Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Argentinien

Die Trotzkisten waren es!

Inprekorr Nr. 213, März 1989 · S. 40 · 487 Wörter

IV. Internationale Trotzki und Geschichte Argentinien

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„Die Trotzkisten waren es!" „Strategie des bewaffneten Kampfes" einer fundamentalen Selbstkritik unterzogen, was auch zum Aufbau So oder ähnlich lautet der Tenor etlicher internationaler Medien an- stabiler Organisationen in Mexiko, läßlich des bewaffneten Überfalls auf die Tablada-Kaserne. Obwohl Brasilien oder Uruguay beigetragen es bei der Kommando-Aktion noch so manches aufzuklären gilt, hat. kann eines heute schon mit Bestimmtheit festgehalten werden: von In Argentinien muß die IV. Internarevolutionären Marxisten ist sie nicht ausgegangen. tionale bis heute ein schmerzliches Lehrgeld für ihre Fehler zahlen. Zur Zeit gibt es dort keine Sektion, son- Zuerst schien alles klar zu sein. nen*, die nicht Ausdruck der Mas- dern nur Kontakte zu Individuen und Alle Meldungen lauteten dahinge senbewegung sind, für unzweckmä- marxistischen Zirkeln. (Die bedeuhend, daß es zum vierten Putschver- Big und schädlich, da dies die Passi- tendste Organisation der revolutionãsuch von Rechtsextremisten seit dem vität der Massen cher fördert. ren Linken ist die MAS [Bewegung Ende der Militärdiktatur 1983 ge- Aber auch in der IV. Internationale zum Sozialismus], die aus einer Ab- Internationale Arbeiterbewegung kommen hat es ab ihrem IX. Weltkongreß spaltung von der IV.Internationale Flugschriften der Angreifer der Ka- (1969) bei der Beurteilung der revo- hervorgegangen ist.) Auch von daher serne, in denen zum Kampf gegen die lutionären Strategie in Lateinamerika kann von einer angeblich drohenden …marxistische Subversion" seitens der damaligen Mehrheit der ,trotzkistischen Machtergreifung"* fen wurde. Der Text schloß mit Internationale eine Unterschätzung leider nicht die Rede sein! Hochrufen auf Anführer früherer des politischen Moments gegenüber nach: die Linke, Nr.2, 1989/Übe- Putschversuche wie Aldo Rico und dem militärischen gegeben. 1979, rarb. Red.Inprekorr * Mohamed Ali Seineldin.

Plötzlich war jedoch alles umgekehrt. Nach offiziellen Angaben befand sich unter den getöteten Angreifern der 34jährige Anwalt Jorge Baños, der sich für Menschenrechtsgruppen und die Mütter (der Verschwundenen) der Plaza de Mayo eingesetzt hatte. Zwei getötete Angreifer sollen in den 70er Jahren Mitglieder der Guerillaorganisation Ejército Revolucionario del Pueblo (ERP - Revolutionäre Volksarmee) gewesen sein. Weitere Mitglieder des Kommandos seien Mitglieder anderer linksextremer Organisationen. Die rechtsextreme Sprache des Flug blatts sei nur Tarnung gewesen, um die Angehörigen der Kaserne hinters Licht zu führen.

Die Kaserne wurde unter Einsatz von schwerem Gerät durch Militärund Polizeieinheiten gestürmt. Die Regierung sprach von Verbindungen" der Teilnehmer der Kommandoaktion mit der während der Militärdiktatur

ERP. Da die politische Organisation der ERP, die Revolutionäre Arbeiterpartei (PRT) bis 1973 die argentini- -0DD sche Sektion der IV. Internationale war, war auch schon die trotzkisti- OOOOF sche Fährte gelegt.

Die revolutionären Marxisten und Marxistinnen haben zum bewaffneten Kampf in den vom Imperialismus unterdrückten Ländern der „Dritten Welt* eine eindeutige Position. Sie befürworten ihn und beteiligen sich VIVA daran, wenn er von einer breiten LA CIVILIZACION Massenbewegung getragen wird wie in der sandinistischen oder vietnamesischen Revolution oder heute in El OCCIDENTAL Salvador. Andererseits halten sie ,exemplarische bewaffnete Aktio- Y CRISTIANA