stellt "Abtreibung ist Mord und alle Abwendung von Schuld ermutigt zum Verbrechen" • In Gent hat die MLF (Mouvement pour la libération des femmes -- Frauenbefreiungsbewegung) die Büros der PDC (Parti Democratique Chretien - Christ- Demokratische Partei) besetzt und bezeichnete sie als "Feind der Frauen, da sie es ist, die die lamentstagung blockiert hat Die genossen par - '• Die Genossinnen nutzten die Gelegenheit und druckten auf den Maschinen der PDC .... ein Bulletin über die Abtreibung!
Aber die Wirkung dieser Aktion auf die Arbeiterklasse wird solange nur sehr schwach sein, wie die Gewerkschaften sich weigem werden, selbst am Kampf teilzunehmen. Der Frauenkongreß des Schweizerischen Gewerkschaftsverbandes (gewerkschaftlicher Dachverband, unter dem alle Laienverbände zusammengeschlossen sind), der am Ende des Monats stattfindet, wird vielleicht eine Gelegenheit bieten, in dieser Richtung einen Schritt vorwärts zu machen.
TUMENEHI COURLA LISERTE DE:
Wenn in den verschiedenen Ländem --und andere Beispiele ließen sich aufzählen--auch die Bewegungen einen Aufschwung erleben konnten, die hartnäckig den Frauen das Recht auf die Selbstbestimmung über ihren eigenen Körper streitig machen, dann deswegen, weil der Flügel der Bourgeoisié, der in dieser Frage fortgeschrittenere Positionen vertritt, es nicht für notwendig erachtet, gegen diese reaktionäre Strömung vorzugehen (oder nicht die Mittel dazu hat). Das beweist nur eines: wenn sie in einigen Länder nachgegeben hat und mehr oder weniger fortschrittliche Gesetze erlassen hat, dann nicht deswegen, weil sie "ehrlich" die Befreiung der Frau wollte. Es handelte sich für sie vielmehr darum, eine Bewegung , der Radikalisierung der Frauen einzudämmen, die langsam gefährlich wurde; es bestand die Gefahr, daß andere Sektoren der Bevölkerung davon angesteckt wurden, und weil sie die Unterdrückung der Frau und die Familie als Keimzelle der Gesellschaft in Frage stelite, drohte sie die Grundpieller der patriarchalischen Gesellschalt bloiszulegen. POLITIK DER "FORTSCHRITTLICHEN"
BOURGEOISIE
Alle die Regierungen, die sich so gegen die Verbreitung der Pille gestemmt haben und denen auch heute noch jede Propaganda darüber äußerst widerstrebt, zögern seit Jahren nicht, Indien bedeutende finanzielle Hilfe zukommen zu lassen, damit die Autoritäten dieses Landes die indischen Frauen
KAMPF GEGEN DAS ABTREIBUNGSVERBOT zum Gebrauch von Empfängnisverhütungsmitteln zwingen können, um so das Wachstum der Geburtenrate einzuschränken. Das geht so weit, daß Dr. Allan Bames von der Rockefeller-Stiftung darüber klagt, daß die Frauen unablaßlich verbesserte Verhütungsmittel verlangen. Und er fügt hinzu: "Wenn heute das ideale Verhütungsmittel entdeckt würde, dann würde es nicht in den USA eingeführt, sondem in einem Land wie Indien, wo es einen viel größren und auf diese Art von Produkten Verhein mittet versteht dieser her sicher "ideaein gewinnbringendes, und nicht ein wirksames Verhütungsmittel, das die Frauen so frech waren zu fordem !
