in Rimini der 2.Kongreß von Lotta Continua, einer der größte Organisationen der extremen Linken in Italien, statt. ... Nach den Wahlen vom. 20.Juni 1976 brach in LC eine heftige Debatte aus. (Bei diesen Parlamentswahlen hatte es erstmals ein breites Bündnis linksextremer Organisationen gegeben, die zur Bildung der Liste DemocraziaProletaria geführt hatte). Die allgemeine Erwartung, die Organisationen der Linken würden die Wahl gewinnen, war enttäuscht worden. Ende Juli behandelte eine Nationalversammlung die Frage, warum die Liste Democrazia Proletaria eine Wahlniederlage erlitten hatte und wie die politische Situation in Italien neu zu analysieren sci. ...Die Führung selbst und die andern Gremien der Organisation legten keinen Text zum Kongreß vor..... Von Anfang an durchzog eine tiefe Spaltung den Kongreß. Auf der einen Seite versammelten sich die Frauen, von denen ein Teil nicht mehr Mitglied der Organisation war, um ihre eigenen Probleme und ihre Intervention auf dem Kongreß zu diskutieren. Auf der anderen Seite taten die Arbeiter dasselbe. Gleichzeitig liefen andere bereichsspezifische Versammlungen (der Jugend, besonderer Arbeitsbereiche, usw.) nebenher. ... Sofri hat sich in seinem Einleitungsreferat bemüht, die Faktoren in den Griff zu bekommen, die der Krise der Organisation, die nach dem 20.Juni ausgebrochen ist, zugrunde liegen: der 25. November in Portugal, die Frauendemonstration in Rom am 6. Dezember 1975, die Wahlen vom 20.Juni und die Krise in China nach dem Tod Maos.
Der Kongreß hat es versäumt, eine globale politische Perspektive zu entwerfen. ... Zunächst hatte es so ausgeschen, als habe LC, vor allem ab 1972, die Notwendigkeit einer Strategie und Taktik begriffen. Auf diesem Kongreß aber liebäugelte sie wieder mit der Losung von 1968 „Wir wollen alles!" Die Organisation wurde auf die Summe ihrer Bestandteile heruntergedrückt.