Kriegsgefahr und Kampf um Sozialismus • von Emest Mandel, 1. Juli 1982 Verschiedentlich entstand in den letzten zwei Jahren der meh gegenwd ven den kapitalischen bedem ein dieindruck, als könnte die allgemeine Gefahr eines Dritten sich gegenwärtig in den Weltkriegs kurzfristig reale Gestalt annehmen, Oberfläch- angesteckt, wenigstens zum Teil. Eine un übersehliche Kommentatoren haben des öfteren diesen Schluß ge- liche Zahl von Büchem ist diesem Dritten Weltkrieger zogen. Vor allem in gewissen intellektuellen Kreisen hat schon begonnen habe, der gerade im Gange sel, ja sich sogar Panik breitgemacht. Davon wurde auch die sogar vor seinem Abschluß stehe, gewidmet (1). Für diese Welle der Panik gibt es zwei- Angola und in Mozambique zu erwäh- am Suez-Kanal, felsohne in den politischen Ereignissen nen - und selbst diese Liste ist noch selbst eine Reihe von emstzunehmen - in vollständig ... Von das aus ist es krieg erwähnen, in die Hunderttausennur ein Schritt zur Schlußfolgerung. de von Soldaten imperialistischer Lännicht gleichzeitig ein Wiederaufflak- der Krieg sei dabei, sich auf der verwickelt waren. les Krieges zwischen dem Iran und dem Irak, den Krieg um die Mal- Diese begrenzten konterrevolutionären die Vorbereitungen der In va- Kriege stellen also keine Neuheit dar.
weltering ber auslan di chen interven - se ungerechtfertigte Schlußfolgerung Sie sind vielmehr die Regel, Neu war hingegen die Aumnahme, wie sie die tion in den Bürgerkrieg in El Salvador nicaraguanische und iranische Revolugegeben, ohne von den mehr oder we- tion darstellen, gegen die zu interve- "kleinen Kriegen" Euphorie hinreißen lassen, die beide nieren, wenigstens zum Zeitpunkt des Ischad, in Erythrea, in Na- gleich un verantwortlich sind angesicht: Sturzes von Somoza und des Schah, mibla, in der Westsahara zu rede den lessen, was auf dem Spiele steht, năm- sich der Imperialismus politisch (nicht ohne den Bürgerkrieg im Jemen, lich buchstäblich das nackte Überleben materiell oder militärisch) nicht in niemals erloschenen Bürgerkrieg in des Menschengeschlechts. der Lage sah - und zwar aufgrund der FORTSCHRITTE DER WELTREVOLUTION UND euttenen fe derig indochina 1975 KONTERREVOLUTIONÄ
Schon damals schätzte die IV. Internationale jene Lähmung als kurzzei- Mehr als je zuvor ist der Imperialis- finnische Revolution 1918, die Inter- tig ein. Sowohl die auf dem XI. Weltmus entschlossen, seine konterre volu- vention der Entente (Frankreich, Polen, kongreß 1979 angenommene wie auch tionäre Gewalt jedem Voranschreiten die Tschechoslowakei, Jugoslawien, die vom Intemationalen Exekutivkoder Revolution auf der Welt entgegen- Rumänien, wobei Rumänien als Speer- mitee fm Mal 1981 verabschiedete zustellen. Diese kanterrevolution are pitze gebraucht wurde gegen die un- esolution zeigten korrekt, daß der Im- Gewalt erfolgt in Form von systemati- Sais des intervention Hitler in con erialismus auf dem Wege war, sich sich nachmal en trenten, die die Intervention Hitlers und die Mittel zu konterrevolution rem Ein - Mon 1936 gen de nische Revolu - greifen gegen laufende Revolutionen eines der am Bürgerkrieg beteiligter oder neue antiimperialistische Initiati- Lagers tamen, aber bei anderer Gele- hische Revolution 191/- 49, die Im- ven wieder zu verschaffen, etwa durch Bendiehen astve intervention an - den Aufbau der amerikanischen Schnel- Beite chinesische Revolon en de dritte chinesische Revolution Ten Eingreiftruppe (RDF). Diese Ein nehmen. schätzung hat sich seither bestätigt, der erste Indochinakrieg 1945 - 54, Da das imperialistische Weltsystem die imperialistische Intervention ge- Den Km band Malmen von einer tiefen Verfallskrise heimze- en die koreanische und chinesische die imperialistische sucht wird, da revolutionäre Herde un- der imperialisti- Intervention in Mittelamerika und in aufhörlich seit mehr als einem halben ution 19348-62, die imperialistische komplexerer Weise auch der Krieg Tran- Jahrhundert aufflackem, kommt die Trak bedeuten deshalb überhaupt keine hauptsächliche Kriegsgefahr aus den ntervention gegen den Krieg in Ma "neue internationale Situation und zunehmenden ausländischen Interven - laysia 1948 - 50 und in Kenia 1952 fuhren uns auch nicht an die Schwelle im Gange sind, Im Verlaufe der tionen gegen Revolutionen die gerade letzen Jahrzehnte war die große Mehrzah (1) Wir wollen von den vielen Büchem Krieg solcher Art. Das Gleiche gilt 1971, die imperialistisch-zionistischen nur dasjenige des früheren amerikaniheute und wird in Zukunft auch nicht Interventionen gegen Agypten 1956, schen Präsidenten Richard Nixon mit an ders sein. 1967 und die verschiedenen imperia- dem Titel "Der Dritte Weltkrieg hat listischen Interventionen gegen die 'begonnen" zitieren und das eines frü- Es handelt sich also keineswegs um palästinensische Revolution (1969 heren Leiters im Generalstab der brieine neue Erscheinung. Denn tatsäch- 1970, 1975, 1976, 1978, 1981, 1982) tischen Armee, General Sir John Sowjetrußland 1918 - 22 je Einige von diesen Kriegen hatten einen "Der Dritte WeltkrieFuennen siegreiche Revolution. weit über den Malwinenkrieg oder die hat jeder Schritt hin zu wichtigen Sie- gegenwärtig auflaufende imperialisti- Edward Thompson "Vemichtung: des gen sich gegen einen von außen auf- sche Intervention in Mittelamerika letzter Schritt der Zivilisation rezwungenen konterrevolution ären hinausgehenden Umfang. Wir wollen "Vemichtung und Krieg wehren müssen. Die wichtigsten nur den ersten Indochinakrieg. den isselen hier aufgezahit: die intervention raelischen Angriff und die gleichzeitides deutschen Imperialismus gegen die ge französisch-britische Intervention hat (Verso books, London, 1982).
