Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Die Ereignisse vor der US-Invasion

Inprekorr Nr. 158, 10. November 1983 · S. 9-13 · 2.946 Wörter

Kuba und Karibik USA und Kanada Mittelamerika

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US-Invasion aus International Viewpoint 40, 14.11.83 schließlich zum Sturz der New Jewel-Regierung Die folgende Schilderung der Ereignisse, die auf Grenada führten, wurde aus verschiedenen mündlichen Quellen auf der Insel selber unmittelbar vor und nach der US-Invasion zusammengestellt. Sie erschien zuerst in Internationalen, der Zeitung der schwedischen Sektion der Vierten

Internationale, am 27.10.

Aus sporadischen Kontakten mit Dennoch sollte dieser scheinbar Quellen in Grenadas Hauptstadt St. unbedeutende Konflikt bis hin zu George's kristallisiert sich in Bild Exekutionen und einer Einsetzung davon heraus, auf welche Weise sich einer Militärregierung eskalieren. die Ereignisse entwickelt haben. Viele Etwas, was undeutlich bleibt, scheint Fragen bleiben noch. Aber klar ist, den Konflikt in eine Krise verwandelt daß hier ein Revolutionsprozeß der zu haben.

Arbeiter eine katastrophale Nieder- Die ersten Andeutungen, daß lage erlitten hat. etwas schief liefe, erhielten wir Frei- Sicher scheint zu sein, daß die tag vor zwei Wochen, als berichtet Ereignisse, die zu dem Massaker vor wurde, Premier Maurice Bishop stehe dem Hauptquartier der Armee in Ft. unter Hausarrest. Die Lage wurde Rupert führten, mit einem scharfen undurchsichtiger, als Gerüchte auf Konflikt im Zentralkomitee des New den Straßen St. George's' umzulau- Jewel Movement begannen. Einige fen begannen, daß Bernard Coard Details sind bislang nicht enthüllt, plane, Bishop zu stürzen und zu aber laut einem Sprecher der NJM ermorden. Die Quelle der Gerüchte ging es bei dem Konflikt um die Auf- war Bishops Sicherheitschef Cletus teilung der Zuständigkeiten inner- St. Paul, der dann sofort verhaftet der Partei und des Staatsapparats. Am Freitag Nachmittag rief Sei- Gemäß unseren Quellen entschied wyn Strachan, der Minister für die das Zentralkomitee, daß Bishop der Nationale Mobilisierung, zu einer Arbeit unter den Massen mehr Zeit Kundgebung auf dem Hauptplatz widmen solle". Zugleich sollte der von St. George's, wo er erfolglos ver- Vizepremier und Finanzminister Ber- suchte, sich im Sinne von Coards nard Coard „die politische Arbeit der Politik Gehör zu verschaffen. Partei leiten und führen." Die Leute wollten Bishop, und es So weit, so gut. Konflikte in der herrschte Furcht, die Gerüchte über Partei waren nichts ungewöhnliches, Pläne zu seiner Ermordung könnten und es gab nichts, was darauf hinwies, nicht ohne Grundlage sein. Später am daß dieses Problem nicht mittels einer Tag antwortete Coard auf diese demokratischen Übereinkunft gelöst Gerüchte, indemer aus der Regierung werden könne. Nach unbestätigten zurücktrat. Strachan und die Mini- Gerüchten soll Coard für seine Linie sterin für Frauenangelegenheiten im Zentralkomitee eine Mehrheit Phyllis Coard traten auch zurück. Sie gefunden haben. Das Problem soll verschwanden dann spurlos. erst entstanden sein, als Bishop sich Über das Wochenende wurden weigerte, eine Mehrheitsentschei- über die internationalen Nachrichten dung zu akzeptieren. agenturen widersprüchliche Ge-

