ENTGEGEN? C. GABRIEL
Nach der Konferenz von Nakuru in Kenia, wo die Die mächtige Massenbewegung in den städtisch- Führungen der MPLA (Volksbewegung zur Befreiung en Zentren machte das Nebeneinanderbestehen vor von Angola), der FNLA (Nationale Befreiungsfront einerseits einer unter dem Druck ihrer Volksbasis von Angola) und der UNITA (Nationale Union für stehenden nationalistischen Bewegung und andererdie vollständige Befreiung von Angola) in einer Art seits zwei Organisationen, die als fünite Kollonne von Zusatz zum Abkommen von Alvor dahingehend des Imperialismus agieren, illusorisch. übereingekommen waren, "die Zivilisten zu entwaffnen, hat sich die Entwicklung der politischen Situa- Im Rahmen genau dieser Illusion jedoch "instrution in Angola abrupt beschleunigt. mentalisierte die Führung der MPLA die Massenbewegung, indem sie versuchte, diese taktisch ein- Diese Konferenz, deren Funktion darin bestand, die zusetzen für eine Verschiebung der politischen Kräf- Koalitionsregierung vielleicht doch noch zu retten, teverhältnisse innerhalb der Regierungskoalition und konnte lediglich bei der Führung der MPLA Illusio- auf der Ebene der politischen Kämpfe zu ihren Gunnen hervorrufen. Weder Holden Roberto (FNLA) noch sten. Die Mäßigungsappelle, die Aufrufe zur "Pro- J. Savimbi (UNITA) sahen in einer Koalitionsregie- duktionssteigerung" und schließlich das Abkommen ung eine stabile Form der politischen Herrschaft von Nakuru zeigten deutlich diesen rechten Kurs für die Periode der Unabhängigkeit, die mit dem der Führung der MPLA nach der Unterziechnung des 11. November beginnen soll (siehe dazu Artikel Abkommens von Alvor (siehe im einzelnen dazu in INPREKORR Nr. 39 vom 24. Juli 1975). INPREKORR Nr. 39).
Schließlich jedoch beschloß die MPLA, die FNLA aus Luanda zu vertreiben, was eine neue Periode der Zusammenstöße und des Bürgerkneges einleitete, Hat sich dadurch die Natur der Führung der MPLA geändert? Zweifellos nicht! Aber die Beziehungen zwischen dieser kleinbürgerlichen Führung und den Massen sind in der aktuellen sozialen Konjunktur äußerst komplex.
MPLA am Scheideweg?
Als die MPLA gegründet wurde, stammte ihre Führung aus dem städtischen Kleinbürgertum (siehe August 1974). Als die MPLA mit dem bewaffneten Kampf in den ländlichen Gebieten begann, gelang es ihr, sich in Zonen von sehr rückständiger sozialer Struktur eine Basis zu verschaffen unter denjenigen Bauern, die die dörfliche Kleinproduktion reprasentieren. Vor diesem Hintergrund vom "Ende der Ausbeutung des Menschen über den Menschen" zu sprechen, konnte deshalb kaum dieselbe Resonanz finden wie im städtischen Milieu. In den letzten Kampfjahren, als sich rasch bürokratische Tendenzen innerhalb des Organisationsapparates herausbildeten, blahten sich die Stadte infolge neuer Investitionen und neuer Industrialisierungsprojekte durch die Zufuhr von tausenden von neuen Lohnarbeitern enorm aul. In der Phase, die auf dem 25. April 1974 folgte, einstand ein sehr bedeutendes Phänomen: junge Elemente aus radikalisierten städtischen Kreisen, das trifft besonders auf die aus Lissabon zurückkehrenden Studenten zu, treten der MPLA bei. Diese Elemente übernahmen im Rahmen der "Volksmacht"- Strukturen und der Stadtteilkommissionen verantwortliche Positionen , das heißt sie stellten eine neue Schicht von mittleren Kadern. Sie üben autgrund ihrer Bindungen zu den Massen einen beachtlichen Druck auf die Führung der Bewegung aus. Trotz ihrer politischen Schwächen, trotz des maoisierenden Einflusses und trotz der Tatsache, daß sie sich auf das Konzept der "Volksdemokratie" beziehen, haben sie versucht, antikapitalistische Potenzen der städtischen Massenbewegung auszudrücken. Für sie hat "das Ende der Ausbeutung des Menschen über den Menschen" eine präzise anti-kapitalistische Bedeutung -- eine Bedeutung, die sie teilweise den Arbeitern vermittelt haben.
Deshalb ist es sehr wahrscheinlich, daß der Druck auf die Führung der MPLA sich vor und nach dem Abkommen von Alvor sehr verstärkt hat. Wir kennen zum Beispiel eine Erklärung der Arbeiter von SIGA, nach der Ankündigung der Konferenz von Nakuru in der es heißt: Aber wir als Militante, Sympathisanten und fortschrittliche Arbeiter von SIGA, fordem unseren Präsidenten und alle Genossen vom Zentralkomitee und vom Politischen Büro auf, nicht zu akzeptieren, daß das Gipfeltreffen außerhalb des Landes stattfindet, sondern vielmehr in Angola, in seiner Hauptstadt. Deshalb unterstützen alle Arbeiter der Fabrik SIGA unseren lieben Genossen Präsidenten Dr. Agostino Neto und ermutigen ihn, keinen Millimeter davon abzuweichen, daß das Gipfeltreffen nicht außerhalb des Landes und seiner Hauptstadt stattfinden darf.
