Frauen fehlen Entgegen allgemeiner Annahme gibt es auf der Erde mehr Männer als Frauen. Das ist jedoch nicht auf natürliche Ursachen zurückzuführen. Während 105-106 Jungen je 100 Mädchen geboren werden, wird das durch die höhere Sterberate unter den Männern aller Altersstufen mehr als ausgeglichen. Wo beide Geschlechter angemessen ernährt, gekleidet und mit Wohnungen versorgt sind (Europa, Nordamerika, Japan), kommen auf 103- 105 Frauen jeweils 100 Männer.
Andererseits kommen nur 87 Frauen auf 100 Männer im Punjab (Indien), 90 in Pakistan, 93.3 in Indien, 94 in Bangladesch, 94.1 in China, 94.8 im Nahen Osten, 98.4 in Nordafrika und 100 in Lateinamerika.' In der Dritten Welt, Südostasien, Schwarzafrika und im indischen Staat Kerala gibt es ausnahmsweise jeweils 101, 101.2 und 103 Frauen je 100 Männer.? JEAN BATOU n einem Artikel unter dem Titel "Mehr als Erklärungen, die sich nur auf den Grad der 100 Millionen Frauen fehlen" führte dies wirtschaftlichen Entwicklung oder die sozioden indischen Ökonomen und Philoso- wirtschaftlichen Vorurteile stützen, denen phen Amartya K. Sen jüngst zu dem Schluß: Frauen unterworfen sind. Dieser Artikel faßt "Angesichts des gewaltigen Problems für einige seiner Argumente zusammen und Frauen, in großen Teilen Asiens und Afrikas diskutiert seine Schlußfolgerungen. zu überleben, ist es überraschend, daß dieses Oft wird gesagt, der Osten sei mehr sexi- Vorurteil so geringe Aufmerksamkeit gefun- stisch als der Westen. Doch hält diese Verallden hat. Die Zahl "fehlender Frauen" im Ver- gemeinerung den Tatsachen kaum stand. Japan hältnis zu ihrer möglichen Zahl, wenn Min- war 1940 nicht weniger "asiatisch" als Annern und Frauen eine vergleichbare Aufmerk- fang des Jahrhunderts, doch während die samkeit in Gesundheit, medizinischer Ver- Volkszählungen von 1899 und 1910 wesentsorgung und Ernährung gewidmet würde, ist lich weniger Frauen ergaben, war 1940 das extrem hoch. Über 100 Millionen Frauen Verhältnis der Geschlechter etwa dasselbe existieren cinfach nicht, weil Frauen im Ver- wie in Europa. Zudem sind Frauen in Ostgleich zu Männern vernachlässigt werden. ... und Südostasien meist ebenso zahlreich oder Diese Daten sind das schreckliche Ergebnis zahlreicher als Minner (104-106 Frauen je von Ungleichheit und Vernachlässigung, die 100 Männer in Indochina, 101 in Indonesien, die hohe Sterberate von Frauen zur Folge 100 in Thailand, 99 auf den Philippinen). haben.") Es gibt einen weiteren bemerkenswerten Wir sahen, daß die Natur Frauen cine Widerspruch. Wie können wir mit der Tatsahöhere Überlebenschance als Männem gibt. che sozio-kultureller Vorurteile gegenüber Einige behaupten sogar einen kausalen Zu- Frauen erkliren, daß es in Pakistan, Indien, sammenhang zwischen diesem Phinomen und Sri Lanka und Bangladesch den größten der Geburt einer größeren Zahl von Jungen. Unterschuß von Frauen gibt, diese Linder Doch sind in vielen Ländem mlichtige gesell- aber zu den ersten gehörten, die Frauen an die schaftlich-kulturelle Kräfte wirksam, die zum Spitze der Regierung oder wichtigsten Opgegenteiligen Ergebnis führen. Warum? positionsparteien gewählt haben? Gewiß, diese Amartya K. Sen verwirft vereinfachende Frauen sind Teil der herrschenden Klasse INPREKORF236 und politische Erben männlicher Führer - so war Indira Gandhi die Tochter Nehrus, Benazir Bhutto die von Zulfikar Bhutto und so weiter. Dennoch bleibt die Tatsache bestehen, daß sie bei Wahlen die Stimmenmehrheit erreichten.