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GRENADA rüchte verbreitet. Coard solle die Am Morgen verließ Whiteman die Macht im 1 andeergriffen haben. Dies Regierung aus Protest gegen die bestätigte sich aber in kemer Weise. Behandlung Bishops. Es habe keine Im Gegenteil. Radio Free (irenada Verhandlungen gegeben, und Coard leugnete sogar. daß es überhaupt habe ihn nicht einmal empfangen. einen Machtkampf zwischen Coard oder es sei ihm nicht erlaubt, ihn zu und Bishop gele. empfangen. Zusammen mit White- Am Montag wurde die Situation in man traten zurück: Agrarminister St. George's gespannter, als Staatsan- George Louison, Tourismusminister walt Kendrick Radix, ein guter Lynden Ramdhanny. Wohnungsbau- Freund von Bishop, aber kein ZK- minister Norris Bain. Mitglied, zu einer Demonstration für Schon um 9' am Mittwoch Mor- Bishop auf der Straße von einem gen mobilisierte Whiteman emen Denkmal herab› aufrief. Auch Radix Marsch von 4000 zu Bishops Haus bezog sich auf die Gerüchte. Erwurde Sie riefen die Parole . Wir holen uns nach der Demonstration den Maurice!" Die sechs das Haus verhaftet. bewachenden Soldaten wurden nach Des selben Tags kam Außenmini- nur symbolischem Widerstand entster Unison Whiteman von einer waffnet, die Tür wurde aufgebro- Auslandsreise zurück. Er war eine chen, und die Nenge fand Bishop und enger Mitarbeiter Bishops und ver- Bildungsministerin Jacqueline Creft, suchte, mit der Opposition im /K zu die also auch verhaftet worden war, in verschiedenen Räumen.

Auch gleichzeitig kritisierte ciner Bishop wurde dann auf der Unterstützer Coards. Planungs- triumphalen Marsch durch die Strasekretär Victor Burke. Bishop gegen- Ben mitgeführt. Ein Reporter, der über einer Gruppe freiwilliger sich zuihm durchdrängen konnte.bat internationalistischer Arbeiter aus ihn um einen Kommentar. Bishops dem Ausland. Das war auch schon die einzige Antwort, und damit seme einzige "öffentliche" Kritik der öffentliche Außerung. war: Opposition an Coard. Burke sagte, es …Die Massen!" gebe eme Krise im Lande. Er Die Demonstration wuchs weiter behauptete, Bishop habe gegenüber an. Laut Augenzeugen war sie am der Kleinbourgeoisie eine zu liberale Schluß 15 000 stark, als sie das Haupt- Politik verfolgt. Als Ergebnis davon quartier der Armee in Ft. Rupert würden Massenorganisationen und erreichte. Die Stimmung wartestlich Partei nur schlecht funktionieren. Am Fort solkenangeblichentwalthinter der rohe klerus % nete Soldaten warten, die Bishop die künftig Kontrolle des %.Ks Treue hielten. Auch die Waffen für unterliegen. die Volksmiliz waren dort eingela- Am Dienstag herrschte erwar- gert. Laut Augenzeugen besaß die rungsvolle Stille in St. Geoerge's. Menge keine Waffen aufser den Bis- Aber am Mittwoch Morgen erreich- hops Bewachung abgenommenen. ten die Ereignisse ihren tragischen und unerwarteten Höhepunkt. FrEf

TIT - E WESTAND FIRM WITTE THE: INVASIL. nE NICARAGU GENICIAN REVO!" Um 13.° fuhren zwei LKWs mit bewaffneten Soldaten unter dem Kommando von Major Leon Cornwall vor.

Minuten später schon wurde in die Menge gefeuert. Es ist unklar, genau wie viele getötet wurden, aber es waren um die 20. Eine Quelle gibt an, genau: 59 Verwundete seien ins Krankenhaus eingeliefert worden, von denen drei später starben.

Nach der Darstellung der Armee begannen die Soldaten in Selbstverteidigung zu schieben, nachdem aut sie geschossen wordensei. Bishop und seine Kollegen seien angeblich bei diesem Schulwechsel umgekommen. Diese Geschichte ist natürlich rein erfunden.

