Am 4. Oktober ist es so weit. Die westdeutsche Sektion der IV. Internationale, die GIM, und die KPD (vormals KPD/ML) werden miteinander fusionieren. Beide Organisationen betrachten das Ausmaß der Übereinstimmung in programmatischen, organisationspolitischen und tagespolitischen Fragen als so groß, daß eine getrennte Fortexistenz dem Aufbau einer revolutionär-sozialistischen Partei in der BRD hinderlich wäre. Die Fusion ist, betrachtet man sich die allgemeine Tendenz der politischen Entwicklung in der BRD, sicher ein Schritt „wider den Zeitgeist". Gerade deshalb ist sie aber auch ein bedeutender Schritt vorwärts zur Einheit der revolutionären Kräfte in der BRD und geeignet, diejenigen anzuziehen, die ihre sozialistischen Grundsatze dem „Zeitgeist" nicht opfern wollen. GIM und KPD kommen aus sehr unterschiedlichen Traditionen der internationalen Arbeiterbewegung. Unsere Fusion ist unter anderem deshalb möglich, weil wir übereingekommen sind , über die Notwendigkeit der internationalen Organi- Sierung, über die bisherigen Erfahrungen der Arbeiterbewegung damit und über die Notwendigkeit und Praxis der IV. Internationale in der vereinigten Organisation eine solide, breite Debatte zu führen. An deren Ende soll dann auch die Entscheidung stehen, ob die vereinigte Organisation sich der IV. Internationale anschließen wird.
Auf Grund dieser Übereinkunft hat sich die GIM auf das Experiment eingelassen, daß die vereinigte Organisation zunächst nicht Mitglied der IV. Internationale sein wird. Die vereinigte Organisation wird zu einer gemeinsamen politischen Linie und Praxis nur auf Grundlage einer konkreten politischen Analyse gelangen können. Die Zeitschrift Inprekorr ist ein ideales Instrument dafür, den überaus reichen Schatz an Erfahrungen, an internationaler Verankerung und an politischer Analyse, den die IV. Internationale der Arbeiterbewegung zu bieten hat, zu vermitteln und in eine solche Diskussion einzubringen.
Inprekorr wird deshalb eine erhöhte Bedeutung zukommen. Die Zeitschrift wird nicht nur, wie bisher, das deutschsprachige Organ des Vereinigten Sekretariats sein; sie wird auch das Bindeglied der Mitglieder der IV. Internationale in der vereinigten Organisation sein. Sie wird darüber hinaus Forum der Debatte über die Notwendigkeit der internationalen Organisierung und der IV. Internationale sein und stärker als bisher Beiträge aus der theoretischen Zeitschrift der IV. Internationale, Quatrième Internationale berücksichtigen. Die Redaktion Inprekorr wird regelmäßig die Beschlüsse und Resolutionen der IV. Internationale veröffentlichen. Um diese Ziele zu erreichen, ist ein mehr an politischer und redaktioneller Anstrengung nötig. Dazu sind eine Reihe von Umstellungen geplant: 1. Inprekorr erscheint weiter im isp-Verlag, der zunächst als unabhängiger Verlag weitergeführt wird. Es wird jedoch für Inprekorr eine völlig getrennte Buchführung und auch ein eigenes Konto geben (s. dazu S. 2 die Leserspalte). 2. Die Redaktion wird ein eigenes Büro in der Nähe der neuen Zentrale, in Köln aufmachen. (Die Adresse wird Euch in der nächsten Ausgabe bekanntgegeben werden.)
3. Es gibt auch personelle Veränderungen: es • wird ein Redaktionsbeirat geschaffen, der die redaktionelle Arbeit auf breitere Grundlage stellt. Die technisch-organisatorischen Arbeiten (Satz, Versand etc.) sollen weitgehend ausgelagert und in Lohnarbeit gegeben werden.
Auf diese Weise hoffen wir, die Zeitung noch weiter verbessern zu können: die Bücherkiste soll regelmäßiger Bestandteil des Innenteils werden. Wir denken auch an die Einführung anderer Kolumnen, die für das tägliche Handwerk einer/s Internationalisten/in unentbehrlich Sind: eine „Chronik" internationaler Klassenkämpfe; Daten und Fakten" aus der Arbeitswelt und der Arbeiterbewegung u.ä.. Das Lay-Out wollen wir aufgelockerter und ansprechender gestalten.
Die Umstellung bedeutet also eine Erweiterung und Verbesserung des bisherigen Konzepts. Wir verbinden damit Anstrengungen, neue Abonnenten zu werben, da wir überzeugt sind, daß die Zahl der Anhänger von Inprekorr in den deutschsprachigen Ländern noch zunehmen kann. Wir laden unsere Leser/innen ein, uns bei der Abowerbung zu unterstützen (s. S. 2 Leserspalte).
Der erhöhte Aufwand macht schlußendlich einen Preisaufschlag unumgänglich. (Wir haben dies vor einigen Nummern schon einmal erörtert und wenige, aber nur ermunternde Zuschriften erhalten.) Ab November 1986 wird der Einzelpreis pro Heft 4,50 DM betragen. Der Abopreis schlägt erst ab 1. Januar 1987 auf 45,-DM für 12 Nummernauf. Unsere bisherigen Leser/innen erreicht Inprekorr in Zukunft zuverlässiger, pünktlicher und - hoffentlich - besser.
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