Das einzige, was für die Bourgeoisie in der Frage der Abtreibung letztlich zählt, ist nicht so sehr der okonomische Aspekt der Sache (außer in dem Fall, den sie mit "Übervölkerung" umschreibt), als der politische, D.h. die Tatsache, daß die Frauen die ihnen in der Gesellschaft zugedachte Rolle n Frage stellen. In Ländern wie Spanien, Portugal oder Irland (2), wo die katholische Kirche noch einen starken Einfluß ausübt, ist die Bourgeoisie heute noch strikt gegen jede Liberalisierung. Aber man braucht nur das oben angeführte Beispiel Italien anzuschauen um festzustellen, daß sie nese Haltung nicht mehr lange beibehalten kann. n allen anderen Ländern hat die Mehrzahl de bürgerlichen Parteien begriffen, daß es für sie von Vorteil war, Zugeständnisse zu machen, wenn damit eine Verschärfung der sozialen Krise vermieden werden konnte. In diesem Sinn ist es für sie von wesentlicher Bedeutung die Frauen daran zu hindern, wirklich autonom zu werden: denn was wird aus der Familie, wenn sie sich ihrer Rechte bewußt werden? Und wenn die Familie zerrüttet ist, was wird dann aus der moralischen Ordnung? Und was wird aus der billigen Arbeitskraft, wenn die Frauen eines Tages stark genug sind, gleich hohe Gehälter wie die Män- , ner zu forder?
VERANTWORTUNG DER REFORMISTEN so aire de de le pres antone mon. dazu bei, weder soweit, Familie in Frage zu stellen.
Die Haltung aller Kommunistischen Parteien in uropa zu dieser Frage ist sehr deutlich. Angefangen von der KP): ein, die Scheidung zer- die während der Scheidungskampagne erklärte stört die Familie nicht!" und die in ihrem Gesetzesentwurf über die Abtreibung zugibt, daß die Frau bestraft werden muß, die ohne vorherige Anfrage abgetrieben hat.... bis zur KPF. die sich imner geweigert hat, die MLAC zu unterstützen, ind die erst vor kurzem wieder erklärte: Familie ist ein unerläßlicher Faktor für die Existenz der Menschheit und ihre ständige Entwicklung zum Fortschritt; in ihr kommen die künftigen Produzenten zur Welt und in ihr wachsen Grundsätzlich beschränkt durch eine Ideologie, die versucht, den traditionellen Platz der Frau am Herd mit ihrem Recht auf Arbeit in Einklang zu bringen, sprechen die Stalinisten immer nur von einer "Entschädigung" für die Frauen, ohne jemals ihre Rolle in der Familie in Frage zu stellen. Was die Abtreibung betrifft, so halten sie diese für ein allerletztes Mittel, mit dem man keinen Mißbrauch treiben soll, In der Schweiz behauptet der Arzt, der in dieser Frage der Sprecher der Partei der Arbeit (die schweizerische Version der KP) ist ohne mit der Wimper zu zucken, dal er ein Drittel der Frauen, die zu ihm zur Beratung kommen, überzeugen kann, ihr Kind zu behalten. Wenn heute gewisse Vertreter der Kommunistischen Partei zaghaft beginnen, eine Kritik an der traditionellen Familienstruktur anzumelden, dann geschieht dies unter dem Druck der Forderungen der autonomen Frauenbewegungen, auf die die kommunistischen Genossinen empf indlich reagieren; und die Führer der KP fürchten, sich von einem Teil ihrer Basis abzuschneiden.
Dies gilt auch für die Sozialdemokratie, wenngleich mit einigen Abänderungen.
DIE HALTUNG DER SPD
Während die italienische Sozialistische Partei sich fortschrittlicher gibt, als die KPI, weil sie hier eine Trumpfkarte hält, mit der sie eine gewisse Glaubwürdigkeit wiedererlangen kann, zeigt die deutsche Sozialdemokratie dagegen ihr wahres Gesicht: das einer Regierungspartei, die eine bürgerliche Politik betreibt, die sowohl den Positionen des rechten Flügels der Fraktion als auch denen der bürgerlichen Verbündeten angepaßt ist. Auf ihrem letzten Kongreß 1973 hatte sich die SPD für die Freiheit der Abtreibung ausgesprochen: in der Tat hatten sich 80% der Frauen in Deutschland für die völlige Streichung des Paragraphen 218 ausgesprochen, der noch aus der Zeit Bismarcks stammt und die Abtreibung zum Verbrechen erklärt. die SPD war dies kein schlechter Wahlschlager. vor allem da es sich um eine Reform handelte, die nicht viel kostete.
Trotzdem haben einige ihrer Fraktionsabgeordneten gegen das Gesetz über die Liberalisierung der Abtreibung gestimmt, als diese im Juni 1974 den Bundestag passierte. Vor allem hat die Parteiführung keine Miene verzogen, als der Oberste Gerichtshof in Karlsruhe 6 Monate später das Gesetz für verfassungswidrig erklärte. (Es stimmt aber auch, daß viele Genossen von der Basis und vom Gewerkschaftsflügel der SPD spontan auf die Straße gingen, um an der Seite Tausender anderer Menschen gegen dieses unerhörte Urteil zu protestieren, das von 7 Richtem gefällt wurde). "Gesetz ist Gesetz" •.. und das Gesetz ist erlassen im Namen des Volkes, wenn das letztere es auch nicht gemacht hat! Diese gesunde Überlegung hat die SPD sicher veranlaßt, im Rahmen der Neuauflage der Parlamentsdebatte über die Abtreibung einen neuen Gesetzesentwurt vorzulegen. Darin ist keineswegs die Rede davon, schlicht und einfach die Abschattung des Paragraphen 218 zu verlangen, wie es den Forderungen der deutschen Frauengruppen und der "Aktion für die Abtreibung" die in diesem Herbst sich gebildet hat, entsprechen würde. Nein, der Vorschlag der Sozialdemokraten ändert nichts an der jetzigen Situation. Abtreibung bleibt ein Verbrechen; die Kosten dafür werden nicht zurückerstattet, und wenn der Arzt den
die Frau aufsuchen muß, ihr keine Genehmigung zum Abtreiben gibt, kann sie dies auch nicht mehr illegal machen, denn sie ist nunmehr registriert als schwangere Frau! Tut sie es trotzdem, lädt sie automatisch eine Verurteilung aut sich Durch ihre Haltung treiben beide, Stalinisten wie Sozialdemokraten, das Spiel der Bourgeoisie: einige Reformen erlassen, jede aufkeimende Bewegung integrieren, das Mindestmaß an Zugeständnissen machen, nichts grundsätzlich in Frage stellen. Es ist jedoch klar, daß sowohl die einen, als auch die andem zu Linkswendungen gezwungen sein können: angesichts der Krise der Autorität und besonders der der Familie, die unter den Jugendlichen eine immer wichtigere Rolle pielt, angesichts des Einflußes, den die Frauenbefreiungsbewegung auf alle Frauen hat --auch wenn sich das bei vielen Frauen noch so äußert. daß sie sie zurückweisen-- hat die Haltung der Reformisten keine Glaubwürdigkeit. Sie können sich nur so lange so rückschrittlich zeigen, wie die Radikalisierungsbewegung in dieser Frage noch außerhalb der Arbeiterbewegung bleibt (was noch weitgehend der Fall ist, abgesehen von England, wo der Beginn einer Änderung sich abzeichnet, wie man weiter oben gesehen hat). BEDEUTUNG DER KOMMENDEN
MOBILISIERUNG
Es ist daher wesentlich, daß die Revolutionäre nicht nur überall eine aktive Rolle spielen in den Kampagnen zur Durchsetzung oder Verteidigung des Rechts auf freie und kostenlose Abtreibung, sondern daß sie ihre Intervention auch auf die Arbeiterklasse ausrichten. Die oben genannten Beispiele der Radikalisierung der Arbeiterinnen zeigen, daß eine Verbindung zwischen diesen und den autonomen Frauenbewegungen langsam möglich wird; letztere umfaßten bisher mehrheitlich zumeist unorganisierte Intellektuelle, Studentinnen oder Frauen bürgerlicher Herkunft, die seit Mai 68 einen Radikalisierungsprozeß durchgemacht hatten. Diese Verbindung mit der Arbeierklasse ist selbst in den USA möglich, wo die Arbeiterklasse noch auf einem sehr niederen Niveau steht, selbst in Italien, wo der herrschende Phallokratismus ein noch größeres Hindernis für die Bewußtseinsbildung der Frauen der Arbeiterklasse darstellt als anderswo.