Auch nach den ersten Salven gab es weder bewaffneten noch unbewattneten Widerstand. Die Leute ergaben sich, ja hoben die | lande über den Kopt. Bishop war inmitten der Menge. Aber die Soldaten griffen ihn heraus, und noch Unison Whiteman. Jacqueline Cret. Vorris Bain und die Gewerkschaftsführer Vincent Noel und Fitzror Bam. Alle zusammen wurden in das Fort verbracht. lugenzeugen, darunter die Ehefrau von Norris Bain, sahen. wie sie ohne Widerstand den Soldaten folgten, die Hände über dem Kopf. Sekunden später wurden sie erschossen. Der Tag. der mit einer frohlichen Massendemonstration begonnen hatte. endete in Schoch und Horror. Am Nachmittag erklärte der kommanierende der grenadischen Armee Hudson Austin. das Nen Jewel Movement sei aufgelöst worden. Er verhängte eine strikte Ausgang»sperre und erklärte, das Land würde von nun an mittels einer „Revolutionären" Militärjunta regiert. / Dänische Internationalisten bei einer Demonstration in Grenada am Tage der Invasion ]

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InPreKorr, Nr.1S8, 10.11.83 GRENADA

US-Truppen raus aus Grenada!!

Vereinigtes Sekretariat der Vierten Internationale Erklärung vom 29.10.83 Die Landung amerikanischer Marinesoldaten am 25. landeten, wird dem US-Kontingent noch lange kein Oktober auf der Insel Grenada stellt eine konterrevolu- „internationales" Schild gegeben. Dagegen sieht man, wie tionäre Aggression dar, mit der die Revolution, die auf der Imperialismus die Staaten der Karibik für seinen dieser kleinen Karibikinsel seit dem Sturz des Diktators Kampf gegen Grenada manipuliert hat, und kann sich Eric Gairy am 13. März 1979 imgange ist, vernichtet ähnliche Manipulationsversuche bei mittelamerikaniwerden soll. Diese Invasion ist ein weiteres Glied in der schen Staaten gegen Nikaragua gut vorstellen. Brutal, blutigen Kette imperialistischer Verbrechen in dieser offen und ohne Umschweife gaben die amerikanischen Weltgegend, von der Besetzung Kubas zu Beginn dieses Sprecher von Anfang an ihrer Absicht Ausdruck, als sie Jahrhunderts über die massive und langandauernde Inter- kundgaben, sie wollten auf Grenada gewisse Leute bestravention in Mittelamerika in den 30er Jahren bis zur Expe- fen, die sie als Bande „ultralinker Schufte" und Banditen" dition von 40 000 Marines in Santo Domingo 1965. bezeichneten. — Genauso war Präsident Nixon vorgegan Mit mehr als 3000 Mann der Streitkräfte des mächtig- gen, als er die Deiche Nordvietnams bombardieren ließ sten Imperialismus der Welt, die Ronald Reagan einsetzt, und dabei die Vietnamesen als „internationale Banditen" um mit dem Streben nach Unabhängigkeit, Demokratie bezeichnete.

und sozialer Veränderung der 110 000 Einwohner von Dabei war die Landungsoperation der Amerikaner kei- Grenada fertig zu werden, will er mit dieser Operation neswegs improvisiert. Sie war schon lange vor den Ereig zugleich beispielhaft seine Stärke demonstrieren und die nissen geplant worden, welche dann zu ihrer Umsetzung kämpfenden Völker warnen. trieben. Von dem Zeitpunkt an, wo das NJM die Macht

