Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Kaunda verbietet ZANU und ZAPU

· Inprekorr Nr. 32, 1. Mai 1975 · S. 31-17 · 877 Wörter

Südafrika Afrika

Unkorrigierter maschineller Text (OCR). Jede Seite verweist auf ihren Scan; vor dem Zitieren bitte dort prüfen.

Ndabaningi Sithole, Führer der ZANU -- anläßlich seiner letzten Freilassung aus dem Gefängnis

Aaron Milner, Am 28. März gab der Innenminister von Sambia, die Verhaftung "einer Anzahl Rhode- gungsamen zu den Freiheitskämpfern geben. Trotzdem versichert Mugabe, daß "sie sicherlich aufgrund ihrer sischer nationalistischer Führer -- hauptsächlich An- eigenen Vorräte und dessen, was sie sich selbst beschaf- Union kannt. Es ird abwe African National fen können, weitermachen werden" Absicht der ZANU, die Kampagne des "Chimurenga" bekannt, Es wird angegeben, daß sie im Zusammenhang mit der Ermordung des früheren ZANU - (=bewaffneter Kampf) fortzusetzen, indem er sagte: Vorsitzenden Herbert Chitepo zusammengetrieben und "Das bedeutet nicht, daß der Krieg zum Stillstand zum Verhör festgehalten würden. kommt".

Die Verhaftungen fanden am 23. März um 19 Uhr Diese betrügerische Aktion der Regierung von Sambia statt, als die ZANU-Mitglieder noch um Chitepo muß von allen Teilen der interationalen Arbeiterbein dessen Haus in Chilenje-Süd. Lusaka, trauerten. wegung verurteilt werden, vor allem von den Organisationen, die in der aktiven Solidaritat mit dem Kamp!

in Südafrika stehen. Diese Aktion stellt den Versuch

Milner weigerte sich, die Zahl der Verhafteten anzu- dar, diejenige Organisation zu zerbrechen, die die eben, aber Augenzeugen gaben an, daß zu der frag- Avantgarde im Kampf in Rhodesien darstellt, Objektiv lichen Zeit bewaffnete Polizei in das Haus stürmte hat sie die gleiche Funktion wie die Wiederverhaftung und "mindestens 70 Mann" auf Lastwagen zwang. Eini- von Sithole durch das Smith-Regime und die Ermorge der Verhafteten waren aus den ländlichen Gebieten . dung Chitepos.

und von Übersee gekommen, um an der Beerdigung teilzunehmen. Die folgende Stellungnahme Milners auf seiner Pressekonferenz am 28. März ist ein abscheulicher verrat Zur gleichen Zeit gab Milner die Schließung des Bü- an der Revolution in Zimbabwe. Bezüglich der Ermorros der ZANU, ZAPU (Zimbabwe African People' s dung von Chitepo sagte er: "Man kann nicht sagen, es Union) und FROLIZI (Front of the Liberation of Zim- seien nicht Smith's Agenten gewesen, man kann nicht babwe) in Lusaka bekannt. Nur der ANC (African sagen, es sei nicht die ZANU gewesen. " So stellt er National Council) darf nun noch ihre Aktivitäten die Kämpfer der ZANU auf eine Ebene mit dem rassisin Sambia fortsetzen. Die Zulassung der anderen drei tischen Smith-Regime, anstatt deutlich herauszustellen, Parteien wird solange ausgesetzt, bis die "Nationalis- dais die Ermordung Chitepos offensichtlich von letzterem ten die Übereinkunft von Lusaka anerkennen, die sie gesteuert wurde. Tatsächlich spielt er damit die gleiche unter den Schirm der ANC" brachte. Rolle wie die Wiederverhaftung von Sithole als Teil einer anhaltenden Kampagne gegen die militantesten und Die möglichen ersten Auswirkungen dieser Aktion für die ZANLA (Zimbabwe African National Liberation Guerilla-Aktionen in Nordost-Rhodesien unterstrich Army -- militärischer Flügel der ZANU) und ihre konsequentesten tur das Prinzip der Mehrheitsregierung Robert Mugabe, Generalsekretär der Organisation argumenuert und gekämpft hat. Wenn das gelingt in Salisbury, Wenn die Verhafteten alle wirkliche kann vielleicht ein Abkommen mit den anderen Teilen Mitglieder des. militärischen Flügels wären, wird es emste Probleme bei der Aufrechterhaltung der Versor- der Forderung nach sofortiger Mehrheitsregierung kon- der Bewegung getroffen werden, von denen keine an ===== S. 17 | Inprekorr_19750501_032_017.jpg ===== sequent festgehalten hat und von denen keine die Kampf- In dieser Situation wurde sehr schnell klar, daß die Mikraft der ZANU auf dem Schlachtfeld erreicht. litanten der ZANU recht hatten, wenn sie sagten, daß die "Entspannungs" -Bemühungen nichts weiter selen als Auf diese Weise hat die Regierung von Sambia Smith die Verschleierung der unbegrenzten Fortsetzung der in die Hände gespielt, indem sie einen weiteren Schlag weißen Herschaft. Durch den neuesten Frontalangriff gegen die ZANU führte. auf die Organisation hofft Kaunda offensichtlich, Smith zu überzeugen, daß Sambia bereit ist, sein Schärflein

Natürlich ist diese Aktion, die die ZANU lähmen soll, für eine "Lösung" der rhodesischen Frage beizusteuern. ein logischer Bestandteil der Gesamtstrategie, die die Su gestandisse an die gemaligter, d. le die kamilla- Regierung Kaunda schon die ganzen letzten sechs Mona- Zugeständnisse an die " te verfolgt hat in ihrem Bestreben, mit Südafrika eine torischen Teile der ANC zu machen, was dann als Sieg weitere "'Entspannung" herbeizuführen, Eine Lösung der der "Entspannung" verkauft werden könnte. rhodesischen Frage ist der springende Punkt bei dieser Angesichts dieser Manöver eines der cleversten neokolo- Anstrengung. Ohne eine solche Lösung ist es der sambi- nialistischen afrikanischen Akteure muß die revolutionäre schen Regierung unmöglich, die Illusion aufrechtzuerhal- Bewegung weltweit folgende Forderingen aufstellen: ten, sie stünde in vorderster Front bei der Bekämpfung 1.) Sofortige Freilassung aller ZANU-Milirassistischer Regime. Deshalb waren die Gespräche tanten in Sambia zwischen Smith und den Befreiungsbewegungen im De- 2.) Verstärkung der Unterstützung der zember veranlaßt worden. Hier war als Zugeständnis ZANLA-Kämpfer von Seiten der rhodesischen Vertreter erwartet worden, 3.) Völlige Einstellung aller Kontakte und daß noch vor März eine verfassungsgebende Versamm- Verhandlungen irgendeines afrikanischlung mit voller Repräsentation (der Schwarzen) abgehal- en Staates mit den rassistischen Regiten wird. Ihre Funktion wäre die Festlegung der zur men im Suden

Einrichtung einer Mehrheitsregierung einzuschlagenden 4.) Anerkennung der Tatsache, daß nur die nächsten Schritte gewesen, Man rechnete auch damit, Reprisentanten des Volkes von Zimbab- Smith werde die 400 politischen Gefangenen aus seinen we selbst befugt sind, über die Zukunft Gefängnissen freilassen. Natürlich ist nichts in dieser des Landes zu verhandeln. Richtung geschehen außer der Freilassung von vielleicht 60 Gefangenen.