S. LAMPION & H. VALENTIN " Es scheint als wäre die Talsohle der Wirtschaftsrezes- mismus der französischen Bourgeoisie, der im Gegension jetzt endgültig erreicht", schrieb die Tageszei- satz steht zu der bis vor einigen Wochen zur Schau tung der französischen Unternehmer "Les Echos". Dies getragenen prahlerisch optimistischen Haltung, was die faßt in wenigen Worten die Situation der französischen Lösungsmöglichkeiten für die Krise angeht. Diesel Wirtschaft zusammen. War Frankreich länger als an- Pessimismus wird noch verstärkt durch die sich ergedere kapitalistische Länder von der Krise verschont ge- benden kurzfristigen Perspektiven für Frankreich selbst. blieben, so bekam es ab Herbst 1974 sehr plötzlich Drei Schlüsselbereiche stehen gegenwärtig vor großen und entsprechend scharf die Auswirkungen des Rück- Schwierigkeiten: die Stahlindustrie, die seit drei Mogangs der Weltwirtschaft zu spüren. Innerhalb von ei- • weniger Inlandsaufträge als vor einem Jahı nigen Monaten ist der französische Kapitalismus in verzeichnet; der Bausektor, für den die Unternehmerdie schärfste Rezession seit dem zweiten Weltkrieg kammer einen Rückgang der Tätigkeit von 20-25% hineingeraten. in den nächsten 8 Monaten voraussagt; und der Automobilsektor, der im März und April 75 einen erneu- Die stärkste Rezession nach ten Absatzrückgang zu verzeichnen hatte. Dieser Rückgang beträgt, auf das ganze Jahr umgerechnet, dem Krieg 35% (April 74 bis April 75).
Im allgemeinen sind die Lagerbestände sowohl im Industriegütersektor wie im Konsumgütersektor gewaltig hoch. Obwohl die"neu eingehenden" Lager- 1.) Nachdem die industrielle Produktion im ersten bestände sich verringern, wäre es dennoch falsch, Halbjahr 1974 stark angestiegen war, setzte eine ge- daraus einen "technischen Aufschwung" abzuleiten (1). genläutige Entwicklung ab Sommer 1974 ein. Der Dieses Phänomen ist auf dieser Ebene lediglich Ausdruck Rückgang betrug von August 74 bis Januar 75 etwa für die Tatsache, daß die Unternehmer nicht in der 10%. Die wichtigsten Branchen wurden -- trotz Lage sind, einen Markt für die Waren aus ihren Lagereiniger zeitlicher Unterschiede -- nacheinander beständen zu finden. Zusätzlich werden die Auftragsdavon betroffen. Von Oktober 74 bis Januar 75 sank bücher dünner, besonders im Konsumgütersektor, und die Produktion der chemischen Industrie um 12%, lies vor allem aufgrund des gewaltigen Rückgangs del in der metallverarbeitenden Industrie um 11% und uslandsbestellungen. Das Wachstum der Investitioner um 7% im Automobilsektor. Von November 74 bis wird wahrscheinlich dieses Jahr ein negatives Vorzei- Februar 75 sank die Stahlproduktion um 17%. Der chen bekommen(gegenüber 7% Wachstum im Jahre allgemeine Konjunkturumschwung drückt sich ande- 1973 und 3% im jahre 1974). Die letzte Schätzung rerseits darin aus, daß Produktionskapazitäten brach- von INSEE (2) gibt einen Rückgang von 3-4% an. liegen. Nur noch 17% der Betriebe (gegenüber 40% vor einem Jahr) kennen Engpässe in der Produktion. Die französische Bourgeoisie versucht vor allem, die Die Chemie-Branche arbeitet nur noch mit 50% ihrer Schäden in Grenzen zu halten. Die verschiedenen Produktionskapazitäten. Wieder ankurbelungsprojekte, angekündigt sind, zielen insbesondere darauf ab, Die französische Bourgeoisie wurde vom Ausmaß der die Unternehmer zu beruhigen: "Die Regierung wird Rezession vor allem deshalb überrascht, weil sie der eine Krise wie die von 1935/36 nicht zulassen. Meinung war, daß sie den Auswirkungen des