Organisation und Politik feministische Bewegung aufzubauen, wurde nun deutlich.
Und so entstanden in den 70er Jahren die Interview mit MARY JOHN MANANZAN ersten Gruppen. Die allererste nannte sich MAKIBAKA (Freie Bewegung Neuer Die Frauenbewegung auf den Philippinen ist noch jung. Doch in Frauen). Sie hatte bereits eine feministiden vergangenen fünf Jahren hat sie sich schnell entwickelt. Wähsche Tendenz, aber ich meine, sie war rend zahlreiche Frauengruppen entstanden sind, ist der wichtigste eher politisch als feministisch orientiert. Verband GABRIELA', der etwa 100 Organisationen mit zusammen Ihr Hauptziel war, die Frauen für die Sache der nationalen Befreiung zu interessieren und sie darin mit einzubeziehen. Schwester Mary John Mananzan, die wiedergewählte nationale Leider mußte sie 1972 in den Untergrund Vorsitzende von GABRIELA, gab das folgende Interview im Juni. gehen. Während der Zeit des Kriegsrechts Sie hat an einer breiten Palette von Aktivitäten teilgenommen, von von 1972-1978/79 gab es keinerlei reale der Verteidigung von Konsumentenrechten bis zu internationalen Bewegung, bis 1978 Frauenverbände auftauchten. Eine der ersten war Pilipina, Zusammenkünften von Theologinnen. Sie ist gegenwärtig Dekanin dann das CWR und andere wie die Bewedes Kollegiums der Heiligen Scholastica in Manila. Mit ihr sprach • Können Sie uns etwas über den Charakter von GABRIELA erzählen und unter welchen Umständen sie gegründer wurde? • GABRIELA entstand 1984. Sie wurde auf einer Konferenz gegründet, die vom Center for Women's Resources (CWR) einberufen wurde. Doch gehen wir ein wenig zurück. Vor den 70er Jahren gab es auf den Philippinen keinerlei feministische Bewegung. Wenn wir uns die Gründe dafür anschauen, so schen wir, daß zuerst einmal die Frauen der Mittelklasse dachten, daß sie bereits befreit wären, und daher die Notwendigkeit, eine Frauenbewegung aufzubauen, in Frage stellten. Der zweite Grund ist, daß die feministische Bewegung, wie sie von den Medien dargestellt wurde, so etwas wie ein hysterischer Feminismus war, der die philippinischen Frauen abschreckte. Es waren die Erfahrungen der Philippininnen, die zu Frauenkonferenzen im Ausland eingeladen worden waren, erfordergung der Arbeiterinnen (KMK).
1984 hatte das CWR die Idee, alle Frauenverbände und Frauenabteilungen anderer Organisationen zu einer Konferenz einzuladen. Auf dieser Konferenz sprachen sich die Teilnehmerinnen dafür aus, einen Dachverband zu gründen, der den Namen GABRIELA erhielt. Es muß betont werden, daß in den ersten Anfängen die Mitglieder von GABRIELA eher politische Aktivistinnen als Feministinnen waren, was auch verständlich ist. Zur selben Zeit gab es auf der Ebene des Nationalrats Persönlichkeiten in GABRIELA prominente philippinische Frauen, die keinerlei feministische Perspektive hatten. Was ich damit sagen will, ist, daß es eine Entwicklung in der Orientierung von GABRIELA gegeben hat.
• Können Sie etwas mehr über diese Entwicklung sagen?
