Unsere Partei ist stolz auf ihre Analyse der Wahlen und ihre Intervention. Der Kongreß der PST letzten Dezember und das Exekutivkomitee betonten, daß die Bourgeoisie und der Imperialismus daran gehindert werden müßten, die Wahlen zur Irreführung der Arbeiter in ihren bevorstehenden Kämpfen zu benutzen. Wir sagten voraus, daß es eine neue Welle von Kämpfen geben würde und daß wir die Wahlen dazu nutzen müssen, uns in diesen Kämpfen zu verankern, statt ihnen den Rücken zu kehren. Wir wiesen auch darauf hin, daß der Aufbau einer Arbeitereinheitsfront für die Wahlen die Avantgarde der Gewerkschaften vereinheitlichen würde. Sie würde diese Avantgarde auf ein politisches Niveau heben, so daß sie eine korrekte politische Linie in die Gewerkschaften hineintragen könnten. Zugleich unterstrichen wir, daß der Kampf um bessere Löhne und gegen die Gewerkschaftsbürokratie die Achse der Mobilisierung der Arbeiterklasse bilden würde. Vor drei Monaten hatte unsere Partei keinen einzigen Kader oder Sympathisanten in San Nicolas. Seit zwanzig Jahren bemühen wir uns darum, uns in der Gewerkschaftsbewegung dieser Stadt zu verankern, aber bisher war es unmöglich gewesen. Die Armee überprüfte alle neuen Arbeiter und machte sich die Tatsache zunutze, daß es in dieser ländlichen Gegend keine Tradition der Arbeiterbewegung gibt. Man wurde nur eingestellt, wenn man von Priestern oder Militärs empfohlen wurde.
Unsere Analyse der Wahlen und unser Programm ermöglichten uns, dort einen starken Stützpunkt zu schaffen, ein Komitee des 'Frente Obrero' mit über 60 aktiven Mitgliedern und Gewerkschaftsführern, sowie einer sozialistischen Jugendgruppe (Juventud Socialista) mit 120 Mitgliedern bei ihrer letzten Versammlung. Wir haben für die Wahlen eine Liste mit den angesehensten militanten Arbeitern aufgestellt, sind in der bürgerlichen Presse, im regionalen Rundfunk und Fernsehen erschienen und haben die Fabrikbesetzung real geführt. Einer der wichtigsten Führer unserer Partei, Jorge Mera, der Führer der Gewerkschaft der Bankangestellten und Kandidat für das Gouverneursamt in Buenos Aires, nahm als Vertreter unserer Partei an der Besetzung teil. Er war der einzige Kandidat, der intervenierte und der die Fabrik betreten durfte.
Wir halten es für wichtig, daß die Fabrikbesetzung in San Nicolas bekannt wird. Über andere wichtige Entwicklungen der Klassenkämpfe in unserem Land wie z. B. den Generalstreik für die Befreiung unserer politischen Gefangenen in Mar del Plata ( vergl. The Militant, 7. und 14. Juli 72) wurde nur in wenigen linken Zeitungen und Organisationen berichtet. Man mag mit unserer Politik übereinstimmen oder auch nicht, aber der Streik und die Besetzung bei SOMISA dürfen nicht totgeschwiegen werden wie der Generalstreik von Mar del Plata.
(Aus THE MILITANT Nr. 9 vom 9. März 1973)