allgemei- ergriffenen Maßnahmen sollen eine zu schnelle Vernen Rückgangs der Wirtschaftstätigkeiten in den wich- schlechterung der aktuellen Lage verhindern: das tigsten imperialistischen Ländern entgehen könne. Lan- Baugewerbe wird durch Kreditvergünstigen für den ge Zeit sprach sie von einem möglichen neuen Auf- Bau von Wohnungen, die produktiven Investitionen schwung ab Sommer 1975. Obwohl es in Japan und in durch Entwicklungsprogramme im öffentlichen Bereich der BRD Anzeichen für einen Wiederaufschwung gibt, und Steuervergünstigungen angekurbelt: eine selektive so ist doch heute klar, daß auf internationaler Ebene Hilfe in Form von Zinsvergünstigungen geht an die auf nicht vor Jahresende mit einem Wirtschaftsaufschwung den Export ausgerichteten Sektoren. zu rechnen ist. Damit ist auch ein Aufschwung der französischen Wirtschaft bis zu diesem Zeitpunkt aus- 2.) Die rasche Ausdehnung der Rezession führte nach geschlossen. Das erklärt auch den momentanen Pessi- dem Sommer 74 zu einem spektakulären Anstieg der
Arbeitslosigkeit. Wenn man von den Statistiken der INSEE ausgeht (die nur diejenigen Arbeitslosen erfaßt, die sich beim "Nationalen Arbeitsamt" um Arbeit beworben haben), soll die Zahl der Arbeitslosen von Ende August 74 bis Ende April 75 um 72% gestiegen sein. Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der offenen Stellen um 97% zurückgegangen. Gewerkschaftliche Quellen gehen momentan von 1, 2 Mio Arbeitslosen aus. Frankreich hat noch nie so viele Arbeitslose ge habt, nicht einmal auf dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise von 1935/36, wo es höchstens 800 000 Arbeitslose Dieses Phänomen wird durch drei zusätzliche Faktoren verschärft: zum einen hat die Kurzarbeit beträchtlich zugenommen. Nach Angaben des Arbeitsministeriums wurde im Verlauf des Monats Februar 1975 an mehr als mehr als im Februar 1914. Sicherlich ist die wirklich iner Million Arbeitstagen ": Zahl wesentlich höher, hauptsächlich deshalb, weil in den Statistiken des Arbeitsministeriums Kurzarbeit nur dann auftaucht, wenn sie unterhalb von 40 Stunden pro Woche liegt. Zum anderen sind die bisherigen Entlassungen (in den letzten 6 Monaten) kaum in grösseren Betrieben vorgenommen wurden. Diese haben bisher Kurzarbeit vorgezogen. Und schließlich ist die Arbeitslosigkeit, trotz Einwanderungsstop für ausländische Arbeiter (diese stellen 1% der aktiven Bevölkerung), seit dem zweiten Halbjahr 74 gestiegen.
Die kurzfristigen Perspektiven auf dem Arbeitsstellenmarkt sind äußerst schlecht. Im Juni wird der Arbeitsmarkt um 300 000 Jugendliche vergrößert. Angesichts der Krise der französischen Wirtschaft (die mit der seit 1968 existierenden Tendenz zusammenfällt, daß es zunehmend zu wenig Arbeitsplätze für das vorhandene Arbeitsplätzepotential gibt), werden wahrscheinlich diese 300 000 Jugendlichen zu den 1,2 Mio Arbeitslosen hinzukommen. Obwohl die Regierung versprochen hatte, daß die Zahl der Arbeitslosen keineswegs die Millionengrenze überschreiten würde, muß heute die von neuen Arbeitsplätzen stimulieren sollen, insbesondere im öffentlichen Dienst. Dieser Plan wird jedoch keineswegs die Arbeitslosenquote vor Ablauf einiger Monate verringern können. Die Perspektiven für den Herbst 1975 scheinen klar zu sein: 1,5 Mio Arbeitslose. 