AUFRUF VOM STAHLWERK "HUTA LENIN" IN KRACOW vom 15. Dez. 1981 eit zwei Tagen befinden wir uns innerhalb des Stahlwerks. Wir Arbeiter, In• genieurzirks Kracow und zahlreicher Betriebskommissionen, wir sind hier, well Studenten, Funktionäre und einfache Kollegen von Solidamose de die Machthaber unseres Landes ein neues Verbrechen an der Gesellschaft, ein Verbrechen an jedem von uns begangen haben, Gestem wurden andere Kollegen zuhause festgenommen. Wenn Du Angst kriegst, bist Du morgen dran. Eine Schlacht um die Angst findet heute statt. Es ist ia Arbeitsplatz; wir wissen, zu was sie alles fähig sind, : wie wissen, zu was sie alles shig sind, der wir kennen de Ge schichte unseres Landes. Vergessen wir nicht: sie haben noch mehr Angst! Versteckt hinter ihren Maseken, ihren Schlagstöcken, thren Panzem, hinter ihren Femsehschirmen und ihre Käseblättchen. Sie haben Angst vor uns! Das ist der Grund, warum sie den Kriegszustand und das Ausgehverbot erließen. warum sie das Informationsnetz abschnitten und eine Menge unserer Führer verhafteten, gerade die, denen wir am meisten trauten.
Überlegen wir uns einmal: Wir sind Millionen in unserem Land. Wir sind in den Fabriken: wir sind stark, denn wir sind zusammen, geeint gegen die Illealität. Überlegen wir: sie sind wenig zahlreich. Pistolen. Panzer und Schlag. stoe strel ist de Anges. Be einst Geset auf um dient, Damit recen ste: esellschaft. die zusammenhält. Das ein zige Mittel ist die Angst.
laß wir, nur von der Angst überwältigt. die Tore aufmachen. Dann werden sie hre Stiefel auf unseren Nacken setzen, dann werden wir Sklavenschicksal er- Wenn wir freie Menschen bleiben wollen, müssen wir in aller Ruhe nartnäckig weiter machen, ohne unsere Würde zu verlieren, müssen wir unsere Angst überwinden. Denn selbst wenn sie bis zum bittren Ende gehen, wird unser gelasse ner Mut unser Sieg sein. Für heute und fur immer. Das sind keine hohlen Worte. Es geht darum, daß wir Menschen sind und bleiben.
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nierten vom bager Pracke, wo die gono buchs für den passen Widerstande meisten der verhafteten Intellektuel Gegen die Bewegung dte sich auf alle schichten der Gesellschaft aus: kang die Gefühle der Solidarität, lus weltet, setzen die Militärs alles in Bewegung, um die Leute die sie als zwischen Arbeiter und Intellektuellen "konterre volationäre Elemente" belie. im August 1980 entstanden und die: "zelchnet, kleinzükriegen. Die Eine! mmer in unserer Gewerkschaft lebten beit für alle'9. nicht zerstören, Lügen haben kurze führung von Zhen 1s und 45 Jahren Männer zwischen Beines aber diese moralischen und.u die kelne Beschäftigung nachweiser sozialen Verbindungen sind dauerhaft Sie sind das Symbol für die Werte, ums: uskönnen ztelt naturitchi in erster Linie die wir zusammen kämpften und käm-m me plotch aufgrund des verbots mauf die Furiktionäre von Solidamosc. fen. "det Gewerkschaft "ohne Arbeit" dastehen, Die Einführung des. Zehnwb) der Richtigkeit der- Beschuldigungch die gegen Verhaltete und internierto zur Zeitsdes Kriegszustandes erboben sárden. 7) Bonghme cinçe Poogramils der Bescitie gung der Folgen, der Kriegszustindes 29g a) indem ausdrücklich anerkannt wird, daß als Andenkehift die Opferdes Kriegkzustandes bewahr wird auf eine Ait, die von der Gesellschaft akzeptiert wird -r ditch Zahlung von Entschädigungen an alle, die Verluste erlitten oder zu Schaden gekommen sind infolge der Tanigkeit der Armce oder der Ordnungskräfte oder infolge erlassener. Anordnungen oder erc) Rückgabe, allen durch die Machthaber stenteigneten oder zerstörten: Eigentums pri- - vater institutionen und Organisationener -8 Bildung einer Kommission, durch den nScjm der VR Polen und unabbängige Expertenizur Untersuchung der, wirtschaft- - chen: Schädensauf internationaler: Ebene 1 und im Lande, die als Folge.des Kriegszus standes, einğetreten ssindarDie: Experten : müssen: vonnderi Gesellschaft anerkannt sein, die Ergebnisse ihrer Arbeit veröffentlicht werden.
