Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Philippinen

Im Zentrum der US-Atomstrategie

· Inprekorr Nr. 174, November 1985 · S. 34-20 · 3.382 Wörter

Philippinen und Südostasien USA und Kanada Gewerkschaften und Streiks Mittelamerika

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Ein Interview mit Roland Simbulan, Autor eines Buches über die US-Stützpunkte, Gewerkschafter und Professor. Das Gespräch wurde auf der Konferenz von European Nuclear Disarmament im Juli in Amsterdam geführt, wo er das Bündnis für Atomwaffenfreie Philippinen vertrat. Paul Petitjean

Petitjean: Welche Gruppen sind am Bündnis für atomwaffenfreie Philippinen (NFPC) beteiligt?

Simbulan: Ich vertrete dabei die Lehrer. Ich gehöre zur Alliance of Concerned Teachers (ACT, Bund Engagierter Lehrer). Weiter gibt es Vertreter der Arbeiterbewegung, des Kilusang Mayo Uno (KMU, 1. Mai-Bewegung), der Studenten über die League of Filipino Students, weiter kirchliche Gruppen, Bauernorganisationen und regionale Bündnisse wie die Bataan Anti-Nuclear Alliance. Dann gibt es noch Jugendorganisationen und die Frauengruppen Gabriela und Concerned Women of the Philippines. Heute nehmen 83 Organisationen am Bündnis teil. Bei der Gründung der NFPC 1980 waren es 40.

Petitjean: Wie bist Du zur NPFC gekommen?

Simbulan: An der Universität der Philippinen gibt es eine Lehrergewerkschaft mit dem Namen United Teachers and Employees of the UP, die sich aus Fakultätsorganisationen setzt und sich UNITE UP abkürzt. Ich bin ihr Sekretär. Sie funktioniert mehr oder weniger als Gewerkschaft, obwohl uns als Staatsdienern eigentlich nicht erlaubt ist, einer Gewerkschaft anzugehören. Unsere Gewerkschaft ist wiederum der genannten ACT angeschlossen, der nationalen Lehrerorganisation. Über die ACT sind wir in die gesamte Lehrerbewegung und in die überberuflichen Aktivitäten involviert, die von der ACT mitgetragen werden. Ich kam also zur NFPC über die ACT.

Petitjean: Wie kommt es zu Deiner Teilnahme an der END-Konferenz? Simbulan: Die Friedensbewegungen, besonders Pax Christi, der IKV [Interkirchlicher Rat, die größte niederländische Friedensorganisation] luden mich ein, wie auch andere Vertreter aus der Dritten Welt, um die „Nord-Süd-Frage" zu diskutiere. Es ist das erstemal, daß unser Bündnis etwas mit den europäischen Friedensgruppen zu tun hatte. Mit Friedensgruppen der USA, besonders der Freeze-Strömung, Japans, der pazifischen Inseln, Australiens und Neuseelands haben wir schon enge Verbindungen gehabt.

Petitjean: Glaubst Du, daß die Konferenz etwas gebracht hat?

Simbulan: Nun, konkrete Aktionen wurden nicht geplant. Aber ich glaube, es war wichtig, daß die Themen der Dritten Welt auf den Tisch kamen. Dies zeigte, daß die Organisatoren der europäischen Bewegungen für eine Verbindung mit Bewegungen der Dritten Welt offen sind, die zuähnlichen Fragen arbeiten. Ich glaube, das ist für die europäische Friedensbewegung ein Wendepunkt. Uns scheint, daß der letztliche Erfolg der Kämpfe hier in Europa wie in allen anderen westlichen kapitalistischen Ländern in hohem Maße von ihrer Verknüpfung mit den Kämpfen der Dritten Welt abhängt. Die Siege in der Dritten Welt, besonders die im Kampf um Unabhängigkeit und Selbstbestimmung, werden weitgehend über Erfolg oder Scheitern der Kämpfe in den fortgeschrittenen kapitalistischen Ländern entscheiden.