Der Imperialismus will bei allen Völkern der Karibik ergriff, heckten die Vereinigten Staaten ihren verbrecheriund Lateinamerikas, die Krise, Hunger und Elend nicht schen Plan aus, organisierten eine regelrechte Wirtmehr aushalten können, keinen Zweifel darüber aufkom- schaftsblockade gegen die Insel und griffen zuzahlreichen men lassen, daß die USA jeden ernsthaften Versuch, sich militärischen Provokationen. Die USA konnten nicht national und sozial zu befreien, gehörig bestrafen werden. ertragen, daß ein Volk in dieser Gegend nach Jahrzehnten Innerhalb von vier Jahren hatte das revolutionäre Regime imperialistischer Herrschaft sein Schicksal in die eigene des NJM die Lebensbedingungen der Werktätigen spür- Hand nahm. Sie konnten es der Regierung Maurice Bisbar verbessert, das Erziehungs- und Gesundheitswesen hop nicht verzeihen, daß sie sich innerhalb der OAS entwickelt und sich nicht vom Imperialismus einschüch- (Organisation Amerikanischer Staaten) im Juli 1979 einer tern lassen. Eine solche Kühnheit, zudem in einer Region Operation zur Rettung Somozas widersetzt hatte. Mauder Welt, die die USA als ihren Flinterhot ansehen, rice Bishop alarmierte wiederholt und zuletzt nocheinmal könnte ansteckend werden und muß ihrer Ansicht nach im März 1983 die Bevölkerung der Insel wegen der exemplarisch bestraft werden. Angriffsvorbereitungen seitens der USA. Aber damals fiel Die Aggression der Marineinfanteristen soll auch den es Reagan sehr schwer, seinen imperialistischen Kreuzzug Revolutionären Kubas und Mittelamerikas zeigen, welch irgendwie im Namen des Kampfes gegen den Totalitarismassive militärische Mittel der: US-Imperialismus einzu- mus zu rechtfertigen, während die revolutionäre Regieetzen bereit ist, damit sich neue revolutionare Regime rung Grenadas breite Unterstützung bei der Bevölkerung richt konsolidieren und die Revolution sich in dieser genoß, eine neue demokratische Verfassung vorbereitete Gegend nicht ausbreitet. Die Landung auf Grenada stellt und die Wahl einer nationalen Volksversammlung in also eine direkte erpresserische Aufforderung an die salva- Aussicht stellte. Das zu einer Zeit, wo die Vereinigten dorianische Revolution, an das sandinistische Nikaragua Staaten Regime unterstützen wie das von „Baby Doc" in und an den kubanischen Arbeiterstaat dar. Haiti oder mit allen Mitteln blutige Diktaturen wie die Die Vereinigten Staaten gingen mit dem frechsten von Guatemala und El Salvador über Wasser halten. Zynismus vor, ohne auch nur den geringsten diplomati Reagan wartete also ab und ergriff die Gelegenheit, schen Vorwand, wie er sonst unter solchen Umständen seine Marineinfanteristen zum Sturm auf Grenada zu vorgebracht wird. Zweifelsohne wollte Reagan damit schicken, als die Revolution eine Schwäche zeigte. Die auch seine eigenen Verbündeten auf die Probe stellen und Zusammenstöße innerhalb der NJM und der Sturz, dann für den Fall weiterer umfassender Militäraktionen in der die Hinrichtung von Maurice Bishop und einiger seiner Region die nationale und internationale öffentliche Mei- Minister durch Militärs riefen Verwirrung und Desoriennung zu testen. Mit den 300 Soldaten aus Barbados und tierung bei den Massen in Grenada hervor, was die amerianderen Karibik-Inseln, die im Troß der Truppen mir- kanısche Operation begünstigte. Die Demonstrationen

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GRENADA mischon, Nr./s 13.11.SS der Massen zur Verteidigung von Maurice Bishop waren unterdrückt, die Volksmiliz entwaffnet, die Massen demobilisiert und durch das Ausgehverbot gelähmt worden.

Angesichts dieser Vorgänge verurteilte die kubanische Führung die Exekution von Bishop und semen Genossen, rief zu ihrem Gedenken drei Tage Staatstrauer aus und distanzierte sich politisch vom Revolutionären Militärrat des Generals Hudson Austin, hielt aber die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Grenada weiterhin aufrecht. Der Staatsrat und das Politbüro der kubanischen Kommunistischen Partei erklärten am 20. Oktober, daß „mit kemer Lehre, mit kemem Prinzip und kemer Haltung, die angeblich revolutionär sein sollen, ein derart grausiges Vorgehen wie die physische Eliminierung von Bishop gerechtfertigt werden kann. Die Umstände, unter denen Bishop und seine Genossen starben, müssen aufgeklärt werden... Und wenn sie kaltblütigexekutiert worden sind, müssen die Schuldigen exemplarisch bestraft werden... Obwohl wir tief geschockt sind... ziehen wir, was unsere wirtschaftliche und technische Zusammenarbeit angeht, falls diese sich überhaupt noch als möglich erweist, vor allem die Interessen des Volkes von Grenada in Betracht. Aber unsere politischen Beziehungen mit den neuen Verantwortlichen von Grenada werden einer ernsten und tiefen Analyse unterzogen." In dieser Erklärung wurde auch schon klargestellt: ..Jetzt wird der Imperialismus versuchen, diese Tragödie und die schwerwigenden Irrtümer, die die Revolutionäre von Grenada begangen haben, auszunutzen, um den revolutionären Prozel hinweg zufegen."

Trotz der großen militärischen Übermacht, die die Amerikaner einsetzten, wurde an verschiedenen Punkten des Landes mehrere Tage lang verbissen gekämpft. Die USA hatten eine Nachrichtensperre verhängt, und wie hoch die Zahl der Opfer der Invasion genau ist, weiß man nicht. Die 3000 Mann Landungstruppen entsprechen ganau 3', der Bevolkerung dort, das macht emen pro 35 Einwohner. Dasist em erheblicher linsatz — soalswaren 300 000 Marines gleichzeitig auf Kuba gelandet. Aber der Kampf um jeden Fulbreit rde um die Landungspunkte der Marineintanteristen (die beiden Flugplätze) herum, m den Bergen und in der Hauptstadt St. George's selbst beweisen, dats die „Betriedung" dieser kleinen Insel nicht so leicht sein wird, wie man sich das vorgestellt hat, und dats die amerikanischen Truppen ihre Schwierigkeiten haben werden, eine Regierung made in USA in den Sattel zu heben. Denn um nach Art von Ronald Reagan eine „Demokratie, die mit Füßen getreten wurde", wiederherzustellen, müssen die US-Truppen ein Volk knebeln, daf3 im Verlauf der letzten vier Jahre an der Demokratic Geschmack gefunden hat, müssen sie seine Massenorganisation auf Vordermann bringen oder auflösen und einen Marionettenhaufen an die Spitze eines proamerikanischen Regimes stellen.

Mit dem militärischen Widerstand der revolutionären Kämpfer Grenadas wächst also jeden Tag der politische Preis, den der Imperialismus für sein Verbrechen zu zahlen haben wird, und zeigt sich immer deutlicher, daß der imperialistischen „Normalisierung" der Erfolg keinesvegs gesichert ist. Mit dem anhaltenden Widerstand wer len die Reden der Reagan-Administration und seine örtlichen Komparsen über ihre Vorstellung von Verteidigung „der Freiheit und der Demokratie" Lügen gestraft Und schließlich zeigt dieser Widerstandauch, daf weiter imperialistische Invasionen, wie sie für El Salvador, Nikaragua oder Kuba geplant werden, auf wesentlich hartnäckigeren Widerstand stoßen werden. Derentschlossene Kampf der Revolutionäre von Grenada ist ein Beitrag zum Befreiungskampf aller Völker und zugleich ein dringender Aufruf zu internationaler Solidarität. Denn die marines sind ohne weiteres in der Lage, soger Massaker zu veran stalten, um diesen Widerstand zu brechen. Angesichts dieses Widerstands mit dem Rücken zur Wand auf der winzigen Insel Grenada nimmt sich die Heuchelei der mit den USA verbündeten imperialistischen Regierungen mehr als scheinheilig aus. Während Reagan die Souveränität Grenadas vergewaltigt, wenden sich seine Verbündeten diskret weg und wischen sich mit dem proklamierten „internationalen Recht" den Arsch ab. François Mitterand, Margaret Thatcher, Bertino Craxi, Helmut Kohl und Konsorten schlucken und ver dauen die von den Amerikanern geschaffene vollendete Tatsache, ohne mit der Wimper zu zucken. Am schänd lichsten verhalten sich zweifelsohne die sozialdemokrati schen Parteien, die sich mit diskreten Protesten zufrieden geben, obwohl doch die NJM Mitglied ihrer angeblich sozialistischen Internationale ist. Der portugiesische Sozialdemokratische Premierminister Mario Soares ging gar so weit, die imperialistische Aktion zu unterstützen. weil mit ihr .die Harmonie auf der Insel wiederhergestellt wird." Was die italienische oder die französische Regie rung angeht. so wundert es cinen nicht. daß es für sie schwierig ist. ihre Stimme zum Protest zu erheben, wo sic gleichzeitig Seite an Seite mit den US.A im Libanon (und Frankreich zusätzlich im Tschads cagiert sind und aut Teufel komm raus die neuen US Raketen in Furopa stationiert sehen wollen.

