Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Kurznachrichten

Inprekorr Nr. 3, 15. Mai 1971 · S. U4 · 599 Wörter

Frankreich USA und Kanada Gewerkschaften und Streiks IV. Internationale

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KURZNACHRICHTEN AUS DER IV. INTERNATIONALE ++++ +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ Belgien Die von den belgischen Anhängern der IV. Internationale inspirierte Kampagne für exemplarische Kämpfe für die Arbeiterkontrolle in der Großindustrie nimmt wachsenden Umfang an. Nachdem die Arbeiter des Lütticher Betriebs Armeo-Pittsburgh durch einen Streik mit abrikbesetzung ihr Vetorecht über Entlassungen erzwungen haben, haben die Betriebsräte und Vertrauensleute der seit 7 Wochen in Streik stehenden Betriebe ACEC und "The National", ebenfalls im Lütticher Revier, diesselben Forderungen übernommen. Eine Betriebsbasisgruppe der Glasindustrie der Provinz Hennegau, "La Nouvelle Défense" , die auch verschiedene gewerkschaftliche Vertrauensleute in ihren Reihen zählt, hat nun denselben Weg beschritten. In der NE-]: tallindustrie der Provinz Antwerpen wurde diesselbe Forderung gleichfalls aufgestellt. Frankreich Am 1. Mai in Paris wurde die Änderung der Kräfteverhältnisse in der französischen Arbeiterbewegung in dramatischer Weise der Bevölkerung vor Augen geführt. Weil die KP sich weigerte, die linken Gruppen in ihrer 1. Maidemonstration mitmachen zu lassen, ist es zu zwei getrennten Aufmärschen gekommen, einem revolutionären morgens mit 20-25 000 Teilnehmern und dem traditionellen der KP-CGT nachmittags mit etwas 40-45 000 Teilnehmer. Als einzige politische Gruppe der Morgendemonstration rief die Ligue Communiste die Teilnehmer dieser Demonstration - darunter zum ersten Mal geschlossene Gewerkschaftsgruppen mit ihren Gewerks haftsfahnen - auf, sich an der Nachmittagsdemonstration auch zu beteiligen. Etwa 5000 Revolutionäre sind ihr auf diesem Weg gefolgt. Die KPF-CGT-Ordner versuchten, die Genossen der Ligue fernzuhalten, indem sie sich als starke Gruppe zwischen dem Ligue-Block und dem Hauptzug stellten. Sie konnten aber nicht verhindern, daß Genosse Krivine eine Stunde lang mit starkem Lautsprecher von einem bedeutsamen Teil der KP-Demonstranten angehört wurde.

INDIEN Die Genossen der SWP, der indischen Sektion der IV. Internationale, haben in einem Manifest die indischen Arbeiter zur vollen Solidarität mit dem Freiheitskampf von Bangla Desh aufgerufen. Sie sind dabei, Einheitsfrontkomitees zur Solidarität mit Bangla Desh zu bilden, die nur aus Arbeiter- und Bauernorganisationen bestehen nter Ausschluß der bürgerlichen Parteien, während die Sozialdemokratie und die KP Burgfriedenskomitees mit der Kongreßpartei bilden. In Bombay ist es der SWP gelungen, einen großen Teil der organisierten Arbeiter, u.a. die wichtigsten Textilarbeiter- und Hafenarbeitergewerkschaften, in diesem Einheitsfrontkomitee zu vereinen. Japan Im Kampf gegen die Enteignung der Bauern von Sanrizuka, wo der neue internationale Flugplatz von Tokio gebaut werden soll, ist es Ende Februar - Anfang März zu größeren Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen, woran sich außer den Bauern etwa 10 000 Arbeiter, Studenten und revolutionäre Intellektuelle beteiligten. Am 6.März stürmte die Polizei fünf von Bauern und Demonstranten errichtete Schutzgräben in stundenlanger Schlacht. Der fünfte Graben, der am längsten aushielt, war von einem Kontingent von 1500 Genossen besetzt, das unter der Führung der japanischen Sektion der Vierten Internationale stand. Die Fahne der Internationale wehte über diesem Graben. US A In einem in der 'Washington Post vom 19. April veröffentlichten Kommentar erklären die Journalisten Rowland Evans und Robert Novak, daß die "naiven" liberalen Politiker wie der zukünftige(?) Präsidentschaftskandidat Muskie sich von den amerikanischen Trotzkisten in die Unterstützung der Demonstration vom 24.April habe hineinmanövrieren lassen. Die Tageszeitung schreibt, daß die 'National Peace Action Coalition', die die 800 000 Mann starke Demonstration des 24. April organisiert hat, von den Trotzkisten beherrscht wurde. Dieses antikommunistische Manöver sollte in letzter Minute nicht-radikale Schichten der amerikanischen Bevölkerung von der Beteiligung an den Demonstrationen fernhalten. Dies spie elt aber gleichzeitig die Sorge der US-Imperialisten undden bedeutenden Einfluß unserer Genossen der SWP und der YSA in der Studenten- und Antikriegsbewegung wider, die den Erfolg ihrer Taktik weiter wachsen sehen.