Dieses 8-Punkte-Programm der Unabhäneigen und Selbstverwalien Gewerk- schaft Solidarnose ist anzuerkennch und seine Veröffentlichung sowie die von die sen Bedingungen, abhängige Natiale - 1511g0 M 150 10V 3g06 ga61 S05 Stunden-Tages und der sechsel' agesn Woche (wenn nicht garisteben) in der Bergwetken soll natürlich: die:Broduktion erhöhen, hat aber au chezums/tis Ziel, den Arbeitern so wenig Zeit wie moglich: zu lassensawo siessich organisieren und wo sie protestiereno! könntenab als lisw 1o aozlau
In einem Ztrkular, das am 17. Dezember an die Direktoren der Zentralbehörden, an die Vorsitzenden der Wojwodschaften und an die Bürgermeister ging, waren diese angewiesen, Anhörungsverfahren mit ihnen unterstehenden Gehaltsempfängem die Solidarnose angehörendte Gewerkschaft durchzufahren, um sie aulzutordem, im Sinne einer "eindeutigen Entne schweigen, Sama und die fralichen Direktoren verpflichtet, die Arbeitsverträge sofort als gebrochen anzusehen (gemäß den Ausführungsbestimmungen des Arbeitsgesetzes" Diese Anweisungen wurden zuerst im Silentlichen Diers t zur Anwenduns gebracht (Außenhandel, Gesundheitswesen, Transport usw.), aber dann wurden sie systematisch auch im den nicht nur vie dereisten Kollegen von Solidamose weggeschickt, sondern die anderen wurden auch gezwungen, Untergebenheitserklärungen für die Diktatur des Militärrats für da natfonale Wohlergehen (WRON) zu unterschreiben. Ahnliche Erpressungsmaßnahmen wurden im Erziehungswesen angewandt; die "Verifizierungskampagne "seit Anfang Januar besteht darin die Lehrer zu Anhörungen einzuladen, bei der sie dann eine Loyalltätserklärung unterschreiben müßen. In Wroclaw beriefen die Vertreter der Militärkommandatur die Direktoren der Kindergärten zu sich, um sie dazu zu bringen, aus den Kindem Informationen über ihre Eltem heraus- Privatschulen verhörten Miliz und Sicherheitspolizei direkt Kinder, auch ganz junge.
Kein Mittel ist den Militärs zu schleclit, um Informationen zu kriegen. Eine Woche nach dem Putsch erfuhr man, daß die Sicherheitspolizei massiv Wohnblock-Wächter rekrutierte. Die Fotos von Zbigniew Bujak und Wv. Frasyniuk, den Präsidenten der Solidamose von Warschau und Wroclaw, wurden an alle Polizeire vere von Polen verteilt. Kopfprämien wurden auf sie ausgesetzt: 250. 000 Zloty für Frasyniuk (soviel wie der Lohn von dre! Jahren und 200.000 für Zbigniew Bujak.
Ind wenn die Druckmittel nicht ausreichen, greift man einfach zur offenen Repression: alle Lohnabhängigen, Jic nicht die Untergebenheitserklärungen unterschreiben, werden entlassen, genauso alle Journalisten, die keine befriedigende Antworten auf die Fragen der Militärs haben, Ende Januar lief eine breite Säuberungskampagne in den Massenmedien; der PVAP-führer Stefan Olszowski hatte ja behauptet, unter den 7.000 Joumalisten gabe es nur 1.500 "sichere" Leute.
Besondere Aufmerksamkeit wird der Justiz geschenkt, denn die Richter haben eine wichtige Rolle aufgrund der Sondergerichte, die in Polen seit dem Sonntag 19. Dezember funktionieren. Die Militärhierarchie richtete sehr prazise Anweisungen an die einer Versammlung 18. Dezember stattfand: "Die höchste Waffe in den Händen einer jeden Staatsmacht Ist das Gesetz. Welchen Gebrauch wir davon machen, das indin der vordersten Frontlinie. Die Gerichte die vorderte front er sind untere kichter? (...) Um effektiv zu sein, muß der Chef - und jeder Gerichtspräsident ist ein Chel - über Manner von Qualität verfügen, die gut integriert sind und über die er jederzeit verfügen kann, (...) Jetzt ist nicht mehr die Zeit zum Reden und zum Überzeugen, Man muß jetzt entscheiden, wer die Leute sind, die aus dem Gerichtswesen entlemt werden müssen, sagte der Oberst, der diese Versammlung leitete.
Die Richter Cee eheveraren in flagranti durchzuführen, wie das der Fall in Bytom und Katowice der Fall war, wurden sofort abberufen. Und was eine Rechtsanwältin in Lodz angeht, die DIE SOLIDARITÄT IST nieht, einer segen an i illenen Arbelter das Rückgrat zu brechen: deren Entschlossenheit Bürokraten zu bekämpfen, seit den die Macht der Streiks vom August 1980 von niemandem mehr in Zweifel gezogen werden kann.
Nicht nur, daß die Bevolkerung Ihre Entschlossenheit bewies, den Kampf im Untergrund in anderen Formen weiterzutüren, daß die Arbeiter mit ihrem passiven Widerstand am Arbeitsplatz alles tun, um die Bürokratie daran zu hinder, die Ziele. die sie sich gesteckt hat, zu erreichen - auch das Bündnis zwischen Arbeitem und Intellektuellen, eine wichtige Errungenschaft der Massenbewegung, ist seit Ausrufung des Kie nast un dere restigen ordin. oder nicht, das hangt von uns selber ab" schreibt ein Lehrer von Krakau in einem Brief. "Wir dürfen nicat vergessen, dais die Machtuaber viel mehr Angst vor uns haben als wir vor ihnen. Sie haben Angst vor unserem Lachen, vor Unsere. Ved vor allem haben nierer Angst vor der Wahrheit, Wir sind die Sprecher der Wahrheit; verhalten wir uns so, daß wir den Generationen, deren Erzieher wir sind, in die Augen blicken können.
Auch die Oberschüler fehlen nicht. we bringen, das chan den beezek ablehnt. Die Schüler eines Warschauer Gymnasiums organisierten am 13. Januar eine Protestaktion: sie schwiegen 20 Minuten lang während einer großen Pause, In Krakau organisterten an diesem Tag Oberschüler ein stummes sit-in in den Gangen ihrer Schule in jeder Pause. "Es scheint, daß die "Verifizierungs" die Organisatoren cines Strelks in elner Textilfabrik dieser Gegend verebend des enten Prozesstages verhar- so wurde sie einfach am tet. Selt der schwärzesten Zeit des Stalinismus ist dies das erste Mal, daß die Festnahme eines Rechtsanwalts bekannt wird, Und das letzte schwere Geschütz der Diktatur: die Sondergerichte, Seit Ende Januar verurteflten sie bereits an die 150 Solidamosc-Führer zu Strafen zwischen 3 und 7 Jahren Geflagnis, well sie Streikaufrufe geschrieben, die Besetzung ihres Betriebs organisiert oder einfach an einer stummen Demonstration innerhalb ihres Betriebs tellgenommen hatten.
Aber seit dem Staatsstreich vom 13. Dezember wurden Tausende von Leuten zu Gefängnisstrafen oder Geldstrafen verurteilt. Jeden Tag werden in den großen Städten Hunderte von Personen verurtellt wegen Verletzung der Ausgesperre: zu Geldstrafen bis zu 5. 000 Zloty (einem Monatslohn) und zu Getangnisstraten bis zu einem Monat. Und in allen Fallen ist die Gerichtsverhandlung eine reine Farce. wie der Bericht aber den Prozess der Führer des Streiks von Ursus zeigt. STÄRKER ALS DIE ANGST kampagne der Lehrer abgebrochen wurde. und die Kurse für militärischpolitische Erziehung ebenfalls". kann man im Solidaritätsbulletin Nr. 17 lesen.
zurückzuführen, Während dem Militärunterricht blieben die Schüler stumm, oder aber sie stellten sehr peinliche Fragen. Zahlreiche Lehrer verhalten sich sowohl bei den "Verifizierungs"-gesprächen wie auch im taglichen Leben eine sehr munge "Die Bevölkerung kommt nach dem ersten Schock wieder zu sich", : heißt es in einem Brief der Solidarität von Krakau an Lech Walesa, der in demselben Bulletin erschien. "Die menschliche Solidarität ist stärker als die Angst, entlassen zu werden, die Kirche bei.