In Indien lag der Frauenanteil im Unterhaus bei 7.9%, che er in den vorletzten Wahlen auf 5.3% sank.* Im Repräsentantenhaus der USA sind es 6.4%. Im indischen Oberhaus beträgt der Frauenanteil hingegen 10% gegenüber 2% im US-Senat. Amartya Sen bemerkt, er hätte in Delhi mehr Kolleginnen gehabt als in Harvard, wo er jetzt lehrt. Von diesem Gesichtspunkt aus ist die kulturelle Besonderheit des Ostens kaum zu erkennen. Auf wirtschaftlicher Ebene gibt es zwei unbestreitbare Merkmale. Zum einen gibt es in allen "reichen Ländern" mehr Frauen als Männer. Zum anderen gibt es in den armen Ländern einen Frauenunterschuß. Während die erstere Regel jedoch absolut zutrifft, ist die andere cher eine Tendenz. Tatsächlich sind es nicht immer die "entwickelsten" Gebicte des Südens, in denen es den Frauen am besten geht. Man kann sogar behaupten, daß wirtschaftliche Entwicklung oft von wachsender Frauendiskriminierung begleitet ist. Wie wir schon sahen, gibt es in Lateinamerika, Ost- und Südostasien (China ausgenommen), keinen wirklichen Frauenunterschuß. Punjab und Haryana, die zu den reichsten Staaten Indiens gehören, haben einen Unterschuß, während in Kerala, doppelt so arm - mit einem niedrigeren individuellen Einkommen als in Bangladesch - das Verhaltnis Mann/Frau nahe dem in Europa ist. Tatslichlich ist der Frauenunterschuß in Indien mit der wirtschaftlichen Entwicklung von 97:100 (1901) auf 93:100 (1971) gesunken (heute 93.3:100), obwohl sich die Lebenserwartung beider Geschlechter besserte.® Seit den Wirtschaftsreformen 1979 in China, die zu bedeutenden Erfolgen in der Landwirtschaft führten, ist das Verhältnis Frauen - Minner von 94.3:100 (1979) auf 93.4:100 (1989) gefallen. Zudem scheint die Lebenserwartung der Frauen, die vor den Reformen höher als die der Männer lag, nun niedriger zu sein.?
Status in der Familie
Status und Einfluß der Frau in der Familie unterscheiden sich wesentlich unter Regionen. Wenn sie zum Beispiel selbst Eigentum hat und vor allem in gesellschaftlich anerkannter wirtschaftlicher Arbeit tätig ist, stirkt das wesentlich ihre Stellung. Amartya K. Sen untersucht die Bezichungen zwischen Mann und Frau in der Familie als Sonderform der
I THOUGHT ABOUT HAVING KIDS
BUT CHANGED MY MIND
MURDER?! ALL I DID
WAS THINK ABOUT IT!
"Konflikt- Kooperation" (beide arbeiten für einen Ertrag zusammen, doch die Verteilung des Ertrages ist Gegenstand von Interessenkonflikten, die beiden Seiten nicht notwendig bewußt sind).* Wenn auch allgemein die Mutter das Essen austeilt, hindert das nicht, daß dies zu ihrem und ihrer Tochter Nachteil geschicht?
Entscheidend ist die jeweilige Bewertung der Arbeit von Mann und Frau. Ist ihre Arbeit gleich "produktiv"? Wer von beiden trägt das meiste zum Unterhalt der Familie bei? Jede Gesellschaft hat auf diese Fragen ihre eigenen Antworten, Antworten, die ihrerseits das individuelle Verhalten bestimmen. Die Lösung des Konfliktes in der Familie ist darum großenteils durch ein kulturell bedingtes "falsches Bewußtsein" bestimmt. Empirisch kann gesagt werden, daß das Familienleben für Frauen ungünstig ist, wenn 1. sie auf kein externes Einkommen rechnen können, 2. ihre Arbeit als unproduktiv bewertet wird, 3. sie kein eigenes Besitztum haben und 4. die Gesellschaft nicht erkennt, daß Frauen Vorurteilen ausgesetzt sind und nicht versucht wird, dem abzuhelfen. Die ersten drei Punkte hängen vor allem davon ab, ob Frauen bezahlte Arbeit außer Haus haben. Das hängt deutlich von der Ausbildung sowie der Entwicklung gesellschaftlicher und politischer Tätigkeit von Frauen ab. Vor allem hat eine Frau, die "außerhalb" arbeitet, Verfügung über eigenes Einkommen, sei es auch gering. Folglich genießt sie das Ansehen, das jemandem zukommt, die zumindest einen Teil zum notwendigen FRAUEN
THAT's MURDER!
LIFE BEGINS
AT CONCEPTION!
Haushaltseinkommen beisteuert. Wenn der Job zudem einen bestimmten gesellschaftlichen und rechtlichen Schutz hat, dann ist der Frau eine gewisse Sicherheit garantiert. Auch hat die Erfahrung der Arbeit außerhalb des Hauses eine erzieherische Wirkung: die Frau wird sich ihrer Interessen und ihres Wertes für die Familie mehr bewußt. Diese Faktoren verbesser nicht nur die Stellung der Mutter, sondern auch die ihrer Töchter, die im Vergleich zu den Jungen allgemein unterprivilegiert sind. Tatsächlich ist ihr nicdrigerer Status großenteils darauf zurückzuführen, daß sie ihren Elter im Alter eine geringere Sicherheit bieten.
Von abnchmender Bedeutung ist der Anteil der Beschäftigung außer Haus bei Frauen in den jeweiligen Regionen der Dritten Welt: China 74%, Schwarzafrika 56%, Süd- und Südostasien 51%, Lateinamerika 31%, Südund Zentralasien 38%, Naher Osten und Nordafrika 14-15%. Betrachtet man die Lebenserwartung im Vergleich von Mann und Frau, ist die Reihenfolge der Regionen dieselbe, China ausgenommen, das den untersten Rang cinnimmt, und der Nahe Osten/Nord Afrika, die einen Platz nach oben rücken. Angesicht der Unterschiede zwischen den Regionen in allen anderen Belangen ist dies eine bedeutsame Übereinstimmung. Der Fall Afrikas südlich der Sahara ist besonders auffüllig. Hier führen Frauen 80% der landwirtschaftlichen Arbeit aus, erzeugen 60% der verbrauchten Güter und verdienen mehr als ein Drittel des Geldeinkommens der ländlichen Haushalte. Diese zentrale wirtschaftliche Rolle und ihre gesellschaftlich-kulturellen Folgen führen zweifellos zur relativen Gleichheit von Mann und Frau in der Lebenserwartung, ungeachtet der Diskriminierung von Frauen auf anderen Ebenen."
China ist ein Sonderfall. China erbte in den fünfziger Jahren jahrtausendealte Vorurteile gegen Frauen. Die Politik des neuen Regime führte jedoch zu einer spektakulären Wende." Die allgemeine Ausdehnung des Gesundheitswesens und der Möglichkeit bezahlter Arbeit wie die Anerkennung der wirtschaftlichen Rolle von Frauen führte zu tiefgreifendem gesellschaftlich-kulturellem Wandel. Während die durchschnittliche Lebenserwartung zwischen 1950 und 1979 (vor Einführung der Wirtschaftsreformen) um 15 Jahre stieg, stieg sie bei Frauen rascher.
Wirtschaftsreformen in China
Die Einführung der Wirtschaftsreformen scit 1979 führte zu einem starken Anstieg der landwirtschaftlichen Produktion. Nach den (zweifellos übertriebenden) amtlichen Daten verdoppelte sich die landwirtschaftliche Erzeugung zwischen 1979 und 1986. Doch seltsam, in dieser Zeit stieg auch die Sterberate, besonders der Frauen. Das Verhältnis Frau zu Mann in der Bevölkerung entwickelte sich von 94.3 (1979) auf 93.4 (1986 - heute 94). Bei Geburt ist wahrscheinlich sogar die Lebenserwartung der Frauen (66 Jahre) unter die der Männer gesunken (69 Jahre)." Wie kann der Zusammenhang von starkem wirtschaftlichen Wachstum mit der Verschlechterung der Lage der Frau erklärt werden? Die Ursache ist das "System der Verantwortlichkeit", das nach 1983 allgemein in Kraft trat, und bedeutet, daß jede Familie den eine festgelegte Norm übertreffenden liegenden Überschuß frei verwenden kann, was zwar zu einer merkbaren Steigerung der Produktivität führte, sich aber auf Kosten gesellschaftlicher Errungenschaften auswirkte, die vor allem Frauen zugute kamen. Die Auflösung der Arbeitsbrigaden und landwirtschaftlichen Kommunen führte zum Beispiel zum Zusammenbruch des Gesundheitswesens auf dem Lande.
Rückgang bezahlter Arbeit
Zugleich bedeutete die neue Arbeitsorganisation einen Rückgang bezahlter Arbeit für Frauen und damit wirtschaftlicher Anerkennung in der Gesellschaft. "Das System der Verantwortlichkeit hat die Möglichkeiten der Frauenarbeit außerhalb des Hauses
durch die häusliche Arbeit ersetzt, wo es keinen berechenbaren Beitrag gibt. "Zwischen 1978 und 1985 stieg der Anteil des Nettocinkommens bäuerlicher Haushalte aus privaten Parzellen von 26.8 auf 81.1%." Die neue Unsicherheit trägt überdies zur Bevorzugung männlicher Kinder als Alterssicherheit der Eltern bei. In diesem Zusammenhang ist nicht erstaunlich, daß die 1979 eingeführten autoritären Maßnahmen zur Förderung von "Familien mit einem Kind" zu wachsendem Kindermord an Mädchen führten. Nach einigen Autoren wuchs die Kindersterblichkeit von Mädchen von 37.7 je tausend (1979) auf 67.2 (1985)."
Auch wenn diese Daten übertrieben sein sollten, so gibt es doch eine klare Tendenz: tatsächlich wird es von den Behörden anerkannt, die heute ein zweites Kind genehmigen, wenn das erste ein Mädchen ist. Zu diesen Faktoren kommt ein politisches Element: die Verbesserung der Lage der Frau hörte 1979 auf, für die Regierung Vorrang zu haben. Im Gegenteil, die Behörden rufen die Frauen auf, die "Hauswirtschaft zu stärken"." Weder herkömmliche Vorurteile noch die Stellung der Frau in der "orientalischen" Gesellschaft noch Unterentwicklung sind eine ausreichende Erklärung für das Fehlen von Frauen in weiten Teilen der Erde. Tatsächlich erkennen wir, daß egalitäre wirtschaftliche Entwicklung und die Einbezichung von Frauen in bezahlte Arbeit die demographische Anomalie mindert.
Die Einbeziehung ist jedoch nicht allein durch wirtschaftliche Faktoren bestimmt. So spielt der Bildungs- stand eine wesentliche Rolle in der Demographie. Wahrend es aber eine Verbindung zwischen Bildungsstand und Beteiligung an gesellschaftlicher wirtschaftlicher Entwicklung gibt, ist das weder automatiscl noch wirkt das nur in ein‹ Richtung. Wie wir sahen, gibt es im indischen Staat
Kerala ein besonders hohes Verhilltnis von Frau/Mann (103). Zudem beträgt dort die weibliche Lebenserwartung bei der Geburt 72 Jahre gegenüber 67 bei den Mitnnern. Die Teilnahme der Frau am Erwerbsleben ist nicht besonders hoch. Andererseits ist die Alphabetenrate (71%) höher als in jedem anderen indischen Staat, wo sic im Schnitt bei 26% liegt, und sogar höher als in China (56%), wo zwei Drittel der Analphabeten Frauen sind.
FRAUEN
Dieser Sonderfall hat eine lange Geschichte, die einige Einsichten in die Rolle der Familienstruktur in Verbindung mit dem Bigentumsrecht bietet. In Kerala ist das Erbrecht matrilinear, was die Stellung der Frau stärkt. Andererseits diskriminiert die Erbfolge im Norden Indiens die Mädchen. Tatsächlich ist seit dem 19. Jahrhundert in "Travencore (ein Teil dessen ist heute Kerala) wie in der übrigen Bevölkerung des Südens der Anteil der Geschlechter ähnlicher dem curopäischen Stand als dem im Norden."18) In jener Zeit war Kindesmord an Mädchen im Punjab weit verbreitet.19) Daraus wird ersichtlich, daß herkömmliche gesellschaftliche Besonderheiten zugunsten (wie in Kerala) oder zuungunsten von Frauen (wie in Nordindien oder China) wirken können.
Politische Aktivität
Politische Aktivität, einschließlich der Tätigkeit von Behörden und der Grad der Organisierung und Mobilisierung von Frauen, sind ein wichtiger Faktor. 1817 bemerkte die Königin von Travencore, daß "der Staat alle Kosten der Volkserziehung übernehmen muß, um jeden Rückstand bei der Ausbreitung der Bildung zu verhindern." Anfang des 19. Jahrhunderts hatten die unabhängigen Königreiche Travencore und Cochin, aus denen der Staat Kerala hervorging. ein öffentliches Bildungssystem, das seiner Zeit voraus war. Es sollte hinzugefügt werden, daß in den letzten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts dieses Erbe durch die Linke des Staates (die kommunistische Partei gelangte 1957 an die Regierung) weiter entwickelt wurde, die Wert auf Ausbildung und Gesundheitswesen legte und der Stellung der Frau besondere Aufmerksamkeit widmete."
Das Beispiel
Kubas beweist ebenso die relative Autonomie politischer Faktoren; wenn das Verhältnis Mann/ Frau auch noch eines der ungünstigsten in Lateinamerika ist, so hat es sich seit den fünfziger Jahren doch für die Frauen verbessert. Es entwickelte sich von 91.6 (1950) über 94.8 (1960), 95.1 (1970) und 97.8 (1980) auf 98.8 heute. Eine ähnliche Tendenz war in China vor den Reformen der achtziger Jahre zu beobachten."
Beispicle wie Kerala, Schwarzafrika, Kuba oder China vor 1980 zeigen, daß Unterentwicklung nicht unausweichlich zur Ungleichheit in der Lebenserwartung von Frauen führt. Überkommene gesellschaftlich-kulturelle Vorurteile können Le Parlement ne peu!
pas voter des fonds durch politipour l'avortement. sche Maßnahmen bekämpft werden, die durch Mobili- Sierung und Selbstorganisation der Frauen unterstützt werden. Andererseits kann wirtschaftliches Wachstum ohne begleitende angemessene gesellschaftliche und politische Maßnahmen zu wachsender Ungleichheit der Geschlechter führen, wie es in Nordindien oder China nach 1980 zu beobachten war.
Schlußfolgerung
Es ist im Ergebnis unmöglich, wirtschaftlichem Determinismus auszuweichen. Während inegalitres Wachstum die Diskriminierung von Frauen verstärken kann, hat allle vote de gemeine l'angmentation du Verar budget militaire. mung mit Sicherheit dramatischere Folgen.
Wie gebulbul genwärtig in Schwarzafrika zu beobachten ist, wo "Stabilisierungsprogramme" und "strukturelle Anpassungspläne" ein beispielloses Elend auslösen und zur Verschlechterung der Lage der Frau führen - durch Abbau des öffentlichen Dienstes mit den Auswirkungen auf weibliche Arbeitslosigkeit, Erziehung und Gesundheit, die Landflucht und das Anschwellen des informellen Sektors in den großen Stadten und ahnlichem."
Auf diesem Gebiet, dem der ungleichen Lebenserwartung von Frauen wie auf allen anderen, haben die Länder der Dritten Welt
einen immer geringer werdenden Spielraum. Dennoch hat Amartya K. Sen belegt, daß das Wachstum aller Ressourcen in armen Ländern nicht notwendig das Elend der Mehrzahl seiner Bewohner mildert, besonders das der Frauen; wenn das geschehen soll, muß es auch eine gerechtere Verteilung in der Gcsellschaft und in der Familie geben. Dies ist nicht nur eine moralische Frage, sondern auch eine politische Notwendigkeit. Eine wirkliche Alternative zur Abhängigkeit und zur "Entwicklung der Unterentwicklung" ITALIEN 18)Zitiert nach Drèze and Sen, a.a.O., S. 224. 19) Monica Das Gupta: Selective Discrimination Against Female Children in Rural Punjab, India; in: Popula• tion and Development Review 13 (1) 1987, S. 88. 20) Zitiert nach Census of India, 1931, XXVIII. Trivandrum 1932. S. 301.
21) Über die gesellschaftlich-kulturelle Politik in Kerala siche Vivant Univers, 383, Sept-Oct. 1989 und Monthly Review, January 1981.
22) Anuario Estadistico de Cuba, 1987, S. 57. 23) Janice Jiggins, a.a.O., S. 953-963. Andrée Michel: African Women, Banks and Development. A Feminist Approach, Peace Rescarch 22 (3). 1990, S. 23-32. Die gegen wärtige Lage in Schwarzafrika kann in folgenden Daten zusammengefaß: werden: 25 Länder stehen unter der Kontrolle der Pläne der Weltbank und des IWF. Sie importieren 25% der notwendigen Lebensmittel, 100 Millionen hungem (bei einer Bevölkerung von 450 Millionen), 50% der Exporterlöse gehen in den Schuldendienst, und zwischen 1980 und 1990 sank der lebensstandard um 25%.
Treffen "kommunistiist ohne Mobilisierung der großen Masse der Enterbten um einigende egalitäre Ziele, die ihrer Natur nach feministisch sein müssen, scher Wiedergründer"
unmöglich.
Dieser Artikel erschien erstmals am 5. April 1991 in der schweizerischen Zweiwochenzeitschrift La Brèche.
Die Bewegung für die Kommunistische Wiedergründung (MCR) - entstanden im Februar 1991 nach der Spaltung der italienischen kom- Fußnoten munistischen Partei (PCI)' in Rimini - hielt ihre erste nationale Konferenz vom 3.-5. Mai 1991 in Rom ab. 1) Die ungünstigsten Relationen gibt es nach den Daten