Der phantastische Erfolg des Streiks der isländischen Frauen am 24. Oktober •-der von 95% aller lohnabhängigen Frauen befolgt und von den Hausfrauen massiv unterstützt wurde-zeigt einmal mehr die Fähigkeit der Arbeitedas sie siel bisher zui den A, sur eisten wenden, Unterdrücktesten gehören. Indem sie die Geschäfte der Post, der Banken und der Mehrzahl der Büros völlig lahmlegten, bewiesen sie ihre Kraft. Die Vielzahl der Frauengruppen in den Betrieben, die sich in jüngster Zeit in Frankreich ebildet haben zeigt auch. daß die "Frauenbereiungsbewegung" "heute eine viel komplexere Struktur hat, als vor ein oder zwei Jahren. Sie sind oft während oder nach den Kämpfen um Sofortforderungen entstanden, die von allen Arbeiter geführt wurden; sie haben sich heute erhalten, gerade weil die Frauen sich während der Kämpfe ihrer besonderen Probleme bewußt geworden sind: insbesondere haben sie die Erfah- Vollversammlungen verze lis ver asen museen um sich um die Kinder zu kümmem, wegen dem Vorwand, es gäbe keine Kinderkrippen. l Ungleichheit zwischen einem streikenden Mann ganz einfach larin, daß immer die Männer das Wort ergriffen. Indem sie sich unter sich organisierten, um mit diesem Zustand Schluß zu machen, haben sie sich praktisch in die autonome Frauenbewegung eingereiht, auch wenn sie sich selbst nicht als "Frauenrechtlerinnen" verstehen.
Die Frauen, die in diesen Gruppen aktiv sind, sehen sehr wohl die Notwendigkeit, die Gewerkschaften zu einer Stellungnahme zu allen Problemen zu zwingen, die sie berühren. Von ihnen wird es zum großen Teil abhängen, ob die Gewerkschaften bereit sind, sich aktiv in den Kampf um die Abtreibung einzuschalten, oder nicht. Aber das wird auch davon abhängen, ob die revolutionären Organisationen, und vor allem die revolutionären Marxisten, in der Lage sind, eine starke Bewegung für die Abtreibung In dieser müssen alle ausgebeuteten und unterdrückten Schichten und die Arbeiterorganisationen vertreten sein, aber sie muß auch in der age sein, all die Männer und Frauen einzubeziehen, die sich von diesem Problem angesprochen fühlen und bereit sind zu kämpfen, um die Bourgeoisie zum Nachgeben zu zwingen. In diesem Siune arbeiten unsere Genossen von der IMG in England, die durch ihre Intervention Dutzende von Gruppen der NAC schaffen konnten und auch maßgeblich an ihrer zentralen Koordinierung beteiligt waren.
Gleiches gilt für unsere italienischen Genossen von der GCR: deren Mitarbeit in den Frauenkollektiven und gemischten Gruppen für die Abtreibung hat einen guten Teil dazu beigetragen, den Anfang für eine solche Zentralisierung der Bewegung zu schaffen, wie wir sie oben geschildert haben. In Deutschland steckt die Bewegung noch in den Anfängen und hier muß alles getan werden, sie eine solche Breite erlangt, daß Schmidt und das Parlament ihren Forderungen nachgeben müssen, Die Demonstration vom 26, Oktober in Frankfurt zählte zwar nur 5.000 bis 6,000 Teilnehmer -und das ist ungenügend--, aber sie stellte einen Kampfes zu gewinnen, um die Abgeordneten bei der Bundestagsdebatte zum Nachgeben zu zwingen und das Selbstvertrauen all derer zu stärken, bei denen sich nach dem Kadsruher Urteil Mutlosigkeit breit machte. Man muß ihnen zeigen, dal der Kampf weitergeführt werden kann und muß, und zwar auf allen Ebenen, wo die Frauen unterdrückt werden.
In diesem Sinne müssen die revolutionären Marxisten in allen Ländern arbeiten; sie müssen systematisch ihre eigenen Forderungen aufstellen, um die Diskussion voranzutreiben, aber sie müssen auch darauf achten, daß die Radikalisierung um das Thema der Unterdrückung der Frau und besonders das um die Abtreibung einen neuen Aspekt erhalten hat, der gerade erlaubt, daß diese Probleme heute auch ansatzweise von der Arbeiterbewegung diskutiert und in Angriff genommen werden.
LIVIO MAITAN declaration