• Ich entsinne mich, daß 1985 der Exekutivrat von GABRIELA eine Arbeitstagung vorschlug, auf der das Problem der feministischen Perspektive angegangen werden sollte. Und so hatten wir eine nationale Arbeitstagung, zu der wir die verschiedenen Führerinnen der unterschiedlichen Organisationen einluden. Wir arbeiteten tatsächlich die Bedeutung einer feministischen Orientierung heraus und kamen zu den folgenden Prinzipien. Ein feministischer Verband unterscheidet sich von einem Frauenverband. Frauenorganisationen können Ziele verfolgen, die den Frauen zugute kommen, doch gewöhnlich nur auf der Basis einzelner Fra-
gen, während eine feministische Organisation sich selbst grundlegend mit der „Frauenfrage" beschäftigen muß. Es muß das Verständnis dafür vorhanden sein, daß es Diskriminierung, Unterordnung und Unterdrückung von Frauen gibt, jenseits von Klasse, Rasse, Glaubensbekenntnis, Nationalität und Kultur, und daß die Feministin sich für die Ausrottung der Diskriminierung und der Unterdrückung engagiert. Das ist das Grundprinzip. Als eine Frauenorganisation der Dritten Welt betonen wir auch die Notwendigkeit, 1, politischen un soziokulturellen Veränderung der Gesellschaft zu sehen. Sie ist keine getrennte, isolierte oder zweitrangige Bewegung sie ist ein wesentlicher Teil des Prozesses. Deshalb sagen wir, daß die ökonomische, soziale und politische Transformation die notwendige, wenn auch nicht hinreichende Bedingung für die Befreiung der Frauen ist.
Wir erkennen, daß die Frauen nicht vollständig befreit werden können, wenn diese Transformation nicht eintritt, aber ohne die Befreiung der Frauen sehen wir keine Möglichkeit für eine vollständige Befreiung der Menschheit. Deshalb bestehen wir darauf, nicht mit dem Aufwerfen dieser Frage zu warten, bis die Gesellschaft befreit worden ist, sondern sie muß ein integraler Bestandteil des Prozesses der Befreiung sein.
• Wieviele Mitglieder hat GABRIELA? Wie sind die verschiedenen Sektoren in ihr vertreten?
0 Von ursprünglich 47 Mitgliedsorganisationen ist GABRIELA inzwischen auf etwa 100 angewachsen... mit ungefähr 40.000 individuellen Mitgliedern. 90% davon gehören zur armen Bevölkerung. Die Mitglieder von AMIHAN machen etwa 18.000 aus, die Arbeiterinnen in der KMK etwa 15.000. Städtische Arme gibt es etwa 3000, der Rest sind alles Einzelmitglieder.
• In welchen Arbeitsbereichen ist GABRIELA engagiert?
• Jede der Mitgliedsorganisationen hat ihren eigenen Schwerpunkt und ihre eigenen Aktivitäten, doch wir haben die strategischen Achsen von GABRIELA zwecks Systematisierung in sieben Punkte gegliedert. Diese werden jedoch nicht durch alle ausgeführt, aber jeder Aspekt wird durch die eine oder andere Organisation durchgeführt.
Diese sieben Strategien beinhalten zuerst die Organisation, denn eine unterdrückte Gruppe kann nichts ohne Organisation erreichen. Wir organisieren entsprechend dem Sektor, entsprechend den Interessen. Und gegenwärtig versuchen wir auch nach Regionen und Territorien zu organisieren. Zur Zeit haben wir vier Regionen: Manila, Davao, Panay und Bacolod. Wir haben auch nationale Kommissionen entwickelt. Die Kommission über Gewalt gegen Frauen eröffnete zwei Zentren in den Prostitutionsgebieten. Sie versuchen, Prostituierte für ihre Interessen zu organisieren und sie über Gesundheitsfragen aufzuklären. Die Kommission leitet auch die Kampagne über AIDS.
Es gibt eine weitere Kommission über Frauen und Gesundheit, die Erste-Hilfe- Kliniken in verschiedenen städtischen Gebieten leitet. Es gibt auch die Kinderkommission, denn es existiert keinerlei Verband für den Schutz von Kindern. Hier greifen wir Probleme wie die Kinderprostitution an und bilden das Personal der Tagesstätten aus. Wir haben auch eine Menschenrechtskommission und ein internationales Büro.
Unsere zweite Strategie dreht sich um die Mobilisierungen. Entsprechend dem Prinzip, nach dem es sich um einen bestimmten Zusammenhang handelt, organisieren wir Frauen nicht nur um rein feministische Fragen (Prostitution, Vergewaltigung, AIDS usw.). Wir mobilisieren Frauen auch über nationale Angelegenheiten wie ausländische Militärbasen, Auslandsverschuldung und Konsumentenfragen.