des Dritten Weltkrieges, sondem stellen die "Rückkehr zur Norm" dar, also den systematischen und konzentrierten Versuch des Imperialismus, seine KONTERREVOLUTIONÄRE
Von dieser praktisch un unterbrochenen Kette von lokalen Kriegen, die wir ir der ganzen von der Russischen Revolution eröffneten geschichtlichen Periode wiederfinden - und die die Unfähigkeit des Imperialismus beweisen, der Menschheit Frieden zu sichem, einer der wich- Halse zu schaffen, das aus allen Poren tigsten Gründe sich dieses System vom Gewalt absondert - muß man die beiden 1914 und 1939 ausgebrochenen Weltkriege unterscheiden. Und noch verschiedener von dieser Kette wäre natürlich ein Dritter Weltkrieg.
Die Unterschiede sind nicht nur quantitativer, sie sind qualitativer Natur, Im Unterschied zu den "lokalen" konterrevolution ären Kriegen waren in die Weltkriege Dutzende, ja Hunderte von Mil- Honen Menschen verwickelt. Sie verursachten eine entsprechende Menge von Toten und materiellen Schäden und veränderten das Funktionieren der Weltwirtschaft von Grund aus, Ste bewirkten einen starken Verlust an Produktivkräften und an angehäuftem Reichtum der Menschheit und verschlechterten dadurch die Ausgangsbedingungen für eine sozialistische Umgestaltung der Welt Dies an den Paedemes son demahe - stellt nur die verheeren den Auswirkungen der Weltkriege fest. Rufen wir uns diesbezüglich das Urtell der Komintem vom März 1919 in Erinnerung: "Europa ist von Trümmem und rauchen den Ruinen übersät. .. Die Widersprüche des kapitalistischen Regiments haben sich im Gefolge des Krieges für konterrevolutionäre Gewalt jedem neuen Fortschritt der Revolution entgegenzustellen, eine seit etwa 65 Jahren immer wieder bestätigte Norm.
KRIEGE UND WELTKRIEG
Dieser Unterschied zwischen "lokalen" konterrevolutionären Kriegen und einem Weltkrieg wurzelt in den verschiedenen objektiven Gründen für die beiden Erscheinungen. "Lokale" untere Anore auf entre schritte der Revolution. Der Weltkrieg entsteht aus der strukturellen Krise des Systems, gewissermasser stellt er die letzte Lunlucht geger die Strukturkrise dar.
Sicherlich muß man bei dieser Unterscheidung nuancieren. Wenn es immer wieder Fortschritte der Revolution gibt, und seien es auch nur Teilfortschritte, so sind diese selbst Ausdruck derselben strukturellen Krise des Systems, die schließlich den Weltkrieg hervorbringt. Aber wenn man beim qualitativen Unterschied auch Hafen Kei de kamen mir redi- abstufen muß so bleibt er doch groß chen Aufstiegsphasen der kapitalistischen Wirtschaft" zusammen fallen, und das war oft genug auch der Fall. Ein weltkrieg entsteht nur, wenn eine schwere wirtschaftliche Depression für lange Zeit jeden neuen friedlichen Aufschwung der internationalen kapitalistischen Wirtschaft zu verstopfen scheint. Vor allem stellen die "lokalen" konterrevolution ären Kriege Antworten auf Teilfortschritte der Revolution dar, welche mit aufsteigenden Massenbewegungen zusammen fallen können und im allgemeinen zusammentallen. Diese bremst, ja lahmt den Marsch des Imperialismus in den Krieg• Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs hingegen drückte auf synthetische Weise eine Niederlage aus oder eine Reihe so schwerer Niederlagen der Massenbewegung in den Schlüssellan dem des Klassenkampfes, daß wegen der zeitwelligen Lähmung des Proletariats dieses den Kriegsgelüsten der Bourgeoisie nicht entgegentreten konnce. Mit anderen Worten "lokale" konterrevolutionäre Kriege begleiten Fortschritte oder Teilsiege der Weltrevolution. Hingegen drückte der Ausbruch des Zweiten Weitkrieges eine schwere historische Niederlage dieser Revolution aus.
ATOMWAFFEN UND WELTKRIEG die Menschheit in Gestalt körperlicher Leiden gezeigt: Hunger, Frieren, Epidemien und Wiedereinbruch der Barbarel ... Es handelt sich jetzt nicht nur um soziale Verelendung, san dem um physiologische und biologische Verarmung, was sich uns in seiner häßlichen Wirklichkeit darstellt. " (Manifest des 1. Kongresses der Kommunistischen Intemationale an die Proletarier der ganzen Welt.) Es stimmt, daß "lokale" konterrevolutionäre Kriege in einem Lande die gleichen Auswirkungen haben können, Es genügt, an die schrecklichen Polgen zu denken, die von den durch den Imperialismus in Kambodscha verursachten Zerstörungen ausgingen (vom März bis August 1973 wurden sechs Monate lang alle Geblete mit dichter Bevölkerung durch die gesamte in Indochina stationierte US. Luftwaffe bombardiert). Aber aus materialistischer Sicht Ist es doch ein großer Unterschied, ob es sich um ein Land (oder einige wenige) handelt, das in die "Steinzelt zurückgebombt" wird, wobel die Möglichkeit besteht, daß das Loch in der Produktion vom Rest der Welt rasch gestopft wird, oder ob es die ganze Menschheit Ist (oder deren große Mehrheit), die in die Barbarel zurdekgetrieben wird, olne dar noch Reserven bestehen, die eine baldige Überwindung des Elends erlaubten.
Die Bedeutung dieser Unter scheiduns wird noch dadurch unterstrichen, dar der Dritte Weltkrieg aller Voraussicht nach ein Atomkrieg sein würde. Umso wichtiger, daß man den Unterschied macht, Es wäre absurd und würde den Grundprinzipien des historischen Materialismus zuwiderlaufen, wenn man behauptet, die Ansammlung eines Atomwaftenpotentials, das die ganze Menschheit zwanzigmal (2) auszulöschen in der Lage ist, würde nichts "Grundlegendes an der "Natur des Weltkrieges" ändern oder dieser wurde den Weltproletariat oder den Revolutionsren die "gleichen strategischen und taktischen Probleme" stellen wie der Erste und der Zweite Weltkrieg. (2) Gemaß der Studie "Comprehen sive Study on Nuclear Weapons" . die der Vollversammlung der Vereinten Nationen 1980 vorgelegt wurde, soll ein Einsatz von 1000 Nuklearsprengkopien von 1 Megatonne gegen die UdSSR und die USA sofort zum Tod von 150 bis 200 Millionen Menschen in den belden Ländem führen. Heute gibt es aber bereits mehr als 40,000 Atomsprengköpfe auf der Welt. Hinzu Um eine klassenlose Gesellschaft aufzubauen, braucht es beträchtliche menschliche und technische Produktivkräfte. Aus der atomaren Asche wird sich nicht der Sozialismus erheben, sondern ein von Gräser und Insekten beherrschter Planet (3), Oder vielleicht im günstigsten Fall eine barbarische Menschengesellschaft, auf deren Grundlage die Oberlebenden des Holocaus einen ging wiesenend schiene rigen Neubeginn versuchen könnten. Kommunismus wäre jedenfalls für eine lange Perlode nicht mehr möglich. man kann natirlich davon ausgehen - nach unserer Meinung zu Unrecht daß all dies bereits unausweichlich geworden ist. Aber es ist schwerlich einzusehen, was besonders "revolutionär" daran ist, wenn man den Kommuniskommen die Verluste durch radfoaktive Niederschläge, Hunger, Verseuchung usw.
(3) Dies der Titel des Eingangsartí kels des Buches von Jonathan Shell: "The Fate of the Earth", Pan books, London 1982, ein ansonsten Inkonsequentes und schwaches Buch, Es be• schreibt aber mit großer (berzeugungskraft die selbstmörderischen Folgen eines Atomkrieges für die Menschheit.
mus durch ein anderes Gesellschaftskonzept aufgrund der Annahme, die materiellen Grundlagen des Kommunismus selen zum Verschwinden verurtellt, ersetzt, wenn man also von der Unvermeldlichkeit des atomaren Holocaust ausgeht.
sich ausweiten. Aber man gerät von der Dialektik in den Sophismas, wenn man aus der Feststellung, daß die Geahr eines Atomkrieges großer wurde, die Schlußfolgerung zieht, dessen Ausbruch sei bereits unvermeidlich geworden.
Es ist gerade die Eigenart dieser Atomwaffen, die uns mit dem Kopf auf jenen entscheidenden Unterschied stößt: solange der Imperialismus überlebt, sind lokale Kriege und die Gefahr eines Atomkrieges un vermeidlich; der Atomkrieg selbst aber ist es nicht. WAS DAS "GLEICHGEWICHT DES SCHRECKENS" Daraus folgt, daß es das strategische Ziel der Arbeiter- und der Arbeiterund der weltweiten revolutionären Bewegung sein mub, einen atomaren Weltkrieg zu verhindern - und nicht, ihn zu gewinnen (was immer der verrfickte Inhalt jener letzten Formel auch sein mag). Oder drücken wir dieses Ziel noch deutlicher aus: wie milssen alles tun, damit der Fortschritt der Weltrevolution - obwohl er die "lokalen" konterrevolutionären Interventionen des Imperfalismus nicht wird verhinder können (denn dies ist utopisch, solange der Imperialismus seine politische Macht und seine materielle und militärische Stärke in den Schlüsselländern behalt) - in steigendem Maße seine Interventionsmöglichkelten mit Atomwaffen 1ahmt und so nach und nach durch den Sturz seiner politischen Macht auch zur atomaren Entmachtung führt, Wie das berefts in zahlreichen Dokumenten der IV. Internationale dargelegt wurde, ist diese Abrüstung nur im Innern der imperia- Waffen er Fegen, erkamp dar, And die über Atomnicht von außen (4). Nur das nordamerikanische, französische, britische, westdeutsche und japanische Proletariat kann die Atomwaffen entschärfen, Ihren Einsatz ein für alle mal unterbinden und sie ein für alle Mal von der Erde verbannen (mit Unterstützung des sowjetischen und chinesischen Proletarlats). Alles andere läuft darauf hinaus, an ein Wunder zung ubmich das die imperie isteren zu glauben. schließlich weise genug sind, oder zu ängstlich oder demoralfsiert, jene Verzwefflungswaffen nicht einzusetzen. selbst wenn sie die Macht behalten, es zu tun.
Auf den ersten Blick könnte man einen Widerspruch finden zwischen der Tatsache daß wir die Unvermeidlichkeit von "begrenzten " konterrevolutionären Kriegen unterstreichen und gleichzeitig die Notwendigkeit und Möglichkeit betonen, einen atomaren Weltkrieg zu verhindern. Entwickeln sich die ersteen nicht Schritt tor schritt und gleich am unmerklich zum zweiten? Gibt e nicht die reale Gefahr, daß "taktische" Atomwaffen eines Tages gegen das Voranschreiten der Revolution ein gesetzt werden, entweder vom Impeřialismus direkt oder aber von einem seiner besonders "motivierten" Verbündeten (etwa den zionistischen Extremisten im Vorderen Orient oder den radikalen Verfechtern der Apartheit in Südafrika)? Läuft nicht jede Ausweltung von "lokalen" Kriegen Gefahr, eínen allgemelnen Zusammenstoß vom Zaum zu brechen, der zum atomaren Weltkrieg führen kann? In diesen Einwänden steckt ein Kömchen Wahrheit, aber eben nur ein Kömchen. Es beinhaltet, daß die Gefahr eines Atomkrieges in dem Maße steigt, als das atomăre Arsenal zunimmt und die "lokalen" Konflikte Tatsache ist, daß, obwohl seit dreissig Jahren ein immer schrecklicheres Arsenal an Atomwatten angehautt worden ist, diese bislang nicht eingesetzt wurde, während sich die "lokalen" Kriege vervielfacht haben und immer ausgeklügeltere und mörderischere "klassische" Waffen Anwendung fin den. Der Grund für diesen Unterschied scheint uns klar: diejenigen, welche Atomwaffen besitzen und über Ihren Einsatz entscheiden, wissen genau um deren selbstmörderischen Charakter für die Menschheit, Das große Publikum kann man mit monströsen Erzählungen über die Atomkrieg Tote "die nur einige hundert Millionen kosten" (sic), und Behauptungen, dais "diejenigen, welche Schutzbunker haben, überleben werden" , zum Narren halten, Aber die Mächtigen dieser Welt sind so blöde nicht.
Es stimmt, daß ein besonders "rationeller" Aspekt des verrückten atomaren Rüstungswettlaufs darin liegt, alles zu tun, um so "kleine" und "saubere" Atomwaffen zu bauen daß ihre "taktische" Anwendung in "begrenzten" Konflikten möglich wird, ohne automatisch einen atomaren Weltkrieg luszulösen. bese lesen von oreren suechtesen kann, laßt sich sagen, daß sie sehr unwahrscheinlich ist und daß sie in jedem Fall zu schrecklichen Kosten an Menschenleben und Material führen würde.
Das bedeutet in aller Klarheit, daß bislang die Menschheit vor einem atomaren Holocaust deshalb bewahrt wurde, well die Sowjetunion Atomwaffen herstellte und zur Verfugung hatte. Ohne jenes "Gleichgewicht des Schreckens" soviel steht fest, hätte mit ziemlicher Sicherheit der Imperialismus die Atomwaffe bereits gegen die "chinesischen Freiwilligen" im Koreakrieg eingesetzt (5), vielleicht auch gegen andere Revolutionen.
Trotz der totalitären und konterrevo- Iutionären Diktatur der sowjetischen Bürokratie, die zu einem großen Teil für das Überleben des Imperialismus (4) "Letztenendes kann nur der Sieg des Proletariats in den höchstentwikkeltsten Ländem, also vor allem der Menschel vor der prenne de atomaren Vemichtung erretten. Dies ist die revolutionär sozialistische Antwort der IV. Internationale auf alle utopischen Illusionen der "friedlichen Koexistenz " oder gar eines "Sieges" im Atomkrieg. b Atomkries wettre Die gegen warige , vom Wiedervereinigungskongreß der IV Intemationale Im Juni 1963 angenom menes Dokument, im Weltmaßstab (und damit indirekt für das Bestehen der atomaren Gefahr) des sow entschen Arbeiterstaats als behalt die Existenz eines seiner Natur nach von den imerialistischen Staaten verschiedener Staaten, als Staat einer Gesellschalt . die durch keine höllische Logik auf den Weg des atomaren Holocaust getrieben wird, einmal mehr thre ganze widersprüchliche Bedeuting in der heutigen Welt und bestätigt nochmals die marxistische Analyse, selbs. wenn das jenen mißfällt, die oberflächlich und leichtfertig behaupten, er sel gleicher sozialer Natur wie derjenige der Vereinigten staaten.
Wenn wir sagen, daß bislang des "Gleichgewicht des Schreckens" tatsächlich den Ausbruch eines atomaren Weltkrieges verhindert hat, danr ist dies keine Meinuns*-menschliche die auf einem naiven Glauben an die Vemunft" gründet, Wir haben zu oft den überaus unvernünftigen Charakter des Spätkapitalismus angeprangert, um uns einen solchen Vorwurf zuzuziehen (6). Wir gründen unsere Meinung aut etwas viel Grundlegenderes als die Vernunft: auf den Instinkt de Selbsterhaltung im physischen Sinne der besitzenden Klassen, und besonders ihrer mächtigsten Vertreter in den Reihen des Finanzkapitals, des militärisch-industriellen Komplexes und deren politischer Führer, Diese Leute stellen die reichste herrschende Klasse dar, die die Welt je gesehen. Sich vorzustellen, ste wären bereit, all fhren Reichtum, all ihre Freuden, all thre Macht zu irgendwelchem Zeltpunkt und unter bellebigen Bedingungen auf dem Altar abstrakter Ideen oder "absoluter" Prinzipien -Senant Vertelt umk der eine wie dem "Antikommunismus oder dem "Haß auf die Revolution" zu opfem, hieße, sich grundlegend über Beweggründe und Verhalten dieser Klasse zu täuschen.
Was man von Zeit zu Zeit erleben kan darauf abzielt, das Krafte- ist eine atomare Erpressung. (5) Es gibt zahlreiche bereits veröffentlichte Quellen, die von Diskussio nen berichten, in deren Verlauf von Führem des amerikanischen Imperia- Ismus die Anwendung von Atomwaffen beredet wurde. Wenn die heute men waren.
(6) Stehe das Kapitel "Staat und Ideologie im Zeitalter des Spätkapitalismüs, in Emst Mandel: Der Spätkapita- 1ismus" *, Frankfurt 1972.
verhältnis innerhalb de s "Gleichgewichtes des Schreckens" etwas zu verschieben. Doch dies ist etwas anderes als ein selbstmörderischer Versuch, Atomwaffer zu benutzen, um im Osten den Kapitalísmus wieder einzuführen oder um auf Weltebene das Kräfte verhältnis zwischen der Gesamtheit der imperia listischen Kräfte einerselts und der der nichtkapitalistischen Kräfte auf der anderen Seite (darunter die Sowjetunion und China) zu Indem. Im Ibrigen handelt es sich um das dritte Mal seit Ende des Zweiten weltkrieges, daß der Imperialismus einen derartigen verschärften atomaren Rüstungswettlauf startet, Erstmals hat er das während des Korea krieges getan (1950 - 53). Dann zum zweitenmal Anfang der sechziger Jahre. Zum drittenmal geschah dies Ende der 70er Jahre. Jeder dieser Wettläufe hat schließlich zu einem neuen "Entspannungs" - Versuch geihrt, also zu einer Bestätigung des "Gleichgewichtes des Schreckens" Es wäre vollig unverantwortlich wende die Möglichkeit einer solchen zum Selbstmord" des Führungspersonals des Großkapitals mit leíchter Hand hinwegzuwischen, wenn einmal eine gewisse Schwelle der Strukturkrise des niedergehenden Kapitalismus überschritten ist (so wie die Schwelle 1932 in Deutschland übersch en ge Propagan de en die Atomwaffen könnten uns für immer vom nuklearen Holocaust bewahren, handeln, als ob sie nur auf ihre innere Stimme hörten, wenn sie sagt: "Du DES "GLEICHGEWICHTES DES
Aber wenn wir auch iberzeugt sind, daß das "Gleichgewicht des Schrekkens" bislang den Einsatz von Atomwaffen verhindert hat - und damit wegen der Vergeltung und drohender Eskalation den Ausbruch des Dritten Weltkrieges - und dies über einen erheblichen Zeitraum, so glauben wir dennoch, daß dieser Zustand nicht ewig dauer wird, Der Grund für eine mögliche Anderung scheint uns wiederum verbunden mit der Ausweitung der strukturellen Krise. die das kapitalistische System im Weltmaßstab trifft.
Der heutige Rüstungswettlauf unterscheidet sich von denen der fünfziger und sechziger Jahre vor allem dadurch, daß er mehr einem ihm selbst innewohnenden wirtschaftlichen Bedürfnis der imperialistischen Wirtschaft Verschlechterung der Wirtschaftst - das mit der langfristigen tuation des Kapítalismus zusammenhängt. Wenn die Profitrate fillt und "normalen" Absatzmärkte stagnieren, stellt die Waffenproduktion mehr und mehr den entscheidenden Ersatzmarkt dar, der die Kapitalakkumulation wieder in Schwung bringt.
Je größer aber das Gewicht der Verteldigungsausgaben in der imperíalistischen Wirtschaft ist, umso grösser wird der Druck, eine Sparpolitil zu betreiben und m!t dem Wohlfahrtsstaat in all seinen Formen Schluß zu machen, umso schärfer und umso mehr wird die Bourgeoisie sich veranlaßt sehen, auch in ihren wichtigsten Hochburgen sich nach einem Wechsel des politischen systems umzusehen (7).
Wenn wir sagen, daß die besitzenden Klassen Nordamerikas, Europas und Japans im Verlauf der letzten dreißig Jahre ihre Handlungen danach ausrichteten und ausrichten, das durch thren Reichtum bedingt wird, vor allem nach dem Spielraum, der sich aus den ungeheuren Reserven ergibt, über die sie noch verfügen, so verstehen wir darunter etwas ganz Genaues: ein poschleunigten Wachstums erwuchs und wie es das politische Führungspersonal des Imperialismus tief geprägt hat. All dies erfolgte auf dem Hintergrund eines genau bestimmten Kräfteverhältnisses sowohl hinsichtlich der Arbeiterklasse wie der sowjetischen und chinesischen Bürokratie. Natürlich sind diese Leute zu tausend barbarischen Aktionen gegen die Kolonialrevolution fahig. (Folter in Algerien. Entlaubung in Vietnam, Massaker in Mittelamerika, Vakuumbomben gegen das palästinensische Volk etc.). Aber es ist kein politisches Personal, das zu einer selbstmörderischen Barbarei wie Adolf Hitler 1944 - 45 oder General Hidekí Tojo zur gleichen Zeit in Japan bereit wäre.
Um ein politisches Personal, das zur "Endlösung" für die ganze Menschheit bereit ist, in den wichtigsten im perialistischen Staaten an die Macht zu bringen, braucht es ein ganz anderes wirtschaftliches Klima, müssen die wichtigsten Kräfte des Großkapitals total in die Enge getrieben sein, müssen andere Ideologien zum Tragen kommen, braucht es ein anderes Kräfte verhältnis zwischen den Klassen in diesen Ländern. Aber natürlich erscheinen mit dem Anhalten einer "depressiven Welle" in der intemationalen kapitalistischen Wirtschaft, mit der Verschärfung der Sparmaßnahmen ind der Remilitarisierung durch das internationale Kapital nach und nach am Rande oder hinter den Kulissen die Personen, Tendenzen, ja politischen Krätte, die die Entschlossenheit verkörpern, sich wenn nötig auf Leben und Tod zu schlagen, auch bis zum kollektiven Selbstmord zu gehen für den möglichst großen Ruhm des Privateigentums, der Nation oder der Rasse, Wie dies Adolf Hitler oder Hideki Tolo taten (aber diesmal wird es der Atom tod sein).
aber, du wirst nicht sterben". Doch leider ist es dem Menschengeschlecht gegeben, daß nicht nur die Individuen zwangsläufig sterben müssen, sondern daß auch die Gattung verschwinden kann, wenn sie nicht rechtzeitig ihre resellschattitchen Geschicke in der Griff kriegt, wenn sie diese nicht angesichts der atomaren Bedrohung scharfen Regeln unterwirft, nämlich durch die Gründung eine:
weltweiten Gesellschaftsordnung. die den Krieg verunmöglicht. Klar ausgedrückt bedeute dies die Aufhebung des Privateigentums und des souveränen Nationalstaates und den Aufbau einer weltweiten Macht der Produzenten (einer weltweiten sozialistischen Föderadie die Mitzu verschaffen.
Das "Gleichgewicht des Schreckens" verliert nach und nach seine Wirkung. wenn sich sowohl die Depression verschärft und die Krise sich verlängert, wenn sich das Kräfteverhältnis innerhalb der imperialistischen bürgerlichen Gesellschaften verändert, aber auch wenn Sparpolitik und Remilitarisierung sich verschärfen. Alle diese Phänomene hängen strukturell miteinander zusammen.
Daraus ergibt sich eine erste grundle gende Schlußfolgerung: die Möglichkeit, ob Gruppen von bürgerlichen Politikem, die bereit sind, den Atomkrieg auszulösen, an die Macht gelanzen oder nicht, hängt vom Ausgang aller politischen Klassenkämpfe innerhalb der imperialistischen bürgerlichen Gesellschaften ab, wie sie in den kommenden Jahren und Jahrzehnten ausgefochten werden. Sie müssen zuerst das westliche Proletariat (und in den am meisten entwickelten abhängigen Ländem die antiimperialistische Bewegung) bestegen, bevor sie auf den Knopf des Holocaust drücken können. Dies maß die Leitlinie der revolutionären Marxisten sein, aber auch der polftische (7) Ein außerdem durch den atomaren Rüstungswettlauf vom Imperialismus verfolgtes Ztel ist die Verschärfung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Krise in der UdSSR. Im Sefolge der sin ken den Wachstumsrate der Sowjetökonomle steht sich der Kreml vor die folgenreiche Wahl gestellt, die Verteldigungsausgaben zu erhöhen, wozu ihn Washington treiben will. Um dies zu verhindem, milite er einen Preis bezahlen, dessen Höhe hinaufzutreiben Washington alle Anstrengungen untemimmt.
Kurs aller. die verstanden haben, wie groß die atomare Gefahr ist, Es kommt einem sofort ein Vergleich ins Gedächtnis, Ende der zwanziger Tahre hat die stalinistische Fraktion den verbrecherischen ultralinken Kurs der Kommunistischen Internationalen, "Dritte Perlode" geheißen, vor allem mit der Getahr eines drohenden Krieges gerechttertigt. Natürlich gab es in dieser Einschätzung einiges Wahre. Aber heute wissen wir wie sehr Trotzki recht hatte, als er betonte, daß überhaupt nichts endgültig entschieden war, weder 1928 noch 1929, nicht 1931 (als der japanische Krieg gegen China begann, der eine Art Verlängerung der allgemeineren, aber auch diffuseren imperialistischen Aggression gegen die chinesische Revolution und den Beginn des Marsches in den Zweiten weltkrieg war) und auch nicht 1936. Selbstverständlich hatte der Marsch in den Zweiten Weltkrieg längst begonnen. Aber unvermeidlich wurde ler Zweite Weltkrien erst nach der Niederlage des deutschen Proletariats 1933, nach dem Verrat des revolutionären Aufschwungs in Frankreich 1936 und vor allem nachdem die spanische Revolution 1936 - 37 zuerst erstickt und dann vernichtet wurde. Daran war nichts fatal, und schon gar nicht in Jen Jahren 1928 - 29.
In diesem Sinne (und mit allen Vorbehalten, die man bei historischen Verzeichen machen mus nähert sich die situation heute mehr derjenigen vor 1928 - 31 als der nach 1938. Die entscheidenden Klassenschlachten liegen noch vor, nicht hinter uns. Und erst sie werden über den Marsch in den Krieg entscheiden.
Man kann eine zweite entscheldende Schlußfolgerung ziehen: das Schicksal der Menschheit hängt ab vom Wettlauf zwischen der Fähigkelt der Internationalen Arbeiterbewegung einerseits, die Staatsmacht in den wichtigsten imperialistischen Zentren zu stilrzen - wobei jede von außen kommenle schwachung selbstverständlich zu lesem Sturze beiträgt, ohne thn jedoch ersetzen zu können - und dort die Frage des Durchbruchs zum Sozia- Ismus Klären zu können, und auf der anderen Seite dem Versuch des Imperialismus, dieser intemationalen Arbeiterbewegung entscheidende Niederlagen beibringen zu können, die dann den Freiraum für den Atomkrieg schaf. fen. Die Spar- und Aufristungsoffen siven werden früher oder später zu einer offensiven Infragestellung der wichtigsten demokratischen Grundrechte der Arbeiterbewegung führen, die threrseits das Tor für ein gründliches Auswechseln des imperialistischen Führungspersonals öffnen könnte (8). Der erste Weg impliziert das (bergrelfen der Weltrevolution von Ihrer fragmentarischen und empirischen zu threr universellen und bewußten Entwicklung. Dieser Weg wird die Menschheft retten, die Chancen für eine Wiedergeburt der Zivilisation in einem von der Angst vor dem atomaren Holocaust befreiten Sozialismus wahren (9). Der zweite bedeutet die Niederlage der Weltrevolution, Er führt möglicherweise, wenn nicht sogar wahrscheinlich zu diesem Holocaust.
DIE BEDEUTUNG FRIEDENSBEWEGUNG UND DER ANTI- AKW-BEWEGUNG
In dem Maße, wie die Sparpolitik des den Jargon von den beiden Super- Kapitals offensiver wird, die Aufrú- machten anwenden, die vorgeblich stung sich ausdehnt und immer schwe- beide gleich retahrlich waren sie rere Angriffe gegen die sozialen und würden angeblich keinen "proletari- Dolitischen Errungenschatten des Pro• schen Internationalismus" zeigen hinletariats der westlichen imperialisti- sichtlich der gegenwärtig ablaufenden schen Länder erfolgen und die Schläge Revolutionen Vorwürfe, die im übrigegen die Kolonialrevolution immer gen teilweise falsch sind), der vermörderischer und barbarischer werden. kennt zwei entscheiden de Aspekte verliert das "Gleichgewicht des Schrek- der Weltsituation: kens" einen Teil seiner Wirksamkeit als wichtigstes Hindemis für den Marsch 1. Es ist der Imperialismus, und nur in den Dritten Weltkrieg. In gleicher dieser, der Atomwaffen für seine kon- Weise wächst die Bedeutung der Anti- terre volutionäre militärische Strate - Kriegsbewegung (vor allem gie verzweifelt nötig hat, Die Beweatombewegung), welche sich heute in gung also gegen die Atomwaffen ausden wichtigsten imperialistischen Lăn- richten, bedeutet objektiv den Impedem entwickelt. Die Demonstration rialismus zu treffen. vom 1. Juni 1982 in New York, die größte Demanstration in der Geschich- 2. In dem Maße, wie diese Massente der Vereinigten Staaten, wenn nicht bewegungen wachsende Teile der orsogar der imperialistischen Länder über- ganisierten Arbeiterbewegung und der haupt mit einer Million Teilnehmern, stellt nur einen Vorgeschmack dar. antikapitalistische Dynamik aus Was diese Bewegung motiviert, ist unabhängig von der Phraseologie genicht das unmittelbare Verlangen, den wisser Führer. Denn sie zielen darauf Kapitalismus zu stürzen der einzig ab, nicht nur konkrete Maßnahmen für den Rüstungswettlauf verantw ori- der einseitigen Abrüstung gegen den lich ist, ( oder die Revolution weltweit Imperialismus durchzusetzen (gegen zu unterstützen. auch wenn diese die Aufstellung der Pershing Il und Gründe bei zahlreichen Teilnehmern der Kreuzflugkörper, gegen die Basen vorliegen und es die Aufgabe der re- des Nordatlantikpaktes), sondem auch volution ären Marxisten ist, diese Ideen eine Wirtschaftspolitik, die auf einer unablässig zu propagieren und ihren Alternative zur Spar- und Aufrüstungs- Einfluß in der Bewegung zu stärken. politik gründet, zu fordem: Arbeits- Nas die Bewegung leitet, ist grund- plätze statt Bomben, Schulen und sätzlích die angst VOr Krankenhäuser statt Militärbasen de m atomaren Holo- die 35-Stun den - Woche durch radikacaust ist der Selbst- le Kürzung der Militärausgaben etc... erhaltungsinstinkt. Deshalb beteiligen sich auch zur allge- Auch auf allgemeinere Ebene übermeinen Oberraschung die deutschen Massen, die doch ein sehr viel niedriges politisches Bewußtsein haben als etwa die italienischen oder französischen Massen, weit zahlreicher und gegen den Kapitalismus überhaupt als ihre Klassenbrüder und -schwe- lehrt sehr große stem in den Nachbarländem. Denn das Schicksal in daß nicht die deutschen Massen sind überzeugt, daß ganz Deutschland nach den ersten Dritten Weltkrieg Tagen eines Atomkrieges völlig zer- führt. stört wäre - und sie wollen leben. stimmt. 35 Millionen
Wer pedantisch der Aktion dieser Mas- Arbeitslose In sen ihre objektiv revolu - imperialistischen Lantlondre Stoßkraft abspricht un - hervorruft o de r ter dem Vorwand, jene würden nicht zwischen bürokratisierten Arbeiterstaaten und bürgerlichen Staaten un terscheiden, sie würden manchmal (9) Zwei angelsächsische Intellektuel- (8) Wir haben verschiedentlich auf le, die beileibe keine Revolutionäre die politischen Risiken verwiesen, die sind, sprechen sich für die sofortige der bürgerlichen Demokratie entstehen, Beseitigung und ein Verbot von Atomwenn síe eine Politik der systemati- waffen aus. So der Brite Lord Solly Zuckermann ("Nuclear Illusion and schen Verarmung der arbeltenden Mas- Reality" New York, Viking Press sen einschlägt. Natürlich gibt es kei- 1982), der frühere wissenschaftliche nen Automatismas für Siege der refor- Chefberater des britischen Verteidimistischen Linken unter solchen Umständen: diese hängen von vielen Fak- gungsministers, sowie der Amerikatoren ab und wechseln von einem Land ner Theodor Draper ein sozialdemokratischer, auf das Studium des Stallzum andem und einer Situation zur an deren. Trotzdem laufen die bür- nismus spezialisierter Historiker und gerlichen Parteien Gefahr, verhee- überzeugter Antikommunist ("How ren de Wahiniederlagen wie die vom not to Think About Nuclear War" 10. Mai 1981 in Frankreich zu erlei- in: New York Review of Books, len. Kürzlich hat zum erstenmal ir 15. Jull 1982). Aber sie geben keine ler Geschichte die reformistische Linke auf der Insel Mauritius alle Ab- um eine solche geordnetenman date bel von der Rechten organisterten Wahlen erhalten. Beseltigung und ein solches Verbo durchzusetzen, 27 •