Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Frankreich

Veranstaltung zu Osteuropa

Inprekorr Nr. 227, Mai 1990 · S. 40 · 427 Wörter

Frankreich BRD und DDR Sowjetunion Mittelamerika

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Osteuropa teil. Organisiert wurde die Veranstaltung von der LCR (Ligue Communiste Révolutionnaire), der französischen Sektion der IV. Internationale.

An diesem Tag kamen Sozialistinund Afrika zusammen. Insbesondere linke und demokratische Aktivistinnen und Aktivisten aus der UdSSR. der Tschechoslowakei, Jugoslawien, Polen, Ungarn und Bulgarien waren anwesend. Der Nachmittag war einer Reihe von Arbeitsgruppen und Debatten zu verschiedenen Aspekten der Krise in Osteuropa gewidmet darunter die Zukunft Gorbatschows in der UdSSR, die Lage der Jugend in Osteuropa, die nationale Frage sowie die Bedeutung des weltweiten Zusammenbruchs des Stalinismus. Auf der Hauptveranstaltung sprach Janette Habel für das Vereinigte Sekretariat der IV. Internationale. Sie erklärte u.a.: .,Heute ist die Hauptaufgabe der IV. Internationale nicht länger, einen toten oder sterbenden Stalinismus zu bekämpfen, sondern den Sozialismus wiederzubeleben und so der Neuformierung jener die Hand auszustrecken, die der Analyse von Marx, der der Meinung war, daß die Geschichte der Menschheit noch nicht an ihr Ende gelangt sei, treu bleiben ... Die Zeit ist für die Neuformierung dieser Kräfte gekommen, weil es kein sogenanntes ‚sozialistisches Lager" mehr gibt, das als Gegner des Imperialismus auf eigene Weise die Revolutionen in den unterentwickelten Ländern unterstützt. Diese Nachhut — oder zumindest das, was als solche wahrgenommen wurde - existiert nicht länger. Es ist an der internationalen Arbeiterbewegung, und damit auch an uns, Entsatz zu bringen. Denn in dem Maße, wie die Anziehungskraft des Nationalismus wächst, ist der Internationalismus nicht nur eine moralische Aufgabe, sondern mehr denn je eine praktische Notwendigkeit."

Michail Maljutin, Anhänger einer Bewegung für eine neue Sozialistische Partei in Rußland, sagte in seinem Beitrag: „Dieses Jahr wird in der Sowjetunion entscheidend werden. Die Perestroika, wie wir sie kennen, erlebt vielleicht ihre letzten Monate. In ihrem Kielwasser sind alle möglichen Varianten denkbar. Wir wollen unsere Positionen unter diesen Umständen behaupten, weil wir genau wissen, was unsere Niederlage bedeuten würde, nicht nur für den internationalen revolutionären Prozeß, sondern für die ganze Menschheit."

Zu den Rednern auf der Veranstaltung gehörten auch Herbert Mißlitz (Vereinigte Linke) aus der DDR. Jakob Moneta für die Vereinigte Sozialistische Partei (VSP) aus der BRD. Ruth Tapia als Vertreterin der nicaraguanischen FSLN. Petr Uhl aus der Tschechoslowakei. Josef Pinior aus Polen, ein Vertreter der FMLN aus El Salvador. Chawki Sahli von der algerischen PST. Florence Capron von der französischen Jeunesse Communiste Révolutionnaire (JCR) sowie Alain Krivine für die LCR.

Der Abend endete mit einem Rockkonzert, an dem unter anderem aus der DDR die Gruppen Die Vision" und „Herbst in Peking" teilnahmen. * BRD