Petitjean: Bis jetzt sind die beiden Themen der Dritten Welt, die in der Friedensbewegung eingeführt sind, Mittelamerika und Südafrika. Diese sind natürlich extrem wichtig. Aber angesichts dessen, was in den Philippinen geschieht, sollte mar dafür eintreten, daß auch sie zum Thema werden. Weißt Du etwas davon, ob die Philippinen in der Friedensbewegung der USA vielleicht zum Thema geworden sind?

Simbulan: Da die USA die Macht sind, die auf den Philippinen direkt involviert ist, messen die Friedensgruppen dort dem eine groise Bedeutung bei. Dies wurde ja auch von einem Redner aus den USA am zweiten Konferenztag hier klargestellt.

Petitjean: Wie stark ist die amerikanische Präsenz auf den Philippinen? Simbulan: Die USA haben dort fünf große Stützpunkte: den Luftwaffenstützpunkt Clark, den Marinestützpunkt Subic, das Luftwaffenzentrum Wallace, die Kommunikationszentrale San Miguel und das Camp John Hay. Dazu kommen mehr als 20 „identifizierte" Zentren von zweitrangiger Bedeutung über das ganze Land verteilt. Ich sage „identifiziert" ", weil es noch weitere, bisher unbekannte strategische US-Zonen auf den Philippinen gibt. In unserem Lande befinden sich permanent nicht weniger als 15 000 US-Armeeangehörige Uniform, hauptsächlich Marinesoldaten und Angehörige der Luftwaffe. Dazu kommen über 3000 Zivilangestellte, die in Wirklichkeit für den CIA oder den Nachrichtendienst des Verteidigungsministeriums arbeiten. Weiter können jederzeit etwa 5000 Marineinfanteristen der 7. Flotte herangebracht werden, die ja auch immer im Stützpunkt Subic Bay landen darf. In Subic Bay werden etwa 70 % aller Wartungsdienste für die 7. Flotte geleistet, die westlich von Hawai operiert.

Generalstreik gegen Kernkraftwerk

Nach dem Vietnam-Debakel der USA haben die philippinischen Stützpunkte an Bedeutung gewonnen. Washington betrachtet sie heute als vorderste strategische Front gegen die Sowjetunion. Auf den Philippinen befinden sich auch eini-

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ge der wichtigsten C 31-Einrichtungen. Unter C 31 fallen Kommando, Überwachung, Kommunikation und Spionage Das alles stellt uns ins Zentrum der US Atomkriegsstrategie. Auf den Philippinen braucht es gar keine Atomwaffen, um zum Ziel der gegnerischen Raketen zu werden, weil die C 31 zur amerikanischen nuklearen Infrastruktur gehören. Diese Einrichtungen können mögliche Angriffsziele in der Sowjetunion präzise ansteuern. Wenn Du also die Sowjetunion wärst, dann wäre das ja wohl das erste, was Du auszuschalten versuchtest. Petitjean: Was macht Ihr nun, um die Basen und das andere Zeug loszuwerden? Simbulan: Wir meinen, daß die Kampagne gegen die US-Stützpunkte nur eine Achse des umfassenderen Kampfes gegen die amerikanische Beherrschung ist. Wir trennen nicht zwischen diesen beiden Aspekten, weil wir meinen, daßes nie zur i Auflösung der Stützpunkte kommen wird, wenn es nicht zu bedeutenden Strukturveränderungen in der philippinischen Gesellschaft kommt. Einige Leute haben sich an dieser Frage politisiert und sind auf diesem Gebiet aktiv. Im Gegensatz zu der Bewegung im Westen, bei denen es nur um ein Thema geht, müssen wir hier diese Frage mit anderen Aspekten der US-Vorherrschaft im wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Bereich verbinden. Die meisten Gruppen im Bündnis haben politische, ökonomische, kurz, gesamtgesellschaftliche Programme. betrachten die Frage der US-Stützpunkte als einen Punkt, zu dem eine Kampagne zu bestimmten Zeiten möglich ist. Ich sage das deshalb, weil wir neulich einen welgang bayan, einen Generalstreik in der Provinz Bataan organisiert haben, wo im Februar 1986 ein AK W in Betrieb genommen werden soll Eigentlich sollte dieses AKW schon 1982 laufen, doch ist es uns gelungen, dies durch Massenmobilisierungen zu verhindern. Unser Bündnis beschloß, einen allgemeinen Streik zur Steigerung des Protests der Bevölkerung anzuregen. So haben dann vom 18. bis zum 20. Juni dieses Jahres etwa 45 000 Personen an der Aktion teilgenommen, die die Provinz völlig lahmlegte. Die Mehrzahl der Streikenden waren Arbeiter. Von 20 in Bataans Freihandelszone ansässigen großen Firmen wurden 17 bestreikt. 75 % der Arbeiter dieser Zone beteiligten sich. Acht der zwölf Städte der Provinz waren durch den Streik völlig gelähmt. Die Streikenden errichteten Barrikaden, und die meisten Geschäfte blieben geschlossen. Auch der strömende Regen konnte die Mobilisierten nicht zur Aufgabe der Barrikaden zwingen. Petitjean: Stoßen neue Kräfte zur Bewegung?

