Welt, unsere Sache zu liquidieren und aus dem Bewußtsein der arabischen und islamischen Massen zu tilgen. Dies geschieht, weil sie wissen, daß diese offene Wunde (die palăstinensische Frage, A.d.Ü.) unser palästinensisches Volk sowie die arabische und islamische Nation dazu treibt, ihre Würde wiederzuerlangen und jene von Thron zu stoßen, die sich haben kaufen lassen und deren Joch schwer auf der Nation lastet. Obwohl Amerika den Bedürfnissen der palästinensischen Massen feindlich gegenübersteht, den Zionismus in seiner Unnachgiebigkeit ermuntert und unterstützt hat und diesem Staat materielle und militärische Hilfe gegeben hat, tun die USA jetzt so, als wollten sie den arabischisraelischen Konflikt lösen, allerdings nach ihren eigenen Vorstellungen. Die liquidationistische Verschwörung der Amerikaner zielt auf folgendes ab:
1. Die amerikanische kolonialistischimperialistische Hegemonie in der Region sanktionieren, indem ein regionales Bündnis aufgebaut wird, das politisch, ökonomisch, militärisch und kulutrell an die USA gebunden ist und dessen harter Kern und wichtigster Arm der zionistische Staat sein soll. 2. Das zionistische Krebsgeschwür im Körper unserer Nation und auf unserem Land weiter zu nähren, indem sich seine Beziehungen zu den arabischen Regimen normalisicren, und es in einer Weise anerkannt wird, die ihm eine wirtschaftliche und militärische Funktion gibt. Dieser Staat wird stärker, sicherer und stabiler. Dies geschicht vor allem durch die Öffnung der arabischen und islamischen Märkte für seine Produkte und die Öffnung der Schätze der Golfstaaten mit dem Ziel, den Ölreichtum unserer arabischen Nation zu plündern.
3. Die palästinensische Sache, den Kern des Konfliktes, zu liquidieren, indem man sie ihres Inhaltes als Sache eines Volkes entleert, das religiöse, nationale und historische Rechte in Palästina hat. Diese Sache soll zu einem demographischen Problem umgemodelt werden, das in diesen Stadium durch die Errichtung der administrativen Autononomie unter der Kontrolle des zionistischen Staates gelöst werden kann. Im besten Falle wird die israclische Souveränität durch die formale Souverănităt Jordaniens ersetzt werden, die als Schleier für die Aufrechterhaltung und Verschärfung der Okkupation durch Militär- und Polizeipräsenz in bestimmten Teilen der Westbank und Gazas dienen soll.
4. Die islamischen und arabischen Befreiungsbewegungen schlagen und auflösen, die gegen den amerikanischen Imperialismus und seine Interessen in der Region kämpfen. PALÄSTINA
Die absolute Vorherrschaft Amerikas und Israels festigen und ihre verächtlichen Insturmente in der Region bewahren und verankern mit allem, was dies hinsichtlich der Zerstörung der Identität unserer Nation auf der kulturellen, ökonomischen und militärischen Ebene bedeutet.
An unser militantes und Widerstand leistendes palästinensisches Volk!
An alle freien und aufrechten Menschen auf der Welt!
Obwohl die neue amerikanische Verschwörung und ihre Ziele offenliegen, da Amerika nicht einmal versucht, seine Erwartungen zu verheimlichen, gibt es weiterhin die vorauseilenden und freiwilligen Zuge- Ständnisse und die Unterwerfung unter den amerikanischen Druck. Sie haben zu einem neuen Zugeständnis geführt, das unseren nationalen Rechten großen Schaden zufügt. Dies bedeutet einen schweren Schlag gegen den jihad und den Kampf unseres Volkes, gegen die Jahrzehnte der Opfer, gegen die Märtyrer, die es auf dem Altar des Glaubens an die Gerechtigkeit seiner Sache niedergelegt hat und gegen die Qualen, die die Verwundeten, die Gefangenen und jene leiden, die gewaltsam aus ihrem Land vertrieben wurden.
