Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Die Invasion auf Grenada

· Inprekorr Nr. 158, 10. November 1983 · S. 5-6 · 454 Wörter

Kuba und Karibik

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Invasion dahingehend, die Truppen müßten auf Grenada wohl „auf unbegrenzte Zeit" bleiben.

Unter dem Schutzmantel dieser Besetzung macht sich Washington daran, ein neues proimperialistisches Regime zu installieren. Sir Paul Scoon, der noch vom ehemaligen Diktator Sir Eric Gairy nominierte britische Generalgouverneur, wurde von Washington auserkoren, eine Interimsregierung zu benennen. Diese soll dann angeblich in der fernen Zukunft „freie Wahlen" vorbereiten.

Durchsuchungen

Verhaftungen „Befragungen"

Um einem solchen proimperialistischen Regime den Weg zu ebnen, machen sich die US-Truppen daran, den verbleibenden Widerstand auszumerzen.

rs in der Umgebung von größere urchkämmungsaktionen. besor Straßen und Orten, haben schon begonnen. Reporter sahen »Search and Destroy"-Kommandos aus Ran-" gern unterstützt von A7 Corsair Kampfbombern. In den Städten selber laufen Razzien an, um Führer und Mitglieder des NJM zu identifizieren und festzunehmen.

Admiral Wesley McDonald, der Oberkommandierende der Atlantikstreitkräfte, erklärte: „Ich glaube, man muß sich die Grenadier angucken, die loyal zu der Regierung waren, die existierte, bevor das alles passierte, um die Leute identifizieren zu können, die hardliner sind." Diese Massenfestnahmen sollen alle politischen oder gewerkschaftlichen Aktivisten in Angst und Schrecken versetzen, die zum Fortschritt der grenadischen Revolution beigetragen haben.

Bis jetzt sind außer General Austin von den US-Truppen Bernard Coard, Phyllis Coard Selwyn Strachan, Liam James, John Ventourund einige andere NJM-Vertreter festgesetzt worden (z. Tl. unter erniedrigenden Bedingungen in Schiffsluken, d.Red.) Viele werden jetzt von US-Offizieren „befragt". Reportern ist verboten worden, mit ihnen zu sprechen. Trotz Festnahmen und Dauerbesetzung wird Washington seine Schwierigkeiten haben, ein wirklich stabiles Pro-US-Regime zu installieren.

Ziviler Widerstand hat schon begonnen GRENADA

In einem Bericht vom 13.10. für die Washington Post bemerkte der Korrespondent John Burgess „die bemerkenswerte Unterstützung in der grenadischen Öffentlichkeit für die sozialistischen Reformen Bishops." Obwohl St. George's von US- Soldaten nur so wimmelt, verschafft sich Ablehnung der Invasion schon hier und da offen Ausdruck. Am 31.10. berichtete der Korrespondent der New York Times james Feron: „Heute traf ich in der Innenstadt von St. George's auf Jugendliche, die sich vernehmlich dahingehend aulserten, die Amerikaner sollten abhauen. Sie wurden unterbrochen, als ein Jeep mit einem Soldaten und einem Grenadier vorbeikam. Die Jugendlichen riefen dem Grenadier verächtliche Bemerkungen zu, dessen Gesicht daraufhin zu einer steinernen Maske erstarrte.

NJM-Führer Don Rojas wurde in Barbados interviewt. Er sagte, Grenada würde nun von Washington schnell zu einer Kolonie gemacht. „Die Ortsräte und anderen von uns eingerichteten demokratischen Strukturen werden auseinandergenommen und mit Militärgewalt niedergehalten werden." „Aber ich kann mir nicht vorstellen, daß irgendein zutrichtiger, patriotischer Grenadier auf lange Sicht diesen Zustand hinnehmen wird," setzte er hinzu.

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BRENADA InPreKorr. Nr.1S8. 10.11.8.;