Simbulan: Ein wichtiger Hinweis dafür ist die erst jüngst erfolgte Politisierung der Gewerkschaft der Beschäftigten auf den US-Stützpunkten. Bisher waren diese Kolleginnen und Kollegen ein Hindernis für jede Arbeit gegen die Stützpunkte, weil die amerikanischen Behörden die philippinischen Angestellten relativ gut bezahlten. Das heißt nicht, daß man ihren Lohn als gut hätte bezeichnen können, aber sie verdienten weit mehr als der philippinische Durchschnitt. In der Vergangenheit benahm sich diese Gewerkschaft wie eine gelbe Hausgewerkschaft, aber nun hat auch dieser Verband sich radikalisiert. Es handelt sich auch um eine der grölsten Gewerkschaften des Landes: 25 000 Menschen arbeiten auf den Stützpunkten. Die USA sind nach dem philippinischen Staat der größte Arbeitgeber auf den Philippinen.

Ein weiterer wichtiger Punkt waren unsere Enthüllungen über die Eingreiffunktion der US-Stützpunkte auf den Philippinen selbst. Besonders bemerkenswert sind dabei zwei Einheiten für Sonderoperationen. Ich habe die Bildung dieser beiden Sondereinheiten der US-Armee in unserem Lande am 12. Juni 1985 vor dem Rotary Club von Los An-. geles publik gemacht. Am folgenden Tag nahm die Presse meine Enthüllungen auf, und 24 Stunden später bestätigte die US-Botschaft in Manila die Existenz dieser beiden Einheiten, dementierte jedoch, daß diese in dem Sinne -Ich bin an den /WF serpfander." I AM MORTGAGED

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IMF eingesetzt werden würden, wie ich es öffentlich erklärt hatte.

US-Truppen für Marcos

Es war mirgelungen, die erste operationelle Einheit auf dem Stützpunkt Clark sowie die zweite Einheit, eine Sonderkampfgruppe der Marine, bei Subic Bay zu identifizieren. Ich konnte mir die Pläne für die militärischen Bauten beschaffen, denen der US-Kongreß zustimmen sollte. Weiter habe ich entdeckt, daß die beiden Einheiten permanent erweitertwerden, während früher die Mitglieder von Sondereinheiten lediglich zum Ausruhen oder beim Transit auf die Philippinen kamen. Am 31. Mai 1985 erklärte der philippinische Präsident Marcos in einem Interview mit dem Pariser Gamma TV. falls die Lage in seinem Land nicht mehr kontrollierbar sein sollte, werde er sich an die Kampftruppen auf den US-Stützpunkten wenden. Hochrangige Regierungsbeamte haben Gerüchte in Umlauf gebracht, wonach die Kämpfer der New People's Army (NPA) von einer fremden Supermacht unterstützt würden. Das sind alarmierende Zeichen.

