Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Aufruf

Rettet die palästinensischen Flüchtlinge im Libanon!

Inprekorr Nr. 191, März 1987 · S. 3-4 · 425 Wörter

Nahost und Palästina

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Im Libanon findet gegenwärtig • Der Bundeskongreß entwickein von der internationalen Öf- lungspolitischer Aktionsgrupfentlichkeit weitgehend unbe- pen (BUKO) ist empört über achteter Vernichtungskrieg ge- dieses Verbrechen gegen die gen die palästinensischen Menschlichkeit und über das Flüchtlinge statt. Schweigen derer, die es eigent- In den Lagern sind fast 100.000 lich wissen müssen. Das Ende Menschen eingeschlossen und des Grauens in den libanesivom Hungertod bedroht. Die schen Lagern erfordert die Erschiitischen Amal-Milizen des füllung einer Reihe von Mini- Nabih Berri, die 1. und 6. Briga- malbedingungen: de der libanesischen Armee und • sofortiger Waffenstillstand syrische Spezialeinheiten be- im Lagerkrieg treiben mit Unterstützung Is- • Aufhebung der Belagerung raels eine Ausrottung der palä- der Lager stinensischen Zivilbevölkerung, • Versorgung der Lagerinsasum das „Problem" der palästi- sen mit lebensnotwendigen nensischen Präsenz im Libanon Nahrungsmitteln und Mediauf diese Weise endgültig zu kamenten erledigen. • Evakuierung der Verletzten • freier Zugang der internatio- Seit Wochen können keine nalen Hilfsorganisationen Nahrungsmittel und Medika- zu den Lagern mente mehr in die eingeschlos- • die Anerkennung und Achsenen Lager gelangen. Durch tung des Existenzrechtesder den Artillerie-Dauerbeschuß Lager ist inzwischen aller über der Er- Der BUKO fordert die Bundesde liegende Wohnraum zer- regierung auf, ihren Einfluf bei stört worden. In unter den Rui- den Regierungen Israels und nen angelegten Schutzräumen Syriens geltend zu machen und versuchen die Frauen und Kin- gegen deren Unterstützung der der verzweifelt zu überleben. Massaker zu intervenieren. In einem Aufruf der Hilfsorganisation „medico interna- SPD, Grüne, die Kirchen und tional" heißt es dazu: „Ihre La- die humanitären Organisatioge ist so grauenhaft und so we- nen fordern wir auf, endlich ihr nig beschreibbar, daß jeder Schweigen zu brechen und konkrete Hinweis darauf, daß durch deutliche Stellungnahsie nichts mehr zu essen haben men bzw. Delegationen in den Libanon für das Lebens- und und daß die letzten Blutkonserven und Beutel für Infusionslö- Existenzrecht der palästinensisungen fast verbraucht sind, schen Flüchtlinge im Libanon beinahe schon wie eine Ver- einzutreten.

harmlosung wirkt. " Um auf ih- Angesichts der gegenwärtigen re verzweifelte Lage aufmerk- Lage ist ein sofortiger Abschiesam zu machen, haben die Be- bestop für palästinensische und wohner des Lagers Borj al Baraj- libanesische Flüchtlinge ein neh ihre religiösen Führer um selbstverständliches Gebot der die Erlaubnis gebeten, Humanität und des politischen Fleisch derer essen zu dürfen, Anstands.

die keine Kraft mehr haben, am Kontakt: medico international, Hanauer Landstr. 147, 6000 Frankfurt 1, Tel. 069 Leben zu bleiben. -49 03 50

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