Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Nachrichten aus der Vierten Internationale

Inprekorr Nr. 21, 15. November 1972 · S. 23-13 · 846 Wörter

IV. Internationale USA und Kanada Vietnam und Indochina Schweiz

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JACHRICHTEN AUS DER VIERTEN INTERNATIONALE 4+f++++++1→+→44+++++++++++++++++++++++++++ SCHWEIZ: SCHÄNDUNG DER KATHEDRALE VON LAUSANNE

LE OUR LA VICTOIRE PU FML!

o ig Am 28. und 29. November stehen 18 Genossen der 'Ligue Marxiste Révolutionnaire' ( Schweizer Sektion der IV. Internationale) vor Gericht, weil sie ein Spruchband 'POUR LA VICTOIRE DU FNL' (= für den Sieg der südvietnamesischen Befreiungsfront) auf die Kathedrale von Lausanne montiert hatten. Die gegen sie erhobene Anklage grenzt ans Lächerliche. Sie umfasst folgende Punkte: Hausfriedensbruch, unerlaubte Propaganda und 'Entwendung ohne Absicht . Diese Anklage ist eine Karrikatur auf das bürgerliche Recht, nach dem nur das Vergehen gegen den Privatbesitz verurteilt wird, während diese Aktion - und das ist klar Für alle, sogar für den "Richter" - nicht nur den vom US-Imperialismus durchgeführten Agressionskrieg, sondern auch die flagrante Komplizenschaft der Schweizer Bourgeoisie und ihrer Presse infrage stellte.

Die Propaganda aktion war zum 6. November 1971 beschlossen worden, um den internationalen Unterstützungsdemonstrationen für die Antikriegsbewegung in den USA einen öffentlichen Chatakter zu geben. Sie war mit den Einheitsdemonstrationen von Délemont und Zürich koordiniert. und sollte das Schweigen der gesamten Presse und der anderen Massenkommunikationsmittel Rundfunk, Fernsehen) über den internationalen Aktionstag 6. November 1971 durchbrechen elfen. Man muß diese Aktion in ihrem Kontext sehen. Eben an diesem 6. November führte fie bürgerliche Presse mit viel Aufwand eine "Bengalenkampagne " in der gleichen heuchleischen und rührseligen Art, wie sie die Biafra-Kampagne geführt hatte. Dagegen hüllte sie ich seit Monaten über den imperialistischen Aggressionskrieg in Indochina in absolutes Schweien. Damit bewies sie ihre bewußte Komplizenschaft mit der Politik der Nixon-Regierung in jUdostasien.

etzterer versuchte mit einer regelrechten Lügenkampagne, die 'amerikanische Präsenz in Vietam zu verharmlosen und co cowohl die amerikanische Antikrieas ale auch die europäische Sos idaritätsbewegung zu demobilisieren. Diese Kampagne mit dem Thema "der Krieg geht zu inde, die Amerikaner ziehen sich zurück" hatte tatsächlich ihre Wirkung. Um diese Politik er Nixon-Regierung zu entschleiern, um klarzumachen, daß der Rückzug der US-Truppen be- ===== S. 13 | Inprekorr_19721115_021_013.jpg ===== gleitet war von verstärkten Bombardierungen Nord- und Südvietnams, hat sich die LMR zu Über dies war es von grundlegender Wichtigkeit, in diesem Kontext die amerikanische An kriegsbewegung zu unterstützen. Diese hat wiederholt hervorgehoben, von welcher Bedeu die Unterstützungsaktionen in Europa für sie haben. Im Rahmen der von der Presse geführ Lügenkampagne war diese Unterstützung um so wichtiger, als sie das Schweigen und dami diese Kampagne durchbrach. Heute, wo die imperialistischen Verbrechen durch die Pentag Papiere in ihrer ganzen Barbarei bloßgelegt wurden, erscheint eine solche Aktion mehr al gerechtfertigt. Dessen stehen die 18 Genossen voll zu dieser Aktion. Sie setzen sich im P dafür ein, daß ihr politischer Charakter, ihre politische Bedeutung zur Geltung kommt, un sie lehnen es von vorherein ab, auf die Einzelheiten der Anklagepunkte einzugehen. Ein Anzahl von Genossen, von aus Vietnam zurückkehrenden bekannten Persönlichkeiten, ja s von (Schweizer) Nationalräten wie Yves Lacoste, Jean-Michel Krivine, Jean Ziegler, Gi Bächtold werden zum Prozeß als Zeugen aussagen und die 18 Angeklagten dadurch unterst daß sie sich mit dem Sinn der Aktion solidarisieren.

Wo jeder weiß, daß der US-Imperialismus ohne zu zögern Hunderttausende von Vietname massakriert und die ganze Existenz eines Volkes in Gefahr bringt, indem er das ökologis Gleichgewicht eines Teils von Indochina zerstört und eine regelrechte Völkermordpolitik r der Bombardierung der Dämme, wodurch das Leben von 12 Millionen Menschen in Gefahr rät, durchführt, braucht man die Nichtigkeit und Lächerlichkeit der gegen die 18 Genosse erhobenen Anklagepunkte nicht hervorheben. Wollte man einen Vergleich ziehen, so mül man das mit den Kirchen und Kathedralen Vietnams, von denen nur noch Ruinen stehen. Die zarten Gemüter, die sich gekränkt fühlen, hätten dazu allen Grund, nicht weil das ' des Herrn" in Lausanne geschändet worden ist, sondern weil bei der Agression gegen das dochinesische Volk alles, was sich selbst die Nazis hätten vorstellen können, an Barbarei Wir werden diesen Prozeß gegen die 18 Genossen in einen Prozeß gegen den Imperialism und die Schweizer Bourgeoisie, die ihn unterstützt, verwandeln!

(Aus LA BRECHE vom 18, Novembe

DANEMARK: SCHULUNG DER SKANDINAVISCHEN SEKTIONEN DER IV. INTERNATIONA 350 Genossen nahmen am Meeting vom 16. November in Kopenhagen teil, mit dem die lung eröffnet wurde. Auf dem Meeting sprachen Ernest Mandel, Robin Blackburn (IMG, Sektion) und Fred Halstead (amerian. SWP). Am Vortage hatte Ernest Mandel zwei Vort über die Krise des Kapitalismus in den imperialistischen Zentren gehalten, den einen an Universität Kopenhagen ( 300 Personen), den anderen an der Universität Roskilde ( 200 f Die Schulung wurde eröffnet mit einem Referat von Georg Jungclas (deutsche Sektion) u die Geschichte der IV. Internationale. Pierre Frank sprach über die Krise des St alinismu Ernest Mandel zur Strategie der revolutionären Marxisten in Europa (insbesondere über Problem der Arbeiterkontrolle), Robin Blackburn über die jüngsten Entwicklungen der Ko revolution. Fred Halstead analysierte die Situation in Indochina, und Henri Weber beha te die Ta ktik des Aufbaus der Partei und der Internationale in Europa. Von den 250 Te mern kamen 50 aus Schweden, 5 aus Norwegen, 8 aus Hamburg, die übrigen aus Dänem Der politische und numerische Erfolg dieser Schulung bezeugt, in den skandinavischen Ländern bedeutende Fortschritte gemacht hat.