Petitjean: Wie schätzt Du die gegenwärtige Etappe des Kampfes des philippinischen Volkes ein?

Simbulan: Der Wiederstand gegen die Marcos-Diktatur erfaßt heute praktisch das ganze Land. Vorher lag das Problem in der Verbreiterung Kampfes, heute gilt es, den Widerstand zu konsolidieren. Der Konflikt hat sich zugespitzt, weil die Schlagkraft der Volksbewegung der der Regierung gleichkommt. In einer solchen Lage sind mehrere Möglichkeiten gegeben. Eine davon ist die militärische Intervention der USA.

Die Revision der Abkommen über die Stützpunkte auf den Philippinen von 1979 gibt Washington das Recht, außerhalb der Stützpunkte zu operieren, um die Sicherheit der militärischen Einrichtungen zu gewährleisten. Zudemerlaubt das bilaterale Verteidigungsabkommen zwischen den USA und den Philippinen von 1947 Washington im Falle einer Aggression von außen, direkt einzugreifen. Petitjean: Wie weit konnte dieOpposition in dieser Frage geeinigt werden? Simbulan: Die traditionellen Führer der Opposition könnte man als den der Bürgerrechte beraubten Teil der Oligarchie bezeichnen. Als 1972 das Kriegsrecht erklärt wurde, erlangte Marcos ein Machtmonopol. Diese Gruppe steht also nur gegen Marcos und ist umso USAfreundlicher. Leute wie Laurel und Kalaw würden alles beim Alten lassen, auch

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die militärische, politische und ökono- Kirchen cher wie Christdemokraten aus. mische Beherrschung durch die USA. Welche Rolle spielen sie? Sie wollen sich von den USA Unterstützung erschmeicheln. Uber die Stütz- Simbulan: Dieser Standpunkt spiepunkte oder den IWF wollen sie nicht gelt sich in der PDP-Laban. Ich weils sprechen. nicht, wie stark sie sind. Ihre potentielle Die USA wollen die verstoßene Oli- Basis ist die katholische Kirche. Jedoch garchie und Marcos miteinander versöh- sind viele Teile der Kirche eher mit der nen, um gemeinsam umso besser der Basisbewegung identifiziert. Verteidi- Herausforderung des Volkswiderstands gungsminister Enrile sagte einmal, nicht Herr zu werden. Auch nach der Ermor- weniger als 20 % der Priester und Nondung von Aquino hat die amerikanische nen seien der Guerilla beigetreten.. Politik ihre Zweigleisigkeit behalten. Sie Die PDP-Laban ist jedenfalls gegen unterstützt Marcos und verspricht den den Abbau der Basen und gegen den Oligarchen Zugeständnisse, SIC übt Abzug : der Atomraketen. Ich glaube Druck auf Marcos aus, damit dieser Zu- aber nicht, daß sie heute sehr viel Einfluf geständnisse mache und die Oligarchie haben. Sie sind Teil der Opposition, da wieder so geeint dasteht wie früher. sie an einigen Organisationen teilneh- Petitjean: Von Europa aus scheint es so, als würde die Sozialdemokratie über Die philippinische Volksbewegung ihre Gewerkschaften nach sozialdemo- ermutigt Initiativen aus allen Sektoren. kratischen Kraften auf den Philippinen |...] Es ist nur natürlich, daß verschiede- Ausschau halten. Jedoch sehen die Sozial- ne Interessen ihre Meinung in unabhän demokraten dort mit ihrer Bindung an die gigen Organisationen ausdrücken. Wir 1984: Die Nationale Frauchorganisation demonstriert Rogen Marcos -PALAYAIN VIT PAEAYAIN SI PALA • ROMEO 3AP11Е1 FREE

DANICO Gero Bulatao

MALLARL DE TAINEE

SAMAR

NATIONAL

ORGANIZATION

WOMEN (UNIDO)

ermutigen das, auch im Falle von Geschäftsleuten. Jedoch bestehen wir darauf, daß sie sich nicht nur für ihreeigenen begrenzten Ziele organisieren, sondern am umfassenden Kampf der ganzen philippinischen Gesellschaft teilnehmen. Sie haben wohl ihre eigenen Verbindungen nach Europa — wir werden sie nicht daran hindern.

Jedoch sollten wir festhalten, daß die Organisationen der Massenbasis, die Arbeiter- und Bauernorganisationen die Oberhand behalten müssen. Das ist ein Problem der Bündnisarbeit. Manchmal verlangen die traditionellen Politiker gleiches Mitspracherecht wie die riesigen Massenorganisationen. Das wird das Volk nicht zulassen. Die Arbeiter und Bauern kämpfen nicht dafür, daß diese Leute in Amt und Würden kommen, sondern dafür, daß die Bedürfnisse der übergroßen Mehrheit der Filipinos die Politik bestimmen.

[...)

Tery Abadye

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IV. INTERNATIONALE

UND INTERNATIONALE ARBEITERBEWEGUNG Portugal

Wahlniederlage hier...

Die Wahlen in Portugal brachten einen überwältigenden Sieg für die rechten Parteien und die schlimmste Niederlage der Sozialdemokratie (PS) in ihrer Geschichte. Die PS fiel von 36,34 % im Jahre 1983 auf 20,84 %. Die meisten Stimmen verlor sie an die neugegründete Partei des bisherigen Staatspräsidenten Eanes, der aufgrund seiner Rolle bei der „Aprilrevolution" noch hohes Ansehen im Volk ge- Belgien nießt. Mit auf Anhieb 18 % dürfte für seine Partei der Demokratischen Erneuerung (PRD) der Traum von einer künftigen bonapartistischen Schlüsselrolle seiner Erfüllung näher gerückt sein.

Das kommunistische Bündnis (APU) verlor wesentlich weniger an Eanes und fiel von 18,08 % auf 15,44 %. Die revolutionäre Linke erzielteschwache Stimmengewinne, wobei sich die an Albanien orientierte UDP bei 1,27 % hielt und die Sektion der IV. Internationale (PSR) 0,65% erreichte. Die PSR hatte zum erstenmal überall kandidiert, und 100 ihrer 350 Listenplätze wurden von Frauen eingenommen, ein völliges Novum in der portugiesischen Geschichte. Eine bedeutsame Entwicklung bei der Kandidatur unserer Sektion ist die hohe Zahl von Kandidaten auf ihrer Liste, die unabhängige Gewerkschaftsführer sind oder anderen politischen Strömungen angehören, darunter chemalige „Morenisten" , die sich 1980 von der IV. Internationale abgespalten hatten, und Mitglieder der MES, einer in der Zeit der Revolution bedeutenden Strömung, sowie schließlich sogar einzelne Mitgliedern der UDP, die ja ansonsten selber kandidierte. ...und Stillstand dort Bei den Wahlen in Belgien am 13. Oktober ergaben sich insgesamt keine grundlegenden Veränderungen im Kräfteverhält- Die christlich-liberale Regierung wurde trotz Massenmobilisierungen gegen die Raketenstationierung und verbreitetem Unmut über die Sparpolitik an der Regierung bestätigt. Jedoch konnten die Parteien der Linken insgesamt ein wenig zulegen. Auffällig vor allem, daß dies in Flandern eher als in Wallonien geschah: in Wallonien ist zwar die Tradition klassenkämsie dann nicht gleich PS wählen solle. Die maoistische Partei der Arbeit (PTB/ PvdW) hielt ihre Stimmen mit 45 685 statt 45 804. Die belgische Sektion der IV. Internationale (POS/SAP) steigerte sich leicht von 12 352 auf 14 003 Stimmen. Die POS/ SAP hatte bei den Europawah- Lateinamerika len, woes keinen Druck zu nützlicher Stimmabgabe gibt, doppelt so viele Stimmen bekommen.

Zum erstenmal kandidierte in Wallonien die Liste »Solidarität und Mitbestimmung (SeP) und kam mit 32 000 Stimmen auf 0, Prozent. Diese Liste ist aus einer Protestbewegung im katholischen Flügel der Arbeiterbewegung heraus entstanden, der die christdemokratische Sparpolitik nicht mehr mittragen wollte.

Aktionstag gegen pferischer Gewerkschaftspolitik stärker, in Flandern schlugen in den letzten Jahren jedoch die die Verschuldung

Friedens- und Umweltschutzbewegung stärkere Wurzeln. Die Sozialdemokratie (PS/ Aufruf von Sektionen der IV. Internationale in Lateinamerika SP) legte in Wallonien 1,1 % auf 13,8 % zu, in Flandern dagegen 2,2 % auf 14,6 %. Die belgischen Grünen steigerten sich in Wallonien um 0,3 % auf 2,5 %, in Flandern um 1,4 % auf 3,7 %. Schwere Verluste fuhr nur die Kommunistische Partei ein: sie senkte ihre Stimmenzahl um die Hälfte von 138978 auf 71 703 Ihre eurokommunistische Nachtrabpolitik gegenüber der PS ließ ihre Wählerbasis sich zurecht die Frage stellen, warum Die Repräsentanten von Gewerkschaften und Volksorganisationen unserer Länder trafen sich im Juli 1985 in Havana, Kuba, um die äußerst harten Folgen der Schuldenabtragung für unsere Völker zu diskutieren. Unter anderem beschloß diese Konferenz, den 23. Oktober auf dem ganzen Kontinent zu einem Tag der Verweigerung der Rückzahlung der Schulden zu machen, zu einem Aktionstag gegen den Internationalen Währungsfond und dessen kriminelle Politik gegen unsere Völker.

Angesichts der Bedeutung dieser Angelegenheit erklären die lateinamerikanischen und karibischen Organisationen, die im Rahmen der IV. Internationale arbeiten:

• Die Offensive der imperialistischen Banken und Regierungen gegen unsere Völker, um die Zahlung der Schulden zu erzwingen, hat eine noch harschere Durchsetzung von Sparpolitik, steigende Preise, Einspa- ===== S. 20 | Inprekorr_19851100_174_020.jpg ===== Kampf für nationale und soziale Befreiung Aufgaben der Solidaritätsbewegung — Wolfgang Weitz: BRD-Kapital in Südafrika -- Interview mit einem Vertreter des National Forum über die aktuelle Lage —— Das Erwachen der Gewerkschaftsbewegung -- Analysen und Dokumente von ANC, UDF, National Forum -- Die nationale Frage und die Landfrage in Südafrika (Resolution des vereinigten Sekretariats der IV. Internationale) —- Neville Alexanisp-pocket 13 140 Seiten 12,80 DM erscheint im Dezember

Zeitschriftenübersicht

LATEINAMERIKANACHRICHTEN Verschuldung: Nichts Neues aus Scoul und Washington/ Nicaragua:Sozialpsychiatrie/ El Salvador: Zukunft der Solidaritätsbewegung/ Panama: Präsidentensturz/ Mexiko: Erdbeben/ Chile: Svmbolträchtiges Te Deum Heft 4.50 DM/ Abo 50 DM Bezug: Lateinamerikanachrichten, Im Mehringhof. Gneisenaustr. 2. 1000 Berlin 61 ILA-INFO

Breitestes Oppositionsbündnis in Chile seit Jahren/ Schwerpunktthema Hungerproduzenten: Futtermittelproduktion in Latinamerika für Metropolen-Vich/ Ökologische Folgen des Hamburgers/ Sojaanbau in Brasilien/ Bananen in Costa Rica

Heft: 3 DM/ Abo: 30 DM

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Guatemala: Vor den Wahlen/ Honduras: Projckte für Kleinbauern/ Kaffee/ Umsiedlung von Flüchtlingen/ Nicaragua: Interview mit cinem Kieler Brigadisten/ El Salvador: Der Durchbruch der Armee findet nicht statt/ Der Krieg zwischen Nicaragua und Costa Rica 1948 und 1955 Heft: 3 DM/ Abo: 30 DM

Bezug: Magazin-Verlag. Königsweg 7, 2300 Kiel SÜDASIEN-INFO

Nr. 7/85. Oktober 1985 Sri Lanka: Jayewardenes Krieg und Frieden/ Hikkaduwa - Abstieg einer Hippiemetropole/ Indien: Assam/ Padschab/ Pharmamultis/ Bangladesh: Entwicklungshilfekatastrophe/ Hindernisse der nationalen Zusammenarbeit in Südasien/ Asylrecht auf kaltem Wege ausgeschaltet? Heft: 3 DM/ Abo: 36 DM

Bezug: Südasien-Büro, Kiefernstr. 45. 5600 Wuppertal 2 INFORMATIONSDIENST SÜDLICHES AFRIKA Chronik der Ercognisse/ Der Notstand 1960-65/ Inkatha wird immer gewalttätiger/ Wirtschaftsboykott im Brennpunkt der internationalen Diskussion/ Hubschrauber aus der BRD für südafr. Polizci/ Koalitionskrach in Bonn über SA/ Zimbabwe - wie weiter? Heft: 5 DM/ Abo: 40 DM

Bezug: Informationsstelle südliches Afrika c.V., Blücherstr. 14. 5300 Bonn1 BLÄTTER DES IZ3W

Nr. 129. November 1985 Türkei: leert die Kerker!/ Vom Militär- zum Polizeistaat/ Menschenrechtel Aufschwung in die Krise/ Türkci - cin zweiter Iran/ Nationale Minderheiten/ Medien in Vietnam/ Probleme bei der Südafrikasolidarität/ Berichte: Südafrika/ Eritrea/ Honduras/ Nepal/ Sri Lanka Heft: 5 DM/ Abo: 40 DM

Bezug:Informationszentrum Dritte Welt. Kronenstr. 16. 7800 Freiburg AIB

Nr. 11/85, November

Ausweg aus der Verschuldungskrise/ Fidel Castro-Interview/ Gewerkschafterkonferenz zur Verschuldung/ Ausschaltung der Ölinsel Kharg/ Indonesien: 20 Jahre Neuordnung Suhartos/ Frankreichs Ambitionen im Südpazifik/ Bolivien:Armut wird festgeschrieben/ Nicaragua: Eine Revolution, die fröhlich bleibt/ Südafrika: Risse im weißen Lager/ Angola: 10 Jahre Krieg mit der UNITA/ Kaffeekampagne Heft: 2.50 DM/ Sonderheft: 2 D.M/ Abo: ? Bezug: AlB. Liebigstr. 46, 3550 Marburg FORUM 16-seitiger Sonderteil der Agrokoordination gegen Futtermittelexporte/ Pharmakampagne: _ Hoechst depressiv". „Arm aber glücklich" u.a./ Alphabetisierung in Ecuador

Heft: 3 DM/ Abo: 36 DM

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Nr. 20, Frühjahr 1985 (Juli) Indianer und Indianisten/ Reservatspolitik in Namibia/ Schwarze in den USA/ Geschichte der Miskito Heft: 9 DM/ Abo: 30 DM

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Soziale Bewegungen in Südostasien und dem Pazifik: NGO-Bewegung in Thailand/ Christliche Basisgemeinden auf den Philippinen/ Frauengewerkschaft SEWA in Indien/ Consumer Association of Penang/ Kampf gegen Atomverseuchung im Pazifik/ Arbeiter gegen Staatsgewalt in Südkorea-neue Stufe der Arbeiterbewegung Heft: + DM/ Abo: 22 DM

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