In der Tat weist alles darauf hin, daß sich die Heterogenität der MPLA seit dem 25. April bedeutend verstärkt hat. Heute muß es zahlreiche Konflikte geben, besonders zwischen dieser neuen Schicht ınd den im bewaffneten Bauernkampf gebildeter Cadern. Diese Art von Konflikt kommt hinzu zi vielen anderen, die schon seit längerem innerhalb der Führungsbürokratie bestenen (Frage der Beziehungen mit den afrikanischen Staaten, Beziehungen mit der UNITA, Einschätzung der Situation in Portugal usw.).
Basis" Ichts laßt sich allein mit dem "Druck der erklären. Die soziale Konjunktur wird noch lei bürgerliche Unterstützung, weder von Seiten der angolesischen noch von Seiten der kolonialistischen Bourgeoisie. Sie ist gezwungen, ihre Verhandlungen, ihren politischen Kampf gegen FNLA und UNITA ohne Vermittlung durch bürgerliche Kreise die MPLA unterstützen, oder sei es vermittels einer Übereinkunft zwischen UNITA und MPLA. Die UNITA Die geren de pann dur dich de ne stiche reichen Pferdes setzen, indem sie ihren Druck auf den rechten Flügel der MPLA aufrechterhält. Eine Persönlichkeit wie Lucio Lara, der die Rechtsströmung innerhalb der Führung repräsentiert, stützt die Selbstorganisation der Massen nur deshalb, weil er nicht die politischen Mittel besitzt, um sich diesem Prozess zu widersetzen.
Aber eine solche Perspektive bleibt unwahrscheinich, oder zumindest gelährlich für den Zusammenhalt der MPLA. Der Bürgerkrieg wird vor nun an eine entscheidende Rolle für die politischen Kräfteverhältnisse innerhalb der MPLA spielen.
Gegenoffensive der MPLA
Während die Konferenz von Nakuru noch andauerte, nutzte die FNLA, gemäß ihrer Natur, die quasi mythische Respektierung der "Legalitat von Alvor" durch díe MPLA schamlos aus, um eine militärische Generaloffensive zu starten.
Am 15. Juni griff sie im Norden die Dörfer Forte Republica, Brito Godins, Caombo, Duque de Bragança, Cuale und Cangola an. Am 18. Juni tolgten andere, Hinterland in Zaire strebte die Führung der FNLA nun an, aus den angolesischen Distrikten Zaire und Urge richtiggehend autonome und uneinnehmbare Bastionen ihrer Herrschaft zu machen. raxis der Politik der Einschüchterung und de leichzeitig n Terrorismus wieder auf.
Nach einigen Tagen der Ruhe, die auf den Abschluß des berüchtigten Abkommens von Nakuru folgten, greift die FNLA am 4. Juli die Dörfer Tango und Kassumba Kambala im Distrikt von Cuanza-Norte an, Am 9. Juli greift die FNLA mit Maschinengewehren die Büros der Nationalen Union der angolesischen Arbeiter (UNTA) an, eine stark erankerte und eng mit der MPLA verbunden Massengewerkschaft. Desgleichen einen Leichenzug, der zu Ehren eines gefallenen Militanter der MPLA durchgeführt wird, Am 10, Juli, morgens um 9 Uhr, greift die FNLA erneut den Sitz der UNTA an, schließlich auch das Hauptquartier der MPLA.
ANGOLA
Die FNLA konzentriert nun eine bedeutende Anzahl von Truppen in Luanda und ist bereit, die gesamte Macht zu übemehmen und ihre Rechnung mit der Massenbewegung zu begleichen. Unter diesen Umständen beschließt die MPLA eine Gegenoffensive, mit dem Ziel, die FNLA aus Luanda zu vertreiben.
Die Operation ist nur von kurzer Dauer (zwei bis drei Tage) und sie ist von einem totalen sieg der MPLA gekrönt. Das Kommuniqu vom 16. Juli, las Paolo T. Jorge, Repră• sentant der MPLA in Algier, herausgegeben hat, spricht von den FAPLA (Volksbefreiungsstreitkräfte von Angola -- bewaffneter Flügel der MPLA) als den Hauptakteuren der Kämpfe, und dieses Kommuniqué beschränkt sich Jarauf, die Bevölkerung von Luanda in dem Sinne lediglich zu erwähnen als sie der FAPLA "zugejubelt" habe und ihr bei der Ausräuchering der FNLA-Stellungen geholfen habe. Eine weitere rein militärische Operation? Wahrscheinlich. Aber ab jetzt ist die Zukunft der MPLA direkt verknüpft mit der Fähigkeit der Bevölkerung, gegenüber einer erneuten Offensive der FNLA Widerstand zu leisten und die Stadt zu halten. Daher stellt sich heute in konkreter Weise die Frage der Bewalfnung der Bevölkerung, der bewaffneten Milizen und des militärischen Gesamtpotentials.
in die Städte zu flüchten, ihre Plantagen und Geschäfte zu verlassen und die Rückreise nach Portugal anzutreten. In den Kämpfen zwischen der FNLA und der MPLA ist die portugiesische Armee bisher neutral geblieben. Sie beschränkte sich darauf, ihre guten Dienste für eventuelle Verhandlungen anzubie- In einer solchen Situation ist die weitere Anwesenheit der portugiesischen Truppen schädlich, Im schlimmsten Fall sind sie eine reale Gefahr im Rücken der MPLA, und im besten Fall nähren sie gefährliche Illusionen innerhalb der Massenbewegung und verzögern deren Vorbereitungsmaßnahmen zur Selbstverteidigung (1).
Die allein richtige Forderung muß daher folgende Waffen und MPLA und an die Volkskomitees!" Obwohl südafrikanische truppen im suden von Angola einmarschiert sinc und dort die in Pereira Deca siegreichen Trupper der MPLA vertrieben haben, wartet man weiterhin auf eine diesbezügliche Stellungnahme des portugiesischen Oberkommandos von Angola, Diejenigen, die sich in Portugal lediglich für die Boykottierung des Transports portugiesischer Truppen nach Angola einsetzen, machen damit nur halbe Arbeit. Die Bewaltnung der Volksmilizen und der MPLA muß in diesen Kampf integriert wer- Deshalb auch ist die portugiesische Armee nicht neu- Die portugiesische Armee
Viel mehr als in Moçambique und ganz zu schweigen von Guinea-Bissao, ist die Kolonialarmee von Angola eine gespaltene Armee.
Sicher, ein Teil der Truppen hat von diesem endlosen Krieg die Nase voil und ist von den Ereignissen des 25. April in Portugal beeinflußt worden: dieser Teil hat gemeinsame Sache mit der MPLA gemacht, in der er den "Verbündeten der MFA" sah.
Aber die Existenz einer bedeutenden Bourgeoisie in Angola, das Gewicht eines bequemen stadtischen Lebens -- fernab von den Kämpfen, hat in größerem Maße eine Osmose zwischen der Armee einerseits und der kolonialen Bourgeoisie und Kleinbourgeoisie andererseits ermöglicht. Coutinho gelang es nur mit Müh und Not, seine Truppen im Zaum zu halten, besonders die Luftwaffe. Sein Nachfolger Cardoso ergriff offen Partei für die FNLA und die UNITA. Der heutige Oberkommandierende, Cardosos rechter Arm Macedo, ist der MPLA gewogener.
Aber wie dem auch sei, die portugiesische Armee ist gespalten, und eine große Fraktion ist bereit, gegen die MPLA zu kämpfen. Portugiesische Truppen griffen den Sitz der MPLA in Luanda an (Villa Alice). Ergebnis: fast dreißig Tote. Nach den letzten Zusammenstößen hat die portugiesische Armee einen allgemeinen Rückzug auf Luanda und die anderen großen Städte vorgenommen. was zur Aufgabe von Nordangola führte und somit die zügellose Hilfe der Armee von Zaire an die FNLA erleichtert.
Durch diese Rückzugsbewegung zwingt die portugiesische Armee die gesamte weiße Bevölkerung. den.
Denn die Weigerung nach Angola zu gehen, um dadurch gegen "Imperialismus und ge rialismus zu kämpfen, ist offensichtlich auch cinc Weigerung, die MPLA zu unterstützen, die indirekt als "Agent Moskaus" bezeichnet wird, Dagegen ist die Position, nichts gegen die Präsenz der portugiesischen Truppen in Angola zu sagen -- unter dem Vorwand, daß die Möglichkeit bestehe, daß diese die MPLA unterstützen -- cin ebenso großer Irrtum. Die gegenwärtige Situation und die Natur der portugiesischen Armee in Angola verbieten eine solche Prognose.
Die Konterrevolution marschiert:
FNLA und UNITA
Die FNLA hat heute ein Kräfteverhältnis hergestellt, Jas weit günstiger ist als zum Zeitpunkt des 25. April 1974 -- für sie, versteht sich. In dieser Hin sicht hat sie ihre Glaubwürdigkeit in den Augen der imperialistischen Fraktionen, von denen sie unterstützt wird, erhöhen könren, Da sie engstens mit dem Regime in Zaire verbunden ist, ist die FNLA teilweise auch abhängig von den Beziehungen zwischen Zaire und dem Weltimperialismus. ist keine manipulierte "Marionette". Er ist heute ein Diktator, der sich auf die kollossalen Reichtümer seines Landes stützen kann, um sich seine konterrevolutionäre Rolle in Zentralafrika von den verschiedenen Fraktionen des Imperialismus in barer Münze ausbezahlen zu lassen. Im Zusammenhang mit dem Mobutu-Regime und mit den Kämpfen zwischen verschiedenen, miteinander konkurrierenden Interessengruppen können verschiedene Allianzen und verscliicdene konjunkturelle Einflüsse an Boden gewinnen und wieder verschwinden. Im Augenblick ist das privilegierte Bündnis mit dem nordamerikanischen Imperialismus nicht in
Frage gestellt; es können jedoch in Zukunft durchus andere Mächte Druck ausüben, wie das die Reise von Giscard d' Estaing nach Kinshasa anzukündigen scheint. Die MPLA hat die Existenz einer amerikanischen Luftbrücke zwischen Zaire und einem Luftwaffenstützpunkt auf angolesischem Territorium, der vom portugiesischen Generalstab großzügig der FNLA überlassen worden war, angeprangert.
"Le Monde" hat davon gesprochen, daß es wahrscheinlich bereits französische Waffenlieferungen an die FNLA gibt. Auch ein hoher französischer Militär soll sich an Ort und Stelle aufhalten. Heuwo Südafrika in Südangola eindringt, um verschiedene Städte der MPLA wieder zu entreißen, Interessen (Krupp ist Hauptaktionär in den Eisenerzminen von Cassinga) ist ein Trumpf, den Savimbi nicht verlieren möchte.
Aber die Verallgemeinerung der Kämpfe macht diesen Versuch der UNITA, sich regional abzuschließen, sehr schwierig.
Savimbi die MPL gemeinsame Sache mit der FNLA gegen machen, kündigen letztere Verhandlungen mit der UNITA an.
m Sonntag den 17. August, fand in Luanda Ben die arce unten te de mitten wird deutlich, Operationen zeitlich miteinander abzustimmen. Die Führung der FNLA wird daher die kluge Unterstützung, die sie hie und da von anderswo erhält addieren und gegeneinander abwägen. Die Rückkehr von tausenden von Flüchtlingen aus Zaire nach Angola schatit in den von der FNLA kontrollierten Zonen das vorerst unlösbare Problem, daß ein großes Lebensmitteldefizit besteht. Die Weigerung der Konferenz der "Organisation für afrikanische Einheit". die portugiesische Haltung in Angola zu verurteilen -- auf einen Antrag von Zaire hin --, hat die zerbrechliche Natur der diplomatischen Unterstützung der afrikanischen Staaten für die FNLA gezeigt. Und dies keineswegs, well diese Staaten besondere Sympathien für die MPLA hegen würden, sondern weil sie bereits heute Angst haben vor jener wirtschaftlichen und militarischen Macht, die eine Achse Kinshasa-Luanda unter der Führung eines Mobutu und eines Holden Roberto darstellen würde.
Die UNITA hat ihrerseits seit dem 25. April die Karte der scheinbaren Neutralität zwischen MPLA und FNLA ausgespielt. In dieser Zeit suchte sie evorzugt, im Namen eines multirassischen Anzola, die Unterstützung der reaktionären Sektoren der weißen Kolonisten, einschließlich der "Angolesischen Einheitsfront" des Faschisten Falcao, gewinnen. Nunhat jedoch die Massenflucht dieser portugiesischen Kolonie der UNITA etwas den Boden den häufigen Zusammenstößen zwischen FNLA und unter den Füßen weggezogen (2). Konfrontiert mit Taktik revidieren müssen. MPLA hat die Bewegung von J. Savimbi ihre Die UNITA setzte voll auf die regionalistische Karte und verknüpfte ihr Schicksal fest mit dem heletes Die UNiTA, die im Seen des Fuses Quanza verankert ist, hat versucht zu verhindern, Savimbi hat wirtschaftliche Aktivitäten in "'seinem" daß der Krieg sich im Süden verallgemeinert. ebiet ermutigt. Er hat behauptet, die Sicherheit von Leben und Hab und Gut der europäischen Bevölkerung garantieren zu können. Es gab Gerüchte, ne besagten, daß diese ganze Region sich im Falle eines verallgemeinerten Konfliktes unter der Fuhrung der UNITA abtrennen würde vom übrigen Region Angola. Diese Region ist in der Tat die reichste Angolas, und diejenige, die von den euro- Paischen kapitalistischen Interessen am meisten durchdrungen ist (Eisenbahn von Benguela, Minen ropäischen kapitalistischen Kreise des Gemeinsa- von Cassinga ...) Die Unterstitzung durch die eumen Marktes, durch französische und deutsche ine große Massendemonstration zur Unterstützun der MPLA statt. Bei diesem Anlaß erklärte Lopo de Nascumento, Mitglied der MPLA und der Koalitionsregierung, der französischen Presseagentur, daß ein Bündnis seiner Bewegung mit der UNITA notwendig sei! Zum gleichen Zeitpunkt kämpfverbündeten Truppen der FNLA und der UNITA umzingelt.
Ein solches Verhalten zeigt deutlich den Opportunismus der Führung der MPLA, die öffentlich (Interview von Neto vom 3. Mai in "Sempre Fixe" Wochenzeitung in Lissabon) die Verankerung der UNITA im Süden Angolas anerkennt. Aber es zeigt auch den konfliktgeladenen Charakter einer Allíanz zwischen der FNLA und der UNITA, was letztere zwingt, sich mit allen Mitteln ihre regionale "Repräsentativität" vergüten zu lassen. Da die UNITA militärisch ziemlich schwach ist, ist sie auch bereit, sich mal mit der MPLA zu verbünden, je nach den Schwankungen der imperia listischen Unterstützungen für die FNLA. Aber deswegen wird ihre konterrevolutionäre Natur nicht ausgelöscht; niemand wird ihre Angriffe gegen die Selbstorganisation der Arbeiter und gegen die Streiks vergessen, und auch nicht ihr Bündnis mit gewissen Sektoren des Imperialismus.
Heute sind die FNLA und die UNITA die einzigen Kräfte, über die der Imperialismus vertugt, um in Angola eine neokoloniale Lösung durchzusetzen. Angesichts der bereits beträchtlichen Anzahl ausländischer Investoren in diesem Land, werden diese beiden Organisationen durch die gemeinsamen Interessen der einen und die Ambitionen der anderen ins Zentrum der Verhandlungen gerückt.
Die städtische Massenbewegung ist sich darüber vollkommen im klaren, besonders wenn sie anläßlich der Ausräucherung des "Volkshauses" (sic!) der FNLA in Luanda dort eine Reihe von perfekt ausgerüsteten Foltersälen und Massengräber findet, in denen dutzende von Opfern übereinander aufgeschichtet sind, Aus diesen Gründen gibt die MPLA ungenüende Antworten was die Perspektiven des Kampfes angeht Die MPLA-Führung beharrt auf ihrer Linie
In seiner Erklärung vom 16. Juli gibt Paolo T. Jorge, Mitglied der Kommission für die Beziehungen zum Ausland, als Hauptgrund für die
ANGOLA neue Situation "die mangeinde Respektierung des Abkommens von Alvor" an, lichen von Seiten der FNLA, aber oft auch in Komplizenschaft mit der UNITA". Und kurz darauf fügt er hinzu: "In dem legitimen Wunsch, die bewaffneten Auseinandersetzungen zu überwinden und eine neue gemeinsame Plattform zwischen der MPLA, der FNLA und der UNITA zu finden -- trotz politischer und ideologischer Differenzen und trotz der bereits hinter ihnen liegenden belastenden Vergangenheit --, um eine harmonische, ruhige Entwicklung des Entkolonialisierungsprozesses zu ermöglichen, haben sich die Führer der drei Organisationen in Nakuru (Kenia) im Juni getroffen und ein neues Protoll unterzeichnet, das mehr oder weniger die grundlegenden Passagen und Klauseln des Abkommens von Alvor bestätigt. Aber die FNLA hat einmal mehr das neue Abkommen nicht respektiert, trotz (!) des offensichtlichen guten Willens (!) von Seiten der Führer der MPLA". So schreibt ein wichtiges Mitglied des MPLA- Apparates die neuere Geschichte seines Landes! In der Nummer 14 ihrer Zeitung "Vitoria Certa" vom 19. Juli, zu einem Zeitpunkt als die Gegenollensive voll lief, veröffentlichte die MPLA einen kurzen Artikel über die Volksmacht, in dem von der Notwendigkeit, die Volksmacht zu entwickeln, gesprochen wird: "Die Organisationsformen der Volksmacht müssen verstärkt und ausgeweitet werden, damit das Volk sich frei ausdrücken und seine Interessen verteidiger kann, das heißt im wesentlichen die Interessen del Arbeiter und Bauern. Diese Klassen müssen in den Volksorganen breit vertreten sein, und dies unabhängig von den Befreiungsbewegungen, den Stämmer lassen. Das Volk muß sich in organisierter rorn ausdrücken, das Volk muß kämpfen und frei seine Avantgarde auswählen.
In einem über Radio-Luanda verbreiteten Kommunique lancierte das Politische Büro der MPLA "einen dringenden Appel an die Volkskommissionen in den Stadtvierteln, dort überall Wachsamkeitsbrigaden aufzustellen, die aus bewußten und disziplinierten Bürgern zusammengestellt werden sollen, mit dem Ziel, zu verhindern, daß Randgruppen -- stehen sie nun im Dienste der Reaktion oder nicht -- Akte des Banditentums begehen wie Morde, Plünderungen, Vandalismus und Vergewaltigungen". Die MPLA ruft das Koordinierungsorgan der Volkskommunen in den Stadtvierteln auf, gemeinsam mit der Stadtverwaltung von Luanda zu studieren, wie das Problem der Bestattung der Leichen, das Problem des Wasserund Elektrizitätsmangels und andere Dinge aus ihrer Kompetenz gelöst werden können." ("A Capital", 17.7.75).
Diese Erklärungen über die Volksmacht bleiben zweideutig, da sie lediglich eine praktische Funktion definieren und nicht eine Strategie der Entwicklung, Ausweitung und Zentralisierung der Selbstorganisierun und der Selbstverteidigung als Hauptform der Staats macht der arbeitenden Massen.
Die Beziehungen zwischen der MPLA und dem Staatsapparat bleiben umso mehr im Dunkeln als Dermanent an die Respektierung des Abkommens von Alvor erinnert wird, das heißt an eine Art bürgerliche Regierung. Dort liegt der fundamentale Widerspruch, der in der Massenbewegung die schlimmsten Illusionen nährt.
Wenn die Truppen der MPLA heute in Lobito, Luso und Nova Lisboa von den Truppen der FNLA, die sich hunderte von Kilometern von ihrer Basis in aire authalten, umzingelt werden, wenn die JNITA aus dem Süden ihre Festung gemacht hat dann dank der formellen Gleichheit, die das Abkommen von Alvor diesen drei Organisationen gewährt. Mitten im Bürgerkrieg, zu einem Zeitpunkt, wo das Schicksal der angolesischen Revolution auf dem Spiel steht, an das Abkommen von Alvor als Basis für diepolitische Schlacht der MPLA zu erinnern, ist unverantwortlich.
Diest zeigt überdeutlich die nationalistische Ausrichtung der MPLA -Führung.
löst, weil ihr eigenes Überleben bedroht war Diese hat die Gegenoffensive nur deshalb aus durch die FNLA. Jedes einzelne Mitglied dieser Führung daß die Führer der MPLA Keine andere Unter- daß die FNLA -- angesichts der Tatsache, stützung haben als die der Massen -- sofort und gnadenlos physisch liquidicren würde. Aber daß die schändlichen Kompromisse der letzten achtzehn Monate mit diesen Agenten des Imperia lismus unstabile Kräfteverhältnisse hervorgebracht haben, das taucht in der Analyse der MPLA in keinster Weise auf. Die MPLA liefert den Massen weiterhin eine moralisierende Einschätzung der Situation, indem sie von "den Bösen" spricht, "die ihr Ehrenwort brechen" • Wenn man gegen die FNLA kämpfen will, dann muß man den Kampf der angolesischen Massen im Rahmen der gesamten afrikanischen Revolution sehen. Man muß die Massen in den neo-kolonialen Länder Afrikas wachrütteln und man darf sich nicht damit begnügen, diplomatische Wortgefechte auf der Tribüne der "Organisation für afrikanische Einheit" zu führen.
Was die UNITA angeht, so sei hier die Analyse von A. Neto in einem Interview vom 3. Mai 1975 in "Sempre Fixe" angeführt: "Augenblicklich verfolgt die UNITA gleiche Wege wie die FNLA und deswegen haben wir keinerlei Möglichkeit, mit ihr zusammen in einer Regierung zu arbeiten. Man kann nicht sagen, daß die UNITA neutral sei. Sicher, der Hauptzusammenstoß findet nicht mit der UNITA statt; wir haben dennoch gute Gründe inzunehmen daß, wenn die UNITA die einzige Ge• genkraft wäre, ihre Haltung sich nicht von derjenides de Beding unen schoch horten wir oc Selbst unter daß die UNITA den Weg der Versöhnung, den Weg des wallren Friedens einschlägt."
Eine seltsame Konzeption von Versöhnung und Frieden, nachdem man einen Satz davor die FNLA und die UNITA auf eine gemeinsame Ebene gestellt hat. All dies ist einer korrekten Erziehung der Massenniemandem weh zu tun. Damit will man sich die Tür für neue verrottete Verhandlungen zur Etablierung irgendeiner Art von "Einheitsregierung" offenhalten.
Es ist sicher richtig, daß sich die UNITA heute eine Basis im Süden zurechtgezimmert hat. Aber man wird dies nicht dadurch wieder rückgängig machen können, indem man im Rücken der stadtischen Massenbewegung eine taktische Allianz mit jener eingeht.
Vor allem muß ein Forderungskatalog für die băuerlichen und kleinbürgerlichen Sektoren augestellt werden. Nur durch ein solches Vorgehen besteht die UNITA zu entlarven und bloßzu • stellen vor ihrer eigenen Basis. Und selbst wenn die UNITA aus dieser Richtung bedroht wird, kann alles erneut verloren gehen durch einen neuen Kompromiß in Gestalt eines Bündnisses in letzter Mitu - das das Image von Savimbi erneut aufmöbeln Peking und die angolesische Reaktion Die sowjetische Bürokratie hat sich lange Zeit damit begnügt, die MPLA zu unterstützen, ohne jedoch klar Position gegen die FNLA zu beziehen. Die Respektierung des Abkommens von Alvor, aber vor allem die Linie, angesichts einer noch unsicheren Zukunft niemandem zu weh zu tun, leitete die sowjetische Diplomatie.
Seit einiger Zeit hat sich der Ton etwas Am 17. August klagte die "Pravda" die FNLA anit. sie werde von "Peking, von den Rassisten Südafrikas und von den multinationalen Monopolen, die die natürlichen Reichtümer Angolas in ihren Händen behalten wollen", unterstützt.
Die Unterstützung für die MPLA, die als "erprobte revolutionare Avantgarde in diesem Lande" bezeichnet wird (Krasnaia Zvezda vom 17,8.75), ist ein entscheidendes Element der sowjetischen Diplomatie in Süd- und Zentralafrika. Eine Niederlage der MPLA würde zu einem entscheidenden Durchbruch der US-Diplomatie führen und zu einem Rückschlag für die von der SWAPO in Namibien und der ANC in Rhodesien errungenen Positionen; diese beiden Organisationen verkörper die besten Hoffnungen der Kreml-Bürokratie.
Die "Arbeit" ist jedoch bereits gut vorbereitet durch die offen konterrevolutionäre Haltung der chinesischen Führung.
Es ist bekannt, daß Peking der FNLA mehr als 200 Militärberater zur Verfügung gestellt hat, ein Ergebnis der Abmachungen zwischen China und Zaire, Heute vermerkt man die Präsenz der Chinesen an den vordersten Frontlinien, 2.B. in Caxito (Interview mit einem Genossen der französischen LcR, der kürzlich aus Angola zurückgekehrt ist). Diese Information stammt von einem gefangengenommenen FNLA-Söldner.
Die Angola aden, si die chinesingetre auf die Am 26. Juli schrieb "Neues China", daß ein "Interessenkonflikt" zwischen den verschiedenen Befreiungsbewegungen in Angola bestehe, und daß die Zusammenstöße zwischen ihnen im wesentlichen das Werk der "Spaltungsmanöver" der Sowjetunion sel- "Am Vorabend der Unabhängigkeit von Angola, und unmittelbar nach der Unterzeichnung des Abgraphische Position einnimmt. " der Kontrolle über Angola, das eine strategische geo- "Neues China" klagt die Sowjetunion an, "bedeutende Mengen von schweren Waffen" nach sie würde Luanda (und damit indirekt an die MPLA) liefern. "Obwohl die Organisation für Afrikanische Einheit alle drei angolesischen Befreiungsbewegungen anerkennt und unterstützt, klassifiziert der sowjetische Sozialimperialismus sie in betrügerischer Weise in drei Kategorien: revolutionar, nicht-revolutionar, konterrevolutionär... und dies trotz der Tatsache, daß diese drei Bewegungen einen jahrelangen bewaffneten Kampf durchgeführt haben." Am 12. Juli hat Chai-Se-Min, Präsident der Gesellschaft für die Freundschaft mit fremden Ländern, eine Delegation der FNLA emptangen. Die Delegation der FNLA, die in Peking empfangen wurde, wurde von Hendrik Vall Neto angeführt, dem Staatssekretär im Informationsministerium der Koalitionsregierung. Dieses Individuum befand sich im Februar an der Spitze eines FNLA -Kommandos, das den Sender Radio-Luanda angriff und dabei einen Radiosprecher, einen Sympathisanten der MPLA, entführte und folterte, sowie die Arbeiter mißhandelte, weil sie der Kampagne für die Volksmacht einen zu großen Platz eingeräumt hatten, Dieser Empfang in Peking fand (nach einer in Tokio auf- Zeitpunkt stat, ais die MLA die LA aus Luan- von sinhua) zum gleichen da vertrieb.
Für einen antikapitalistischen Kampf! Man kann sich zu den drei Befreiungsbewegungen nicht neutral verhalten: etwa mit dem Hinweis auf eine Etappenkonzeption, die als erste Etappe den Kampf des "angolesischen Nationalismus" gegen die portugiesische Präsenz angibt.
Die wirtschaftliche Durchdringung Angolas durch das internationale Kapital macht die Fraze des portugiesischen Neokolonialismus" vollkommen abhängig von der Unterordnung der angolesischen Wirtschaft unter die verschiedenen imperialistischen Interessen, die sich untereinander die Konzessionen teilen. Deshalb besteht die vordringliche Aufgabe darin, die Verbindung zwischen den Kräften der FNLA und der UNITA einerseits und den Interessen der verschiedenen imperialistischen Fraktionen andererseits aufzudecken (siehe INPREKORR Nr. 39). Und dabei muß eine scharfe Kritik an den portugiesischen Reformisten geübt werden, die -- obwohl sie behaup-
ANGOLA ten, gegen jede neo-koloniale Lösung zu sein -über die von Lissabon mit zahlreichen imperialistischen Konzemen ausgehandelten Verträge zur Ausplünderung der Reichtümer Angolas schweigen. Die Spaltungen innerhalb des "angolesischen Nationalismus" drücken schlicht und einfach den Konflikt zwischen den Befürwortern einer sofortigen neokolonialen Lösung und einer Massenbewegung aus, ihre ersten Erfahrungen auf dem Gebiet der Selbstorganisation gemacht hat und die teilweise von einer kleinbürgerlichen nationalistischen Bewegung kontrolliert wird.
Wenn wir sagen, daß wir die MPLA unterstützen, so wenden wir uns gleichzeitig an die angolesischen Massen, um ihnen zu sagen: "Wir unterstützen die weil sie heute die politische und militärische Kraft ist, in die ihr euer Vertrauen setzt und der ihr beitretet. Wir unterstützen die MPLA, weil sie heute die einzige militärische Kraft ist, die sich der brutalsten Repression, die die afrikanische Revolution je gekannt hat, widersetzt. Aber die Fuhrung der MPLA wird sich letztendlich nicht voll für das Ziel einsetzen für das ihr kämpft, für das Ende jeglicher Ausbeutung, für ein wirklich freies und von jeglicher imperialistischer Einmischung befrei- Eure Führung. glaubt, daß man euren Kampf versöhnen kann mit der afrikanischen Diplo matie und der "nationalen Einheit" und indem man eine wirkliche sozialistische Revolution vermeidet. Wenn wir die MPLA unterstützen, so unterstützen wir euren Kampf, den Kampf der Arbeiter und der armen Bauer, den der Militanten und revolutionăren Kader der MPLA. Aber wir warnen euch vor der Zick-Zack-Politik der nationalen Führung, vor deren Illusionen und Schwankungen.