Die Sowjetunion ihrersens gab sich mit rein formalen Protesten zutreden. die gewils nicht dazu taugen, bei Kuba oder Nikaragua keine Sorgen darüber aufkommen zu lassen, wie fest sie in emer derartigen Lage diese Länder unterstützen würde Was die bürgerlichen Regierungen Lateinamerikas angeht, so kamen die eindeutigsten Verurteilungen aus Ländern wie Mexiko, die sich vor den Juswirkungen fürchten müssen, die eine amerikanische Eskalation unter den Bedingungen einer wirtschaftlichen Krise habenmuts die an sich schon die antiimperialistischen Gefühle der lateinamerikanischen Massen zur Weißglut bringt. Die amerikanische Aggression gegen Grenada kommt auf der Passivseite des Imperialismus zur britischen Intervention auf den Malvinen hinzu, ebenso zur Politik des Aushun gerns, die durch die imperialistische Ausbeutung und den Weltwährungsfond in den Verhandlungen um die Auslandsschulden dieser Länder durchgesetzt wird. Das Beispiel Grenada unterstreicht also, daß zwischen den Interessen dieser Volksmassen und denen des Imperialismus ein unüberbrückbarer Widerspruch besteht. Zehntausende von Werktätigen haben das gut verstanden, als sie, von Mexiko bis Santo Domingo, gegen die US- Intervention demonstrierten.

Von den Regierungen riefen nur die von Kuba und die von Nikaragua die Massen zur Mobilisierung auf, um Grenada zu verteidigen, während eine erste Antwort auf den Straßen des übrigen Lateinamerika, Europas und der USA auf Initiative der Solidaritätsbewegungen zustand kam oder von revolutionären Organisationen oder kommunistischen Parteien organisiert wurde. Dies. internationale Mobilisierung muß weitergehen und sich

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InPreKorr, Nr./S8. 10.11.83 BRENADA noch aswenen, um den solorugen Vozug der mpenah- KEINE BESEIZUNG VON GRENADA! RAUS stischen Truppen aus Grenada, egal unter welchem MIT DEN US-TRUPPEN UND IHREN Namen sie sich verstecken (multinationale Streitkräfte. HELFERSHELFERN! US-Marineinfanteristen. Common ealth-Truppen), zu *KEINE ANERKENNUNG EINER VOM IMPEfordern und sich den imperialistischen Interventionsdro- RIALISMUS EINGESETZTEN REGIERUNG! hungen zu widersetzen. In diesem Zusammenhang muts *SOFORTIGE FREILASSUNG DER KRIEGSGI dafür gesorgt werden, daß nicht eine aus der imperialisti- FANGENEN! schen Intersention hervorgegangene Marionettenregie- "DEMOKRATISCHERECHTEFÜR DIEMASSEN rung, die von den USA in St. George's eingesetzt würde. GRENADAS! anerkannt wird. •TOTALE UNTERSTÜTZUNG DER SALVADO- RIANISCHEN REVOLUTION!

"HÄNDE WEG VON KUBA UND NIKARAGUA!