Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Über die imperialistische Blockade gegen Kuba

Inprekorr Nr. 3 (131), 5. März 1981 · S. 8-17 · 2.272 Wörter

Kuba und Karibik Sowjetunion Polen Afrika

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Die Antwort, die Fidel Castro für eine solche Möglichkeit skizzierte, ist eine Antwort der Festigkeit, deren zwei Pfeiler einerseits in der Radikalisierung der Kampte in Lateinamerıka und andererseits in der Erhaltung " der Integrität des sozialistischen Lagers um jeden Preis bestehen sollen Es ist keineswegs ausgeschlossen, daß eine solche Haltung unter anderem von der Furcht diktiert, daß die sowjetische Bürokratie auf Kosten der Völer Zen tralamerikas und letztlich also Kubas einen Kompromiß mit den Vereinigten Staaten anstreben könnten Wir haben bereits aufgezeigt, welches die Folgen einer Haltung im Inneren sind, die einer sowjetischen Intervention in Polen einen Blankoscheck ausstellt. Aus intemation aler Sicht müssen wir noch hinzufügen, daf eine solche Intervention den Imperialismus ganz und gar nicht stört, sondem ihm im Gegenteil einen viel größeren Spielraum verschaffen, die intemationale Arbeiterbewegung aber durch die Verwirrung und Demoralisierung, die sie bewirken, schwer treffen und den Sozialismus schwer in Mißkredit bringen könnte Letzten En des wären Kubă und Zentralamerika weit mehr den Erpressungen und Ag- Polen wäre ein sehr bedeutendes Hindemis für eine intemationale antiimperlalistische Mobilisierung Die einzie manliche Gegenstrategie ist nach Castro der kompromißlose Kamp! der bis zum Außersten geht, namlich einer gigantischen revolutionären Mobllisierung auf der Ebene der gesamten Kontinents.. Nur die Möglichkeit, daß ein neues Vietnam auf Kuba, in Mittelamerika und in den anderen Ländem Lateinamerikas entsteht, könnte den Imperialismus zögem lassen und zu einem Verzicht auf einerr Angriff bewegen. Wenn er nicht verzichten sollte, liefe er dann Gefahr, sich auf ein Abenteuer mit fur die ganze Welt unabsehbaren Folgen einzulassen. In einem solcher Rahmen - fügen wir unsererseits hinzu - wäre es unvergleichlich schwieriger für die sowjetische Bürokratie, zu einem Kompromiß mit Washington zu kommen und vor allem ihn gegen Kuba und die anderen Völker Lateinamerikas durchzusetzen Eine solche Haltung und die Perspektive. die auf die unerschöpflichen Mobilisierungskapazitäten und den Opfergeist des kubanischen Volkes setzt und auf die Hoffnung. "daß eines Tages alle Völker Lateinamerikas genauso entschlossen sein werden, ihr Land und ihre Sache su verteidigen" knüpft an die besten Ideen und inter: natfonalistischen Traditionen der kubanischen Revolution an, und die Imperialisten würden einen schweren Fehler begehen, wenn sie diese Worte für rein demagogisch hielten. in der Vergangenheit haben wir mehrmals betont (4), daß eine ganze Reihe von Haltungen und Orientierungen der kubanischen Führung seit Beginn der siebziger Jahre aus einer Analyse resultieren, die keine kurz- oder mittel- NU= fristigen revolutionären Erheb ungen in Lateinamerika erwartete Diesen Gesichtspunkt hatte Fidel Castro sehr deutlich in seiner Rede zum Jahrestag der Revolution am 26. Juli 1972 herausgestellt. Aut dem ersten Kongress 1975 hatte er wiederholt, das man sich in Lateinamerika nicht am Vorabend grundlegen der Veränderungen befinde, die wie auf Kuba zu schnellen sozialistischen Veränderungen führen könnten ". Heute sind die Aussichten total verschieden. Castro setzte den Akzent auf die "kürzlich errungenen Siege des Volkes in Nicaragua und Grenada und auf den hartnäckigen Kampf der Völker El Salvadors und Guatemalas*. Gleichzeitig hob er die *Massen kampftätigkeit hervor, die ein bislang unerreichtes Niveau angenommen habe", er spricht vom wachsenlen Auischwuns , der revolutionären Bevegungen fur die nationale Befreiuns mit starkem sozialem Inhalt" • vom scharfen Widerstand des chilenischen Volkes" , von den "heroischen und bewundemswerten Kämpfen", die in Bolivien geführt wurden und auch in anderen Ländem, von den "Streiks van einer noch nie dagewesenen Größe "in Peru, Equador und Kolumbien und den "dauemden Kämpfen" • wie sie die argentinischen Arbeiter lieferten rEine solche Situation und besonders die Ereignisse in Nicaragua, die den Umschwung verdeutlicht haben, stellten und stellen für Kuba einen Test angenommen haben.