Das dritte ist die Erziehung. Das ist eine der wichtigsten Strategien, weil die Frauen auf den Philippinen ihre Unterdrückung verinnerlicht haben. Die Frauen der Mittelklasse sind mit ihrer Rolle im Haus zufrieden, weil sie Dienstmädchen haben. Sie leiden nicht wirklich an einer Doppelbelastung. Doch es gibt sie. Für die Frauen, die nicht zur Mittelklasse gehören und Hausarbeit leisten, steht dies außer Frage. Für sie ist das der natürliche Lauf der Dinge. Das ist ihr Schicksal. Sie sehen selbst das Geschlagenwerden als Schicksal an. Deshalb ist eine Erziehungsarbeit erforderlich.
Diese Erziehung verläuft in formaler wie informeller, in institutionalisierter wie nichtinstitutioneller Weise. Der informelle und nichtinstitutionelle Weg der Erziehung ist das, was in den verschiedenen Organisationen gemacht wird. Sie haben alle einen Erziehungsdienst, aber FRAUENBEWEGUNG ert die Programme.
Ausbilderinnen wird ebenfalls, durch das nationale Büro organisiert. In formaler, institutionalisierter Hinsicht ist es nicht GABRIELA, die dies übernimmt. Ich, Mitglied von GABRIELA, habe z.B. als Leiterin einer Schule dafür Sorge getrarung von Frauenkursen in den Lehrplan zugestimmt hat.
Wir haben bereits obligatorische Einführungskurse zu dieser Frage. Außerdem existiert ein Projekt für ein Institut für feministische Studien. Es wird sich mit der Entwicklung von Lehrplänen und Ressourcen beschäftigen und dabei versuchen, den Frauen gedrucktes und ungedrucktes Material aller Art so weit wie möglich zur Verfügung zu stellen. Es gibt ein reales Bedürfnis nach Schriften, die die Gesamtheit der die Frauen betreffenden Fragen von einem philippinischen Standpunkt aus angehen.
Die vierte Strategie ist die feministische Wissenschaft. Es gibt einen Unterschied zwischen feministischer Wissenschaft und Erziehung. Feministische Erziehung ist das Heben von Bewußtsein, die Erweiterung des Horizonts, während wir in der feministischen Wissenschaft versuchen, den Frauenstandpunkt in verschiedene Disziplinen hineinzutragen, wie z.B. Theologie, Psychologie, Geschichte usw. Die Vereinigungen, die dies in GABRIELA tun, sind der Verband der Theologinnen und die Nationale Organisation Religiöser Frauen auf den Philippinen. Dies ist ein sehr wichtiger Aspekt, weil die Bevölkerung auf den Philippinen zu 85% katholisch ist und es tatsächlich eine religiöse Wurzel der Frauenunterdrückung gibt. Aus diesem Grund ist es wesentlich, daß die Religion in einer bestimmten Weise vom Frauenstandpunkt aus neu überdacht wird.
Die fünfte Strategie zielt auf die Veränderung der Gesetzgebung ab. Wir haben diese Strategie in der Kampagne angewandt, die dafür eintrat, die Frauenrechte in den Entwurf für die neue Verfassung aufzunehmen. Wir sehen heute, daß es keinen Sinn macht, sie in der Verfassung stehen zu haben, wenn es keine konkrete Gesetzgebung dazu gibt. Wir sind dabei, einen Gesetzentwurf zu machen, damit die Regierung einen Entwicklungsfonds für Frauen einrichtet. Andere vorgeschlagene Projekte betreffen Gesetze zur Pornographie, die Kinderprostitution und die
FRAUENBEWEGUNG
Gewalt gegen Frauen. Auf der Seite der Gesetzgebung ist etwas im Gange, und wir haben auch die Absicht, Anwältinnen für die kostenlose Rechtshilfe für Frauen zu organisieren, was auch immer deren Probleme sein mögen, aber insbesondere in Fällen von Vergewaltigung. Die sechste Strategie ist die soziale Sicherung. Uns fehlen immer noch soziale Einrichtungen wie Frauenhäuser u.ã. Die ersten Schritte dahin wurden von Hilda Narciso unternommen, die von einer Bande von Soldaten vergewaltigt worden war und eine dreijährige Therapie machen mußte. Sie hat ihre Vergewaltiger öffentlich im Fernsehen denunziert, und das Ergebnis war, daß andere Opfer zu ihr gekommen sind. Es sind jetzt etwa sieben Frauen, mit denen sie eine Gruppentherapie macht. Ihr Ziel ist, ein Zentrum für vergewaltigte Frauen zu gründen. Unsere letzte Strategie ist die internationale Solidarität. Wir erkennen, daß unser Kampf nicht bloß national, sondern international ist. Und für unsere Frauen ist es gut zu sehen, was in der ganzen Welt geschicht. Unser WISAP-Programm (Women's International Solidarity Affaires Philippines), das wir jedes Jahr veranstalten, organisiert Informationsprogramme für Frauen aus der ganzen Welt. • Wie haben Sie den 8. März in diesem Jahr gefeiert?
• Im vergangenen März hatten wir unsere übliche Frauenwoche. Wir haben sie, zusammen mit anderen Gruppen, mit einem Fackelzug begonnen. Das Thema war: „Frauen sagen nein zum totalen Krieg."2 Wir sind uns bewußt, daß der totale Krieg das ist, was die Frauen heute auf den Philippinen so viel leiden läßt. Sie sind die Leidtragenden von dem, was die Militärs und die vigilantes tun. Und dann gab es ein Seminar über Frauen und Gesundheit. Dort sprachen eine Arbeiterin, eine Bäuerin, eine Frau aus den Armenvierteln auf der anderen Seite waren da Ärzte und jemand vom Gesundheitsministerium. Wir haben Frauen gehört, die von den verschiedenen Gesundheitsrisiken berichteten, denen sich Frauen in ihren besonderen Situationen ausgesetzt schen. Es wurde ein Gesundheitsprojekt für Frauen entworfen, mehr auf Wohnviertel- als auf Krankenhausbasis.
Am 9.März hatten wir eine Demonstration von Plaza Miranda nach Mendiola. Obwohl nur GABRIELA dazu aufgerufen hatte, kamen etwa 5000 Frauen aus verschiedenen Provinzen. Ein Kontingent von Männern schloß sich ihm an und bildete den abschließenden Block. Ich glaube, daß es gut ist, wenn wir zeigen, daß wir keine männerfeindliche Bewegung sind, denn wir sind für eine egalitäre Gesellschaft, in der Männer und Frauen die Möglichkeit haben, eine bessere Gesellschaft zu entwickeln, und keine Gegner sind.
Ein sehr wichtiges Ereignis, das der Höhepunkt der Frauenwoche war, war das Frauentribunal am 22. März. Da bereits 30 Frauen im Rahmen des WISAP- Programms bei uns waren, baten wir zehn von ihnen als internationale Jury aufzutreten, und wir luden zu diesem Zweck einen indischen Juristen ein. Zwölf dokumentierte Fälle von Verletzungen von Frauenrechten wurden vorgelegt. Es gab einen besonders ergreifenden Fall, eine Frau, die Opfer einer Handgranate war. Sie hatte ihre Augen verloren, sie ist schwanger und zur Hälfte gelähmt. Drei Frauen mußten sie auf das Podium bringen, wo sie ihre Aussage machte. Die Richterinnen gaben eine sehr gute Stellungnahme ab. Vor Beginn des Tribunals wurde eine liturgische Messe abgehalten. • Wenn Sie sagen, daß GABRIELA bei der Demonstration unter sich war, heißt das, daß andere Frauengruppen, die nicht zu GABRIELA gehören, eigene Demonstrationen veranstalteten?
• Nein, es gab keine andere Demonstration. Es gab andere Aktivitäten, an denen GABRIELA auch teilnahm. Z.B. ein Symposium über Frauen und Arbeit, wo einige Frauen von GABRIELA sprachen. Es gab auch eine ganze Reihe kultureller Aktivitäten. Doch wir hatten sehr stark das Bedürfnis, diese Demonstration gegen den totalen Krieg durchzuführen, weil diese Frage sehr wichtig für Frauen ist. Wie eine Frau aus Pampanga sagte, der totale Krieg hindert nicht nur die Organisationen daran zu funktionieren, sondern er bedroht auch den Lebensunterhalt der Leute. Die Tatsache, daß sie vor 7.00 Uhr und nach 16.00 Uhr nicht auf die Felder gehen können, schränkt die Arbeit, die sie machen könnten, ein.
• Auf welche Probleme stoßen Sie bei der Organisierung der Frauen?
• Die Frauen der ärmeren Schichten sind leicht zu organisieren. Bei Frauen der Mittelklasse kann es sehr schwierig sein. Das Hauptproblem bei der Organisierung der Armen sind jedoch jetzt die vigilantes. Es gibt eine systematische Propaganda gegen GABRIELA, wobei wir mit all den Organisationen in Verbindung gebracht werden, die sie als kommunistisch ansehen. Wir sind bereits Opfer von Aktivitäten dieser Leute geworden. Drei Frauen von AMIHAN wurden getötet, zwei von ihnen wurden enthauptet und einer, die schwanger war, wurde der Bauch aufgeschlitzt. In Regionen wie Panay und Davao können sich unsere Mitglieder nicht treffen.
Wissen Sie, welche Bedeutung dem Kampf der Frauen heute von den Untergrundorganisationen der Nationaldemokratischen Bewegung zugewiesen wird? • Es gibt eine Frauenbewegung innerhalb des Untergrundkampfes, MAKIBAKA GABRIELA ist nicht Teil von MAKIBAKA und umgekehrt. Mein Eindruck ist, daß früher die Untergrundbewegung die Frauenfrage als einen .,Nebenwiderspruch" betrachtet hat, aber daß die Frauen, die an diesem Kampf teilnahmen, heute erfolgreich dabei sind, die gesamte Bewegung davon zu überzeugen, die Sache der Frauen zu ihrer eigenen zu machen und nicht den Frauen alleine zu überlassen.
• Welchen Schwierigkeiten sehen sich Frauenorganisationen wie die KMK gegenüber, insbesondere angesichts eines größeren Gegenstücks wie der Gewerkschaftföderation KMU ( Kilusang Mayo Uno - Bewegung 1.Mai)? Wie sieht die konkrete Zusammenarbeit aus?
• Das gegenwärtige Verhältnis sicht so aus, daß die KMK nicht der KMU untergeordnet ist. Die KMK dient als Frauensektion der KMU, aber sie ist eine autonome Organisation mit ihrem eigenen Programm und ihrer eigenen Leitung sowie sogar mit eigener Finanzierung. Es gibt Frauen in der KMU, die nicht zur KMK gehören. Selbstverständlich gibt es praktische Probleme — wie auf den Demonstrationen: werden die Frauen unter ihrem eigenen Banner auftreten oder sich den Kontingenten der verschiedenen Sektoren anschließen? Die Auffassung zu diesem konkreten Punkt war bisher, ein Frauenkontingent zu haben, und die Frauen, die bei den einzelnen Bereichen mitgehen, führen ein Transparent von GABRIELA mit sich.
• Worin unterscheiden sich andere Frauengruppen von GABRIELA?
• Nun, das hängt davon ab. Die von Aida Lava geführte KABAPA arbeitet auch mit Frauen vom Lande. Wir arbeiten viel zusammen, ihre Arbeit dreht sich insbesondere um das Thema Frauen und Frieden. Andere wie Kalayaan und Pilipina sind bedeutende Organisationen, die ihre eigenen Aktivitäten haben. Es gibt noch Lakas ng Kababaihan, die Frauenabteilung von BISIG*, und die traditionelleren Frauengruppen. Es ist jetzt nötig, auch die regierungsoffizielle Nationale Frauenkommission zu erwähnen. Die Ernennung von Remy Rikken auf diesen Posten hat für diese Kommission neue Perspektiven ergeben. Sie scheint jetzt im Gegensatz zu früher an der Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen interessiert zu sein. Die Kommission hat eine Reihe von Konsultationen initiiert, z.B. über Forschung, Gesundheit, Massenmedien etc. Mehr noch, eine neue Initiative war die Einrichtung einer Stiftung Frauen in Entwicklung. Diese Stiftung befaßt sich damit, wie die Frauen von der Entwicklung betroffen werden, in welcher Weise sie den gegenwärtigen ökonomischen Rahmen analysieren und kritisieren und an ihm teilhaben können.
BISHOP'S FFEDIN T
MILK
GABRIELA
MOBILIZAIKN • Hat die Tatsache, daß Cory Aquino eine Frau ist, zum Fortschritt der Frauenkämpfe beigetragen?
• Ich glaube nicht, daß sie im Amt ist, weil sie eine Frau ist, sondern obwohl sie cine ist. In einem Interview wurde sie gefragt, ob sie eine Feministin sei. Sie antwortete, daß sie es nicht in organisierter Weise sei, aber daß sie für die Rechte der Frauen eintrete. Man kann eine Überzeugung feststellen, nach der die Gesetzgebung den Frauen eine besondere Aufmerksamkeit widmen sollte. Sie hat auch einen Frauenmonat proklamiert. Doch praktisch gibt es nichts neues, nichts wirklich anderes in ihrer Politik. • Viele unserer Leser und Leserinnen werden überrascht sein, wenn sie hören, daß die Vorsitzende von GABRIELA eine Nonne ist...
• Ja, wahrscheinlich. Es gibt auch Fraucnunterdrückung in der Kirche, wie Sie wissen! Mehr noch, es gibt die ganze Frage der religiösen Wurzeln der Unterdrückung, die selbst Leute berührt, die nicht der Kirche angehören. Deshalb sollte ich als Frau und Nonne daran interessiert sein, daß die Religion gegenüber FRAUENBEWEGUNG den Frauen eine befreiende und nicht eine unterdrückende Kraft darstellt. • Die Philippinen gehören zu den wenigen Ländern, die die Ehescheidung noch nicht anerkennen. Was gibt es für Diskussionen über Fragen wie Abtreibung und Ehescheidung?
• Diese Fragen sind auf den Philippinen noch nicht wirklich angegangen worden. In GABRIELA fangen diese Diskussionen gerade an, in der Kommission über die Rechte der Frauen im Reproduktionsbereich geführt zu werden. Ich meine, daß das hier eine Frage der Wirksamkeit ist. Wenn GABRIELA beginnt, Frauen über diese Fragen zu organisieren, wird uns niemand zuhören. Selbst jetzt handelt es sich dabei um heimliche Propaganda. So bekamen wir eine Menge Kritik zu hören, als wir gegen die Aufnahme der Frage der Abtreibung in die Verfassung auftraten — ohne irgendein Argument für oder gegen die Abtreibung vorzubringen, wir beschränkten uns darauf zu sagen, daß eine Frage dieser Art nicht in die Verfassung aufgenommen werden sollte. Es ist sehr schwierig.
• Auch im feministischen Umfeld? • Es gibt eine Fernsehshow mit dem Titel „Stunde der Frau. In diesem Programm gibt es Diskussionen über Abtreibung und Ehescheidung. Tatsächlich waren in einer Sendung über das Thema der Ehescheidung alle Frauen, die dazu befragt wurden, für die Ehescheidung, auf der Grundlage von Einzelfällen.
Ich glaube nicht, daß ein Ehescheidungsgesetz gegenwärtig verabschiedet werden wird, auch wenn Senatorinnen wie Nikki Coseteng und Shahani dafür eintreten. Aber ich muß sagen, daß Abtreibung und Empfängnisverhütung nicht tatsächlich diskutiert werden, auch wenn 80% der Frauen aus der Mittelklasse empfängnisverhütende Mittel benutzen und viele Abtreibungen durchgeführt werden. Es wird einfach nicht diskutiert. Es gibt noch keinen Weg, diese Fragen anzugehen. 8 Anmerkungen:
1. GABRIELA ist das Akronym für diese breite Foderation, benannt nach Gabriela Silang, eine philippinische Widerstandskämpferin während der Revolution gegen die spani. sche Herrschaft am Ende des 19 Jahrhunderts 2. 1987 erklärte Präsidentin Aquino der National Democratic Front und der kommunistischen Guerilla der New Peo. ple's Army den „totalen Krieg". 3. Die vigilantes (Wächter) sind zivile antikommunistische Organisationen, oft in direkter Verbindung zur Armee, die Terror in den Provinzen und in einigen Teilen des Gebiets um die Hauptstadt Manila verbreiten 4. BISIG (Waffe] ist das Akronym für eine unabhängige sozialistische Organisation auf den Philippinen.