3.) Die Inflationsrate, die -- trotz Rezession -- 1974 15% betrug, entwickelt sich weiter mit'einem Jahresrhythmus von 11% (2, 7% für das erste Quartal 1975). Die französische Bourgeoisie feiert den spürbaren Rückgang der Inflation als Sieg. Es ist möglich, daß dieses Jahr die Inflationsrate auf etwa 10% begrenzt werder kann. Jedoch ist dieser Rückgang viel mehr auf konjunkturelle und internationale Faktoren zurückzuführen (Tendenz zur langsamen inflationären Entwicklung ir allen von der Krise betroffenen Ländern und Fall de Rohstoffpreise) als auf die "Anti-Inflationspläne", die seit Dezember 1972 Legion geworden sind, Wenn man die Entwicklung des französischen Preisindex für die letzten Monate analysiert, so stellt man fest, daß das reringere Ansteigen insgesamt nur auf das relative Sin• ‹en der Industriepreise zurückzuführen ist Die Regierung will die monatliche Preissteigerungsrate auf 0, 6% herunterdrücken. Dieses Ziel wird wahrscheinlich nicht erreicht werden. Einerseits werden die starken Preiserhöhungen, die die französischen Bauern in Brüssel erreicht haben, sich auf den Preisindex der nächsten Monate auswirken. Andererseits werden in nächster Zeit mehrere Dienstleistungsbetriebe ihre Preise erhöhen, nachdem die Beschränkung, der sie diesbezüglich bis jetzt unterlagen, aufgehoben worden ist. Auch wird die Verteuerung des Erdöls ganz sicher Auswirkungen auf die Preissteigerungsrate in Frankreich haben. Allgemein kann man sagen, daß im Fall eines wirtschaftlichen Aufschwungs die Inflation erneut stark angeheizt werden wird. handels ist für die französische Bourgeoisie von substan- l.) Dieschwier zieller Bedeutung. Seit der Erhöhung der Ölpreise ist Bahr 19nn eine solche situation sich Wie mehrere anre verlängern sollte. Deshalb ist die rasche Verringerung des Defizits zum zentralen Ziel der Wirtschafts-, ja sogar der Außenpolitik der Regierung geworden. Im Verlauf der letzten Monate haben mehrere Elemente in diesem Sinne käufen beträchtlich eingeschränkt hat, und die Blokkierung von Investitionsprogrammen, die den Umfang des Imports von Ausrüstungsgütern reduziert hat; die Käufe der Ostblockstaaten und der erdölexportierenden Länder, insbesondere Algeriens; bedeutende Verkäufe von landwirtschaftlichen Produkten. Falls nichts diese Situation stören sollte, könnte das Außenhandels- Chirac: An die Arbeit, Bürger ..
lefizit im Jahre 1975 auf 15 Milliarden F verringert werden, was einen Rückgang um 19 Mrd gegenüber dem Vorjahr bedeuten würde.
In Wirklichkeit sind 14 Milliarden der 19 Milliarden auf die Verbesserung des Handelssaldos mit den Ost-
FRANKREICH blockländer, den erdölerzeugenden Ländern und den Ländern der Franc-Zone zurückzuführen. Doch die Ostblockstaaten und die erdölproduzierenden Länder sind als Kunden Frankreichs gegenwärtig defizitär. Sie werden sich daher bald veranlaßt sehen, entweder ihre Käufe zu reduzieren oder den Preis ihrer Exportgüter zu erhöhen. Andererseits suchen die Vereinigten Staaten, bedeutende Märkte des französischen Außenhandels für sich zu gewinnen, und zwar auf dem Gebiet des Waffenverkaufs und des Verkaufs von landwirtschaftlichen Erzeugnissen. 1974 wies der Austauschsaldo für landwirtschaftliche Produkte für Frankreich einen Uberschuß von 11 Mrd. F auf. Dieser Uberschuß ist seit Anfang 1975 unter der Wirkung einer Verringerung der Exportkapazitäten und einer größeren Disponibilität und Wettbewerbsähigkeit des amerikanischen Weizens im Sinken begriffen. Schließlich hat sich der Anstieg des Verkauts von Ausrüstungsgütern (+ 30% im Jahre 1974) hauptsächlich in Richtung der nichtindustrialisierten Länder vollzogen. Die Prognosen lassen eine Verminderung der Käufe dieser Länder in den kommenden Monaten erwarten.
5.) Konfrontiert mit einer Rezession, die sie nicht vermeiden konnte, hat die französische Bourgeoisie mit einem gewissen Wohlwollen zugesehen, wie sich die Krise seit 6 Monaten vertieft hat, in der Hoffnung. daß dadurch der industrielle Apparat und der Arbeitsmarkt von den am wenigsten produktiven Elementen "gesäubert" wird. Diese Politik hat jedoch Grenzen. Insbesondere das Großkapital muß durch eine allge meine und länger andauernde Einengung der Märkte beunruhigt werden. Deshalb hat es eine heftige Kampagne dafür geführt, daß die Regierung gewisse Maßnahmen zur Ermutigung und Unterstützung von Investitionstätigkeiten ergreift. Dennoch handelt es sich dabei nicht um wirkliche Ankurbelungspläne, die beim aktuellen Stand der Dinge das Außenhandelsdefizit nur vertiefen und zum Verlust der Vorteile führen können, die die Unternehmer kürzlich gegen die Lohnabhängigen errungen haben.
Langtristig bleibt es das Hauptziel der französischen "Stabilisierung" des Bourgeoisie, eine dauerhafte Wachstums der Reallöhne und des Konsums der Arbei ter zu erreichen. Deshalb nimmt die französische Bourgeoisie seit 6 Monatengegenüber Kämpfen eine sehr harte Haltung ein. Während des Poststreiks im letzten November und während des Streiks bei Renault im März hat die Bourgeoisie klar gezeigt, auf welches Niveau der Kraftprobe sie die Arbeiter und ihre Führungen zwingt, wenn diese es wagen sollten, den Krisenplan in Frage zustellen. Die Bourgeoisie nat eine machtige antiproletarische Offensive gestartet, die es ihr erlaubt hat, bedeutende Erfolge zu erzielen, ohne daß sie jedoch einen entscheidenden Sieg über die Arbeiterklasse erreicht hätte.
In dieser Hinsicht konnten Regierung und Unternehmer von der Desorientierung der Arbeitermassen profitieren. In zahlreichen Sektoren war die Furcht vor der Arbeitslosigkeit eine mächtige Bremse für die Entwicklung eines massiven Widerstandes gegen den Angriff der Unternehmer, Darüberhinaus weigerten sich die Führungen der Arbeiterbewegung, einen wirklichen Widerstand geger die Verschärfung der Arbeitslosigkeit und gegen die Angriffe auf die Kaufkraft zu organisieren. Beim Streik bei Renault wie beim Poststreik haben KP, SP und die Gewerkschaftsführungen offen ihre Weigerung demonstriert, die Kampte gegen die Regierung Giscard/Chirac zu zentralisieren, die als Garant des Krisenplans der Unternehmer fungiert.
6.) Seit bald einem Jahr bezahlen die französischen Arbeiter einen sehr hohen Preis für die Wirtschaftskrise. Zum ersten Mal seit 1968 ist die Kaufkraft spürbar zurückgegangen. Seit dem dritten Quartal des Jahres 1974 hat sich in der Tat das Tempo der Stundenlohnerhöhungen, das während der vorhergehenden sechs Monate noch sehr hoch war, beträchtlich verlangsamt. Darüberhinaus hat sich aufgrund der Verlangsamuns ler wirtschaftlichen Aktivitäten die durchschnittlich Dauer der Arbeitszeit deutlich verkürzt. Diese beiden Faktoren haben zusammen zu einem Absinken der Kaufkraft geführt, die zwar je nach Sektor ungleich ist, die im Durchschnitt aber auf fast 1% pro Monat geschätzt werden kann.
Wenn man das Beispiel des letzten Quartals von 1974 nimmt, so beläuft sich die Steigerung des Stundenlohns auf 3, 7%. Der Preisanstieg während derselben Periode beträgt 3% nach INSEE (3, 8% nach der CGT). Auf der Basis der gewerkschaftlichen Angaben ergibt sich also schon eine Stagnation der Kaufkraft. Man muß aber gleichermaßen die Verringerung der Arbeitszeit in Rechnung stellen, was noch einmal 1, 6% ausmacht. Und da die so verlorenen Arbeitsstunden aufgrund des Entlohnungssystems der französischen Arbeite Stunden waren, die nach dem erhöhten Satz von Überstunden bezahlt wurden, folgt für das gesamte Quartal ein durchschnittlicher Rückgang der Kaufkraft von 2,2%. Diese Zahl verschleiert noch die wirklichen Einkommensverluste von mehr als 5% in bestimmten Industriezweigen. Die sozialen Folgen der Arbeitslosigkeit sind besonders schwerwiegend. Die Zahl der Arbeitslosen, die durch die Versicherungskassen unterstützt werden, erreicht kaum ein Viertel der Gesamtzahl der Arbeitslosen (260 000 Ende März bei 1,2 Mio Arbeitslosen). Im Durchschnitt belaufen sich die Unterstützungssätze der Kassen auf nicht mehr als zwei Drittel des Brutto-Lohns. Deshalb hat sich die französische Bourgeoisie so lang und enthusiastisch beglückwünscht zu dem Abkommen, das am 14. Oktober 1974 zwischen Untemehmern und den Gewerkschaften abgeschlossen wurde. Diese Übereinkunft sollte "aus wirtschaftlichen Motiven" entlassenen Arbeiter ein Jahr lang ein Einkommen von 90% ihres bisherigen Lohnes garantieren.
Indessen belief sich Ende März wegen der zahlreichen Hindernisse, diedie Unternehmer einer Anwendung der Übereinkunft in den Weg legten, die Zahl derjenigen, die sie in Anspruch nehmen konnten, auf... 29 000, d. h. auf kaum mehr als 2% der Arbeitslosen! Die bei Kurzarbeit gezahlten Entschädigungen sind oft sehr gering. Die Basisentschädigung beträgt 6 Franc für die arbeitslose Stunde, während der SMIG (gesetzlich garantierter Mindestlohn) 6. 95 Franc beträgt. Da im übrigen die über 40 Stunden hinausgehenden jetzt verlorenen Stunden um 50% höher bezahlt worden waren, kann man sich die Auswirkungen der vielen arbeitsfreien Tage in bestimmten Betrieben auf die lohntüten vorstellen. In den Monaten Februar und März belief sich für die Facharbeiter bei Renault und Ford-Bordeaux der Verlust auf nahezu 1 000 Franc.
Die empfindliche Senkung des Lebensstandards läßt sich schließlich am Konsumvolumen ablesen. Innerhalb eines Jahres (vom ersten Quartal 1974 bis zum ersten Quartal 1975) ist der Konsum der französischen Arbeiter um 10% zurückgegangen. Der Rückgang war besonders stark bei den Ausgaben für Kleidung (- 7%), für elektrische Haushaltsgeräte (- 18%) und für alle Ausgaben, die mit Gesundheit und Freizeit zusammenhängen. Die letzten Umfragen beim Einzelhandel bestäigen den anhaltenden Rückgang des Konsumvolumens. Im selben Zusammenhang zu sehen sind die steigender Spareinlagen, wieman sie immer in wirtschaftlichen Krisenzeiten beobachten kann.
7.) Dem Großkapital erlaubt die Wirtschaftskrise wirt- werden, so hätte er beträchtliche Konsequenzen in mehschattliche Konzentrationsprozesse, die den großen reren zur Zeit noch verstreuten Industriesektoren. EDF Operationen finanzieller Konzentration in den letzten will insbesondere eine Situation verändern, in der ge- Jahren entsprechen. Diese Bewegung ist viel weniger genwärtig nur 40% der für den Bau von Kernkraftwerken spektakulär, da es sich um Neuorganisationsprozesse lötigen Industriegüter auf französischem Boden beschafft innerhalb der Trusts handelt, aber ihre Folgen tur die Arbeiter sind wesentlich schwerwiegender: Entlassun- Vor der Krise war es der französischen Wirtschaft gegen, Verlegung, hiney-Ugine-Kulman. von Produktionseinheiten und damit lungen, sich nach den USA, der BRD und Japan Boussois- auf den vierten Platz in der Weltrangliste der wirt- Souchon-Neuvecel, Saint-Gobain-Pont-à-Mousson und viele andere nutzen die Krise, um das Sammel- schattlichen Großmachte vorzuschieben. Bis zur surium kleiner Gesellschaften abzuschaffen, aus dem Ölkrise hatte die französische Unternehmerschaft in sie bis dahin bestanden hatten, und bilden Unterab- der Euphorie des raschen Wachstums von Investitionen, teilungen nach Produkten, die den Erfordernissen Produktion und Export gelebt. Die Krise hatte zur der Rentabilitätskontrolle besser entsprechen. In noch Folge, daß man sich über die widersprüchlichen Beanderen mit aller Wucht getroffenen Sektoren erlebt dingungen der Wachstumsphase zwischen 1968 und 1973 bewußt wurde (vgl. Artikel in frz., engl. und man Konzentrationsprozesse, die in direktem Zusam- span. "Inprecor" Nr. 16/17 vom Januar 1975). Die Automobilsektor, UNIC und eine holländische Gaul UNIC und eine hollandische Gruppe Diskussionen, die gegenwärtig aus Anlaß der Vorbebei Lastkraftwagen. Die Folgen dieser Umstrukturierun- reitung des 1. Plans stattfinden, zeigen den Willen zen für die Arbeiter werden sich erst in zwei bis drei einiger, eine planlose Akkumulation zu bremsen, Jahren bemerkbar machen. die die Wiederherstellung der Betriebsrentabilität gefährdet. Auch die Aktivitäten der Banken müssen Wegen des strukturellen Energiemangels der französi- selektiver werden. Diese Kreise wollen Schluß schen Wirtschaft ist die Kemenergie zu einem Schlüssel- machen mit der anarchischen Kreditgeldschöpfung, sektor geworden. Dieser Energiemangel veranlaßt die die es Randsektoren bisher erlaubte, sich am Leben zu halten und die die Nachfrage auf dem Inlandstranzösische Regierung, entgegen allen Regeln der Si- markt belebte und die Exportkapazitäten entsprechend cherheit, eine ebenso massive wie schnelle Entwicklung der Kernenergie zu fördern. Die Gruppe Creusot-Loire, beschnitt. Ganz allgemein weiß das französische Großdie in Frankreich den Komplex Westinghouse aufbaut, Kapital, daß es auf bestimmte politische und wirtschaftist nach einer langen Finanzschlacht schließlich von liche Ambitionen verzichten muß, die die goldenen der belgischen Gruppe Empain-Schneider aufgekauft Zeiten der gaullistischen Ära ausgezeichnet hatten. Es worden. Dies wird eine bedeutende Umstrukturierung Weltmarkt zu sichern (Waffenindustrie, Bohrinseln versucht sich ein paar ausgewählte Positionen auf dem im Sektor des Atomreaktorbaus, sowie des Großkessel- für Olsuche im Meer baus ermöglichen. Gleichzeitig reorganisiert de Wendel sonstigen Positionen zu bewahren, indem es das aus-ne um Sollac herum die lothringische Stahlindustrie, wie ländische Kapital französische Betriebe aufkaufen dies zuvor schon um Usinor und Paribas herum in der läßt (Roussel-Uclaf zum Beispiel). nordfranzösischen Stahlindustrie geschehen war.
Frankreich ist eine imperialistische Macht zweiter.
Es istnicht leicht einzuschätzen, inwieweit diese Bewe- Größenordnung. In die Krise geraten, scheint es wegungen auch eine gewisse Anderung der Kräfteverhaltnisse niger schlecht als Italien oder Großbritannien das innerhalb des Großkapitals bedeuten, und insbesondere Problem von Inflation und Zahlungsbilanzdefizit gegenauer zu bestimmen, welche Fraktionen des Monopol- Tost z ben. Das ble Gleichgewicht, in dem kapitals das Regime Giscard unterstützen. Man stellt fest, es sich eingerichtet hat, könnte jedoch einer Offendaß die privilegierte Allianz zwischen dem Staat und sive der Arbeiterklasse nicht widerstehen. Letztere der um die "Banque de Paris et des Pays Bas" organisierte hat während mehrerer Monate abwartend verharrt, Finanzgruppe gelöst worden ist und daß das von der Suez- heute aber beginnt sie immer häufiger Kämpfe zu Gruppe vertretene Finanzkapital mit dem Präsidenten- führen, die die Versuche der französischen Bourgeoisie, wechsel nur zufrieden sein konnte. Eine wichtige Rolle ohne allzu viel Federn zu lassen aus der Krise herausscheinen Suez, der Finanzteil des vom Staat kontrollierten zukommen, kurzfristig in Frage stellen können. Kapitals und die EDF zu spielen, die der Regierung einen Umstrukturierungsplan für die Industrie vorlegt, der nach den Bedürfnissen ausgerichtet ist, die sich in allen mit der Kernenergie im Zusammenhang stehenden Sektoren herausbilden werden. Sollte dieser Plan angenommen HALTE PU ARDERAI NUCLEAIRE
BRD
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KOMMI...