4) Vor allem in unseren Artikeln "Probleme des kubanischen Arbeiterstaates" in Quatrieme Intemationale. 28. Juni 79 Wir meinen nicht, daß alle thre Orientierungen hinsichtlich Lateinamerikas richtig sind und daß alle doppeldeutigen, verwaschenen oder schlicht falschen Positionen uberwunden worden seien. Zum Beispiel kann man ihrer Unterstutzung der peruanischen PSR kaum tolgen einer Partei des Heimwens nach dem Militärreformismus Velascos, noch ihren apologetischen Wertschatzungen für die PRI und die Regierung von Lopez Portillo, die die Autgaben derjenigen, die für die Unabhangigkeit der Arbeiterbewegung in Mexiko kampfen, nur erschweren können, sowie die fehlende Einschatzung des argentinischen Mihitarregimes als solchem (5) Andererseits kann man auch nach dem kor kreten Inhalt jener Einheit der revolutionären Krafte fragen, die eine zentrale Achse der kubanischen Politık ım Kampf in einer Reihe von Landem darstellt (um Hinblick darauf, daß diese Einheit in einigen Fallen auch bourgeoise Krafte einzuschliessen scheint, mit denen man korrekterweise nur punktuelle Absprachen und Abkommen treffen dürfte) Trotzdem ist klar, daß Kuba sich auf allen Gebieten engagiert hat und engagiert, um für den Sieg der revolutionaren Erhebungen in Mittelamerika einen Beitrag zu leisten, wobei es enorme Gefahren in Kauf nimmt. Dies trifft sich mit der Entscheidung. die eigene Revolution und den Arbeiterstaat durch Ausweitung der Revolution auf andere Länder zu verteidigen Hier besteht der entscheidende RiB zwischen der kubanischen Führung und den burokratischen Regimen aller anderen Arbeiterstaaten 3. Januar 1981 PS: Der Kongress hat auch über die Haltung gegenüber einem neuen Element in der Situation in Lateinamerika einen Beschluß gefaßt, nämlich dem Auftauchen der Sozlaldemokratie Der Ausdruck der "Sozialdemokratisierung chemals bourgeoiser oder oligarchischer Parteien' kann einige Verwirrung entsteher lassen, solange nicht verdeutlicht wird, daß diese Parteien trotz der Veranderungen bürgerliche bleiben, also qualitativ von den Sozialdemokratien Westeuropas verschieden, die weiterhin Teil der Arbeiterbewegung bleiben. Aber der im Bericht ausgedrückte Gedanke, einerseits die Widersprüche und Bruchstellen auskundschaften zu wollen, die in der Front des Gegners entstehen konnen, und andererseits nach Gemeinsamkeiten im anti-imperialistischen Kampf mit Teilen von Massen, die sich unter dem Einfluß der Sozlaldemokratie 21 mobilisieren beginnen, zu suchen, ist völlig richtig.

5) Man muß aber anmerken, daß im vergangenen Jahr die kubanische Presse datur und den kampen der argen tinischen Arbelter einen deutlich gewichtigeren Platz einräumte,

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China: