Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Erklärung Tariq Alis zu seiner Ausweisung aus Pakistan

Inprekorr Nr. 17, 15. Juli 1972 · S. 20 · 595 Wörter

Indien und Südasien

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ERKLÄRUNG TARIQ ALIS ZU SEINER AUSWEISUNG AUS PAKISTAN ++++++ ++++++ **++++++ ++++++ ++++++++ Die Entscheidung, mir die Einreise nach Pakistan zu verweigern, obwohl ich Pakistani bin un inen pakistanischen Pal besitze, bedeutet eine grobe Verletzung der bürgerlichen Freiheite die das gegenwärtige Regime in Pakistan zu verteidigen vorgibt. Die Tatsache, dal meine / weisung durch Polizeibeamte erfolgte, die nachdrücklich betonten, sie würden lediglich die ordnungen der Militärdiktatur General Yahya Khans ausführen, zeigt deutlich, daß das gege wärtige Regime in der Handhabung der Repression wie auf vielen anderen Gebieten einfach Politik seiner Vorgänger fortsetzt. Yahya und die Generalsclique, die ihn bei seiner Herrscha über Pakistan unterstützte, sind nicht mehr an der Macht, aber viele der Gesetze, auf deren Grundlage sie regiert hatten, sind heute noch in Kraft und kommen von Zeit zu Zeit auch zu Anwendung, wie meine Ausweisung deutlich zeigt.

Man hinderte mich daran, in mein Land einzureisen, aber welche Anklage wurde gegen mich hoben? Der Hauptanklagepunkt gegen mich ist, daß ich unaufhörlich und unerbittlich gegen o Völkermord auftrat, den die pakistanische Armee im Krieg gegen das bengalische Volk praktizierte, daß ich Artikel in RED MOLE und zahlreichen anderen Publikationen schrieb, um das Recht des bengalischen Volkes auf nationale Selbstbestimmung zu verteidigen und zur Unter stützung des Kampfes gegen die Militärdiktatur Yahya Khans aufzurufen. Gegenüber diesen u anderen ähnlichen Anklagen bekenne ich mich "'schuldig" und bin zur Verteidigung vor der A beiterklasse Pakistans, den armen Bauern und Studenten, die allein das Recht haben, über meine Handlungen zu urteilen, gerüstet. Meine Ausweisung kann jedoch die Tatsache nicht tuschen, daß die wirklichen Verbrecher noch immer frei sind und noch nicht einmal vor Gerich gebracht wurden, wobei die Frage ihres weiteren Aufenthalts in Pakistan ausgeklammert wird Dies sind die Militärs und die Beamten, die den Krieg gegen Bengalen entfesselten in der As sicht, die nationale Bewegung Bengalens im Blut zu ertränken und dabei ihre eigene Haut z retten. Einige von ihnen, deren Verbrechen selbst für die herrschende Klasse Pakistans zu bru tal waren, wurden entlassen oder zwangsweise pensioniert. Andere haben selbst heute noch ihre Stellung inne. Und wenn Pakistan nicht unterwandert werden darf von denen, die wiei den Kampf des bengalischen Volkes gegen die Unterdrückung Yahyas unterstützten und ihn he te noch weiter gegen die Repression durch die Awami-Liga unterstüzen, warum führt dann del Präsident Pakistans in Indien Gespräche mit Frau Indira Gandhi, gerade der Person, die die Niederlage der pakistanischen Armee verursachte?

Ebenso wird behauptet, daß ich schuldig bin, ein Buch gegen Pakistan geschrieben zu haben. Es ist wahr, daß ich ein Buch gegen die Großgrundbesitzer und Kapitalisten Pakistans schrieb aber auch hier sind es wieder nicht die pakistanischen Massen, die entscheiden, ob das Buch *Pakistan: Military Rule or People's Power' verboten bleibt, erst vor kurzem wurde die Gene migung, es in Pakistan zu veröffentlichen, verweigert. Ich betone noch einmal: Ich stehe zu jedem Wort des Buches, das im Interesse der unterdrückten und ausgebeuteten Massen Pakist geschrieben wurde. Das Buch zu verbieten oder seinen Autor auszuweisen wird nicht verhind daß revolutionäre Ideen im Land verbreitet werden, da Ideen weder Grenzen noch Polizei r spektieren.

Ich fordere die pakistanische Regierung auf, ihren Ausweisungsbefehl gegen mich sofort aufz heben und mir die Einreise in mein Land zu gestatten. Falls irgendwelche Vorwürfe gegen m bestehen, sollen sie vor die Offentlichkeit gebracht werden, so daß ich mich vor dem pakist nischen Volk verteidigen kann. Meine politischen Ansichten werden sich nicht ändern. Ich wi und bleibe ein revolutionärer Marxist und ein Mitglied der IV. Internationale, ungeachtet d das Einreiseverbot aufgehoben wird oder nicht, werde ich eines Tages nach Pakistan zurückkehren!

TARIQ ALI 27. Juni 1972