Zwar verfolgt Bischof Glemp, der Primas von Polen, eine versöhnlerische Linie, die mehrmals seit dem 13. Dezember in mehr als gemaßigtem Ton seiner Appelle zum Ausdruck kam, aber ein Teil des polnisete Positionen in den vie en - Hirtenbriefen wird die Freilassung aller Gefangenen, die Aufhebung des Kriegszustands und das Ende der Repressalien gegen dieWerktätigen, die keine Untergebenheitserklärung unterschreiben wollen, verlangt. Ganz allgemein scheinen die Arbeiten den sich der Schwächen der Militärmachthaber immer bewußter zu werder, und das trotz der brutalen Repressionsmethoden, die letztere einsetzen.
Schon 10 Tage nach dem Putsch berichteten die Direktoren der 30 wich- Ursten betriene des Landes, wie stark das aosolute Nistrauen in iliren Betrieben ( vor allem bet den Jüngeren) sowohl gegenuher den Informationen der Massenmedien als auch den optimistischen Worten der Machthaber über eine baldige VerbesserunS nen wirtschaltlichen Situation ist. tel auch aul, dai zwar die höheren Angestellten im allgemeinen für die Betriebsleitung Partel ergritten, die mittleren und unteren kader aber sich mit den Arbeitem solidarisierten. Und sie richteten einen dringenden Aufruf an die Militärdiktatur, damit Maßnahmen zur Eliminierung der Solidamosc-Mülitanten getroffen werden, vor allern der Arbeiterräte, die sie kontrollieren, und daß rasch• eine Reforn der gesamten Wirtschalt durchgeruhn werde. Auch wenn anzunehmen ist, daß die Aussperrungen und die repressiven Maßnahmen sie teilweise zum ersten Punkt befriedigt haben dürften, so machen die Informationen über die wirtschaftliche Situation doch klar, dan sie zum zweiten Punkt keinen Erfolg hatten. Mehrere Elemente werden aus Jen Texten, die nach: und nach von der Widerstandsbewegung zu uns gelangen. deutlich. Erstens, wie entschlossen die solidamose-ruler im Untergrun - genauso wie die internierten, dene" es wie Lech Walesa gelang. Botschaften herauszuschinuggein - sind, tur jegliche Aussicht auf "nationa le Entente " ganz bestimmte Bedingunge zu stellen, Ihrer Meinung ach kann davon keine Rede sein, solange nicht zuvor der Kriegszustand aufgehoben sämtliche verhafteten oder internierten Personen freigelassen worden und sämtliche demokratisclien Freiheiten wiederhergestellt worden sind und solange nicht sämtliche Beschlüsse des Militarrats für das Nationaie Wohlergehen (WRON) annulliert werden, die nicht vom Sejm beha:delt wurden (siehe Kasten)".
Diese Entschlossenheit basiert auf einer Realistischen Analyse der Lage: "Heute versuchen die Machthaber. mit Renegaten der Gewerkschaft zu verhandeln. Es ist völlig klar, daß man versucht, ei e neue Gewerkzulegt (5)", steht in einem Kommentar. der im Solidaritätsbulletin Nr. 15 erschien. "Wenn man uns Solidarnosc stiehlt, dann werde n wir zu ähnlichen Formen der Aktivitat greiten wie vor dem August 1980, und wir werden im ganzen Lande initiativgruppen für freie Gewerkschaften gründen (6)" In der Bewegung wird derzeit viel darüber diskutiert, welches die besten Aktionsformen sind, die heute im Vordergrund stehen müssen. "Wir sind gegen Hungerstreiks und Weigerungen zum täglichen Hofgang", schreiben Joanna Duda-Gwiazda und Alina Dienkowska in einem Brief aus dem Gefängnis von Fordon Ende Dezember, in dem sie Anna Walentynowicz drăngen, den Hungerstreik, den sie unternommen hatte, zu bee den, weil dadurch die Verbindung mit der Außenwelt abzubrechen in Gefahr geriete. Im übrigen "ist es ja die Partei von Jaruzelski, die uns den Krieg erklärt