Davon ausgehend, daß all dies eine Bedrohung für unseren jihad, unseren Kampf und unsere Rechte darstellt, stellen wir - die Volksfront, die Hamas Bewegung und die Demokratische Front - folgendes fest: 1. Wir respektieren die Freiheit des Glaubens, der Meinung und unterschiedlicher Ansichten. Wir sehen aber in diesem Angriff auf unsere historischen, religiösen und nationalen Rechte nicht einfach eine freie Äußerung einer bestimmten politischen Meinung. sondern die Aufhebung unserer heiligen und nicht zu verhandelnden nationalen Rechte. Wir erklären daher, daß wir die Versuche, das liquidatorische Projekt der Amerikaner zu befördern, kategorisch ablehnen und uns ihm entgegenstellen. Gleichzeitig stellen wir uns allen Versuchen entgegen, den Willen unseres Volkes falsch darzustellen, indem vorgegeben wird, daß die Mehrheit irgendeines Gremiumsdie Liquidation gutgeheißen hätte. In Wirklichkeit unterliegt die Zusammensetzung dieser Gremien der Bürokratie, die mit dem Willen unseres Volkes nicht vertraut ist und unser Volk nicht repräsentiert. Wenn diese Organe den Willen unseres Volkes ausdrücken sollen, müßten sie ihn auch widerspiegeln. Daher halten wir es für nötig und verlangen, daß die Zusammensetzung des Nationalrates (des "Parlaments" der PLO, A.d.O.) wirklich alle Sektoren unseres Volkes - ob zuhause oder im Ausland - reflektiert und daß das Prinzip der proportionalen Repräsentation für seine Mitglieder gilt. 2. Wir erklären unsere vollständige und deutliche Ablehnung des liquidatorischen Vorhabens und der amerikanischen Verschwörung in ihrer Gesamtheit.
3. Wir denken, daß die Existenz unseres Volkes, welches fast sechs Millionen Menschen umfaßt, und seine gerechte Sache mit der Unterstützung aller freien und ehrbaren Menschen in der arabischen und islamischen Welt die beste Unterstüztung unseres Kampfes und Befreiungs-jihads sind. Mit einem klarem "Nein" zu der Kapitulation nimmt unser Volk dieser Konferenz die Macht, die Liquidierung unserer Sache zu verschleiern, und unterminiert sie mit dem Ziel, sie mit allen Mitteln zum Scheitern zu bringen und die Revolution und den bewaffneten Kampf voranzutreiben. Sein Vorbild sind die Kämpfer im Libanon, die die multinationale Truppe (imperialistische Truppen, die 1982 in den Libanon geschickt wurden) schlugen und die (israelischen) Besatzungstruppen zum Rückzug zwangen.
4. Die feigen Führer fallen auf die Knie und unterwerfen sich den Wünschen der Amerikaner, die sich gegen unser Volk richten; das Volk aber fällt nicht auf die Knie. Auf dieser Grundlage und mit der Unterstützung der Massen unseres Volkes bekräftigen wir unseren Willen zur Weiterführung des Kampfes gegen die liquidatorische Verschwörung, um den Weg für den palästinensischen jihad und Befreiungskampf offenzuhalten. Wir werden so lange kämpfen bis unser Land befreit und unser Staat errichtet ist und bis unser Volk in seinem gelobten Land vereinigt ist, mit seiner Hauptstadt Jerusalem, dem Symbol unserer nationalen und religiösen Werte, unserer Zivilisation, unseres Kampfes und unseres jihad.
S. Die von den Amerikanern vorgeschlagene Formel zur Lösung unserer Anliegen ist nichts weiter als eine offene Verschwörung, um diese Anliegen und unsere Sache zu liquidieren. Sie soll dem zionistischen Projekt in Palästina nützen, das uns das legitime Recht der Rückkehr in unser Land weiterhin nchmen wird, das Recht auf Selbstbestimmung und das Recht auf einen eigenen palästinensischen Staat auf dem heiligen nationalen Territorium, Palästina...
PALÄSTINA
Frauen und Intifada
Der Ausbruch der Intifada im Dezember 1987 markierte das Eintreten neuer Schichten in den Befreiungskampf des palästinensischen Volkes: Jugendliche und Frauen. Gerade die Rolle, die letztere im Kampf gespielt haben, hat die traditionelle Organisierung der palästinensischen Gesellschaft erschüttert. Doch das Gewicht der Traditionen und der Aufstieg der fundamentalistischen Bewegung haben die Situation der Frauen erschwert. Im Folgenden bringen wir einen Artikel von Lashar Khalife. Er stammt aus der Zeitung "El Fanar" ("Der Leuchtturm"), die von einer feministischen Palästinensischen Gruppe in Haifa herausgegeben wird. DOKUMENT ei den Veränderungen des Status der beteiligen, patriarchale Traditionen nieder- B palästinensischen Frauen im Gaza- zureißen und Aufgaben zu übernehmen, die streifen und der Westbank lassen bis dahin traditionellerweise von Männern sich zwei wichtige Einschnitte unterschei- ausgeführt wurden (Teilnahme und Übernahden. Die erste Periode begann mit dem Aus- me von Verantwortung in der Führung. bruch der Intifada und umfaßte das erste Jahr Schutzkomitees usw.). dieser Bewegung. Am Ende der ersten drei Monate der Inti- Die ersten drei Monate der Intifada waren fada, als die Volkskomitees unter die Kondurch eine Welle von massiven spontanen trolle der verschiedenen politischen Fraktio- Mobilisierungen der Bevölkerung gekenn- nen kamen, ging die Mobilisierung von Frauzeichnet. Diese ergriff soziale Schichten, die en trotz alledem weiter. Doch es war eine sich bisher nicht oder wenig an Aktionen und bestimmte Regression festzustellen, die politischen Kämpfen beteiligt hatten: Frauen, durch Arbeiter, Bauern, Insassen von Flüchtlingsla- die ger usw. Die Beteiligung dieser Schichten Rückspiegelte sich in der Selbstorganisation der kchr Massen in Form der Volkskomitees, die das von tägliche Leben regelten und den Willen die- Frauser Schichten ausdrückten, sich selbst zu en zu befreien, ihre Angelegenheiten in die eigene ihren Hand zu nehmen und neue Maßstäbe für tradimoralische Werte aufzustellen. tio ne lle n Herausforderung patriarchaler Funk- Traditionen lionen Die Frauen griffen patriarchalische Tra- g cditionen und Bräuche an, die sie auf die Rolle kennvon passiven und schwachen Geschöpfen zeichreduzierten, die sich um Haus und Kinder zu ne t kümmern hätten. war.
Im Zusammenhang mit der Intifada fin- Ihre gen palästinensische Frauen an, sich aktiv an Aktiallen Bereichen der politischen Aktion zu vità. ten in den Volkskomitees und den Nachbarschaftskomitees wurde auf Unterrichten und Hauswirtschaft zurückgedrängt. Frauen konnten sich nicht an den Schutzkomitees beteiligen und spielten bei der Gründung jener Organisation, die später als Volksarmee bekannt wurde keine Rolle(1).
Die Errungenschaften der ersten Periode der Intifada lassen sich wie folgt zusammenfassen:
- Das Aufkommen von Basisorganisationen auf Initiative des Volkes, die eine breite Teilnahme der Bevölkerung an ihnen gewährleisteten.
- Das Aufkommen neuer Wertvorstellungen, die die Teilnahme von Frauen an Aktivitäten erlaubten, die ihnen traditionell verboten waren. Daraus folgte auch ein Zurückgehen traditioneller Verhaltensweisen. - Die Schwächung der absoluten Machtstellung des Vaters und der dominanten Stellung der Brüder gegenüber den Schwestern. Es fand eine Demokratisierung innerhalb der Familie statt.
- Die Treue zur Familie begann abzusterben. An ihre Stelle trat die Treue zur Nation. - Die soziale Ordnung, wie sie vor der Intifada existierte begann sich aufzulösen. Die zweite Phase der Radikalisierung von Frauen in den besetzten Gebieten begann gegen Ende des ersten Jahres der Intifada, genauer gesagt mit dem Verbot der Volkskomitees im Juli 1988.
Kampf in der Illegalität
Der Kampf verlagerte sich von einer allgemeinen Volksmobilisierung in die Illegali- Folo: H. Wojahn
tät(2), wo er fast ausschließlich von den Kadern und den vorherrschenden politischen Fraktionen geführt wurde. Es bildeten sich Gruppen, die sich auf bestimmte Kampfformen (das Werfen von Steinen) spezialisierten(3). Dies führte zu einem gefährlichen sozialen und poitischen Phänomen: der Glorifizierung des Militarismus in all seinen Formen anstelle der Mobilisierung des Volkes.
Dadurch, daß die Mobilisierungen an Breite verloren, wurde auch die Beteiligung von Frauen zurückgedrängt. Sie wurden marginalisiert und die mit dem Beginn der Intifada eröffnete demokratische Entwicklung unterbrochen.
Ein Aspekt dieser Rückentwicklung war das Aufkommen einer "Kultur der Intifada". Diese zeichnete sich durch prüdes Verhalten aus. Feste und Freizeitaktivitäten wurden verboten und auf Fernschen reduziert. Solche Verhaltensnormen betreffen natürlich besonders die Frauen, deren Verhalten und Kleidung kontrolliert werden.
Am Ende entwickelte sich auch noch etwas, was als "Kultur des Schleiers"(4) bezeichnet wrden kann, wodurch die Frauen zurückgeworfen wurden und was ihre soziale und politische Isolation verstärkt hat. Dieses Aukommen der "Kultur des Schleiers" liegt auch in dem Respekt begründet, den alle Tendenzen der politischen Führung reaktionären Bräuchen und Traditionen entgegenbringen. Sie sind unfähig, ein politisches und soziales Programm aufzustellen, das für die demokratische Veränderung der sozialen Strukturen eintritt, obwohl dies eine unbedingte Voraussetzung für die wirkliche nationale Befreiung wäre.
Freies Feld für die Fundamentalisten.
Diese Unfähigkeit hat dazu beigetragen, daß die fundamentalistische Bewegung heute freies Feld hat. Diese besitzt ein klares politisches und soziales Programm, das wegen der Unklarheit (in Wirklichkeit der schieren Nicht-Vorhandenseins) der weltlichen nationalen Bewegung und Massenbewegung, zu einer Alternative geworden ist. Ausgehend von der Tatsache, daß die Frauen einen Stützpfeiler der traditionellen patriarchalen Ordnung darstellen, verstanden die Fundamentalisten, daß sich das Bewußtsein der Frauen aufgrund des Kampfes entwickelt hatte.
Sie verstanden auch, welche Energien die Frauen im Kampf hatten und welch große Bedrohung sie für die alte unterdrückerische PALÄSTINA
Ordnung darstellten. Sie starteten eine gewalttätige Kampagne, um die Frauen vom politischen und sozialen Leben auszuschlie- Ben und sie auf Haushalt und Familie zu beschränken. Die Fundamentalisten veröffentlichten Aufrufe, in denen die Kontrolle des Verhaltens der Frauen in der Familie gefordert wurde. Sie sollten sich nicht mit Männern zusammen sehen lassen. Alle Ausnahmen wurden verboten und die Stärkung der Macht der Familienoberhäupter gefordert (Kontrolle des Verhaltens von Frauen, sein Recht auf das Verhängen von Verboten und die Anwendung von zwang und körperlicher Gewalt).
Die fundamentalistische Bewegung erweiterte ihren Einfluß, indem sie zum Tragen des Schleiers aufrief. Dies wurde als nationale Pflicht hingestellt, als Zeichen des Respekts gegenüber den Märtyrern. Das Tragen des Schleiers wurde im Gaza im Sommer 1988 offiziell eingeführt. Dies geschah durch eine Reihe von Parolen und Kommuniques und durch offenen Terror. Gruppen von Kindern und Jugendlichen griffen Frauen an, die sich weigerten, den Aufforderungen der Fundamentalisten Folge zu lei- Die Rückschritte in der zweiten Periode der Intifada lassen sich durch verschiedene Phänomene illustrieren: Die Beteiligung der Bevölkerung im Allgemeinen und von Frauen im Besonderen an politischen Aktionen ist zurückgegangen. Nur eine kleine Minderheit von organisierten und politisierten Frauen ist übriggeblieben. Die Zahl der frühen Heiraten hat zugenommen und das Durchschnittsalter der heiratenden Frauen ist von 21 Jahren vor der Intifada auf 17 Jahre gesunken. Immer weniger Frauen besuchen aus verschiedensten Gründen die Schulen und Universitäten - sicher weil viele dieser Binrichtungen geschlossen wurden, aber auch wegen der frühen Heiraten und mangelnder Unterstützung in der Familie. Maßnahmen, die Frauen zum Kinderkriegen ermutigen sollen(5). Das Tragen des Schleiers wird durch Terror durchgesetzt. Stärkung der Familie und der Mutterrolle zum Nachteil der politischen Organisicrung von Frauen(6).
Anmerkungen 1. Rima Hammani, Beitrag zur Koofereaz "Tbe lotifada aod the Womao Question": "Die Teilnabme pallstiocosischer Frauco an der lotifada" des Bissan Zeotrums für Forscbung vod Botiwicklung, Ramallah, 1991. 2. a.a.O.
3. a.a.О 4. aa.O.
5. Patbia Nasca, Beitrag zur oben geosonten Koofereoz: "Reprot on the Activity of Womeo and Teacbiog". Bissan Zeotrum, 1991.
6. Islab Abd Ei Jawad, aa.O., "Social Relations in the Familiy During the lotifada", Bissso Zentrum 1991. Die Gruppe El Fanar
Die Gruppe El-Fanar (der Leuchtturm) hat sich vor ca.
10 Monaten in Haifa gegründet. Sie ist seitdem von 5 auf 20 Frauen angewachsen. Die
Mitgliedschaft in der Gruppe beinhaltet laut Mana Hassan die Zahlung von Beiträgen und regelmäßiger Teilnahme