Wir sind überzeugt davon, daß durch die MPLA eine Klassenlinie geht, und wir glauben, daß der Weg, der zu einer Radikalisierung des Kampfes und zum Hinüberwachsen dieses Kampfes in eine sozialistische Revolution über den Aufbau einer wirklich kommunistischen Führung gehen muß. Deshalb müssen die bewußten Elemente der Bewegung bereits heute organisiert werden und ihre eigenen Perspektiven vorbringen.
Eine Klassenkampftendenz müßte sich in der gegenwärtigen Periode darin ausdrücken, daß sie jede neue politische Übereinkunft mit FNLA und UNITA zurückweist, indem sie eine kritische Bilanz der vorangegangenen Abkommen zieht und indem sie die Formel einer Koalitionsregierung anprangert. Eine solche Tendenz müßte die unklaren Formulierungen der Maoisten über die "Volksdemokratie" überwinden, um die konkreten Aufgaben einer sozialistischen Revolution zu formulieren. Die Entwicklung der Stadtteilkomitees und der Volksmilizen als die Staatsmacht der Massen vorauszeichnende und vorbereitende Struktuen, die entschädigungslose Enteignung der Kapitaisten, ein Komplex von Forderungen für die Bauernschaft, eine klare Antwort auf die Selbstbestimmungsforderungen der verschiedenen ethnischen auf das Problem der nationalen Sprachen, auf die Zerstörung der Eigentumsformen in den Kafdie bereits durch Hunger und Massaker geschwächte Massenbewegung mit neuem Elan zu versehen. Man muß die nationalistischen Illusionen zerbrechen, indem man die Maskerade der afrikanischen Diplomatie anprangert, indem man die Massen im Kongo, in Zafre, in Sambia aufruft, sich zu mobilisieren und indem man die militante Solidarität der afrikanischen Revolutionäre sowie der internationalen revolutionären Bewegung anfordert. Am 15. August erklärte der Nachfolger von Cardoso, der General. Antonio Ferreira Macedo, dais die Koalitionsregierung unfähig sei, irgendeine Verantworung zu übernehmen und beschloß, allein die Exekutivgewalt zu übemehmen. Gegenüber dieser Entscheidung hat die MPLA, die der wirkliche Herr von Luanda ist, eine eventuelle einseitige Unabhängigkeitserklärung angedeutet. Die juristische Formel ist nicht entscheidend, umso mehr als dies -- im Geist der Führer der MPLA -neue Verhandlungen nach sich ziehen kann, um von einer Reihe von afrikanischen Staaten diplomatisch anerkannt zu werden.
Gegenüber den Verzögerungsmanövern durch Portuga) muß man heute alle Macht für die MPLA fordern.
Ein solcher Regruppierungsprozess ist nicht nur die Voraussetzung für eine anerkannte revolutionäre Führung, sondern er ist auch die einzige Altemaive zu der augenblicklichen Führung der MPLA, die bei jedem Schritt droht, in verschiedene Fraktionen auseinanderzubrechen: sei dies nun anläßlich von Verhandlungen mit der UNITA oder anläßlich einer einseitigen Unabhängigkeitserklärung oder anläßlich vieler anderer Dinge mehr... Die Gefahren einer Intemationalisierung des Konfliktes sind nicht verschwunden. Man spricht bereits von einer militärischen Intervention Südafrikas, um den Staudamm von Calueque am Fluß Cunene zu "schützen" . In diese Region hat Südafrika viel investiert, um die Elektrizität für Namibien zu sichem.
All dies trägt dazu bei, daß die Kämpfe des angolesischen Volkes eine entscheidende Rolle für die zukünftigen Kräfteverhältnisse im ganzen südlichen Afrika spielen werden, zu einem Zeitpunkt, wo das rhodesische Regime seine letzte Karte ausspielt und wo Pretoria sich daran macht, de Bevölkerung Namibiens in Reservate zu stecken. Heute kämpft die MPLA um die Kontrolle der Küste. Moçamedes, Benguela, Lobito, das sind die entscheidenden Schlachten für die Versorgung und die Logistik.
Portugiesische, südafrikanische und Zaire-Truppen raus aus Angola!
Internationale Solidarität mit den Kämpfen der angolesischen Arbeiter und Bauern!
Hände weg von der angolesischen Revolution!
Anmerkungen:
(1) Bei den augenblicklichen militärischen Kräfteverhältnissen ist die Frage der Luftwaffe entscheidend. Wer als erster über eine gewisse Anzahl von Flugzeusen verfüat. wird alle Chancer haben, die Situation fundamental zu seinen Gunsten zu verändem.
(2) Seit mehreren Wochen warten tausende von Portugiesen auf den Flughäfen von Luanda und Nova Lisboa auf ein Flugzeug, das sie nach Portugal zurückbringt. Andere fahren in Kollonnen von hunderten von Fahrzeugen nach Namibien, wo sie einige Zeit bei Südafrikanem verbringen, bevor sie nach Portugal zurückkehren. Fast täglich kommt es in Luanda zu antikommunistischen oder anti-MFA-Demonstrationen der weißen Kolonisten. Die Frage dieser reaktionären Heimkehrer wird nicht ohne Bedeutung sein für die innerportugiesische Situation. 22. August 1975
ÄGYPTEN: