Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Kolumbien und die kolumbianische Linke

· Inprekorr Nr. 214, April 1989 · S. 13-14 · 358 Wörter

Bolivien, Peru und Anden Chile

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gen auf die Linke. Doch die Führung von KOLUMBIEN

A Luchar hat nicht das Konzept einer monolithischen Partei für die Gesellschaft, die wir aufbauen wollen. Tatsächlich spricht das Programm der Organisation vom politischen Pluralismus in dem Staat, den es aufzubauen gilt, von einer Demokratie der Massen. Es spricht nicht von Räten, doch das ist eine andere Diskussion, auf die wir nicht drängen. * Gibt es Vorurteile über den Trotzkismus?

* In erster Linie gibt es nicht viele Kenntnisse. Die Arbeiterbewegung in den fortgeschrittenen kapitalistischen Ländern und die antibürokratische Opposition in den Ostblockländern erscheinen nicht als reale Kräfte, auf die man setzen könnte. Sie sehen nicht, daß diese Bewegungen fähig sein könnten, uns materielle Unterstützung o.ä. zu geben. Von daher gesehen scheinen wir ihnen nicht sehr realistisch zu sein.

Wir haben den internationalen Aspekt mehr in Verbindung mit Vorschlägen für eine lateinamerikanische Koordinierung diskutiert: daß der Kontinent eine bestimmte Einheit benötigt, daß wir eine Situation nicht hinnehmen können, in der die Imperialisten eine einheitliche Politik in bezug auf die Schulden haben, jedoch nicht die Massen und die revolutionären Kräfte.

* Was ist in dieser Hinsicht am dringendsten?

* Ein besseres Verstehen unserer Lage. Sowohl die Sozialdemokraten als auch die Kommunistischen Parteien verstecken sich hinter der Tatsache, daß es in Kolumbien eine formale Demokratie gibt. Regierungen europäischer Länder, sogar der Ostblockstaaten sehen, daß wir hier eine Demokratie haben und keine Diktatur, daß das nicht Chile ist. Organisationen wie Amnesty International machen Enthüllungen, aber es gibt keinen konkreten Mechanismus, der sie weiter verfolgt. Über Massaker wie das in Segovia wird in der europäischen Presse nicht berichtet.

Tatsache ist jedoch, daß die Situation in Kolumbien schlimmer ist als in Chile. In Chile gab es zumindest eine Volksabstimmung. Es gibt in Chile viel weniger Morde als in Kolumbien, eine geringere Verfolgung. Doch in Europa sprechen die Leute nicht über Kolumbien. Wenn die internationale öffentliche Meinung sich darüber bewußt wäre, was hier wirklich passiert, dann würde die innere Lage etwas günstiger sein, und wenn die internationale öffentliche Meinung dagegen mobilisiert würde, dann würde sich die Situation stark verbessern. *

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PALÄSTINA